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Autor Thema: Aber das ist doch (nur) ein Kinderbuch!  (Gelesen 15145 mal)

Rei

  • Gast
Re: Aber das ist doch (nur) ein Kinderbuch!
« Antwort #30 am: 16. Juni 2006, 22:05:54 »
Ich hab auch mal gehört, daß " Das letzte Einhorn" als Realfilm in Arbeit ist.
Skandal! Das sollten sie nicht tun, wirklich nicht... Nicht ausgerechnet diesen tollen Film... *Taschentuch holen geh*

Zealot

  • Gast
Re: Aber das ist doch (nur) ein Kinderbuch!
« Antwort #31 am: 16. Juni 2006, 22:27:24 »
OT: das ist genauso blasphemisch wie die Ver(hunzung)filmung von "das Parfüm"
wie kann man ein Buch Verfilmen das auf Gerüchen basiert???
Ich bin wirklich enttäuscht von Süsskind, das er nur wegenb des Mammons sowas zulässt.

Topic:
Man darf trotz allem nie vergessen, das Kinder nunmal keinen allzu grossen Wert auf Charachtere legen.
Ich glaube für Kinder zählt mehr der Vorbildcharachter als der Wiedererkennungswert und da machen sich Leute in ein paar Monaten alles lernen können besser als durchnitts Typen.
Ich meine als Kind habe ich auch davon geträumt schon Roboter entwicklen zu können die meiner oma beim Kochen helfen, da wäre ein Buch über so jemanden der Knüller gewesen. Genauso wie damls der Japaner von !den Gunees"(ich weiss tatsächlich nicht mehr wie die hießen *schäm*  :d'oh:)  einfach weil er ein Erfinder war und ich auch einer sein wollte.

Kalderon

  • Gast
Re: Aber das ist doch (nur) ein Kinderbuch!
« Antwort #32 am: 16. Juni 2006, 23:32:29 »
Das ist wahr. Ich wollte als Kind auch immer "Erfinder" werden. Erst nachdem man begriffen hat, dass man soetwas nicht so einfach werden kann  :wums: kam "Schauspieler" und "Regisseur" :vibes:. Meine Kindheit war klasse, bis ich 16 wurde, aber das ist ne andere Geschichte.

Ich habe ehrlich gesagt, auch mal überlegt ein Kinderbuch zu schreiben, allerdings scheue ich mich vor der Verantwortung, die meiner Meinung nach dahintersteckt. Zudem glaube ich, dass ein Kinderbuch schwerer zu schreiben ist als ein Erwachsenenbuch. Weil da ganz viel Moral und pädagogisches Zeug rein muss. Ein reines Unterhaltungsbuch reicht nicht für ein Kind. Es sollte durch das Buch bereits richtig Nachdenken müssen. Themen wie: "Was ist Freundschaft?", "Was ist Eifersucht?" etc. finde ich wichtig in Kinderbüchern.

Zealot

  • Gast
Re: Aber das ist doch (nur) ein Kinderbuch!
« Antwort #33 am: 16. Juni 2006, 23:37:12 »
Ich habe ehrlich gesagt, auch mal überlegt ein Kinderbuch zu schreiben, allerdings scheue ich mich vor der Verantwortung, die meiner Meinung nach dahintersteckt. Zudem glaube ich, dass ein Kinderbuch schwerer zu schreiben ist als ein Erwachsenenbuch. Weil da ganz viel Moral und pädagogisches Zeug rein muss. Ein reines Unterhaltungsbuch reicht nicht für ein Kind. Es sollte durch das Buch bereits richtig Nachdenken müssen. Themen wie: "Was ist Freundschaft?", "Was ist Eifersucht?" etc. finde ich wichtig in Kinderbüchern.
hervorhebung durch mich

Das finde ich wiederum Kitschigen Sch...!!!
Wenn ich die ganzen Stories von Hohlbein und anderen Autoren lesen muss, in denen am ende immer rauskommt "Gewalt ist keine Lösung", "Das Böse besiegt man durch liebe" ect... dann wirf mir übel!!
Klar soziale Verantwortung sollte dar sein, dennoch sollte immer der leser die Wahl haben auf wessen Seite er sich schlagt. (zumindest sollte er das denken) die subtilere Beeinflussung sollte dem Autor unterliegen.

