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Autor Thema: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?  (Gelesen 78692 mal)

absinthefreund

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Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
« Antwort #345 am: 12. Februar 2014, 11:26:52 »
Ich habe nach einem vergleichbaren schon bestehenden Thema gesucht, aber nicht gefunden, obwohl ich bestimmt nicht die erste mit dem Problem bin. Korrigiert mich, wenn ich jetzt einen unnötigen Thread aufgemacht habe. ???

Das Problem, das immer mehr Raum in meinen Gedanken einnimmt, nennt sich: Sollte ich den Namen meiner Protagonistin ändern?

Die Prota meines (Urban-Fantasy-)Romans heißt Hero und ich möchte wissen, ob ich mit diesem Namen Verwirrung stifte. Liege ich recht in der Annahme, dass ihr den englischen "Held" aus diesem Namen lest? Davon leitet er sich aber nicht ab.
Warum halte ich an diesem Namen fest? Ich wollte einen optisch einfachen, aber ungewöhnlichen Namen haben und bin irgendwie bei "Hero" gelandet. Nun spricht sich das aber so aus, wie man es schreibt, weil es ein alter griechischer Name ist, den manche vielleicht sogar kennen. Aus "Hero und Leander", z.B., oder aus Shakespeares "Viel Lärm um Nichts". Das gefällt mir. Ich mag alte Namen und ich mag weibliche Namen, die auf "o" enden.

Die Aussprache von "Hero" wollte ich in der Geschichte auch thematisieren, um den "Held" aus dem Kopf des Lesers zu räumen, aber ich frage mich, ob das genügt?
Bevor die Aussprache Thema wird, muss sich der Leser durch mindestens ein Kapitel arbeiten und ist vermutlich auf dem Klappentext oder so schon über diesen merkwürdigen Namen gestolpert.
Kann ich den Lesern diesen Namen zumuten oder findet ihr ihn für eine Protagonistin ungünstig gewählt?

Offline Malinche

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Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
« Antwort #346 am: 12. Februar 2014, 11:37:07 »
 :wache!: Hallo absinthefreund,

ich hab dich mal in diesen Thread hier verpflanzt, ich denke, der passt recht gut zu deiner Fragestellung.
Generell noch die Bitte - wenn du ein neues Thema eröffnest, bitte versuche, ihm einen möglichst aussagekräftigen Titel zu geben, der schon vor dem Klicken eine grundsätzliche Idee vermittelt, worum es geht. "Ich heiße Hero" hat mich persönlich jetzt nicht vermuten lassen, was da drin steckt.

Und nun noch mein Senf zu deiner Frage: Ich lese den Namen in erster Linie so, wie er gelesen werden soll. Ich kenne aber auch Hero und Leander. :) So merkwürdig finde ich den Namen also gar nicht.
Im ersten Moment mag der Name den ein oder anderen Leser vielleicht verwirren. Ich denke aber, dass das erstens nicht schlimm ist und sich diese Verwirrung zweitens sehr schnell ausräumen lässt.
Wenn dein Roman nicht im englischsprachigen Raum angesiedelt ist, sehe ich eigentlich auch wenig Grund, warum man Hero als das englische "Hero" lesen sollte. Es wird ja sicher recht schnell klar, dass das in dem Zusammenhang ein Frauenname ist. Generell bin ich ja eine Freundin davon, solche Namen und auch vernachlässigte Wörter zu benutzen, damit sie in Gebrauch und eben lebendig bleiben. Von daher würde ich sagen, Hero darf ruhig Hero bleiben.

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HauntingWitch

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Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
« Antwort #347 am: 12. Februar 2014, 11:56:26 »
Ich habe den Namen jetzt auch "richtig" gelesen, aber im Hinterkopf drängt sich einem das Englische auf, das stimmt schon. Auch habe ich da negative Assoziationen wegen den Dosenravioli, die gleich heissen.  ;) Ich finde ihn daher ungünstig, andererseits würde ich das einem Autor aber auch verzeihen, wenn die Geschichte ansonsten supertoll ist.

