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Neueste Beiträge

#1
Phantastik und Fantasy / Re: Clair Obscur: Expedition 3...
Letzter Beitrag von Novae - Heute um 12:38:17
Ich habe ziemlich viel über das Ende nachgedacht
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und vor allem, warum mich diese so nerven.
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Achtung, ein etwas längerer Rant.

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Ja, das Leben zwingt einen manchmal oder oft zu schwierigen Entscheidungen. Aber ...

Ein zentrales Thema ist ja Trauer, Schuld und der Umgang damit. Da gibt es so viele Variationen wie es Menschen gibt und Trauer ist auch nicht linear. Das sieht man auch gut in den verschiedenen Gesprächen während des Spiels.
Aber am Ende werden uns dann nur zwei, in meinen Augen die extremsten, als Möglichkeiten präsentiert. Einmal Maelle, die die Erinnerungen wachhalten möchte, aber zu dem Preis, dass sie sich darin vollständig verliert, und auf der anderen Seite Verso, der jede Erinnerung auslöschen möchte, um die Trauer zu bewältigen. Wobei es ja eigentlich Renoir ist. Verso war für mich da eher der Stand-In für Renoir, der diese Rolle mit seiner eigenen Motivation ausfüllen musste, weil Spielenden ja schon eine Verbindung zu ihm hatten.
Und weder das eine noch das andere funktioniert für mich, gerade weil diese Optionen so extrem sind und in meinen Augen auch gerade deswegent eher ungesund.

Außerdem finde ich diese entweder-oder Entscheidung passt auch nicht zum Ton des bisherigen Spiels. In vielen Gesprächen ging es darum, eine gemeinsame Basis finden, Achtsamkeit für die Gefühle der anderen und ihrer Wünsche, als Gruppe sich irgendwie weiterentwickeln und am Ende bricht das einfach zusammen. Es gibt nur noch Verharren im Eskapismus und damit auch Lune, Sciel und die anderen erhalten (was ich eigentlich wollte :brüll: ) oder zumindest die Möglichkeit von Veränderung zu dem Preis alles und alle zu  vernichten. Im günstiges Fall passt es einfach nicht zusammen, im schlechtesten sendet es eine gefährliche Message. Wobei ich diese Absicht den Machern des Spieles gar nicht unterstellen möchte!

Warum die einzelnen Figuren diese unterschiedlichen Vorstellungen und Wünsche haben, finde ich allerdings gut nachvollziehbar und auch im Charakter logisch, aber wie sie eben am Schluß damit umgehen nicht. Das widerspricht für mich einfach des Wesens des Spiels.

Ich finde Claire Obscure immer noch wahnsinnig faszinierend, aber diese beschränkten Wahlmöglichkeiten am Ende, die einfach nicht für mich gepasst haben, sorgen halt auch dafür, dass ich da mit einem sehr negativen Gefühl rausgehe. Und wenn ich überlege, wie viel Zeit ich darin verbracht habe und Computerspiele für mich einfach auch Entspannung sind, finde ich das schade.

Das heißt nicht, dass ich mir ein rosarotes Happy End wünschen würde (das passt ja auch nicht zum Spiel), aber die Enden sind für mich einfach nicht schlüssig und dadurch bleibt das Spiel unbefriedigend.

Werde ich es in Teilen nochmal spielen? Definitiv. Werde ich mir die Enden noch mal antun? Wohl eher nicht.

Und noch ein letztes Kommentar zu einem eher technischen Aspekt ...
Ich habe das Spiel erst vor kurzem gekauft und mir war nicht klar, dass viele der neuen Orte vor der Rückkehr nach Lumier wohl ein Teil von einem nachträglichen Dankespaket sind. Als ich dann die ersten paar betreten habe und sehr schwach im Vergleich zu den Gegnern war, dachte ich, ich muss erst Mal ordentlich aufleveln bevor ich in den Endkampf kann. Mit der Folge, dass ich dort völlig overpowered war.
So im Nachgang hätte ich mir gewünscht, dass das klarer ist. Oder ich war zu doof, dass zu realisieren.  :versteck:
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Ich kann aber sagen, ich habe mir noch nie so viele Gedanken über ein Computerpiel gemacht und wurde auch noch nie auf so eine extreme Gefühlsachterbahn geschickt. Und das ist schon irgendwie cool.

