Tintenzirkel - Das Fantasyautorenforum

Allgemeines => Tintenzirkel => Thema gestartet von: gbwolf am 10. März 2017, 10:51:36

Titel: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: gbwolf am 10. März 2017, 10:51:36
'tschuldigung, das soll kein Deprithread werden, aber wenn man schon so lange Foreninventar ist, wie ich, dann stolpert man von Zeit zu Zeit über Träume, die ein Jahrzehnt in der Vergangenheit geträumt wurden - und kann sich jetzt damit auseinandersetzen, was daraus wurde.
Immerhin. Als ich mich 2007 für das Montségur-Forum bewarb, schrieb ich etwas davon, dass ich hoffte, in 10 Jahren vom Schreiben leben zu können - zumindest letztes Jahr hätte ich ein sehr bescheidenes Leben in einer kleinen Wohnung im billigsten Teil Deutschlands geschafft. Aber was braucht ein Autor schon mehr als Haferflocken und fließendes Wasser?

Aber diese Vorhersage war dann doch zu hoffnungsfroh:
Geht nur noch eine Stufe schlimmer: Deutschsprachiger Politthriller von einer ... igitt! ... Frau  :wart: Nu gut. Stück für Stück erobern wir deutschsprachigen Frauen uns die SF und ich gebe die Hoffnung nicht auf, in 5 oder 10 Jahren mit einem bombastischen Politthriller aufzuwarten. *grrr*

 :rofl:

Und ihr? Welche Träume haben sich erfüllt, welche werden noch geträumt, welche haben sich verändert?
Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: FeeamPC am 10. März 2017, 11:45:25
Tja, bei mir war es die Hoffnung, bei einer Agentur zu landen und ein Buch bei einem namhaften Verlag veröffentlichen zu können.
Daraus ist dann Selfpublishing und ein eigener Verlag geworden.
Reicht nicht zum Geld verdienen, das frisst der Verlag alles sofort wieder, aber es macht Spaß, es fühlt sich so an, als ob ich in irgendwiner Form doch endlich meinen Taum ein Stück verwirklichen kann.
Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: Klecks am 10. März 2017, 11:46:48
Set ich mit 12 angefangen habe zu schreiben, hatte ich immer den Traum von einer Buchveröffentlichung. Nur 4 Jahre später ist der dann auch tatsächlich wahrgeworden.  ;D  Mein jetziger Wunsch ist, eine Agentur zu haben und bei Großverlagen regelmäßig veröffentlicht zu werden und - erwischt! - davon leben zu können. Die Hoffnung stirbt zuletzt!  :d'oh:
Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: Janika am 10. März 2017, 11:57:29
Als ich meinen ersten Roman schrieb, hatte ich die Hoffnung, dieses oder ein anderes Buch irgendwann bei Blanvalet unterzubringen. Ha, haha. Hahahahaha. ;D
Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: moonjunkie am 10. März 2017, 12:37:50
Als ich in den Tintenzirkel kam hatte ich die Hoffnung ein Buch fertig zu schreiben und in einem Verlag zu veröffentlichen. Danach kam dann der Traum eine Agentur zu finden und mein Buch in einem namhaften Verlag und im Buchladen zu haben.

Bücher fertig geschrieben habe ich bisher einige, veröffentlicht davon auch einige, in zwei Kleinverlagen. Ein sehr guter Start, wie ich finde. Der Traum der Agentur und dem namhaften Verlag bleibt. Ein bisschen mit dem Schreiben verdienen zu können, wäre auch toll. Ich bleibe einfach mal dran ...  ;D
Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: Mondfräulein am 10. März 2017, 13:45:23
Als ich meinen Weg das erste Mal hierher gefunden habe wollte ich mein gigantisches Steampunkherzblutprojekt endlich fertig bekommen, eine Geisteswissenschaft studieren, die am besten etwas mit Schreiben und Literatur zu tun hat, und möglichst bald veröffentlichen. das Steampunkprojekt habe ich endgültig für immer abgebrochen und alle Elemente in vielen anderen Büchern verbaut, studiere keine Geisteswissenschaft und bin ganz froh, dass ich noch nicht veröffentliche und das Schreiben noch als entspanntes Hobby angehen kann. Es ist alles anders gekommen, als ich es geplant hatte und ich bin ziemlich froh, dass ich nicht bekommen habe, was ich damals wollte, denn das wäre einfach nicht das Richtige für mich gewesen.
Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: Grummel am 10. März 2017, 13:50:25
Mhhh bisher bin ich voll zufrieden. Ich wollte einfach nur etwas veröffentlichen und mein Sohn sollte erzählen können, guck mal, dass hat mein Vater geschrieben. Hat geklappt.
Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: Pandorah am 10. März 2017, 16:54:20
Mein Traum war, bei großen Verlagen zu veröffentlichen und vom Schreiben leben zu können. ;D

Dann wurde ich in den Blaustern-Bereich aufgenommen.

Jetzt bin ich superglückliche Selfpublisherin und hoffe immer noch, irgendwann vom Schreiben leben zu können. ;D Ohne Verlage.
Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: Christian am 10. März 2017, 17:00:15
In die Vergangenheit schaue ich nicht oft. Wozu auch? Ändern lässt sich nichts mehr. Aber wenn mir vor zehn Jahren jemand gesagt hätte, dass ich 2017 mein Geld mit Porn verdiene, hätte ich wohl gelacht. Tja. Aber ich bin dankbar für die Menschen, die ihren Kindle mit einer Hand halten können. Sie geben mir die Gelegenheit, auch anderen Ideen nachgehen zu dürfen.
Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: Maja am 10. März 2017, 17:19:00
Ich hatte große Träune. Da ich nicht wirklich dran geglaubt habe, überhaupt einmal etwas zu veröffentlichen, habe ich von einem Vertrag bei Klett-Cotta geträumt. Wenn schon, denn schon.

