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Gibt es diese Wörter eigentlich überall?

Begonnen von Grey, 24. November 2007, 17:21:32

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0 Mitglieder und 2 Gäste betrachten dieses Thema.

Fledermaus

Huch, ich kannte "Ostalgie" bis vor zehn Sekunden nicht :o Hätte es sicherlich auch als Tippfehler gesehen.
Aber ok, als Österreicherin wird mir diese Bildungslücke vielleicht verziehen? :engel:

Eluin

Gerade das erste mal gelesen. Hätte ich auch als Tippfehler angestrichen  :hmmm: Komme aus dem Ruhrgebiet, wohne nun aber in Niedersachsen. Nicht begegnet bislang, obwohl ich in einer Reha eine liebe Freundin aus dem Osten kennengelernt habe.
Träume verändern die Zukunft. Doch erst wenn wir die Augen öffnen, können wir sie verwirklichen!
Mein Spruch, mein Motto.

Evanesca Feuerblut

Gut zu wissen, dass das nicht überall im deutschsprachigen Raum bekannt ist - ich bin in Sachsen aufgewachsen und für mich ist das ein ganz normales Wort.

Zitat von: Denamio am 01. August 2017, 23:23:34
Jau, Ostalgie ist verständlich. Das Wort hat sogar seine eigene Wikipedia Seite in deutscher UND in englischer Sprache. Aber: Beim Betalesen hätte ich es je nach Kontext als Tippfehler interpretiert. Als Beispiel:

"Früher war das Wetter besser"
"ach du mit deiner Ostalgie"
Hätte ich als Tippfehler interpretiert.

"Ich liebe Spreewaldgurken"
"ach du mit deiner Ostalgie"
Hätte ich stehen lassen.
Das ist hilfreich, danke dafür. Ich schaue mir dann meinen Kontext noch mal an, ob der deutlich genug ist.

Miezekatzemaus

Ich bin aus Niedersachsen und hätte auch den zweiten Kontext angestrichen, Ostalgie klingt für mich komplett nach Schreibfehler, ich habe das noch nie gehört.

Cairiel

(Nieder-)Bayern hier: Ich habe das Wort noch nie zuvor gehört oder gelesen.

Peftrako

Baden- Württemberg:

Ich habe das Wort lediglich in Fernsehsendungen gehört und dort auch nur in entsprechenden Nischenproduktionen (Dokumentation, etc.). Daher liegt die Vermutung nahe, dass nicht alle aus BaWü dieses Wort kennen. Gelesen habe ich es soweit ich mich erinnern kann noch nicht.
Phantasie ist eine gläserne Blume. Sanft zu berühren, zerbrechlich und filigran. Durchsichtig kaum wahrnehmbar für die einen. Strahlend schön in schillernden Farben für die anderen. Je nach Licht, in welchem sie betrachtet wird.

Dämmerungshexe

Das Wort ist mir geläufig, aber auch eher aus Funk und Fernsehn als aus dem echten Leben - also aussprechen habe ich es noch niemand gehört. Ich bin mir daher nicht sicher, ob ich es in einer wörtlichen Rede akzeptieren würde. Im ersten Kontext mit dem Wetter finde ich es sehr unpassend - was soll denn das Wetter mit der deutsch-deutschen Teilung zu tun haben? Das mit den Gurken hingegen würde den richtigen Rahmen für die Nutzung des Begriffes bieten. Also da würde ich es eher durchgehen lassen.
,,So basically the rule for writing a fantasy novel is: if it would look totally sweet airbrushed on the side of a van, it'll make a good fantasy novel." Questionable Content - J. Jacques

Angela

Ostalgie kenne ich, klar, das hat weniger was mit dem Wohnort zu tun als mit dem, was man sich so anhört und liest. Vielleicht auch mit dem Alter :rofl:, fällt mir gerade so ein.
Benutzen würde es wohl nur jemand, der mit dem Thema zu tun und ein 'höheres' Sprachniveau hat. Oder es ist eben ein Runnning Gag, weil in der Gruppe immer wieder darüber geredet wird, dass früher alles in der Ex viel besser war.

Churke

Ostalgie ist ein Kofferwort. Grundsätzlich sind Kofferwörter aus sich selbst heraus verständlich: Bollywood, Brexit, Mainhattan, Teuro. Jedoch unter der Voraussetzung, dass der reale Bezug bekannt ist.
Bei einem Roman sollte sich dieser Bezug in der Regel aus dem Text ergeben, da der Autor das Kofferwort immer in einem konkreten Zusammenhang verwendet.
Was ich damit sagen will: Wahrscheinlich ist die Frage nach der Ostalgie irrelevant.  :)

Atra

Ich kannte das Wort nicht, konnte es mir aber sofort aus dem Lesen heraus erschließen. Komme ursprünglich aus Berlin :jau:
"Man muss erst zum Leben aufstehen, bevor man sich niedersetzt zum Schreiben."
(Henry David Thoreau)

Sascha

Wie Churke schon sagte: Es sollte einfach aus dem Zusammenhang klar werden. Wenn es eben um "Ach, was war das in der DDR noch schön" geht (manches ja bestimmt) und dann jemand das als Ostalgie bezeichnet, dann müßten die Leser erkennen können, was es bedeutet. Ich kenne es auch, aber als alter Sack, der die Wende und den ganzen Kram am Fernsehen miterlebt hat, sollte ich das auch.

Sonnenblumenfee

Ich habe es auch nicht direkt verstanden, aber beim Lesen des Threads bzw. der Beispiele fiel mir wieder ein, dass ich es schon mal irgendwo gehört/gelesen habe. Ich vermute auch, dass es nicht nur vom Ort, sondern auch vom Alter abhängt. Ich glaube, viele meiner Generation denken nicht mehr in Ost und West und können daher nicht so viel damit anfangen. Für mich klingt es jedenfalls einigermaßen exotisch und ein bisschen altmodisch. (dabei kann es ja noch gar nicht so alt sein, oder?)
"Discipline is my freedom" - Gretchen Rubin

Evanesca Feuerblut

Ach, ich bin 26 - allerdings, wie gesagt, in Sachsen aufgewachsen, sodass das Thema viel besprochen wurde. Also dass wir als geschichtskundige Menschen aufpassen sollen, wenn jemand in Ostalgie ausbricht, wie gefährlich es werden kann, wie diktatorisch das Regime eigentlich war etc. - man hat schön aufgepasst, dass die nächste Generation keine Ostalgie kriegt :D

Die zwei Betaleserinnen, die darüber gestolpert sind, sind beide älter als ich.

Der Zusammenhang war bei mir, dass der Love-Interest in einem kitschigen russischen Restaurant in Frankfurt sitzt, das total auf Pseudo-Sowjetunion getrimmt ist. Er bezeichnet den Ort als Ostalgielokal ewiggestriger Russen und wünscht sich ganz weit weg.

Ihr helft mir auf alle Fälle total weiter, danke dafür!

chaosqueen

Ich bin auch alt genug, um das Wort zu kennen und in der von Dir beschriebenen Szene würde ich es ohne weitere Erklärungen auch so verwenden - das ergibt sich definitiv aus dem Kontext!

Aphelion

Ich würde das Wort im Text behalten.

Es ist definitiv nicht schlimm, es nicht zu kennen, aber lesen darf den sprachlichen Horizont erweitern. :)

Betalesen ist in der Hinsicht aber auch anders. Man rechnet dabei eher mit Fehlern als beim Lesen eines fertigen Buches, wo vermutlich mehr Leser Absicht vermuten würden - selbst wenn sie das Wort bislang nicht kennen.