EDIT: Ich lese gerade eure Posts nach ...
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und das mit Versos Todestag ist mir in der Nacht gar nicht aufgefallen.  :o
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#2
Phantastik und Fantasy / Re: Clair Obscur: Expedition 3...
Letzter Beitrag von Sunflower - Heute um 11:21:25
@Novae

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Je länger ich drüber nachdenke, desto mehr glaube ich, man soll auch einfach nicht glücklich mit dem Ende sein. Am Ende sind alle potenziellen Entscheidungen Mist. Die Familie Dessendre hat sich da einfach in eine sehr blöde Situation reinmanövriert, aus der es keinen guten Ausweg mehr gibt. :ithurtsandstings!:
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#3
Phantastik und Fantasy / Re: Clair Obscur: Expedition 3...
Letzter Beitrag von Novae - Heute um 00:31:39
Ich hab's grad fertig gespielt.

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Fuck. Ich weiß gar nicht so recht wohin mit meinen Emotionen, weil glücklich bin ich nicht.  :no:

Ich habe ja schon vermutet, dass es auf ein Verso vs. Maelle hinaus laufen wird und trotzdem habe ich bis zum Ende noch auf einen Kompromiss gehofft. Naiv, ich weiß. Jetzt muss ich erst Mal meine Gedanken und Gefühle sortieren und vielleicht auch noch schlafen.
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#4
Buch- und Verlagswesen / Re: KI als Autor
Letzter Beitrag von Sparks - Gestern um 21:35:25
Zitat von: Luna am 02. März 2026, 07:52:26Fühlen ist keine Fuzzylogik. Gefühle sind etwas tief menschliches. Liebe, Hass, Zuneigung, Ablehnung. Das sind alles Dinge, die eine Maschine nicht replizieren kann.

Da hast Du mich falsch verstanden. Ich denke, dass mein Fühlen mir bei einer Reflexion darüber aber sehr deutlich zeigt, wie ich selber nach "Fuzzyregeln" funktioniere.

ZitatUnd zu dem Krieg auch noch eine Überlegung: Bisher waren an den entscheidenden Stellen Personen mit Erfahrung und einer Ausbildung, welche wichtige Entscheidungen getroffen haben, nicht ein Hot Pot and Leuten aus der Bevölkerung, was so ein Sprachmodell wäre.

Das ist natürlich Richtig. Was aber würde jemand mit der "falschen" Erfahrung machen? z.B. Jemand, der aus seinem Werdegang heraus gelernt hat, das man um aus einer problematischen Situation herauszukommen sehr wohl Wege wählen kann, die man nur mit viel Glück überlebt?

ZitatAllerdings sehe ich auch, das weniger denkfähige Leute immer häufiger in Entscheidungspositionen sind, also könnte das eine Zukunftsvision sein.

Das sehe ich allerdings auch. Letztlich hat der zweite Weltkrieg so angefangen, und auch aktuell sehe ich, das zwei große Konflikte toben, wo sich die Urheber der letzten Eskalationsstufe verzockt haben. Aber ich denke nicht, dass das etwas mit grundsätzlich "weniger denkfähig" zu tun hat, sondern eher mit einer höheren Bereitschaft, Risiken einzugehen. "Positives Denken" kann sehr gefährlich sein.


Zitat von: Amber am 03. März 2026, 09:44:56Dazu stellt sich mir die Frage: Schreibt (und plottet etc.) ihr nicht, weil ihr das gerne tut? Wenn es ums Geldverdienen geht ist doch fast jeder andere Job erfolgversprechender als das Schreiben? Es sei denn der Autor hat mehr Spaß am Prompten ... aber ich bin hochgradig skeptisch, was das Ergebnis betrifft.

Genau dass ist es! Ich schreibe aus Spass am Schreiben selber. Obwohl ich eher Sachtexte schreibe, ist das für mich ein Hauptargument.

