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#31
Das Willkommensboard / Sam: Auf der Suche nach Gleich...
Letzter Beitrag von Arcor - 11. April 2026, 16:56:00
Liebe TiZis, heute kommt unser nächstes neues Mitglied. Sie ist Familienmensch, Freizeitrebell und das Schreiben gehört für sie zu ihrem "Stoffwechel" (O-Ton). Herzlich Willkommen Sam!


Wer bist du?
Hallo zusammen! Wer bin ich? Ich bin Sam, ein menschliches Wesen mit 46 Chromosomen, vollzähligen Gliedmaßen und Sinnesorganen, drei Kindern und einem weiteren menschlichen Wesen ganz in der Nähe. Habe ich jetzt gerade gesagt, dass Kinder keine menschlichen Wesen sind? Nein. Oder doch? Die Antwort liegt sicherlich im Auge des Betrachters, dem überlasse ich sie jetzt auch. Nach einem Biologiestudium und dem gehörigen Tappen durch die Republik bin ich momentan in Rheinland beheimatet und versuche, alle Bälle wie Job, Familie und Schreiben gleichzeitig in der Luft zu halten. Das gelingt weitgehend, obwohl ich mich häufiger frage, warum ein Tag nur 24 Stunden hat und warum man unbedingt so lange schlafen muss. Dazu bin ich ein Freizeitrebell und kämpfe gerne gegen die Schubladen: ,,Männer müssen stark und unabhängig sein"! ,,Mädchen müssen brav und lieb sein!"  ,,Ein Satz muss kurz sein und die Adjektive sind nur Füllwörter!" Ich mag neue Wege und Experimente, im Leben wie in der Literatur und bin immer noch überzeugt, dass man mit gegenseitiger Wertschätzung, Ehrlichkeit und Akzeptanz sehr viel erreichen kann.

Was schreibst du?
Was schreibe ich? Vor allem schreibe ich Geschichten, die Größe ist dabei zweitrangig. Ich habe mit dem Schreiben zu der gleichen Zeit angefangen, zu der ich gelernt habe, zu lesen. Mein erstes Meisterwerk hieß so etwas wie ,,Die Abenteuer von Dennis" und berichtete (sehr zum Leidwesen meiner Eltern, die es sich immerzu anhören durften)... von Dennis und seinem wunderlichen Schulalltag! Es mussten einige Meilensteine erklommen werden, bevor ich meinen ersten echten Roman schrieb und nicht versucht war, das Ding zu verbrennen, nachdem ich es später selbst gelesen habe. Zu den fantastischen Welten bin ich noch als Kind gekommen und bin da für immer geblieben. Ich mag die Freiheit, zu entscheiden, wie eine Welt funktioniert, und ich schätze die Farben, die man dieser Welt fast ohne Beschränkungen geben kann. Die Gedankenexperimente mit den neuen Wesen, deren Eigenheiten und sich daraus resultierenden neuen Gesetzen finde ich faszinierend. Ich versuche mich an den komplexen Charakteren, die sich entwickeln, und an den nicht ganz standardmäßigen Geschichten, um diese Entwicklung zu zeigen. Wenn ich schreibe, geht es mir um die Leser: Ich möchte sie mitreißen, denen eine Geschichte vorlegen, in der sie sich verlieren, in der sie den Text dahinter gar nicht wahrnehmen, sondern das eigene Kopfkino genießen. Ich schreibe Wörter, doch ich ziele auf die Gefühle, und der Text ist für mich ein Mittel zum Zweck. Ein schon lange und regelmäßig geübtes Mittel zum Zweck. Bis jetzt schrieb ich etwa zehn Bücher und das Schreiben scheint irgendwie zu meinem Stoffwechsel zu gehören.

