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Autor Thema: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!  (Gelesen 6380 mal)

Offline Jen

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Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
« Antwort #15 am: 10. März 2017, 18:10:59 »
Das hier ist ein echt schöner und vor allem persönlicher Thread. Danke für den Denkanstoß, Nadine!
Wenn ich mir den alten Thread von dir so anschaue, Alana, habe ich doch noch Hoffnungen, dass es bei mir irgendwann bei einem Verlag klappt. Vielleicht nicht in zehn Jahren, aber irgendwann.  :knuddel: In so einem Zeitraum kann ja echt eine Menge passieren.  :o

Vor zehn Jahren durfte ich bei einem Poetry Slam in unserer Stadt meine Geschichte nicht vortragen, vermutlich weil sie einfach viel zu schlecht war. Das hat eine Weile an mir genagt (ich war zehn/elf Jahre alt), und ich weiß noch genau, wie ich nach diesem Slam, den ich miesepetrig im Zuschauerraum verbracht habe, beschlossen habe, besser schreiben zu lernen. Daraus entstand dann irgendwann der erste Roman, und den zweiten Poetry Slam habe ich sogar gewonnen. Das war eine winzige Sache hier in unserer Stadt und echt nicht der Rede wert, für mich hat das aber viel verändert. Bis zu ersten Veröffentlichung hat es dann nochmal sieben Jahre gebraucht, und zwischendurch habe ich mir so oft gesagt, dass es jetzt genau dieses Projekt sein wird, an dem ich gerade arbeite. Letztlich habe ich eines veröffentlicht, von dem ich das erst gar nicht gedacht hätte.  ;D
Für die nächsten zehn Jahre nehme ich mir erstmal vor, dass es gedruckte Bücher von mir gibt.  :vibes: Egal, ob selbstpubliziert oder vielleicht sogar Verlag. Vom Schreiben leben möchte ich auch, allerdings als Journalistin. *kicher*
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Offline Maja

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Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
« Antwort #16 am: 10. März 2017, 18:30:32 »
Wenn schon in die Vergangenheit gehen, dann richtig: Hier sind ein paar Statements von mir aus den Anfangstagen der Tintenzirkel-Mailingliste (Dezember 2001, drei Jahre vor Gründung des Forums):

Zitat
Ich habe schon lange vor, wieder einen Schreibzirkel zu gründen, um gemeinsam über das zu diskutieren, was uns wohl am meisten bewegt (hüstel! Das war vielleicht doch etwas zu dick aufgetragen). Nein, Fakt ist folgender: Ich schreibe mich inzwischen mit vielen Leuten über das Schreiben, aber da mein genereller Fleiß-und-Eifer-Pegel sehr wackelig geraten ist, geraten dabei die einzelnen Kontakte schnell ins Hintertreffen (gell, ihr wißt beide, was ich meine...). Also dachte ich mir: Fasse ich sie doch mal alle in einer Liste zusammen, dann geht mir keiner verloren, ich verliere nicht mehr gute Brieffreunde aus den Augen und muß dann jede Mail erst mit einer umständlichen Entschuldigung beginnen...

Ja, man glaubt's nicht. Ich habe den Tintenzirkel mal gegründet, um weniger Arbeit zu haben. :rofl:

Zitat
Was denkt ihr euch denn, was ich mit dieser Liste vorhabe? Doch nichts anderes, als mit eurer Hilfe in die Gruppe der genial-epischen Fantasyautoren einzugehen! Und nichts geringeres solltet ihr auch wollen...

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Offline Aljana

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Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
« Antwort #17 am: 10. März 2017, 18:47:01 »
In die Vergangenheit schaue ich nicht oft. Wozu auch? Ändern lässt sich nichts mehr. Aber wenn mir vor zehn Jahren jemand gesagt hätte, dass ich 2017 mein Geld mit Porn verdiene, hätte ich wohl gelacht. Tja. Aber ich bin dankbar für die Menschen, die ihren Kindle mit einer Hand halten können. Sie geben mir die Gelegenheit, auch anderen Ideen nachgehen zu dürfen.