Ich habe vor zwei oder drei Jahren mal ein paar Abende damit verbracht, ChatGPT mit Prompts für Geschichten zu füttern. Das hat mich halt nicht so fasziniert. Aber bei anders gestrickten Leute kann das Ergebnis anders ausfallen: Spass daran eine KI mit Prompts zu füttern.

Und "Spass" ist etwas, was man nur sich selber gegenüber als Argument angeben kann, nicht aber gegenüber der Gesellschaft. Für die Gesellschaft ist "Spass" irrelevant. Selbst wenn sie sich über die Steuern aus der Unterhaltungsindustrie und der Touristik freut.


Da wir gerade bei KI sind:

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat den Job-Futuromat herausgebracht:
https://job-futuromat.iab.de/

Wählt man aus den Berufen die aus, die nach Ansicht des Programmes etwas mit "Autor" zu tun haben und gleichzeitig auch irgendwie plausibel erscheinen, so hat man es mit Wahrscheinlichkeiten von 0% (!) bis 60% zu tun, dass der Beruf durch eine KI ersetzt wird.
Bei meinem Beruf (Elektroniker) und verwandten Berufen, sowie Berufe, in denen ich mir vorstellen könnte, sie alternativ zu meinem jetzigen auszuüben, sind es immer 100%.

Ok, meine Erfahrung mit dem Arbeitsamt ist aber auch, das die Vermittler mir gegenüber zugegeben haben, dass sie sich überhaupt nicht Vorstellen können, was ich eigentlich mache bzw. gemacht habe, und sie mir daher bei einer Stellensuche auch nicht helfen können ausser mir Zugang zu der Datenbank mit offenen Stellen zu geben....und nein, da hat nie etwas gepasst.

Stellen habe ich immer bekommen, in dem ich mich beim erstbesten Verleiher gemeldet habe (das wird mit über 50 aber auch eng). Die besseren Stellen waren immer schierer Zufall und entsprechend selten. 

 
#5
Buch- und Verlagswesen / Re: Wie erkenne ich rechte Ten...
Letzter Beitrag von Amber - Gestern um 09:37:45
Sehr guter Hinweis, vielen Dank dafür!
#6
Tintenzirkel / Re: 70. Kurzgeschichtentriell ...
Letzter Beitrag von Sparks - 17. März 2026, 19:44:27
Ich würde mich gerne wieder als Leser melden.

Zum Schreiben habe ich z.z. zuviel Druck.
#7
Workshop / Re: Sind viele Zeitsprünge stö...
Letzter Beitrag von Emmi - 17. März 2026, 19:37:20
Das mit den Selbstzweifeln kenne ich gut. Mittlerweile höre ich sie an und sage: Jungs, ihr sitzt nun mit im Boot, daran können wir nix mehr ändern!  :omn:
Mir ist zu deinem Thema ein Buch eingefallen: Das neunte Haus von Leigh Bardugo.
Die Geschichte wird fast komplett in Rückblenden erzählt, die sich über mehrere Monate hinwegziehen.
Ich habe es als Hörbuch gehört und fand es verdammt spannend.
Die Wahl einer nicht so traditionellen Erzählweise kann also funktionieren.
#8
Vorstellungsgespräche / Re: Enni
Letzter Beitrag von Emmi - 17. März 2026, 19:20:45
Welchen Dingen denn? Und wozu? Was treibt sie an?
Zu den "Dingen": wie erwähnt: Geschichte ist ihr Steckenpferd, darüber lesen, überlegen wie bestimmte geschichtliche und gesellschaftspolitische Sachverhalte zusammenpassen. Sie liest gerne.
Wozu? Weil es etwas ist, das sie liebt. 
Was sie antreibt? Der Spaß daran. Ihre Liebe zu Geschichte hat eine grundlegend intrinsische Motivation, so wie es für andere Menschen eben Schwimmen, Gärtnern, Technik, Kunst u.v.m. sein kann. 

Wem muss sie etwas beweisen? Sich selbst, ihrem Vater, ihrer abwesenden Mutter, der ganzen Welt oder geht es gar nicht darum?
Sie kann vieles gut, weil sie recht schlau & sportlich ist. Sie ist so gestrickt, dass, wenn sie etwas macht, dann auch ganz. (Gilt für Sachen, die sie interessieren). Ob sie eine versteckte Selbstwertwunde mit sich herumträgt, die dazu führt, dass sie mit dem Geschichtsprojekt glänzen will, lasse ich hier offen. (Fange gerade erst an zu schreiben.)

