Tintenzirkel - Das Fantasyautorenforum

Handwerkliches => Das Sprachbastelboard => Thema gestartet von: Tastentänzerin am 25. März 2010, 15:57:03

Titel: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Tastentänzerin am 25. März 2010, 15:57:03
Hallo, ihr Lieben!

Sagt mal, geht euch das eigentlich auch so, dass ihr ein (neues) Buch, welches euch interessiert, in die Hand nehmt, die Klappentexte lest und euch manchmal fragt: "Was zum Geier hat sich der/die Autor/in bitte bei dem (Charakter-)Namen gedacht?!" :o

Ich muss gestehen mir geht es schon ab und zu so. Manche Namen rufen bei mir sogar spontane, unfreiwillige Assoziationen hervor. Wie z.B. Katniss aus Die Tribute von Panem (Katzenminze?! Katzenklo?! KatzenWAS?!) oder Kvothe aus Der Name des Windes (welche Quote wollte der Autor da erfüllt sehen?!).

Ganz ehrlich? Solche Namen können für mich ein absoluter Abtörner sein. Selbst, wenn die Story noch so gut sein mag, bei so einem Namen fällt es mir ziemlich schwer die Geschichte weiterhin ernst zu nehmen. Sie würden mich zwar nicht unbedingt vom Lesen abhalten, aber es würden mein Lesevergnügen wohl dennoch erheblich schmälern, weil ich mich bei jeder Erwähnung des Namens innerlich kringeln würde (vor Lachen oder vor Ärger, je nachdem).

Habt ihr so etwas auch schonmal erlebt? Wie wichtig oder ausschlaggebend sind euch die Namen der Charaktere bei Büchern, die ihr lest? Und wie ist das beim Schreiben? Achtet ihr darauf, dass eure Figuren Namen erhalten, die euch gefallen, müssen die Namen "lediglich" zu den Figuren passen oder sind euch Charakternamen völlig egal?

Zum Glück gibt es ja trotz allem auch löblich erwähnenswerte Charakternamen. Wohlklingende Namen, die man gerne liest. Lyra Belacqua aus His Dark Materials ist für mich ein Beispiel. Oder Arthur Penhaligon aus Die Schlüssel zum Königreich. Okay, aber das ist mein persönlicher Geschmack. Das können andere natürlich wieder ganz anders sehen.

So, jetzt bin ich mal gespannt auf eure Meinung und freue mich auf eure schrecklich/schön-Beispiele aus dem weiten Universum der Charakternamensgebung!

Grüßchen, eure


*~TasTä~*
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Moa-Bella am 25. März 2010, 16:13:35
Es stört mich schon, wenn Charaktere blöde Namen haben. Bei einem Protagonisten Namens Horst wäre es für mich schwerer, an dem Buch gefallen zu finden als bei David. Das ist allerdings ausgesprochen subjektiv. Wenn ich im Kindergarten permanent von einer Person namens Stefanie geärgert wurde, werde ich Stefanie in meinem weiteren Leben nicht für einen vorteilhaften Namen halten. Mir persönlich geht es so mit dem Namen Lars. Ich kannte mal einen, mochte ihn nicht und konnte deshalb jahreland Lars den kleinen Eisbären nicht leiden.

Bestimmte Namen kann man aber vermeiden, weil sie einfach von vielen Personen als unvorteilhaft empfunden werden. Dazu gehören warscheinlich altertümliche Namen bei jungen Leuten und einer Geschichte, die nicht in den 50ern spielt. Hans, Adelheit, Bertram und Hannelore passen nicht zu jugendlichen.

Negativ behaftete Namen wie Adolf erscheinen ebenfalls häufig als unpassend.

Namen müssen auch in das Umfeld passen. In einem High Fantasy Roman erwarte ich neben dem ungewöhnlichen Umfeld eben auch ungewöhnliche Namen. Viele passen hier nicht.

Allzu ungewöhnliche Namen wie z.B. Katniss finde ich eigentlich nicht unpassender als andere, solange sie schön klingen. Vor allem sollte man sie aussprechen und sich merken können. 
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Feuertraum am 25. März 2010, 16:20:12
Ehrlich gesagt: es kommt schon vor, dass ich bei manchen Namen die Augen verdrehe, insbesondere, wenn Sie im Stile von mehreren getrennten Silben sind und man sich die Zunge bricht, wenn man sie aussprechen würde. Wenn Namen melodisch sind, ist es für mich jedoch okay. Auch ein "Kvothe" finde ich jetzt nicht wirklich abtörnend (auch wenn es jetzt kein Name wäre, denn ich wählen würde).
In meinem Schreibkursus hatte ich dereinst einmal gelernt, dass man Namen so wählen sollte, dass sie dem Charakter angepaßt sind, was bei Geschcihten mit deutschen Protagonisten auch noch relativ gut funktioniert, bei Fantasy (oder Parodien) jedoch schwierig ist.
Von daher empfinde ich Sympathie eher mit einem Namen, der melodisch klingt, aber nicht jeder Name, der das nicht tut, törnt mich ab.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Chuck am 25. März 2010, 17:02:45
Ich hatte auch sehr lange meine Schwierigkeiten mit Namen, vor allem beim Lesen. Deutsche Namen habe ich gemieden, alles was Horst, Detlef oder Frank hieß, war für mich lächerlich, sodass ich mich kaum auf die Geschichte konzentrieren konnte. Ähnliches bei bestimmten Fantasy Namen, die anders und doch ausgelutscht klingen. Insgesamt war das aber auch eine Ansicht vor mir, die ich nicht nur beim Lesen hatte, sondern auch im wahren Leben Namen mit menschlichen Eigenschaften verbunden habe.

Mittlerweile habe ich das wirklich so gut wie vollständig abgelegt, sodass es mir eigentlich egal ist, wie jemand heißt und den Klang des Namens, und wie ich ihn innerlich wahrnehme, an den Handlungen der Figur ausmache.
Allerdings ganz wert neutral bin ich da auch nicht, da ich zwar keine Namen mehr als schlecht deuten würde, wohl aber als gut, wenn mir der Klang oder Ausdruck des Namens besonders gefällt. Da macht es dann nochmal so viel Freude, diesen Namen und Charakter zu lesen, weil durch die Sympathie der Zugang leichter fällt.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: hima am 25. März 2010, 17:48:11
Die Sache hat was. Bei Kvothe aus Der Name des Windes ging es mir genauso, obwohl es mich mit dem Buch zur Kasse zog, hab ich es mir anders überlegt und das Buch wieder hingelegt. So ein Name erweckt bei mir immer negative Assoziationen, aus welchen Gründen kann ich allerdings nicht genau sagen. Ist wohl so ein Gefühl.

Fast laut losgelacht hätte ich, als ich Der Blutkönig in der Hand hielt und vom Dunklen Magier namens Foor Arontala las. Ein dunkler Magier heisst doch nicht so!  :d'oh: Ich hätte garantiert immer Floor (engl. für Boden) gelesen und aus Arontala wäre Antalia geworden.

Manche Namen, besonders in den momentan aktuellen Vampir-Erotik-Büchern, sind meiner Meinung nach zu gewollt. Die Protagonistin soll ja super tough, cool und sexy rüberkommen. Am Ende kommt 0815-Einheitsbrei raus, total abtörnend.
Ich finde, der Name einer Figur muss zum Charakter passen und zugleich auch etwas über die Figur aussagen, deswegen bastle ich z.B. den Protagonisten erst fertig und gebe ihm dann einen Namen. Funktioniert dieses Paar nicht, was ich meist während des Schreibens merke, muss ein anderer Name her.


Frage in die Runde:
Gebt ihr euren Figuren immer Vor- und Nachnamen, nur Vornamen oder gleich eine ganze Palette inklusive Spitznamen?
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Aryana am 25. März 2010, 18:03:38
Namen sind mir unheimlich wichtig, wenn ich selbst schreibe. Wenn ich lese, versuche ich, mich an die Nmen zu gewöhnen, die der Autor seinen Figuren gegeben hat, auch wenn mir vielleicht einige nicht gefallen - immerhin ist es ja nicht mein Buch, und der Autor wird sich bei seinen Namen schon etwas gedacht haben.
Um beim Beispiel zu bleiben, ich finde "Kvothe" etwas gewöhnungsbedürftig, aber warum sollte jemand nicht so heißen?
Namen dürfen auf gar einen Fall lächerlich wirken.

Ich suche beim Schreiben immer sehr lange nach dem richtigen Namen (und nicht nur da, auch beim Erstellen von Rollenspielcharakteren geht die meiste Zeit nicht fürs Auswürfeln, sondern für die Taufe drauf). manchmal passiert es, dass mir ein Name in den Sinn kommt, der mir gefällt, und um den ich dann eine Figur stricke. Meistens haben meine Charaktere je nach Kulturkreis Vor-und Nachnamen ("Stadtcharaktere", Adlige, Magier, Fürsten) oder nur einen Rufnamen, vielleicht mit dem Zusatz "Sohn/Tochter von....". Viele meiner Charas haben auch Spitznamen - wenn es mir schon zu viel wird, immer einen bestimmten namen komplett auszuschreiben, wird es den Freundes des Namensträgers vielleicht ja auch zu doof, ihn ständig komplett auszusprechen, also gibt es entweder Abkürzungen oder Spitznamen, die sich auf bestimmte Charaktereigenschaften, das Aussehen, eine Angewohnheit oder ähnliches beziehen. Ich finde, sowas macht Figuren noch zusätzlich lebendig. Und ein freundlicher Spitzname hat für mich auch immer ein Gefühl von "Gemocht werden" und "Beliebt sein", was dem Charakter dann auch gleich wieder einen weiteren wesenszug verleiht.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Kati am 25. März 2010, 18:25:15
Beim Schreiben sind mir Namen unglaublich wichtig. Ich habe immer ein bestimmtes Bild meiner Charaktere im Kopf und es dauert meist sehr lang, bis ich den passenden Namen gefunden habe. Der Name muss mir auf alle Fälle gefallen und zum Charakter passen, er muss allerdings nicht unbedingt irgendetwas bedeuten. Wenn Namen zu bedeutungsschwanger sind, wirkt das Ganze mit etwas Pech leicht lächerlich. (Bestes Beispiel sind hier wohl Bella Swan und Edward Cullen...der schöne Schwan und Edward Gutaussehend...)
Wenn beim Schreiben also der Name nicht hundertprozentig passt, fühle ich mich mit der Geschichte nicht wohl.

Beim Lesen kommt es mir darauf an, dass die Namen nicht zu albern sind, ansonsten ist es mir egal, wie die Protagonisten heißen. Selbst beim Lesen von Twilight habe ich mich nur am Anfang über die Namen geärgert. Wie Aryanna schon sagte, der Autor eines Buches denkt sich ja was bei den Namen und hat sicher seine Gründe sie zu wählen.
Eine meiner Freundinnen macht sich oft über Namen aus meinen Geschichten, die ich wirklich passend finde, lauthals lustig. (Gemma zum Beispiel oder auch Albert.) Sowas finde ich nicht gut, ich finde es sogar verletzend, weil man schließlich lange Zeit darüber nachgegrübelt hat, wie diese Charaktere heißen sollen und einem etwas an den Namen, die man wählt, liegt. Wenn sie dann zu mir kommt und meint Gemma würde klingeln wie Gemse und der Name wäre ja total doof, dann trifft mich das schon irgendwie und ich kann mir vorstellen, dass das anderen Autoren mit ihren Namen ganz genauso geht.

LG,

Kati
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Rika am 25. März 2010, 18:39:32
Mir ist es auch wichtig, daß meine Namen zu meinen Charas passen. Dabei ist für mich sowohl Klang, als auch Aussehen wichtig.

Bedeutungen können gut passen - manchmal aber eben auch nicht. Kati's "Bella Swan" Beispiel aus Twilight finde ich auch eher albern.

Wie Aryana versuche ich mich ebenfalls an Namen, die mir irgendwie querliegen, zu Gewöhnen, denn der Autor hat sie ja doch bewußt ausgewählt, und sich eben oft darüber auch viel Gedanken gemacht.
Assoziationen sind ja für jeden verschieden, und ja nach Sprachhintergrund variiert auch die unwillkürlich im Kopf "gehörte" Aussprache eines Gelesenen Namens. Und oft ist nach etwas Gewöhnung an einen anfänglich "querliegenden" Namen dieser bei Lesen dann doch langsam mit dem Charakter, den mensch dabei kennenlernt, "zusammengewachsen".

Außerdem sind Geschmäcker verschieden, das was ich als angenehm, fließend, passend empfinde muß der Nächste nicht genauso empfinden. Oder wo ich gern Namen mag, die fließend, rund, wohlklingend sind, mag der Nächste gerade das als "zu weich, zu seich, zu gewöhnlich" nicht mögen oder als für den Charakter unpassend empfinden.

Was mir noch wichtig ist, ist daß die Namen in einer Geschichte, oder einer Welt "stimmig" sind, zusammenpassen. Dabei darf es gern auch ruhig deutliche Unterschiede z.B. bei verschiedenen Kulturen oder Völkern geben, oder auch zwischen unterschiedlichen Gesellschaftsschichten, aber z.B. würde ich nie einen "Albert" oder "Bernhard" in eine Welt wir Anne McCaffrey's Pern setzen. Oder umgekehrt, einen "F'lar" in einer Urban Fantasy, die in der heutigen realen Welt spielt, auftauchen lassen.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: AngelFilia am 25. März 2010, 18:46:46
@Kati: Bei Gemma muss ich an "Gem" - Edelstein denken. Ist damit auch ein wenig gewöhnungsbedürftig.

Womit ich auch schon beim Thema bin, an manche Namen muss man sich erst gewöhnen, bevor man richtig Spaß am Buch haben kann. Aber am Ende des Buches ist es mir egal, ob da eine Gemse, ein Edelstein oder eine Quote durch das Buch lief. Wichtig ist für mich immer die Geschichte und wenn die Spannend ist, sind mir die Namen egal - auch wenn sich der Autor etwas dabei gedacht hat.

Beim selberschreiben ist es halb-halb. Ich versuche dann den Namen oder Namensteilen meist auch eine gewisse Bedeutung zu geben, achte jedoch primär darauf, dass der Klang stimmt und sich der Name - der meist recht häufig im Buch fällt - gut lesen lässt.
Bei Nebencharakteren oder auch dem Bösewicht habe ich tatsächlich gar nicht mehr auf die Bedeutung geachtet. Tatsächlich sticht mir da eher der Charakter in den Vordergrund und den Namen hat er nur, damit das Kind einen Namen hat. Die Auswahl geschieht also eher Intuitiv. Ich denke mal damit liege ich nicht allzu falsch. Hoffe ich.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Schattenspielerin am 25. März 2010, 19:06:48
Also ich schließe mich ebenfalls an Katis Beispiel an. In meinen Augen sind die Namen in diesen Büchern nicht so besonders einfallsreich. Aber man kann die Bücher dennoch gut lesen und ich finde ich kann sie mir zur Abwechslung auch mal merken.

Beim lesen achte ich nicht ganz so besonders auf die Namen. Ich achte nur darauf ob ich ihn aussprechen und mir merken kann. Denn wenn ich einmal ein Buch angefangen habe kann ich es leider nicht so schnell wieder weg legen. Zudem lese ich recht schnell und wenn ich dann lange unaussprechliche Namen lesen muss, dann gebe ich dem Charakter einen neuen. Einen der ähnlich klingt, den ich aber schneller lesen kann. Erst wenn ich das Buch ein weiteres Mal lese achte ich auch mehr auf die Namen. Immerhin möchte ich dem Autor/in meinen Respekt erweisen, denn jeder macht sich ja auf irgendeine weise Gedanken über die Namen.

Wenn ich selber schreibe, achte ich sehr auf die Namen meiner Charaktere. Durch ihren Namen möchte ich ihnen etwas besonderes geben. Ich bin zwar der Ansicht, dass Namen eigentlich allein keine Aussagekraft haben aber dennoch muss ja jeder irgendwie genannt/gerufen werden. Immer wenn ich schreibe sind die Namen das schwierigste, was ich mir ausdenken muss. Meist nehme ich in der Vorschrift nur so was wie einen Platzhalter, bis ich einen passenden gefunden habe. Nur kann das unter Umständen sehr lange dauern. Für Nialka den Namen einer meiner Hauptfiguren habe ich ein ganzes Jahr gebraucht. Es ist eigentlich egal für welche Person ich Namen wählen muss, ich brauche immer lange. Selbst wenn der Name nur einmal im ganzen Buch vorkommt mache ich mir viele Gedanken.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Lisande am 25. März 2010, 19:19:04
Ich finde Namen ebenfalls wichtig - wenn ich einen Charakter habe, dessen Name nicht passt, kann ich mich mit dem nicht anfreunden.

Bei mir kommt noch dazu, dass ich sehr viel Englisch lese - damit habe ich sofort ein Problem, wenn in einem deutschen Namen ein TH vorkommt, ich weiß dann nicht mehr, wie ich diesen Namen im Kopf auszusprechen habe, und daran kann ich mich ewig aufhalten. Ich will auch immer wissen, wie sich die Namen sprechen und bekomme Zustände, wenn ich das nicht rausfinden kann... das kann den Lesespaß auch ganz schön mindern. Wenn ich das merke, versuche ich schon, mich zusammenzureißen, lege mir eine für mich gültige Aussprache zurecht und bin dann fertig damit, aber bis ich an dem Punkt bin, kann schon mal ein bisschen Zeit vergehen...
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Berjosa am 25. März 2010, 20:06:37
Namen finden ist bei Romanfiguren mindestens so schwierig wie bei Kindern, und hinterher kommt garantiert eine entfernte Tante an und beschwert sich: "Wie konntet ihr den Bub nur nach dem Mistkerl nennen, der mich damals hat sitzenlassen?".

Wenn man dann noch mit bedenken will, wie der Name auf Leser anderer Muttersprache wirkt, kommt man aus dem Grübeln gar nicht mehr heraus. Hier gab's übrigens mal einen Thread "Die Namen eurer Charaktere googeln" oder so ähnlich, mit recht unterhaltsamen Ergebnissen. Da hat man sich was Schönes, Klangvolles, High-Fantasy-Mäßiges ausgedacht, und dann verbirgt sich dahinter eine exotische Waschmittelmarke ...

Die Wirkung von Namen auf den Leser kann man kaum kontrollieren, ebensowenig, was aus der sorgfältig überlegen Aussprache wird. Vermutlich ist es wie bei anderen Aspekten der Geschichte auch: Nur wenn mehrere vertrauenswürdige Betaleser einstimmig darüber stolpern, ist die Sache ernst genug für eine Änderung.

Einer meiner Lieblingshelden ist übrigens immer noch Heliogabalus Morpheus Eduard Frank. Jackl Krauthobler, der im Lauf des Abenteuers zu Säumaß Mäklaurie mutiert, rangiert ebenfalls recht weit vorne, begleitet von Arnold Füssli, der es auf so viele Namen bringt, dass Gandalf dagegen ziemlich arm aussieht.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Kuddel am 25. März 2010, 20:07:48
Ich liebe es, passende Namen für meine Figuren zu finden. Es ist immer nicht so einfach. Meistens verbinde ich die Namen mit den Eigenschaften, übersetze sie in irgendeine Sprache und wandel dann den Namen ab, bis er gut klingt. Ich denke, jeder Autor sollte ein Ohr für wohlklingende und nicht wohlklingende Namen haben, oder?

Irgendwo, vor langer, langer Zeit habe ich mal gelesen, dass J.K.Rowling jede Figur einen abgestimmten Namen gegeben hat. Vor allem den Nebencharakteren.

Kvothe kannte ich bisher nicht, aber das ist wirklich kein guter Name. Das scheint mir wie gewollt und nicht gekonnt.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Wuo Long am 25. März 2010, 20:42:53
Ich gehöre wohl eher zu den Personen, die auf Namen nicht allzu viel geben. In meinen Geschichten suche ich mir meist Namen aus, die ich mir selber gut merken und lesen kann. Das erleichtert mir das Schreiben und damit hat es sich.

Beim Lesen anderer Bücher ist es für mich im Grunde genommen egal. Sich am Klang eines bestimmten Namen wie z.B. Kvothe so aufzuhängen finde ich persönlich schwer nachvollziehbar. Na gut, in der deutschen Sprache sieht es vom Schriftbild her halt ähnlich aus wie Quote. Ich sage dazu nur: Na und? Der Autor kommt aus den USA und wer weiß, was er für Wurzeln hat?

Wie wirkt Kvothe (ich nehme es mal als Beispiel) als Name denn in der englischen Sprache? Russisch? Japanisch? Thailändisch? Finnisch? Arabisch? Hebräisch oder meinetwegen Papua-Neugineisch? Wenn man sich einen (aus deutscher Sicht) tollen, exotischen Namen überlegt, läuft man wie schon gesagt immer Gefahr, dass es in einer anderen Sprache einfach nur eine Waschmittelmarke ist.

Da ich bilingual aufgewachsen bin, habe ich mir über die Jahre wohl eine gewisse Beliebigkeit zu Namen angewöhnt, weshalb ich an dieser Stelle einfach mal die provokante Äußerung mache, dass viele "Argumente" für angeblich gute Namen in diesem Thread darauf beruhen, dass die meisten Autoren hier durch die deutsche Sprache indoktriniert sind.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: nina b. am 25. März 2010, 23:33:40
Also, wenn ich einen Roman lese, wo mir der Name eines Charakters wirklich aufstößt, dann überlese ich den einfach. So gehe ich auch bei Namen vor, die mir zu schwierig zum Aussprechen sind, weil 1000 y und j und ü hintereinander kommen, um es ein wenig zu übertreiben. WEnn man z.B immer nur "kv....." liest, dann stört einen der ganze Name nicht mehr.

Mir sind die Namen meiner Charaktere sehr wichtig. Zudem habe ich die Angewohnheit nur Namen zu nehmen, bei denen ich niemand reales kenne, der diesen oder so einen ähnlcihen trägt.
Ich tue mich bei der NAmensfindung wirklich schwer und meistens ergeben sich die Namen durch bloße Buchstabenaneinanderreihungen, die dann eben gut oder schlecht klingen. Und ganz durch Zufall hat sogar eine Autorin in den Namen eines Charakters von mir mehr reininterpretiert, weil es dieses Wort wohl in irgendeiner ARt und Weise wohl gibt und so viel wie "Schieberechner" heißt, was aber auch super passt, weil es sich um ein überaus intelligentes Wesen handelt, was es so nicht in der realen Welt gibt... *hihi*

Oft wähle ich auch einfach Namen aus dem Lateinischen oder wandel sie ab... So haben die Namen oft einen netten Klang in meinen Ohren und haben auch noch eine Bedeutung, wenn man sich mit dem Charakter der Romanfigur auseinandersetzt und Latein spricht *hihi*

Aber meist greife ich auf die Buchstabenkombi zurück, bei der ich aber keine Hintergedanken wie "Katzenklo" oder "Quote" habe. An dieser Stelle ein dickes "Lachen müss*

Grüße und eine gute Nacht an alle!
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: AngelFilia am 25. März 2010, 23:47:05
Da ich bilingual aufgewachsen bin, habe ich mir über die Jahre wohl eine gewisse Beliebigkeit zu Namen angewöhnt, weshalb ich an dieser Stelle einfach mal die provokante Äußerung mache, dass viele "Argumente" für angeblich gute Namen in diesem Thread darauf beruhen, dass die meisten Autoren hier durch die deutsche Sprache indoktriniert sind.

Da muss ich dir recht geben. Die meisten Fantasy-Romane werden halt noch aus dem englischen bzw. amerikanischen übersetzt liest man jetzt kvothe mit einem englischen th anstatt nem normalen T klingt der Name gar nicht mal so schlecht.

Bei katniss kriege ich dann eher eine Mischung aus einer Schlange und einer Katze (cat und hiss (Schlangenlaut ;D))
Das Problem bei Namen ist halt, dass sie nicht übersetzt und normalerweise auch nicht umgeschrieben werden.
Michael klingt im deutschen anders, als im englischen (da ist das dann eher Maikel  ;) )
Mit diesen Übersetzungsbarrieren müssen wir halt leben ...
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Maran am 26. März 2010, 00:28:20
Ich hatte das Problem beim Lesen von "Die Verpflichtung". Der Hauptcharakter heißt Lord Hase. Zuerst dachte ich, was ist denn das für ein verkorkster Name? Ich las trotzdem weiter, und im Laufe der Geschichte wurde der Name dann erklärt ... Wenn ich meiner Abneigung gegen den Namen nachgegeben und das Buch aus der Hand gelegt hätte, dann wäre mir eine tolle Geschichte entgangen.

Bei meinen eigenen Charaktere läuft die Namensgebung völlig unterschiedlich. Manchmal ist zuerst der Name da, manchmal der Charakter. Manchmal flutscht der Name aus meinem Unterbewußtsein, manchmal bastle ich ein wenig, aber es gibt auch Zeiten, in denen es mir wirklich schwer fällt, einen passenden zu finden. Denn passen muß er. Ich verbringe sehr viel Zeit mit meinen Charakteren, also möchte ich sie auch ansprechen können, ohne daß sich mir die Fußnägel kräuseln. Wie im richtigen Leben färbt der Klang eines Namens auf den Charakter ab (darüber gibt es sogar Studien - zumindest glaube ich mich an eine entsprechende Doku zu erinnern). Dunkle Vokale passen nicht zu einem Suppenkaspar ... ich meine, ich würde einen Rehpinscher nicht Wolf nennen, auch wenn einer in ihm wohnt.

Einmal ist es mir passiert, daß ich im Laufe der Geschichte den Namen eines Charas geändert habe, weil der so absolut nicht passte. Die Geschichte entwickelte ein Eigenleben in eine ganz andere als ursprünglich geplante Richtung, wohl auch, weil dieser Charakter immer wichtiger wurde und ein Eigenleben entwickelte. Nur sein Spitzname blieb bestehen.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Maja am 26. März 2010, 01:19:28
Das größte Negativbeispiel für einen Charakter habe ich im dem Marion-Zimmer-Bradley-Gemeinschaftsprojekt Die Zauberin von Ruwenda gefunden (und bin ich die einzige, die bei dem Land an Staubsauger denken muß?) - da heißt nämlich der böse Zauberer Orogastus. Kein Kommentar mehr dazu.

Mir sind Namen auch wichtig, und wenn jemand einen Namen hat, dann hat er ihn - es ist nur ganz selten vorgekommen, daß ich jemanden hätte umbenennen müssen. Ich habe mal aus einem Andor einen Ando gemacht, und die Schreibweise von Halan hat anfangs mit Harlan variiert, aber das ist auch schon fast das äußerste. Probleme kriege ich, wenn ich irgendwo eine Gruppe nicht so wichtiger Nebencharaktere habe und brauche schnell Namen. Für eine Gruppe von Generälen habe ich mich bei einer bosnischen Band bedient, die letztes Jahr zum ESC angetreten ist und dann noch ein bißchen dran gedreht, daß es nicht so auffällt.
Anfangs hatte ich immer sehr "fantasytypische" Namen, jetzt sind sie normaler und vor allem einfacher geworden. Ich habe nur Angst, wenn ich endlich "Geisterlied" schreibe, daß man mir übelnimmt, die zweite Heldin Rizim genannt zu haben. Ja, ich weiß, das klingt wie Rizinus. Aber sie heißt nun mal so.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Aryana am 26. März 2010, 08:34:50
Oro....?  :rofl: geht gar nicht.
Irgendwer sagte auch mal, dass mein "Viondalar" aus meinem Meeres-Ding irgendwie an "Jondalar" aus dieser Ayla-Reihe erinnert. Da ich Ayla erst kenne, seit ich Frau Katzens Blog lese, war ich auf die Ähnlichkeit gar nicht gekommen. ich finde es aber auch nicht SO nah, und außerdem nenne ich Viondalar die halbe Geschichte durch eh nur "Vion". Irgendeinen Pferdefuß findet sicher immer jemand, man kann es nicht allen recht machen - wenigstens MIR muss es recht sein.
Mir geht's übrigens genauso wie Lisande, ich muss einen Namen aussprechen können, um mit ihm warm zu werden. Da hat mir mein Banziniprojekt ganz schön Kopfzerbrechen bereitet, denn da heißt ein Protagonist "Sayain". Den Namen spuckte mir ein Namensgenerator aus, und ich fand ihn einfach von der Schreibweise toll. Nur - wie zur Hölle spricht man das aus? Ich habe mich mit mir selbst dann auf etwas geeinigt, das wie "Sey-enn" klingt, und dem Leser bringe ich die Aussprache dadurch bei, dass der andere Hauptcharakter sich an diesem Namen erst mal die Zunge zerbricht und ich seine gebrochenen Ausspracheversuche auch ausschreibe.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: thewingedshadow am 26. März 2010, 09:30:11
Da hat mir mein Banziniprojekt ganz schön Kopfzerbrechen bereitet, denn da heißt ein Protagonist "Sayain".

Es gibt ein Gebirge in der Nähe des Baikalsees, das heißt Sayan. Die Deutschen schreiben es zwar Sajan wie ich gerade festgestellt habe aber ich stelle mir den Namen relativ einfach vor... Saya-in. Warum nicht? Aber ich komme auch aus Russland und bin allerlei Sachen gewöhnt.

Namen... Ich habe gerade selber das Problem dass mein Mann meine Namen nicht leiden kann aber das wurde schon ausreichend in einem anderen Thema besprochen.
Man muss, denke ich aber, auch nicht ALLE zufriedenstellen. Es wird, bei den besten Namen, immer welche geben die sagen: "was ist denn das für ein Schrott?!".
Ich erinnere mich an ein Buch wo eine Prota Kasha hieß.
Kasha heißt Brei auf Russisch. Klar kann der Autor das nicht wissen aber ich hatte beim Lesen immer Assoziationen mit Buchweizenbrei und bekam öfter Hunger. *grins*
Ich lese gerade "die Seelenjägerin" von Celia Friedman, ein richtig tolles Buch, ich habs mir erst gestern geholt und nur 50 Seiten gelesen... aber der Name Colivar, wie wohl einer der Protas heißt, erinnert mich an E.Coli-Bakterien... egal, was ich mache.
Das Buch ist trotzdem toll.

Charakternamen an sich finde ich schon wichtig, sie sollten nach Möglichkeit zur Figur passen. Manchmal gibt es beabsichtigte Ausnahmen, die man dann aber schon an irgendeiner Stelle erklären sollte. (zB, Warum heißt eine zähe Kriegerin Laurie-Anabelle?)
Generell kann man da flexibel sein, schätze ich. Ich selber habe einen Prota der "Kranich, Sohn von Kranich" heißt und von ihm werde ich mich auf KEINEN FALL trennen. *grins*
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Aryana am 26. März 2010, 10:04:22
:) "Saya-in" wollte ich eben nicht, das klang mir zu "hart" für den Charakter, darum habe ich es ein bisschn ver-englischt.
Huh, Colivar, da hätte ich auch ständig ans Labor denken müssen. Arbeiten im Mikrobiologielabor hinterlässt Spuren...  :gähn: ich habe mal ein Buch gelesen, in dem die Protagonisten alle Namen von Vogelarten trugen, da das Volk, aus dem sie stammten, rudimentäre Flügel besaß - und die Namen waren in der deutschen Übersetzung auch ins Deutsche übertragen. Ich fand die Vostellung einer schwertschingenden, ziemlich conan-mäßig gebauten Kriegerin names Rotkehlchen auch ziemlich belustigend, ebenso wie "Schwalbe" für die etwas dicklich und kräftig geratene Komponistin, die davon träumte, als Bogenschützin in die Schlacht zu ziehen. In der englischen Ausgabe ist Schwalbe wörtlich "Swallow", Rotkehlchen "Vireo". Wie die da auf Rotkehlchen gekommen sind...  ???
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Lisande am 26. März 2010, 12:46:33
Ich erinnere mich an ein Buch wo eine Prota Kasha hieß.
Kasha heißt Brei auf Russisch. Klar kann der Autor das nicht wissen aber ich hatte beim Lesen immer Assoziationen mit Buchweizenbrei und bekam öfter Hunger. *grins*


Naja, wenn es sich um einen als gut aussehend beschriebenen Kerl handelt, ist es doch gar nicht so schlecht, dabei Appetit zu kriegen...  wer weiß, vielleicht steckt hinter diesem Namen ja doch eine Absicht? :engel:


@Maja: also, Orgas... äh, Orogaster ist nun wirklich das Letzte, ich glaube, ich wäre jedes Mal beim Lesen zusammen gezuckt!

Ansonsten finde ich es immer schlimm, wenn Namen wirklich offensichtlich bemüht "schwierig" sein sollen, mit fantasievollen Buchstabenaneinanderreihungen, die kein Mensch mehr aussprechen kann. Und wenn zu viele Charaktere zu ähnlich klingende Namen haben - ich kann mir Namen nicht gut merken, und wenn ich dann Charas habe, die alle ähnlich heißen, dann kriege ich die Krise. Das kann schon reichen, wenn alle mit A anfangen. *zu Aryana schiel und schnell wegrenn*
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Joscha am 26. März 2010, 14:10:38
Ich achte beim Lesen ehrlich gesagt kaum auf so etwas. Manchmal fällt mir die Namenswahl positiv auf oder ich stolpere über einen schier unaussprechlichen Namen, aber es ist nicht so, dass das an meiner Betrachtung des Buches etwas ändern würde.

Mir ist die Namensgebung eines Protagonisten auch nur einmal besonders aufgefallen, allerdings eher aufgrund ihrer Bedeutung: In David Gemmels "The King Beyond the Gate" heißt eine Figur, die aus einem fernen, "unzivilisierten" Land kommt, Pagan. Das hat mich zum Schmunzeln gebracht.

Das einzige, was mich bei Charakternamen nerven kann, ist, wenn sie sehr stark an tolkienesque Namen oder Namen aus einem anderen großen Werk erinnern. Das ist mir bei Eragon (ja, ich weiß, ich hacke schon wieder auf dieser Reihe rum ;D) etwa negativ aufgefallen: Eragon und Aragorn, Arya und Arwen, sowie diverse Ortsnamen. Und, wo ich gerade davon spreche, natürlich noch einer: Ajihad. Meiner Meinung nach ist das eher unglücklich gewählt, die erste Assoziation die ich damit hatte, war Jihad...

Aber das sind auch schon wieder alle Fälle, in denen mich Charakternamen gestört hätten oder mir besonders aufgefallen wären. Namen sind eben doch nur Schall und Rauch (meine Meinung, ich erkenne an, dass es auch die nomen est omen-Gruppe gibt)

Viele Grüße
Joscha
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Aryana am 26. März 2010, 14:31:47
@Lisande: Oops. Ja. Meine A-Sammlung. Lustig war, dass mir das gar nicht aufgefallen war, aber ich habe einen halben Roman rumliegen, in dem in der allerersten version tatsächlich die Namen aller "Guten" mit A anfingen.

@Joscha: Das "Ajihad"-Problem hatte ich auch, udn bei "Eargon" hatte ich auch dauernd "Aragorn" im Kopf.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Moni am 26. März 2010, 16:09:12
Da muss ich dir recht geben. Die meisten Fantasy-Romane werden halt noch aus dem englischen bzw. amerikanischen übersetzt liest man jetzt kvothe mit einem englischen th anstatt nem normalen T klingt der Name gar nicht mal so schlecht.


Da ich 90% im englischen Original lese, übersetze ich Namen nie. Kvothe war für mich automatisch mit "th", ich dachte z.B. spontan an "quoth" (The Raven) und fand den Namen sehr gelungen, da er auch zum Charakter passt.
Manche Namen englischer Autoren sind allerdings wirklich unfreiwillig komisch. Wie z.B. Roger Taylor uns den Bösewicht DarHastuin hinterließ... "Da hast du ihn" ... klingt nicht furchteinflössend, würde ich meinen.  ;D

Namen haben mich noch nie vom Kauf eines Buches abgehalten. Und die Klappentexte sagen eh nix aus. Ich lese die erste Seite an, wenn die mich packt, ist das Buch gekauft, egal wie bescheuert die Namen sind.  ;)

Aber trotzdem sind Charakternamen für mich sehr wichtig. Ich investiere sehr viel Zeit und Energie in die Namen meiner Charaktere, besonders da meistens bei mir eine (in Teilen) ausgearbeitete Sprache dahintersteckt.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Rika am 26. März 2010, 19:10:19
Da ich 90% im englischen Original lese, übersetze ich Namen nie. Kvothe war für mich automatisch mit "th", ich dachte z.B. spontan an "quoth" (The Raven)...
Ich habe das Buch nicht gelesen, aber genau so ging es mir mit dem Zitierten Namen hier, exakt der gleiche sound & die gleiche Assoziation. :)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Churke am 26. März 2010, 19:24:47
In "Die Keltin" heißt eine Hauptfigur "Vectis Trebellius Quadratus". Das hat rein von der Lautung her mal Asterix-Qualität.

Die Sache wird dann noch komischer, weil
1. die Figur immer "Vectis" statt "Quadratus" genannt und gerufen wird, wie es im römischen Namenssystem richtig wäre;
2. "Vectis"nach einer Insel in Schottland heißt, dem Autor indes nicht bekannt zu sein scheint, dass lat. "vectis" auch "Brechstange" bedeutet, was interessante Rückschlüsse auf Physiognomie und Charakter zuließe.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: nina b. am 27. März 2010, 02:34:25
Nachdem ich mir eure ganzen Kommentare der letzten Stunde durchgelesen habe, ist mir etwas aufgefallen. Und zwar die Frage nach der Übersetzung und ich muss zugeben, dass mir das erst ein Mal aufgefallen ist so richtig und das war bei Harry Potter...

Das Hermione nur Hermine im Deutschen geschrieben wird etc, damit kann ich leben.
Dann habe ich es aber auf Italienisch angefangen zu lesen und ich meine, dass es Fudge gewesen wäre, der plötzlich Caramel hieß!!!! *oh graus*  :o
Da verging bei mir alles und ich bin auf der Suche nach einer Stellungnahme gegangen, die ich dann auch im Buch gefunden habe.

Dort stand, dass die Übersetzerin es gewollt witzig gestalten wollte und dies über die Namen getan hat. Aber in meinen Augen war das nicht witzig, sondern absolut lächerlich und verfälschend.
Namen einer Sprache anpassen ist ja gar nicht schlecht, aber die so zu verfremden und abzuändern empfand ich als etwas zu übertrieben.

Wenn ihr also mit einem Italiener redet, nennt Fudge niemals so wie er auch im Englischen oder Deutschen heißt, denn in Bella Italia ist er eine Süßigkeit *mich immer noch ein wenig ärgern muss*

Nun gut, vielleicht kommt es ja in Italien gut an. Die wenigsten werden die Bücher dort auch auf einer Fremdsprache lesen, da die meisten nicht mal Englisch beherrschen. Auf jeden Fall die Menschen im SÜden. Im Norden geht es noch *G* Und im TV sagen die bestimmt auch immer Caramel, sodass die Italiener vielleicht niemals hinter die Namensverfälschung kommen  :rofl:

Das ist noch das, was mir zu der Übersetzungsdiskussion eingefallen ist *G*
Und zu dem Kommi "WEnn eine Figur einen Namen hat, dann hat er ihn"... Sehe ich nämlich genauso. Man sollte ihn nicht zu sehr entfremden....

Wünsche euch allen eine wunderschöne gute Nacht!
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Maja am 27. März 2010, 02:53:08
Das mit den grotesk übersetzten Namen ist mir vor allem bei Pratchett aufgefallen. Das geht so weit auseinander, daß ich, wenn ich mit anderen über seine Bücher rede, immer abschätzen muß, ob die die wohl auf Deutsch oder Englisch gelesen haben und dann jeweils überlegt, wie dieser oder jener Charakter auf deutsch heißen könnte  - da wird Vimes zu Mumm oder Mr Teatime (Te-ah-ti-meh) zu Herrn Kaffeetrinken, etc…

Aber über gräßliche Übersetzungen von Wortspielen kann ich mich aufregen, seit ich meine Diplomarbeit über die Übersetzungen von "Alice im Wunderland" geschrieben habe. Da ging das nämlich schon los, bei der allerersten Übersetzung, noch im neunzehnten Jahrhundert: Billie, die Eidechse, brauchte nach Ansicht von Lewis Carroll, der Antonie Zimmermanns Übersetzung autorisiert hat (wofür sie ins Englische zurückübersetzt werden mußte), einen deutscheren Namen. Weswegen das Tier umbenannt wurde. Es heißt jetzt Wabbel. (Enzensberger, einer der bekanntesten Übersetzer, 1963) nannte die Eidechse übrigens Egon. Wo das Problem mit Billie sein soll (in einer anderen Übersetzung wird aus "The Rabbit sends in a little Bill" auf Deutsch "Das Kaninchen schickt seinen kleinen Willi hinein" - aber das gehört zu einem anderen Thema…) werde ich wohl nie verstehen.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Rika am 27. März 2010, 09:48:42

Dann habe ich es aber auf Italienisch angefangen zu lesen und ich meine, dass es Fudge gewesen wäre, der plötzlich Caramel hieß!!!!
...
Wenn ihr also mit einem Italiener redet, nennt Fudge niemals so wie er auch im Englischen oder Deutschen heißt, denn in Bella Italia ist er eine Süßigkeit *mich immer noch ein wenig ärgern muss*
Umm... ich stimme dir zwar im Prinzip zu, aber auch im Englischen ist "Fudge" eine Süssigkeit, das kann also durchaus (ich spreche kein Italienisch) "richtig übersetzt" sein.
Was dabei verlorengeht ist der Beiklang des englischen "to fudge", etwas zusammenfriemeln, verfälschen, verpfuschen-und-hinbiegen.

Das mit den grotesk übersetzten Namen ist mir vor allem bei Pratchett aufgefallen.  ...
Aber über gräßliche Übersetzungen von Wortspielen...
Pratchett - ja.
Interessant, aber soweit mir begegnet gar nicht schlecht sind, die Unterschiedlichen Namensübersetzungen bei Asterix, wobei ich nicht wirklich Französich kann, und daher die Originale nicht einschätzen. Da wird Idefix im Englischen zu Dogmatix, Miraculix ist Getafix etc.
Was mich damals vom Lesen von Übersetzungen (nach Möglichkeit) abgebracht hat waren die von Piers Anthony's Xanth Büchern. Da lag es aber auch in erster Linie daran, daß sich eben nicht jedes Wortspiel übersetzen läßt.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Hanna am 27. März 2010, 11:04:28
Zu Harry Potter muss ich sagen, dass ich die Namen ohnehin bekloppt fand. Ich habe die Bücher gerne gelesen, aber die Namen fand ich immer blöd. Es ist absolut unglaubwürdig, dass jemand einen Namen als Kind bekommt, der ihn beschreibt, wie er als 40-jähriger sein wird.