Warum wir? Warum du?
Warum ihr? Warum ich? Wie viele von uns, habe auch ich den Freunden/Bekannten/Verwandten Kreis von glühenden Anhängern der Sam*s Literatur. Diese wunderbaren Menschen lesen ein Kapitel nach dem Anderen und diskutieren das unvernünftige Verhalten der Protagonisten mit. Mein großer Dank gehört ihnen uneingeschränkt. Doch letztes Jahr habe ich versucht, meine Welten an die breiteren Kreise vorzustellen. Und ich habe dabei festgestellt, dass ein ,,Expose" das Grauen in (digitaler) Papiergestalt ist und wenn man eine Agentur anschreibt und... und... und... (Moment mal, eine Warteschleife mit der Aufzugsmusik muss dringend her)... und... Nach ewig Zeit einfach gar keine Antwort bekommt, wird man auch kein Deut schlauer. Seitdem suche ich nach dem Erfahrungsaustausch mit den Menschen, die dieses Labyrinth schon erkundet haben. Und da scheint TiZi ein geeigneter Ort dafür zu sein. Außerdem scheint die Einhaltung der Prinzipien ,,Geben und Nehmen" und ,,Hinter jedem Buch steht ein echter Mensch" hier groß geschrieben zu sein, was mir besonders sympathisch ist. Was kann ich dem Forum geben? Wahrscheinlich, am besten das, was in dem jeweiligen Moment am nötigsten ist. Schreibblockade? Kenne ich, schaffte ich, kann gerne versuchen zu helfen. Plattgetretenes Selbstwertgefühl durch was oder wen auch immer? Kriegen wir auch zusammengeflickt. (Mein Zweithobby ist Psychologie). Im Kopf ein schönes Bild entstanden, es muss ins Buch, doch leider weiß man partout nicht, wie man im Plot plausibel dahin soll? Ein Lieblingscharakter gelingt manisch-depressiv anstelle von eloquent böse und man möchte mit wenigsten Federgriffen da raus? So etwas liebe ich! Und ja. Bio habe ich bereits erwähnt. Wer also die Überlebensfähigkeit der eigenen Welt checken, anpassen oder sich bewusst dagegen entscheiden möchte, denen könnte ich auch gerne dabei behilflich sein. Ich freue mich auf euch, auf die Seriosität, auf die gemeinsam ausgestandene Widrigkeiten!

Kurze Kostprobe
Als der Kleine aus dem Gebüsch herauskam und den feinen gelben Sand am Ufer fast erreicht hatte, ertönte ein tiefes glucksendes Grollen über dem Wasser, das Kreise von zerplatzenden Blasen über den See trieb. Es war, als ob durchsichtige Kugeln vom Grund aufstiegen, einige größer, andere kleiner. Sie holten sich gegenseitig ein, stießen zusammen und verschmolzen, bevor sie lustig zerplatzten.
Der Junge hatte so etwas noch nie gesehen, der prächtige Anblick zog ihn in seinen Bann, aber der heisere, dröhnende Gesang, der aus dem stillen See kam, stieß ihn ab und machte ihm Angst. Trai fühlte sich unwohl, er hickste laut und wich zurück. Das unruhige Wasser schien noch an zwei weiteren Stellen zu kochen. Es plätscherte und schäumte gewaltig. Dem Gesang kamen neue Geräusche hinzu, die den plötzlich zu sich gekommenen Jungen aufspringen ließen, als wären ihm Flügel gewachsen.
#32
Workshop / Re: Sind viele Zeitsprünge stö...
Letzter Beitrag von Sam - 11. April 2026, 15:58:45
Ich habe mich dabei ertappt, bei den Zeitsprüngen  gleich an so Zeitsprünge zu denken, wie sie im ersten Season der "Witcher" Serie eingebaut wurden. Also ein Strang wird im "heute", und ein anderer Strang in "vor 10 Jahren" erzählt. Die Episoden kamen nacheinander ohne besondere Kennzeichnung
 und erst später kam ich dem nach, dass zwei Zeitstränge parallel erzählt wurden. So etwas finde ich persönlich absolut spannend, es bedarf allerdings auch guter Erzählweise, um nicht komplett zwischen den Strängen verloren zu gehen.  :hmhm?:
Die "normalen" Zeitsprünge, wie sie wohl auch gemeint wurden, finde ich wichtig. Schließlich (wie bereits geschrieben in Thread) möchte man nur die Momente lesen, die etwas voranbringen und nicht den Flug einer Motte durch die Küche beobachten. Und um die Zeitspanne, die nicht erwähnt wurde, klarzumachen, bedarf es eigentlich keiner großen Rückblende. So etwas wie "Er schaute aus dem Fenster und sah die Bäume wieder langsam zu erblühen. Als er und diese Stadt kam, lag noch der tiefste Schnee..." gibt schon Bescheid und man kann danach gleich mit dem eigentlichen Inhalt loslegen und vielleicht kurz erwähnen, was in der Zwischenzeit relevantes passierte.
KEINE Zeitsprünge bei einem Fantasy Vollepos ist dann eher eine Sünde...  :vibes:

#33
Das Willkommensboard / Re: Jakob Weikum: Es stelle si...
Letzter Beitrag von Stefan - 10. April 2026, 17:28:19
Willkommen!  :winke:

Zitat von: Arcor am 10. April 2026, 09:11:17Doch weil mir Autoren und Leser in meinem Freundeskreis fehlen, fühle ich mich auf eine Art einsam – so, wie jemand, der inmitten einer vollbesetzten Taverne sitzt und dennoch in belanglosen Gesprächen untergeht. Ich suche Gleichgesinnte – oder zumindest jene, die anderer Meinung sind.