Ich wollte es als erstes Klett-Cotta anbieten, die können dann vier Bücher im Schuber draus machen. Aber schon das Werk als Ganzes anbieten - Blöd ist nur: Dann muß ich auch alles in ein Exposé packen ...

Das muss ca. 2005 gewesen sein und drehte sich um mein damaliges Opus Magnum, "Die Spinnwebstadt". Den Roman habe ich bis heute nirgendwo angeboten. Bei Klett-Cotta habe ich trotzdem unterschrieben - und mich oft genug dafür verflucht. Ich musste ja unbedingt Hohe Literatur machen - und will es immer noch - aber ich frage mich doch immer wieder, ob dieser Anspruch nicht doch eine Ecke zu größenwahnsinnig für mich war …

Andere Träume habe ich derweil drangegeben: Ich wollte immer einen Verlag haben, aber der Versuch, wirklich einen zu gründen, war ein teurer Flop, und ich habe am Ende lieber ein Forum als einen Verlag.
Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: Coppelia am 10. März 2017, 17:26:34
Früher wollte ich auch vom Schreiben leben. Inzwischen ist mir aber klar, dass das nicht das Richtige für mich ist. Außerdem wollte ich im Großverlag veröffentlichen, was ich auch geschafft habe. Es war allerdings völlig anders, als ich es mir vorher vorgestellt hatte.
Insgesamt haben sich meine Träume aber ziemlich wenig geändert, obwohl ich inzwischen eigentlich wesentlich klüger sein sollte. Bedenklich. ::) Sie ähneln ziemlich denen von Klecks.
Wahrscheinlich, weil das Schreiben immer noch das so ziemlich Wichtigste für mich ist, gleich nach meiner Familie.
Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: gbwolf am 10. März 2017, 17:34:28
Ich hoffe, dass ihr im ersten Posting über die bittersüße Note hinweg auch den leichten Humor sehen könnt, mit dem ich die Sache betrachte. Der Vorteil am Altern ist ja wirklich, dass man plötzlich Dinge in einem ganz anderen Licht sieht und sich manche Verbissenheit auflöst.
Und gleichzeitig ist es schön und schmerzhaft, wenn ich mir alte Postings durchlese. Ich habe eine ganze Menge gelernt und wir werden sehen, was ich in den nächsten 10 Jahren noch lernen kann.

Für den Politthriller habe ich ja noch ganze 4 Jahre. *räusper* Zählt politische Military-SF denn auch?
Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: Antonia Assmann am 10. März 2017, 17:38:45
Früher wollte ich nur in aller Ruhe meine Geschichten erzählen und Zeit für Träume haben.
Dann kam ich auf die glorreiche Idee, oder ich wurde angesteckt vom Veröffentlichungswahn und ich meinte, ich müsse auch veröffentlichen.
Heute nach 5 Verlagsromanen und etlichen Kurzgeschichten, mittlerweile auch mit einer Agentur gesegnet, habe ich nur noch einen Wunsch: Ich will in Ruhe meine Geschichten erzählen, Zeit haben für meine Träume. Manche Wünsche haben sich erfüllt, aber es hat sich nie so angefühlt, wie ich es mir vorgestellt habe. Mittlerweile sind die Dinge, die sich nicht erfüllt haben, fast noch die angenehmsten. Ich werde mir demnächst sehr gut überlegen, was ich mir wünsche.
Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: Angela am 10. März 2017, 17:46:33
Mein erstes Buch hatte 750 Seiten, keine Normseiten und kein Fantasy, und klar sollte das bei einem Großverlag erscheinen.
Erst als das dann erstaunlicherweise nicht klappte, habe ich Eschbachs Tips gelesen und bin seinem Rat gefolgt und zur Leselupe gegangen. Da wollte ich immer noch zu einem großen Verlag. Dann landete ich hier und mir ging es wie Pandorah:
Mein Traum war, bei großen Verlagen zu veröffentlichen und vom Schreiben leben zu können. ;D

Dann wurde ich in den Blaustern-Bereich aufgenommen.

Seitdem finde ich Kleinverlag und Selbstverlag für mich völlig in Ordnung.    ;D
Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: Alana am 10. März 2017, 17:49:26
Ach Nadine. Dein Thread hat mich jetzt dazu gebracht, mal meine allerersten Posts anzuschauen. Peinlich. Oje.  :versteck: Aber ich habe diesen Thread hier (http://forum.tintenzirkel.de/index.php?topic=3571.msg91608#msg91608) gefunden, den ich relativ kurz nach meiner Ankunft eröffnet habe. Und da sehe ich, wie unheimlich geduldig du mir damals geantwortet hast und es treibt mir gerade ein bisschen die Tränen in die Augen, weil mir gerade klar geworden ist, dass du wahrscheinlich eine der ersten warst, die mich auf meinen jetzigen Weg gebracht haben. Dein wirklich toller Post über Agenturen, Netzwerken etc. hat sich wohl bei mir so festgesetzt, dass ich das dann alles in Angriff genommen habe.  ;D

Und dann noch ein nettes Zitat von mir aus dem Thread:

Zitat
Mei, das hört sich jetzt an, als hätte ich wahnsinnige Ambitionen, aber eigentlich habe ich nur so den winzig kleinen Traum, dass vielleicht mal etwas von mir veröffentlicht wird.
...
Es geht ja auch nicht darum, dass man ein mittelmäßiges Buch mit aller Gewalt an den Mann bringen will, sondern genau was du schreibst, dass man wenigstens vom Lektorat gesehen werden will und nicht ungelesen in den Papierkorb wandert. Beizeiten, also so in 20 Jahren :D wenn mein erstes Buch vielleicht mal fertig ist, will ich halt einfach nur erreichen, dass, wenn ich schon abgelehnt werde, es dann deswegen passiert, weil das Buch nicht passt oder eben nicht gut ist, aber nicht, weil keiner Zeit hatte, es sich anzusehen.