Aber ich habe gestern recherchiert und einen Namen wiedergefunden, über den ich mal im Weltbild-Katalog gestolpert bin. An dem Tag konnte ich nicht aufhören, darüber zu lachen. Und den Namen auf englisch auszusprechen, macht es meiner Meinung nach nicht besser:

Autorin: Raven Hart
Buch: Unsterbliche Begierde

Und der Bösewicht ist ein Vampir namens *trommelwirbel* "Reedrek".

Ich meine ... Rehdreck?  :rofl:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Lisande am 27. März 2010, 20:35:14
Umm... ich stimme dir zwar im Prinzip zu, aber auch im Englischen ist "Fudge" eine Süssigkeit, das kann also durchaus (ich spreche kein Italienisch) "richtig übersetzt" sein.
Was dabei verlorengeht ist der Beiklang des englischen "to fudge", etwas zusammenfriemeln, verfälschen, verpfuschen-und-hinbiegen.

Oh cool, das wusste ich auch noch nicht. Ich hatte mich schon immer über die Süßigkeit auf dem Ministersessel gewundert... :)

Zitat
Interessant, aber soweit mir begegnet gar nicht schlecht sind, die Unterschiedlichen Namensübersetzungen bei Asterix, wobei ich nicht wirklich Französich kann, und daher die Originale nicht einschätzen. Da wird Idefix im Englischen zu Dogmatix, Miraculix ist Getafix etc.

Wir haben Asterix mal im Französisch-LK analysiert, "La tour de Gaule" (auf Deutsch: Tour de France). Ich kann mich erinnern, dass die Namen im Französischen teilweise eine vollkommen andere, zum Teil aber auch völlig unübersetzbare oder aber im Deutschen nicht lustige Bedeutung hatten, weil man in Deutschland einfach die Anspielungen nicht verstehen würde (es gibt da ein älteres römisches Paar, das auf seiner privaten Yacht eine Kreuzfahrt macht, die natürlich von Asterix und Oberlix gekapert wird. Der Mann heißt im Französischen "Faismoislecuscus", und wenn seine Frau ihn anspricht, setzt sie immer ein "chéri" dahinter. Was in Deutschland so gut wie keiner weiß, ist das "Fais mois le couscous, chéri" ("Mach mir Couscous, Liebling") ein bekannter französischer Chanson ist, der wenig damit zu tun hat, Couscous zu kochen  ;D
Wenn man das im Zusammenhang mit diesem überfetteten alten römischen Paar liest, ist das lustig - aber nur, wenn man den Chanson kennt.
Im Deutschen heißt er Gaudeamus, und wenn sie ihn anspricht, sagt sie "Mein liebster Gaudeamus." Naja, von der Übersetzung her fragwürdig, aber "Gaudeamus" ist als Name trotzdem ganz lustig, wenn man das Original nicht kennt, fällt es ja auch nicht auf.

Lustig sind übrigens die Namen der Römerlager um das gallische Dorf.
Laudanum und Aquarium versteht man ja auch noch im Deutschen, aber das "Klein-Bonum" (auf Französisch: Petit Bonum) ein Wortspiel auf "petit bonhomme" (etwa "kleines Kerlchen") und Barbaorum eins auf "barb au rhum" = Rumtorte ist, kriegt man schon nicht mehr mit.

Aber insgesamt finde ich, dass die deutschen Namen in Asterix schon grundsätzlich recht gut funktionieren.

So, und ich hoffe, ich habe mich jetzt noch halbwegs richtig an alles erinnert... ;)


Um nochmal auf Harry Potter zurückzukommen: die Namen sind schon grenzwertig und eigentlich wirklich viel zu platt. Und die Übersetzungen... also, aus dem schönen Spiel "Exploding Snap" ein "Snape explodiert" zu machen halte ich schon für kriminell.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Romy am 29. März 2010, 02:03:57
Also, ich muss mal den armen Orogastus in Schutz nehmen. Ich finde, der ist ein gutes Beispiel dafür, dass man sich auch an total bekloppte Namen im Laufe des Lesens gewöhnen kann. - Außerdem, wer weiß, was MZB im Sinn hatte, als sie den Namen erfand? Da sie US-Amerikanerin ist, sicherlich ganz was anderes als wir ;) Und an sich fand ich ihn einen spannenden Charakter.

An sich gewöhne ich mich beim lesen schnell an die Namen der Protas, auch wenn sie mir persönlich eher weniger gefallen. Aber der Autor wird sich schon was dabei gedacht haben und ein Name ist kein Grund für mich, ein Buch nicht zu mögen.

Beim ausdenken von Namen für eigene Protas bin ich aber doch ziemlich pingelig und das kann auch schon mal ein paar Tage länger dauern. Der Klang ist für mich allerdings schon wichtiger, als die Bedeutung. Wenn die Bedeutung zufälliger Weise passt schön, wenn nicht, dann halt nicht *schulterzuck*

Naja und dann hat man ja manchmal solche gewisse Spontan-Einfälle, die man für völlig genial hält. Blöd ist nur, wenn man Monate oder Jahre später feststellt, dass der Name zwar nach wie vor schön ist, aber einfach nicht zum Setting passt.
Momentan muss ich aus diesem Grunde auch einen Prota umbenennen, obwohl er den Namen schon hatte, bevor ich auch nur eine Ahnung hatte, worum es in seiner Geschichte gehen würde und entsprechend widerstrebt es mir ... Aber auch alle möglichen Erklärungen, warum er trotzdem so einen Setting-unpassenden Namen haben sollte, klingen irgendwie blöd und aufgesetzt und dann taucht ja auch noch eine weitere Figur auf, die einen eher Setting-unpassenden Namen hat. Aber da hat der Name auch plottechnische Gründe, nicht nur den Grund, dass die Frau Autorin den Namen einfach so hübsch findet ...  :happs: 
Ich dachte ja erst, das umbenennen wäre völlig unmöglich, heute Abend habe ich allerdings einen Namen gefunden, der wohl ganz gut passt ... Ich muss nun wohl noch mal ein oder zwei Nächte darüber schlafen und ER sitzt momentan in der Ecke und schmollt und will sich noch ein Weilchen überreden lassen ;D
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Aryana am 29. März 2010, 08:19:00
Hi,
naja, ich weiß nicht, Orogastus lässt mich immer nmoch kichern, und das Wort, an das wir alle denken müssen, klingt im Englischen nicht viel anders als im Deutschen. Nunja, egal, es stimmt, dasss man sich an Namen gewöhnen kann.
In der "Heralds of the Queen"-Trilogie von Mercedes Lackey heißt jemand "Dirk", und das finde ich für eine Fantasywelt, die von einer Amerikanerin erdacht wurde, schon ziemlich seltsam. Allerdings ist der Charakter so ein Schnuff, dass man ihm seinen irgendwie sehr unpassend deutschen Namen schnell verzeiht.
Ein anderer Charakter aus der selben Reihe heißt "Kris" - und ich war beim lesen ziemlich baff, als sich herausstellte, dass "Kris" ein Mann ist. ich heiße mit bürherlichem Namen "Kristina" und werde von vielen "Kris" genannt, deswegen war ich irgendwie immer davon ausgegangen, "Herald Kris" sei eine FRau. So kann der Mensch sich täuschen.

Ganz schlimm finde ich Namen, die klingen, als seien sie durch das Hinzufügen von Silben endlos in die Länge gezogen, damit sie interessanter/fremdartiger wirken. Mit "Laurana" (Drachenlanze) konnte ich ja leben, aber als ich dann erfuhr, dass der Geburtsname des armen Kindes "Lauralanthalasa" war, hatte ich nur noch Fragezeichen in den Augen. Wer kann denn das aussprechen, ohne sich die Zunge zu verknoten?  Sechs Silben... finde ich fü einen Namen einfach zu viel. Okay, es ist ein Elfenname, sie ist eine Prinzessin und das Ganze hat sicherlich einen hochzeremoniellen Beiklang. mir ist das trotzdem zu lang, und ich war froh, dass sie im Buch fast durchweg nur Laurana genannt wird.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Lisande am 29. März 2010, 11:07:34
Naja, wenn im Buch nur die Abkürzung benutzt wird, ist das ja okay - bei Mercedes Lackey ist es ja auch so, dass die armen Leute in Rethwellan, besonders in der Königsfamilie, unmöglich lange Namen haben - da sich da aber alle drüber lustig machen und prinzipiell aussprechbare Abkürzungen verwendet werden, hat das durchaus wieder was.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Maja am 29. März 2010, 12:08:11
Dirk ist zwar eine Kurzform von Dietrich, aber auch der Name des Dolches, den die Schotten am Kilt tragen. Das macht ihn als Namen wieder cool.

In der Belgariad- und Malloreon-Saga von David Eddings haben die Übersetzer manche Namen im Englischen belassen (Silk), andere aber ins Deutsche übersetzt - Velvet wird zu Sammet, und eine Freundin hat diese Namen daraufhin immer englisch ausgesprochen, also Sämmit, weil sie gedacht hat, der hieße auch im Original so. War nicht vom Gegenteil zu überzeugen.
Ich bin auch nicht ganz unschuldig, ich habe den Oberspion Javelin immer französisch ausgesprochen, weil ich nicht wußte, daß das Wort Wurfspeer bedeutet. Großes Durcheinander, das.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Kati am 29. März 2010, 13:21:25
Nina B.: Das mit Caramel finde ich gar nicht so schlimm. Fudges sind eine Art Karamellkonfekt, daher passt es irgendwo. Allerdings bin ich grundsätzlich dagegen Charakternamen, wenn sie nicht wirklich ein unverständliches Wortspiel sind, wie bei Asterix, zu ändern. Besonders bei Harry Potter hat mich das ärgert. Ich glaube kaum jemand wäre mit Hermione überfordert gewesen.  ;D

Wo ich wirklich lachen musste, war bei Eragon. Der Schmied Horst. Ich dachte erst ich guck nicht richtig, als ich das gelesen habe. Und irgendwann tauchte dann auch noch ein Ort auf, der irgendetwas mit "Blöd" hieß. Blödheim oder sowas, ich weiß es nicht mehr so genau. Eine Freundin und ich haben uns da recht gut drüber amüsiert.  ;) Aber eigentlich kann der Autor als US-Amerikaner ja wenig dafür. Er kann ja nicht ahnen, was das auf Deutsch heißt.

LG,

Kati
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Linda am 29. März 2010, 15:24:19
Dirk ist zwar eine Kurzform von Dietrich, aber auch der Name des Dolches, den die Schotten am Kilt tragen. Das macht ihn als Namen wieder cool.

und Kris ist der Name eines magischen, malaiischen Dolchs. Na wenn das kein Zufall ist, dass die beiden Rivalen solche "Stecher" sind.  :)

Also zu den Lackey-Namen muss man keine Kristallkugel bemühen. Ich habe den Eindruck, sie hat sich einige deutschstämmige oder europäisch klingende Namen gesucht bzw selbst zusammengesetzt (Valdemar, Hulda...) und darunter sind schon echte Klöpse, die ich durchaus zum Abgewöhnen finde.
Dafür amüsieren sich die Amis vielleicht über Namen, die betont angelsächsisch klingen sollen...

Gruß,
Linda

Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Judith am 29. März 2010, 15:35:06
Wo ich wirklich lachen musste, war bei Eragon. Der Schmied Horst. Ich dachte erst ich guck nicht richtig, als ich das gelesen habe. Und irgendwann tauchte dann auch noch ein Ort auf, der irgendetwas mit "Blöd" hieß. Blödheim oder sowas, ich weiß es nicht mehr so genau.
Nun ja, bei Eragon sind ja sowieso die meisten geografischen Namen real existierende (oder mythologische), die er mehr oder weniger verändert hat. Ich sag nur Ellesméra, Lithgow und Tronjheim bzw. Utgard, Helgrind und Gil'ead.  ::)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Drachenfeder am 29. März 2010, 15:40:30
Warum habe ich das Thema bis jetzt überlesen?
Ich liebe außergewöhnliche Namen. Es langweilt mich, wenn normale Namen genommen werden wie Rebecca, Kim usw. Je außergewöhnlicher desto besser!
Mir gefällt sogar Katniss aus Panem sehr gut.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: nina b. am 30. März 2010, 00:09:17
@ Kati: Ja, das meine ich auch. Ok, das Fudge Karamell heißt, wusste ich nicht... Wobei das im Italienischen caramello heißt und nicht caramel. Nun gut, dann ist das vielleicht dasselbe wie Denglisch nur mit Italienisch und Englisch... (Wie nennt man das denn bloß??? Ditalienisch kenne ich aber Inglisch sieht falsch aus und Eitalienisch hört sich dumm an). Naja egal, aber ich finde, dass man Eigennamen nicht abwandeln sollte...
DAs habe ich schon im Englischunterricht in der Klasse5 gehasst. Mein Name wurde auf die englische Weise geschrieben... Aber hallo Leute, ich bin halt nicht ...., sondern eben doch ... (mag den Nachnamen nciht preisgeben *hihi*) Schon wenn sich ein Buchstabe ändert, wäre es nicht mehr MEIN Name und so sollte dies auch bei Figuren in Romanen sein. Natürlich sollte man das anmerken, wenn die Namen eine bestimmte Bedeutung haben. Aber so wie Hermione (ok ich gebe zu, damit wäre niemand überfordert gewesen), ist doch völlig ok. Ich weiß nicht mehr, welches Land es war, aber irgendwo heißt Harry Potter nicht mal mehr Harry Potter... Und wenn die dann mit jemandem aus dem Ausland schreiben und da kommt was ganz anderes kann man das absolut vergessen.
Naja, im Endeffekt ist Übersetzerin ja ein Beruf und es gibt sicherlich auch gute und schlechte Übersetzer, genauso wie es gute und schlechtge Verkäufer gibt etc. Wenn ich mein Studium in diesem Bereich abgeschlossen habe, werde ich euch mitteilen, wieso was gefragt ist *hehe*
Grüße!!!
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Hanna am 30. März 2010, 00:18:40
Kurzes OT: Wie wäre es mit Britalienisch?

Sagt mal, ich habe gar keine Kommentare zu Reedrek bekommen. Habt ihr den überlesen oder bin ich die einzige, die den komisch findet?
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Maran am 30. März 2010, 01:01:30
Naja egal, aber ich finde, dass man Eigennamen nicht abwandeln sollte...

Wenn sich der Autor/die Autorin bei den Namen etwas gedacht hat, dann sollte man m.E. nach schon "übersetzen", zumindest soweit es möglich ist. Gerade bei Harry Potter sind so viele offene und versteckte Wortspielereien in Bezug auf die Charakternamen, daß eine "Eindeutschung" der Namen schon sinnvoll ist. Nicht jeder muttersprachliche Leser besitzt genügend Englischkenntnisse, um den Wortspielereien folgen zu können. Wie gesagt, es ist sinnvoll in Bezug auf die Arbeit, die sich der Autor/die Autorin bei der Benennung - und den Gedanken, die dahinterstecken - gemacht hat. Ganz anders die Frage nach der Machbarkeit der Übersetzung. Wenn ich die Übersetzung von Fudge zu Caramel sehe, dann sieht das aus meiner (deutschmuttersprachlichen) Sicht ziemlich lächerlich aus. Ein Italiener mag das vielleicht anders sehen. Aber wenn im Deutschen aus Fudge "Konfekt" geworden wäre, dann wäre das genauso lächerlich gewesen. Anders wäre es gewesen, wenn man das "to fudge" im Sinne von "verfälschen" berücksichtigt und in ein adäquates deutschsprachiges Nomen transformiert hätte. Mir fällt da auf Anhieb (und um diese Uhrzeit) leider nichts zu ein. Eine Übersetzung/Umsetzung eines Names hängt also, so folgere ich, vor allem vom Sprachverständnis des Übersetzers ab, und zwar vom Sprachverständnis beider Sprachen.

Ansonsten bin ich gegen die "Eindeutschung" von Namen. Auch mir wurde im Englischunterricht ein Name aufgezwungen, der eine Alternativlösung war. So wurde ich zu einer Helen. Heute weiß ich, daß ich eine Henriette hätte sein müssen, und wundere mich nicht mehr darüber, daß ich mich mit Helene äußerst unwohl fühlte.

Was Miraculix anbelangt ... ich habe gerade Tante Wiki befragt, weil mir der Originalname entfallen war. Im Original heißt er Panoramix (Die Basken, Bretonen (/gälisch!), Holländer, Italiener, Katalanen, Spanier und Tschechen haben diesen Namen übernommen). Da paßt Miraculix schon eher als Getafix, den ich, so nebenbei gesagt, für einen wirklich witzigen Namen halte (und einen Übersetzer, der sich was dabei gedacht hat). Getafix ist britisch, im amerikanischen Englisch heißt er Magicgimmix. Afrikaans ist ganz interessant: Ganz banal Abrakadabrix. Im Estnischen und Finnischen scheint mir der Name in Richtung Wasser abzudriften, allerdings kann ich das aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse nicht klar behaupten.
Das Beispiel Miraculix verdeutlicht m.E., daß die Übersetzung eines Names abhängig von der Zielsprache, aber vor allem auch der Zielgesellschaft ist. Ich wage jetzt einmal eine Theorie: Die Asterix-Bände wären wohl außerhalb Frankreichs nicht so bekannt geworden, wenn die Namen nicht in die jeweiligen "Zielsprachen" auf eine mehr oder weniger gelungene Art und Weise übertragen worden wären.
Ich hatte eine Franösin als Französischlehrerin. Die meinte, wir würden die politische Aussage dieser Comics nicht verstehen können. (Ok, "Der Große Graben" habe ich politisch gesehen verstanden - aus meiner deutschen Interpretation, und da spielte Frankreich in dem Bezug keine Rolle) Für mich das Fazit: Es ist eine Kunst, eine national politisch-kritische Geschichte so zu übersetzen, daß sie Leser fasziniert, die sich um den eigentlichen politischen/geschichtlichen Hintergrund nicht scheren (bzw. ihn nicht nachvollziehen können). Und es ist eine Kunst, eine Geschichte mit ebensolchem Hintergrund auf eine Art zu schreiben, die einfach nur, unabhängig von den Kenntnissen des Lesers, unterhält.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Aryana am 30. März 2010, 07:41:40
@Hanna: Doch - und ich finde den Namen ziemlich daneben, ich müsste auch immer an Reh-Dreck denken.

@Maran: Abrakadabrix? Ich lach mich tot! DAS ist ja mal genial.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Judith am 30. März 2010, 10:54:35
Ich finde die Übersetzung von Namen auch ab und an durchaus sinnvoll. Manchmal ist es ja wichtig, die Bedeutung erfassen zu können, und nicht alle können Englisch (oder in welcher Sprache auch immer das Original geschrieben ist). Schön ist es natürlich, wenn das so meisterhaft gelingt wie bei Herr der Ringe.  :)
Ein Negativbeispiel ist dagegen Das Lied von Eis und Feuer - ein Teil der Namen übersetzt, ein Teil nicht. Das ist alles furchtbar uneinheitlich.  ::)

Ich muss grad an die norwegische Übersetzung von Harry Potter denken, wo ich manche Charaktere gar nicht mehr wiedererkannt habe.  ;D Dort wurden nämlich deutlich mehr Namen "übersetzt" als in der deutschen Übersetzung (sogar die Weasleys und auch sonst fast alle Eigennamen). Albus Humlesnurr und Gyldeprinz Gulmedal (für Gilderoy) sind meine Favoriten.  :rofl:

Ich selbst hab leider auch schon mit so manchen Namen ins Klo gegriffen. Mein Vendalar ist wohl das schlimmste Beispiel - ich kannte halt zu dem Zeitpunkt Jondalar aus den Ayla-Romanen nicht. Und ich schaff es einfach nicht, den Guten umzubenennen.  :schuldig:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Drachenfeder am 30. März 2010, 11:00:52
Also dieses Umnennen der Charaktere, weil in einem anderen Buch so ein ähnlicher vorkommt (oder gar der Gleiche) finde ich total nervig und auch sinnlos. Du hast deinem Chara den Namen gegeben. Er gehört einfach zu ihm. Gibst du ihm einen Anderen, verändert sich der ganze Charakter (meine Meinung). Dann nennst du ihn um, liest ein anderes Buch und zack... der neue Name ist ebenfalls ähnlich einem Anderen. Das ist unumgänglich.

Ich werde meinem Irrlicht auch keinen anderen Namen geben, nur weil Peinkofer diesen ebenfalls für ein kleines magisches Wesen verwendet hat. Mein Flynn bleibt Flynn! Hey der würd mir aufs Dach steigen, wenn ich ihm nach 5 Jahren umbenennen würde.

Meine Druiden: Semjon & Ivanoss (die ich mir selbst ausgedacht habe) gibts bestimmt auch schon in irgendeiner Weise
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Aryana am 30. März 2010, 11:08:53
Ohje, ich seh schon... ich sollte "Viondalar" umbenennen oder ihn einfach nur schlicht "Vion" nennen, ohne dass das eine Abkürzung ist. *seufz* Dabei habe ich mich schon SO an den Namen gewöhnt.Würde "Vionthalar" weniger grusel-Ayla-Assoziationen wecken als "Viondalar"? Ich meine, ehrlich... Meeresträume wird ein erotischer Roman... aber mit den erotischen Szenen aus Ayla möchte ich nicht assoziiert werden. Die sind so... *hust*... schlääääääääääächt.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Thaliope am 30. März 2010, 11:50:21
Ich finde es toll, wenn Namen gut übersetzt oder in die Zielsprache übertagen werden.
Ich kann es gar nicht leiden, wenn ich einen Fantasy-Roman lese, der aus dem Amerikanischen kommt und dann nicht weiß, wie ich die Namen auszusprechen habe, weil nicht klar ist, ob sie transkribiert wurden oder nicht ...
Am besten gelungen finde ich eine Übersetzung, wenn sie so stimmig ist, dass man gar nicht hinterfragt, wie der Name wohl im Original geheißen haben mag. Ich liebe zum Beispiel die deutschen Namen bei Terry Pratchett. Moosig Rasen, das ist so herrlich schräg :-)

LG
Thali

Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Kati am 30. März 2010, 15:56:34
Mir ist noch ein schönes Beispiel zu den Übersetzungen eingefallen, über das ich mich immer wieder aufregen könnte: Hanni und Nanni.

Die Zwillinge Patricia und Isabel O´Sullivan wurden zu Hanna und Marianne (Hanni und Nanni :graus:) Sullivan. Die Schule St. Clares wurde zu Lindenhof. Das Ganze spielt eigentlich in England (Cornwall), wurde aber für die deutsche Version nach Deutschland geholt. Teile der sechs Originalbände wurden umgeschrieben um das Ganze anzupassen und im Deutschen gibt es noch einige Bände mehr. Ist das noch eine Übersetzung?  :-\

Ich nehme mal an, dass das gemacht wurde, damit die deutschen Kinder die Reihe besser verstehen konnten, aber ich finde es trotzdem irgendwie alles andere als gut. Da wurde eigentlich Enid Blytons komplettes Werk einfach mal abgeändert, umgeschrieben und angepasst. Eigentlich wurden so gut wie alle Originalnamen geändert.
Finde ich irgendwie schlimm.

LG,

Kati
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Maja am 30. März 2010, 16:25:45
Ja, bei Hanni und Nanni fand ich die Namensänderung immer seltsam, war aber sehr gut fürs Marketing. Das ist ja der Grund, warum es in Deutschland viel mehr von den Büchern gibt als in England. Da fand ich den Nachnamen Sullivan seltsamer, so heißt ja in Deutschland niemand.

Noch ein Beispiel aus der Richtung: Die Drei Fragezeichen. Hätten sich in Deutschland niemals so gut verkauft, wenn der erste Detektiv noch Jupiter Jones hieße. Bob Andrews ist der einzige, der seinen Namen behalten hat, aber das geniale bei der Lokalisierung waren die Fragezeichen, da wurde eine Marke mit Wiedererkennungswert geschaffen, die es im amerikanischen Original gar nicht gab.

Aber was die Pratchett-Namen angeht, die finde ich auf Deutsch nur zum Wegrennen. Da will der Übersetzer witziger sein als das Original und macht aus Lord Downey Lord Witwenmacher, und aus Eulalie Butts wird Eulalie Anstand... Da finde ich die Harry-Potter-Übersetzungen schon fast.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Darkstar am 30. März 2010, 16:55:26
Bei Übersetzungen aus dem Englischen stört es mich vor allem, wenn innerhalb eines Werkes die Namen teils Englisch gelassen und teils eingedeutscht werden. Ganz doof!
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: gefion am 30. März 2010, 18:00:55
Hanni und Nanni heißen Patricia und Isabel??  ??? Oh weeia, nun bin ich irgendwie enttäuscht. Ich bin doch mit Hanni und Nanni aufgewachsen und auch wenn ich das mit der Übersetzungsproblematik irgendwann begriffen hatte  ;) und mir längst klar ist, dass in den alten Romanen früher englische Namen übersetzt wurden - es hieß ja auch Frau Sullivan - so finde ich Hanni und Nanni einfach passender!

Ansonsten plädiere ich dafür, dass man seinen Protas die Namen lässt. Was kann man schließlich dafür, wenn es einen berühmteren Namensträger gibt? Ich habe das ja in der Realität - Gefion war eine nordische Göttin ::) , aber das beeinträchtigt mein Sein eigentlich nicht.
Und so habe ich auch stur meinen marinehistorischen Helden aus Verrat vor Helgoland Aubrey getauft, obwohl ich natürlich den berühmten Jack Aubrey kenne, der sogar schon über die Filmleinwand segeln durfte.

Aber es hat sich nie ein Leser beklagt, allenfalls wurde ich gefragt, ob das als Hommage gemeint sei - und dann konnte ich erklären, dass mein Aubrey seinen Vornamen trägt, weil er einfach ideal zu ihm und seiner Biografie passt.

Also mein Plädoyer: Seid mutig und verteidigt eure Protas.

LG
Gefion
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Drachenfeder am 30. März 2010, 19:40:01
Also mein Plädoyer: Seid mutig und verteidigt eure Protas.

Du sagst es!!
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: nina b. am 30. März 2010, 20:42:50
Ich bin auch ein wenig schockiert, dass Hanni und Nanni nicht nur in ihren Namen, sondern sogar beim Handlungsort so abgeändert wurden!
Das wusste ich nicht und damit hätte ich auch nicht gerechnet. Für mich waren Hanni und Nanni sogar irgendwie immer deutsch, weil es halt alles so deutsch klang... Aaaah, nicht nur wir, sondern auch unsere Kinder werden später genatzt!!!  :rofl:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Aryana am 30. März 2010, 21:03:45
Für mich auch, Nina!
Möff... was mach ich denn nun mit meinem Viondalar? Behalten, ändern, behalten, ändern... *grrrrr* Ohne eine Entscheidung komm ich mit meinem Roman nicht weiter!
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Hanna am 30. März 2010, 22:55:59
Möff... was mach ich denn nun mit meinem Viondalar? Behalten, ändern, behalten, ändern... *grrrrr* Ohne eine Entscheidung komm ich mit meinem Roman nicht weiter!

*Zeigefinger heb* Du kommst doch eh nicht weiter - das ist nur eine Ausrede. Lass dem Guten seinen Namen. Er wird ja sowieso nur Vion genannt. Wenn vorher einmal erwähnt wird, dass er anders heißt, ist das doch nicht so dramatisch.

Zu Hanni und Nanni: Jedes Mal, wenn ich das höre, bekomme ich Lust, die Bücher im Original zu lesen. Mittlerweile ist Enid Blyton ja eine Marke - ein Massenpseudonym, das immer noch Bücher schreibt und veröffentlicht. Das ist das eigentlich Entsetzliche daran: dass man Original und Fäschung mittlerweile kaum noch trennen kann. Übrigens passen die nachträglich geschriebenen Bücher überhaupt nicht zu den ursprünglichen Bänden. *mecker*
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: nina b. am 31. März 2010, 02:01:05
Ich habe auch schon gehört, dass es Verlage gibt, die ein Hauspseudonym haben und jeder darf darunter veröffentlichen. DAs zu der noch immer schreibenden Enid Blyton...
Dasselbe GErücht habe ich auch von Hohlbein gehört, wobei ich da bis heute noch nciht weiß, was daran ist... Aber diese These schockiert mich auch enorm und immer wieder... Ich denke, dass man jedem seinen NAmen lassen sollte und auch das Pseudonym, so wie das auch unseren Romanfiguren zusteht...
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: gefion am 31. März 2010, 08:17:33
Es gibt immer noch neue Enid Blytons?  :laken: Wow! Aber auch die alten Drei Fragezeichen ??? vom vermeintlichen Alfred Hitchcock (US-Autoren) werden ja fleißig von deutschen Autorenkollegen vermehrt. Ich bin wirklich froh, aus dem Alter raus zu sein, wo ich sowas lese, denn so kann man mich auch nicht verschaukeln.
Oder????

Der Stil dieser Verlagspseudonymautoren muss ja extrem auf Einheitlich geschliffen worden sein.

Was Vion betrifft: Ich plädiere dafür, den Namen NICHT zu ändern!

LG
Ge ...Vion
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Lisande am 31. März 2010, 10:50:50
*Zeigefinger heb* Du kommst doch eh nicht weiter - das ist nur eine Ausrede. Lass dem Guten seinen Namen. Er wird ja sowieso nur Vion genannt. Wenn vorher einmal erwähnt wird, dass er anders heißt, ist das doch nicht so dramatisch.


Darf ich das unterschreiben???
Aryana, ich MAG den Namen Viondalar, und glaub mir: wenn Du ihn umbenennst, wird ein anderes Negativ-Beispiel mit Namensähnlichkeit auftauchen. Erreicht hast Du dann nix, außer mit einem Charakter zu leben, dessen Namen Du nicht wirklich magst. Lass dem armen Vion seinen Namen, Du hast ihm schon so viel genommen! ;)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Aryana am 31. März 2010, 12:17:47
Hint verstanden, ich geh ja schon schreiben... spätestens morgen, ehrlich. *renn*
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Lisande am 31. März 2010, 17:34:54
Gute Idee. Wenn nicht, sehen wir uns im Pfannen-Thread. :)
Ich meine es aber ernst - es ist hier schon mehrfach gesagt worden, dass das Umbenennen eines Charas nicht gerade das Gelbe vom Ei ist, und ich schließe mich da an - wenn es nicht gerade ein riesig bekanntes Werk mit Namen, die schon mehr 'ne Marke sind betrifft (also einen Zauberer namens Gendalf würde ich dann doch umbenennen...)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Kolibri am 31. März 2010, 21:35:08
Ich war bis jetzt immer davon ausgegangen, dass Hanni & Nanni aus Deutschland kommen.  ??? :-\

Also ich ändere meine Charakter grundsätzlich nicht um.
Die Namen sind auf die Charaktere abgestimmt, auch wenn ich etwas gegen symbolische Namen habe. Bestes Beispiel ist da Remus Lupin, bei dem einen dasdas Wort Wolf förmlich entgegenspringt.. ich mag das ganze nicht, weil ich mir denke, die Eltern wussten ja nicht was aus ihren Kindern wird, als sie ihnen den Namen gegeben haben, oder?!

Ich geb den meisten meiner Charaktere Vor- und Nachnamen, wobei ich bei dem alten Fischer aus der Kneipe in der Seitenstraße auch mal auf die Namensgebung verzichten kann, und bei Bedarf auch Spitznamen. So war für mich von Anfang an klar, dass der beste Freund meiner Protagonistin, sein Name ist Fredrik, den Spitznamen Rick bekommen wird.

Wie gesagt, bei mir läuft alles sehr nach Intuition.  ;)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Kati am 31. März 2010, 22:46:36
Der beste Freund meiner Prota heißt auch Rick, da steht das allerdings für Richmond. Und ein bester Freund aus einer anderen Geschichte von mir heißt...auch Rick, eigentlich Richard.  ::) Ein beste-Freunde-Name.

Kennt ihr das? Das manche Namen für euch einfach so richtig auf eine feste Rolle geprägt sind? Bei mir kommt das ganz oft vor...

LG,

Kati
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Aryana am 31. März 2010, 22:54:27
Früher hieß in jeder Kurzgeschichte von mir jemand "Justin", weil ich den Namen so toll fand. Justin war grundsätzlich Tänzer, Musiker, Eiskunstläufer, Kampfsportler oder Anwalt und er war grundsätzlich schwul, war mit jemandem names Tom zusammen und beide hatten einen gemeinsamen Freund names Horst.  ::)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Maran am 31. März 2010, 23:33:18
Ich kenne einen schwulen Horst.  :rofl:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Kuddel am 01. April 2010, 06:00:25
Wohin fliegt der schwule Adler?  :rofl:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: xadhoom am 02. April 2010, 18:44:04
Aloha!

Es gibt sicher die Notwendigkeit, Namen aus anderen Sprachen zu übersetzen ... Das beschränkt sich allerdings auf die Ausnahmen, in denen der Name des Charakters integraler Bestandteil der Erzählung oder des Hintergrundes ist. Ansonsten lehne die Übersetzung – auch von anderen Eigennamen – rundheraus ab!

Die Namen meiner Charaktere finden sich im Laufe der Zeit und während der Phase, in der ich Notizen sammle. Das betrifft auch andere Eigennamen und – sofern es sich um Spezies mit einer eigenen Sprache handelt – mache ich mir die Mühe, dies entsprechend auszuarbeiten. Ob der Name dem einen Leser zu lang oder der anderen Leserin zu unaussprechlich ist und beispielsweise in der Sprache der Maori für obszönen Geschlechtsverkehr mit Oktopoden steht, ist mir wirklich herzlich egal. Ausgehend von meiner Muttersprache versuche ich sinnlose oder befremdliche Bezeichnungen zu vermeiden. Die gemeinhin bekannten Suchmaschinen des Internets sind da durchaus recht hilfreich.

Ich habe zwangsläufig und im realen Leben beruflich sehr viel mit Namen zu tun und deren Wohlklang will sich gelegentlich nicht erschließen. Wenn albanische Eltern der Meinung sind, ihren Sohnemann beispielsweise Fikrat zu nennen komme ich allenfalls zu dem Schluss, dass ich meinen Nachwuchs nicht so nennen würde. Der Grund ist nicht etwa, dass ich zu deutschen Namen tendiere (tatsächlich bevorzuge ich französische ...), sondern weil mir der Name einerseits vom Klang her nicht gefällt und im englischen Sprachraum durchaus zu Belustigungen führen kann.

Ob der Name im traditionellen albanischen eine besondere Bedeutung hat, ist mir nicht gegenwärtig.

Namen werden Wesen in der Regel durch ihre Eltern gegeben. Die denken sich – hoffentlich – etwas dabei und verbinden den Namen vielleicht sogar mit den althergebrachten Deutungen. In einer fiktiven Welt sind wir Schriftsteller die Eltern von gelegentlich kaum zählbaren Kreaturen. Wir denken uns etwas dabei und wollen unseren „Jüngsten“ etwas mit auf den Weg geben. Natürlich kann und darf das auch ein Name sein, der von einer Agentur designed und ausgelotet wurde, um eine möglichst erfolgreiche Serie zu kreieren.

Die Frage ist, ob sich Leser X wirklich Gedanken über Analogien macht, wie sie hier angeführt und diskutiert wurden? Bei – um zur Basis zurückzukehren – „Katniss“ denke ich nicht an Katzen und Einnässen ... Auch „Kvothe“ führt mich nicht wirklich zu „Quote“, da ich Namen nicht mit irgendetwas verbinde, was außerhalb einer gewollten Bedeutung steht.

„Kvothe“ kann jeder Leser aussprechen wie er mag und es kommen die unterschiedlichsten Aussprachen zum tragen. Legt der Autor es nicht fest, mache ich das für mich selbst. Bei „Kvothe“ wäre es „Ka vo thee“ ... Überlassen wir doch ruhig der Imagination das Szepter!

Vermutlich können sich auch nur Autoren untereinander über derartige Belanglosigkeiten dauerhaft und exzessiv auslassen ...

Würde ich mir über all das, was hier angeführt wurde, müsste ich mir vermutlich auch Gedanken über Straßennamen wie „Am Buschkothen“ machen ...

Es sind Namen! Meine Charaktere erhalten ausgewogene Namen, ohne jeden Marketing-Hintergrund. Die Namen entspringen der jeweiligen Welt und wenn dies der Planet Erde ist, heißen die in Deutschland auch schon mal Heinz. Selbst Wechselbälger könnten damit konfrontiert sein.

Ich finde es schön, darüber zu reden bzw. zu schreiben, aber ich würde das Thema nicht überbewerten.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Lisande am 02. April 2010, 19:39:44
Zitat
Namen werden Wesen in der Regel durch ihre Eltern gegeben. Die denken sich – hoffentlich – etwas dabei und verbinden den Namen vielleicht sogar mit den althergebrachten Deutungen. In einer fiktiven Welt sind wir Schriftsteller die Eltern von gelegentlich kaum zählbaren Kreaturen. Wir denken uns etwas dabei und wollen unseren „Jüngsten“ etwas mit auf den Weg geben.

Schöne Parallele. Aber ich stolpere auch im realen Leben immer wieder über Namen, bei denen ich mich frage, was zur Hölle sich die Eltern dabei gedacht haben - eigentlich in den letzten Jahren regelmäßig, weil ich die Namen, die jetzt gerade modern sind, ganz fürchterlich finde. Und so wird es mir auch in Romanen gehen - und wenn ich einen Roman lese, bei dem mir jeder einzelne Name einen kalten Schauer über den Rücken jagt, werde ich mit dem Ding nicht warm. Insofern ist die Frage danach, wie andere das sehen schon recht interessant. Ganz besonders interessant wird diese Frage nämlich dann, wenn man selber zu den Leuten gehört, die ein Buch weglegen würden, wenn die Namen zu bescheuert klingen, weil sie einfach mit den Helden nicht warm werden (oder vielleicht sogar den Helden nicht vom Schurken unterscheiden können, weil deren Namen nur ein Buchstabe voneinander unterscheidet). Dann möchte man nämlich wissen, wie vielen anderen es genauso geht - denn wenn das zu viele sind, dann kann das den Erfolg eines Buches echt bremsen, und das wäre bei etwas, was so relativ einfach auszutauschen ist wie ein Name, wirklich, wirklich ärgerlich.
Allerdings glaube ich nicht, dass es wirklich allzu viele Leute sind, die so viel Wert auf die Namen legen, dass sie ein Buch dafür nicht weiterlesen würden (bei mir müsste es da auch schon wirklich krass kommen, aber ich habe es schon hingekriegt, einen Charakter eine ganze Serie lang nicht zu mögen, weil mir ihr Name nicht liegt. Dumm, sie ist die Ehefrau des Helden und kommt ziemlich häufig vor, könnte auch eigentlich recht sympathisch sein... aber dieser Name stößt mich ab).
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Astrid am 03. April 2010, 10:05:17
Es gibt immer noch neue Enid Blytons?  :laken: Wow! Aber auch die alten Drei Fragezeichen ??? vom vermeintlichen Alfred Hitchcock (US-Autoren) werden ja fleißig von deutschen Autorenkollegen vermehrt. Ich bin wirklich froh, aus dem Alter raus zu sein, wo ich sowas lese, denn so kann man mich auch nicht verschaukeln.
Oder????

Der Stil dieser Verlagspseudonymautoren muss ja extrem auf Einheitlich geschliffen worden sein.

Erstens wurde Hitchcock nie als Autor, sondern immer nur als Herausgeber angegeben (was allerdings auch nicht stimmte). Der Autor der ersten Bände war Robert Arthur, und sein Name erschien auch in den Büchern, nur nicht auf dem Cover. So wurde es dann auch mit allen späteren Autoren gemacht. Wer wollte, konnte durchaus herausfinden, wer das jeweilige Buch geschrieben hatte. Und der Stil der heutigen Autoren ist keineswegs vereinheitlicht und glattgeschliffen. Man merkt sehr deutlich, dass das unterschiedliche Leute sind. Aber auch heute steht noch in jedem "Drei ? ? ?"-Buch "Basierend auf Charakteren von Robert Arthur", da wird also niemand für blöd verkauft.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: nina b. am 04. April 2010, 01:45:56
Ich findes es interessant, wenn man seine Figuren immer gleich nennt. Das könnte ich zb gar nicht, weil für mich jede einzelne Figur so individuell ist wie der Name von dieser.
Wenn ich alle Figuren so benennen würde, dann hätten sie ihre Individualität verloren...
Zudem achte ich persönlich ganz stark darauf, dass ich nur Namen nehme, mit denen ich noch nichts verbinde, bestenfalls nicht mal jemanden kenne, der den Namen bereits trägt, damit ich an meine Figur ganz unvoreingenommen heran treten kann :)
Kennt ihr das auch?
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Kati am 04. April 2010, 21:22:57
Zitat
Ich findes es interessant, wenn man seine Figuren immer gleich nennt. Das könnte ich zb gar nicht, weil für mich jede einzelne Figur so individuell ist wie der Name von dieser.

Na ja, da kommt es bei mir darauf an, ob es jetzt normale Namen sind oder welche, die ich mir selbst ausgedacht habe. Bei normalen Namen sehe ich das nicht so eng, schließlich gibt es sie auch in Wirklichkeit öfter. Ich versuche es zu vermeiden, aber, wenn ich nun schon eine, sagen wir, Mary habe und einen Charakter habe, auf den dieser Name einfach passt, dann habe ich eben zwei. Allerdings mache ich das bei Spitznamen öfter. Ich habe zwei Marys: Eine Marian und eine Miranda. Das ist eben so.  ;)

LG,

Kati
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Artemis am 05. April 2010, 13:37:02
Gerade bin ich beim Stöbern in Amazon über einen Klappentext gestolpert, der mir beim Lesen die Lachtränen in die Augen getrieben hat  :rofl:
"Glic, der Sohn eines Dämons" ...

Da denk ich mir doch ... Rechts-Glic? Oder wie wärs mit Doppel-Glic?