Offline Klecks

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Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
« Antwort #348 am: 12. Februar 2014, 14:50:21 »
Ich würde sagen: Bleib auf jeden Fall bei dem Namen! Füge eine unauffällige Erklärung für die Leser ein, beschreibe die Aussprache und fertig. Namen sind so wichtig - bei ihrer Erwähnung taucht sofort die ganze Figur mit ihrer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auf. Wenn die Figur so heißt, dann heißt sie eben so. Bleib dem Namen treu!  :vibes:
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Offline Siara

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Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
« Antwort #349 am: 12. Februar 2014, 16:47:19 »
Ich habe den Namen auch nicht englisch aufgefasst. Klar, wenn man das Wort alleine stehend liest, kommt einem sofort "Held" in den Sinn. Aber da klar war, dass es sich um einen Namen handelt, bin ich von der richtigen Aussprache ausgegangen.

Mir gefällt der Name außerdem wirklich gut, hat einen schönen Klang und ist sehr markant  :jau:
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Offline Pandorah

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Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
« Antwort #350 am: 12. Februar 2014, 18:17:24 »
Ich gehöre dann wohl zu den Lesern, an die du gedacht hast. Ich kenne Hero nur als das englische Wort für Held, habe den sofort englisch gelesen und würde mich echt wundern, dass eine Autorin ihre Heldin Hero nennt. ;) Aber wenn es irgendwann erklärt wird, wäre das ein netter Aha-Moment.

Offline Aylis

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Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
« Antwort #351 am: 12. Februar 2014, 18:37:34 »
Auch ich habe zuerst Hero (wie den Helden) gelesen, ich fand das erst super lustig ;D
Aber diese Szene, die du planst, würde mir vollkommen reichen. Solltest du aus der Ich-Form schreiben, kann man das sicher auch sehr gut im ersten Satz einbauen.
Vorausgesetzt, dass dein Charakter sich darüber ärgert, wenn Leute ihren Namen falsch lesen.
Gibt es diese Eigenschaft, kannst du dadurch auch immer wieder auf das Problem hinweisen, das du mit diesem Namen zwangsläufig hast.
Zum Beispiel, wenn ein Beamter ihren Namen vorliest oder Ähnliches.
Je nachdem, wie modern deine Welt ist, könntest du natürlich auch deine Nebencharaktere entsprechend andeuten lassen....

Zitat
Wo sind Ihr Cape und Ihre roten Stiefel?
;)
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absinthefreund

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Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
« Antwort #352 am: 13. Februar 2014, 15:57:28 »
Danke für eure Einschätzungen! :jau:
Da sie überwiegend positiv ausgefallen sind und ich euch mit einer erklärenden Situation zufriedenstellen könnte, behält die Hero ihren Namen. Juhu!
Ich schreibe übrigens in der 3. Person und habe im Hinterkopf, dass Hero jemanden auf einer Party kennenlernt, dem sie ihren Namen entgegenbrüllen muss. Die Erklärung würde sich dann daraus ergeben. Vielleicht wird es auch anders, aber so könnte ich eine natürliche Namenerklärsituation schaffen, denke ich.

Heero

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Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
« Antwort #353 am: 01. März 2014, 15:42:10 »
Ich habe nach einem vergleichbaren schon bestehenden Thema gesucht, aber nicht gefunden, obwohl ich bestimmt nicht die erste mit dem Problem bin. Korrigiert mich, wenn ich jetzt einen unnötigen Thread aufgemacht habe. ???

Das Problem, das immer mehr Raum in meinen Gedanken einnimmt, nennt sich: Sollte ich den Namen meiner Protagonistin ändern?