Dieser Satz sollte ein öffentliches Zitat in einem Fachmagazin zu deutscher Literatur sein.  ;D Ich meine ernsthaft. Weil mit dem was Kunst ist, was wir vielleicht alle mal geglaubt haben, schreiben zu müssen, um ganz groß rauszukommen, ist oft nicht das, was uns am Ende die Brötchen verdient.

Ich wurde ja schon mit 13 desillusioniert und habe mir ab da nicht mehr eingebildet, mit dem schreiben mein Leben finanzieren zu können. Also wurde ich Tierarzt. Hat bisher ganz gut geklappt. Schreiben tu ich immer noch. auch wenn ich mir manchmal mehr Zeit dafür wünsche. Wobei, wenn ich ehrlich bin, die meiste Zeit frisst die online Präsenz zu meinen veröffentlichten Sachen. Hätte mir das einer gesagt, ich hätte erstmal alles geschrieben und dann in 35 20 Bücher auf einmal rausgehauen. So kommt man ja zu nix!!! ;)

Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich. (aus Afrika)

Offline Zitkalasa

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Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
« Antwort #18 am: 10. März 2017, 18:57:01 »
Haha, Maja, wie niedlich. ;D Wenn ich daran denke wie in 100 Jahren mal Forscher versuchen, die Geschichte des Zirkels zu rekonstruieren... wie gut, dass es digitale Daten gibt. (Aber wer weiß, vielleicht gibt es die dann gar nicht mehr, weil es keinen Strom mehr gibt.)

Wenn ich so zehn Jahre zurück denke, dann saß ich da gerade noch in der Oberstufe, quälte mich durch Klausuren und hatte eine Ausschreibung gewonnen (oder zumindest später in 2007), die sogar veröffentlicht wurde. Dass das trotz keinerlei Gewinnzuschuss trotzdem nicht das Gelbe vom Ei ist, wenn es dennoch ein DKZV ist, da hatte ich drüber hinweg gesehen. Mein Gewissen war ja rein. Haha. Jugendsünden, wir haben sie alle. ;D Jedenfalls war ich natürlich trotzdem beflügelt und wollte nur umso mehr Schriftstellerin werden. So mit Buchpreisen, Lesungen und Reisen, und zwischendurch mal eben einen Roman aus dem Ärmel schütteln, ist doch so einfach. Wenn dann noch eine Leiche zum Ermitteln abgefallen wäre, wäre das auch nicht so schlimm gewesen. (Ja, ich habe mich durch das ganze Holmes-Werk gearbeitet, Mord ist ihr Hobby geguckt und war ohnehin von Margaret Rutherford und anderen Oldschool-Krimis/ Krimis allgemein dank Eltern sehr angetan. Hei, ich wollte sogar mal Polizisten werden, aber das scheiterte 2005, weil ich zwei Zentimeter zu klein war. :rofl:) Als ich dann eher spontan in den Zirkel stolperte 2010, wurde aus den eher ungreifbaren Wolkenschlössern konkrete Ziele. Sehr konkrete sogar. Einige meiner ersten Beiträge drehen sich sogar schon um Heftromane und Agenturen, und dann gibt es diesen Kracher noch:

Zitat von: Kerimaya
Sechs Jahre später bin ich diesem Ziel sehr nah bzw. habe es zum Teil schon erreicht und arbeite weiter daran, meinen Traum wahr zu machen.

Rechne, rechne ... Dann bleiben mir ja (ausgehend von dem Pkt. als ich anfing mich ernsthaft damit zu beschäftigen) noch drei Jahre. Hm. Fällt auch in meine persönliche Frist, die ich mir als Maßgabe gesetzt habe, dann Manuskripte wegzuschicken (so mit 25).

Ach, immer dieses Vergleichen. :rofl: Normalerweise bin ich ja nicht der Typ, der sich unter Konkurrenzdruck setzen lässt (schon gar nicht beim Mannschaftssport (wie ich Schulsport verabscheue)) - aber beim Schreiben und Zeichnen drehe ich regelmäßig am Rad deswegen. Ich fühl mich so bekloppt. :pfanne:

Die fette Markierung kommt jetzt von mir. 25... ja, das war vor zwei Jahren. Knapp daneben ist auch vorbei, ich erhöhe mal auf 30 und wir lesen uns dann in drei Jahren wieder. :rofl:

Online Alana

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Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
« Antwort #19 am: 10. März 2017, 19:22:01 »
Zitat
Größenwahn vergeht nicht.