Es tut mir leid, so einen Prota kann ich doch im Leben nicht mehr ernst nehmen ... *Papiertüte übern Kopf stülp*
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Drachenfeder am 05. April 2010, 20:07:59
 :D Glic ist ja gar nicht sooo schlimm *hust*
Aber, der Sohn eines Dämons?
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Kuddel am 05. April 2010, 20:10:51
Glic klingt ein wenig wie ein Zwerg oder ein sehr niedliches, kleines Mischwesen. Aber der Sohn eines Dämons?  :rofl:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Maran am 05. April 2010, 23:52:16
Wäre ein netter Koboldname  ;D
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Merrit am 08. April 2010, 22:59:17
Namen sind immer der Person zugehörig, wenn ich lese ebenso als wenn ich selber schreibe. Manchmal braucht es etwas länger, um mit ihnen warm zu werden, aber sie "heißen" nunmal so (meinen Namen kann ich ja auch nicht ändern und habe mich mit ihm arrangiert).
Mehr Schwierigkeiten habe ich tatsächlich mit der Benennung anderer Dinge. Tierrassen, oder Gebiete zum Beispiel, da stellen sich mir gerne mal die Nackenhaare auf, oder ich überlese sie schnell.
Auch bei meinem eigenen Geschriebenen finden sich die Namen der Personen meist schnell und selbsttätig. Über allem anderen brüte ich lange und aus meiner Sicht auch meist irgendwie mit unbefriedigendem Ergebnis. Vielleicht erhalte ich ja dabei nun etwas Hilfe aus den gezeigten Suchmaschinen  :bittebittebitte:
Lg Merrit
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Kolibri am 09. April 2010, 16:49:19
Bei Glic musste ich irgendwie gleich an ein glibbriges kleines grünes hupfendes Tierchen denken.  :rofl:

Der beste Freund meiner Prota heißt auch Rick, da steht das allerdings für Richmond. Und ein bester Freund aus einer anderen Geschichte von mir heißt...auch Rick, eigentlich Richard.  ::) Ein beste-Freunde-Name.
Ist dein Rick auch zufälligerweise ein gutaussehender Frauenschwarm? ;)
Mit den Namen ist es bei mir nicht so, aber es gibt in fast JEDER Geschichte einen gutaussehenden besten Freund...
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Kati am 09. April 2010, 21:25:49
Der eine ja. Der, der ein Mädchen zur besten Freundin hat, nicht.  ;D Meine beiden Ricks unterscheiden sich wie Tag und Nacht.

Glic klingt irgendwie wie Glück. Und irgendetwas anderes kommt mir da noch in den Sinn, aber es will mir nicht einfallen, was genau ich meine...Irgendwie Joghurt oder Pudding...

LG,

Kati
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Maja am 14. April 2010, 11:35:21
Jetzt stehe ich selbst vor dem Problem eines Namen, der ziemlich bescheuert aussieht. Gerade ist bei mir die Magierin Ililiané aufgetreten - und während ich selbst schon mit einer i-l-i-Kombination im Namen zu kämpfen habe und mit allen Problemen, das zu lesen - so kommen oft die Leute mit der Anzahl der l's durcheinander - sind das bei Ililiané nochmal zwei mehr. Ich mag den Namen, er klingt schön elfisch, und ich würde ihn gern so belassen - meint ihr, damit kommen die Leser zurecht?
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Antonia Assmann am 14. April 2010, 11:41:34
@Maja:
Zitat
Ich mag den Namen, er klingt schön elfisch, und ich würde ihn gern so belassen - meint ihr, damit kommen die Leser zurecht?

Ich käme damit zurecht. Ich habe ein fotographisches Gedächtnis, d.h. ich würde den Namen alleine schon am Aussehen identifizieren. Wenn ich mir die Mühe machte, ihn einmal richtig zu lesen, dann könnte ich ihn mir auch merken. Ich muss alleine gestehen, dass ich über ungewöhnliche Namen normalerweise hinweglese... ;D Aber ich finde den Namen auch sehr schön, also auch zum Ansehen und würde ihn behalten.

LG
Antonia
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Aryana am 14. April 2010, 11:49:24
Ich auch - obwohl ich ihn zweimal lesen musste, weil ich zuerst "nur" "Iliané" gelesen, also ein "li" unterschlagen habe. Der Name klingt schön, melodisch, und wenn ich ihn einmal im Kopf habe, bleibt er auch da. Auf einer Buchseite gedruckt sieht es ja auch wieder ganz anders aus als auf dem Bildschirm.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Thaliope am 14. April 2010, 13:54:32

Glic klingt irgendwie wie Glück. Und irgendetwas anderes kommt mir da noch in den Sinn, aber es will mir nicht einfallen, was genau ich meine...Irgendwie Joghurt oder Pudding...


Ich musste spontan an die Glyx-Diät denken, meintest du die vielleicht auch?

@Maja: Ich finde den Namen auch schön! Tatsächlich elfisch und melodisch.

LG
Thali
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Joscha am 14. April 2010, 21:08:24
Jetzt stehe ich selbst vor dem Problem eines Namen, der ziemlich bescheuert aussieht. Gerade ist bei mir die Magierin Ililiané aufgetreten - und während ich selbst schon mit einer i-l-i-Kombination im Namen zu kämpfen habe und mit allen Problemen, das zu lesen - so kommen oft die Leute mit der Anzahl der l's durcheinander - sind das bei Ililiané nochmal zwei mehr. Ich mag den Namen, er klingt schön elfisch, und ich würde ihn gern so belassen - meint ihr, damit kommen die Leser zurecht?

Ich würde damit auch zurechtkommen. Andererseits mag ich sowieso komplexere Namen (solange nicht die klassischen Stilmittel überreizt werden: H'ódâ'zt-èoñ oder solche Konstruktionen). Allerdings kenne ich in meinem Bekanntenkreis einige, die das ungeheuer nerven würde. Wobei das zumeist auch diejenigen sind, die Fantasy an sich nicht so sehr mögen.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Tastentänzerin am 16. April 2010, 14:40:35
Jetzt stehe ich selbst vor dem Problem eines Namen, der ziemlich bescheuert aussieht. Gerade ist bei mir die Magierin Ililiané aufgetreten - und während ich selbst schon mit einer i-l-i-Kombination im Namen zu kämpfen habe und mit allen Problemen, das zu lesen - so kommen oft die Leute mit der Anzahl der l's durcheinander - sind das bei Ililiané nochmal zwei mehr. Ich mag den Namen, er klingt schön elfisch, und ich würde ihn gern so belassen - meint ihr, damit kommen die Leser zurecht?

Nun, das sind ohne Zweifel eine ganze Menge Iii's. ;) Aber wenn man den Namen einmal drauf hat, dann geht's, finde ich. Es ist ja im Prinzip der Name "Lil(l)iane" nur noch mit einem weiteren "i" davor. Ist dch eigentlich ganz easy, oder? ::)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Tokanda am 16. April 2010, 18:41:46
Jetzt stehe ich selbst vor dem Problem eines Namen, der ziemlich bescheuert aussieht. Gerade ist bei mir die Magierin Ililiané aufgetreten - und während ich selbst schon mit einer i-l-i-Kombination im Namen zu kämpfen habe und mit allen Problemen, das zu lesen - so kommen oft die Leute mit der Anzahl der l's durcheinander - sind das bei Ililiané nochmal zwei mehr. Ich mag den Namen, er klingt schön elfisch, und ich würde ihn gern so belassen - meint ihr, damit kommen die Leser zurecht?


Ich find den Namen toll!


Jetzt mal aus meiner persönlichen Erfahrung als Leser: Wenn ich einen Namen zum ersten Mal lese, der mir ungewöhnlichen erscheint, kann ich mir den oft besonders gut merken. Denn dann lese ich ihn beim ersten Mal wirklich genau und speichere ihn ab.


Außerdem reagiert unser Gehirn auf Muster. Es liebt sie geradezu. Meines zumindest.
Das mit den Mustern ist auch oft der Grund dafür, dass man irgendwelche Sachen nicht findet, weil man ein bestimmtes Bild davon abgespeichert hat und wenn das Gesuchte auch nur leicht von diesem Bild abweicht, dann steht man oft da wie der Ochs am Berg.
Andersherum funktioniert es ebenso. Hat das Gehirn irgendwann gelernt, dass ein Pferd ein Pferd ist, erkennt es das Prinzip "Pferd" immer wieder.
Hat es einen Namen (=Muster) einmal drin, braucht es meist nur die ersten Buchstaben zu sehen und weiß gleich, "Ah, das ist Ililiané!"


Das größten Schwierigkeiten dürfte der Name wohl dir beim Schreiben machen...  ;D 
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Wuo Long am 17. April 2010, 20:57:10
Außerdem reagiert unser Gehirn auf Muster. Es liebt sie geradezu. Meines zumindest.

Es gibt ein schönes Experiment zum Leseverhalten beim Menschen:

„Afugrnud enier Stidue an der elingshcen Uävirestint Cmabrdige ist es egal, in wlehcer Riehnefgoe die Bcuhtsbaen in eniem Wort sethen. Dsa eniizg Wcihitge ist, dsas der estre und der lzette Bsthucabe am rcihgiten Paltz snid. Den Rset knan man dnan onhe Polbrmee lseen. Das ghet dseahlb, weil das mnehcschile Geihrn nciht jdeen Bschutbean ezleinn liset, sodnern das Wort als Gnaezs.“

Ich bin mir sicher, dass die meisten Mitglieder in diesem Forum diesen Absatz ohne größere Schwierigkeiten lesen können. Schließlich sind Schreiber zugleich auch Leseratten. Mit deiner Theorie über Muster liegst du also gar nicht mal so daneben. Zungenbrecher-Namen sind demnach auch nur halb so schlimm.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Tastentänzerin am 11. Mai 2010, 18:09:57
„Afugrnud enier Stidue an der elingshcen Uävirestint Cmabrdige ist es egal, in wlehcer Riehnefgoe die Bcuhtsbaen in eniem Wort sethen. Dsa eniizg Wcihitge ist, dsas der estre und der lzette Bsthucabe am rcihgiten Paltz snid. Den Rset knan man dnan onhe Polbrmee lseen. Das ghet dseahlb, weil das mnehcschile Geihrn nciht jdeen Bschutbean ezleinn liset, sodnern das Wort als Gnaezs.“

Das kenne ich! Das ist echt faszinierend. Ich habe überhaupt kein Problem diesen Text zusammenhängend zu lesen und zu verstehen. :hmmm:

Verdammt, dafür hatte ich neulich irgendwo wieder so einen merkwürdigen Charakternamen gelesen. Aber ich habe ihn mir natürlich nicht aufgeschrieben und weiß auch leider nicht mehr wo ich ihn her hatte. :-[
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Schreinhüter am 11. Mai 2010, 18:24:55
Ach *seufz* Ich merke gerade, dass alle kernigen Mannscharaktere nordische Namen bekommen haben. Sven, Lars und Co. lassen grüßen. Aber so sind sie eben, die schroffen Herren.
Was haltet ihr von dem Namensgespann meiner Hauptcharaktere: Joschua, Svetlana, Sigfried und Leonhard?

Ich finde Ililiané auch schön, auch wenn es mich einen Moment an einen Französischmix erinnert hat á la: Il Iliane, die i-Liane. Ach, ich sollte aufgeben mir was vorzumachen mit meinem kleinen Latinum und wieder mehr Japanisch lernen  ;)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Moa-Bella am 11. Mai 2010, 18:26:50
Svetlana gab es doch bei Wächter der Nacht. Erinnert mich an Russland. Der deutsche Siegfried daneben... geht eigentlich, wenn auch ein wenig skurril.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Joscha am 11. Mai 2010, 23:04:46
Ach *seufz* Ich merke gerade, dass alle kernigen Mannscharaktere nordische Namen bekommen haben. Sven, Lars und Co. lassen grüßen. Aber so sind sie eben, die schroffen Herren.
Was haltet ihr von dem Namensgespann meiner Hauptcharaktere: Joschua, Svetlana, Sigfried und Leonhard?

Joschua... beinahe... das u ist zu viel. Ich gehe selbstredend davon aus, dass es sich dabei um einen attraktiven, tiefgründigen und faszinierenden Charakter handelt. Liegt ja im Namen. ;D ;D

Nein, im Ernst: Ich finde die Namen ganz gut gewählt, aber gibt es nicht eine noch "nordischere" Schreibweise von Sigfried, damit unser deutscher Sagenheld besser in die Reihe passt? Ich habe nichts gegen die ausgefallensten etymologischen Grundlagen für Namen, aber sie müssen aus dem selben Kontext kommen, sofern die Charaktere alle aus demselben Land stammen.

Grüße
Joscha
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Schreinhüter am 12. Mai 2010, 02:30:27
Hm, müssen sie wirklich aus dem selben Kontext stammen in einer Fantasywelt? Eine gute Frage. Ein stimmiges Bild wäre natürlich logischer, aber in einer erdachten Welt gibt es keine festen Völker, noch gab es zum Beispiel in meiner einen Jesus, auf den sich Joschuas Name begründen könnte. Die Namen der vier Hauptcharaktere sind mit nordisch auch nicht ganz gemeint, eher die der männlichen Nebencharaktere. Leonhard und Sigfried, eindeutig deutsch, stammen auf jeden Fall aus Schwarzberg, einer deutsch angehauchten Stadt. Joschua wuchs im Weisenheim auf, ihm wurde der Name auf gut Glück vergeben, dies gilt allerdings nicht für seinen Nachnamen, der verheißungsvoll im Roman arbeiten wird. Svetlana, ja, die Großeltern der Guten, die kommen aus einer nordwestlichen Ecke meines Kontinents, wo es viel Wald, viel See und viel Bär gibt. Aber das habe ich bis jetzt nie angedeutet. Grundlegend könnte man natürlich behaupten eine Gruppe aus: Igor, Winnifred, Martin und Juan hätte ebenfalls ihren Reiz ( :rofl:), aber ich stimme zu, dass es mit den "nordischen" synthetischer wirkt. Dabei habe ich dies eher zufällig später gemerkt.
Steampunk im Allgemeinen ist eine Knabberpartie bei der Namenssuche. Sich nicht wohlklingende Namen ersinnen zu müssen, sondern aus Vorhandenem zu schöpfen kann gefährlich sein, denn man verbindet doch leicht einmal Eigenschaften mit einem Namen. Das beschränkt sich natürlich nicht auf Steampunk, das ist mir bewusst, aber gerade weil das Genre oft den Anspruch hat alte deutsche/englische/russische Namen zu verwenden ist es keine leichte Sache die Balance zu halten.
Bei der "nordischeren" Schreibweise von Sigfried. Hm, Sigfridor? Sigfraya? Sigfreyor?  ;D Nein, ach Gott, ich lass den armen Mann Sigfried sein, soll er doch später ein wenig siegen, aber leider keinen Frieden säen.
Das ich dir in deinem Fall @Joscha gerne Mal die besten Passagen mit Joschua heraussuche und zukommen lasse, ja, das habe ich mir jetzt schon einmal aufgeschrieben. Die Namensverwandschaft muss sich ja lohnen ;)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Romy am 12. Mai 2010, 03:51:07
Was haltet ihr von dem Namensgespann meiner Hauptcharaktere: Joschua, Svetlana, Sigfried und Leonhard?

Ich finde diese Kombi ganz okay. :) In einer frei erfundenen Fantasywelt muss man das ja nicht sooo wahnsinnig eng sehen und wenn die vier dann noch aus unterschiedlichen Richtungen des Landes oder der Welt stammen, dann passt das schon.

Ach ja, bei (in Deutschland spielender) Urban-Fantasy ist die Suche nach passenden Namen ähnlich schwer, wie Du es von Steampunkt beschreibst. Da sucht man einen Namen, der nicht zu gewöhnlich ist, allerdings auch nicht zu exotisch, denn man muss ja einkalkulieren, dass deutsche Eltern unserer Epoche diesen Namen tatsächlich hätten gegeben haben können ::)
Nach dem Namen für meine Prota Timon aus den Wasserspringern habe ich gut zwei Wochen lang sämtliche Vornamens-Websites im Netz abgegrast, bis mir dieser Name begegnet ist. Es war Liebe auf den ersten Blick ;D - Wobei in dem Fall auch noch erschwerend hinzu kam, dass Timon vorher anders hieß und schon einen sehr festen Charakter hatte. Das ist immer eine schlechte Voraussetzung, wenn man auf Namenssuche geht. Meistens geht die Suche schneller, wenn der Charakter noch nicht so gefestigt ist. So geht mir das jedenfalls.

Momentan arbeite ich aber an der Umarbeitung von meinem Ewigen Krieg weiter und überlege bei der Gelegenheit auch herum, ob ich eine relativ wichtige Nebenperson umbenennen soll, weil der Name irgendwie nicht zu den anderen passt. Zwar handelt es sich um High-Fantasy, wo ich das nicht soooo eng sehe, aber trotzdem finde ich, dass Jalaj nicht so recht rein passt. Klingt irgendwie japanisch/oder allg. asiatisch, womit sie im ganzen Roman ziemlich alleine dasteht. ::) Hm naja, ich muss da noch mal in mich gehen ...
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Mondwölfin am 12. Mai 2010, 16:32:49
Ich finde, der Name muss zum Charakter und seiner Rolle passen - wobei man das auch ganz bewusst mal durchbrechen kann :)

Bei Romillys Nebencharakter z.B. passt der Name Jalaj super, wenn dieser Charakter auch in seiner Funktion etwas exotisch ist oder auch in der Handlung immer wieder ziemlich alleine dasteht...

Zitat
Was haltet ihr von dem Namensgespann meiner Hauptcharaktere: Joschua, Svetlana, Sigfried und Leonhard?

ist für mich ein recht schönes Quartett aus Mittel-, Ost- und Nordeuropa ;)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Joscha am 12. Mai 2010, 17:37:53
Ich finde diese Kombi ganz okay. :) In einer frei erfundenen Fantasywelt muss man das ja nicht sooo wahnsinnig eng sehen und wenn die vier dann noch aus unterschiedlichen Richtungen des Landes oder der Welt stammen, dann passt das schon.

Ich meinte damit auch nicht unbedingt, dass es alle Namen aus dem selben Kontext in der wirklichen Welt kommen müssen. Sie müssen aus dem selben Kontext innerhalb der Phantasiewelt kommen und der kann natürlich anders sein als in der realen Welt. Es muss sich lediglich stimmig anhören.

@Schreinhüter: Eine Frage allerdings noch: Soll Svetlana ein Mann sein? Du sprichst zwar immer von männlichen Protagonisten und deine deutschen Transkriptionen sind alle ebenfalls männlich, aber mit Svetlana assoziiere ich eindeutig eine weibliche Person. Meines Wissens nach heißt die Frau von Dmitri Medvedev mit Vornamen Svetlana...

Grüße
Joscha
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Schreinhüter am 12. Mai 2010, 17:53:49
@Joscha Natürlich ist damit eine Frau gemeint ;) Der erste Absatz meines Ausgangsposts bezieht sich nicht auf den darauf folgenden. Einmal wollte ich nur feststellen, dass stark männliche Charaktere oft Nordnamen bekommen und dann wollte ich fragen, wie ihr die Kombination meiner Helden in genero findet. Freilich hätte ich zwei erklärende Worte davor hängen müssen, nämlich: Darüber hinaus....:D

@Romilly Timon erinnert mich, schlag mich nicht  :pfanne:, an König der Löwen  ;). Und als Japanologe finde ich es interessant, dass der Name Jalaj an Japan/Asien erinnert. Eine solche Kombination existiert hier leider nicht in Nippon, (China und Korea ebenso) Ich bin dort nicht bewandert, würde den Namen irgendwo im mittleren Osten ansiedeln. Ich will nicht verschweigen, dass er mir wirklich gut gefällt. Jalaj, das hat was, wirkt irgendwie glatt und über den Dingen. Je nach Betonung bekommt er neue Facetten. Wenn mal Fragen zu japanischen Namen bestehen sollten helfe ich gerne aus, so wie ich auch bald sicher Hilfe zu französischen Namen und russischen Namen in Anspruch nehmen muss.

Generell bin ich neugierig geworden, welche Heldengruppennamenskombinationen es bis jetzt bei euch so gegeben hat und ob man dort irgendwelche Präferenzen erkennen kann. z.B ein harte und zwei weiche Namen, bedeutungsschwangere Namen, klangvoll, Wiedererkennung etc.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Vivian am 12. Mai 2010, 17:55:52
Hallo  :)

Ich würd auch gerne etwas zu diesem Thema sagen.

Für mich müssen Namen schon etwas bedeuten und auch zum Charakter passen. Namen, die man regelrecht um sich wirft, können zwar teils schon recht schön klingen, aber mir würde das nicht besonders gut gefallen, denke ich.

Bei den Namen für meine Charakter achte ich darauf, dass sie nicht zu lang und nicht zu kompliziert sind. Und sie sollen auch zum Charakter selbst passen. Das ist vor allem bei meinen Drachenarten so. Ich kann euch da ja ein Besipiel geben:

Die Fürstin der Wasserdrachen heißt Schalenne. Warum Schalenne? Weil es für mich einen Bezug auf das Wasser selbst hat: Das Wasser kann ruhig fließen, quasi dahingleiten, aber auch stürmisch und gefährlich werden. Den Namen Schalenne kann man also mit einem ruhig fließenden Fluss vergleichen.
Ein anderer Name wäre Sìna. So heißt (momentan) der Fürst der Eisdrachen. Das "S" im Namen wird lange betont. Der Name soll an das Eis erinnern ... wie scharf, glatt und auch ... hmm ... "anmutig" es sein kann. Versteht ihr, was ich meine? Ich kann versuchen, es mit einem anderen Besipiel zu verdeutlichen: Ein weiterer Drachenfürst heißt Tipan (Steindrache). Für mich klingt es wie ein Hammer, welcher auf einen Stein einhämmert. Oder wie ein lautes Donnern. Sein Name musste schon von Anfang für mich eine gewisse Betonung haben. Vor allem das P.

Namen für Menschencharaktere zu finden, ist für mich eigentlich keine zu schwierige Aufgabe: Einerseits suche ich Namen, die nicht wirklich alltäglich sind, andererseits aber auch die Persönlichkeit betonen. Bei meinen Drachen passe ich da besonders gut auf. Ihre Namen muss eine Bedeutung haben, etwas wiedergeben. Wie eben bei den drei Drachen.

Mein Hauptcharakter heißt Mia. Kurz und knapp. Aber für mich passt es zu einer jungen Frau, die viele Abenteuer erlebt.

Nordische Namen finde ich wunderschön. Wie Vargthryn oder Vargynja (Wölfin). Auch bei Rollenspiel-Charakteren benutze ich oft nordische Namen, weil sie für mich einfach anmutig und schön klingen. Auch wie Sædìs, was "Herrin der Meere" bedeutet. Finde ich wirklich toll.  :)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Kati am 12. Mai 2010, 18:02:52
Zitat
Steampunk im Allgemeinen ist eine Knabberpartie bei der Namenssuche.

 :d'oh: Da sagst du was Wahres. Ich habe Wochen nach einem Nachnamen für meinen Friedrich gesucht und nichts gefunden, weil ich finde, dass man im Steampunk einfach keine allzu gewöhnlichen Namen benutzen kann, dafür ist das Genre zu skuril. Der Name, den ich jetzt gewählt habe, stammt aus einem hingeklierten Aufsatz einer guten Freundin.  ;D So kann´s gehen...

LG,

Kati
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Joscha am 12. Mai 2010, 20:28:41
@Joscha Natürlich ist damit eine Frau gemeint ;) Der erste Absatz meines Ausgangsposts bezieht sich nicht auf den darauf folgenden. Einmal wollte ich nur feststellen, dass stark männliche Charaktere oft Nordnamen bekommen und dann wollte ich fragen, wie ihr die Kombination meiner Helden in genero findet. Freilich hätte ich zwei erklärende Worte davor hängen müssen, nämlich: Darüber hinaus....:D

Gut. Wollte ich nur nochmal nachhaken, dann ist ja alles in Ordnung. ;D
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Merrit am 12. Mai 2010, 21:49:17
@Schreinhüter Muss es sich um eine Heldengruppe handeln, oder nur um die Namen der miteinander näher agierenden Protagonisten?
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Romy am 13. Mai 2010, 00:55:31
@Romilly Timon erinnert mich, schlag mich nicht  :pfanne:, an König der Löwen  ;).
Nee nee, keine Sorge :)
Ich muss sagen, als ich den Namen gewählt habe, habe ich gar nicht an König der Löwen gedacht, inzwischen wurde ich aber auch schon von anderer Seite darauf aufmerksam gemacht.
Allerdings habe ich mir nach näherem Überlegen gedacht, dass es sogar zu meinem Prota passt. Nein, wenn er ein Tier wäre, würde ich nicht sagen, dass er ein Erdmännchen wäre ;D Aber er ist schon ein Luftikuss, der in den Tag rein lebt und hat ein schier unbegrenztes Selbstbewusstsein. Passt also doch irgendwie ;D
Geboren wurde er in Deutschland 1987, damals gab es den Film noch nicht und seine Eltern konnten keine Rücksicht auf den Film nehmen. Allerdings ist Timon bytheway auch ein biblischer Name und seine Eltern haben eine Vorliebe für solche Namen, weshalb auch seine beiden älteren Schwestern solche bekommen haben (Eva und Tamara).
Naja und dann kam der Film. Ich vermute, seine Eltern hätten die Hände über den Kopf zusammengeschlagen, falls es sie in der Realität gäbe  :d'oh:  Freunde/Schulkameraden/spätere Kumpels ziehen meinen Timon gerne mal mit dem Spruch auf "Na, wo haste Pumbaa gelassen?" Aber das macht ihm das nicht allzu viel aus. Ich glaube, ich werde darauß einen Running-Gag machen ;) zumindest in der Fortsetzung des Romans, der in unserer heutigen Zeit spielt.

Bei Romillys Nebencharakter z.B. passt der Name Jalaj super, wenn dieser Charakter auch in seiner Funktion etwas exotisch ist oder auch in der Handlung immer wieder ziemlich alleine dasteht...

Dazu sag ich doch mal ganz glasklar jain ;D

Zitat von: Schreinhüter
Und als Japanologe finde ich es interessant, dass der Name Jalaj an Japan/Asien erinnert. Eine solche Kombination existiert hier leider nicht in Nippon, (China und Korea ebenso) Ich bin dort nicht bewandert, würde den Namen irgendwo im mittleren Osten ansiedeln. Ich will nicht verschweigen, dass er mir wirklich gut gefällt. Jalaj, das hat was, wirkt irgendwie glatt und über den Dingen. Je nach Betonung bekommt er neue Facetten.

Hm, vielleicht liegt es an dem "Ja" am Anfang, dass mich der Name an Japan erinnert? Aber jetzt wo Du es sagst, klingt er vielleicht doch auch ein wenig arabisch  :hmmm:
Schwierig.
Naja, allgemein habe ich auf jener Welt ein ziemliches Namensmischmasch. Ich glaube, ich lasse Jalaj einfach ihren Namen.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Joscha am 14. Mai 2010, 17:06:07
Was haltet ihr eigentlich von "fremden" Buchstaben in Namen? Ich überlege gerade, einen meiner Hauptcharaktere Ružan zu nennen. Das ž wird wie ein sehr weiches sch ausgesprochen (oder, um es anders auszudrücken, wie j in journal). Diesen Buchstaben habe ich natürlich nicht frei erfunden, sondern aus dem Kroatischen entlehnt, d.h. manchen Lesern wird er vermutlich bekannt sein.

Es ist mir eigentlich ziemlich egal, ob Leser den Namen in Gedanken anders aussprechen, z.B. ganz deutsch als Ruzan. Allerdings weiß ich nicht, ob es einen Leser stören könnte, wenn er ein Schriftzeichen vor sich hat, von dem er nicht genau weiß, wie er es aussprechen soll. Würde euch das etwas ausmachen?

Grüße
Joscha
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Grummel am 14. Mai 2010, 18:01:07
Ich finde das garnicht so schlecht.. in der Regel nutze ich das auch um zum Beispiel einen in der Gemeinsprache unaussprechlichen Namen darzustellen. Ich spiele selbst mit dem Gedanken aus meiner Ayumie eine Ayumiê zumachen. Das soll dann sogar dazu führen, dass der Leser in Gedanken evtl. das "e" am Ende betont.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Tokanda am 14. Mai 2010, 19:39:12
Gegen "fremde" Buchstaben ist meiner Meinung nach nichts einzuwenden. Ruzan klingt gut - wie bekommt man eigentlich das Zeichen über dem "z" hin? *ahnungsloses Stirnrunzeln*
Vielleicht wäre es eine Überlegung wert, dem Leser die Aussprache irgendwie zu verdeutlichen. Sollten mehrere Charaktere mit für deutsche Leser "seltsamen" Buchstaben vorkommen, könntest du ja eine Art Auflistung ihrer "richtigen" Aussprache bringen. Als Leser würde ich schon wissen wollen, wie der Namen eines Charakters nun "wirklich" klingt.
Wenn ich Ruzan jetzt "deutsch" ausspreche, also mit hartem z-Laut, dann besitzt der Charakter in meiner Vorstellung schon andere Nuancen, als wenn ich ihn mit dem weicheren sch-Laut spreche. Für mich klingt das schon sehr verschieden und entsprechend anders würde ich mir den Charakter auch vorstellen. Vielleicht bin ich da auch zu sehr auf das Auditive fixiert...
Aber ganz abgesehen davon finde ich - um bei diesem Ausdruck zu bleiben - "fremde" Buchstaben in Namen sehr interessant. Hat was leicht exotisches und gerade bei Fantasy kann das ja nicht schaden  ;)



Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Joscha am 14. Mai 2010, 20:19:39
Dieses Dingsda über dem z (ich habe vergessen, wie es wirklich heißt - irgendwas mit c) ist auch nicht auf einer Standardtastatur. Dazu muss man sich eine Compose-Taste einrichten und dann Compose + c + z drücken. Ob das unter Windows auch geht, weiß ich nicht. (Ich habe da auch eine ganze Weile vorgesessen ;D)

Das mit der Auflistung ist eine gute Idee. Ich meine mich zu erinnern, dass Eragon auch so etwas im Anhang hatte. Die Leser, die es interessiert, können dann nachschauen.

Grüße
Joscha
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Nachtblick am 14. Mai 2010, 20:43:05
Hat eigentlich jemand eine verdammte Liste zu diesen ganzen Akzenten und Sonderzeichen? Ich liebe die Dinger, weiß aber manchmal nicht, ob ich sie korrekt verwende. Vor allem wusste ich das mit 12 Jahren noch nicht, und ich habe aus der Zeit einige Namen samt Sonderzeichen übernommen. In einem Beispiel habe ich dann sogar ein Trema richtig verwendet. Mann!  :engel:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Calysta am 14. Mai 2010, 23:03:07
Zitat
Das mit der Auflistung ist eine gute Idee. Ich meine mich zu erinnern, dass Eragon auch so etwas im Anhang hatte. Die Leser, die es interessiert, können dann nachschauen.
Eragon hatte so etwas und auch Trudi Canavan hat so etwas :)
Aber ich muss gestehen, dass ich das (obwohl interessierter Leser) niemals gelesen habe. Ich finde es irgendwie schöner, wenn man den Sinn einer Sache/Pflanze aus dem Text herauslesen kann.
Und Namen werden eh so gesprochen, wie man es selbst empfindet. Den Namen Dannyl habe ich immer als "Danül" gesprochen. Jeder hat da eben so seine eigenen Vorstellungen ;)

Für mich sind die schlimmsten Namen die unkreativ Namen, die keinen Klang und keine Bedeutung haben. Und auch keinen Bezug zur Person.
Bsp.: Unter einen Moritz stelle ich mir einen Jungen mit roten Haaren vor, der leichte koboldähnliche Züge in seinem Charakter hat. Ein blonder Jüngling mit einem herzensguten Charakter und naiven Grundzügen würde nicht zu dem Namen passen. Den würde ich Regin nennen (der Name klingt weicher in der Aussprache).
Aber das ist ja nur meine Meinung :)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Grummel am 15. Mai 2010, 10:57:10
Hat eigentlich jemand eine verdammte Liste zu diesen ganzen Akzenten und Sonderzeichen? Ich liebe die Dinger, weiß aber manchmal nicht, ob ich sie korrekt verwende. Vor allem wusste ich das mit 12 Jahren noch nicht, und ich habe aus der Zeit einige Namen samt Sonderzeichen übernommen. In einem Beispiel habe ich dann sogar ein Trema richtig verwendet. Mann!  :engel:

Hier für Windoof User: http://www.fester.de/4ascii.htm (http://www.fester.de/4ascii.htm)
 
Hier für Apfelfreunde: http://www.maceinsteiger.de/mac-os-shortcuts/sonderzeichen-unter-mac-os/ (http://www.maceinsteiger.de/mac-os-shortcuts/sonderzeichen-unter-mac-os/)
 
Also erstmal nur um überhaupt zu wissen wo bzw. wie man sie überhaupt anwendet. Was sie allerdings bedeuten ist in der Regel abhängig von der jeweiligen Sprache und da wird es schnell unübersichtlich. :schuldig:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Romy am 17. Mai 2010, 00:02:12
Für mich sind die schlimmsten Namen die unkreativ Namen, die keinen Klang und keine Bedeutung haben. Und auch keinen Bezug zur Person.
Bsp.: Unter einen Moritz stelle ich mir einen Jungen mit roten Haaren vor, der leichte koboldähnliche Züge in seinem Charakter hat. Ein blonder Jüngling mit einem herzensguten Charakter und naiven Grundzügen würde nicht zu dem Namen passen. Den würde ich Regin nennen (der Name klingt weicher in der Aussprache).
Aber das ist ja nur meine Meinung :)

Natürlich muss man als Autor einen Namen wählen, mit dem man klar kommt und da muss man dann halt eine Entscheidung treffen. Aber was Leser zu einem Namen assoziieren kann noch mal was anderes sein, als das, was der Autor mit einem Namen verbindet.
Ich denke, dass Moritz für einen eher frechen Charakter geeignet ist, da würde wohl jeder zustimmen, aber was die Haarfarbe angeht, würde ich ganz klar schwarz sagen. Wie kommst Du auf rot? ;)
Wobei, ich überlege gerade. Bei Max und Moritz, welcher von beiden war noch mal rothaarig und welcher schwarz? Ich hab irgendwie im Kopf, dass Moritz schwarzhaarig war ... egal. Auch wenn das jetzt falsch ist. Ich weiß nicht warum, aber für mich hat ein Moritz schwarzhaarig zu sein.  :hmhm?:

Ach moment, hier ein Zitat aus Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Moritz_%28Vorname%29
Zitat
Herkunft und Bedeutung

Moritz ist die eingedeutschte Form von lateinisch Mauritius, dem Namen eines der populärsten Heiligen des Mittelalters, der gewöhnlich als Schwarzer dargestellt wird. Dieser Name ist eine Erweiterung von lateinisch Maurus, was für Maure oder Mohr steht. Dies wiederum ist ein Lehnwort aus dem Griechischen, wo maurós (µa????) schlicht "schwarz" bedeutet.

Naja, ich finde trotzdem, dass Moritz nicht das allerbeste Beispiel ist. Die Bedeutung ist mir in dem Fall nicht soooo sehr präsent gewesen, bevor ich es gerade gelesen habe. :)
Aber was m.E. gar nicht ginge, wäre ein Mädel mit komplett glatten Haaren Curly zu nennen. Wegen curly = englisch "lockig"
Auch ein dunkelhaariger Junge mit dem Namen Finn wäre völlig daneben, da Finn nun mal für "blond" oder "hell" steht.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Tokanda am 17. Mai 2010, 12:26:25

Hier für Windoof User: http://www.fester.de/4ascii.htm (http://www.fester.de/4ascii.htm)
 
Hier für Apfelfreunde: http://www.maceinsteiger.de/mac-os-shortcuts/sonderzeichen-unter-mac-os/ (http://www.maceinsteiger.de/mac-os-shortcuts/sonderzeichen-unter-mac-os/)
 
Grummel, ich ernenne dich zum Tintenhelden des Tages ehrenhalber!
Bin schon länger auf der Suche nach einer solchen Auflistung und war *hüstel* nicht clever genug, im Web nach sowas zu suchen... ob ich es gefunden hätte, ist wieder eine andere Frage...
Danke!!!  :pompom:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Milena am 14. August 2010, 22:15:11
Hallo, zusammen!

Als ich mit meinem Buch angefangen habe, habe ich plötzlich dagesessen und blöd geguckt, als mir einfiel: Mist, vielleicht sollten die Leute auch 'nen Namen haben, hm, was denkste Milena??? 'Ne Zeit lang kam ich nämlich ganz gut ohne aus, weil das Drama nämlich mit dem Monolog beginnt...
Zu faul zum Denken gewesen... Telefonbuch aufgeschlagen und mir irgendwelche Platzhalternamen gesucht. Später wollte ich dann richtige Namen für meine Charaktere suchen... doch dann habe ich festgestellt, dass die Charaktere sich schlicht geweigert haben, sich umbenennen zu lassen... Also muss ich (wohl oder übel) mit den Namen leben, aber ich hab meine Charas trotzdem lieb...
Also: Für mich gehören Charakter und Name unzertrennlich zusammen.

Liebe Grüße, Milena
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Grummel am 15. August 2010, 09:49:33
Charakternamen sind "für mich" sehr wichtig. Das heißt, ich wähle sie nicht aus mit dem Ziel, dass sie anderen gefallen müssen, sondern ICH muss damit zufrieden sein. Ansonsten fehlt mir ein großes Stück Identifizierung und so kann ich nicht arbeiten. Bei meinem Fantasy-Projekt sind das klassische namen wie eben der Grummel und Ayumie die kurzsichtige Elfin.
 
Bei der Eichhörnchengeschichte habe ich bis auf die Namenssuchehier im TZ verucht für die Protagonisten Allerweltsnamen zu wählen (Hort, Norbert, Susi) und alle Nebenfiguren werden mehr oder weniger mit verfälschten Namen aus Film und Geschichte belegt.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Telas am 15. August 2010, 11:33:19
Charakternamen sind "für mich" sehr wichtig. Das heißt, ich wähle sie nicht aus mit dem Ziel, dass sie anderen gefallen müssen, sondern ICH muss damit zufrieden sein. Ansonsten fehlt mir ein großes Stück Identifizierung und so kann ich nicht arbeiten. Bei meinem Fantasy-Projekt sind das klassische namen wie eben der Grummel und Ayumie die kurzsichtige Elfin.
 
Bei der Eichhörnchengeschichte habe ich bis auf die Namenssuchehier im TZ verucht für die Protagonisten Allerweltsnamen zu wählen (Hort, Norbert, Susi) und alle Nebenfiguren werden mehr oder weniger mit verfälschten Namen aus Film und Geschichte belegt.

Grummel ich finde, da hast du absolut recht. Wenn einem die eigenen Namen nicht gefallen, dann wird man auch sein ganzes Werk nur schlecht finden. Mir geht dann immer die Motivation verloren, ein Buch überhaupt weiterzuschreiben weil ich immer denke, ich sollte die Zeit doch lieber nutzen um ein neues und besseres anzufangen.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Romy am 16. August 2010, 01:56:10
Charakternamen sind "für mich" sehr wichtig. Das heißt, ich wähle sie nicht aus mit dem Ziel, dass sie anderen gefallen müssen, sondern ICH muss damit zufrieden sein. Ansonsten fehlt mir ein großes Stück Identifizierung und so kann ich nicht arbeiten.

Das kann ich so unterschreiben. :) Deshalb lasse ich mir ja auch meinen Timon nicht ausreden, obwohl es mittlerweile schon genug Leute versucht haben. ;D

Also, ich achte schon darauf, dass ein Name nicht irgendwelche - sagen wir mal - versauten Assoziationen oder so was auslöst, sondern schon irgendwie melodisch klingt und neutral ist, bzw. wenn der Name eine Bedeutung hat, dann eine, die ich sorgfältig auswähle. Aber das mache ich ja nicht nur für den potentiellen Leser, sondern auch für mich. Mit Namen, die mir gefallen, macht die Arbeit mit den Figuren doch gleich viel mehr Spaß. :D
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Drachenfeder am 16. August 2010, 12:21:44
Mit Namen, die mir gefallen, macht die Arbeit mit den Figuren doch gleich viel mehr Spaß. :D

Sehe ich genauso. =)
Arbeite gerade mit einem neuen Charakter. Der Name war schnell gefunden, jedoch wird dieser wohl schnell falsch gelesen. Ich habe einfach ein Sonderzeichen über den letzten Buchstaben gemacht und schon merkt man das dieser betont werden muss. Sehr schlau gell ;)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Romy am 16. August 2010, 16:47:53
Sehr schlau gell ;)

In der Tat.  :pompom: Und gleich wirkt der Name auch gleich viel fantasymäßiger und exotischer. ;)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Alia am 16. August 2010, 17:35:43
Hallo,

Charakternamen oder auch Name insgesamt finde ich sehr wichtig. Die Haupt- und wichtigen Nebencharaktere haben bei mir alle einen Sinn. "Alia" ist einer der beiden Hauptcharaktere in meinem Buch. Sie hat sich den Namen selbst gegeben, nachdem sie das Gedächtnis verloren hatte. "Alia" = "die Andere" Ich hab es ihr erlaubt. Als Erbin eines ganzen Königreiches, die in einem fremden Land gestrandet ist, passen die Bedeutungen "die Edele", "die Erhabene", "die ins verheißene Land zurückkehrende" alle ganz hervorragend.

Ansonsten "bastel" ich auch gerne aus geläufigen Namen. Gerne mit Hilfe meiner Tochter. Die spricht noch nicht 100% (ist ja auch noch keine drei) und kleckert gerne mal Buchstaben oder spricht sie anders aus. Beyomin ist z.B. der jüngste Sohn einer Familie. Der Name kommt von Benjamin. Defania ist auch so entstanden. Aus Stefanie wurde Defani (Das St geht halt noch nicht) und ich hab dann Defania draus gemacht.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Drachenfeder am 16. August 2010, 17:46:44
Stefanie -> schöner Name  ;D ;D  *hust*

Beyomin ist ja total schön! Gefällt mir echt gut.