Warum glaubte sie, im Recht zu sein? Glaubte sie es wirklich, oder hat sie das nur behauptet?
Sie hat es behauptet, denn sie war ein schlechter Verlierer.

Wie genau hat es sie verändert? Den Ehrgeiz hatte sie ja offenbar schon vorher. Nicht, dass sie mit Leistung oder Sieg verhindern will, dass sie wieder jemand im Stich lässt oder so? So typisch Leistungsmensch: Schau, was ich alles schaffe. Ich habe es verdient, geliebt zu werden.
Der Ehrgeiz hat hier weniger etwas damit zu tun. Ihre Mutter ist ohne eine Wort auf und davon. Später erfährt sie, dass sie einen tollen Job in einer anderen Stadt hat. Enni sieht sie nur selten und schreibt sie nach einigen Jahren innerlich ab, weil sie ihr alles Mögliche verspricht und dann nicht hält.
Dies ist aber nur ein Nebenschauplatz in der Geschichte. Wichtiger ist, das Enni den Schmerz des Vertrauensbruches kompensiert, indem sie häufiger bei anderen Menschen negative Eigenschaften ausblendet, also zu gutgläubig ist. Sie sieht lange nicht, wer Fin wirklich ist, obwohl es genügend Hinweise gibt.   
#9
Vorstellungsgespräche / Re: Cael
Letzter Beitrag von Caelynn - 17. März 2026, 16:03:12
legt den Kopf schief

Mancher glaubt, dass Lieder nur dem Zeitvertreib dienen. Aber diese Menschen haben nie richtig zugehört. Volkslieder, Kinderreime, sie tragen mehr Weisheit, als viele Bücher je fassen können. In ihnen steckt Wissen, das überlebt hat, als Schriften verbrannten, als ganze Bibliotheken verloren gingen.

Ein der Schrift unkundiger Bauer in Thandor kann kein Buch über Erdmagie lesen. Aber er kennt ein Lied, in dem jede Zeile den Wandel der Jahreszeiten beschreibt, die Zeichen des Bodens, das Flüstern der Wurzeln. Ein Paar auf Sylvara tanzt um ein Feuer und singt vom Funken, der geboren wird, wenn Wille und Licht sich küssen. Und ein Mädchen an den Klippen Thalareths stimmt ein Wiegenlied an, das von Strömungen erzählt, denen selbst erfahrene Seefahrer keine Namen geben.

Mein Freund Tavien erforscht solche Lieder. Es ist zuweilen ermüdend seinen elaborierten Vorträgen zu folgen, zumal er oft kein Ende zu finden scheint, doch er ist ein kluger Kopf und ein leidenschaftlicher Musiker. Und ja, er singt auch Balladen.

schnappt das Handy aus deiner Hand
Klopft damit auf den Steinboden
In einer Taverne Thandors begegneten mir einst die untalentiertesten Spielleute Elyndors, doch deiner Spieluhr gelingt es tatsächlich sie an Gräßlichkeit zu übertreffen.
wirft das "Handy" erneut über die Brüstung
#10
Buch- und Verlagswesen / Wie erkenne ich rechte Tendenz...
Letzter Beitrag von tarepanDaya - 17. März 2026, 14:14:57
Wer sich vor dem Veröffentlichen u.a. auch fragt, ob ein Verlag extrem rechtem Gedankengut ein Stück zu nahe ist, findet in diesem Artikel von Verlage gegen Rechts ein paar Tipps, wie sich das u.U. erkennen lässt.

Rechtes Verlegen Aufdecken: Ein Kompass

Eine Grundsatzdebatte möchte ich damit nicht vom Zaun brechen, aber vielleicht haben einige von euch ja schon Erfahrungen in dem Bereich oder Fragen, bei denen andere weiterhelfen können. Der Artikel bietet ja nur einen Überblick und ist sicher ausbaufähig.