Also ich finde Größenwahn sehr sympathisch.  :rofl: Man muss ja Ziele haben. Mein heimlicher Traum ist ja, ein geiles Start-Up zu gründen und Google zu entmachten, dann übernehme ich die Weltherrschaft. Macht jemand mit? ;D

»Ich weiß, das kommt jetzt überraschend, aber der Tintenzirkel ist gar kein Ego-Shooter.«
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Offline Steffi

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Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
« Antwort #20 am: 10. März 2017, 19:39:36 »
Macht jemand mit? ;D

Immer. Ich glaube ja schon länger, Weltherrschaft würde mir gut stehen  ;D
Sic parvis magna


Offline Kaeptn

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Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
« Antwort #21 am: 11. März 2017, 10:35:52 »
Schöner Thread. Ich musste lange suchen, bis ich ein passendes Zitat fand.

Nachdem ich damals bei Thienemann rausflog, habe ich sechs Jahre allenfalls sporadisch geschrieben, es auch nicht vermisst. Der Lebenstraum "Schriftsteller" war wegen Bezeihung, Arbeit, Kindern halt etwas weiter nach hinten gerückt - und irgendwann, leicht angestaubt und beinahe vergessen, kam er wieder hervor, zusammen mit einer Idee und nun schreibe ich wieder und habe 5/6 meiner Trilogie fertig. Ob sie jemals veröffentlicht wird - ich hoffe es, aber es ist mir nicht so wichtig.

Sie wurde veröffentlicht. Was freute ich mich damals über die ersten Verkäufe, wie happy war ich über die ersten positiven Rezensionen.
Heute schreibe ich nur noch mit (Vor)-Vertrag, hab mich gerade mit meinem Verleger gezofft und eine Auflösungsvereinbarung unterschrieben und kriege die Krise, weil mir NovelRank 1 Woche lang keinen Amazon-Verkauf mehr gemeldet hat. Vielleicht war früher, als das Veröffentlicht-Werden noch eine Hoffnung war, doch einiges besser oder zumindest lockerer :(
Jörg Benne
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Offline Nuya

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Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
« Antwort #22 am: 11. März 2017, 15:50:46 »
Wer Nuya liest, egal wo, soll sich nicht fragen ob es die ist, von der er schon gelesen hat - ich hoffe ich bin die einzige mit dem Nick. Bisher ist mir noch keine weitere untergekommen :)

Ich wollte eigenes Schaffen, nicht mehr nur mit mir fremden Figuren arbeiten und Bücher veröffentlichen. Groß rauskommen, geschätzt werden. Bei Lesern und KollegInnen.

Ich habe gemerkt, dass mir eine Veröffentlichung nicht reicht. Ich schreibe für mich, ja, aber ich schreibe auch, damit mir jemand sagt: hast du gut gemacht/liest sich toll und vor allem muss ich die Hoffnung haben, dass das Buch gelesen wurde. Ich denke, dass könnte man schon aus dem Zitat von damals rauslesen. Erkannt werden, bekannt werden. Gelesen werden von Freunden und Bekannten, KollegInnen, Fremden. Diese Hoffnung hab ich bei Ferdi gehabt, weil ich dutzende Bücher selbst verkauft habe, aber bei Flammengarde geht mir echt aufn Senkel, dass ich keine "echte" Reaktion erhalte. Mir helfen Rezis nicht, für die ich arbeiten musste (Leserunden, Blogger anschreiben); solche Rückmeldung befriedigt mich nicht.
Das und anderes raubt mir den Nerv und den Willen, weiterzuschreiben. Und doch, wenn ich das Schreiben eine gewisse Zeit lang lasse, dann kitzelt es mich in den Fingerspitzen und ich fange wieder an. Mit Ambitionen und dem Wunsch, dass doch das Projekt oder jene Idee sicher die ist, über die dann auch gesprochen wird. Mit mir, mit anderen - aber über mich und mein Schreiben.