Ich schreib als von meiner Figur und sag den Namen nicht. Mal sehen obs mit dem Sonderzeichen hier geht. Mein Feuermädchen heißt: Yuë
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Alia am 16. August 2010, 18:07:57
Mir gefällt er auch super gut. Und es ist ein richtig netter fünfjähriger Junge. Aber ich werde ihn umbringen  :wums: Muss sein  :no: Nicht sofort, aber seinen 10. Geburtstag feiert er nicht mehr  :-[
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Lexa am 16. August 2010, 19:03:15
@ Drachenfeder: So würde ich den Namen Yu-e aussprechen. Wie Jule ohne "L" ;)
Hast du das Sonderzeichen eingefügt, da man den Namen sonst "Yü" aussprechen würde? Darauf wäre ich nämlich als Leser nicht gekommen, aber mit dem ë ist es sicher klarer und unmissverständlicher. :)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Drachenfeder am 17. August 2010, 09:27:23
@ Drachenfeder: So würde ich den Namen Yu-e aussprechen. Wie Jule ohne "L" ;)
Hast du das Sonderzeichen eingefügt, da man den Namen sonst "Yü" aussprechen würde? Darauf wäre ich nämlich als Leser nicht gekommen, aber mit dem ë ist es sicher klarer und unmissverständlicher. :)

*freuz*  :pompom: Ja genau so soll er ausgesprochen werden Lexa! Bingo!
Ich hätte ihn auch nicht mit ü ausgesprochen, aber bei Recherchen, ob es den Namen schon gibt usw. bin ich auf eine asiatische Variante gestößen die Jü ausgesprochen wird. Das wollte ich, wie schon erwähnt, mit den Pünktchen vermeiden. Hat wohl auf funktionniert.

Diese Punkte über bestimmten Buchstaben verwende ich übrigens eh in meinen Texten. Habe ich meine "eigene Sprache" eingebaut damit sie etwas besonderer wird.


Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Tastentänzerin am 17. August 2010, 21:22:57
In der Tat.  :pompom: Und gleich wirkt der Name auch gleich viel fantasymäßiger und exotischer. ;)

Gerade das mag ich bei Namen von Fantasy-Charakteren eigentlich überhaupt nicht. Das wirkt so beabsichtigt und sieht so nach "guck mal, das ist Fantasy" aus. Sicherlich ist es nicht verkehrt Hilfszeichen zu benutzen, damit die Betonung des Namens verdeutlicht wird. Aber dem Namen irgendwelche exotisch anmutenden Pünktchen und Strichelchen zu verpassen, nur damit er "fantasymäßiger" aussieht...? Nee, das ist nicht meins. Aber jedem wie er mag. ;)

Und was das "Charakternamen sind für mich wichtig" angeht, dem kann ich auch nur unumwunden zustimmen. :jau: Wobei es mir weniger darauf ankommt, dass der Name schön klingt oder aussieht, sondern vielmehr, dass er (von der Bedeutung her) zur Persönlichkeit des Charakters passt.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Zitkalasa am 18. August 2010, 00:26:35
Nja, aber Pünktchen oder Strichelchen sind da ja jetzt nicht so ungewöhnlich, besonders aus dem Französischen dürften die Hälfte der Leser die Doppelpunkte über bspw. einem e nicht stören. ;D

Bei was ich persönlich eher allergisch reagiere sind Apostrophe in Namen, die auch noch ganz viel Konsonanten haben und am besten zu Elfen/Elben gehören. Das ist Klischee. :pfanne:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: zDatze am 18. August 2010, 00:47:13
Ich merke gerade erst, wie sehr ich an den Namen meiner Protas hänge. Bin schon seit Tagen auf der Suche nach den passenden Namen für die Protas in einem neuen Projekt und irgendwie komme ich immer wieder auf die "alten" zurück, die ich bereits schon irgendwo verwendet habe.

Von daher, kann ich nur sagen: Namen sind verdammt wichtig. Gefällt mir ein Name absolut nicht, dann blockiert mich das beim Schreiben. Beim Lesen jedoch nehme ich es (meistens) hin. Da kann ich ja sowieso nichts daran ändern. ;)

@Drachenfeder: Der Name gefällt mir sehr gut, so wie er aussieht und auch wie man ihn ausspricht. Tja, so ist es eben mit dem Geschmack. Mich würde ein solcher Name nicht abschrecken solange er lesbar ist.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Drachenfeder am 18. August 2010, 07:43:02
... Aber dem Namen irgendwelche exotisch anmutenden Pünktchen und Strichelchen zu verpassen, nur damit er "fantasymäßiger" aussieht...? Nee, das ist nicht meins. Aber jedem wie er mag. ;)

Das mit den Punkten hat ja nichts damit zu tun, dass es mehr nach Fantasy aussieht. Ich habe auch Namen wie Joshua, ohne jegliche Sonderzeichen. Mit ist das egal obs nach Fantasy aussieht oder nicht, es muss einfach passen.


@zDatze danke =) Freut mich sowas zu hören. Die Prota hatte vorher ja einen anderen Namen. Konnte mich damit aber irgendwie nicht so anfreunden. War auch nicht meine Idee, sondern die einer Bekannten. Was wohl schon ein Fehler war. Jetzt bin ich total zufrieden und liebe sie!
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Romy am 18. August 2010, 13:54:48
Das mit den Punkten hat ja nichts damit zu tun, dass es mehr nach Fantasy aussieht. Ich habe auch Namen wie Joshua, ohne jegliche Sonderzeichen. Mit ist das egal obs nach Fantasy aussieht oder nicht, es muss einfach passen.
Nicht das hier ein falscher Eindruck entsteht. Mein Kommentar neulich war eher ironisch gemeint. ;) Normalerweise nutze ich Sonderzeichen auch nur dann, wenn sie halt zum Namen gehören, um die Aussprache klarer zu machen, oder wenn es halt sonstwie passt und dazu gehört. ;)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Tastentänzerin am 18. August 2010, 22:55:08
Das mit den Punkten hat ja nichts damit zu tun, dass es mehr nach Fantasy aussieht. Ich habe auch Namen wie Joshua, ohne jegliche Sonderzeichen. Mit ist das egal obs nach Fantasy aussieht oder nicht, es muss einfach passen.

Kein Grund sich zu rechtfertigen, Drachi. :knuddel: Es gibt sicherlich Fälle, in denen Sonderzeichen gerechtfertigt sind. Und wie du schon sagst, du setzt diese ja nicht, damit es fantasymäßiger aussieht, sondern weil es einfach passt. :prost:


@Romilly:
Weiß ich doch. ;D
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Romy am 18. August 2010, 23:41:34
@Romilly:
Weiß ich doch. ;D
Oki doki ;D Ich war mir nicht sicher und dachte, ich erwähne es sicherheitshalber noch mal. ;D
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Drachenfeder am 19. August 2010, 09:25:02
Hey warum streiten??
So war das gar nicht aufgenommen worden von mir =)  Alles tutti
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Faol am 20. August 2010, 12:05:40
Ich benutze zur Namengebung gerne einen Namengenerator im Internet. Lese mir dann alle Namen durch, die der rauswirft, bis ich dann einen finde, der mir gut gefällt und der gut zur Person passt. Dann komm ich von dem Namen nicht mehr weg. Ist mir egal, was andere dazu sagen. Der wirft manchmal auch Namen mit Sonderzeichen aus, aber das ist meist, um die Ausspracht klar zu machen.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Valaé am 28. August 2010, 02:32:49
Also mir sind Namen extrem wichtig, beim Schreiben mehr als beim Lesen, aber es soll durchaus schon Bücher gegeben haben, bei denen es mich gegruselt hat, wenn ich die Namen gelesen habe. Meistens nicht, weil die Namen meines Erachtens nicht schön waren, darüber komme ich ganz gut hinweg... aber wenn ein Name in meinen Augen nicht zu dem Volk gepasst hat, dem er angehört, ohne dass es dafür eine triftige Erklärung gab. Manchmal auch, weil Namen so gar nicht zu dem Charakter gepasst haben, das habe ich dann aber natürlich erst im Laufe des Buches gemerkt und dann hat der Name begonnen, mich zu stören. Solche Probleme schmälern bei mir das Lesevergnügen leider.

Bei meinem eigenen Geschriebenen sind mir die Namen sogar noch wichtiger. Ich achte auf ihren Klang, auf Zusammenklang mit eventuellen Zweit- oder Nachnamen, auf ihre Bedeutung und darauf, dass sie zu Charakter und Herkunft passen. Es gab sogar schon Charaktere, denen ich aufgrund ihres Namens, der einfach zu gut passte, eine andere Vergangenheit als ursprünglich geplant zugeschrieben habe, weil der Klang ihres Namens nicht zu dem ursprünglichen Heimatland passen wollte. Hat dem Charakter eigentlich nur gut getan.
Manche Charakter bringen ihren Namen gleich beim Entwerfen mit, andere lassen mich stundenlang darüber grübeln. Aber wenn ein Name erst einmal feststeht, hat sich noch nie einer meiner Charaktere von ihm trennen wollen. Sie sind dann wie angeschweißt und ich lasse mir dann da auch nicht mehr reinreden. Meine eigenen Namen bedeuten mir also sehr, sehr viel, zumal sie fast alle das Resultat recht langer Arbeit sind.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Sprotte am 28. August 2010, 13:16:51
Ich kämpfe auch gerade mit einem Mädchennamen. Er soll weich und nett klingen.
Vom Klang her mag ich "Mallilie", kommt aus dem Walisischen. Bedeutung? Egal, nur der Klang reizt mich.
Aber liest der sich nicht doof mit dem kleinen i, das von drei L umzingelt ist?
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Steffi am 28. August 2010, 13:21:09

Aber liest der sich nicht doof mit dem kleinen i, das von drei L umzingelt ist?

Ich muss gestehen, mich hat der Name grad beim Lesen deswegen total verwirrt. Kannst du ihn nicht anders schreiben, z.B. mit einem "l" und vielleicht einem "y" statt einem "i", oder so?

Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Sprotte am 28. August 2010, 13:23:19
Danke, Steffi! Das war genau der Anstups, den ich brauchte!  :vibes:
Malylie - gleicher Klang aber lesefreundlicher.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Telas am 28. August 2010, 13:47:42
@Valaé bei der Sache mit der Herkunft stimme ich dir voll und ganz zu. Wenn ein Angehöriger eines nordischen Volkes plötzlich einen italienisch- klingenden Namen hat, dann passt das nicht zusammen. Ist jetzt zwar ein Extrembeispiel, sollte allerdings meine Meinung hierzu verdeutlichen ;).
Im Grunde finde ich Namen gut, die Aufschluss über die Handlungsweise eines Charakters geben. Zum Beispiel die Professorin Minerva McGonagall bei Harry Potter. Die Göttin Minerva galt zum Beispiel im alten Rom als Weisheitsgöttin, was ganz gut zu ihrem belesenen Charakter passt.
Genauso ist es bei Hausmeister Argus Filch. Der sieht all die Missetaten seiner Schüler auch mit den sprichwörtlichen Argusaugen.
Bei mir haben Charaktere allerdings nur selten Namen mit viel Sinn dahinter, vor allem ihr Klang soll mir gefallen.
Dennoch sind Namen für mich an sich Schall und Rauch und auch durchaus austauschbar, solange die Alternativen nicht zu albern klingen. Auch sollten sie so konzipiert sein, dass man sie beim ersten Mal ohne einen Hänger lesen kann und nicht erst noch lange überlegen muss, wie er denn nun richtig heißt.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Faol am 29. August 2010, 18:59:29
@Telas, das mit McGonagall und Filch ist mir nie aufgefallen.  :)
Aber die hat viele Namen mit Bedeutung: Lupin (Lupus heißt wenn ich mich nicht irre lat. Wolf)
Sirius ist der größte Stern im Sternbild Großer Hund.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Telas am 29. August 2010, 19:59:36
@Faolan, dafür hast du mir wiederum aufgezeigt, dass Sirius sich nicht nur aus Zufall in einen großen, schwarzen Hund verwandeln konnte. Gut ich wusste, dass Sirius auch ein Stern ist, aber von einem großen Hund am Himmel habe ich noch nie was gehört, ich kenne nur den großen Bären.
Aber umso besser, wieder was gelernt :pompom:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Faol am 29. August 2010, 21:48:44
@ Telas: der große Hund ist ein Sternbild das nur im Winter zu sehen ist. Der Sirius Sterne ist eine der hellsten Sterne am Himmel (vielleicht sogar der hellste), ist im Herbst anfang winter im Osten am Horizont zu sehen. Der funkelt in verschiedenen Farben.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Krähe am 03. September 2010, 00:06:41
Kvothe aus Der Name des Windes (welche Quote wollte der Autor da erfüllt sehen?!).
Kvothe finde ich an sich nicht schlecht als Namen und die "Quote" hat mich da nie gestört. Viel schlimmer fand ich Kote :D (naja, es soll Katastrophe oder Disaster heißen, aber im Deutschen ist dann Kot... doch zu nahe...)

Aber an sich finde ich Namen schon verdammt wichtig. Weil man eben immer Assoziationen zu irgendeinem Namen hat - und so hat mich in der Weitseher-Chronik auch z.B. der Name Molly am Anfang sehr gestört. Weil ich immer Molly Weasley vor Augen hatte und noch an "mollig" denken musste. Wobei Molly Blaufleck ja nicht unbedingt etwas mit Mrs. Weasley zu tun hatte etc. ...

Wenn ich auf Namenssuche bin, achte ich daher auch darauf, dass die Namen meinen Charas irgendwie gerecht werden oder andersherum. Und (*schäm*) oft zählt erstmal das Schriftbild für mich. Und wenn das gut und entsprechend genug aussieht, dann kommt noch die Bewertung nach dem Klang des Namens hinzu und zur Not wird eben noch geändert... Bei Charanamen schaffe ich zwar eigentlich kaum/gar nicht mit Sonderzeichen, aber ich finde, schon ob ein Name mit "K" oder mit "O" beginnt macht viel aus...  :hmmm: Viele Namen konstruiere ich dann aus Worten oder leite sie von anderen Namen ab/mixe sie. Und manchmal übernehme ich auch reale Namen, sofern sie nicht gerade die modernsten und bekanntesten sind. (es gibt ja viele schöne unbekannte Namen :D)
Neulich ist mir das ganz doof passiert. Da wollte ich den Namen "Maeve" erfinden und sah Wochen später im Schaufenster einer Buchhandlung ein Buch von einer "Maeve". Jetzt bin ich klüger und weiß, dass der Name irisch ist und existiert ;)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Geli am 03. September 2010, 08:26:31
Darf man auch einen Problem mit einem Städtenamen haben?
Ich kann ja mal kurz erzählen, womit ich mich seit Monaten herumschlage. Ich schreibe, wie Einigen hier vielleicht inzwischen bekannt ist, an einem Urban Fantasy-Roman, der im 21.Jh. und im deutschsprachigen Raum spielt. Die Stadt selbst ist - nennen wir es mal nassforsch "Siedlungsgebiet" uralter Mächte, im Sinn griechisch-keltisch-nordischer Göttinnen. Das Mythologie-Mischmasch nur, damit Euch klar ist, die Herkunft und der Kult dieser Damen ist völlig nebulös, da kennt sich in der Stadt niemand mehr aus.
So.
Ich dachte mir also, verknüpfe ich Stadt und Göttinnen im Namen. Nenne ich die Göttinnen die Holden oder Hollen und die Stadt Hollenstein.
Jetzt gibt es aber dummerweise eine reales Hollenstein in Österreich. Ich also mir den Kopf zerbrochen und kam auf "Salige" statt "Hollen". Wollte die Stadt umtaufen in Saligenstein, weil es einen solchen Ortsnamen real nicht gibt ... und vertippte mich beim Schreiben regelmäßig.
Als Saligenstein wurde dauern Seligenstein. ... auch nicht schlecht. Aber irgendetwas störte mich daran.
Inzwischen bin ich bei Feenstein angekommen, damit auch nicht sehr glücklich. Aber es klingt für mich neutral und vor allem, ich vertippe mich nicht ständig.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Krähe am 03. September 2010, 10:10:14
Ich glaube, dass man solche Probleme durchaus auch mit Städtenamen haben kann... das mit dem Vertippen erinnert mich daran, wie ich einmal eine Prota vom "mir-fällt-nichts-ein-also-taufe-ich-dich-so-und-so" Namen auf einen richtigen Namen umtaufte. (das einzige Mal, dass ich sowas getan habe. Danach nie wieder) und ich hab den neuen Namen ewig einfach nicht reinbekommen und mich ständig vertippt... abgesehen davon hat es sich ganz lange ganz falsch angefühlt...
Geli... das Prolem mit Feenstein kann ich nachvollziehen. Und wie wäre es einfach mit einer Abwandlung, so in Selgenstein oder Salgenstein oder Sahligenstein oder so? Damit wärst du ja noch näher am Ursprung... ;)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Rika am 03. September 2010, 10:31:11
Hm, wo/wie liegt der Ort denn?
Muß es "-stein" sein, oder ginge vielleicht auch Hollenfurt, Hollenberg, Hollental oder sonstwas sein?
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Geli am 03. September 2010, 12:33:30
Stein muss sein. Die Stadt liegt auf einem Tafelberg und die Feen/Göttinnen verkörpern sich gern mal als wandelnde Felsen. Da die Felsen aus Jura bestehen, dachte ich auch schon mal an Weißenstein, auch wenn es da mehr als eine Burg gibt, doch ist die Bezeichnung an sich neutral. Wie auch immer, im Augenblick bin ich auf den Dreh gekommen, dass es in der Stadt Feenstein tatsächlich einen "Feenstein" gibt = einen Granitfelsen in der Größe eines Riesentisches, auf der Oberfläche mit den üblichen Näpfchen /Feenschüsseln für die Milch, den Honig, das Blut. Rituale hält die Bevölkerung nicht mehr ab, aber die Nazis haben den tonnenschweren Findling circa 1938 von seinem ursprünglichen Platz in der Altstadt/Burgstadt auf dem Tafelberg in das damals geplante Kraft-durch-Freude-Zentrum im Tal verschleppt/versetzt ... heute ist dort ein Thermalbad und die Stadtverantwortlichen finden die Adalbert-Speer-Architektur rund um den Feenstein gar nicht mehr schön.
Jau - fragt nie eine Autorin nach der Begründung für dieses oder jenes in ihrem Roman. Es findet sich immer eine!
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Churke am 03. September 2010, 12:57:06
Wollte die Stadt umtaufen in Saligenstein, weil es einen solchen Ortsnamen real nicht gibt ... und vertippte mich beim Schreiben regelmäßig.

Also ich finde, "Saligenstein" klingt für mich nach einer Salierburg im Pfälzerwald. Eine solche Burg gibt es meines Wissens nicht, aber es klingt halt so.

Ortsnamen verändern sich über die Zeit durch nachlässige Aussprache, Lautverschiebungen und Volksethymologie. Vielleicht kann man irgendwas aus dem Mittelhochdeutschen ableiten - nur ne Idee...  ::)

Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Kati am 03. September 2010, 16:31:41
Aber, selbst wenn es Hollenstein bereits gibt: Das ist doch kein Problem, solang in der Geschichte klar wird, dass du nicht das real existierende meinst. Besonders in den USA heißen ständig irgendwelche Städte gleich, das kommt vor.

Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Nuya am 03. September 2010, 19:39:15
Steinholde..

Kam mir spontan in den Sinn. Einfach umstellen, oder möchtest Du gern, das "Stein" hinten steht?
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Romy am 04. September 2010, 00:03:34
Oder Du machst ganz schlicht aus Hollenstein Holdenstein? Steinholde klingt aber auch gut. :)
Hm, oder könnte man statt mit Stein vielleicht ein "Fels" in den Namen einbauen? Würde doch auch passen. Hollenfels klingt doch auch nicht übel.

Ansonsten hat mir Saligenstein auch sehr gut gefallen. Wenn Du den Namen "nur" aufgegeben hast, weil Du Dich ständig vertippt hast, dann versuch es doch noch mal. Vielleicht braucht es nur etwas längere Gewöhnung? :)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Sternenlicht am 04. September 2010, 00:23:59
Dass es den Namen tatsächlich gibt, würde mich persönlich nicht abhalten, zumal wenn es ein Ort ist, den wahrscheinlich nur wenige kennen.

Ansonsten fiele mir noch ein

Muhmenstein
Helstein
Hellenstein
Herkenstein
Godenstein
Friggenstein

oder die entsprechenden Kombinationen mit -fels oder -brocken
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Höllenpfau am 14. September 2010, 22:12:17
Interessant, dass so oft geschrieben wurde, dass deutsche namen nicht so toll sind.

Ich experimentiere in letzter Zeit mit deutschen Namen. Ich finde, man kann sie ruhig einbauen. Zwar tauchen bei mir natürlich auch immer wieder verrückte namen auf, doch es gibt auch interessante deutsche Namen.
Detlef, Hans und Olaf würde ich auch nciht nehmen, doch ich habe in meinem derzeitigen Projekt Namen wie Edelgard oder Hilmar.
Falls man irgendwann auch mal einen nachnamen auswählen muss sind deutsche auch interessant.
(Obwohl in Sachen Nachnamen ich gern französiche Namen benutze)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Erdbeere am 02. Mai 2011, 17:30:24
*Staub vom Thread pust*  :laken: Warum ist der so in der Versenkung verschwunden?

Ich selbst kann kaum beurteilen, ob die Namen meiner Figuren passend sind oder doch etwas leidlich daher kommen. Allerdings sind Namen auch für mich von unheimlicher Wichtigkeit. Ein Buch kann noch so toll sein, aber wenn der Name der Hauptfigur entweder völlig daneben ist oder einfach nur unaussprechbar und bescheuert klingt, dann stört mich das durch die ganze Geschichte hindurch. Es kann auch passieren, dass ich von der Geschichte zwar völlig gefesselt bin, mir aber keinen einzigen Namen merken konnte (ausser vielleicht von dem einen Bösewicht).

Beim Charakterdesign habe ich entweder einen tollen Namen in petto und kreiere die Person drum herum, oder eben umgekehrt. Bei beidem brüte ich lange über der Figur, bis alle Details stimmen und der Name immer noch passt. Meist nimmt das mehr Zeit in Anspruch, als das Grundgerüst der Geschichte zu fertigen.

Von Namensgeneratoren im Internet halte ich nicht wirklich viel. Bei mir kommt da immer nur Mist raus, oder ich lache mich schief.  :rofl:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Jade am 03. Mai 2011, 13:22:42
Mir sind Namen auch sehr wichtig. Beim Lesen muss der Name glaubhaft sein und zum Setting passen. Wie schon mehrmals erwähnt: Horst in Alagäsia? Ich weiß nicht. Außerdem sollte der Name für mich noch halbwegs lesbar und aussprechbar sein. Natürlich verbindet jeder mit unterschiedlichen Namen etwas anderes, trotzdem glaube ich, dass es auch seeehr vorbelastet Namen gibt (Adolf, Osama, ... ).
Für meine Storys ist es mir wichtig, dass der Name zum Charakter passt und vielleicht auch eine passende Bedeutung aufweist. Wenn ich mich in einen Namen verliebt habe, die Bedeutung aber nicht passt, verwende ich ihn meistens schon. Lustigerweise haben die Namen, die mir gefallen, meistens auch eine schöne Bedeutung. Mit Namensgeneratoren hatte ich bis jetzt auch eher weniger Glück, wohingegen ich Seiten, die eine große Auswahl an Namen und deren Bedeutung bieten, ungemein hilfreich finde.
Danke, Erdbeer, dass du diesen Thread wieder hervorgeholt hast :).
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: et cetera am 03. Mai 2011, 20:32:57
Ich selbst kann kaum beurteilen, ob die Namen meiner Figuren passend sind oder doch etwas leidlich daher kommen.

Auch auf die Gefahr hin, dass das irgendwo im Thread schon mal gesagt wurde: Ob ein Name gut klingt oder nicht, ist eben auch sehr subjektiv. Ich versuche Namen zu finden, die mir gefallen und bei denen ich das Gefühl habe, dass sie zum Charakter passen. Es wird aber immer Leute geben, die die Namen schrecklich finden (was habe ich da schon für lange Diskussionen mit der Wölfin geführt ...) und absolut unpassend. Allen kann man es eben nicht Recht machen.
Aufpassen würde ich daher nur, ob Namen nicht unfreiwillig komisch sind, z.B. weil sie in einer anderen Sprache eine vollkommen andere Bedeutung haben.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Tasso am 03. Mai 2011, 21:49:44
Da fällt noch was ein... Wenn man nicht äußerst komisch auffallen will sollte man nicht Namen auf typischen und sehr bekannten Endungen enden lassen (auf die Fantasy bezogen) wie:

-aruman ;)
-agon
-omir

um Extrembeispiele aus HdR zu nennen. Der Leser wird das, vorausgesetzt er kennt HdR, direkt mit den Charakteren dort in Verbindung bringen und so ein verzerrtes Bild bekommen. Muss nicht, kann aber und passiert mir desöfteren, vor allem wenn ich intensiv Bücher lese und unmittelbar danach selber neue Charaktere erfinde.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Erdbeere am 04. Mai 2011, 16:20:59
@ et cetera: Ich meinte damit eher, dass ich mir nach zig Stunden Charakterschaffung plötzlich nicht mehr sicher bin, ob der Name passend ist oder nicht. Betriebsblindheit sozusagen. Es kam auch schon vor, dass ich beim Suchen neuer Namen einen fand, den ich dann einer bereits existirerenden Figur gegeben habe, obwohl die schon einen Namen hatte, einfach, weil ich ihn passender fand. Aber ja, so etwas ist schlussendlich Sache des Lesers.

P.S. den Thread habe ich gelesen.  ;)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: et cetera am 04. Mai 2011, 16:24:55
@Erdbeere: So negativ meinte ich meine Aussage auch nicht. Ich habe nur den Eindruck, dass viele hier im Forum sich zu viele Gedanken um die Namen der Protagonisten machen, was meines Erachtens wenig Sinn hat, weil der Leser mit hoher Wahrscheinlichkeit eine vollkommen andere Einstellung zum ausgewählten Namen hat.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Aryana am 04. Mai 2011, 17:13:31
@et cetera: Ganz sicher ist das so - aber ich bin so blöd. Wenn mir der Name nicht zum Charakter passt, dann ist der ganze Charakter irgendwie "schief".
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Rosentinte am 04. Mai 2011, 17:26:15
Hallo,
also ich suche auch oft eine halbe Stunde Tendenz aufwärts nach Namen für mehr oder weniger wichtige Charaktere. Das liegt aber sicher auch daran, dass ich die Sachen ja aus dem Bretonischen ableite und nur begrenzt Wörter habe/finde. Bei relativ unwichtigen Charakteren mache ich deshalb immer ein ... statt dem Namen oder schreibe Soldat 1 etc. in Rot und suche später. Mir geht es bei anderen Namen aber eher wie Aryana.
Aber leider ist die ganze Situation in Wirklichkeit so: Namen müssen sicherlich zu den Personen passen, aber ich glaube niemand macht sich so viele Gedanken darüber, wie der Autor selber.
Beisp. Harry Potter - hat sich irgendwer schon mal gefragt, warum der so heißt? Und die Liste lässt sich ewig fortsetzen.
LG, Rosentinte
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Schommes am 04. Mai 2011, 17:34:03
Der Name enthält oft Hinweise auf den Charakter und ist daher extrem wichtig. Gerade bei Harry Potter ist das so. Hermione klingt tendenziell nach einem Oberschichtkind, schlauen Mädchen, etwas zickig etc. Harry Potter selbst klingt nach einem absoluten Durchschnittskerl und das ist meiner Ansicht nach von Mrs. Rowling auch genauso gewollt. Richtig aussagekräftig sind dann natürlich die Zauberernamen. Z.B. Snape: Klingt zugleich nach Snake und to snap z.B. im Sinne von jemanden anblaffen. Und das passt doch hervorragend und ich könnte noch endlos so weiter machen.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Malinche am 04. Mai 2011, 17:39:56
Zitat von: Aryana
Wenn mir der Name nicht zum Charakter passt, dann ist der ganze Charakter irgendwie "schief".

Das unterschreibe ich mal so. Ich habe immer das Gefühl, dass viele Figuren selber beschließen, wie sie heißen möchten, und ich als Autor bin nur in der Position, das erraten zu müssen. Wenn eine Figur bei mir einmal einen Namen hat, kann ich sie normalerweise nicht einfach umtaufen - es sei denn, ich merke, dass ihr alter Name nicht der richtige war. Zum Verhängnis wird mir das wahrscheinlich bei den Kondorkindern, wo ich mehrere Figuren habe, die z.B. mit Y beginnen. Aber ich bringe es nicht übers Herz, ein oder zwei Namen zu ändern, zumal es sich in dem Fall auch um sprechende Namen mit einer Bedeutung handelt.

Das wiederum mache ich auch nicht immer - also, dass sich Namen ausgehend von einer gewünschten Bedeutung ergeben. Manchmal ja, oder es ergibt sich auf Anhieb von selbst ein "sprechender" Name. Manchmal finde ich erst im Plotprozess heraus, dass der Name auch auf einer Metaebene gut zum Charakter passt. Als mein Kojotengott sich für den Namen Rufus entschied, habe ich gegoogelt und festgestellt, dass es den Roten Wolf canis rufus gibt, der sogar ein Wolfs-Kojoten-Hybride sein könnte oder zumindest halt eng mit dem Kojoten verwandt ist. Solche Zufälle sind dann witzig und bestärken mich auch irgendwie darin, dass Namen einfach passen müssen.

Und da bin ich dann auch relativ egoistisch und denke eher an mein Wohlbefinden als Autorin statt an das meiner potentiellen Leser. Momentan geht das noch, aber wenn ich erst mal meine Aztekengeschichte schreibe, in der ganz bestimmt Tezcatlipoca und Freunde auftreten werden ... äh, ja.  ::)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Kati am 04. Mai 2011, 17:48:58
Zitat
Beisp. Harry Potter - hat sich irgendwer schon mal gefragt, warum der so heißt? Und die Liste lässt sich ewig fortsetzen.

Angeblich hießen ja die Nachbarn Potter.  ;)

Ich mag es tendenziell eigentlich nicht, wenn Autoren ihren Figuren Namen geben, die den Charakter beschreiben. Ganz ehrlich, woher sollen denn die Eltern wissen, dass ihr Kind mal so wird, wie sie es nennen wollen? Es gibt da natürlich Ausnahmen, wenn die Eltern zum Beispiel wissen, das ihr Kind mal König/Zauberer/Sonstewas wird, da habe ich das auch schon gemacht. Aber ansonsten? Nee.
Manchmal passiert das allerdings auch ganz aus Versehen, kennt ihr das? Man beschreibt einen Charakter und guckt mal nach, was der Name bedeutet und er passt wie die Faust auf´s Auge.  :)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Schommes am 04. Mai 2011, 17:51:12
Ich mag es tendenziell eigentlich nicht, wenn Autoren ihren Figuren Namen geben, die den Charakter beschreiben. Ganz ehrlich, woher sollen denn die Eltern wissen, dass ihr Kind mal so wird, wie sie es nennen wollen?
Romane bilden nicht die Wirklichkeit ab. Und ist Gilderoy Lockhart für einen aufgeblasenen Wichtigtuer nicht einfach wundervoll?
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Wolli am 04. Mai 2011, 17:54:24
Angeblich hießen ja die Nachbarn Potter.  ;)

Okay, jetzt ist es offiziell, ich ziehe neben Frau Rowling!  ;D
Aber zum Thema: Mir sind Charakternamen insofern wichtig, dass sie eben einfach passen müssen - vollkommen logisch! Meistens lass ich mich von Namen inspirieren, deren Herkunft und somit der Klang zum Volk des Charakters passen. Aber ganz oft passiert es auch, dass ich Namen sofort weiß, dann schreib ich sie einfach auf und: Hallo! da sind sie und da bleiben sie und sie passen perfekt zum Charakter (das passiert manchmal sogar erst wenn der Charakter das erste Mal auftaucht,- ganz spontan eben). Also lass ich mich im Großen und Ganzen einfach von meinem Gefühl für die Figur leiten. Bisher gab es nie einen Namen, mit dem ich unzufrieden war.  ;)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Sven am 04. Mai 2011, 17:58:32
Ich mag es tendenziell eigentlich nicht, wenn Autoren ihren Figuren Namen geben, die den Charakter beschreiben. Ganz ehrlich, woher sollen denn die Eltern wissen, dass ihr Kind mal so wird, wie sie es nennen wollen?

Es muss ja nicht so eindeutig sein. Ich habe eine Figur, die im Roman, obwohl sie eine Erwachsene ist, wie ein Kind wirkt. Sie ist nicht zielgerichtet, lässt sich schnell ablenken und so weiter. Sie heißt Desideria, was soviel wie "die Kindliche" bedeutet. Vom Namen her würde ich nie auf die Bedeutung schließen. Aber er passt zu ihr. Ich finde es klasse  ;D
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Malinche am 04. Mai 2011, 18:02:49
Zitat von: Kati
Ich mag es tendenziell eigentlich nicht, wenn Autoren ihren Figuren Namen geben, die den Charakter beschreiben.

Na ja, sagen wir so, mir missfällt das, wenn es absolut gewollt und gezwungen daher kommt. Also Beispiel: Der Böse heißt Darkonius, sein Gehilfe Evilian, die schöne Heldin Bellissima und der strahlende Protagonist Heros Eisenherz.  ::) Oder sowas in der Art.

Aber wenn der Name eine auf nicht auf den ersten Blick erkennbare Bedeutung hat, die zum Charakter passt - aber eben auf irgendwie pfiffige Weise ... und sei es, dass sie in ironischem Widerspruch zum Wesen der Figur steht - warum nicht? Kommt natürlich immer darauf an, wie dick aufgetragen das ist. Wenn Bedeutung, dann sollte sie meiner Meinung nach ergänzen und nicht krampfhafte Trägerin der ganzen Figur sein.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Aryana am 04. Mai 2011, 19:13:22
Bedeutungen müssen Namen bei mir nicht haben, aber sie müssen eben passen. Viele meiner geschichten spielen in einem spanisch oder italienisch angehauchten Setting, da kann ich einfach meinen Glücksritter nicht Harald oder Iwan nennen. :)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Lisande am 04. Mai 2011, 19:48:16
Bedeutungen müssen Namen bei mir nicht haben, aber sie müssen eben passen. Viele meiner geschichten spielen in einem spanisch oder italienisch angehauchten Setting, da kann ich einfach meinen Glücksritter nicht Harald oder Iwan nennen. :)

Könntest Du schon, Du müsstest nur mit äußerst viel Beta-Kommentaren in Pink* rechnen.  ;D

*für alle anderen: meine Farbe für meine dummen Kommentare, die ich mir bisher noch in keiner Beta-Arbeit verkneifen konnte.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Schommes am 04. Mai 2011, 19:55:36
Nein es sollte sicherlich nicht allzu offensichtlich sein und ist außerdem auch stark Genreabhängig. Die sprechenden Namen bei Harry Potter passen zum märchenhaften, leicht komischen Unterton. Aber die Figur bedingt auch irgendwie den Namen.
Wie würdest Du einen bärbeißigen, Bronxstämmigen, alkoholabhängigen, kautabakkauenden Police Detective eher nennen: Dionysius Honeywell oder Ed Baxter (vorausgesetzt, Du willst keine Persiflage)?
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Malinche am 04. Mai 2011, 19:58:59
Och. Eindeutig Dionysius Honeywell. Dann hat der Gute nämlich auch gleich eine namensbedingte Psychose, die für zusätzlichen Konfliktstoff innerhalb der Geschichte sorgt.  :snicker:

*hüstel* Ja, bin ja schon ruhig ...
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Schommes am 04. Mai 2011, 20:57:50
Och. Eindeutig Dionysius Honeywell. Dann hat der Gute nämlich auch gleich eine namensbedingte Psychose, die für zusätzlichen Konfliktstoff innerhalb der Geschichte sorgt.  :snicker:

*hüstel* Ja, bin ja schon ruhig ...
Nicht doch. Das fängt gerade an Spaß zu machen. Und wie nennst du den verlorenen Prinzen der Mondelben: Aldurhàn oder doch eher Ed Baxter?
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Rosentinte am 04. Mai 2011, 22:10:13
Der Name enthält oft Hinweise auf den Charakter und ist daher extrem wichtig.
Na klar, aber seien wir doch mal ehrlich: Der 08/15-Leser braucht den Namen nur zur Idenfizierung der Person. Der liest einen Namen und der Name gefällt ihm vielleicht. Klar, Namen charakterisieren (siehe Jaqueline, Chantalle, Kevin und im Gegensatz dazu Theresa und Maximilian). Mrs. Rowling wäre bestimmt nicht so berühmt geworden, wenn Willi, Bertha und Manny gegen Herrn Osterglocke gekämpft hätten. Aber detailliertere Gedanken über den Namen, wie z.B. Bedeutung macht sich doch nur der Autor und im günstigsten Fall Hardcore-Fans oder jemand, der das interpretiert, z.B. für die Schule.
Namen müssen zum Setting und zur Person passen, aber den Leser interessiert nicht mehr.
LG, Rosentinte
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Schommes am 04. Mai 2011, 22:13:58
Namen müssen zum Setting und zur Person passen, aber den Leser interessiert nicht mehr.
Richtig. Aber das ist mitunter eben gar nicht so einfach. Das was der Leser vielleicht nur unbewusst als passend wahrnimmt, hat der Autor mit viel Gehirnschmalz ausgewählt. Außerdem ... wie der Volksmund sagt: Nomen est Omen.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Sven am 04. Mai 2011, 22:22:44
Namen müssen zum Setting und zur Person passen, aber den Leser interessiert nicht mehr.

Aber das heißt ja nicht, dass sich der Autor keine Gedanken machen sollte. Die meisten Leser bekommen nicht mit, was der Autor mit diesem Satz, oder jenem Vergleich sagen will. Die meisten Leser überlesen wichtige Hinweise, aber das bedeutet doch nicht, dass man sie als Autor auch weglassen kann.
Wenn es einen Leser gibt, der den Namen nachschlägt und sich freut, dass er so raffiniert ist, hat es sich schon gelohnt.
Das ist wie mit Filmen und Nerds. Es macht Spaß, in Filmen Dinge zu stecken, die nur ein Nerd herausfinden kann. Wem ist aufgefallen, dass E.T. in Star Wars mitmacht? Bei Computerspielen wird es ja auch so gemacht.
Also: Das bemerkt der Leser eh nicht, ist kein Argument  :engel:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: sirwen am 04. Mai 2011, 22:57:59
Zitat
Mrs. Rowling wäre bestimmt nicht so berühmt geworden, wenn Willi, Bertha und Manny gegen Herrn Osterglocke gekämpft hätten.
Och, aber Harry, Hermione und Ron sind jetzt auch nicht so aussergewöhnliche Namen. Na ja, Hermione ist ein bisschen nerdig. Und Herr Osterglocke wäre Mr. Daffodil, das hätte mir gefallen.  ;D

Meistens habe ich sowieso Namen, bevor ich Geschichten habe, aber ich schaue meistens nach, welchen Usprung die Namen haben (bei bereits existierenden), damit es sich nicht allzu sehr widerspricht, und wenn ja, dann gewollt. Versteckte Bedeutungen im Namen finde ich auch bei Parodien toll, weil es so dämlich ist.
Grundsätzlich würde ich einfach sagen, dass es vom Bauchgefühl her stimmen muss.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Erdbeere am 05. Mai 2011, 11:15:29
Genau, das Bauchgefühl muss stimmen. Wenn ich das Gefühl habe, dass die Charaktere irgendwie "schief" sind, wie Aryana so schön sagte, dann verhunzt mir das die halbe Geschichte. Vielleicht bin ich da etwas zu perfektionistisch veranlagt und auch etwas egoistisch. Wie die Leser dann die einzelnen Namen interpretieren, ist ihnen überlassen. Wenn einer der Leser die Bedeutung eines Namens (wenn denn da eine Bedeutung vorhanden ist) bemerkt und für passend befindet, haben wir Autoren ja bereits gewonnen.
Aber das wichtigste ist doch, dass die Namen zum Setting passen, mMn.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Romy am 05. Mai 2011, 16:34:40
Also ich finde auch, dass Namen zu den Figuren passen müssen. Aber aus den Bedeutungen mache ich mir eher weniger. Ich gucke zwar oft nach den Bedeutungen, aber solange es etwas ist, was nicht sofort ins Auge sticht und der Figur komplett widerspricht, würde ich einen Namen trotzdem nehmen, solange der Klang gut passt, unabhängig davon, ob die Bedeutung nun passt oder nicht

Ich mag es tendenziell eigentlich nicht, wenn Autoren ihren Figuren Namen geben, die den Charakter beschreiben. Ganz ehrlich, woher sollen denn die Eltern wissen, dass ihr Kind mal so wird, wie sie es nennen wollen?
Das geht mir genauso. Ich finde Namen sagen eigentlich eher was über den Charakter der Eltern aus, die den Namen ausgewählt haben, als über die Kinder, die diesen Namen dann lebenslang mit sich rumtragen müssen. ;)

Beispiel: Eine flippige, junge Frau, die den (grässlichen) Namen Marcella trägt, sich von ihren Freunden aber ausschließlich Marcy nennen lässt und sich nebenbei gerne über ihre Eltern und den echten Namen beschwert.
Der Name Marcella sagt in dem Fall was über den Charakter ihrer Eltern (überkandidelte Snobs). Marcy, der Name, den sie sich selbst gegeben hat, sagt was über ihren wirklichen Charakter (flippig, fröhlich, niedlich).
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Schommes am 07. Mai 2011, 15:50:46
Beispiel: Eine flippige, junge Frau, die den (grässlichen) Namen Marcella trägt, sich von ihren Freunden aber ausschließlich Marcy nennen lässt und sich nebenbei gerne über ihre Eltern und den echten Namen beschwert.
Der Name Marcella sagt in dem Fall was über den Charakter ihrer Eltern (überkandidelte Snobs). Marcy, der Name, den sie sich selbst gegeben hat, sagt was über ihren wirklichen Charakter (flippig, fröhlich, niedlich).
Prima. Dann haben wir jetzt den perfekten Namen für eine flippige, fröhlich, niedliche Frau, deren Lebensgeschichte u.a. darin besteht, überkandidelt snobistische Eltern zu haben. Und damit wäre wieder bewiesen: Gute Namensauswahl für Romanfiguren ist wie gutes Bühnenbild für ein spannendes Stück. Wenn man herausgeht, kann man sich nicht mehr richtig daran erinnern, weil das Stück so spannend war. Aber irgendwie hat es gepasst.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Erdbeere am 07. Mai 2011, 20:34:55
Prima. Dann haben wir jetzt den perfekten Namen für eine flippige, fröhlich, niedliche Frau, deren Lebensgeschichte u.a. darin besteht, überkandidelt snobistische Eltern zu haben. Und damit wäre wieder bewiesen: Gute Namensauswahl für Romanfiguren ist wie gutes Bühnenbild für ein spannendes Stück. Wenn man herausgeht, kann man sich nicht mehr richtig daran erinnern, weil das Stück so spannend war. Aber irgendwie hat es gepasst.