Das ist so ziemlich der Grund, warum ich auch hier gelandet bin. Zwar bin ich noch nicht lange dabei, aber eins habe ich schon festgestellt: Andere Meinungen findest du hier auf jeden Fall!  :rofl:
#34
Das Willkommensboard / Re: Jakob Weikum: Es stelle si...
Letzter Beitrag von novembercat - 10. April 2026, 16:19:10
Herzlich Willkommen!
Ich wünsche Jakob, dass er hier findet, was er sucht!

#35
Das Willkommensboard / Re: Jakob Weikum: Es stelle si...
Letzter Beitrag von Jammy - 10. April 2026, 14:19:58
Herzlich willkommen!
#36
Phantastik und Fantasy / Re: SWTOR - Tintenzirkler in w...
Letzter Beitrag von Mithras - 10. April 2026, 13:19:28
Ich exhumiere das Thema mal. Spielt noch jemand? Ich habe gerade wieder angefangen. Und das, obwohl ich dem Designer, Drew Karpyshyn, nicht verzeihen kann, was er der Hauptfigur aus KOTORII, der Verbannten, angetan hat, nur um "seinen" Revan in einem besseren Licht erstrahlen zu lassen. Dass er Revan die ganzen Nuancen und den Tiefgang genommen hat, den KOTORII hinzugefügt hat, ärgert mich zwar auch, aber da Revan seine Schöpfung ist, muss ich das zähneknirschend hinnehmen. Doch der Umgang mit der Verbannten ist unverzeihlich, zumal sie nicht sein Wer ist, sondern das von Chris Avallone von Obsidian. Meine Wut auf Karpyshyn war so groß, dass ich lange auch nicht mit Mass Effect beginnen konnte, das er mitentwickelt hat. Heute zählt die Originaltrilogie zwar zu meinen Lieblingsspielen, aber das rehabilitiert Karpyshyn für mich nicht. SWTOR macht zwar durchaus Spaß, aber ganz ohne Wut und Wehmut kann ich das Spiel leider nicht spielen, weil hier schon im Vorfeld einer des am besten gestalteten Charaktere aus dem gesamten Star Wars-Universum um seine Rolle gebracht und betrogen wurde.
#37
Das Willkommensboard / Re: Jakob Weikum: Es stelle si...
Letzter Beitrag von LaCaffeinata - 10. April 2026, 09:13:45
Herzlich willkommen!
#38
Das Willkommensboard / Jakob Weikum: Es stelle sich v...
Letzter Beitrag von Arcor - 10. April 2026, 09:11:17
Liebe Mit-TiZis, heute kommt ein neues Mitglied zu uns, dass einen langen Weg hinter sich hat, um von alten Glaubenssätzen hin zu seiner Kreativität zu finden. Herzlich Willkommen Jakob Weikum!


Wer bist du?
Zeig mir deine Narben und ich sage dir, wer du bist.
Mein Name ist Jakob Weikum und ich bin 37 Jahre alt. Das sagt jedoch nicht wirklich, wer ich bin – nur, was. Also weg von den langweiligen Fakten, hin zu einem Jungen, dem verboten wurde zu träumen.

Geboren wurde er im beschaulichen Kirgisistan und bis zu seinem zehnten Lebensjahr wuchs er in Russland auf. Schon damals liebte der kleine Jakob es zu malen, zu kneten, zu basteln, Geschichten zu erzählen und sich für Phantastereien zu begeistern. Leider – und hier beginnt die Tragik – hörte er immer wieder denselben Satz: Kunst bringe kein Brot auf den Tisch.

Vielleicht war das einfach falsch. Doch Jakob glaubte es so sehr, dass er trotz Talent und Begeisterung stets vermied, sein Hobby zum Beruf zu machen.

Mit zehn Jahren kam er nach Deutschland und lernte Sprache und Kultur des Landes seiner Vorfahren kennen. Kirgisistan und Russland gerieten in Vergessenheit – die Worte über Kunst und Brot nicht.

Das Leben war teils gnädig, teils hart zu ihm. Er ging zur Bundeswehr, um ein richtiger Mann zu werden. Dort begegnete er Menschen mit Herz und Seele. Er fand Kameradschaft und Freundschaft – aber auch Feindschaft und Stumpfsinn. Schließlich erkannte er, dass er längst ein Mann war, und verließ nach über vierzehn Jahren diesen Nährboden des Konflikts. Denn er liebt Frieden, Harmonie und Miteinander, nicht das Gegeneinander.