Kalderon

  • Gast
Re: Aber das ist doch (nur) ein Kinderbuch!
« Antwort #34 am: 17. Juni 2006, 00:04:36 »
Ich habe ehrlich gesagt, auch mal überlegt ein Kinderbuch zu schreiben, allerdings scheue ich mich vor der Verantwortung, die meiner Meinung nach dahintersteckt. Zudem glaube ich, dass ein Kinderbuch schwerer zu schreiben ist als ein Erwachsenenbuch. Weil da ganz viel Moral und pädagogisches Zeug rein muss. Ein reines Unterhaltungsbuch reicht nicht für ein Kind. Es sollte durch das Buch bereits richtig Nachdenken müssen. Themen wie: "Was ist Freundschaft?", "Was ist Eifersucht?" etc. finde ich wichtig in Kinderbüchern.
hervorhebung durch mich

Das finde ich wiederum Kitschigen Sch...!!!
Wenn ich die ganzen Stories von Hohlbein und anderen Autoren lesen muss, in denen am ende immer rauskommt "Gewalt ist keine Lösung", "Das Böse besiegt man durch liebe" ect... dann wirf mir übel!!
Klar soziale Verantwortung sollte dar sein, dennoch sollte immer der leser die Wahl haben auf wessen Seite er sich schlagt. (zumindest sollte er das denken) die subtilere Beeinflussung sollte dem Autor unterliegen.

*Selber mal dick unterstreiche*. Nichts anderes meinte ich damit, als ich sagte, das Kind sollte darüber Nachdenken müssen. Gerade Zwiespalt und Dilemmata haben meiner Meinung nach viel pädagogischen Wert. Ich finde es wichtig, dass (gerade in der heutigen Zeit, wo einem alles vorgekaut und einem die Meinungen fast schon vorgeschrieben werden) Kinder selbst Entscheidungen darüber treffen können, weshalb etwas für sie richtig ist oder weshalb nicht.

Und ich rede auch nicht von den Christlichen Moralvorstellungen, wie: "Liebe deinen Feind." Nein, aber... durchaus: "Was du nicht willst, das man dir tut, das füge auch niemand anderen zu." Der Satz ist allgemeingültig und ehrlich gesagt gerade wegen seiner Bedeutung einer meiner Lieblingssätze. Wenn das Kind begreift, das etwas, das es tut, andere unglücklich macht und es sein Verhalten daraufhin ändert, weil es andere nicht unglücklich machen möchte, dann muss ich sagen: :innocent: Toll! Für mich ist das eine Lebenseinstellung, andere so zu behandeln, wie ich selbst gerne behandelt werden möchte.

Zealot

  • Gast
Re: Aber das ist doch (nur) ein Kinderbuch!
« Antwort #35 am: 17. Juni 2006, 00:48:09 »
Wenn du schreibst "Weil da ganz viel Moral und pädagogisches Zeug rein muss."
Dann hört sich das für mich nach extremer Meinungsmache an,
Nach dem Motto "Wir müssen dafür sorgen, dass am ende die guten mit einem gutem Grund siegen"
Das Problem ist dabei für mich nicht der Sieg der guten, sondern der Sieg der g
Guten.
Anstatt den Sieg der guten öffentlich zu zelebrieren, sollten die Guten oft far nicht merken, dass sie die Guten sind.

Aber daraus resultiert keine Verantwortung.