Klingt für mich etwas zu gewollt. Als halbwegs intelligente und aufmerksame Leserin steige ich sehr schnell hinter solche Absichten des Autors und frage mich dann, ob ihm nichts besseres eingefallen ist. Das Stück mag noch so spannend sein, aber irgendwie kann ich den Autor dann nicht mehr richtig ernst nehmen.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Nachtblick am 07. Mai 2011, 21:03:50
Was gibt es andererseits Schöneres als einen Serienkiller mit einem vollkommen gewöhnlichen Kleinbürgernamen? Der Wert des Namens "Walther" ist für mich erst gestiegen, seit dieser Killer aus Silent Hill den Namen hat. :) Es kann meiner Meinung nach einen unglaublichen Reiz ausmachen, auch mal einen unpassenden Namen zu wählen. Und für Schurkennamen gilt erst recht, je böser und düsterer sie klingen, desto mehr neigen sie dazu, nichts als Gelächter hervorzurufen. Warum sonst hieß mein Oberschurke mal Vardur. Ich kann immer noch drüber lachen. :rofl:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Schommes am 07. Mai 2011, 21:09:15
Klingt für mich etwas zu gewollt. Als halbwegs intelligente und aufmerksame Leserin steige ich sehr schnell hinter solche Absichten des Autors und frage mich dann, ob ihm nichts besseres eingefallen ist. Das Stück mag noch so spannend sein, aber irgendwie kann ich den Autor dann nicht mehr richtig ernst nehmen.

Ganz bestimmt nicht, wenn ich mir den Namen ausgedacht habe, Erdbeere. Meine von Dir zitierte Aussage triefte übrigens vor Ironie. Naja, wahrscheinlich muss ich sie das nächste Mal noch etwas dicker zwischen die Zeilen schmieren.  :snicker:

Was gibt es andererseits Schöneres als einen Serienkiller mit einem vollkommen gewöhnlichen Kleinbürgernamen? Der Wert des Namens "Walther" ist für mich erst gestiegen, seit dieser Killer aus Silent Hill den Namen hat. :) Es kann meiner Meinung nach einen unglaublichen Reiz ausmachen, auch mal einen unpassenden Namen zu wählen. Und für Schurkennamen gilt erst recht, je böser und düsterer sie klingen, desto mehr neigen sie dazu, nichts als Gelächter hervorzurufen. Warum sonst hieß mein Oberschurke mal Vardur. Ich kann immer noch drüber lachen. :rofl:
Aber Dr. Hannibal "the cannibal" Lecter war schon ein großer Wurf, gell.  :jau:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Nachtblick am 07. Mai 2011, 21:20:42
So what? Inwiefern widerspricht/belegt das meine(r) Aussage?
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Schommes am 07. Mai 2011, 21:27:39
So what? Inwiefern widerspricht/belegt das meine(r) Aussage?
Weiß nicht. Ich hatte Dich so verstanden, als ob ein ernsthafter Name bei einem Schurken notwendig daneben gehen muss. Hannibal the cannibal finde ich düster und ich fand ihn weder im Buch noch im Film irgendwie lächerlich. Die Variante Walther bei Silent Hill kann ich nicht beurteilen, da ich den Film nicht kenne. Bei mir ruft das dann eine Assoziation zu Hanna Arends berühmtem Satz von der Banalität des Bösen wach. Das hat natürlich auch was. Schlimm wird's, wenn die Namensdüsterkeit zu "over the top" ist. Ich muss ehrlich sagen - bei aller Liebe zu HP - Lord Voldemort fand ich in diesem Sinne grenzwertig. Du auch?
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Nachtblick am 07. Mai 2011, 21:41:47
Ich wusste, dass Voldemort hier einspringen muss. ;D Um ihn zu verteidigen: er ist in guter Gesellschaft. Außerdem ist es ein selbst gewählter Spitzname, eigentlich heißt er ja Tom Vorlost/Marvolo Riddle. Viel wichtiger allerdings: Rowling hat fast allen Charakteren ganz bewusst Namen gegeben, die zu ihren Eigenschaften oder Auffälligkeiten passen (Remus Lupin, der Werwolf, als Beispiel). Hinter jedem ihrer Namen steckt eine solche kleine Geschichte, das gibt sie offen zu und es macht einen zusätzlichen Reiz aus – daher ist auch Voldemort keineswegs überladen. Ausnahme. ;)

Meine Aussage war im Grunde: es kann sehr reizvoll sein, einem Bösewicht einen harmlosen Namen zu geben – denn ob ich jetzt Hans Müller oder Vladimir Düsterbach heiße, ich kann mit beiden Namen ein Serienkiller werden. Das gilt es zu bedenken, und mir persönlich gefallen auch Ausnahmen: das Böse heißt einfach ganz banal. Das muss nicht so sein, natürlich nicht. Voldemort finde ich persönlich exzellent und Hannibal Lecter sicherlich auch. Grenouille aus "Das Parfum" klingt in meinen Ohren wie ein Schimpfwort, und die Kombination "Anton" und "Chigurh" (nicht aussprechbar) aus "No Country For Old Men" ist ganz und gar wundervoll, um es nicht so zu sagen. ;D
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Romy am 08. Mai 2011, 00:42:55
Klingt für mich etwas zu gewollt. Als halbwegs intelligente und aufmerksame Leserin steige ich sehr schnell hinter solche Absichten des Autors und frage mich dann, ob ihm nichts besseres eingefallen ist. Das Stück mag noch so spannend sein, aber irgendwie kann ich den Autor dann nicht mehr richtig ernst nehmen.
Ganz bestimmt nicht, wenn ich mir den Namen ausgedacht habe, Erdbeere. Meine von Dir zitierte Aussage triefte übrigens vor Ironie. Naja, wahrscheinlich muss ich sie das nächste Mal noch etwas dicker zwischen die Zeilen schmieren.  :snicker:
Also ich habe die Ironie, die ja auf meinen Beitrag gemünzt war, durchaus erkannt. ;)
Klar ist Marcella/Marcy ein etwas überspitzes Beispiel. Aber Beispiele sind ja auch dafür da, etwas besonders deutlich zu machen und deshalb nimmt man gerne etwas möglichst Plattes, das haben Beispiele allgemein so an sich. ;)
 
Ich wüsste aber nicht, was realistischer wäre, als wenn eine Figur/ein Mensch von seinen Eltern einen grässlichen Namen verpasst bekommt und dann das beste (sprich, das was die Figur/der Mensch als am passendsten für sich selbst erachtet) fürs Leben darauß macht. ;) Und eine Figur/ein Mensch würde sich ja nicht selbst einen Namen geben, den sie nicht als für sich passend erachtet. Wo läge sonst der Sinn darin, sich selbst einen Namen zu geben? Voldemort würde sich selbst bestimmt nicht selbst Tommy nennen. Klingt irgendwie nicht böse genug und böse will er ja sein. ;) Marcy will lustig und niedlich sein und sich von ihren spießigen Eltern distanzieren, deshalb lässt sie sich von ihren Freunden Marcy nennen und jeder, der sie Marcella nennt, kriegt nen bösen Blick. ;) Das ist dasselbe wie Voldemort, nur in pink. ;D

Joa und wenn Voldemort sich selbst einen Namen geben kann, kann das jedenfalls jede x-beliebige andere Figur, die wir uns ausdenken könnten, ganz genauso. Ich wüsste wirklich nicht, was daran zu gewollt sein sollte.  :hmhm?:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Faol am 08. Mai 2011, 00:49:01
Zitat
Joa und wenn Voldemort sich selbst einen Namen geben kann, kann das jedenfalls jede x-beliebige andere Figur, die wir uns ausdenken könnten, ganz genauso. Ich wüsste wirklich nicht, was daran zu gewollt sein sollte.  :hmhm?:
Soll ja auch im echten Leben so Leute geben die sich nur mit ihrem Spitznamen rufen lassen, also warum nicht im Roman.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Romy am 08. Mai 2011, 01:03:22
Soll ja auch im echten Leben so Leute geben die sich nur mit ihrem Spitznamen rufen lassen, also warum nicht im Roman.
Eben das meinte ich. :)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: der Rabe am 08. Mai 2011, 01:04:08
Soll ja auch im echten Leben so Leute geben die sich nur mit ihrem Spitznamen rufen lassen, also warum nicht im Roman.
Ich kenne die meisten hier nur mit ihrem selbstgewählten "Spitznamen"...
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Romy am 08. Mai 2011, 01:23:57
Oh, sehr gutes Beispiel.  :pompom: Ich höre im wahren Leben auch schon auf meinen Tintenzirkel-Nickname, der mit meinem echten Namen rein gar nichts zu tun hat. ;D
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: der Rabe am 08. Mai 2011, 01:27:39
Das geht Malinche und mir auch so. Und das beste: obwohl wir uns schon einige Male getroffen haben, haben wir uns gegenseitig mit den Nicks des Tintenzirkels in den Handys abgespeichert. (das war nicht abgesprochen! ;D)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Schommes am 08. Mai 2011, 10:06:42
Also ich habe die Ironie, die ja auf meinen Beitrag gemünzt war, durchaus erkannt. ;)
Klar ist Marcella/Marcy ein etwas überspitzes Beispiel. Aber Beispiele sind ja auch dafür da, etwas besonders deutlich zu machen und deshalb nimmt man gerne etwas möglichst Plattes, das haben Beispiele allgemein so an sich. ;)
Habe ich auch so verstanden, aber die liebe Erdbeere offensichtlich nicht.
Ich wusste, dass Voldemort hier einspringen muss. ;D Um ihn zu verteidigen: er ist in guter Gesellschaft. Außerdem ist es ein selbst gewählter Spitzname, eigentlich heißt er ja Tom Vorlost/Marvolo Riddle. Viel wichtiger allerdings: Rowling hat fast allen Charakteren ganz bewusst Namen gegeben, die zu ihren Eigenschaften oder Auffälligkeiten passen (Remus Lupin, der Werwolf, als Beispiel). Hinter jedem ihrer Namen steckt eine solche kleine Geschichte, das gibt sie offen zu und es macht einen zusätzlichen Reiz aus – daher ist auch Voldemort keineswegs überladen. Ausnahme. ;)
Hatte ich an früherer Stelle des Threads genauso erklärt. Bei Voldemort finde ich das allerdings trotzdem problematisch, weil ich vor ihm fürchten soll. Bei Snape hat sie das besser hingekriegt.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Nachtblick am 08. Mai 2011, 11:50:08
Habe ich auch so verstanden, aber die liebe Erdbeere offensichtlich nicht. Hatte ich an früherer Stelle des Threads genauso erklärt. Bei Voldemort finde ich das allerdings trotzdem problematisch, weil ich vor ihm fürchten soll. Bei Snape hat sie das besser hingekriegt.
So weit habe ich gar nicht gelesen. ;D Tom Marvolo Riddle zu I am Lord Voldemort finde ich persönlich ja klasse. Auch das deutsche Vorlost statt Marvolo gefällt mir sehr gut. Snape hat einen bewusst gewählten eher bedrohlich klingenden Namen, Tom auch. Dass Rowling Tom daraus einen noch finsteren machen lässt – so gehört sich das. "Tom Marvolo Riddle, der-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf" oder "Severus Snape, der-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf" gegenüber "Voldemort, der-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf" – wer gewinnt da wohl? :pompom:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Aryana am 09. Mai 2011, 08:21:11
Snape ist ein sehr viel schillernderer Charakter als Voldemort. Bei Volemort war am Anfang an klar, dass er der Bösewicht ist, sein name wurde nicht genannt, allen lief es kalt den Rücken runter, wenn jemand ihn aussprach.
Snape dagegen war im ersten Moment erst mal was ganz banales - ein Professor an einer Schule. Okay, es war eine Zaubererschule, aber immerhin, es war eien Schule. Ob er böse oder gut war was er denn nun eigentlich wollte, ob er für sich oder für andere arbeitete, nur auf seine eigene Sicherheit schaute oder wirklich anderen helfen wollte, war die ganze Buchreihe hindurch nicht wirklich klar. Das hat weniger was mit dem Namen zu tun, als wie der Charakter aufgebaut war. :)

Mir gefällt die Anagrammspielerei mit Voldemort und seinem wirklichen Namen sehr gut. Der Kerl gefällt sich so sehr selbst in der Rolle des Schurken, dass er auch einen schurkigen Namen wählt.
Außerdem, das sollten wir nicht vergessen, ist Harry Potter immer noch ein Jugendbuch, und da ist das mit den sprechenden Namen sowieso alles noch ein bisschen anderes als in Romanen für Erwachsene. Finde ich zumindest.

Was Spitznamen angeht - dass Romanfiguren auch Spitznamen haben können, ist mir das erste Mal in Mercedes Lackeys Heralds of Valdemar-Serie aufgefallen. Herald Vanyel wird von seinen Freunden nur "Van" genannt, sein Seelenbruder Tylendel hauptsächlich "Lendel". Frendliche Spitznamen, oder auch nur Namensabkürzungen, haben für mich immer sehr viel mit Nähe und Freundschaft zu tun. Ich würde niemals jemanden, den ich nicht mag, mit einem freundlich/liebevoll abgekürzten Spitznamen benennen. Da würen dann eher weniger nette Bezeichnungen kommen, die sich aufs Aussehen, bestimmte Eigenarten oder ähnliches beziehen (Schielauge, Hinkebein, Krummnase...).
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Schommes am 09. Mai 2011, 08:37:12
(Schielauge, Hinkebein, Krummnase...).
... oder Strabo, Claudius und Naso. ;-)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Darielle am 09. Mai 2011, 09:39:12
Ich misch mich mal ein, weil es grad um HP geht.^^
Also ich sage dazu, ich habe keines der Bücher gelesen, jedoch die beiden ersten Filme gesehen (oder waren es drei?). Was mich vom ersten Augenblick an gestört hat war der Name "Harry". Er ist in meinen Ohren ein Name für einen Dummkopf, einen der seine Grauen Zellen nicht ganz beisammen hat. Dafür, dass er nun aber der Herold ist, scheint mir der Name einfach zu flach. Kann mir wer erklären, warum er ausgerechnet Harry heißt?
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Aryana am 09. Mai 2011, 09:44:19
@Schommes: Oder Cicero, was auch nichts anderes als Kichererbse bedeutet, und dem Redner nicht verliehen wurde, weil er so saukomisch war, sondern weil er eine Warze auf der Nase hatte. Ja.
Die Römer waren da ausgesprochen kreativ.

@Darielle: Vielleicht "Harry", weil Harry so ein "Dutzendname" in England ist. So viele Peters wie es in Deutschland gibt, gibt es sicher auch Harrys in England. Ich glaube einfach, dass er so einen "einfachen" Namen bekommen hat, damit sich auch wirklich jeder Leser mit ihm identifizieren kann. Am Anfang ist er ja nichts anderes als ein Waisenjunge, den im Grunde genommen niemand haben will und der bei seiner Tante nur geduldet wird. Das Gefühl, ungeliebt zu sein oder nicht gewollt zu sein hat sicher jedes Kind manchmal, ob nun berechtigt oder nicht, ist dabei in diesem Zusammenhang vollkommen unwichtig. "Harry" ist der einfache Juge von nebenan, unauffällig und unwichtig. Dass er später mal der Held sein würde, der die Welt rettet, weiß er ja noch nicht, und seine Eltern wussten auch nicht, dass ihr Sohn etwas besonderes ist.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Schommes am 09. Mai 2011, 10:04:10
@Schommes: Oder Cicero, was auch nichts anderes als Kichererbse bedeutet, und dem Redner nicht verliehen wurde, weil er so saukomisch war, sondern weil er eine Warze auf der Nase hatte. Ja.
Die Römer waren da ausgesprochen kreativ.
Einspruch, Euer Ehren. So hieß die Familie im Ganzen. Der bewarznaste muss ein Vorfahr gewesen sein.

@Darielle: Vielleicht "Harry", weil Harry so ein "Dutzendname" in England ist. So viele Peters wie es in Deutschland gibt, gibt es sicher auch Harrys in England. Ich glaube einfach, dass er so einen "einfachen" Namen bekommen hat, damit sich auch wirklich jeder Leser mit ihm identifizieren kann. Am Anfang ist er ja nichts anderes als ein Waisenjunge, den im Grunde genommen niemand haben will und der bei seiner Tante nur geduldet wird. Das Gefühl, ungeliebt zu sein oder nicht gewollt zu sein hat sicher jedes Kind manchmal, ob nun berechtigt oder nicht, ist dabei in diesem Zusammenhang vollkommen unwichtig. "Harry" ist der einfache Juge von nebenan, unauffällig und unwichtig. Dass er später mal der Held sein würde, der die Welt rettet, weiß er ja noch nicht, und seine Eltern wussten auch nicht, dass ihr Sohn etwas besonderes ist.
Danke! Genauso seh ich das auch. Es ist ein Allerweltsname für einen Allerweltskerl, der unversehens zum Helden wird. Insofern ist auch gerade dies ein Superbeispiel für einen "sprechenden" Namen.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Aryana am 09. Mai 2011, 10:10:03
*seufz* Ja, hast Recht. War ja nur ein Beispiel.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Darielle am 09. Mai 2011, 21:36:41
@ Aryana
Also mit Cicero kenne ich mich zwar nicht so dolle aus, habe aber "Imperium" und "Titan" (Robert Harris) gekauft und gele- äh gefressen. Hierin stand nicht, dass Cicero "saukomisch" war, sondern im Gegenteil, dass er sehr ernsthaft mit einer sehr deutlichen Stimme playdiert hat. Wie gesagt, mit der wahren historischen Figur bin ich nicht wirklich verwandt gewesen *lol*, aber ich denke die Romane gelten ja als eine Art Biografie von Marcus Tullius Cicero, dem besten Anwalt Roms. *ich liebe ihn*
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Aryana am 09. Mai 2011, 22:49:37
Natürlich meinte ich das mit Ciceros "Komischsein" nicht ernst. Ich weiß durchaus, wer er war. :)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Darielle am 09. Mai 2011, 23:36:55
Ach so, na sag das doch gleich!  :rofl: Über die Schrift hinweg lässt sich Ironie manchmal nur erkennen, wenn sie auch als solche gekennzeichnet ist. Tut mir leid, ich kapier halt nicht immer gleich alles.

Trotzdem finde ich es schade - um mal auf HP zurück zu kommen - dass sich Rowling mit so einem einfachen Namen zufrieden gegeben hat. Immerhin, Hermine ist ja eigentlich nicht so dermaßen bekannt (oder hab ich mal wieder was nicht mitbekommen?) und schon allein deshalb gefällt sie mir. Aber ok, ich muss ja nicht so heißen, da geb ich mal Ruhe.  :d'oh:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Aryana am 10. Mai 2011, 10:52:02
Vergessen wir die Römer.  ;)

Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Tastentänzerin am 10. Mai 2011, 23:28:39
Ich komm' nach wie vor nicht über Katniss und Kvothe hinweg...! Fangen auch noch beide mit K an. Zufall? :hmmm:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Fizz am 10. Mai 2011, 23:33:34
@ Tastentänzerin: Ich irgendwie auch nicht. ^^
Gut, Kvothe habe ich irgendwann nicht mehr wahrgenommen, aber bei Katniss ... da denk ich ständig an eine Kurzform für Katzenpisse. So jetzt ist es raus xD
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Dealein am 10. Mai 2011, 23:34:58
Hahaha, Katzenpisse. Danke, jetzt muss ich auch immer daran denken  :P Katniss war für mich irgendwie klischeehaft. "Starke" Frauen heißen irgendwie oft irgendwas mit Kat/Cat.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Schreinhüter am 11. Mai 2011, 11:56:39
Seit Tagen geht mir Nilas nicht mehr aus dem Kopf. Er soll mein neuer Hauptcharakter werden. Nilas ist eine Bezeichnung für den sich auf Wasserflächen bildenden Frost...und genau so kommt mir der gute Mann leider noch vor. Aber direkt Eisblock kann man einen Char ja auch nicht nennen  :D
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Faol am 11. Mai 2011, 12:54:30
Zitat
Katniss
Ich fänd Katniss wäre ein guter Name für ein Katzenfutter.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Aryana am 11. Mai 2011, 13:24:06
Ich weiß ja nicht...
Ich habe bisher weder den Namen des Windes noch Panem gelesen. Aber... Katniss.. An dem Namen stört mich das Kat weniger als das -niss. Ich muss da immer an "Nissen" denken, an Läuseeier.
Kvothe geht ja irgendwie noch, auch wenn ich mich frage, wie der Auto selbst den Namen ausspricht. Mit harten th oder weichem englichen th wie in "the"? Spricht man das e mit oder nicht? Sowas interessiert mich ja auch immer. Soll man den Namen aussprechen wie das enlische "quoth" so wie in "thus quoth the raven: nevermore!"? Oder ist es wirklich gesprochen wie geschrieben und klingt dann doch wie "Kwote"? Fragt mal jemand Herrn Rothfuss?  ;D
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Wolli am 11. Mai 2011, 13:31:51
Ich fänd Katniss wäre ein guter Name für ein Katzenfutter.
:rofl:
Ich hab beim Lesen immer an Katjes-Weingummies gedacht. Katjes-jes-jes-jes-jes!

Aber Kvothe fand ich am Anfang echt störend, naja irgendwann gewöhnt man sich halt dran.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Krähe am 11. Mai 2011, 15:23:25
@Aryana: ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass man es wie "quothe" aussprechen soll ;)

Und ehrlich gesagt mag ich Kvothe sogar ziemlich gern :innocent: Viel schlimmer finde ich seinen selbstgewählten Decknamen als Wirt: "Kote". Wenn ich das englisch ausspreche - und das sollte man ja u.U. - dann komme ich doch auf etwas, das verdammt ähnlich wie "Kot" klingt, oder? Ich meine, er kann ja nichts für unsere deutsche Sprache, aber... ::)

Katniss : Panem habe ich auch noch nicht gelesen. Aber der Name erinnert mich auch permanent an Katzenfutter.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Churke am 11. Mai 2011, 15:49:22
Und ehrlich gesagt mag ich Kvothe sogar ziemlich gern :innocent: Viel schlimmer finde ich seinen selbstgewählten Decknamen als Wirt: "Kote".

Kote sind japanische Kendo-Handschuhe.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Wolli am 11. Mai 2011, 16:01:50
Ich finde vor allem Kote als Deckname, wenn man in Wirklichkeit Kvothe heißt… naja, sehr bescheiden  ;D
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Fizz am 11. Mai 2011, 16:10:29
Kote sind japanische Kendo-Handschuhe.

Stimmt, aber obwohl ich selbst Kendo gemacht habe/mache, musste ich, wie Krähe schon sagte, eher an das Andere denken (und das sogar ziemlich penetrant)

Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Kati am 11. Mai 2011, 16:14:32
Zitat
Katniss war für mich irgendwie klischeehaft. "Starke" Frauen heißen irgendwie oft irgendwas mit Kat/Cat.

Kennt einer hier Katsa aus "Graceling"? Das fand ich ja noch viel schlimmer. :) Das klingt ja nun wirklich mal sehr stark nach Katze.  ;)

Ich bin gerade mal wieder mit "The Replacement" von Brenna Yovanoff zugange...und ich singe in meinem Kopf schon wieder die ganze Zeit "Und der Mackie...hat ein Messer...", wenn der Name des Protas fällt. Wer kürzt den Malcolm mit Mackie ab?  :-\
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Churke am 11. Mai 2011, 16:23:17
"Und der Mackie...hat ein Messer...", wenn der Name des Protas fällt. Wer kürzt den Malcolm mit Mackie ab?  :-\

B. Brecht? 
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Kati am 11. Mai 2011, 20:52:10
Aber der von Brecht heißt doch eigentlich Macheath.  :D Oder bin ich jetzt auf dem falschen Dampfer?
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Krähe am 11. Mai 2011, 21:02:30
Stimmt, aber obwohl ich selbst Kendo gemacht habe/mache, musste ich, wie Krähe schon sagte, eher an das Andere denken (und das sogar ziemlich penetrant)

*Fähnchen schwenk*
Juhu!

Ähm, abgesehen davon denke ich, dass Kvothe in seiner Welt kaum einen Kontextbogen zu japanischen Kenodhandschuhen aus unserer Welt schlagen würde. Und ob Rothfuss das wusste, ist auch noch fraglich.

@Wollmütze: Oh ja. Der Aspekt kommt noch dazu. Aber hey, der ist ein talentierter Alleskönner, Kreativität inklusive ;)
Und die Dorfleute sind ja sowieso nicht die Allerhellsten ::)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Erdbeere am 12. Mai 2011, 11:05:18
@ Schommes: Ich habe die Ironie dahinter sehr wohl verstanden, nur war ich mir nach einigem Überlegen nicht mehr sicher, ob das auch so gemeint war von dir. Jetzt weiss ich es. Und ich bin immer noch der Meinung, dass man es mit den Namensbedeutungen in Bezug auf den Charakter nicht übertreiben sollte. Es tun mMn einfach zu viele Autoren.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Shae am 12. Mai 2011, 22:26:24
Hm, also ich fand "Kvothe" als Namen vom Klang her von der ersten Seite an total genial. Weniger seinen Decknamen Kote, der erinnerte dann doch irgendwie eher an Kot oder Kutte. Nett find ich auch, dass der Autor am Anfang erklärt, wie's ausgesprochen wird. Das mag zwar nicht jedem so gehen, aber ich bin dafür immer dankbar.
Von daher find ich's gerade auch sehr spannend die Serie zu "A Game of Thrones" zu sehen und zu hören, wie die ganzen Namen "in echt" ausgesprochen werden. Dabei sind da nicht mal so viele seltsame Namen dabei.

Prinzipiell find ich Namen, die irgendwie ähnlich klingen wie "normale" Namen, am eingängisten in Geschichten. Z.B. Vanyel, Jon, Eddard, Stevron, ...

Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Rosentinte am 13. Mai 2011, 17:11:08
Hm, hier noch mal ein Beispiel dazu, wie es ist, wenn Namen nicht passen. In einem Buch (Tochter des Windes, Elizabeth Haydon) hatten alle drei Protas Namen aus versch. Kulturen: Es  gab einmal Achmed (orientalisch, passte überhaupt nicht zum mittelalterlichen, europäischen Setting), Grunthor (würde ich in Richtung skandinavisch einschätzen) und Rhapsody (modern). Rhapsody hieß früher Emily und adoptierte im Verlauf eine Jo (Josephine).
Also das war mir dann irgendwie zu viel. Es gab auch heute noch genutzte Namen, europäische, mittelalterliche... etc. etc. Ich weiß nicht, was das bewirken sollte, aber dieses Mischmasch hat mich verwirrt. Da ist es doch besser, wenn man sich zu viele Gedanken macht.
LG, Rosentinte
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Jade am 13. Mai 2011, 19:47:38
Hm, hier noch mal ein Beispiel dazu, wie es ist, wenn Namen nicht passen. In einem Buch (Tochter des Windes, Elizabeth Haydon) hatten alle drei Protas Namen aus versch. Kulturen: Es  gab einmal Achmed (orientalisch, passte überhaupt nicht zum mittelalterlichen, europäischen Setting), Grunthor (würde ich in Richtung skandinavisch einschätzen) und Rhapsody (modern). Rhapsody hieß früher Emily und adoptierte im Verlauf eine Jo (Josephine).
Also das war mir dann irgendwie zu viel. Es gab auch heute noch genutzte Namen, europäische, mittelalterliche... etc. etc. Ich weiß nicht, was das bewirken sollte, aber dieses Mischmasch hat mich verwirrt. Da ist es doch besser, wenn man sich zu viele Gedanken macht.
LG, Rosentinte

Rhapsody passt für die weibliche Prota aber ganz gut! Sie ist ja eine Benennerin und wirkt dadurch ihre Magie mit Musik. Daher finde ich den Namen passend. Rhapsody ist ja auch ein Begriff aus der Natur.
Zu den anderen beiden kann man sagen, dass sie beide keine Menschen sind. Der Name für Grunthor passt auch, der ist ja eine Mischung aus Bolg und irgendwas anderem.
Womit ich dir recht gebe ist, wie Achmed da rein passt. Der Rest des Settings ist ja, wie du schon gesagt hast, europäisch mittelalterlich angehaucht, da passt er weniger rein. Aber er ist trotzdem einer meiner Lieblingscharaktere.
Die restlichen Namen passen auch eher zur Zeit. Gwydion, Johanna, ....
Die Autorin scheint generell gerne Dinge zu vermischen. Gibt es da nicht im dritten Teil sogar einen Gladiator??? (Konstantin oder so??)

LG Jade
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Schommes am 13. Mai 2011, 19:51:31
und Rhapsody (modern).
Is ditte nich altjriechisch?
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Shin am 13. Mai 2011, 20:22:44
Achje, Namen, das ewige Thema!

Ausgefallene Namen stören mich nur bedingt. Nur, wenn ich sie nicht aussprechen kann, bekomme ich da schon manchmal meine Frustration.
Allerdings musste ich z.B bei 'Corny' (aus Elfentochter) immer an den Müsliriegel denken! Manche Namen wecken nun mal bei jeder Person ganz eigene Assoziationen.
Was ich allerdings nicht wirklich mag, sind übermäißge Spitznamen! Nun gut, Spitznamen sind ein Ausdruck von Zuneigung und Vertrautheit und bei den Protas geb ich ja auch ganz gerne Spitznamen, aber zu viele Verrenkungen des Namens bei allen möglichen auftretenden Figuren finde ich einfach nur noch absurd! Viktoria wird zu Vinni, Friederike zur Fritzi, Manuel wird zu Mo, Joel wird Shady, Samuel wird Bogey und so weiter. Bei einem Mischmasch aus richtigen (von z.B. Lehrern und Eltern) und falschen Namen (von z.B. Geschwistern und Freunden) kann man bei zu viel Namensakrobatik schon einmal den Überblick verlieren...
Normale Abkürzungen wie Kuro von Kurochi oder Yoshi von Yoshiro verwende ich selbst allerdings gerne mal.

Jedoch hab ich selbst immer die Sorge, dass die Namen meiner eigenen Personen nicht gut ankommen.  :-\
Im Idealfall heißen die nämlich nicht nur so, sondern sind auch so. Soll bedeuten: Ich mag Namen mit Bedeutung und am liebsten soll diese natürlich passen. So ist Kurochi (schwarzes Blut) ein stiller, depressiver Eisdämon, der früher von seiner Mutter kurzzeitig umgebracht und im Krankenhaus wiederbelebt wurde. Miakoda (Kraft des Mondes) ist ein kleiner Incuuben-Mix, der bei Vollmond seine volle Stärke hat und seinen wölfischen Blutsteil herauslässt.
Nur ist die Frage, wie weit mich diese Bedeutungssucht noch einmal in den Wahnsinn treiben wird!  :wums: Natürlich nehme auch ich manchmal Namen, 'weil sie mir einfach nur gefallen'. Doch die Frage ist wie tolerant andere auf Namen wie Chumani, Ayano und Myoshi reagieren. *lach*
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Rosentinte am 13. Mai 2011, 21:53:40
Hallo,
na ja, Rhapsody passt natürlich zu ihr, aber nicht so richtig ins Buch, meiner Meinung nach. Mich stört nur diese Mischung mittelalterlich (Gwydion), ich sage mal, "normalen" Namen (Emily, Josephine). Und eben dieser Achmed. 
Ich kenne leider nur den ersten Band, aber aufgrund dieser Diskussion ist mir das schnell aufgefallen.
LG, Rosentinte
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Zitkalasa am 14. Mai 2011, 13:34:04
Na na, Josefine ist die weibliche Form zu Josef und somit nicht unbedingt jünger und auch Hebräisch. ;D Dass dir der Name aber so "normal" vorkommt, kann auch daran liegen, dass er erst in den letzten zwanzig Jahren wieder vermehrt vergeben wurde: *Klickst du mich* (http://www.beliebte-vornamen.de/5215-josephine.htm). Leider gehen die Statistiken nicht später als 1890.

Ist Gwydion überhaupt ein existierender Name? Mich erinnert der zu sehr an Gwendolin oder Gwenhwyfar (Guinivere). Da würde es mich eher stören, dass abgewandelte Realnamen bzw. Fantasienamen mit Realnamen gemischt werden. Das ist inkonsequent. Entweder alles Realnamen oder alles Fantasienamen, kein Gemische. (Wenn wir nicht gerade Protas haben, die zwischen realer und Fantasywelt hin und her springen.)

Ach, ich sitz ja immer noch am Namen meiner Werwolfdame. Mittlerweile habe ich mich zwar für blonde Haar und grüne Augen entschieden, aber so ein Name mag mir nicht einfallen. Ich dachte ja zuerst an Michelle, aber das klingt wohl zu sanft. Dann wollte ich ihr einen russischen Namen mit K geben, aber dann musst eich hier an die Diskussion denken und mit einer "Katniss" *grusel* soll sie dann doch nicht in den Topf geworfen werden. Wenn ich nur wüsste, wo in all dem Umzugschaos mein Namensbuch hingekommen ist ... :wums:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Schommes am 14. Mai 2011, 13:40:30
Allerdings musste ich z.B bei 'Corny' (aus Elfentochter) immer an den Müsliriegel denken!
Es gibt wirklich eine Romanfigur namens Corny? Auf Englisch heißt das "abgedroschen". Ob das Absicht war?
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Shin am 14. Mai 2011, 14:46:23
Es gibt wirklich eine Romanfigur namens Corny? Auf Englisch heißt das "abgedroschen". Ob das Absicht war?

Sein Originalnahme ist Cornelius Stone, genannt Corny.
Die Bedeutung des Englischen scheint mir aber sehr stimmig. Er ist schwul, masochistisch, Otaku und Nerd.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Jade am 14. Mai 2011, 14:48:28
@ zitkalasa: ja, den namen gibts wirklich. So weit ich weiß ist der walisisch oder keltisch?
Achmed passt wirklich nicht dazu ;)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Schommes am 14. Mai 2011, 15:18:52
Otaku und Nerd.
Hilf mir auf die Sprünge: Ich dachte, das ist quasi dasselbe?
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Kerimaya am 14. Mai 2011, 15:21:55
Hilf mir auf die Sprünge: Ich dachte, das ist quasi dasselbe?

Nein. Technisch gesehen ist ein Otaku das, was im Westen ein Geek ist. Mittlerweile hat sich die Bedeutung in Japan und im Westen aber auseinanderentwickelt.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Shin am 14. Mai 2011, 15:32:24
Nerd ist vor allem im technischen und wissenschaftlichen Wesen ein Begriff.
Otakus können auch Surfer sein. Otaku bezeichnet die Hingabe zu einem bestimmten Hobby ins Extreme.
Hierbei wird Otaku - wie wohl am Häufigsten - auf die japanischen Fans angewandt, da Corny leidenschaftlich gerne Mangas liest.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: The One am 05. Juni 2011, 21:01:17
Ich selbst kann mich jetzt an kein Buch erinnern, wo mich die Namensgebung in irgendeiner Form gestört hätte. Vielmehr habe ich ein Problem, wenn ich bei der Erstellung eines Romans am Zuge bin und mir Namen überlegen muss.

Ich habe für mein gegenwärtiges Werk ungefähr eine Woche gebraucht, um die Hauptprotagonisten auf einen Namen zu taufen. Vielleicht bin ich einfach zu anspruchsvoll.  ;)

Ich bin auf jeden Fall der Überzeugung, dass ein Name auch zum Charakter passen muss.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Darielle am 12. Juni 2011, 15:18:56
Ich bin auf jeden Fall der Überzeugung, dass ein Name auch zum Charakter passen muss.

Das sind wir alle. ;)
Den einen fällt es leichter, weil sie viele Namen kennen und auch Ideen haben, wie man die abwandelt oder weil sie selbst gern Wörter erfinden. Aus meiner Sicht ist die Grundlage für einen guten Namen erstmal, dass man weiß, wie der Chara drauf ist, wie er aussieht und wie er wirken soll.
Eine Xenia sollte doch eine eher starke Person sein, die zumindest ehrgeizig ist oder so. Dagegen eine Luminda gehalten, könnte Xenia etwas sehr dominant ausfallen. Es gibt auch wunderschöne Namen, die nicht alle historische oder religiöse Bedeutungen haben. Tiernamen in jeglicher Sprache sind ja beliebt, oder Namen, die Eigenschaften beschreiben.

Was ich mal toll fand, als ich den Namen Wolfgang erforschte, war das Ergebnis: Wolf bedezeichnete im Althochdeutschen ein Hindernis, ein negatives Ereignis oder ähnliches. Das Affix -gang bedeutet sowas wie "überwinden/siegen" - demnach ist Wolfgang die deutsche Form von Victor. Früher mochte ich den Namen Wolfgang überhaupt nicht, der klingt irgendwie sehr spießig und distanziert. Wenn man sich aber anschaut, wie viele Wolfgangs sehr erfolgreich im Leben sind, kann der Name nicht ganz falsch sein. Bei solchen Männern passt er sehr gut und wirkt für den Beruf obendrein seriös.

So, One, ich hoffe ich konnte dir damit einen kleinen Anreiz geben, wie du für dich die Namen schneller finden kannst. Nicht immer ist ein Namensgenerator angebracht und man muss auch nicht immer aus anderen Büchern kopieren. Manchmal sind auch Allerweltsnamen für einen besonderen Charakter gerade das, was diesen so menschlich macht. Mir gefiel der Name Leonie für die Protagonistin aus Hohlbeins "Das Buch". Sie hat sehr seltsame Dinge erlebt und erschien mir nicht wie eine typische junge Frau. Aber der Name macht sie zu einer. ;)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: The One am 15. Juni 2011, 12:45:25
Was ich mal toll fand, als ich den Namen Wolfgang erforschte, war das Ergebnis: Wolf bedezeichnete im Althochdeutschen ein Hindernis, ein negatives Ereignis oder ähnliches. Das Affix -gang bedeutet sowas wie "überwinden/siegen" - demnach ist Wolfgang die deutsche Form von Victor. Früher mochte ich den Namen Wolfgang überhaupt nicht, der klingt irgendwie sehr spießig und distanziert. Wenn man sich aber anschaut, wie viele Wolfgangs sehr erfolgreich im Leben sind, kann der Name nicht ganz falsch sein. Bei solchen Männern passt er sehr gut und wirkt für den Beruf obendrein seriös.

So, One, ich hoffe ich konnte dir damit einen kleinen Anreiz geben, wie du für dich die Namen schneller finden kannst. Nicht immer ist ein Namensgenerator angebracht und man muss auch nicht immer aus anderen Büchern kopieren. Manchmal sind auch Allerweltsnamen für einen besonderen Charakter gerade das, was diesen so menschlich macht. Mir gefiel der Name Leonie für die Protagonistin aus Hohlbeins "Das Buch". Sie hat sehr seltsame Dinge erlebt und erschien mir nicht wie eine typische junge Frau. Aber der Name macht sie zu einer. ;)

Ein großes Dankeschön an dich! Du hast mir mit der beschriebenen Methode auf jeden Fall weitergeholfen. Ich habe auf diese Weise schon zwei weitere Namen für meine Nebenprotagonisten gefunden.  ;D

Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Allison am 16. Juni 2011, 20:35:11
Mich stören außergewöhnliche Namen keinesfalls. Was mich stört sind Namen, bei denen ich nicht weiß, wie ich sie aussprechen soll. Dann lese ich und vernuschele in Gedanken diesen Namen. So geht es mir beispielsweise immer bei Licia Troisis Büchern. "Dubhe", "Nihal", "Fen", ... sieht auf den ersten Blick alles einfach aus, aber man kann ja nie wissen, was der Autor sich bei der Namensgebung gedacht hat, vor allem wenn es ein ausländischer Autor ist. In diesem Fall eine Italienerin. Lang gesprochen? Betonung auf welcher Silbe?
Aber was ihr auf jeden Fall gelungen ist: Namen zu finden, die zu den Charakteren passen. Das finde ich auch sehr wichtig. Den bösen Tyrannen kann man doch nicht "Marlon" nennen oder "Chris".

Aber zurück zu der etwas neueren Diskussion. Wenn man nicht gerade selbsterdachte Namen verwendet, finde ich es toll, wenn der Name einen tieferen Sinn hat als "Der Charakter brauchte halt einen Namen!".
Wenn man es auch nur für sich selber weiß. Den Namen "Eva" finde ich total doof, aber ich war auf der Suche nach einem Namen, der die selbe Bedeutung hat. So bin ich schließlich bei meiner Eyelyn gelandet, auf welche der Name vom Klang passt und vor allem von der Bedeutung her. Für jeden Charakter ist das natürlich total überflüssig und es ist auch nicht immer möglich, aber meistens ist es ja schon so, dass sich unsere Eltern Gedanken über den Namen ihrer Kinder gemacht haben ... warum sollten wir als Prota-Parents also nicht auch solche Gedanken machen?
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Kati am 16. Juni 2011, 23:30:47
Bei den oben genannten Namen gebe ich dir recht, obwohl ich sie jetzt instinktiv irisch aussprechen würde. Kann an Dubhe liegen, das eben stark an Dubh erinnert.  :) Aber das hier:

Zitat
Für jeden Charakter ist das natürlich total überflüssig und es ist auch nicht immer möglich, aber meistens ist es ja schon so, dass sich unsere Eltern Gedanken über den Namen ihrer Kinder gemacht haben ... warum sollten wir als Prota-Parents also nicht auch solche Gedanken machen?