Na ja ... momentan fehlt mir ein bisschen das, was ich zu Beginn meiner Schreiberei (Harry Potter-Fanficitons) beim Schreiben fühlte: Die Magie. Ich bin guter Hoffnung, dass ich sie mit dem nun fertigen Magie-Fantasy-Roman wieder anfeuern kann. Aber ob meine fehlende Disziplin und Lust, täglich zu schreiben damit zu verscheuchen ist? Hoffentlich. ;D Und wenn es dann mal ein bisschen läuft, dann ist auch mehr Werbung drin und mehr Zeit wird es auch wieder geben, um an meiner Präsenz zu arbeiten.

Ich muss gestehen, vor allem so tolle Reaktionen wie im NaNo lassen mich denken, dass der Roman gut wird. Und dann wird er tatsächlich so gut, dass er veröffentlicht wird, und dann weiß ich aber nicht, ob ihn sich jemand kauft. Mein Kopf macht da ganz blöde Sachen in Bezug auf "Konkurenz im Verlag" usw. Da pfann ich mich einfach mal selbst für. ;D :pfanne:
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Offline Ahneun

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Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
« Antwort #23 am: 11. März 2017, 17:30:24 »
Ich als "TiZi-Jüngling" schreibe hier noch nix rein. Aber ich lese die Beiträge mit und möchte Euch Alle mal  :gruppenknuddel:
Es ist schön, dass es diesen Thread gibt und vielleicht in fünf Jahren kann ich dann den Staub runter pusten und dann auch etwas hier hinein schreiben.

GLG an Alle  :winke:
 

Wenn die letzte Buchverkäuferin entlassen und der letzte Buchladen
geschlossen, dann wird man feststellen, dass das Grinsegesicht auf
dem Päckchen von "Amazon" nur aufgedruckt ist.
  
Manchmal, wenn ich Ruhe brauche,                 
setze ich mich in meine Bonbonniere
und ein Gummibärchen hält mir die Hand.
Ein Diamant
ist ein Stück Kohle
das Ausdauer hatte.

Offline Leann

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Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
« Antwort #24 am: 11. März 2017, 19:39:36 »
@Nadine: Genau, da hast du doch noch vier Jahre Zeit für den Politthriller. Ich wollte dich schon darauf aufmerksam machen, aber du hast es ja schon selbst erwähnt.  ;D

In einigen von euch genannten Träumen und Aussagen habe ich mich wiedergefunden. Ich bin ja erst seit vier Jahren dabei und ungefähr so lange schreibe ich auch (wieder, und das erste Mal mit Ausdauer) und habe mal in meinen ersten Beiträgen nachgesehen, ob ich mich richtig erinnere. Ja, mein großer Traum war es damals, ein Buch zu veröffentlichen.
Je länger ich dann hier war und eure Erfahrungen und Erlebnisse und Erfolge miterleben konnte, sind meine Träume immer größenwahnsinniger geworden.  ;) Mir reichte es nicht mehr, nur irgendein Buch zu veröffentlichen, nein, es sollte ein dicker Fantasywälzer werden, wie ich sie so gerne lese, der die Leser aufwühlt und zu Tränen rührt, und, noch wichtiger, mit dem ich vollauf zufrieden bin.