Also ich fasse zusammen: Mein Traum war, nicht abgelehnt zu werden, weil sich keiner mein Zeug ansieht (check, es wurde angesehen und trotzdem abgelehnt) und vielleicht mal was zu veröffentlichen. Auch check. Im Ernst, ich habe mir letztens mal eine Liste mit den ganzen Sachen gemacht, die ich mir früher so gewünscht habe, und einige davon habe ich tatsächlich erreicht. Das war mir davor gar nicht so klar und das hat mir enorm geholfen, meine Definition von Erfolg noch mal zu überdenken.

Zitat
Seitdem finde ich Kleinverlag und Selbstverlag für mich völlig in Ordnung.    ;D

Haha, ob das der Sinn des Blausternbereichs ist? *g*

Zitat
Für den Politthriller habe ich ja noch ganze 4 Jahre. *räusper* Zählt politische Military-SF denn auch?

Na klar, wenn es auch ein Thriller ist. ;D
Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: Jen am 10. März 2017, 18:10:59
Das hier ist ein echt schöner und vor allem persönlicher Thread. Danke für den Denkanstoß, Nadine!
Wenn ich mir den alten Thread von dir so anschaue, Alana, habe ich doch noch Hoffnungen, dass es bei mir irgendwann bei einem Verlag klappt. Vielleicht nicht in zehn Jahren, aber irgendwann.  :knuddel: In so einem Zeitraum kann ja echt eine Menge passieren.  :o

Vor zehn Jahren durfte ich bei einem Poetry Slam in unserer Stadt meine Geschichte nicht vortragen, vermutlich weil sie einfach viel zu schlecht war. Das hat eine Weile an mir genagt (ich war zehn/elf Jahre alt), und ich weiß noch genau, wie ich nach diesem Slam, den ich miesepetrig im Zuschauerraum verbracht habe, beschlossen habe, besser schreiben zu lernen. Daraus entstand dann irgendwann der erste Roman, und den zweiten Poetry Slam habe ich sogar gewonnen. Das war eine winzige Sache hier in unserer Stadt und echt nicht der Rede wert, für mich hat das aber viel verändert. Bis zu ersten Veröffentlichung hat es dann nochmal sieben Jahre gebraucht, und zwischendurch habe ich mir so oft gesagt, dass es jetzt genau dieses Projekt sein wird, an dem ich gerade arbeite. Letztlich habe ich eines veröffentlicht, von dem ich das erst gar nicht gedacht hätte.  ;D
Für die nächsten zehn Jahre nehme ich mir erstmal vor, dass es gedruckte Bücher von mir gibt.  :vibes: Egal, ob selbstpubliziert oder vielleicht sogar Verlag. Vom Schreiben leben möchte ich auch, allerdings als Journalistin. *kicher*
Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: Maja am 10. März 2017, 18:30:32
Wenn schon in die Vergangenheit gehen, dann richtig: Hier sind ein paar Statements von mir aus den Anfangstagen der Tintenzirkel-Mailingliste (Dezember 2001, drei Jahre vor Gründung des Forums):

Zitat
Ich habe schon lange vor, wieder einen Schreibzirkel zu gründen, um gemeinsam über das zu diskutieren, was uns wohl am meisten bewegt (hüstel! Das war vielleicht doch etwas zu dick aufgetragen). Nein, Fakt ist folgender: Ich schreibe mich inzwischen mit vielen Leuten über das Schreiben, aber da mein genereller Fleiß-und-Eifer-Pegel sehr wackelig geraten ist, geraten dabei die einzelnen Kontakte schnell ins Hintertreffen (gell, ihr wißt beide, was ich meine...). Also dachte ich mir: Fasse ich sie doch mal alle in einer Liste zusammen, dann geht mir keiner verloren, ich verliere nicht mehr gute Brieffreunde aus den Augen und muß dann jede Mail erst mit einer umständlichen Entschuldigung beginnen...

Ja, man glaubt's nicht. Ich habe den Tintenzirkel mal gegründet, um weniger Arbeit zu haben. :rofl:

Zitat
Was denkt ihr euch denn, was ich mit dieser Liste vorhabe? Doch nichts anderes, als mit eurer Hilfe in die Gruppe der genial-epischen Fantasyautoren einzugehen! Und nichts geringeres solltet ihr auch wollen...

Merke: Größenwahn vergeht nicht.
Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: Aljana am 10. März 2017, 18:47:01
In die Vergangenheit schaue ich nicht oft. Wozu auch? Ändern lässt sich nichts mehr. Aber wenn mir vor zehn Jahren jemand gesagt hätte, dass ich 2017 mein Geld mit Porn verdiene, hätte ich wohl gelacht. Tja. Aber ich bin dankbar für die Menschen, die ihren Kindle mit einer Hand halten können. Sie geben mir die Gelegenheit, auch anderen Ideen nachgehen zu dürfen.

Dieser Satz sollte ein öffentliches Zitat in einem Fachmagazin zu deutscher Literatur sein.  ;D Ich meine ernsthaft. Weil mit dem was Kunst ist, was wir vielleicht alle mal geglaubt haben, schreiben zu müssen, um ganz groß rauszukommen, ist oft nicht das, was uns am Ende die Brötchen verdient.