Mich stört bei einer tieferen Namensbedeutung meist, wenn jetzt ein Name "ruhig" bedeutet und der Charakter das dann auch ist. Klar machen sich Eltern Gedanken, aber woher sollen die denn gewusst haben, dass das Kind wirklich eher der ruhige Typ werden wird? Das finde ich dann immer ein bisschen fragwürdig und auch unrealistisch, wenn es zu oft passiert. Manchmal passiert das ja auch in Wirklichkeit und, wenn das mal passiert, ist es auch in Ordnung, aber, wenn das bei allen so wäre...nee. (Das sag ich jetzt nur, weil mir das bei Darcy aus Versehen passiert ist.  ;D)

Um nochmal einen mir etwas suspekten Namen zu nennen. In Jennifer Fallons Gezeitenstern-Reihe gibt es den unsterblichen Cayal.  :) Ich habe ihn mir immer geschminkt vorgestellt, ich konnte nicht anders.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Romy am 17. Juni 2011, 00:34:38
Oh Cayal ist übel, da stimme ich Dir zu *kicher*
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Darielle am 17. Juni 2011, 17:07:08
Mich stört bei einer tieferen Namensbedeutung meist, wenn jetzt ein Name "ruhig" bedeutet und der Charakter das dann auch ist. Klar machen sich Eltern Gedanken, aber woher sollen die denn gewusst haben, dass das Kind wirklich eher der ruhige Typ werden wird? Das finde ich dann immer ein bisschen fragwürdig und auch unrealistisch, wenn es zu oft passiert. Manchmal passiert das ja auch in Wirklichkeit und, wenn das mal passiert, ist es auch in Ordnung, aber, wenn das bei allen so wäre...nee. (Das sag ich jetzt nur, weil mir das bei Darcy aus Versehen passiert ist.  ;D)

Mh, ich kann dir sagen, dass es bei jedem Menschen tatsächlich so ist. Mir wurde mal gesagt, dass man sich immer so entwickelt, wie der Name auch vorgibt - unbewusst.
In die Namensgebung selbst fließen ja bei Menschenkindern im real life auch sehr viele Faktoren mit rein. Herausragend ist dabei der Klang zu nennen - viele Namen werden gleich geschrieben, aber anders gesprochen. Natürlich muss der Name auch mit dem Familiennamen zusammen passen. Die Art der Vokale und die Anzahl der Silben sind dabei entscheidend. Außerdem kommt es darauf an, wie ein Name wirken soll: Ich würde meine Tochter niemals Lilly nennen. Für ein Kleinkind mag das mancher niedlich finden, aber was macht frau dann bitte, wenn sie 30 oder 40 ist und sich irgendwie im seriösen Leben (Beruf, Freunde etc) behaupten muss? Ich kannte mal eine Frau, die Lilly hieß und naja.  ::) Ich mochte sie überhaupt nicht.

Meine Eltern haben sich bei mir beispielsweise für einen Namen entschieden, der zu einer berühmten Person gehört, aber damals in unserem Raum kaum gebräuchlich war. Die besagte Person (nenne ich nicht, weil ja nicht jeder meinen Namen per Suchmaschine kennen muss^^) strahlte schon immer für meine Mutter eine starke Aura aus und gab damit ein Sinnbild für Biss/ eisernen Willen. Der Name selbst bedeutet durch den sprachlichen Ursprung wohl "die Reine" - ob ich seelisch so rein bin, müssen andere entscheiden. In diesem Fall trifft es jedenfalls nicht zu. Der Klang ist absolut maßgebend und passt auch ganz gut zum Familiennamen. Mir persönlich gefällt er überhaupt nicht, aber da ich namenstechnisch ohnehin anders gepolt bin (ich mag eben eher düstere, fremd klingende Namen), war das wohl auch nicht anders zu erwarten.

Was ziehen wir für Schlüsse für Charaktere, die unseren Hirnen entspringen? Nicht immer ist die Bedeutung wichtig, es kommt auf das Gesamtkonzept an und darauf, wie gut zusammen passend die Namen aller Figuren gewählt werden. Dies habe ich gelernt, nachdem ich meinen ersten Romanversuch in die Verbannung geschickt habe. Jedoch muss sich auch der Leser darin wieder finden. Ein Allerweltsname kann hierfür besser geeignet sein, wobei dann wiederum die Frage aufkommt: "Warum gerade dieser Charakter? Warum erlebt nicht eine ganz andere Figur dieses oder jenes, was macht sie so besonders?" Natürlich wird ein Charakter nicht allein durch den Namen bestimmt, aber er vermittelt ja den ersten Eindruck. Dieser entscheidet, ob man einen Charakter mag oder nicht.
In Elizabeth George's Leitfaden "Wort für Wort" findet sich auch eine wie ich finde gelungene Erläuterung mit einigen Beispielen.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Kati am 18. Juni 2011, 13:43:35
Tut mir Leid, aber da glaube ich nicht dran.  :) Dafür kann ich auf der Stelle viel zu viele Gegenbeispiele nennen. Mich selbst gleich mal vorne weg.

Zitat
Der Name selbst bedeutet durch den sprachlichen Ursprung wohl "die Reine"

Genau wie mein Name.  ;D Ich bin nach Katharina der Großen benannt und auch in diesem Wissen aufgewachsen, aber ich bin überhaupt nicht so, wie sie wohl gewesen ist. Kein Stück, obwohl es das war, was meine Mutter sich wohl gewünscht hat. Mein Nachname bedeutet "Grau". Was sagt das dann über mich aus?  :) Eine meiner Freundinnen heißt Christin und was das bedeutet, ist ja wohl mehr als klar. Aber sie glaubt überhaupt nicht an Gott, hat sie nie und wird sie nie, obwohl ihre Mutter sie nie zu dieser Einstellung gedrängt hat. Und was sagen dann andere Namen über uns aus? Ich kenne jemanden, dessen Name bedeutet "Der Schreiende". Und jetzt? Was sagt das über ihn? Er ist weder besonders laut noch besonders agressiv oder was auch immer sonst diese Bedeutung aus ihm gemacht haben könnte.

Ich denke schon, dass einen der eigene Namen beinflussen kann, aber ich sehe das nicht als Muss an.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Lemonie am 18. Juni 2011, 22:54:25
Zitat von: Darielle
Mh, ich kann dir sagen, dass es bei jedem Menschen tatsächlich so ist. Mir wurde mal gesagt, dass man sich immer so entwickelt, wie der Name auch vorgibt - unbewusst.

Ich würde Kati da zustimmen - ich glaube nicht, dass das so ist.
Ok, bei vielen namen ist die Bedeutung klar. Aber wie ein Kind ist (eher schüchtern oder eher Draufgänger zum Beispiel), zeigt sich ja teilweise schon ganz früh, in einem Alter, in dem man noch keine Ahnung von der Bedeutung des Namens hat. und wie soll man so werden wie der Name es vorgibt, wenn man gar nicht weiß, was der Name vorgibt? ;)
Ich habe erst in der siebten Klasse oder so erfahren, was mein Name - Lea - bedeutet, anscheinend heißt es Wildkuh auf hebräisch. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass ich mich zur Wildkuh entwickle xD

Deswegen finde ich es auch immer unrealistisch in Büchern, wenn die Leute so heißen wie es von der Bedeutung her zu ihnen passt. Dass die Eltern Namen raussuchen, deren Bedeutung sie schön find (die zum Beispiel positive eigenschaften oder so bedeuten) ist da schon logischer.

Ich finde es viel wichtiger, dass Namen schön klingen und ins Setting passen.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Rakso am 19. Juni 2011, 09:24:50
Viele Autoren setzen "Sprechende Namen" als Stilmittel ein, also das der Name einer Person etwas über ihr Handeln oder ihren Charakter aussagt, manchmal sind die Charaktere eigentlich das Gegenteil. Ich finde so etwas eigentlich ganz interessant, leider gelingt mir das meist nicht so.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Darielle am 19. Juni 2011, 15:03:46
@ Kati Ja, mein bester Kumpel heißt Christian, fast schon ein Allerweltsname. Die Eltern sind atheistisch, er ebenfalls. Er heißt aber so, weil sein Urgroßvater schon so hieß und der starb als Chris geboren wurde. Irgendwie so hat er das mal erzählt. Ich kann dir auch nicht mehr sagen, woher ich das mit dem "Name gibt Entwicklung vor" her habe, ich glaube mein Bruder hats mir mal gesagt. Soll also nicht heißen, dass das eine unumstößliche Regel ist. Bei mir stimmt es zwar insofern, dass ich mich aus jedem Mist allein hochkämpfe und diesen "eisernen Willen" habe, trotzdem passt er nicht zu mir. Dafür bin ich einfach zu schwarz angehaucht. Eine Frau in meinem Alter mit diesem Namen würde ich mir ganz anders vorstellen.

@ Lemonie
Wildkuh finde ich hübsch. Ich hab grade so eine Rehmutter vor Augen, eine sanfte. So eine, die zwar scheu und schüchtern aber eigentlich sehr liebenswert ist. Wenn es falsch ist, bitte korrigieren. ;D  Im Übrigen kenne ich auch eine Lea, die wohl kaum schüchtern/ nett ist. Eher das Gegenteil. Aber man weiß ja nie, wie es hinter der Fassade aussieht.

@ Silberrauch
Stimmt, dieser Kontrast hat etwas inspirierendes. Ist eine gute Idee, danke. Das kann ich bestimmt mal gebrauchen!
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Lemonie am 24. Juni 2011, 23:52:32
Zitat von: Darielle
Wildkuh finde ich hübsch. Ich hab grade so eine Rehmutter vor Augen, eine sanfte. So eine, die zwar scheu und schüchtern aber eigentlich sehr liebenswert ist. Wenn es falsch ist, bitte korrigieren. ;D  Im Übrigen kenne ich auch eine Lea, die wohl kaum schüchtern/ nett ist. Eher das Gegenteil. Aber man weiß ja nie, wie es hinter der Fassade aussieht.

Ich weiß nicht, wie genau eine Lea aussieht, aber es steht wohl schon für sanft/schüchtern, denke ich. Ich weiß jetzt nicht ob das so wahnsinnig auf mich zutrifft o.O Ich würde auch sagen, eher nicht ;)

@Silberrauch: Ja, sowas ist natürlich was anderes, und das finde ich dann auch gut.
Oft wird das dann auch ziemlich lustig....
Ich denke da gerade irgendwie an Terry Pratchett und an die Mosaik Hefte von Hannes Hegen, die mein Vater als Kind gesammelt hat und uns immer vorgelesen/gezeigt hat. Da gabs dann zum Beispiel einen Kapitän der "Totalo Flauti" oder so hieß (das ist mir irgendwie besonders hängengeblieben  :)). Ist natürlich ein Extrembeispiel, aber das macht die Figur irgendwie unfreiwillig komisch ;)
(Kennt jemand die "Digedags"? In meiner Altersklasse irgendwie niemand... ok, sie stammen aus der Kindheit meines Vaters, da sollte ich das auch nicht erwarten ;))
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Kati am 25. Juni 2011, 00:00:52
Zitat
Kennt jemand die "Digedags"? In meiner Altersklasse irgendwie niemand... ok, sie stammen aus der Kindheit meines Vaters, da sollte ich das auch nicht erwarten


Doch, ich ein bisschen. Mein Vater hatte sowas auch.  :) Ich kenne das aber nur so vom Namen her, nie gelesen oder angesehen. Obwohl ich Totalo Flauti gerade unheimlich cool finde.  :rofl:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Naudiz am 25. Juni 2011, 15:49:46
Wenn ich im Buchladen unterwegs bin und Klappentexte lese, schrecken mich stets Namen mit unheimlich vielen Apostrophen ab. Oder solche, die ich gar nicht erst aussprechen kann. Ich meine, hallo, wie soll ich das Buch in Ruhe lesen, wenn ich in jedem zweiten Satz am Namen des Protagonisten hängenbleibe?

Drizzt Do'Urden ist so ein Fall. Zwar habe ich die Bücher nie gelesen, aber er ist ein Bonus-Spielercharakter in Baldur's Gate II: Dark Alliance für die Xbox. Im ersten Moment habe ich mit seinem Vornamen das Geräusch assoziiert, das eine Selterflasche beim Öffnen macht. Schlimm, sowas.

Oder, was noch sehr nett ist: Die irischen Namen in Hohlbein's "Drachenfeuer". Da hätte man wenigstens eine Aussprachehilfe in den Anhang packen können. Nicht jeder kennt sich mit dieser Sprache aus.

@Lemonie: Totalo Flauti?  :rofl: Oh je, da war ja jemand ganz besonders kreativ  ;D

Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Sorella am 25. Juni 2011, 15:56:27
Gutes Beispiel, Naudiz.
Drizzt Do'Urden würde ich beim Lesen eines Buches automatisch im Kopf immer als "Driss" lesen und den hinteren Teil ignorieren. Sonst stört es mich massiv im Lesefluss. Habe ich irgendeine Namens-Legastenie oder geht es anderen auch so? Würd mich mal interessieren.  :hmmm:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Zitkalasa am 25. Juni 2011, 16:48:03
 ;D Ach, also ich finde das nur verständlich. Vom Apostrophen-Wahn bin ich auch abgekommen, und von langen Namen. Da sich meine Sprachkenntnisse auch nur auf Muttersprachler-Deutsch, gutes Schul-Englisch und rudimänteres Schul-Französisch beschränken, gibt's bei meinen ausgedachten Namen nicht viel Rätselraten, wie sie auszusprechen sind. Ich bin da genauso deutsch-lautmalerisch wie der Großteil potentieller Leser.

Ich vertausche auch gern mal Buchstaben beim Lesen: Deila wird dann bei mir Delia während des Lesens, auch wenn ich irgendwann meinen Fehler bemerke, bleibt es dann bei der ersten Lesevariante. Ich weiß auch noch, wie ich regelmäßig an Trelawney gescheitert bin bis ich den HP-Film gesehen habe. Aber ich lass mich davon aber auch nicht abhalten ein Buch zu kaufen (wenn es nicht gerade am Apostrophen-Wahn krankt). Da les ich die Namen eben so, wie sie mir passen und wenn ich sie dafür kürzen muss.

Als Autor nehm ich das keinem Leser übel, wenn er dann doch irgendwann mal meine Figuren falsch liest. Solange er sie vom Charakter her eindeutig zuordnen kann, ist doch alles in Butter.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Rosentinte am 25. Juni 2011, 17:05:55
Hallo,
also bei HP war mein Problem eher, dass ich daher noch kein Englisch konnte. Habe deshalb immer von "Treeelafney" und "Mäkgonagal" geredet. Aber das ist das Risiko bei Übersetzungen. Mir passiert es auch oft wie Zitkalasa, dass ich mich verlese, meinen Irrtum bemerke und ab dann immer (um bei dem Beispiel zu bleiben) "Delia - nein Deila!" lese.
Ich bin eigentlich bei so verrückten Namen sehr dankbar, wenn die Aussprache vorgegeben ist. Und Apostrophe werden galant überlesen, das ist in meinem Kopf ein Wort.
LG, Rosentinte
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Manu am 22. Juli 2011, 13:19:29
Ich vertausche auch gern mal Buchstaben beim Lesen: Deila wird dann bei mir Delia während des Lesens, auch wenn ich irgendwann meinen Fehler bemerke, bleibt es dann bei der ersten Lesevariante.

Gut, dass es noch anderen so geht.  Ich mag deshalb auch keine ewig langen komplizierten Namen mit einem ganzen Geschwader an Bindestrichen und Apostrophen. Namen wie der erwähnte Drizz-Dings wären für mich ein Grund, das Buch nicht zu kaufen. Über derartige Namen würde ich ständig stolpern und das Lesevergnügen würde gen Südpol wandern.

Auch Namen, die cool klingen sollen, aber nur unfreiwillig komisch sind, würden mich abschrecken, weil ich von diesem Namen automatisch auf die Qualität des Textes schließe. So etwas wie Kitty Cool oder Jack Ironfist zum Beispiel, wenn sie nicht gerade in einer Parodie vorkommen oder das die Spitznamen der Romanfiguren sind.

Ich finde dann immer sehr leicht Namen für meine Figuren, wenn ich - bewusst oder unbewusst - eine ziemlich genaue Vorstellung von ihnen habe. Dann macht es automatisch "klick", wenn ich gedanklich über den richtigen Namen stolpere. "Annegret Sarowski" aus meinem Zitat kam innerhalb weniger Minuten zu ihrem Namen, weil ich sie ganz genau vor mir auf ihrem Stuhl sitzen sah.

Die weise Frau aus meinem Fantasyroman hingegen hat immer noch keinen passenden Namen bekommen, weil sie noch immer etwas schwammig ist.
Toni - die Heldin aus meinem Krimi - bekam ihren Namen ebenfalls fast in dem Moment, als ich die Figur zu skizzieren begann, weil er einfach zu ihr passte.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Mohnrote am 24. Juli 2011, 14:25:24
Die Abneigung für inflationären Apostrophengebrauch scheinen hier ja viele zu teilen. Anstatt den Namen interessant zu machen, wirkt das bei mir immer mehr in die Richtung "da wollte jemand aber ganz besonders kreativ erscheinen". Was mich auch stört, ist die Verwendung von zuviel "y". Noch so eine Methode, um Namen aufzumotzen. Ein schlimmes Beispiel: Alayaya bei George Martin. Wie bitte? Jaja? :rofl:

Wo ich früher noch mit englischen Namen gekämpft habe (M-C- Gonagaal?? ;D), finde ich heute vor allem irische Namen problematisch. Ein Beispiel hierfür wäre Sorcha aus "Die Tochter der Wälder" von Juliet Marillier. Obwohl dort sogar hinten im Buch die korrekte Aussprache angegeben war, hab ich mir das nicht beibringen können.

Es fällt schon auf, dass es vor allem bei den Namen männlicher Charaktere deutliche Trends gibt. Umso mehr, wenn es sich um düstere Helden oder Vampire handeln soll. Da wird dann gerne auf mysteriös klingende französische oder eben auch irische Namen zurückgegriffen: Kieran, Aidan, Damian und Co. werden oft in Begleitung von Danielle, Isabelle und Emily gesichtet. Wobei das nicht heißen soll, dass ich diese Namen unattraktiv finde. Ich habe immer noch das Problem, einen meiner Charaktere in völliger Unwissenheit nach Damien Rice benannt zu haben, und ihn nun gegen heftige Vorurteile verteidigen muss.  :snicker:

Sprechende Namen finde ich eine gute Idee, wenn es nicht übertrieben wird. (Bella Swan..) Bei mir kommt immer zuerst der Name, und dann der Charakter, der sich dahinter versteckt. Von daher versuche ich meist noch nachträglich durch einen Zweitnamen ein Merkmal oder eine Vorliebe hervorzuheben.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Naudiz am 24. Juli 2011, 14:27:35
Bei mir kommt immer zuerst der Name, und dann der Charakter, der sich dahinter versteckt.

Das ist bei mir genauso. Einen Zweitnamen bekommen sie deswegen aber trotzdem nicht.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Dämmerungshexe am 25. Juli 2011, 08:24:30
Über Drizzt Do'Urdon stolpere ich auch regelmäßig (ob in Baldurs Gate oder beim Lesen des Klappentextes). Aber an sich find ich den Namen nicht schlecht, einfach um die Unterschiedlichkeit, bzw. die Andersartigkeitd er Dunkelelfen zu betonen. Wenn in einer Geschichte ein Volk auftaucht, das den übrigen Protagonisten fremd ist, dann finde ich solche "schwierigen" Namen gar nicht schlecht. Wie würde man zum Beispiel die Namen von Buschleuten, mit den ganzen Klick-Lauten drin in lateinischer Schrift schreiben?

Das mit dem Buchstabenvertauschen kenne ich auch :D
Das mach ich immer dann wenn mir Namen wirklich etwas zu schwierig sind und sonst den Lesefluss stören würden.

Eine einfache aber sehr nützliche Methode, die ich für die Namensfindung gerne benutze ist einen "normalen" Namen zu nehmen und durch ein bißchem Umstellen, Weglassen, Ranhängen einen neuen, fantasy-brauchbaren zu machen (zB: Eduart --> Douart). Wichtig ist mir am Ende, dass der Name zur Figur passt. Und wenns ein sehr seltsamer und eigenwilliger Charakter ist, dann darf man auch schonmal über den Namen stolpern.

Was mir auch schon passiert ist, dass ich mir einen Namen "ausgedacht" habe und später festgestellt habe, dass es den wirklich gibt. Vargas is (ich glaub in Portugal oder Spanien) ein anscheinend nicht ungebräuchlicher Nachname. Ich stolper a immer wieder drüber, vor allem da es wohl einen Autor gibt der so heißt und der Name somit auch auf Büchern zu finden ist. Ich denk dann immer: hoppla: da hat jemand meine Geschichte geschrieben! ;)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Manu am 25. Juli 2011, 08:30:43
Eine einfache aber sehr nützliche Methode, die ich für die Namensfindung gerne benutze ist einen "normalen" Namen zu nehmen und durch ein bißchem Umstellen, Weglassen, Ranhängen einen neuen, fantasy-brauchbaren zu machen

Ja, das mache ich auch gerne. Oder ich bastle aus zwei Namen einen neuen.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Rosentinte am 25. Juli 2011, 13:35:44
Ich stolper a immer wieder drüber, vor allem da es wohl einen Autor gibt der so heißt und der Name somit auch auf Büchern zu finden ist. Ich denk dann immer: hoppla: da hat jemand meine Geschichte geschrieben! ;)
OT: Fred Vargas ist eine Frau  :psssst:

Für mich sind lange, komplizierte Namen, meinetwegen auch mit Apostrophen und dem ganzen Schnickschnack okay - solange schnell ein Spitzname eingeführt wird. Solche Namen benutze ich aber auch beim Schreiben nicht, mir sind Akzente und so weiter viel zu aufwendig zum Tippen  ;)
Eine schöne Variante ist auch, wenn man sich Abwandlungen von bekannten Namen sucht, die man vllt. noch nicht kannte. Einfach mal in einem Namenslexikon stöbern.
LG, Rosentinte
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Gwendelyn am 07. August 2011, 16:50:14
Ich habe eigentlich kein Problem mit komplizierten Namen. Vor allem wenn sie zum Charakter (oder der Kultur) passen. Wenn der Name dann mal doch total unpassend oder zu kompliziert ist, würfelt mein Gehirn die Buchstaben so durcheinander bis es in meinem Kopf gut klingt. Das ist bei mir dann so ähnlich wie mit der Aussprache von Charakternamen: Es ist echt nett, wenn hinten im Buch die Aussprache angegeben ist, aber wenn mir meine besser gefällt, wird das einfach ignoriert  ::)

Meine eigenen Charas bekommen prinzipiell eher kurze Namen oder einen langen inklusive kurzem Spitznamen. Apostrophe haben bei mir noch nie ihren Weg in die Chara-Namen gefunden. Ich glaube, dafür bin ich einfach zu faul.
Eine gute Möglichkeit interessante und/oder ungewöhnliche Namen zu finden ist es, im Kino einfach den Abspann der Filme auszusitzen. Mindestens die Hälfte meiner Charas trägt einen Namen, den ich in einem Abspann gesehen habe bzw. eine Abwandlung davon.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Snöblumma am 07. August 2011, 21:09:21
Eine schöne Variante ist auch, wenn man sich Abwandlungen von bekannten Namen sucht, die man vllt. noch nicht kannte. Einfach mal in einem Namenslexikon stöbern.

Das ist auch eine meiner Lieblingsvarianten. Ich habe seit Jahren mehrere Namensbücher zuhause und auch mehrere Seiten  im Internet - immer mit so schönen Titeln wie "Babynamen" oder ähnlichem. Das sorgt zwar bisweilen für seltsame Blicke, wenn ich in der Bibliothek oder irgendwo sonst in der Öffentlichkeit gerade nach neuen Namen suche, aber bitte, sollen die Leute denken was sie wollen ;) .

Ansonsten stelle ich auch gerne Buchstaben ob, wie es oben schon ein paarmal hieß. Ich gehe meistens so vor, dass ich mir einen bestimmten Klang für eine Kultur raussuche, angelehnt an eine unserer Sprachen, und von da ausgehend hangele ich mich dann zu den Namen durch. Außerdem verwerte ich Namen meistens öfter innerhalb derselben Familie, dann mit Beinamen und anderem als Unterscheidungsmerkmal. Das reduziert den Namensverbrauch ganz erheblich - und ich finde es außerdem insoweit gut, als dass es bei uns in der realen Welt durchaus auch Namen gibt, die in manchen Familien Tradition haben.

Meistens achte ich sogar auf die Bedeutungen der Namen, aber nicht krampfhaft. Mir ist der kulturell passende Klang eigentlich wichtiger als die "reale" Bedeutung des Namens, der mir als Vorbild diente.

Ansonsten kann es mir leider nicht zu kompliziert sein. Ich hab mit Namen wenig Schwierigkeiten, mit Sprachen allgemein nicht, und notfalls bastele ich mir beim Lesen meine eigene Variante zusammen, die ich an die Stelle eines Namens setze, den ich mir nicht merken kann. Darum dürfen meine Betas auch immer gerne an Namen rummäkeln, und meistens haben sie Recht  :versteck: . Nur bei der Protagonistin meines Lieblingsprojekts, da lasse ich mich nicht breitschlagen. Sie behält ihren Namen, auch wenn ich ihn selber kaum sprechen kann. Der Name passt einfach zu ihr, basta ;).
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Serena am 16. August 2011, 00:15:01
Diese Weckstaben verbuchselt Sachen kenne ich auch, vorallem, wenn es sich um Namen handelt in denen Vokale scheinbar in Massen zwischen wenige Konsonanten geschüttet werden. Schlimm, wenn auch sicherlich sinnig, finde ich Dämonen oder Orks. Natürlich klingen deren Namen meist absonderlich, aber besser machts das nicht. Die heißen dann bei mir auch bisweilen im ganzen Buch anders, weil nie richtig gelesen.  :rofl:

Unentspannt finde ich auch z.B. in der House of Night Serie, den Kosenamen für Zoey: U-we-tsi a-ge-hu-tsa. Ja, es ist sicher autentisch Cherokee, aber ich gebe zu ihn genau im 3. und 6. Buch einmal näher auseinanderklamüsert zu haben...um ihn gleich wieder zu vergessen. Den Rest der Zeit nehm ich's einfach mal so hin und freu mich, dass es nur alle paar Seiten vorkommt, weil es meinen Lesefluss doch holprig macht.

Ich versuche meine Namen schon an die Charaktere anzupassen. Eigenschaften, Orte, Geschichtliches...irgendeine Verbindung. Ich bin dann aber durchaus schon darüber gestolpert, dass Erfundenes schon existierte und daher google ich nach Findung meist hemmungslos rum. Wenn es dann umgänglich zu sprechen ist, bleibts dabei. Allzu schwierig zu lesen hab ich's hoffentlich noch nie gemacht, aber ein bissi kreativer als Max Mustermann sollten sie ja schon sein. Gerade Elben verleiten ja gerne zu melodischen Höchstleistungen  ;)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Zitkalasa am 16. August 2011, 00:58:32
Eine gute Möglichkeit interessante und/oder ungewöhnliche Namen zu finden ist es, im Kino einfach den Abspann der Filme auszusitzen. Mindestens die Hälfte meiner Charas trägt einen Namen, den ich in einem Abspann gesehen habe bzw. eine Abwandlung davon.

Das stimmt, da sind oft gute Sachen darunter (und bei manchen frage ich mich auch, was sie verbrochen haben, dass sie so heißen). Außerdem ist es auch gut, sich Orte zu suchen, wo man auf viele Menschen unterschiedlichster Couleur trifft. Ich arbeite zwar erst seit zwei Wochen in einem Hostel, aber was mir da schon für Namen und Namenskombinationen über den Weg gelaufen sind -- so viele Charas habe ich gar nicht, die Namen bräuchten! ;D

~ edit: Weil ichs gerade nochmals lese:

Zitat von: Dämmerungshexe
Wie würde man zum Beispiel die Namen von Buschleuten, mit den ganzen Klick-Lauten drin in lateinischer Schrift schreiben?

Also so einen gibt es bei Tad Williams Otherland, der hat am Namenanfang einen Klicklaut. Die schreiben den da !Xabu. Gibt bestimmt irgendwo eine Transkriptionsliste mit Vorschriften wie man Khoisan-Sprachen in lateinische Schrift übersetzt.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Manu am 16. August 2011, 13:12:30
Unentspannt finde ich auch z.B. in der House of Night Serie, den Kosenamen für Zoey: U-we-tsi a-ge-hu-tsa.

Arrrgg.... da lobe ich mir doch Mausi und Hasilein...  ;)  Beim Lesen wäre der Name ganz schnell zu Uwe oder Uhu geschrumpft.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Vali am 17. August 2011, 00:17:59
Ich lese gerade, dass viele über Drizzt Do'Urden stolpern. Für die Drow haben die Autoren tatsächlich teils fiese Namen ausgedacht. Man denke da auch an Guenhwyvar, Zaknafein Do'Urden, Jarlaxle Baenre, die Stadt Menzoberranzan und die Göttin Lolth (lolz?). Da kürze ich auch im Kopf ab oder vereinfache und lese nur Gwen, Zack, Jar, Menzo und Lol und versuche gar nicht mehr die Namen im Kopf zu rekonstruieren, weil das sonst meinen Lesefluss behindert. Die Laute sagen einem als Deutschen nichts und dann liest es sich schwerer, so wie sich Ausländer mit Leutheusser-Schnarrenberger schwer tun (Le-ute-user-S-k-bruäääääh). Merke das ja schon an meinem eigenen asiatischen Nachnamen wie sich die Leute einen abbrechen beim ersten Erblicken. Für den Lesefluss also nicht unbedingt förderlich, aber wenn es zum Setting einfach gehört, mMn in Ordnung.
Ich denke auch, dass die Autoren Drizzt auch mit vollster Absicht diesen Namen verpasst haben und sich selbst darüber lustig machen. Sonst würde Drizzts Name auf der Oberfläche nicht ständig falsch ausgesprochen werden (da nennen mehrere Figuren ihn Drizzit Dudden). Das finde ich dann wiederum sehr sympathisch ;D
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Rika am 18. August 2011, 11:53:26
Hmmm, also im Gegensatz zu einigen von euch finde ich Drizzt Do'Urden überhaupt nicht kompliziert (auch damals als Teenager nicht, als ich das las). Was ist daran schwieriger als e.g. Thomas von Hochfels oder weiß der Geier was? Gleiche Form, Vornahme, Zugehörigkeitssilbe (wie auch immer mensch sowas offiziell bezqichnet), Familienname, weder im Lesen noch in der Aussprache besonder schwierig... *schulterzuck*

Filmabspanne habe ich auch schon auf interessante Namen hin durchgeguckt, und auch die Abwandlung realer Namen ist etwas, was ich ganz gern sehe, wenn's mir unterkommt. Immer abhängig davon, wie gut es gemacht ist.

Ich lese gerade, dass viele über Drizzt Do'Urden stolpern. Für die Drow haben die Autoren tatsächlich teils fiese Namen ausgedacht. Man denke da auch an Guenhwyvar, Zaknafein Do'Urden, Jarlaxle Baenre, die Stadt Menzoberranzan und die Göttin Lolth (lolz?). Da kürze ich auch im Kopf ab oder vereinfache und lese nur Gwen, Zack, Jar, Menzo und Lol und versuche gar nicht mehr die Namen im Kopf zu rekonstruieren, weil das sonst meinen Lesefluss behindert. Die Laute sagen einem als Deutschen nichts und dann liest es sich schwerer, so wie sich Ausländer mit Leutheusser-Schnarrenberger schwer tun (Le-ute-user-S-k-bruäääääh). Merke das ja schon an meinem eigenen asiatischen Nachnamen wie sich die Leute einen abbrechen beim ersten Erblicken. Für den Lesefluss also nicht unbedingt förderlich, aber wenn es zum Setting einfach gehört, mMn in Ordnung.
Ich denke auch, dass die Autoren Drizzt auch mit vollster Absicht diesen Namen verpasst haben und sich selbst darüber lustig machen. Sonst würde Drizzts Name auf der Oberfläche nicht ständig falsch ausgesprochen werden (da nennen mehrere Figuren ihn Drizzit Dudden). Das finde ich dann wiederum sehr sympathisch ;D
Gut gesagt. Auch mir ist es wichtiger, daß die Namen passen, als daß sie für mich leicht zu lesen/auszusprechen sind. Vielleicht habe ich auch einfach ein kleines Faible für ungewöhnliche Namen - und ungewöhnliches ist halt oft allein deswegen, weil es neu, anders, unbekannt ist, mensch eben nicht daran gewöhnt ist erstmal schwieriger zu lesen/auszusprechen.
Sowas passt dann natürlich nicht besonders in eine Urban Fantasy die z.B. im heutigen München spielt!  :P

Arrrgg.... da lobe ich mir doch Mausi und Hasilein...  ;)  Beim Lesen wäre der Name ganz schnell zu Uwe oder Uhu geschrumpft.
Geht mir genau andersrum, bei Mausi oder Hasilein stellen sich mir die Nackenhaare auf...
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Manu am 18. August 2011, 16:02:23
Geht mir genau andersrum, bei Mausi oder Hasilein stellen sich mir die Nackenhaare auf...

War auch ironisch gemeint...  ;)  Mausbärli und Hasenschnutilein finde ich in einem Roman (wenns nicht gerade eine Persiflage ist oder die Figur total abgedreht ist) auch zum Schütteln.

Zitat
Sowas passt dann natürlich nicht besonders in eine Urban Fantasy die z.B. im heutigen München spielt!
Ich schreib parallel an einem Krimi, der in München spielt und Fantasyelemente hat. Meine Figuren (Sagengestalten aus Süddeutschland/Alpenraum) haben deshalb bayrische bzw. alpenländische Namen, an denen sich vermutlich auch der eine oder andere stören wird.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Rika am 18. August 2011, 16:05:39
Ich schreib parallel an einem Krimi, der in München spielt und Fantasyelemente hat. Meine Figuren (Sagengestalten aus Süddeutschland/Alpenraum) haben deshalb bayrische bzw. alpenländische Namen, an denen sich vermutlich auch der eine oder andere stören wird.
Hihihi, dabei hatte ich München völlig aus der Luft gegriffen. :) Da finde ich die bayrischen/alpenländischen Namen auch  völlig passend! Das klingt doch wirklich so, als ob es alles stimmig ist.  :jau:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Serena am 18. August 2011, 16:39:45
@ Pestillenzia: Also das würde mich nicht stören, gehört ja dazu...es sei denn Du gehst wirklich auf die "Klassiker"  :rofl:
...Irgend ein "Sepp" zwischen Deinen Wesen?  ;D
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Manu am 19. August 2011, 06:33:39
@Serena: sorry, kein Sepp... ;D 

Ich kann nur mit Toni dienen, die ist allerdings weiblich und heißt eigentlich Antonia - was sie ihren Eltern wohl nie verzeihen wird.
Zenzi, Resi und Wiggerl gibt's auch nicht. Obwohl... öhm... ich glaub, ich hab da gerade eine Idee...  :snicker:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Antonia Assmann am 19. August 2011, 08:34:24
 Siehst du und da stellts mir die Nackenhaare hoch... Ich hasse es, wenn mich jemand Toni  nennt. Ich würde Dein Buch sofort zur Seite legen, oder mit Deiner Prota mitleiden- aber nicht wegen dem Namen Antonia sondern wegen der Abkürzung
Wie wäre es denn mit Siegi? Gibts auch so selten.


 :winke: Antonia   - nicht Toni!!!!!!

Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Manu am 19. August 2011, 09:28:09
@Antonia: bei Siegi gehts mir wie Dir bei Toni. Siegi erinnert mich an zwei Cousinen, die heißen Siglinde und Sigrid und beide kann ich nicht leiden...  :happs: ...folglich würde ich meine Protagonistin auch nicht leiden können und das würde doch zu dem einen oder anderen Problem führen.  ;D 

Meine Toni wurde als Kind von einigen anderen Kindern immer "Anton" gerufen, weil sie sie ärgern wollten, deshalb mag sie ihren Namen nicht. Als sie in der dritten Klasse war, gab es in der Vierten einen Jungen, der Toni hieß. In den war sie total verknallt (und wollte ihn später natürlich heiraten) und wollte deshalb auch Toni genannt werden. Das hat sich dann so eingebürgert und sie hat den Namen richtig lieb gewonnen und bis heute behalten.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Serena am 19. August 2011, 10:06:06
Deine Namen finde ich sehr schön, wirklich. Ich gebe zu Wiggerl habe ich noch nie gehört, aber das gefällt mir ungemein! Woher kommt der Name denn? Oder iser einfach so? Kling sehr exotisch in meinen Ohren  ;)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Sanne am 19. August 2011, 14:14:03
Wiggerl ist wohl von einem Ludwig hergeleitet - kenn ich jedenfalls so. :-)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Manu am 20. August 2011, 09:47:29
Stimmt, Sanne, Wiggerl kommt (genau wie Lugg oder Luggi) von Ludwig.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Mohnrote am 21. August 2011, 17:51:31
Ich schreib parallel an einem Krimi, der in München spielt und Fantasyelemente hat. Meine Figuren (Sagengestalten aus Süddeutschland/Alpenraum) haben deshalb bayrische bzw. alpenländische Namen, an denen sich vermutlich auch der eine oder andere stören wird.

Das hört sich nach einer wundervollen Idee an! Wo doch schon soviele Sagen und Mythen aller möglichen Länder ausgeschöpft werden, würde es mich ungemein reizen, diesbezüglich einmal etwas über die hiesigen Sagengestalten zu lesen. Dann auch noch in München! Du hast mich am Haken.  ;D
Und was die Namen betrifft: Gerade im Bayerischen gibt es doch die lustigsten Umformungen.. Schonmal an Hias oder Räsi gedacht? ;) Also mich würde das überhaupt nicht stören. Nur die Aussprache müsste womöglich erklärt werden. Ich habe es bis heute nicht geschafft, einer Freundin eben jenen "Wiggerl" beizubringen. ("Was? Wiegggerl?"  :rofl:)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Manu am 23. August 2011, 12:10:11
Du hast mich am Haken.  ;D

Oooh, das freut mich!!! Und das war ein dringend notwendiger Motivationsschub, daran weiter zu schreiben.

Nur die Aussprache müsste womöglich erklärt werden.

Prima Idee! Da würde sich ein kleiner Anhang mit Herkunft der Namen (Wiggerl --> Ludwig u.ä.) etc. anbieten.
Danke!!!  :knuddel:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Mohnrote am 23. August 2011, 21:03:03
Oooh, das freut mich!!! Und das war ein dringend notwendiger Motivationsschub, daran weiter zu schreiben.

Prima Idee! Da würde sich ein kleiner Anhang mit Herkunft der Namen (Wiggerl --> Ludwig u.ä.) etc. anbieten.
Danke!!!  :knuddel:

Die Freude ist ganz meinerseits! Anhänge sind immer eine gute Lösung, derartige Information an die richtige Stelle zu packen, man muss nur aufpassen, dass sie auch wirklich gelesen werden.  :hmhm?: Ich bin da schon selbst ein paar Mal ins Fettnäpfchen getreten und konnte mir die richtige Aussprache ab der Mitte des Buches gar nicht mehr angewöhnen.
Viel Erfolg beim Schreiben! Das wird eine glorreiche Revolution der Genres.  :prost:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Rynn am 31. August 2011, 21:34:50
Namen sind mir sehr wichtig. Normalerweise verbringe ich bei manchen Charakteren Stunden damit, einen Namen auszusuchen, der passt. Ich habe in meinen Fantasywelten auch Spaß daran, durch Namen Unterschiede oder Gemeinsamkeiten anzudeuten
So habe ich alle Charaktere aus einem Nachbarland meiner Protas mit Namen benannt, in denen ein "ch"-Laut vorkommt. Ich finde es schön, wenn man seiner Welt durch solche kleinen Dinge ein wenig Leben einhauchen kann.

Das ist übrigens auch ein Grund, weshalb ich persönlich gar nichts gegen Drizzt Do'Urden habe; immerhin soll das die Sprache der Dunkelelfen wiedergeben, die harte Konsonanten und viele Zischlaute hat. Und im Verhältnis zu anderen Charakteren (Ja, ich habe einige Salvatore-Bücher gelesen, eine heimliche Schwäche von mir!) ist Drizzt noch harmlos. Jarlaxle, Masoj (Ich spreche das Masoi, keine Ahnung, ob das so gehört ...) oder Tos'un seien da als Beispiele einmal genannt.

Ach und als kleine Erheiterung für die Zungenbrecherfreunde unter uns: Do'Urden ist nur die Abkürzung seines Nachnamens. Eiggentlich heißt er Drizzt Daermon N'a'shezbaernon.  :rofl:
Das musste ich googlen. Wie man das schreibt, kann sich wahrscheinlich nicht mal Salvatore selbst merken.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Nocturne am 01. September 2011, 11:07:49
@Rynn:

Mir sind Namen, gerade von den Hauptcharakteren, auch sehr wichtig. Wenn ich die Charaktere erst neu entwerfe und mir noch nicht sicher bin, was für Menschen sie werden sollen, nenne ich sie in den ersten Szenen auch häufig einfach nur X, bis meine Protas sich entschieden haben, wie ihr Charakter aussehen wird. Irgendwie habe ich darüber beim Schreiben wenig Kontrolle. ;)

Zitat
Drizzt Daermon N'a'shezbaernon
  :rofl:

LG,
Nocturne
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: LilFantasy am 01. September 2011, 11:30:49
Ouh, von Salvatore habe ich schon gehört  :) kommt ja auch selten genug vor...

Drizzt Daermon N'a'shezbaernon?  ??? Ein richtiger Zungenbrecher, ich versuch mich mal daran ;D
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: AngryMuffin am 22. September 2011, 07:28:33
Oja, die Namen, die Namen . . .  :D Die, von denen ich nie weiß, wie sie wirklich ausgesprochen werden.  :rofl:
Das ist für mich persönlich immer ein Problem beim Lesen, denn da stolpert man dann beim Lesen unweigerlich immer drüber und kommt jedes Mal aus dem Lesefluss raus. Cery aus Die Novizin war da immer ein ziemlicher Zeilenbrecher für mich, wogegen ich die Namen aus Winterfluch z. Bsp. Tybalt und October sehr mochte, auch als mir die Handlung ein bisschen . . . naja, gut ich ich gestehe, ich hab das Buch noch nicht fertig gelesen  :rofl:
Aber gleichzeitig finde ich es auch wichtig, dass die gewählten Namen zu der "Rasse" der entsprechenden Personen passen, denn Lily als Namen für eine Undine (Winterfluch) fand  ich da etwas unspektakulär, da gefiel mir die Namensgebung in Die fiese Meerjungfrau der Undine Lannadae  um einiges besser.