Irgendwann fand er auch seine große Liebe. Er heiratete sie – samt ihres kleinen Sohnes – und gründete mit der starken Frau an seiner Seite eine Familie in der Nähe des Steinhuder Meers. Heute zählt sie sechs Köpfe.

Seine Frau stellte den alten Glaubenssatz auf den Kopf:
,,Träume. Jage deinen Träumen nach. Mach das, was dich glücklich macht."

Heute ist Jakob Vater eines Jungen und dreier Mädchen. Er erzählt Geschichten, malt und bastelt mit seinen Kindern. Und wenn sie davon träumen, Künstler oder Schriftsteller zu werden, sagt er:
,,Ich freue mich, dich auf diesem Weg begleiten zu dürfen. Ich bin stolz auf dich."

Das bin ich. Ein Junge, dessen Narben zeigen, dass er das Träumen wiederentdeckt hat.

Was schreibst du?
Das wird sich noch herausstellen.

Ich schreibe hauptsächlich für mich. Ich bin meine eigene Zielgruppe. Ich liebe Geschichten, die tief unter die Haut gehen, sich mit dem Wesen des Menschen beschäftigen, aber auch einfach unterhaltsam sein können. Ich liebe Horror und ich liebe Humor. Ich liebe gradlinige Stereohelden ebenso wie geborstene Schicksale, bei denen der Leser selbst entscheiden muss, ob er einen Helden oder eher einen Schurken vor sich hat.

Kurzum: Ich folge keinem strikten Genre. Aber es ist immer Fantasy.

Zurzeit schreibe ich an meinem Buch ,,Der Paladine Lied – Silberfalke". Das ist mein Werk. Meine Seele. Meine Narben, gehüllt in die Geschichte eines Mädchens, das zum Spielball von Mächtigen und Machtlosen wird und dem das Recht zu existieren verwehrt bleibt – bis es sich dieses Recht zurückholt und Chaos in die Pläne seiner Feinde schleudert.

Mein Roman ist düster, aber dort warm, wo er es sein soll. Kein Leidstakkato, aber auch kein Herdfeuer-Kuschelkurs. Er lädt zum Nachdenken und Hinterfragen ein. Bodenständig. Eigenständig. Beständig.

Ich strebe danach, meinen eigenen Klassiker zu erschaffen – für mich. Und ich öffne die Tür zu meiner Welt und lade jeden ein, an meiner Seite durch Wälder und Täler, Städte und Wüsten zu schreiten.

Dogmen. Gesetze. Wahrheiten.
Was davon ist gut – und was davon muss nicht zwangsläufig wahr sein?

Natürlich ist dies nicht mein einziges Projekt. Aber im Moment fokussiere ich mich ganz darauf. Denn an zwei Romanen gleichzeitig zu schreiben ist eine Lektion, die ich bereits gelernt habe – indem ich sie wieder verworfen habe.
Der Nachfolger wartet jedoch schon.

Warum wir? Warum du?
Nun ja – ich sympathisiere mit eurer Monarchie.

Lange habe ich mich gegen Foren gesträubt. Auf Instagram hingegen habe ich mich begeistert an Autoren-Challenges beteiligt, weil es mir unbändige Freude bereitete, meine Figuren auszuarbeiten, mich Herausforderungen zu stellen und Leser zu begeistern. Gleichzeitig las ich die Geschichten anderer, ihre Interpretationen, und habe viel daraus gelernt. Leider ist diese Art des Austauschs unbeständig und endet oft bei zwei blauen Häkchen: gesehen.

Ganz ehrlich: Dafür sind mir meine Texte und meine Zeit zu schade. Und ich glaube, dass es vielen dort draußen ähnlich geht.

Doch weil mir Autoren und Leser in meinem Freundeskreis fehlen, fühle ich mich auf eine Art einsam – so, wie jemand, der inmitten einer vollbesetzten Taverne sitzt und dennoch in belanglosen Gesprächen untergeht. Ich suche Gleichgesinnte – oder zumindest jene, die anderer Meinung sind. Wenn der Intellekt ein Schwert ist, dann will er an Stein geschärft werden und nicht im Moos rosten.

Ich habe eure Regeln gelesen, eure Geschichte und eure hart gelernten Lektionen. Ich glaube, hier ein Forum gefunden zu haben, das mit Stolz abweist und mit Demut annimmt. Und ich glaube, ich wäre gern ein Teil davon.