Ich wurde ja schon mit 13 desillusioniert und habe mir ab da nicht mehr eingebildet, mit dem schreiben mein Leben finanzieren zu können. Also wurde ich Tierarzt. Hat bisher ganz gut geklappt. Schreiben tu ich immer noch. auch wenn ich mir manchmal mehr Zeit dafür wünsche. Wobei, wenn ich ehrlich bin, die meiste Zeit frisst die online Präsenz zu meinen veröffentlichten Sachen. Hätte mir das einer gesagt, ich hätte erstmal alles geschrieben und dann in 35 20 Bücher auf einmal rausgehauen. So kommt man ja zu nix!!! ;)

Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: Zitkalasa am 10. März 2017, 18:57:01
Haha, Maja, wie niedlich. ;D Wenn ich daran denke wie in 100 Jahren mal Forscher versuchen, die Geschichte des Zirkels zu rekonstruieren... wie gut, dass es digitale Daten gibt. (Aber wer weiß, vielleicht gibt es die dann gar nicht mehr, weil es keinen Strom mehr gibt.)

Wenn ich so zehn Jahre zurück denke, dann saß ich da gerade noch in der Oberstufe, quälte mich durch Klausuren und hatte eine Ausschreibung gewonnen (oder zumindest später in 2007), die sogar veröffentlicht wurde. Dass das trotz keinerlei Gewinnzuschuss trotzdem nicht das Gelbe vom Ei ist, wenn es dennoch ein DKZV ist, da hatte ich drüber hinweg gesehen. Mein Gewissen war ja rein. Haha. Jugendsünden, wir haben sie alle. ;D Jedenfalls war ich natürlich trotzdem beflügelt und wollte nur umso mehr Schriftstellerin werden. So mit Buchpreisen, Lesungen und Reisen, und zwischendurch mal eben einen Roman aus dem Ärmel schütteln, ist doch so einfach. Wenn dann noch eine Leiche zum Ermitteln abgefallen wäre, wäre das auch nicht so schlimm gewesen. (Ja, ich habe mich durch das ganze Holmes-Werk gearbeitet, Mord ist ihr Hobby geguckt und war ohnehin von Margaret Rutherford und anderen Oldschool-Krimis/ Krimis allgemein dank Eltern sehr angetan. Hei, ich wollte sogar mal Polizisten werden, aber das scheiterte 2005, weil ich zwei Zentimeter zu klein war. :rofl:) Als ich dann eher spontan in den Zirkel stolperte 2010, wurde aus den eher ungreifbaren Wolkenschlössern konkrete Ziele. Sehr konkrete sogar. Einige meiner ersten Beiträge drehen sich sogar schon um Heftromane und Agenturen, und dann gibt es diesen Kracher noch:

Zitat von: Kerimaya
Sechs Jahre später bin ich diesem Ziel sehr nah bzw. habe es zum Teil schon erreicht und arbeite weiter daran, meinen Traum wahr zu machen.

Rechne, rechne ... Dann bleiben mir ja (ausgehend von dem Pkt. als ich anfing mich ernsthaft damit zu beschäftigen) noch drei Jahre. Hm. Fällt auch in meine persönliche Frist, die ich mir als Maßgabe gesetzt habe, dann Manuskripte wegzuschicken (so mit 25).

Ach, immer dieses Vergleichen. :rofl: Normalerweise bin ich ja nicht der Typ, der sich unter Konkurrenzdruck setzen lässt (schon gar nicht beim Mannschaftssport (wie ich Schulsport verabscheue)) - aber beim Schreiben und Zeichnen drehe ich regelmäßig am Rad deswegen. Ich fühl mich so bekloppt. :pfanne:

Die fette Markierung kommt jetzt von mir. 25... ja, das war vor zwei Jahren. Knapp daneben ist auch vorbei, ich erhöhe mal auf 30 und wir lesen uns dann in drei Jahren wieder. :rofl:
Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: Alana am 10. März 2017, 19:22:01
Zitat
Größenwahn vergeht nicht.

Also ich finde Größenwahn sehr sympathisch.  :rofl: Man muss ja Ziele haben. Mein heimlicher Traum ist ja, ein geiles Start-Up zu gründen und Google zu entmachten, dann übernehme ich die Weltherrschaft. Macht jemand mit? ;D
Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: Steffi am 10. März 2017, 19:39:36
Macht jemand mit? ;D

Immer. Ich glaube ja schon länger, Weltherrschaft würde mir gut stehen  ;D
Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: Kaeptn am 11. März 2017, 10:35:52
Schöner Thread. Ich musste lange suchen, bis ich ein passendes Zitat fand.

Nachdem ich damals bei Thienemann rausflog, habe ich sechs Jahre allenfalls sporadisch geschrieben, es auch nicht vermisst. Der Lebenstraum "Schriftsteller" war wegen Bezeihung, Arbeit, Kindern halt etwas weiter nach hinten gerückt - und irgendwann, leicht angestaubt und beinahe vergessen, kam er wieder hervor, zusammen mit einer Idee und nun schreibe ich wieder und habe 5/6 meiner Trilogie fertig. Ob sie jemals veröffentlicht wird - ich hoffe es, aber es ist mir nicht so wichtig.

Sie wurde veröffentlicht. Was freute ich mich damals über die ersten Verkäufe, wie happy war ich über die ersten positiven Rezensionen.
Heute schreibe ich nur noch mit (Vor)-Vertrag, hab mich gerade mit meinem Verleger gezofft und eine Auflösungsvereinbarung unterschrieben und kriege die Krise, weil mir NovelRank 1 Woche lang keinen Amazon-Verkauf mehr gemeldet hat. Vielleicht war früher, als das Veröffentlicht-Werden noch eine Hoffnung war, doch einiges besser oder zumindest lockerer :(
Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: Nuya am 11. März 2017, 15:50:46
Wer Nuya liest, egal wo, soll sich nicht fragen ob es die ist, von der er schon gelesen hat - ich hoffe ich bin die einzige mit dem Nick. Bisher ist mir noch keine weitere untergekommen :)

Ich wollte eigenes Schaffen, nicht mehr nur mit mir fremden Figuren arbeiten und Bücher veröffentlichen. Groß rauskommen, geschätzt werden. Bei Lesern und KollegInnen.