Das waren immerhin noch meine eigenen Träume. Aber es kamen auch Wünsche hinzu, die ich jetzt als eigentlich nicht meine erkannt habe. Zum Beispiel wünschen sich hier viele, vom Schreiben leben zu können (und einige machen das ja auch) und für einige ist ein Bürojob mit immer gleichen Arbeitszeiten und Tätigkeiten ein Horror. Das gab mir einige Zeit zu denken und ich dachte, wenn so viele das so furchtbar finden, dann muss ich vielleicht auch mal versuchen, davon wegzukommen. Genauso wie die Sache mit den Großverlagen. Wenn so viele Kolleginnen, die ich schätze und bewundere, das als erstrebenswert erachten, dann sollte auch ich mir eine Agentur und Großverlage wünschen. Diese Wünsche, die gar nicht aus mir selbst kamen, haben mir nicht gut getan. Ich war eine Zeitlang tatsächlich voller hochfliegender Hoffnungen, aber irgendwann nur noch unzufrieden und unglücklich. Mir ist dann aufgefallen, dass ich das alles gar nicht möchte. Ich musste lernen, mich wieder auf meine eigenen Wünsche zu besinnen, auch wenn die so manchem hier läppisch oder vielleicht auch gar zu bescheiden vorkommen.
Es ist nicht so, dass ich einfach nur aus Erfolglosigkeit meine Wünsche und Hoffnungen begraben habe. Ich habe erkannt, was ich will, was mich glücklich macht. In Zukunft werde ich stärker darauf achten, ob ich nicht einfach die Hoffnungen anderer für mich übernehme.
Klar, wenn andere mit ihren Büchern überall nominiert sind, von Großverlagen umworben, von tollen Agenten unterstützt, haufenweise tolle Rezensionen ernten, den ganzen Tag dem Schreiben widmen können, dann denke ich auch, ach, das hätte ich auch gerne. Aber eigentlich doch nicht, denn das passt nicht zu mir und meinem Leben. Und ich habe ja hier auch ausgiebig die Schattenseiten dieses vermeintlich so idealen Lebens erfahren, die vielen Sorgen und Ängste kennengelernt, die damit verbunden sind. Dafür bin ich dem TiZi sehr dankbar, dass wir hier unsere Hoffnungen und Erfolge, aber auch die negativen Seiten der Welt des Schreibens und Veröffentlichens miteinander teilen und daraus lernen können.

Ähm, ja. Ich bin wohl ein wenig vom Thema abgekommen. Jedenfalls haben sich meine damaligen Hoffnungen erfüllt, die dazwischen absolut nicht, und jetzt hoffe ich darauf, dass ich einen guten Weg für mich finde, mit dem Schreiben und allem was dazugehört, zufrieden und glücklich zu sein.

(Gegen die Weltherrschaft des TiZis hätte ich natürlich überhaupt nichts einzuwenden  ;D )
  

Offline Weberin

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Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
« Antwort #25 am: 11. März 2017, 20:08:41 »
Das Schreiben im November (wo ich 2 Wochen Urlaub hatte) zur Nanowrimo-Zeit hat mir riesige Spaß gemacht und ich bin sehr weit gekommen. Ich hoffte dann, auch an Wochenenden und unter der Woche mal weiter schreiben zu können - aber ich hab zusätzlich zum meinem alten 15-Stunden-Job noch einen 10-Stunden-Job (beim gleichen Arbeitgeber) bekommen. Eigentlich wird es eine 20-Stunden-Stelle werden und ich muss sehr viel Neues in sehr kurzer Zeit lernen. Und jetzt habe ich einfach nicht mehr die Kraft, weiter am Roman anzuknüpfen. Und je länger ich ihn liegen lasse, desto größer wird der Abstand. So hatte ich mir das eigentlich nicht vorgestellt. Aber ich hoffe immer noch, dass ich wieder zurück finde, wenn die Arbeit eingespielter ist und ich auch mal wieder Urlaub habe. Jetzt habe ich etliche Montage frei (Resturlaub), vielleicht klappt da ja mal der Anschluss....

HauntingWitch

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Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
« Antwort #26 am: 12. März 2017, 17:43:05 »
Pandorah hat das schon sehr treffend ausgedrückt. Wobei, tot ist der Traum vom Publikumsverlag und gross rauskommen ganz und gar nicht, aber wenn ich es mir recht überlege, wäre gross rauskommen als Selfpublisherin eigentlich besser. Zurzeit bin ich jedenfalls recht zufrieden mit Selfpublishing.
Als ich in den Tizi kam, arbeitete ich ausserdem gerade an meinem Langzeit-Lebensprojekt und war überzeugt davon, dass das einen Verlag finden und zum Superbestseller werden würde oder zumindest wollte ich das. Das Projekt ist mittlerweile eingestampft und das eine, was einen Verlag (E-Book only) gefunden hat, läuft... Naja, es ist okay, aber definitiv kein Bestseller.
Dafür sind mir andere Dinge passiert, mit denen ich nie gerechnet hätte: Unser Verein, der mir all die tollen Erlebnisse mit Lesungen und Veranstaltungen ermöglicht hat, all die tollen Leute, die ich kennengelernt habe und letztlich das Selfpublishing. Noch vor drei Jahren hätte ich es nicht für möglich gehalten, Selfpublishing zu machen - und dass es mir auch noch gefällt!  ;D
Ich habe den grossen Traum zwar noch, aber ich sehe mittlerweile alles ein bisschen realistischer. Es gibt ein Lied von Jorn, das ich gerne höre, wenn mich die Zweifel überfallen, da gibt es folgende Zeile: "Some dreams came true this far, how many more in a lifetime..." Einige Träume sind bereits wahr geworden, wie viele werden es in meinem Leben noch? Ja, dieser Gedanke hält mich am Ball.