Die Prota meines (Urban-Fantasy-)Romans heißt Hero und ich möchte wissen, ob ich mit diesem Namen Verwirrung stifte. Liege ich recht in der Annahme, dass ihr den englischen "Held" aus diesem Namen lest? Davon leitet er sich aber nicht ab.
Warum halte ich an diesem Namen fest? Ich wollte einen optisch einfachen, aber ungewöhnlichen Namen haben und bin irgendwie bei "Hero" gelandet. Nun spricht sich das aber so aus, wie man es schreibt, weil es ein alter griechischer Name ist, den manche vielleicht sogar kennen. Aus "Hero und Leander", z.B., oder aus Shakespeares "Viel Lärm um Nichts". Das gefällt mir. Ich mag alte Namen und ich mag weibliche Namen, die auf "o" enden.

Die Aussprache von "Hero" wollte ich in der Geschichte auch thematisieren, um den "Held" aus dem Kopf des Lesers zu räumen, aber ich frage mich, ob das genügt?
Bevor die Aussprache Thema wird, muss sich der Leser durch mindestens ein Kapitel arbeiten und ist vermutlich auf dem Klappentext oder so schon über diesen merkwürdigen Namen gestolpert.
Kann ich den Lesern diesen Namen zumuten oder findet ihr ihn für eine Protagonistin ungünstig gewählt?

Ich finde, dass Du einen katastrophalen Namen gewählt hast!
Meine Mutter hatte die herausragende Idee, mich Heero zu nennen - und glaub mir, dass der Name "Hero" als Frauenname durch die Literatur geistert, war wirklich MIST. ;)
Vor allem während der Pubertät.

Nicht so Mist wie Naomi Cambells Parfüm "Hero - der Duft der Erotik", das mir eine Mitschülerin bei der Abi-Prüfung auf den Tisch gestellt hat. Aber Mist.



Offline Yamuri

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Re: Namen zum An-/Abgewöhnen: wie wichtig sind euch Charakternamen?
« Antwort #354 am: 12. Oktober 2019, 10:54:07 »
Namen sind mir auch sehr wichtig, besonders auch zu wissen was sie bedeuten und, dass sie zum Charakter passen. Ich recherchiere dafür auch sehr lang auf einschlägigen Seiten. Zum Zweck der Benamsung von Charakteren ostasiatischen Ursprungs habe ich mir sogar eine App heruntergeladen und ein intensives Studium der Personennamen begonnen. Da ich Sprachen generell mag, hat mir die Recherche auch Spaß gemacht. :)

Namen zum Abgewöhnen, damit assoziiere ich Namen, die eigentlich aus andren Werken entlehnt sind. Ich muss mir nur dann Namen abgewöhnen, wenn ich eine Fanfiction umschreibe und etwas Eigenes daraus mache. Denn dann sind die Namen in der Fanfiction mit Charanamen aus dem Original ident und das geht natürlich nicht.

Ansonsten finde ich, Namen sollten zum Genre passen und eben auch zur Vorstellung, die man vom Charakter hat. Einen Chara, den ich mir ostasiatisch vorstelle, werde ich daher normalerweise auch so benamsen, dass er/sie einen ostasiatischen Namen hat. Es mag Fälle geben, in denen das nicht so ist, weil die vorherrschende Sprache in der Grundwelt eine andre ist (bei Portal Fantasy z.B. oder bei Urban Fantasy in Deutschland). Dann schreibe ich aber explizit, dass der Chara eigentlich einen andren Namen hat, er aber bewusst einen europäisch klingenderen Namen z.B. angenommen hat, um es seiner Umwelt leichter zu machen diesen aussprechen zu können. Bei Welten, deren Grundsetting schon sehr ostasiatisch ist, haben aber alle Charas auch einen entsprechenden Namen, der recherchiert und plausibel ist. Ich arbeite da mit dem Pleco Dictionary z.B. und Onomastikon Seiten und Büchern und arbeite mich gut in die Materie ein.


“Every human being relies on and is bounded by his knowledge and experience to live. This is what we call “reality”. However, knowledge and experience are ambiguous, thus reality can become illusion. Is it not possible to think that, all human beings are living in their assumptions?” ― Masashi Kishimoto, Naruto, Vol. 42: The Secret of the Mangekyo

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