Kalderon

  • Gast
Re: Aber das ist doch (nur) ein Kinderbuch!
« Antwort #36 am: 17. Juni 2006, 03:29:15 »
Ich rede nicht über "gut" und "böse". Ich rede über "was kann ich verantworten?", "welche Konsequenzen haben meine Handlungen?", "warum reagieren andere so, wenn ich das tue?". Es geht eigentlich darum, Fragen zu beantworten, den Leser zusammen mit dem Protagonisten in verzwickte Situationen von schwierigem moralischem Charakter zu stecken und zu sehen, wie sich der Protagonist entscheidet und vorallem, ob der Leser es ihm gleichgetan hätte. Das ist das zu erreichende Ziel: Meinungsbildung (Was würde ich an seiner Stelle machen?).
Mir ist es übrigens lieber, wenn das Kind die Kerze vom Geburtstagskuchen auspustet als damit Tante Helga anzuzünden, aber selbst das nehme ich nicht vorweg. Das kann und sollte das Kind selbst herausfinden in einer Einschränkung, die keine Opfer fordert - ein Buch. Und mit vielen Fragen, die es ermöglichen, Antworten auf sie zu finden: "was kann ich verantworten?", "welche Konsequenzen haben meine Handlungen?", "warum reagieren andere so, wenn ich das tue?"

P.S.: Ist das schon Off-Topic?

Offline Arielen

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Re: Aber das ist doch (nur) ein Kinderbuch!
« Antwort #37 am: 18. Juni 2006, 11:13:56 »
Weil es so schön zum Thema passt:

http://www.zeit.de/2006/25/Fiktives_Gesprch?page=all

Autoren und ihre Geschöpfe im Gespräch über gute und weniger gute Kinderliteratur.

Gruß,

Linda

Ist interessant der Artikel und fasst auch schön die verschiedenen Gesichtspunkte zusammen.
Alles liegt im Auge des Betrachters

Offline Silvia

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Re: Aber das ist doch (nur) ein Kinderbuch!
« Antwort #38 am: 18. Juni 2006, 13:29:52 »
Hm, also wenn man als Kind keinen Wert auf (ausgearbeitete?) Charaktere legt, warum fand ich dann auch im Kindesalter die Figuren zwischen Gut und Böse am interessantesten? Und hab immer dagesessen und mich manchmal richtig über sie geärgert, wenn sie wieder irgendwelchen Blödsinn verzapft haben.
Ich mag nicht glauben, daß ich die einzige bin, der das so ging  ;) Die Aussage find ich auch etwas zu pauschal.
"Wenn du deinen Feind verstehen willst, musst du eine Meile in seinen Stiefeln laufen. Ist er dann immer noch dein Feind, so bist du wenigstens eine Meile entfernt und er hat keine Stiefel mehr." - Pratchett

Kalderon

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Re: Aber das ist doch (nur) ein Kinderbuch!
« Antwort #39 am: 18. Juni 2006, 23:16:56 »
In erster Linie wollen die Kids beim Lesen unterhalten werden. Da darf der Held auch mal in der Nase popeln.
Schelmin

Also, ich finde in der Nase popeln heldenhaft  ;D

Offline Feuertraum

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Re: Aber das ist doch (nur) ein Kinderbuch!
« Antwort #40 am: 19. Juni 2006, 00:07:35 »
Evtl. ist das ganze jetzt OT, vielleicht paßt es aber doch:

Drei Männer sitzen in der Kneipe und unterhalten sich, wie sich Literatur auf die Jugend auswirkt. Sagt der eine: "Mein Sohn ließt gerade ein Buch über Udet, dem berühmten Flieger. Jetzt will er unbedingt Pilot werden." Der zweite: "Und mein Sprößling hat ein Buch über Albert Schweitzer, dem Urwalddoktor, gelesen. Nun ist es sein größter Wunsch, Medizin zu studieren. Daraufhin springt der Dritte auf und ruft entsetzt auf: "Ich muß sofort nach Hause"
"Warum"? fragen die anderen erstaunt.
"Meine Tochter liest gerade Funny Hill..."