Also ich finde Größenwahn sehr sympathisch.  :rofl: Man muss ja Ziele haben. Mein heimlicher Traum ist ja, ein geiles Start-Up zu gründen und Google zu entmachten, dann übernehme ich die Weltherrschaft. Macht jemand mit? ;D

Ja, klar. Wir können ja mal Elon Musk anschreiben und fragen, ob er uns sponsern möchte.  :rofl: (Sorry, ich bin gerade ein bisschen angefressen.  ;D)

Offline Moni

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Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
« Antwort #27 am: 13. März 2017, 23:16:01 »
Ich musste jetzt wirklich sehr weit zurück gehen, praktisch in die Anfänge des Forums, bis ich eine Aussage gefunden habe, die hier rein passt. Spannenderweise sehe ich das auch eigentlich immer noch so... :innocent:

Die Frage, die ich mir stelle, ist, ob ich überhaupt vom Schreiben leben will. Denn mein Beruf ist Buchhändlerin, damit verdiene ich mein Geld. Aber das Schreiben ist mein Ausgleich zur Alltagshektik. Darum sage ich mir: Ruhm wäre ganz nett und Reichtum auch nicht zu verachten, aber es muß nicht durchs Schreiben passieren (obwohl mir jetzt spontan auch keine andere Möglichkeit einfällt..).
Deutsch ist die Sprache von Goethe, von Schiller...
und im weitesten Sinne auch von Dieter Bohlen

Stefan Quoos, WDR2-Moderator
   »Gegenüber der Fähigkeit, die Arbeit eines einzigen Tages sinnvoll zu ordnen,
ist alles andere im Leben ein Kinderspiel.«

Johann Wolfgang von Goethe

Offline Antigone

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Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
« Antwort #28 am: 14. März 2017, 09:33:18 »
Abgesehen davon, dass es ja total spannend und lustig ist, alte Beiträge von sich zu lesen (ich bin auf Fragen zu einer Romanidee gestoßen, an die ich mich partout nicht mehr erinnere...!), hab ich tatsächlich was Passendes gefunden. Davon träumte ich also:

Ja, genau das will ich auch!!! ich möchte, dass meine Leser das Buch in die Ecke pfeffern und schreien: "Wie konnte sie denn das nur tun!?" - und es dann sofort wieder aufheben, weil sie wissen wollen, wies weitergeht.

Klar kann mans nicht jedem recht machen. Aber die Leser suchen sich ja die Bücher, die ihnen zusagen. Wer alles vorhersehbar haben möchte mit Happy-End, der liest eben Rosamunde Pilcher, und wers kalt-warm kriegen möchte, der liest eben... Antigone!!!

Tja, aus der erträumten Schriftstellerkarriere wurde leider nichts, auch wenn es zwischendurch immer wieder mal ganz gut ausgesehen hat. Und bei den derzeitigen Entwicklungen im Buchmarkt könnte ich gar nicht sagen, ob ich mich darin überhaupt noch vorstellen könnte.

lg, A.

Offline MynaKaltschnee

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Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
« Antwort #29 am: 04. April 2017, 12:56:50 »
Vor zehn Jahren habe ich davon geträumt, in einem großen Verlag regelmäßig zu veröffentlichen und davon leben zu können. Doch das war, bevor ich mir Gedanken darüber gemacht habe, was das konkret bedeutet.

Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass Selfpublishing für mich wohl der angenehmere Weg ist und den werde ich dieses oder spätestens nächstes Jahr auch beschreiten.

Davon leben zu können, davon träume ich noch immer. Aber erst mal veröffentlichen, dann sehen wir weiter.
Ich bin nur ein schwarzer Geist, dessen Spinnerei Wort für Wort auf das Papier tröpfelt.

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