Ich habe gemerkt, dass mir eine Veröffentlichung nicht reicht. Ich schreibe für mich, ja, aber ich schreibe auch, damit mir jemand sagt: hast du gut gemacht/liest sich toll und vor allem muss ich die Hoffnung haben, dass das Buch gelesen wurde. Ich denke, dass könnte man schon aus dem Zitat von damals rauslesen. Erkannt werden, bekannt werden. Gelesen werden von Freunden und Bekannten, KollegInnen, Fremden. Diese Hoffnung hab ich bei Ferdi gehabt, weil ich dutzende Bücher selbst verkauft habe, aber bei Flammengarde geht mir echt aufn Senkel, dass ich keine "echte" Reaktion erhalte. Mir helfen Rezis nicht, für die ich arbeiten musste (Leserunden, Blogger anschreiben); solche Rückmeldung befriedigt mich nicht.
Das und anderes raubt mir den Nerv und den Willen, weiterzuschreiben. Und doch, wenn ich das Schreiben eine gewisse Zeit lang lasse, dann kitzelt es mich in den Fingerspitzen und ich fange wieder an. Mit Ambitionen und dem Wunsch, dass doch das Projekt oder jene Idee sicher die ist, über die dann auch gesprochen wird. Mit mir, mit anderen - aber über mich und mein Schreiben.

Na ja ... momentan fehlt mir ein bisschen das, was ich zu Beginn meiner Schreiberei (Harry Potter-Fanficitons) beim Schreiben fühlte: Die Magie. Ich bin guter Hoffnung, dass ich sie mit dem nun fertigen Magie-Fantasy-Roman wieder anfeuern kann. Aber ob meine fehlende Disziplin und Lust, täglich zu schreiben damit zu verscheuchen ist? Hoffentlich. ;D Und wenn es dann mal ein bisschen läuft, dann ist auch mehr Werbung drin und mehr Zeit wird es auch wieder geben, um an meiner Präsenz zu arbeiten.

Ich muss gestehen, vor allem so tolle Reaktionen wie im NaNo lassen mich denken, dass der Roman gut wird. Und dann wird er tatsächlich so gut, dass er veröffentlicht wird, und dann weiß ich aber nicht, ob ihn sich jemand kauft. Mein Kopf macht da ganz blöde Sachen in Bezug auf "Konkurenz im Verlag" usw. Da pfann ich mich einfach mal selbst für. ;D :pfanne:
Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: Ahneun am 11. März 2017, 17:30:24
Ich als "TiZi-Jüngling" schreibe hier noch nix rein. Aber ich lese die Beiträge mit und möchte Euch Alle mal  :gruppenknuddel:
Es ist schön, dass es diesen Thread gibt und vielleicht in fünf Jahren kann ich dann den Staub runter pusten und dann auch etwas hier hinein schreiben.

GLG an Alle  :winke:
Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: Leann am 11. März 2017, 19:39:36
@Nadine: Genau, da hast du doch noch vier Jahre Zeit für den Politthriller. Ich wollte dich schon darauf aufmerksam machen, aber du hast es ja schon selbst erwähnt.  ;D

In einigen von euch genannten Träumen und Aussagen habe ich mich wiedergefunden. Ich bin ja erst seit vier Jahren dabei und ungefähr so lange schreibe ich auch (wieder, und das erste Mal mit Ausdauer) und habe mal in meinen ersten Beiträgen nachgesehen, ob ich mich richtig erinnere. Ja, mein großer Traum war es damals, ein Buch zu veröffentlichen.
Je länger ich dann hier war und eure Erfahrungen und Erlebnisse und Erfolge miterleben konnte, sind meine Träume immer größenwahnsinniger geworden.  ;) Mir reichte es nicht mehr, nur irgendein Buch zu veröffentlichen, nein, es sollte ein dicker Fantasywälzer werden, wie ich sie so gerne lese, der die Leser aufwühlt und zu Tränen rührt, und, noch wichtiger, mit dem ich vollauf zufrieden bin.

Das waren immerhin noch meine eigenen Träume. Aber es kamen auch Wünsche hinzu, die ich jetzt als eigentlich nicht meine erkannt habe. Zum Beispiel wünschen sich hier viele, vom Schreiben leben zu können (und einige machen das ja auch) und für einige ist ein Bürojob mit immer gleichen Arbeitszeiten und Tätigkeiten ein Horror. Das gab mir einige Zeit zu denken und ich dachte, wenn so viele das so furchtbar finden, dann muss ich vielleicht auch mal versuchen, davon wegzukommen. Genauso wie die Sache mit den Großverlagen. Wenn so viele Kolleginnen, die ich schätze und bewundere, das als erstrebenswert erachten, dann sollte auch ich mir eine Agentur und Großverlage wünschen. Diese Wünsche, die gar nicht aus mir selbst kamen, haben mir nicht gut getan. Ich war eine Zeitlang tatsächlich voller hochfliegender Hoffnungen, aber irgendwann nur noch unzufrieden und unglücklich. Mir ist dann aufgefallen, dass ich das alles gar nicht möchte. Ich musste lernen, mich wieder auf meine eigenen Wünsche zu besinnen, auch wenn die so manchem hier läppisch oder vielleicht auch gar zu bescheiden vorkommen.
Es ist nicht so, dass ich einfach nur aus Erfolglosigkeit meine Wünsche und Hoffnungen begraben habe. Ich habe erkannt, was ich will, was mich glücklich macht. In Zukunft werde ich stärker darauf achten, ob ich nicht einfach die Hoffnungen anderer für mich übernehme.
Klar, wenn andere mit ihren Büchern überall nominiert sind, von Großverlagen umworben, von tollen Agenten unterstützt, haufenweise tolle Rezensionen ernten, den ganzen Tag dem Schreiben widmen können, dann denke ich auch, ach, das hätte ich auch gerne. Aber eigentlich doch nicht, denn das passt nicht zu mir und meinem Leben. Und ich habe ja hier auch ausgiebig die Schattenseiten dieses vermeintlich so idealen Lebens erfahren, die vielen Sorgen und Ängste kennengelernt, die damit verbunden sind. Dafür bin ich dem TiZi sehr dankbar, dass wir hier unsere Hoffnungen und Erfolge, aber auch die negativen Seiten der Welt des Schreibens und Veröffentlichens miteinander teilen und daraus lernen können.