Ich denke, bei Namen kommt es auf verschiedene Aspekte an:
- der Klang
- die Herkunft (Bsp.: Bei Wüstenvölkern sollte man sich evtl. lieber an der arabischen Namenswelt orientieren, anstatt an einen urdeutschen)
- die Bedeutung (aber das ist optional, denn nicht jeder Autor arbeitet schließlich so fanatisch mit einem Namenslexikon zusammen, wie ich  :rofl:)

LG AngryMuffin  :winke: 
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: HauntingWitch am 09. Oktober 2011, 16:53:57
Namen sind so eine Sache. Als Leser gibt es durchaus Namen, die mich massiv stören (zum Beispiel wenn die super gut aussehenden, ach so gefährlichen, krassen Gangstervampire Wrath, Rhage,  Tohrment und ähnlich heissen, wie bei J.R. Wards Black Dagger). Meistens gehe ich aber davon aus, dass das schon seine Berechtigung hat und lasse mich davon nicht abhalten. Ich möchte schliesslich keine guten Bücher verpassen, nur weil die Namen der Protagonisten fragwürdig sind (auch wenn ich mich pausenlos darüber aufrege). Bei unaussprechlichen Namen biege ich sie mir einfach zurecht. ;)

Bei meinen eigenen Charakteren ist es immer so, dass ich einen Namen nicht mehr ändern kann, sobald ich ihn einmal wirklich festgelegt habe. Der Name und der Protagonist sind dann untrennbar miteinander verbunden und der Name prägt ja den Charakter auch gewissermassen. Ich kann mich einfach nicht mit der Vorstellung abfinden, dass jemand plötzlich anders heissen soll. Schliesslich heisst er, wie er heisst, weil das meiner Meinung nach zu ihm passt. Und das dann so von einem Schlag auf den anderen zu ändern bringe ich einfach nicht übers Herz.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Chizuru am 03. Dezember 2011, 19:36:45
Namen sind so eine Sache. Als Leser gibt es durchaus Namen, die mich massiv stören (zum Beispiel wenn die super gut aussehenden, ach so gefährlichen, krassen Gangstervampire Wrath, Rhage,  Tohrment und ähnlich heissen, wie bei J.R. Wards Black Dagger). Meistens gehe ich aber davon aus, dass das schon seine Berechtigung hat und lasse mich davon nicht abhalten. Ich möchte schliesslich keine guten Bücher verpassen, nur weil die Namen der Protagonisten fragwürdig sind (auch wenn ich mich pausenlos darüber aufrege). Bei unaussprechlichen Namen biege ich sie mir einfach zurecht. ;)

Bei meinen eigenen Charakteren ist es immer so, dass ich einen Namen nicht mehr ändern kann, sobald ich ihn einmal wirklich festgelegt habe. Der Name und der Protagonist sind dann untrennbar miteinander verbunden und der Name prägt ja den Charakter auch gewissermassen. Ich kann mich einfach nicht mit der Vorstellung abfinden, dass jemand plötzlich anders heissen soll. Schliesslich heisst er, wie er heisst, weil das meiner Meinung nach zu ihm passt. Und das dann so von einem Schlag auf den anderen zu ändern bringe ich einfach nicht übers Herz.

Haunting Witch spricht mir aus der Seele, wenn ich das mal so andeuten darf  :)
Auch ich habe einen Band von "Black Dagger" gelesen und kenne die Namen der Charaktere dort zu gut. Ebenso Phury, Zsadist, Blaylock usw.

Aber ich biege mir die Namen auch immer zurecht, dass sie gut klingen und ich einen leichten Anhaltspunkt im Buch habe, wie ich sie in Gedanken aussprechen kann, damit ich nichts ins Stolpern während dem Lesen gerate. Und über die Namen meiner Charaktere denke ich auch oft sehr nach. Mal mehr, mal weniger. Habe sogar mal Stunden mit dem Suchen eines passenden Namens verbracht  ;)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Kayla am 06. Dezember 2011, 09:45:00
Bei mir entsthen die Namen meistens von selbst, wenn ich mich mit einem Charakter näher befasse. So als würden er oder sie mir ihren Namen zuflüstern. Hoffe, das klingt jetzt nicht paranoid.  ;D
Wichtig ist mir aber, dass sie gut auszusprechen und zu lesen sind. Ich selber kann es nämlich nicht ausstehen, wenn ich durch einen unaussprechbaren Namen im Lesefluss gestört werde.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Lisande am 06. Dezember 2011, 13:32:31
Bei mir entsthen die Namen meistens von selbst, wenn ich mich mit einem Charakter näher befasse. So als würden er oder sie mir ihren Namen zuflüstern. Hoffe, das klingt jetzt nicht paranoid.  ;D

Keine Sorge - Du bist bei Weitem nicht die Einzige, die meint, dass ihre Charaktere mit ihr reden, das ist ein weit verbreitetes Autorenphänomen. Und wenn es nur um's Namenzuflüstern geht - hey, dann sind Deine Charaktere echt human! Meine wecken mich gerne mitten in der Nacht, um mir Details aus ihrem Leben zu erzählen...

Zitat
Wichtig ist mir aber, dass sie gut auszusprechen und zu lesen sind. Ich selber kann es nämlich nicht ausstehen, wenn ich durch einen unaussprechbaren Namen im Lesefluss gestört werde.

Das hasse ich auch! Und ich bin dann immer so neugierig, weil ich gerne wissen möchte, wie man diesen Namen nach Meinung des Autoren denn jetzt korrekt ausspricht. Außerdem kann ich mir so komplizierte Namen überhaupt nicht merken.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Tastentänzerin am 06. Dezember 2011, 20:46:42
Haunting Witch spricht mir aus der Seele, wenn ich das mal so andeuten darf  :)
Auch ich habe einen Band von "Black Dagger" gelesen und kenne die Namen der Charaktere dort zu gut. Ebenso Phury, Zsadist, Blaylock usw.

Oh... mein... Gott! Nicht im Ernst? Ich liege grad vor Lachen auf dem Boden. :rofl: Über Katniss und Kvothe komme ich ja auch nach wie vor nicht hinweg, aber dass... *kugel*
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Kati am 06. Dezember 2011, 20:56:09
Ich habe keines der Bücher gelesen, aber diese Namen fand ich schon "spannend", als ich diverse Inhaltsangaben gelesen habe.  ;D Sowas geht echt gar nicht.

Schön finde ich auch Namen, die sich Leute ausdenken und die dann was ganz Nettes in einer anderen Sprache heißen oder in der anderen Sprache als albern empfunden werden. Im Original von "Die Beschenkte" gibt es einen Po, der in der deutschen Version aber in Bo geändert wurde.

Was ich allerdings auch total nervig finde, sind Klischeenamen. Wieso gibt es in so vielen Steampunk-Romanen eine Octavia? Der Name mag sehr viktorianisch klingen, aber soweit ich weiß war er nicht mal sehr geläufig damals.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: HauntingWitch am 07. Dezember 2011, 09:47:06
Oh... mein... Gott! Nicht im Ernst?

Doch. Pöhse Gangster-Vampire, die Lederjacken tragen und HipHop hören (wie kommt sie denn auf diese Mischung, bitte?  :o). Unter Anführer Wrath bekämpfen Thorment, Phury, Zsadist, Rhage und einer, dessen Name ich vergessen habe, ihre Verfolger, die Lesser, angeführt von Mr. X. Also befindet man sich in der richtigen Stimmung, sind die Bücher nicht soo schlecht, aber an dieses Pseudowortspiel-Geballer muss man sich schon gewöhnen.  ;D

Wobei ich nichts sagen darf, meine Engel und Hexen haben mitunter auch ganz seltsame Namen.  :rofl: Aber dann wiederum denke ich, dass es zu ihnen passt und würde sie für nichts eintauschen.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Nirathina am 07. Dezember 2011, 10:29:12
Von Black Dagger habe ich mich aus weiser Voraussicht immer ferngehalten. Eine Freundin von mir hatte mich diesbezüglich gewarnt und eine Leseprobe bestätigte meine schlimmsten Befürchtungen.

Also ich war ja lange Zeit gegen traditionelle Namen im Fantasy-Bereich: Das war zu meiner Einstiegszeit, wo ich sehr auf Herr der Ringe gemünzt war. Da ich dann aber auf Harry Potter stieß, zu schreiben begann und mein Prota plötzlich Vincent hieß... *hüstel*

Was für mich aber gar nicht geht, sind tatsächlich solche Zungenbrechernamen, wie z. Bsp. der des bereits genannten Drizzt. Ich habe mal irgendeinen Schinken von den "Forgotten Realms" über einen Magier namens Elminster gelesen - und was mir da manchmal für Namen untergekommen sind! Ich saß manchmal länger daran, einen Namen zu entschlüsseln als eine Seite zu lesen  :rofl:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Söfchen am 26. Dezember 2012, 18:53:51
Ich habe mit der Namensfindung irgendwie totale Probleme. In der Regel nehme ich immer das, was mir als Erstes in den Sinn kommt. Aber ob das immer so passend ist?  :hmmm:

Auch jetzt bin ich gerade wieder verweifelt auf der Suche nach passenden Namen für meine Charaktere. Ich habe die Charaktere im Kopf und irgendwie sollen die Namen schon dazu passen. Aber nur weil sie für mich passen, heißt das ja nicht gleich, dass sie auch für den Leser passen.
Und mir kommen dann wirklich Namen in den Sinn, bei denen ich denke: Muss das sein? Wie kommst du darauf?
Manchmal verbinge ich Stunden auf Seiten für Vornamen. Und bei vielen denke ich dann: "Passt nicht! Passt nicht! Passt nicht!"
Selbst kreieren finde ich auch schwer. Wer weiß, vielleicht gibt es den Namen/ das Wort ja doch und wer weiß, was es bedeutet.
Vorhin kam mir auch ein Name in den Sinn. Das habe ich dann gegoogelt und herausgefunden, dass es ein Wirkstoff gegen Blasenentzündungen bei Frauen ist... :rofl:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Avery am 27. Dezember 2012, 14:32:03
Ein spannender Thread, dessen querlesen sich wirklich gelohnt hat :)

Auch für mich sind Namen unglaublich wichtig. Sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben. Wenn ich ein Buch habe, dessen Inhalt mir ungemein gut gefällt und sehr fesselnd ist, dann kann ich mich auch mal mit einem stupiden Namen arrangieren. Arrangieren bedeutet, dass ich ihn nach einer Weile im Kopf einfach überlese.
Beim Schreiben habe ich in letzter Zeit häufig das Glück gehabt, dass mich Namen einfach angesprungen haben. So mitten im Kontext und ganz ungeplottet. Und erfahrungsgemäß sind das bei mir auch immer die besten. Die, mit denen ich mich angefreundet habe und die ich im Nachhinein äußerst selten ändere.
Manchmal suche ich aber auch stundenlang nach einem Namen und kann mich damit extrem blockieren. Zeitweise funktionieren zwar AB und XY als Platzhalter, aber spätestens wenn die Figur wichtig wird, braucht sie einen Namen.


Jetzt überlege ich gerade nur noch fieberhaft, welchen Gruselnamen ich letztens in einem Klappentext gelesen habe  :hmmm: Hat mich jedenfalls tatsächlich vom Kauf abgehalten. Wenn ichs wieder weiß, werd ich ihn sicher mitteilen.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Bianca Jones am 18. August 2013, 13:59:30
Ach, dass tut ja - wie immer - richtig gut, hier im Zirkel zu recherchieren!

Denn auch mir fällt es unglaublich schwer, gute Namen zu finden. Freunde meinen dann immer: Ach, dass macht doch sicher Spaß! Mich stresst es sehr  :brüll:

Zuerst wollte ich keine "ländertypischen" Namen haben, aber jetzt, wo der Plott komplett steht, finde ich es doch nicht gut und habe eine wichtige Nebenfigur umbenannt, hab auch schon eine andere eher unwichtige Figur benannt... Aber es dauert ewig und *schielaufdieListe* 17 Figurennamen und davon auch welche für Götter, fehlen mir noch. Wie soll man den passende Namen für Götter finden!? Aber ich surfe jetzt fleißig durch das Netz auf der Suche nach der richtigen Inspiration... Seufz!

Grüßle!
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Sternenlicht am 19. August 2013, 22:50:11
Unter Anführer Wrath bekämpfen Thorment, Phury, Zsadist, Rhage und einer, dessen Name ich vergessen habe, ihre Verfolger, die Lesser, angeführt von Mr. X.

köstlich  ;D, zumal ich zuerst "... ihre Verfolger, die Leser ..." gelesen habe  :rofl:

Gegen Namen mit Apostrophen hege ich ein gewisses Misstrauen, man kann mich aber überzeugen, wenn der Name einfach auszusprechen ist.
Aus dem Fluss bringen mich vor allem lange Namen (5 Silben und mehr) und unaussprechliche Namen (gleichgültig, ob real existierend oder ausgedacht). Ich kürze sie innerlich beim Lesen ab, aber es stört mich trotzdem.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Angela am 20. August 2013, 12:40:36
Ich kürze sie innerlich beim Lesen ab, aber es stört mich trotzdem.
Geht mir auch so, ich lese nur die ersten Buchstaben und wenn die Namen dann auch noch ziemlich gleich sind, geht das manchmal ganz schön durcheinander. Ich bevorzuge kurze, einprägsame Namen, Hans und Franz, sozusagen, wobei die schon wieder zu ähnlich sind. Wenn er schon lang sein muss, dann finde ich einen Spitznamen gut, der überwiegend benutzt wird. Ultraexotisch und lang wirkt auf mich eher bemüht, und dann muss der Klappentext schon wirklich interessant für mich sein, damit ich das überhaupt anlese.
Die Namen an sich interessieren mich kaum, klar müssen sie zum jeweiligen Hintergrund passen, aber das ist auch alles.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Szazira am 20. August 2013, 13:20:36
Namen sind wichtig. Ohne Frage.

Für mich ist die Suche nach dem richtigen Namen für Personen, Länder, Städte und sonstige Einrichtungen, ohne die sich eine nunmal Welt nicht beleben läßt, der reinste Horror. Dabei finde ich Figuren ohne Namen furchtbar, manchmal leihe ich mir dann welche aus anderen Werken (bitte nicht verwechseln mit Fanfiktion mit AU und OOC! Mein 'Lieblingsopfer' war lange Zeit das Musical 'Cats'). Schlimm nur, wenn Figuren sich dann nicht mehr umbenennen lassen wollen (und als Spinnenkind mir dann auch noch sagte, dass der Name 'Karies' bedeutet...)!

Es ist schon irgendwo albern, wenn man eine Komplexe Historie hat und dann von Land 'A' und Land 'B' redet. :versteck:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Aylis am 20. August 2013, 18:46:25
Ich bin ein absoluter Namensfan und liebe es, stundenlang nur über den Namen zu grübeln.
Meist habe ich für meine eigenen Charakter ein Bild im Kopf und suche einen Namen mit Bedeutung, der in der Sprache, aus der er kommt, etwas bedeutet, was mit meinem Charakter zu tun hat.
Solche Recherche macht mir unheimlichen Spaß  :rofl: Auch wenn das vielleicht doof klingen mag, ohne den Namen mit Bedeutung funktioniert hier einfach nichts.

Beim Lesen, muss ich sagen, bin ich nicht so wählerisch und habe auch keine Assoziationen. Allerdings habe ich auch einen sehr außergewöhnlichen Namensgeschmack. So fand ich Kvothe absolut schön ;)
Einfach darf es aber auch gern sein. Charlie, William oder James kommen immer noch sehr gut an und mir wird auch nicht langweilig mit solchen Namen.
Bücher, bei denen Namen abstoßen waren, sodass ich sie nicht mehr lesen konnte, hatte ich noch keine. Ich finde es ist wichtig, den Namen behalten zu können. Ich könnte wahrscheinlich nie ein Buch mit finnischen Namen lesen, weil ich diese ja nicht einmal aussprechen kann (Eerikki, Kyllikki, Nyyrikki). Außerdem finde ich so Doppelt- und Dreifach Namen einfach ätzend.
Wo wir auch wieder beim Thema eigene Sprachen wären. Ausgedachte Namen, dessen Wortlaut man sich nicht einmal denken kann, sind für mich ein absoluter Fehlschlag  :d'oh:

Zum Glück ist es bei mir noch nie an den Namen gescheitert und ich hoffe, dass ich niemals auf ein Buch stoße, wo ich es schade um den Plot finde, wenn der Name doof ist.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Eliyanor Aruval am 20. August 2013, 22:37:24
Ich schließe mich mal all den Vorrednern an, die gesagt haben, dass Namen wichtig sind und vor allem nicht albern sein dürfen.
Ein Problem, das ich persönlich momentan habe, ist,d ass ich gerne die Namen einiger Charaktere ändern würde. Aber alle meine Testleser schreien dann nein und meinen, diese Namen würden schon so sehr zu diesen Charakteren gehören und ich könne das nicht mehr einfach ändern. Es geht vor allem um die Namen Bruce und Giselle. Ich habe die irgendwann in der Anfangsphase meiner Arbeit gewählt und nicht so viel darüber nachgedacht. Jetzt würde ich sie gerne in Brokul und Jisera o.ä. umformen, weil diese Wörter mehr in die Klangwelt meines Buches passen, aber zB bei Jisera von Giselle die Bedeutung ("Geisel"/"Bürge"/"Unterpfand", weil sie von einem verarmten Adligen gegen Geld an einen König auf der Suche nach einer Braut für seinen Sohn abgegeben wurde) beibehalten wird.
Da merkt man wohl auch schon, dass ich vor allem sprechende Namen sehr mag, solange es nicht zu offensichtlich ist. Bei Giselle denkt zB sicher niemand, der sich nciht schon näher mit dem namen befasst hat, daran, dass der sowas bedeutet, aber wenn man es dann zufällig herausfindet, nachdem man ein Buch gelesen hat, und das zur Geschichte passt, zaubert einem das immer so ein Schmunzeln ins Gesicht finde ich :)
Ein wenig parodiert habe ich diese Vorliebe selbst mit dem Namen "Pius Sankto" für einen Priester, über den sich auch im Buch lustig gemacht wird :D
Man kann aber auch schön damit spielen, mein Hauptbösewicht hat zum Beispiel einen sehr heiligen Namen und es ist auch am Anfang gar nicht klar,d ass er böse ist und dann denkt man der sei so ein superlieber Typ und dann will der in Wirklichkeit die Weltherrschaft an sich reißen :D
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: HauntingWitch am 21. August 2013, 11:43:04
Ich bin ein absoluter Namensfan und liebe es, stundenlang nur über den Namen zu grübeln.
Meist habe ich für meine eigenen Charakter ein Bild im Kopf und suche einen Namen mit Bedeutung, der in der Sprache, aus der er kommt, etwas bedeutet, was mit meinem Charakter zu tun hat.

Ganz so extrem ist es bei mir zwar nicht, aber ich prüfe von jedem Namen die Bedeutung nach, bevor ich ihn definitiv vergebe. Ich will schon wissen, was dahinter steckt.

Seit gestern habe ich das Problem gerade von der anderen Seite: Ich finde keinen Namen für eine Figur, weil mir der Name des realen Vorbilds einfach nicht aus dem Kopf geht. Aber den kann ich nicht nehmen, das wäre etwas heikel. Ich brauche einen anderen Namen für meine Figur, aber keiner scheint zu passen, da doch der bereits existierende Name am besten auf das Bild passt (logisch, oder?). Was macht man dagegen?
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Bianca Jones am 21. August 2013, 11:57:52

Hey HauntingWitch - mir passiert das manchmal auch, dass ein schöner, passender Name schon vergeben ist - und dann ändere ich nur einzelne Buchstaben oder versuche etwas zu finden, was einen ähnlichen Klang hat. Wäre das vielleicht eine Möglichkeit? Oder die Figur mal "fragen" ob sie mit einem ganz andere Namen einverstanden wäre. Die sind da ja manchmal nicht so  ;)

Grüßle,

Bianca

P.s.: Ich habe jetzt übrigens fast alle wichtigen Personen mit Namen versehen. Einer fehlt noch, aber darum kümmer ich mich morgen. Und halt ein paar "Statisten", aber die mache ich dann peu à peu. Hat am Ende sogar fast schon Spaß gemacht...
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Szazira am 21. August 2013, 13:09:26
@HauntingWitch
Mir ist im Brainstorming-Chat geholfen worden. Heute Abend ab 19:30 Uhr ist übrigens einer (gar keine Werbung... nein... wo denkst du denn hin)
Mittlerweile habe ich mich tatsächlich an den Namen gewöhnt und die Figur auch.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: HauntingWitch am 21. August 2013, 14:48:24
@Bianca Jones: Nun, bei vier Buchstaben gibt es nicht viel abzuändern. ;) Hm, die mit ähnlichem Klang sind mir zu uncool... Ich werde mal ein paar Namenslisten durchforsten.

@Szazira: Kenn ich, habe ich gesehen... Ich habe eigentlich vor, wieder einmal reinzuschauen, aber ich weiss noch nicht, ob ich es schaffe.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Aylis am 21. August 2013, 16:28:48
Seit gestern habe ich das Problem gerade von der anderen Seite: Ich finde keinen Namen für eine Figur, weil mir der Name des realen Vorbilds einfach nicht aus dem Kopf geht. Aber den kann ich nicht nehmen, das wäre etwas heikel. Ich brauche einen anderen Namen für meine Figur, aber keiner scheint zu passen, da doch der bereits existierende Name am besten auf das Bild passt (logisch, oder?). Was macht man dagegen?

Genau das Problem hatte ich bei dem Hauptcharakter meines Buches auch. Sein reales Vorbild heißt Benni, aber Ben wäre mir zu ähnlich und zu heikel gewesen. Ich habe echt ewig darüber nachgedacht und irgendwann ist es mir einfach wie Schuppen von den Augen gefallen;
Ich war schon immer ein Fan von dem Namen William bzw. Willhelm. Die Kurzform davon ist ganz einfach "Wim". Und so heißt er jetzt auch und es passt perfekt zu ihm ;)
Wahrscheinlich hilft dir das wenig, aber Wim und Ben sind ja nun sehr eng beieinander und trotzdem würde der reale "Wim" niemals darauf kommen, dass er hier beschrieben wurde.  ;D
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Cailyn am 21. August 2013, 16:34:06
Jetzt habe ich grad eine wichtige Frage an euch:

Was assoziiert ihr mit dem namen Heven ? [das erste e wird betont  ;)]

Es ist einer meiner Hauptprotas, und der Name war besonders schwer zu finden. Erklärung folgt nach euren Inputs, weil ich euch ja nicht beeinflussen möchte.

Muchas Gracias!  :vibes:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Kati am 21. August 2013, 16:41:37
Das erste, woran ich denken musste, war das englische Wort "haven" für Hafen, das aber eher in der Bedeutung als sicherer Ort genutzt wird und nicht als richtiger Hafen für Schiffe. Ich habe "Haven" auch schon als Name benutzt gesehen, weshalb ich mit "Heven" wohl auch keine Probleme hätte, wenn ich ihn gelesen sehen würde. Aus dieser Assoziation heraus würde ich mit "Heven" wohl irgendwie Sicherheit und Schutz in Zusammenhang bringen. (Aber ich hätte es im Kopf immer falsch gelesen, glaube ich.)

Witch: Das passiert mir auch ständig. Hast du nur das Aussehen oder auch den Charakter nach der echten Person gemodelt? Bei mir ist es meist so, dass ich zu weit denke und niemand erkennen würde, dass die Figur auf einem echten Menschen basiert, aber ich bilde mir dann immer ein, dass das jemand merken wird. Kannst du vielleicht über die Bedeutung gehen? Gibt es andere Namen, die dasselbe bedeuten, wie der Name der echten Person?
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: HauntingWitch am 21. August 2013, 19:35:16
@Cailyn: Mein erster Gedanke war gerade: "Heaven", falsch geschrieben. Das ist ja nun das englische Wort für "Himmel" im Sinne von Paradies. Ob das nun positiv oder negativ ist, hängt vermutlich davon ab, ob das zu deiner Prota passt. Das zweite, was mir einfällt ist ein Weizenfeld in der Sonne, ich kann dir aber nicht sagen, warum.

Hast du nur das Aussehen oder auch den Charakter nach der echten Person gemodelt? Bei mir ist es meist so, dass ich zu weit denke und niemand erkennen würde, dass die Figur auf einem echten Menschen basiert, aber ich bilde mir dann immer ein, dass das jemand merken wird.

Charakter kenne ich nicht. ;) Aber es ist trotzdem heikel, das zu erklären schweift vermutlich etwas weit aus. Hm, das hat schon was, ich denke auch nicht wirklich, dass das jemals jemand liest, der diese Verknüpfung macht und das dem Menschen dann erzählt - aber möglich wäre es, vielleicht. Und diese Möglichkeit ist mir unheimlich. Das mit der Bedeutung ist keine schlechte Idee (wenn die auch in diesem Fall nicht so relevant ist).
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Lisande am 21. August 2013, 21:04:31
Heven ist ein Vorort von Witten (Ruhrgebietsstadt südlich von Bochum), in dem ich aufgewachsen bin.
Ca. 1125 Jahre alt (die 1100-Jahr-Feier war, als ich Teenager war). Und wird im Radio beim Verkehrsfunk immer falsch ausgesprochen - das v wird als f gesprochen, im Radio sprechen sie es immer wie w.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Cailyn am 23. August 2013, 19:20:59
Kati,
Schutz und Sicherheit...hihi, irgendwie lustig, weil der Porta eher für das Gegenteil steht; er verbreitet Angst und Schrecken. Aber dazu muss man auch sagen, dass er "vorher" (also in der Vorgeschichte) ein ganz sanfter Typ war.

HauntingWitch,
Das Weizenfeld in der Sonne passt schon eher, vor allem wegen des Äusseren des Protas: er hat strohblondes Haar  ;D

Lisande,
 :rofl: Cool! Und sogar die Aussprache des V ist bei meinem Prota gleich, als wie ein W. Ich glaube, ich muss diesen Vorort mal besuchen.  ;)

Der Grund, warum ich euch darüber ausgefragt habe ist, weil ich ihn zu Beginn nur mal provisorisch und rein intuitiv so benannt habe. Und irgendwann ist die Geschichte schon so weit fortgeschritten, dass es mir komisch vorgekommen wäre, ihn jetzt endlich umzubenennen. Mir ist aber wirklich sehr spät aufgefallen, dass es nicht offensichtlich ist, wie man den Namen aussprechen muss [Heewen]. Würdet ihr ihn doch umbenennen, wenn ihr in meiner Situation wärt?

Nachtrag: Ich überlege mir ernsthaft, ob ich den Prota Heewen umbenennen soll. Klingt ja in meinen Ohren immer noch gleich, wäre aber für andere verständlicher...
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Mithras am 04. September 2013, 12:15:54
Was assoziiert ihr mit dem namen Heven ?
Ganz ehrlich: Als erstes ist mir Horst Schlämmer eingefallen, der Redakteur des Grevenbroicher Tagblatts - bitte nicht mit Tomaten werfen! :versteck: Erst danach kamen die Assoziationen mit haven und haeven. Ich weiß auch nicht, was mich zu derartigen Gedankensprüngen treibt...
Nun ja, bei der neuen Version des Namens sollten derartige Assoziationen wohl ausgeschlossen sein.

Mithras und die Namen - das ist eine schwierige Angelegenheit. Ich orientiere mich mit einem Teil meiner Welt ja stark an historischen Vorbildern, und in Bezug auf Namen ist das eher Fluch als Segen. Wenn man sich eine eigene Sprache mit einem eigenen Namensschema zurechtlegt, wie es in einem anderen Teil meiner Welt der Fall ist, hat man es vergleichsweise leicht - man kann einfach die Bedeutung definieren und muss nur darauf achten, dass die Namensgebung in sich konsistent ist. Wenn man sich dagen an der Realität orientiert, haben die Leser andere Erwartungen, und entsprechend sorgfältig muss man die Namen auswählen. Man kann nicht einfach einen Namen aus einem biblischen Kontext in ein pseudogermanisches Setting verpflanzen, denn das würde suggerieren, dass es zu einem kulturellen Austausch mit einem pseudo-semitischen Volk gekommen ist. Außerdem ist so bereiuts jeder Name mit einer Bedeutung behaftet und muss sorgfältig gewählt werden.
Die größte Hürde besteht jedoch bei Namen, die in noch weiter zurückliegende Epochen oder auf Völker verweisen sollen, die der Nachwelt nur wenige schriftliche Zeugnisse hinterlassen haben. Im besten Falle erfährt man so die Namen von Königen, Hohepriestern und Göttern, nicht aber solche, die unter der einfachen Bevölkerung beliebt waren. Die Suche nach passenden Namen kann manchmal ein echter Krampf sein.

Das Wichtigste ist für mich vor allem Konsistenz. Es muss erkennbar sein, welchem Kulturkreis we lcher Name zugeordnet werden kann. Natürlich darf das nicht für jeden einzelnen Namen gelten, doch es muss ein Muster erkennbar sein. Wenn das der Fall ist, kann ich auch mit zehnsilbigen Namen voller Umlaute/Buchstaben mit Tremata leben, wie sie sich bei Bakker zu Hauf finden. Man erkennt, zumindest, in welchen fiktiven Kulturkreis sich die Namen einordnen lassen, wobei auch ein paar Namen, die auf reale Vorbilder verweisen, helfen. Das krasse Gegenteil ist Erikson, in dessen Büchern ich auch nach langer Suche keinen Hinweis auf ein in irgendeiner Form bestehendes Namensschema gefunden habe. Die Namen kommen mir eher wie Zufallskompositionen vor, und das ist natürlich fatal, denn gerade sie können (und sollen) ja zur Identifikation der Charaktere/Stämme/Kulturkreise diuenen und damit zu einer Grundstimmung beitragen.

À propos Bakker: Der gute Mann ist ja Kanadier und spricht vermutlich kein Deutsch. Trotzdem muss er doch zumindest einen Teil dieses Namens als seltsam empfunden haben: Coithus Saubon. ::)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Cailyn am 07. September 2013, 16:25:54
Ich kringle mich grad vor lachen über den Coithus  :rofl:

Und der Horst Schlämmer war natürlich nicht meine Absicht, wobei mir natürlich der Mann wie auch das Zeitungsblatt gänzlich unbekannt sind. Aber vermutlich gibt es noch einige Namen, die irgendwen an was ziemlich Schräges erinnern. Und keine Angst, Tomaten kriegst du keine an den Kopf. Die verarbeite ich doch lieber für unsere heutige Pastasauce.  ;)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: KaZuKo am 14. November 2013, 12:16:30
Oh ja, mit einem bestimmten Charakternamen hatte ich auch mal mehr oder weniger Krach mit Freunden und Schreibkollegen, dabei finde ich den so richtig toll. Der Name ist mir während eines Traums gekommen, in dem ein verschrobener Magier sich so nannte, der mich in der Kunst der Magie unterrichten wollte. Zwar hat der jetzige Charakter nichts mit Magie zu tun, doch der Name passt trotz allem zu dem geheimnisvollen, merkwürdigen Jugendlichen.

Es handelt sich um Vohan. "Was, Vorhang?", fragte mich sogleich eine Freundin, die das Gespräch aufgeschnappt hatte und mich seither damit ärgert. "Na, weiter an Vorhang geschrieben?" "Hat Vorhang wieder die Welt gerettet?" "Wie geht's denn Vorhang?" ... Ja, Vohan geht's immer noch gut.

Trotz aller Ärgernis und der weit verbreiteten Meinung, Vohan sei der schrecklichste Name, den man einem Charakter auch nur geben kann, habe ich ihn behalten (auch wenn der in einem urban-fantasy-Manuskript tatsächlich ein wenig fehl am Platz sein könnte). Der driftigste Grund dafür war eine Nachricht, die ich erhalten habe, nachdem eine Kollegin eine längere Vohan-Geschichte gelesen hatte. "Also, ich muss dir mal sagen", begann sie, "wenn man den Namen eine Weile lang gelesen hat und in die Geschichte mit ihm gefunden hat, ist der gar nicht so schlimm. Im Gegenteil: Jetzt finde ich den irgendwie cool."
Ihr könnt euch mein verzücktes Gesicht vorstellen. c:

Mein Fazit: Ein Name wird so lange zerfetzt, bis man sich an ihn gewöhnt hat. Man hat sich schließlich auch an Katniss (Panem) gewöhnt, um den Anfangsthread aufzugreifen, oder an Mordan (Kuss des Kjer), ja selbst an Gimli (Der Herr er Ringe). Also: Ein wenig Geduld mit den merkwürdigen Namen! :)

Kazu
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Pintana am 14. November 2013, 13:31:31
Mein Fazit: Ein Name wird so lange zerfetzt, bis man sich an ihn gewöhnt hat. Man hat sich schließlich auch an Katniss (Panem) gewöhnt, um den Anfangsthread aufzugreifen, oder an Mordan (Kuss des Kjer), ja selbst an Gimli (Der Herr er Ringe). Also: Ein wenig Geduld mit den merkwürdigen Namen! :)

Man kann sich an vieles Gewöhnen, da stimme ich ganz mit dir überein, aber die Frage ist doch: Will man sich als Leser an Namen erst gewöhnen müssen (Was Vohan ausdrücklich nicht betrifft, den finde ich völlig in Ordnung). Es gibt eben Dinge die gehen einfach nicht,
für mich ist das eindeutig zum Beispiel englische Namen in deutschen Manuskripten. Wenn plötzlich Dereck Smith in Berlin auf Jane Dow trifft, ohne das die beiden Tatsächlich einen Hintergrund haben, der das ganze rechtfertigt dann finde ich das einfach nur albern.

Das Schlimmste, was mir an Namenspatzern in Büchern jemals untergekommen ist (fragt mich nicht wo ich das gelesen habe, ich weiß es nicht mehr) war ein Typ, der Chor (wohl engl. ausgesprochen, deutsche Autorin) hieß und nie gesungen hat.

@Panem: Katniss fand ich nicht wirklich schlimm, mich hat viel mehr Peeta gestört beim ersten Mal lesen habe ich überlegt, was der Typ mit Käse zu tun haben könnte (Feta), weil ich grundsätzlich zu spät gepeilt habe, dass sich sein Name anders ausspricht.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Pygmalion am 14. November 2013, 15:07:25
:D Da habe ich auch so einen Namen vor kurzem rausgekramt, bei dem sich meine Freundin am Telefon tot gelacht hat... Der Sohn des Königs sollte Mirren heißen. GEschrieben erstmal weder schlimm noch ein Meisterwerk, aber durch das Telefon hat sie "Möhren" verstanden und meinte, ob ich den König nicht "Karotti" nennen will, damit das zusammen passt. Fand sie unglaublich lustig :D

Nervig finde ich übrigens, wenn ich Namen nicht aussprechen kann, die da verwendet werden. Wenn das 1-2 mal für eine besonders exotische Figur vorkommt, ok, aber wenn das viele sind, oder welche, die öfter auftauchen, mag ich die Namen nicht.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: HauntingWitch am 14. November 2013, 15:12:58
@Pygmalion: Hihi, Mirren erinnert mich jetzt gerade an Helen Mirren.

Das geht bei mir nicht. Wenn die Buchfigur einen Namen hat, der mich zu sehr an einen bekannten Promi erinnert, muss ich dabei immer an den Promi denken. Nur lässt sich das leider nicht ganz vermeiden, denn es gibt ja auch Promis, die Allerweltsnamen haben, da kann man ja als Autor nicht auch noch drauf achten.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: KaZuKo am 14. November 2013, 16:51:19
Es gibt eben Dinge die gehen einfach nicht,
für mich ist das eindeutig zum Beispiel englische Namen in deutschen Manuskripten. Wenn plötzlich Dereck Smith in Berlin auf Jane Dow trifft, ohne das die beiden Tatsächlich einen Hintergrund haben, der das ganze rechtfertigt dann finde ich das einfach nur albern.

Da muss ich dir absolut zustimmen. Allerdings kann ich, um ehrlich zu sein, in Romanen auch keine typisch-deutsche Namen bzw. "Alltagsnamen" wie Anna, Lisa, Tim oder Mark vertragen, außer, es passt wirklich zum Charakter. Persönlich habe ich ohnehin einige exotische, aber (hoffentlich) eher neutrale Namen gewählt. Neben einem Max (dem eigentlich einzigen wichtigen Nebencharakter mit "normalem" Namen, da er sich vom Rest der Mannschaft abheben soll) tauchen in meinem urban-Projekt Menschen auf mit Namen wie Calla, Nevin, Monique, Lela, Amando Spint (ein Neuseeländer) und natürlich Voha (der wohlgemerkt einzige Fantasiename). Wie findet ihr die Mischung? Meiner Meinung nach bringt das eine weitere Facette in das Geschehen, die sowohl die geheimnisvolle Atmosphere, als auch die teilweise Groteske fördert. - Aber vielleicht interpretiere ich da auch einfach zu viel hinein. :D

Der Sohn des Königs sollte Mirren heißen.

Also um ehrlich zu sein, gefällt mir Mirren. Der Name erinnert mich an den Klang vieler, die ich bisher in fremden Welten benutzt habe. Ich kann mich auf anhieb gut damit anfreunden. In meinem Kopf taucht spontan ein junger, hellhariger Mann auf, großgewachsen aber schlaksig, der mutig sein möchte, aber leider ein kleiner Feigling ist. Vermutlich stimmt die Beschreibung überhaupt nicht, aber mir gefällt der Charakter. :D

Was die Unaussprechlichkeit angeht: Persönlich finde ich das nicht schlimm. Ich habe mich einmal mit meiner Freundin gestritten, wie die Protagonistin des Kuss des Kjer wohl ausgesprochen wird - Lijanas. Oder auch Dennyl (aus der Sonea-Reihe). Vor allem der letzte Name gefällt mir sehr, sowohl von der Schreibweise her, als auch meine Version der Aussprache.
Das Schlimme an solchen Namen ist allerdings, dass man sehr lange aneinander vorbei reden kann, ohne zu wissen, dass man vielleicht von ein und demselben Charakter spricht. Ansonsten habe ich damit kein Problem.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Pandorah am 17. November 2013, 20:55:24
Also ich finde deutsche Namen für Charaktere aus Deutschland durchaus passend. Tim gefällt mir sogar richtig gut. :) Ich tu mich schwer mit altmodischen Namen und habe damit gerade viel Spaß. Einige meiner Nebencharaktere sind sehr alt - ergo haben die ihre Namen zu einer Zeit erhalten, die nicht mehr ganz frisch ist. Was für die Nebencharaktere noch angeht, macht mir bei den wichtigeren Nebencharakteren gerade richtig Freude.

Da gibt es einmal die alten Nebencharaktere. Und dann gibt es die alten Nebencharaktere, die Kinder haben, die meine eigentlichen Nebencharas sind... und bei denen ich dann überlege, ob sie eher altmodisch sind und ihrer Zeit hinterherhängen oder sich am neuen orientieren.
"Was heißt, ich soll mein Kind nicht Kunigunde nennen? Kunigunde ist ein so frischer, modischer Name, der genau das Maß Weiblichkeit und Kraft ausstrahlt, die ich dem Mädchen wünsche!"
... ehm, aber ich muss Kunigunde schreiben. Und sie muss in der heutigen Zeit mit dem Namen rumlaufen. Also bitte keine Kunigunde. Auch keine Walpurga oder Brunhilde. Danke schön. (Alle Kunigunden, Walpurgas und Brunhilden mögen mir bitte verzeihen.)

Ich hatte viel Spaß mit Google-Fragen wie "Beliebte Namen um 1730/1890/1920/1956/..."

Generell tue ich mich eher schwer bei Namen für meine Hauptfiguren. Die sollen passen, sich gut aussprechen lassen, das richtige Bild in (meinem) Kopf entstehen lassen und klangvoll sein, außerdem gut zu merken. Ich brauche manchmal wirklich ewig und viel Hilfe. Bei absoluten Nebencharakteren geht es, da mache ich meistens kaum einen Kopf und nehme das erstbeste, was mir in den Sinn kommt und halbwegs passt.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Aylis am 18. November 2013, 18:31:28
Auch ein lustiges Problem, dass ich hatte, mit Namen meiner Charaktere; Ich will eigentlich immer etwas Spannendes, was nicht jeder nimmt.
Zwei meiner Charaktere, die später etwas wichtiger werden, heißen Pandora und Konrad und sind auch noch ein Paar.
Ich fand es bei Konrad einfach witzig, ihn Kon zu nennen. In meinen ersten Versuchen für das Buch hatte ich dann Szenen, in denen ich es tatsächlich geschafft habe, etwas zu schreiben wie:
"Kon trifft Pan".
Das fand ich dann so schrecklich, dass ich Pandora Pandora genannt habe und die doofe Abkürzung weg genommen habe.

Bei mir ist das allerdings auch alles ein wenig komplizierter, da sich zwei Welten miteinander verschmelzen. Ich hatte echt Probleme, Charaktere der Erde mit uns bekannten, normalen Namen mit Charakteren zu verbinden, die von einer magischen Welt kommen. So sind Nhanduit und Wim beste Freunde  ;D
Es war ziemlich spannend, sich gleichzeitig eigene Namen auszudenken und dazu altbekannte Namen zu nehmen oder zumindest welche, die wir aus anderen Büchern und geschichten kannten.
Obwohl das wahrscheinlich wieder Geschmackssache wäre.

Wie ich ja vor einiger Zeit schon geschrieben hatte, sind mir tatsächlich Namen sehr wichtig, und zwar sollen sie bedeutungsschwer sein. Da kommt eben so etwas wie Wim oder Pandora heraus.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Coehoorn am 19. November 2013, 13:37:52
[...]
"Kon trifft Pan". [...]

Das erste was mir da in den Sinn kam war:
Fa ruft Fara  ;D

Namen sind mir persönlich sehr wichtig. Teilweise konnte ich eine Woche nicht schreiben weil mir nicht der richtige Name eingefallen ist. Ich wälze dann meistens Wikipedia durch, schau nach Generälen, Orten, Heiligen und überhaupt einfach mal quer Beet, bis ich was finde wovon ich sage "das oder in leichter Abwandlung ist Spitze."
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Umbra et Luminis am 27. November 2013, 11:29:36
Mit Namen bin ich wahrscheinlich ziemlich eigen. Wie bei Coehoorn kann es bei mir Tage dauern, bis ich die richtigen Namen gefunden habe. Das kann in stundenlanges Googlen ausarten, von alten Namensregistern über Landkarten, historische Dokumente etc. etc. Solange der Name und die Klangfarbe nicht zum Charakter passt, habe ich keine Ruhe. Einmal hatte ich den perfekten Namen - und dann gab es den tatsächlich im Real Life. Den konnte ich dann nicht nehmen. Das war ein Weltuntergang!