Als Hofgabe biete ich den sieben Monarchen und vielstimmigem Staat des Königreiches Tintenzirkel, den Beginn meiner Geschichte, den Ursprung, das erste Lied, das Präludium.

Kurze Kostprobe
Es war nicht der einfache Weg – nein.
Waren die einfachen Wege nicht ohne Schmerz? Waren sie nicht ohne Trauer und Zweifel? Ja. Also musste dies der Schwierigere sein, der Rechte, oder?
Ta´Isnar war bereit, Opfer zu bringen. Ihre Füße bluteten und feine, scharlachrote Tropfen glänzten in dem Licht der Monde. Sie hatte den Pilgerweg beschritten: Stein, Flut, Wald. Heiß, gefährlich, tödlich. Zerrissenes Kleid. Man hatte sie gewähren lassen – sie alle mischten sich nicht ein, starrten nur.
Ta´Isnar breitete ihre Hände aus. Die Fingerspitzen blutig vom rauen Fels. Hier oben, auf dem Gipfel der Welt, unter dem Schein des Silberlichtigen und der Obacht aller, würde sie den schwierigen Pfad wählen.
,,Tue es nicht." Die Stimme klang weder anklagend, noch flehend. Sie war ... sie war so viel mehr.
,,Ich muss", antwortete sie. ,,Ich bin Wiedergeburt. Ich bin Tochter von Tod und Leben."
,,Es wird weh tun."
Sie merkte, wie ihre Arme schwerer wurden. Beine verloren Kraft. Hier oben zwischen dem marmorierten Gold der Obsidiansäulen waren die Sterne so nah so ... so greifbar. Ein Kreis aus Silber. Licht, umgeben von Schatten. ,,Ich weiß", flüsterte sie.
,,Du wirst sterben."
,,Nichts stirbt wirklich."
,,Sie werden dich im Stich lassen."
Ta´Isnar lächelte. Eine der kostbaren Tränen kitzelte sie an der Wange. ,,Haben wir nicht alle im Stich gelassen? Ist das nicht der Preis, den wir nun zahlen müssen, nach all der Zeit?"
,,Ihr habt es nicht gewusst."
Silberlichtiger – es tat bereits weh. ,,Wir hätten es aber wissen müssen."
Die Welt hielt den Atem an. Als der Himmel sich dann öffnete, war sie bereit. Ta´Isnar hob die Hände, fuhr ihren ausgemergelten Leib empor. Dort unten wartete man bereits auf sie ... oder auf das, was von ihr übrig bleiben würde. ,,Schatten werden scheiden. Es dringt Licht durch die Herzen – und dieses Licht wird erlösend. Warm. Glut. Ich werde wieder strahlen."
Die Stimme schwieg.
Die Finger zitterten. Ihr Herz klopfte. Ta´Isnar schloss ihre Augen und hielt die Luft an. Dann riss sie sich in Fetzen.
#39
Veröffentlichungen / Re: [Roman] Tina Ariam: Die Ma...
Letzter Beitrag von pyon - 09. April 2026, 18:54:44
@Stefan Dankeschön  ;D Ich lieb es auch und bin immer noch erstaunt davon, was die Coverdesignerin aus meinen Notizen gemacht hat.

@Ary Ach, gar kein Problem.  :knuddel:  Danke für Ändern.
#40
Tintenzirkel / Re: Schreib-Bar, der Quasselth...
Letzter Beitrag von Jester - 08. April 2026, 10:43:36
Zitat von: Cairiel am 06. April 2026, 20:54:07Eigentlich bin ich mit diesem Manuskript in der Überarbeitungsphase, aber praktisch ist es eher eine "Neuschreibphase". Das ist aber nicht schlimm, weil es gerade so unfassbar viel besser wird. Ich bin total begeistert davon und freue mich wie ein Honigkuchenpferd darüber.  ;D 

Nachteil ist, dass ich seit zehn Jahren an dem Ding arbeite und jetzt bei Kapitel elf von 34 bin, das heißt, es wird noch eine Weile dauern. Und dann will ich es eigentlich nochmal überarbeiten, weil es dann ja de facto eine Rohfassung ist. Ich glaube, das wird mein Lebenswerk. Bis 60 bin ich vielleicht fertig.  :rofl:

Das Gemisch an Gefühlen erlebe ich auch grad! Einerseits Freude über die Fortschritte, die sichtbar hervortreten, andererseits der Berg, der noch bevorsteht ... Aber ich finde, mit 60 ein grossartiges Buch fertig haben ist besser, als mit 25 fünf Bücher, die einem nicht wirklich was bedeuten. Einfach immer dranbleiben und Spass haben.  :)