Ähm, ja. Ich bin wohl ein wenig vom Thema abgekommen. Jedenfalls haben sich meine damaligen Hoffnungen erfüllt, die dazwischen absolut nicht, und jetzt hoffe ich darauf, dass ich einen guten Weg für mich finde, mit dem Schreiben und allem was dazugehört, zufrieden und glücklich zu sein.

(Gegen die Weltherrschaft des TiZis hätte ich natürlich überhaupt nichts einzuwenden  ;D )
Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: Weberin am 11. März 2017, 20:08:41
Das Schreiben im November (wo ich 2 Wochen Urlaub hatte) zur Nanowrimo-Zeit hat mir riesige Spaß gemacht und ich bin sehr weit gekommen. Ich hoffte dann, auch an Wochenenden und unter der Woche mal weiter schreiben zu können - aber ich hab zusätzlich zum meinem alten 15-Stunden-Job noch einen 10-Stunden-Job (beim gleichen Arbeitgeber) bekommen. Eigentlich wird es eine 20-Stunden-Stelle werden und ich muss sehr viel Neues in sehr kurzer Zeit lernen. Und jetzt habe ich einfach nicht mehr die Kraft, weiter am Roman anzuknüpfen. Und je länger ich ihn liegen lasse, desto größer wird der Abstand. So hatte ich mir das eigentlich nicht vorgestellt. Aber ich hoffe immer noch, dass ich wieder zurück finde, wenn die Arbeit eingespielter ist und ich auch mal wieder Urlaub habe. Jetzt habe ich etliche Montage frei (Resturlaub), vielleicht klappt da ja mal der Anschluss....
Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: HauntingWitch am 12. März 2017, 17:43:05
Pandorah hat das schon sehr treffend ausgedrückt. Wobei, tot ist der Traum vom Publikumsverlag und gross rauskommen ganz und gar nicht, aber wenn ich es mir recht überlege, wäre gross rauskommen als Selfpublisherin eigentlich besser. Zurzeit bin ich jedenfalls recht zufrieden mit Selfpublishing.
Als ich in den Tizi kam, arbeitete ich ausserdem gerade an meinem Langzeit-Lebensprojekt und war überzeugt davon, dass das einen Verlag finden und zum Superbestseller werden würde oder zumindest wollte ich das. Das Projekt ist mittlerweile eingestampft und das eine, was einen Verlag (E-Book only) gefunden hat, läuft... Naja, es ist okay, aber definitiv kein Bestseller.
Dafür sind mir andere Dinge passiert, mit denen ich nie gerechnet hätte: Unser Verein, der mir all die tollen Erlebnisse mit Lesungen und Veranstaltungen ermöglicht hat, all die tollen Leute, die ich kennengelernt habe und letztlich das Selfpublishing. Noch vor drei Jahren hätte ich es nicht für möglich gehalten, Selfpublishing zu machen - und dass es mir auch noch gefällt!  ;D
Ich habe den grossen Traum zwar noch, aber ich sehe mittlerweile alles ein bisschen realistischer. Es gibt ein Lied von Jorn, das ich gerne höre, wenn mich die Zweifel überfallen, da gibt es folgende Zeile: "Some dreams came true this far, how many more in a lifetime..." Einige Träume sind bereits wahr geworden, wie viele werden es in meinem Leben noch? Ja, dieser Gedanke hält mich am Ball.

Also ich finde Größenwahn sehr sympathisch.  :rofl: Man muss ja Ziele haben. Mein heimlicher Traum ist ja, ein geiles Start-Up zu gründen und Google zu entmachten, dann übernehme ich die Weltherrschaft. Macht jemand mit? ;D

Ja, klar. Wir können ja mal Elon Musk anschreiben und fragen, ob er uns sponsern möchte.  :rofl: (Sorry, ich bin gerade ein bisschen angefressen.  ;D)
Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: Moni am 13. März 2017, 23:16:01
Ich musste jetzt wirklich sehr weit zurück gehen, praktisch in die Anfänge des Forums, bis ich eine Aussage gefunden habe, die hier rein passt. Spannenderweise sehe ich das auch eigentlich immer noch so... :innocent:

Die Frage, die ich mir stelle, ist, ob ich überhaupt vom Schreiben leben will. Denn mein Beruf ist Buchhändlerin, damit verdiene ich mein Geld. Aber das Schreiben ist mein Ausgleich zur Alltagshektik. Darum sage ich mir: Ruhm wäre ganz nett und Reichtum auch nicht zu verachten, aber es muß nicht durchs Schreiben passieren (obwohl mir jetzt spontan auch keine andere Möglichkeit einfällt..).
Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: Antigone am 14. März 2017, 09:33:18
Abgesehen davon, dass es ja total spannend und lustig ist, alte Beiträge von sich zu lesen (ich bin auf Fragen zu einer Romanidee gestoßen, an die ich mich partout nicht mehr erinnere...!), hab ich tatsächlich was Passendes gefunden. Davon träumte ich also:

Ja, genau das will ich auch!!! ich möchte, dass meine Leser das Buch in die Ecke pfeffern und schreien: "Wie konnte sie denn das nur tun!?" - und es dann sofort wieder aufheben, weil sie wissen wollen, wies weitergeht.