Spielt die Handlung in Deutschland, sollten aus meiner Sicht auch deutsche Namen her, es sei denn die Person hat einen Migrationshintergrund. Alles andere ist irgendwie seltsam.

Genauso gibt es aber auch Namen ... wenn die Protagonistin so heißt, kann ich das Buch nicht lesen. Das sind allerdings persönliche Erfahrungen, die ich einfach nicht abschalten kann. Setzt man mir eine Jenny oder Simone vor (nichts gegen euch, die ihr so heißt, gell), würde ich das Buch schlichtweg nicht lesen. Wahrscheinlich kindisch, ist aber so. Da kann ich den Kopf nicht runterfahren bzw. gewisse Datenbanken geschlossen lassen. Geht's da eigentlich noch jemandem so mit spezifischen Namen?
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Zitkalasa am 27. November 2013, 15:52:11
Ich denke, das geht jedem von uns so. Ich habe auch so einige Namen, die ich als Charakternamen generell ausschließe, weil sie schon durch reale Menschen besetzt sind.
Das führt dann irgendwann zu einer gewissen Exotik in der Namenswahl, denke ich, oder ich muss anfangen, denselben Namen für verschiedene Charaktere zu benutzen (brr). Aber glücklicherweise gibt es in dieser Welt viele verschiedenen Namen, da wird das noch ein Weilchen dauern bis ich zu solchen Maßnahmen greifen muss. :D
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Notrya am 27. November 2013, 16:17:47
Ich brauche auch meist recht lange bei der Namenswahl, obwohl ich bisher immer "nur" zwischen real existierenden Namen wählen und mir noch keinen selbst ausdenken musste. Bei einigen Figuren ist mir dann nicht nur der Klang, sondern auch die Bedeutung wichtig, und das führt natürlich teilweise ebenfalls zu ewigem Googlen und Recherchieren.

Alle Namen, die zu realen Personen in meinem Umfeld gehören, fliegen auch bei mir automatisch raus. Muss eine Person aber aufgrund gewisser Symbolik oder aus anderen Gründen unbedingt einen Namen tragen, den ich eigentlich ausgeschlossen habe (aktuelles Beispiel: meine Protagonistin, die unbedingt den Namen zweier meiner Kolleginnen tragen soll), bekommt sie so lange einen halbwegs passenden Platzhalternamen ("Gurkensalat" kann ich in dem Fall aber nicht verwenden, das würde den kompletten Charakter über den Haufen werfen ;D), der, sobald ein Ende unter der Geschichte steht, ersetzt wird.

@Umbra: Beim Lesen drängt sich mir bei einigen Namen auch direkt ein Bild auf, aber wenn der Autor seine Figur überzeugend genug darstellt, schiebt das meine Assoziationen eigentlich recht schnell beiseite, von daher habe ich noch kein Buch aufgrund der Namen der Protagonisten aussortiert. Aber ich habe durchaus schon mal unbegründete Antipathien gegen flüchtig gezeichnete Nebenfiguren entwickelt. ;)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: HauntingWitch am 27. November 2013, 16:27:36
Mit Michaels und Stefans kann man mich vertreiben. Bei Frauennamen sind es lustigerweise italienische, Veronica, Marina und ähnliches. Liegt ziemlich sicher ebenfalls an realen Personen, mit denen ich schlechte Erfahrungen gemacht habe. Auch ein Problem habe ich mit Namen von Menschen, die mir nahe stehen, weil dann die Protagonisten in meinem Kopf automatisch deren Gesicht bekommen. Natürlich ist das absurd, aber es passiert.

Auch mit Andreas habe ich schlechte Erfahrungen, nur leider habe ich einen meiner Lieblingsprotas so genannt, bevor ich das wusste. Der ist jetzt mit diesem Namen gestraft (nichts für ungut an alle, die ihn real tragen ;)). Naja, er überlebt ganz gut.

Ich finde es bei der Auswahl auch immer wichtig, dass der Name mir selbst gefällt. Es gibt teilweise Namen, die vom Klang oder der Bedeutung her eigentlich supergut passen würden, die mir aber nicht gefallen. Ich kann doch nicht über einen Prota mit einem unschönen Namen schreiben.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Umbra et Luminis am 28. November 2013, 11:21:08
Ach ja, was Namen betrifft ... wenn mich jemand ärgert, dann findet er sich schon manchmal in abgeänderter Weise in einem meiner Skripte wieder. Da muss es aber schon böse gekracht haben oder die Sympathie von Anfang an sehr eindeutig ins Negative gedriftet sein.  :darth:
 
Es gibt also "schmerzhafte" Namen realer Personen, die ich nicht nutzen kann.
Die Namen nahestehender Personen, die ich nicht nutzen möchte.
Und die Namen von nur wenig Nahestehenden, die mich geärgert haben und in Romanform dafür büßen müssen. Zuletzt ein Mitarbeiter der IT-Abteilung einer Firma, in der ich beschäftigt war. Würde er den Roman jemals lesen (was ich nicht glaube), würde er merken, dass ein gewisser Herr R. mit sehr seltenem Nachnamen, jedoch einer anderen Schreibweise, durchaus böse aus dem Leben scheidet und das, nachdem er sich ziemlich dumm angestellt hat. Da überkommt es mich dann schon manchmal ...

Das sind dann auch irgendwie die schönen Aspekte der Namensgebung. Es kann nur ein Name sein, es kann aber auch wesentlich mehr dahinterstecken, was der Leser nie vermutet, für den Autor aber von großer Bedeutung ist. Ein gutes Gefühl irgendwie.  :)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Luna am 28. November 2013, 11:40:09
Ach ja, was Namen betrifft ... wenn mich jemand ärgert, dann findet er sich schon manchmal in abgeänderter Weise in einem meiner Skripte wieder. Da muss es aber schon böse gekracht haben oder die Sympathie von Anfang an sehr eindeutig ins Negative gedriftet sein.  :darth:
 
Zuletzt ein Mitarbeiter der IT-Abteilung einer Firma, in der ich beschäftigt war. Würde er den Roman jemals lesen (was ich nicht glaube), würde er merken, dass ein gewisser Herr R. mit sehr seltenem Nachnamen, jedoch einer anderen Schreibweise, durchaus böse aus dem Leben scheidet und das, nachdem er sich ziemlich dumm angestellt hat. Da überkommt es mich dann schon manchmal ...
Dito ;D. Bei mir war es die tyrannische Cheffin von einer ehemaligen Rittergruppe und ihr ihr höriger Mann. Nachdem ich ihre fürchterbaren Charaktereigenschaften dermaßen überzogen und sie noch lächerlicher gemacht habe, als sie es im wahren Leben sowieso schon waren, schieden die beiden auch sehr böse aus dem Leben :darth:. Die Namen der beiden habe ich ebenfalls abgewandelt, aber nur ein bisschen. Ich wollte, dass sie nicht nur an den Eigenschaften und den Taten, sondern auch an ihrem Namen zu erkennen waren. Aus Ralph wurde dann z. B. Raleph.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Pandorah am 28. November 2013, 19:15:15
Ich habe jetzt ein Namensproblem der etwas ungewöhnlicheren Art bekommen. Ich vermeide ja Namen von Bekannten, Verwandten, Freunden, ... es sei denn, ich baue sie bewusst als Anspielung ein.

Jetzt hat sich aber jemand meines näheren Bekanntenkreises, den ich sehr schätze, "geoutet", dass er keine Frau, sondern ein Mann ist. Tja. Und ausgerechnet (unwissend, er liest meine Werke nicht) den Namen eines meiner Charas gewählt. Zum Glück ein Chara, den ich toll finde, immerhin. Und zum weiteren Glück haben die beiden ansonsten wenig gemein. Trotzdem ist es nun sehr gewöhnungsbedürftig, die Geschichte noch einmal zu lesen. *g*
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Umbra et Luminis am 28. November 2013, 23:16:26
@Pandora
Wirklich gut, dass du die Geschichte schon fertiggeschrieben hast. Ich empfände es schlimmer, wenn ich mitten im Schreiben wäre und dann der Name geändert werden müsste, weil meine "Erinnerungen" auf einmal überspielt wären. Da käme ich dann emotional ganz fürchterlich durcheinander.
So ist es nun, wie es ist. Du ersparst dir die Änderung und kannst es mit einem Schmunzeln lesen. Namen mittendrin zu ändern, ist nämlich echt eine fiese Sache.
Aber mal echt ein außergewöhnliches Namensproblem. Wer rechnet schon mit sowas?  ;D
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Christopher am 29. November 2013, 09:59:47
Namen zum abgewöhnen hab ich letztens auch lesen müssen...
"Der Name des Windes"

Kvothe, ein toller Name nebenbei bemerkt, tarnt sich als "Kote"  :gähn: Das hat es mir fast unmöglich gemacht, die ersten 50 Seiten zu lesen... Ja, er kann da nix für. Ist ja aus dem Englischen und der Gedankengang ist auch kindisch und blöd, aber nachdem es mir einmal aufgefallen war, konnte ich es nicht mehr wegdenken  :ithurtsandstings!:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Klecks am 29. November 2013, 10:46:12
Kvothe ist echt ein komischer Name - auf angenehme Weise allerdings. Ich finde ihn vom Klang her ganz interessant, aber sein Tarnname ... uhhh. :gähn:

Ich habe das Buch nicht gelesen, aber ich frage mich, was dem armen Übersetzer durch den Kopf gegangen ist ...

Die Namen meiner Figuren sind mir auch sehr wichtig. Bei Fantasy-Namensschöpfungen achte ich immer ein bisschen darauf, dass keine seltsamen Namen dabei rauskommen, die eher einem bunt zusammengewürfelten Buchstabensalat gleichen - exotisch und außergewöhnlich darf es gern sein, es geht ja schließlich um Fantasy. Aber Zungenbrecher wie "K'vtzfúádtslo'rnjeoréilo'ek" versuche ich zu vermeiden.  :rofl:

Allerdings fühle ich sofort, ob der Name zu einer Figur passt oder nicht. Wenn "K'vtzfúádtslo'rnjeoréilo'ek" der Name einer Person ist und alles andere sich falsch anfühlt, bleibt mir keine Wahl. Aber da gibt es auch Beispiele aus der realen Welt. Der Klecks hat nämlich leider vor vielen großen Tieren Angst, und wenn ein Name dann die Bedeutung eines solchen großen Tieres hat, kommt er nicht in Frage, weil ich beim Schreiben Angst hätte.  :versteck: Aber wie gesagt, wenn es sich richtig anfühlt, beiße ich mich auch da irgendwie durch.

Und dann gibt es natürlich noch die Namen jener Personen aus dem Leben des Kleckses, auf die er nie und nimmer zurückgreifen würde. Und wenn, dann nur für Splatter-Krimis.   :psssst:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Pygmalion am 29. November 2013, 11:09:01
Kvothe, ich spreche das sicher falsch aus, aber ich kann mich nicht dagegen wehren, daraus immer (Frauen-) Quote zu machen :D, also kein besoders gelungener Name...naja und zu Kote muss man ja nix mehr sagen :D

Ich hoffe, im weiteren Verlauf der Geschichte gäbe es dann eine Abkürzung für K'vtzfúádtslo'rnjeoréilo'ek. :D Ansonsten würde ich so etwas nicht lesen wollen (ja ich weiß, das ist nur ein Beispiel, aber es gibt ja echt manchmal solche Namen, die niemand aussprechen kann)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Klecks am 29. November 2013, 11:16:30
Klar gäbe es einen Spitznamen! Erstens würde man den armen K'vtzfúádtslo'rnjeoréilo'ek sicher ständig mit seinem Namen aufziehen, zweitens bräuchte ich ewig, um die richtige Schreibweise auwendig zu lernen, und drittens würde es viel zu viel Zeit rauben, ständig K'vtzfúádtslo'rnjeoréilo'ek auszuschreiben.  :rofl:

Ich würde ihn wohl Réilo'ek nennen. Wobei mir diese wahllos gestreuten ' und ´eigentlich nicht so gut gefallen.

Ach, du meine Güte. HILFE! Ein Plotbunny!  :d'oh:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: HauntingWitch am 29. November 2013, 11:53:29
Kvothe, ich spreche das sicher falsch aus, aber ich kann mich nicht dagegen wehren, daraus immer (Frauen-) Quote zu machen :D, also kein besoders gelungener Name...naja und zu Kote muss man ja nix mehr sagen :D

*Klugscheiss-Modus ein* Aber die Aussprache seines Namens wird im Buch sehr genau erklärt. Dann geht's. Bei seinem Tarnnamen sollte man nicht vergessen, dass der Autor englisch-sprachig ist und das daher nicht mit den gleichen Dingen assoziiert ist, wie vielleicht bei einigen von uns Deutschsprachigen. Wenn man das Buch auf Englisch liest, fällt es gar nicht mehr so sehr auf. ;) *Klugscheiss-Modus aus*

Unaussprechliche Namen finde ich ganz schlimm, weil ich dann jedes Mal stocke, wenn ich darüber stolpere. Ich höre beim Lesen die Stimme des Erzählers (oder eines Erzählers bei 3. Person) im Kopf, da muss ich schon wissen, wie die Worte klingen.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: canis lupus niger am 02. Dezember 2013, 20:07:07
Die Namen für meine Geschichten suche ich mir meistens aus den Kulturen aus, die der beschriebenen in irgend einer Weise ähneln. Ich habe die Hoffnung, dass die Assoziation im Kopf des Lesers gleich die Klischees und Vorurteile über die entsprechende "irdischen" Kultur weckt. So glaube ich, eine Menge Charakterbeschreibungen überflüssig zu machen! Dabei ist es mir sehr wichtig, dass die Namen angenehm "über die Zunge gehen".  Endlose Zungenstolperer finde ich schrecklich.

Beispiele: Slawische Namen (für die Reiter aus Amudaria), Friesische Namen (für Drachstaad). Manchmal suche ich mir sprechende Namen aus, auch aus der englischen Sprache, und verändere sie dann durch Einfügung von Buchstaben. (Ein Beispiel für einen Elbennamen: Löwenzahn= engl. Dandelion, wurde zu Dandelijan -  fiesisch eingefärbt für Drachstaad). Einmal habe ich für eine KG zwei Namen aus einem Thailändischen Telefonbuch heraus gesucht: Maranon Jorgan und Chomenon Alak. Ich fand sie exotisch und gleichzeitig angenehm im Klang. Genau das, was ich brauchte.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Klecks am 03. Dezember 2013, 18:44:38
Da geht es mir ähnlich. Wenn ich über eine Kultur schreibe, die zum Beispiel der japanischen ähnelt, suche ich nach japanischen Namen und verleihe ihnen meinen eigenen Touch. Manchmal übernehme ich sie auch - gerade, wenn sie aus exotischen Kulturen stammen.  :jau:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Fianna am 03. Dezember 2013, 18:48:16
Mir sind Namen sehr wichtig. Teilweise arbeite ich mit dem ersten Versuch weiter und ändere es dann im Laufe des Arbeitsprozesses, wenn mir ein besser klingender name einfällt.

Die arme Jilia hat schon 3 Namen eines Protagonisten mitgemacht, und gab mal den Anreiz zu einer skurillen Kurzgeschichte... Die ich aber noch nicht geschrieben habe und hoffentlich nicht schreiben werde. (Kurzgeschichten führen immer zu Ideen- und Projekt-Explosion.)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Felicity am 04. Dezember 2013, 14:57:25
Wenn ich mir Namen für eine High-Fantasy-Geschichte überlege, versuche ich oft, sie nach einem bestimmten Schema zu gestalten, zum Beispiel Buchstaben, die sich öfters wiederholen oder ähnliche Klänge, damit man eine Ähnlichkeit erkennen kann.
Handelt es sich um ein Urban-Fantasy-Projekt achte ich darauf, dass man zu den Namen einige Spitznamen bilden kann.

@Fianna: Bei mir ist es ähnlich. Wie bei dir tauschen die Namen meiner Charaktere fröhlich hin und her. Glücklicherweise hat Microsoft ja eine "Alle ersetzen"-Funktion  :jau:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Phea am 04. Dezember 2013, 17:07:27
Ich persönlich brauche einen passenden Namen von Anfang an. Es darf kein Name sein, mit dem ich jemanden verbinden könnte, heißt also, den ich persönlich bereits kenne, da ich sonst Gefahr laufe, die Charaktereigenschaften und meine eigene Sympathie für den Menschen in den Charakter zu legen. Ich benötige eben immer etwas außergewöhnliches und für gewöhnlich denke ich sie mir selbst aus oder hole mir Hilfe im Internet. Die Namen müssen irgendwie zum Charakter passen.

Ich bin da sehr eigen, wenn ich mir das so überlege  :rofl:

Dafür stehen sie aber auch von Anfang an, was vielleicht auch ein Vorteil ist   :vibes:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Felicity am 05. Dezember 2013, 15:37:12
@Macpheana: Ich persönlich benenne gerne meine Figuren nach Menschen, die ich kenne. Für mich ist es so eine Art der Widmung. Meistens plane ich diesen Vorgang allerdings so, dass der Charakter auch von der Person inspiriert ist. Ich überlege mir, wo die Eigenschaften gut hinpassen würden und setze sie dort ein. Allerdings dramatisiere ich das ganze noch ein wenig, indem ich versuche, alles an der Person noch zu verstärken, um es etwas interessanter zu gestalten.  ;)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Phea am 05. Dezember 2013, 16:04:50
@Macpheana: Ich persönlich benenne gerne meine Figuren nach Menschen, die ich kenne. Für mich ist es so eine Art der Widmung. Meistens plane ich diesen Vorgang allerdings so, dass der Charakter auch von der Person inspiriert ist. Ich überlege mir, wo die Eigenschaften gut hinpassen würden und setze sie dort ein. Allerdings dramatisiere ich das ganze noch ein wenig, indem ich versuche, alles an der Person noch zu verstärken, um es etwas interessanter zu gestalten.  ;)

So kann man das natürlich auch wundervoll gestalten. Darüber habe ich auch schon nachgedacht und ich habe mit einigen darüber gesprochen, die meinten, sehr gerne in meinem Roman vorkommen zu dürfen. Ich habe aber immer Angst, dass es vielleicht als Beleidigung angesehen wird, wenn ich der Person die schlechten Eigenschaften gebe und sie deutlich mache. Deswegen habe ich bisher davon abgesehen - aber vielleicht schreibe ich ja bald einen Roman, in dem ich tatsächlich eine lebende Person mit einbeziehe - man weiß ja nie.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Klecks am 06. Dezember 2013, 10:33:54
Ich finde, dass es andererseits unglaublich spannend ist, jemandem zu begegnen, der wie der eigene Prota, Anta oder auch Nebencharakter heißt. Ich kann von diesen Menschen gar nicht genug bekommen, weil ich automatisch, fast unbewusst, immer nach Parallelen zu meinen Romanpersonen suche. Und wenn ich sie dann finde, kann es sein, dass der betreffende Mensch eine Zeit lang einen neugierigen Klecks an der Backe hat. Aber da Kleckse friedliche Wesen sind, hat das bisher noch niemanden gestört.  ;D

Anders ist es, wenn ich jemanden treffe, der wie ein Anta heißt. Dann bin ich immer ganz verstört, wenn er sich als nett und freundlich und nicht gewalttätig entpuppt ... und traue ihm nie wirklich über den Weg.  :darth:

@Christopher: Du hast nicht zufällig blaue Augen?  :bittebittebitte:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Christopher am 06. Dezember 2013, 11:02:27
Doooch, die hab ich ;D
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Klecks am 06. Dezember 2013, 15:07:10
@Christopher: Ach du meine Güte!  :o

Und ... bist du blond?  :bittebittebitte:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Christopher am 06. Dezember 2013, 16:04:50
Natürlich!  :P
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Klecks am 06. Dezember 2013, 18:32:38
 :o :o :o

*in Ohnmacht fall*

*wieder aufwach*

Ch-ch-ch-chri-chri-christopher? *wimmer* Ch-Chris?

Ich will dich knuddeln.  :gähn:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Heero am 22. Dezember 2013, 13:30:40
Hm. Der Thread macht mich nervös ... die eigenwillige Namensgebung der Charaktere und Orte in unserer Fantasy-Welt wird schon mal öfter kritisiert. Beim Vorlesen stolpere ich selbst und fluche innerlich. Beim BuCon habe ich auch mal offen geflucht über die unaussprechlichen Namen.

Sie sind schwer zu ändern - wir arbeiten im Team, und viele der Namen sind schon uralt, weil sie in einer Briefspielwelt Ende der Achtziger entstanden sind und uns dann schlicht begleitet haben.

Also: Namen sind wirklich ein Thema, mit dem ich mich beschäftigen muss. Jedesmal neu.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: pyon am 22. Dezember 2013, 14:15:40
Namen sind schon so eine Sache.

Ich finde, dass Namen auch oft den Charakter bilden und dementsprechend auch sehr wichtig sind. Nicht nur für den Leser, der mit dem Namen immer einen Charakter, eine Figur verbindet, sondern auch für den Autor selbst. Ich für meinen Teil verbringe oft viel Zeit mit der Namenssuche und überlege lange, welcher Name meinem Charakter gerecht wird.  ;D

Was ich, wie wohl die meisten hier, gar nicht mag sind diese unaussprechlichen Namen, die ich bereits beim ersten Lesen laut und einige Mal vor mich hin murmeln muss, bis er in meinem Gedächtnis angekommen ist. Manchmal passiert es auch, dass Charaktere für mich einfach "A-dings" oder "M-dings" werden, je nachdem welchen Anfangsbuchstaben ihr Name hat.  :P

Ich muss gesehen, dass ich derzeit überlege, ob ich den Namen einer Figur aus einem bereits abgeschlossenen Projekt nicht doch nachträglich ändere. Sowas schmerzt schon ein wenig. Canus, lautete der derzeige Name. Leider reist er eine ganze Weile mit einem Corvus zusammen durch die Gegend und irgendwie hat mich schon beim Schreiben irgendwie das Gefühl nicht losgelassen, dass die beiden Namen doch zu ähnlich klingen.  ??? Ganz zufrieden bin ich jedenfalls nicht, obwohl die Namen doch zu den Figuren selbst passen.

Namen entstehen meistens indem ich mit einen Anfangsbuchstaben für einen Charakter überlege. Irgendwie finde ich diese besonders wichtig.  ;D Der Rest wird entweder durch das Internet oder durch herumprobieren auf der Tastatur dazugesteckt.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Klecks am 23. Dezember 2013, 07:02:38
Ich würde an den Namen festhalten, wenn du das Gefühl hast, dass der jeweilige Name zu dem jeweiligen Träger passt. Trau dich dazu! Namen sind wichtig, und wenn ein Name erst einmal entdeckt ist, fusionieren Name und Figur auf gewisse Weise unzertrennlich. Rein emotional gesehen.   :wolke:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: canis lupus niger am 23. Dezember 2013, 12:00:05
Hm. Der Thread macht mich nervös ... die eigenwillige Namensgebung der Charaktere und Orte in unserer Fantasy-Welt wird schon mal öfter kritisiert. Beim Vorlesen stolpere ich selbst und fluche innerlich. Beim BuCon habe ich auch mal offen geflucht über die unaussprechlichen Namen.

Sie sind schwer zu ändern - wir arbeiten im Team, und viele der Namen sind schon uralt, weil sie in einer Briefspielwelt Ende der Achtziger entstanden sind und uns dann schlicht begleitet haben.

Manche von den Isrogant-Namen bereiten mir auch Probleme.  ;D Manche passen aber -  gerade wegen ihrer "Unaussprechlichkeit". Da denke ich zum Beispiel besonders an die Personen-Namen aus Droni. Alicia dei Xemotearzx (Schnell nochmal nachlesen, ob ich es richtig im Hinterkopf habe!) ist trotz der Unaussprechlichkeit ein gelunger Name, finde ich. Und in Diktatur thematisierst Du die Unaussprechlichkeit ja auch sehr nett. Lady Schemotarsch, oder wie war das? ;D). Wenn die Geschichte in Droni spielen würde, und die Charaktere alle solche Namen hätten, würde ich mich ziemlich überfordert fühlen. Da die Welt von Isrogant so vielfältig ist, mit so vielen verschiedenen, durch die Flut durcheinander gemischten Kulturen, ist es ja machbar, viele verschiedene Namen-Stile nebeneinander zu verwenden. Es darf eben nicht Überhand nehmen und muss in die Geschichte passen. Und man muss innerhalb einer Kultur grundsätzlich einen Stil beibehalten - wenn nicht Migration und Fremdeinflüsse eine Rolle spielen.

Ich verwende nur die traditionelle Isrogant-Namen, die von überregionaler Bedeutung sind. Für meinen Bereich bin ich so dreist, mir einfachere auszusuchen. In Drachstaad trägt die Mehrheit der Charaktere friesische Namen. Die sind einerseits schön bodenständig (ideal für ein traditionenverbundenes Hinterwäldler-Königreich), andererseits klingen sie trotzdem ein bisschen exotisch (Wiltger, Wierd, Gunder, Hark, Hanke, etc.), so dass der Leser, wie ich hoffe, sie einer Fantasy-Welt/Region zuordnen mag. Charaktere aus anderen Regionen und Kulturen bekommen Namen, die dort üblich sind, oder die ich mir neu ausdenke. Einen Namen wie Wolfgang würde ich allerdings nicht verwenden, so bodenständig er auch klingt. Er ist mir zu wenig "Fantasy".

Ich finde, wenn eine Geschichte einen so langen Zeitraum überspannt, wie die "Reisende"-Trilogie, dann darf man auch ein wenig veränderten Zeitgeschmack einarbeiten und die Namen neuer Charaktere anders, bzw. schlichter wählen.

Grundsätzlich finde ich Namen sehr wichtig. Sie charakterisieren die Personen und Orte in einer Geschichte schon ein wenig durch ihren Klang, ohne dass man dem Leser viel über den Namenträger erzählen muss (z.B. in Micheds Erzählstrang der Ober-Mobber namens Nessel). Bei manchen Geschichten ist das nicht so wichtig. Aber wenn ich nur wenig Raum zum charakterisieren habe, oder eine Hauptfigur mir sehr wichtig ist, und ich  den Leser unmerklich auf ein bestimmtes Bild hinsteuern möchte, dann suche ich mir den Namen sehr sorgfältig aus. Manchmal quäle ich mich richtig lange damit herum, in anderen Fällen sind die Namen einfach da.  :buch: Wenn ich nicht weiter weiß, werden dann Telefonbücher gewälzt (auch ausländische), oder über Leo Fremdsprachen durchprobiert. Für meinen Prota aus 'canis lupus niger' muss ich nun endlich den Spitznamen ('Schwarzer Wolf') in dessen Muttersprache festlegen. Ich habe es mit der russischen Übersetzung versucht (draur vulk - Lautschrift, da ich kein Kyrillisch lesen kann), aber so richtig glücklich bin ich damit noch nicht.   ::)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: pyon am 30. Dezember 2013, 20:10:52
Ich würde an den Namen festhalten, wenn du das Gefühl hast, dass der jeweilige Name zu dem jeweiligen Träger passt. Trau dich dazu! Namen sind wichtig, und wenn ein Name erst einmal entdeckt ist, fusionieren Name und Figur auf gewisse Weise unzertrennlich. Rein emotional gesehen.   :wolke:

Danke!  :knuddel:
Ja, du hast Recht. Ich hab inzwischen die Kapitel mit den beiden noch einmal genauer gelesen und ich werde die beiden Namen nun wirklich behalten. Sie passen einfach zu den Charakteren dahinter und jeder andere Name würde ihnen einfach nicht gerecht werden.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Klecks am 31. Dezember 2013, 16:09:58
@pyon: Gerne! Ich finde toll, dass du dich dafür entschieden hast, die Namen beizubehalten! :vibes:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: canis lupus niger am 10. Januar 2014, 13:29:35
Eines Tages kam ich auf die Idee, meinen Zweitnamen zu benutzen, der auch viel besser zu mir passt.
Aber leider haben die Personen aus unseren Büchern diese Möglichkeit nicht.
Stellt euch vor, einige von euren Charakteren hüpfen aus euren Büchern und stellen sich bei Tintenzirkel für eine neue Namensgebung an.

 :rofl:
Ich stelle  mir das gerade bildlich vor! Eine lange Schlange, oder ihren jeweiligen Charakteren entsprechend, eher ein Pulk aufgeregter und empörter Typen, die etwas geändert haben wollen!
"Wie kann man sich nur so einen bescheuerten Namen ausdenken? Ich bestehe darauf, dass das geändert wird!"
"Ein Golf? Wieso fahre ich nur einen Golf und DER da hat einen Sportwagen?"
"Das lasse ich mir nicht gefallen! Das habe ich nicht nötig! Schließlich bin ich der Hauptcharakter hier in dieser Geschichte."
"Hee, nicht drängeln! Ich war vor Ihnen hier!"
 
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Klecks am 10. Januar 2014, 14:41:20
@canis lupus niger: Oh je, jetzt hab ich Bilder davon im Kopf, wie meine Protas genau das machen! :rofl:

Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Sternsaphir am 16. Januar 2014, 11:56:05
Für mich sind Namen sehr wichtig.
Je nach Rolle (Haupt- oder Nebenrolle) achte ich sehr darauf, wie meine Chars heißen.

Ich habe dabei mehrere Punkte, die ich abarbeite:

1. Der Name muss halbwegs einfach zu lesen sein und einen Wiedererkennungseffekt haben, also keine komplizierte Buchstabenakrobatik, denn man will ja beim Lesen nicht ständig über den Namen des Protas stolpern. Der Name soll im Kopf des Lesers klingen und keinen Zungenknoten hervorrufen.

2. Die Namen der Protas und anderen Figuren müssen gut zu unterscheiden sein. Also z.B. nicht Lariana und Larinia, wenn man nicht grad über eineiige Zwillinge schreiben will ;).

3. Der Name sollte zur Figur passen. Ich würde z.B. ein zartes blondes Mädchen nicht Ursula nennen. Manchmal generiere ich auch Namen passend zur Kultur, sodass die Figuren aus einem Landstrich ähnlich klingende Namen haben.

4. Ich kontrolliere, ob es Bedeutungen für die ausgedachten Namen gibt oder Worte, die ähnlich klingen, um Wortverdrehungen oder falsche Bedeutungen zu vermeiden. Auch versuche ich darauf zu achten, dass ich keine Namen aus Filmen oder berühmten Büchern benutze (Ausnahme wären natürlich Alltagsnamen)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Polarfuchs am 16. Januar 2014, 21:26:37
Ich persönlich finde es nicht wichtig, ob die Namen eine bestimmte Bedeutung haben. Zum Beispiel finde ich es furchtbar durchschaubar, wenn ein Mädchen, das in eine geheimnisvolle Geschichte hineingezogen wird "Mistery" heißt. Ihr versteht schon... So super eindeutige Namen, die quasi den Charakter bestimmen. So ist es im "realen Leben" ja auch nicht. Da wird einfach von den Eltern entschieden, wie der Spross heißt und das finde ich authentisch.
Mir ist es aber wichtig, dass die Namen einen schönen Klang haben und "aussprechbar" sind. Wenn ein Charakter zum Beispiel "Námayx'línsuh" heißt, schreckt mich das ab, da ich keine Ahnung habe, wie ich so etwas lesen, geschweigedenn aussprechen soll.

Ich selbst lasse mich bei meinen Charakter-/ Städte- /Flussnamen oft von alten Gottheiten oder Sternennamen inspirieren. Zusammen mit ein paar kreativen Eigenkreationen kommen da ganz passable Namen raus.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: absinthefreund am 12. Februar 2014, 11:26:52
Ich habe nach einem vergleichbaren schon bestehenden Thema gesucht, aber nicht gefunden, obwohl ich bestimmt nicht die erste mit dem Problem bin. Korrigiert mich, wenn ich jetzt einen unnötigen Thread aufgemacht habe. ???

Das Problem, das immer mehr Raum in meinen Gedanken einnimmt, nennt sich: Sollte ich den Namen meiner Protagonistin ändern?

Die Prota meines (Urban-Fantasy-)Romans heißt Hero und ich möchte wissen, ob ich mit diesem Namen Verwirrung stifte. Liege ich recht in der Annahme, dass ihr den englischen "Held" aus diesem Namen lest? Davon leitet er sich aber nicht ab.
Warum halte ich an diesem Namen fest? Ich wollte einen optisch einfachen, aber ungewöhnlichen Namen haben und bin irgendwie bei "Hero" gelandet. Nun spricht sich das aber so aus, wie man es schreibt, weil es ein alter griechischer Name ist, den manche vielleicht sogar kennen. Aus "Hero und Leander", z.B., oder aus Shakespeares "Viel Lärm um Nichts". Das gefällt mir. Ich mag alte Namen und ich mag weibliche Namen, die auf "o" enden.

Die Aussprache von "Hero" wollte ich in der Geschichte auch thematisieren, um den "Held" aus dem Kopf des Lesers zu räumen, aber ich frage mich, ob das genügt?
Bevor die Aussprache Thema wird, muss sich der Leser durch mindestens ein Kapitel arbeiten und ist vermutlich auf dem Klappentext oder so schon über diesen merkwürdigen Namen gestolpert.
Kann ich den Lesern diesen Namen zumuten oder findet ihr ihn für eine Protagonistin ungünstig gewählt?
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Malinche am 12. Februar 2014, 11:37:07
 :wache!: Hallo absinthefreund,

ich hab dich mal in diesen Thread hier verpflanzt, ich denke, der passt recht gut zu deiner Fragestellung.
Generell noch die Bitte - wenn du ein neues Thema eröffnest, bitte versuche, ihm einen möglichst aussagekräftigen Titel zu geben, der schon vor dem Klicken eine grundsätzliche Idee vermittelt, worum es geht. "Ich heiße Hero" hat mich persönlich jetzt nicht vermuten lassen, was da drin steckt.

Und nun noch mein Senf zu deiner Frage: Ich lese den Namen in erster Linie so, wie er gelesen werden soll. Ich kenne aber auch Hero und Leander. :) So merkwürdig finde ich den Namen also gar nicht.
Im ersten Moment mag der Name den ein oder anderen Leser vielleicht verwirren. Ich denke aber, dass das erstens nicht schlimm ist und sich diese Verwirrung zweitens sehr schnell ausräumen lässt.
Wenn dein Roman nicht im englischsprachigen Raum angesiedelt ist, sehe ich eigentlich auch wenig Grund, warum man Hero als das englische "Hero" lesen sollte. Es wird ja sicher recht schnell klar, dass das in dem Zusammenhang ein Frauenname ist. Generell bin ich ja eine Freundin davon, solche Namen und auch vernachlässigte Wörter zu benutzen, damit sie in Gebrauch und eben lebendig bleiben. Von daher würde ich sagen, Hero darf ruhig Hero bleiben.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: HauntingWitch am 12. Februar 2014, 11:56:26
Ich habe den Namen jetzt auch "richtig" gelesen, aber im Hinterkopf drängt sich einem das Englische auf, das stimmt schon. Auch habe ich da negative Assoziationen wegen den Dosenravioli, die gleich heissen.  ;) Ich finde ihn daher ungünstig, andererseits würde ich das einem Autor aber auch verzeihen, wenn die Geschichte ansonsten supertoll ist.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Klecks am 12. Februar 2014, 14:50:21
Ich würde sagen: Bleib auf jeden Fall bei dem Namen! Füge eine unauffällige Erklärung für die Leser ein, beschreibe die Aussprache und fertig. Namen sind so wichtig - bei ihrer Erwähnung taucht sofort die ganze Figur mit ihrer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auf. Wenn die Figur so heißt, dann heißt sie eben so. Bleib dem Namen treu!  :vibes:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Siara am 12. Februar 2014, 16:47:19
Ich habe den Namen auch nicht englisch aufgefasst. Klar, wenn man das Wort alleine stehend liest, kommt einem sofort "Held" in den Sinn. Aber da klar war, dass es sich um einen Namen handelt, bin ich von der richtigen Aussprache ausgegangen.

Mir gefällt der Name außerdem wirklich gut, hat einen schönen Klang und ist sehr markant  :jau:
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Pandorah am 12. Februar 2014, 18:17:24
Ich gehöre dann wohl zu den Lesern, an die du gedacht hast. Ich kenne Hero nur als das englische Wort für Held, habe den sofort englisch gelesen und würde mich echt wundern, dass eine Autorin ihre Heldin Hero nennt. ;) Aber wenn es irgendwann erklärt wird, wäre das ein netter Aha-Moment.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Aylis am 12. Februar 2014, 18:37:34
Auch ich habe zuerst Hero (wie den Helden) gelesen, ich fand das erst super lustig ;D
Aber diese Szene, die du planst, würde mir vollkommen reichen. Solltest du aus der Ich-Form schreiben, kann man das sicher auch sehr gut im ersten Satz einbauen.
Vorausgesetzt, dass dein Charakter sich darüber ärgert, wenn Leute ihren Namen falsch lesen.
Gibt es diese Eigenschaft, kannst du dadurch auch immer wieder auf das Problem hinweisen, das du mit diesem Namen zwangsläufig hast.
Zum Beispiel, wenn ein Beamter ihren Namen vorliest oder Ähnliches.
Je nachdem, wie modern deine Welt ist, könntest du natürlich auch deine Nebencharaktere entsprechend andeuten lassen....

Zitat
Wo sind Ihr Cape und Ihre roten Stiefel?
;)
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: absinthefreund am 13. Februar 2014, 15:57:28
Danke für eure Einschätzungen! :jau:
Da sie überwiegend positiv ausgefallen sind und ich euch mit einer erklärenden Situation zufriedenstellen könnte, behält die Hero ihren Namen. Juhu!
Ich schreibe übrigens in der 3. Person und habe im Hinterkopf, dass Hero jemanden auf einer Party kennenlernt, dem sie ihren Namen entgegenbrüllen muss. Die Erklärung würde sich dann daraus ergeben. Vielleicht wird es auch anders, aber so könnte ich eine natürliche Namenerklärsituation schaffen, denke ich.
Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Heero am 01. März 2014, 15:42:10
Ich habe nach einem vergleichbaren schon bestehenden Thema gesucht, aber nicht gefunden, obwohl ich bestimmt nicht die erste mit dem Problem bin. Korrigiert mich, wenn ich jetzt einen unnötigen Thread aufgemacht habe. ???

Das Problem, das immer mehr Raum in meinen Gedanken einnimmt, nennt sich: Sollte ich den Namen meiner Protagonistin ändern?

Die Prota meines (Urban-Fantasy-)Romans heißt Hero und ich möchte wissen, ob ich mit diesem Namen Verwirrung stifte. Liege ich recht in der Annahme, dass ihr den englischen "Held" aus diesem Namen lest? Davon leitet er sich aber nicht ab.
Warum halte ich an diesem Namen fest? Ich wollte einen optisch einfachen, aber ungewöhnlichen Namen haben und bin irgendwie bei "Hero" gelandet. Nun spricht sich das aber so aus, wie man es schreibt, weil es ein alter griechischer Name ist, den manche vielleicht sogar kennen. Aus "Hero und Leander", z.B., oder aus Shakespeares "Viel Lärm um Nichts". Das gefällt mir. Ich mag alte Namen und ich mag weibliche Namen, die auf "o" enden.

Die Aussprache von "Hero" wollte ich in der Geschichte auch thematisieren, um den "Held" aus dem Kopf des Lesers zu räumen, aber ich frage mich, ob das genügt?
Bevor die Aussprache Thema wird, muss sich der Leser durch mindestens ein Kapitel arbeiten und ist vermutlich auf dem Klappentext oder so schon über diesen merkwürdigen Namen gestolpert.
Kann ich den Lesern diesen Namen zumuten oder findet ihr ihn für eine Protagonistin ungünstig gewählt?

Ich finde, dass Du einen katastrophalen Namen gewählt hast!
Meine Mutter hatte die herausragende Idee, mich Heero zu nennen - und glaub mir, dass der Name "Hero" als Frauenname durch die Literatur geistert, war wirklich MIST. ;)
Vor allem während der Pubertät.

Nicht so Mist wie Naomi Cambells Parfüm "Hero - der Duft der Erotik", das mir eine Mitschülerin bei der Abi-Prüfung auf den Tisch gestellt hat. Aber Mist.


Titel: Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
Beitrag von: Yamuri am 12. Oktober 2019, 10:54:07
Namen sind mir auch sehr wichtig, besonders auch zu wissen was sie bedeuten und, dass sie zum Charakter passen. Ich recherchiere dafür auch sehr lang auf einschlägigen Seiten. Zum Zweck der Benamsung von Charakteren ostasiatischen Ursprungs habe ich mir sogar eine App heruntergeladen und ein intensives Studium der Personennamen begonnen. Da ich Sprachen generell mag, hat mir die Recherche auch Spaß gemacht. :)

Namen zum Abgewöhnen, damit assoziiere ich Namen, die eigentlich aus andren Werken entlehnt sind. Ich muss mir nur dann Namen abgewöhnen, wenn ich eine Fanfiction umschreibe und etwas Eigenes daraus mache. Denn dann sind die Namen in der Fanfiction mit Charanamen aus dem Original ident und das geht natürlich nicht.

Ansonsten finde ich, Namen sollten zum Genre passen und eben auch zur Vorstellung, die man vom Charakter hat. Einen Chara, den ich mir ostasiatisch vorstelle, werde ich daher normalerweise auch so benamsen, dass er/sie einen ostasiatischen Namen hat. Es mag Fälle geben, in denen das nicht so ist, weil die vorherrschende Sprache in der Grundwelt eine andre ist (bei Portal Fantasy z.B. oder bei Urban Fantasy in Deutschland). Dann schreibe ich aber explizit, dass der Chara eigentlich einen andren Namen hat, er aber bewusst einen europäisch klingenderen Namen z.B. angenommen hat, um es seiner Umwelt leichter zu machen diesen aussprechen zu können. Bei Welten, deren Grundsetting schon sehr ostasiatisch ist, haben aber alle Charas auch einen entsprechenden Namen, der recherchiert und plausibel ist. Ich arbeite da mit dem Pleco Dictionary z.B. und Onomastikon Seiten und Büchern und arbeite mich gut in die Materie ein.