Klar kann mans nicht jedem recht machen. Aber die Leser suchen sich ja die Bücher, die ihnen zusagen. Wer alles vorhersehbar haben möchte mit Happy-End, der liest eben Rosamunde Pilcher, und wers kalt-warm kriegen möchte, der liest eben... Antigone!!!

Tja, aus der erträumten Schriftstellerkarriere wurde leider nichts, auch wenn es zwischendurch immer wieder mal ganz gut ausgesehen hat. Und bei den derzeitigen Entwicklungen im Buchmarkt könnte ich gar nicht sagen, ob ich mich darin überhaupt noch vorstellen könnte.

lg, A.
Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: MynaKaltschnee am 04. April 2017, 12:56:50
Vor zehn Jahren habe ich davon geträumt, in einem großen Verlag regelmäßig zu veröffentlichen und davon leben zu können. Doch das war, bevor ich mir Gedanken darüber gemacht habe, was das konkret bedeutet.

Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass Selfpublishing für mich wohl der angenehmere Weg ist und den werde ich dieses oder spätestens nächstes Jahr auch beschreiten.

Davon leben zu können, davon träume ich noch immer. Aber erst mal veröffentlichen, dann sehen wir weiter.
Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: FeeamPC am 04. April 2017, 15:18:23
Traume sind Aufbaufutter für die Fantasie. Also schön weiterträumen!
Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: Trippelschritt am 04. April 2017, 17:00:01
Ich gehöre wohl zu den großen Ausnahmen, dessen Träume sich erfüllt haben. Ob mich das auch glücklicher gemacht hat oder zufriedener, weiß ich allerdings nicht. Zumindest stand es meinem glück nicht im weg und vielleicht hat es auch ein wenig geholfen.
Ich hatte zwei Träume. Mit elf beschloss ich, Naturforscher zu werden. Und das wurde ich auch. In meinem Traum waren aber nicht die ganzen unangenehmen Dinge enthalten, die dieses Ziel mit sich brachte. Davon hatte mir keiner was erzählt. Aber die schönen Aspekte, die gab es tatsächlich und waren wie erträumt. Und dabei wäre mehrfach beinahe alles schief gegangen und es waren immer wieder Zufälle, die mich auf den Weg zurückbrachten. Erstaunlich.

Mein zweiter Traum war es Geschichtenerzähler zu werden. Und den habe ich mir ebenfalls erfüllt. Ich weiß aber nicht mehr, wann dieser Traum anfing. Ich glaube so richtig erst zu Beginn der achtziger Jahre, als ich ein Buch las, das mir eine Richtung gab. Aber so ganz kann das nicht stimmen, denn schreiben wollte ich schon lange vorher. Meine ersten ernsthaften Bemühungen stammen aus den späten Sechzigern.

Wichtig ist für mich Träume und Ziele zu haben, die sich nicht erschöpfen. Wäre mein Traum der Pulitzerpreis und  - stellt euch vor - ich bekäme ihn, ja, was würde ich denn dann machen, wenn ich ihn hätte. Dann träume ich doch lieber davon so richtig gut zu schreiben, dass ich selbst damit zufrieden bin. Und da könnt ihr wetten, dieser Moment wird niemal eintreten.

Liebe Grüße
Trippelschritt
(ganz großer Träumer)
Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: Franzi M. am 04. April 2017, 19:33:04

Dann wurde ich in den Blaustern-Bereich aufgenommen.


Ich als Neuling kann jetzt nicht einschätzen, ob einen das abschrecken oder motivieren soll, blaue Sterne zu erhalten... :D
Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: Malinche am 04. April 2017, 20:12:30

Dann wurde ich in den Blaustern-Bereich aufgenommen.


Ich als Neuling kann jetzt nicht einschätzen, ob einen das abschrecken oder motivieren soll, blaue Sterne zu erhalten... :D

Als Obermotz kann ich dazu ganz sachlich sagen, dass wir natürlich immer bestrebt sind MUAHAHAHAHHAHAHA. :darth:
Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: Cairiel am 05. April 2017, 11:36:28
Im Tintenzirkel habe ich meine Hoffnungen anfangs gar nicht so geäußert, deswegen ohne Zitat: Ich wollte immer Bestseller schreiben, groß rauskommen und vom Schreiben lesen können. Ganz konkret wollte ich den Hohlbein-Preis gewinnen, nur leider gab es den genau ab dem Zeitpunkt nicht mehr, ab dem ich sagte "Beim nächsten Mal bin ich dabei!"  ::) 

Mittlerweile bin ich mehrfach veröffentlichter Autor, könnte eventuell vom Schreiben leben, wenn ich mein altes Pensum wiedererlangen und mein Pferd verkaufen würde, habe aber festgestellt, dass ich das gar nicht mehr will. Mein Brotjob macht mir Spaß, was ich niemals geglaubt hätte, und ich habe sogar Ambitionen, ein wenig die Karriereleiter hochzuklettern. Das Schreiben ist in meinem Leben ein wenig in den Hintergrund gerutscht, aber die Plotbunnys beißen mich nach wie vor und werden verhindern, dass ich jemals damit aufhören werde.
Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: gbwolf am 05. April 2017, 11:50:19
und vom Schreiben lesen können.
Das ist sooo ein süßer Vertipper!
Du sagst da etwas Wahres, nämlich dass es nicht für alle Menschen passt, das Hobby zum Beruf zu machen und wie viel Input und Ruhe einem ein Job bringen kann, den man neben dem Schreiben noch ausführt.

Und da sehe ich, wie unheimlich geduldig du mir damals geantwortet hast und es treibt mir gerade ein bisschen die Tränen in die Augen, weil mir gerade klar geworden ist, dass du wahrscheinlich eine der ersten warst, die mich auf meinen jetzigen Weg gebracht haben. Dein wirklich toller Post über Agenturen, Netzwerken etc. hat sich wohl bei mir so festgesetzt, dass ich das dann alles in Angriff genommen habe.  ;D
Danke, das berührt mich sehr.
Ich erinnere mich noch an deinen ersten Avatar und an den BuCon und alles und bin so verblüfft, wie engagiert und ernsthaft du diesen Beruf angegangen bist. Ich hoffe sehr, dass Alana und Lily noch viele, viele Bücher schreiben dürfen.
Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: HauntingWitch am 05. April 2017, 13:13:23
Du sagst da etwas Wahres, nämlich dass es nicht für alle Menschen passt, das Hobby zum Beruf zu machen und wie viel Input und Ruhe einem ein Job bringen kann, den man neben dem Schreiben noch ausführt.

Das ist auch etwas, worüber ich mir zurzeit Gedanken mache. Ich erlebe und höre in meinem Brotjob so viele Sachen, die ich als Inspiration oder Stütze zum Schreiben nutzen kann... Wenn ich das alles nicht mehr hätte, hätte ich dann noch so viele Ideen?  :hmmm: Also, ich weiss nicht mehr, ob davon leben für mich erstrebenswert ist. Vor einiger Zeit in einem Gespräch mit einer lieben Freundin (die auch im Tizi ist, aber keine Namen, ich will niemanden ungewollt exponieren ;)) sind wir zu folgendem Schluss gekommen: Entweder Millionär werden damit oder Hobby-Autor bleiben. Mittlerweile bin ich nicht einmal mehr sicher, ob ersteres sich lohnt. Woher nimmt man denn den ganzen Input, wenn man nichts anderes mehr macht? Und vor allem auch: Wenn das Schreiben ein Ausgleich ist, was ist dann der Ausgleich, wenn man nur noch schreibt? Andererseits habe ich immer noch das Gefühl, dass das der einzige "Pflichtjob" wäre, den ich langfristig mit Begeisterung machen könnte.
Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: JarlFrank am 08. April 2017, 03:24:32
Ich bin ein unverbesserlicher Träumer und habe immer noch die Hoffnungen von früher... könnte daran liegen dass ich noch gar nicht richtig angefangen habe und die "großen" Sachen noch vor mir liegen. Ja, ich möchte noch Millionär werden durchs Schreibe, und den Wunschtraum werde ich so schnell auch nicht aufgeben. Aber das muss ja nicht jetzt sofort geschehen - den Weg dorthin beschreite ich Schritt für Schritt, und da geht es zwar in sehr kleinen aber feinen Schritten voran.

2013 habe ich meinen ersten Roman per PoD-Anbieter selbst veröffentlicht. 2015 kamen meine ersten englischsprachigen Kurzgeschichten in Anthologien auf den Markt, 2016 wurden es dann schon mehr und auch die erste deutsche Kurzgeschichte hat es in eine Anthologie geschafft. Anfang 2017 habe ich den dritten Platz bei einem englischsprachigen Amateur-Fantasypreis erreicht. Das ist nicht viel. Eingebracht hat mir das ein paar Dollar und Euro, mehr nicht. Es ist viel weniger als das, was einige andere hier erreicht haben und regelmäßig erreichen (Romanveröffentlichungen etc).

Aber es sind kleine Schritte die mich motivieren weiterzumachen und mir zeigen: dein Traum mit dem Schriftsteller werden? Ganz so unrealistisch ist das gar nicht. Bleib dran!
Also bleib ich dran und versuche, immer wieder einen Schritt weiter zu gehen und dem Traum näher zu kommen.
Vor einer Weile habe ich sogar ein Jobangebot bekommen, für ein PC-Spiel Texte zu schreiben und Quests zu entwerfen, und das war schon seit meiner Kindheit mein absoluter Traumberuf...

So viel zum Erreichen der einelnen kleinen Schritte. Meinen Traum, der früher noch etwas unrealistisch war (superreicher Schriftsteller werden der in einer teuren Millionenvilla wohnt!), habe ich aber mittlerweile etwas umgewandelt, sodass er zu einem erreichbaren Ziel wurde:
Ich möchte mir ein Häuschen in Bulgarien kaufen und durch meine Schriftstellerei genug verdienen, um dort komfortabel leben zu können. Das ist nicht mehr der Bestsellerautor mit Millionenvilla, aber man muss es ja auch nicht übertreiben :D
Titel: Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
Beitrag von: Pety am 08. April 2017, 09:25:21
Ich habe mir einen Traum schon erfüllen können. Geschichten schreiben und das die von anderen gelesen werden.  :vibes:
Okay, das es doch etwas schwieriger ist, davon leben zu können, habe ich zwar geahnt, aber nicht gedacht, wie schwer. Zum Glück hatte ich es nie ernsthaft geplant.  ;)
Mein nächster Traum, Menschen zu finden, die mich wegen meiner Schreiberei weder mobben, noch auslachen, sondern die mich verstehen und mit denen ich mich auch noch austauschen kann...  Das alles habe ich hier gefunden, im TZ bei Euch, danke.  :gruppenknuddel:
Und das ich dazu tatsächlich auf meine alten Tage einen Mann finde, der a) mich nimmt wie ich bin und mit meinen Macken klarkommt und mich b) bei meiner Schreiberei unterstützt - Herz, was willst du mehr? :wolke:

Alles in allem kann ich sagen, ich bin glücklich - einige Träume wurden schon wahr und Neue sind hinzu gekommen, denn was wäre das Leben ohne sie...