Was will uns Feuertraum mit diesem Witz erzählen?

Ich gehöre zu einer Generation, auf die Bücher noch recht viel Einfluß hatten, so das die moralischen Grundsätze - obwohl schon einiges lockerer als für die Generationen vor mir - immer noch einen Teil meiner Erziehung ausmachten.
Heute scheint Literatur wenig bis überhaupt keinen Einfluß mehr auf die Jugendlichen zu haben, die moralischen Grundsätze (egal wieviele von Ihnen jetzt entnervt die Augen verdrehen) werden ignoriert.

Ein Beispiel: ein 14jähriger Rollenspieler: "Ich habe erstmal die Frau mehrfach vergewaltigt, und sie eingesperrt, und als sie schwanger war und das Kind gekriegt hat, habe ich beide umgebracht! Ich mußte das machen - meine Figur ist schließlich böse..."

Ein Extrembeispiel?
Eher weniger, wenn man in den Medien des öfteren hört, das Kinder/Jugendliche im Alter von 12 - 17 wegen Gewaltverbrechen vor Gericht gestellt werden und teilweise noch stolz auf ihre Taten sind.

Nachdenkliche Grüße

Feuertraum
Für das Lesen dieser Signatur wird keine App benötigt :-p

Kalderon

  • Gast
Re: Aber das ist doch (nur) ein Kinderbuch!
« Antwort #41 am: 19. Juni 2006, 01:56:30 »
Ein Beispiel: ein 14jähriger Rollenspieler: "Ich habe erstmal die Frau mehrfach vergewaltigt, und sie eingesperrt, und als sie schwanger war und das Kind gekriegt hat, habe ich beide umgebracht! Ich mußte das machen - meine Figur ist schließlich böse..."

Damit haben Sie gerade den abartigsten Killer der Nachkriegszeit geschaffen. Fangen Sie noch heute an, schreiben Sie einen Krimi.  ;D (er hätte allerdings das Kind auch noch vergewaltigen können, dann wäre er noch schlimmer)

Ein Extrembeispiel?
Eher weniger, wenn man in den Medien des öfteren hört, das Kinder/Jugendliche im Alter von 12 - 17 wegen Gewaltverbrechen vor Gericht gestellt werden und teilweise noch stolz auf ihre Taten sind.

Nachdenkliche Grüße

Feuertraum

Problem: Die Medien ziehen sich immer das heraus, was ihnen gerade gefällt. Und da die Medien heutzutage viel über Gewalt berichten (eigentliches Problem), so wie in den USA, glaubt man, es sei pauschal so, ist es aber nicht. Dass die Leute Amoklaufen hat sehr wohl auch etwas mit Erziehung zu tun, meist jedoch mit der Erziehung, die nicht vorhanden ist, das nennt man dann Vernachlässigung.

Ich spiele ja auch Rollenspiel und mein alter Charakter setzte sich heldenhaft und aufopfernd für "das Leben" ein ("das Gute" lassen wir hier mal getrost weg). Allerdings, wenn man einen "bösen" (gott, wie ich diese Worte verabscheue) Charakter spielt, sollte man ihn auch "böse" spielen, aber... warum man gerade einen "bösen" spielt statt einen "guten", das ist fast wichtiger.
___________________________________________________________________________________________________

Um wieder zum Thema zurück zu kommen: Ich sehe sehr wohl ein, dass der "erhobene Zeigefinger" gelinde gesagt "für'n Arsch" ist, aber deshalb auf Wertvorstellungen in Kinderbüchern (oder allgemein) zu verzichten, die jeder Mensch für sich selbst in Anspruch nehmen möchte... warum? Warum sollte ich darauf verzichten, zu zeigen, was passieren kann, wenn man Menschen belügt, benutzt oder umbringt? Warum sollte ich nicht zeigen, dass Freundschaft etwas Wert sein kann und das man etwas dafür tun muss, damit dieser Wert auch bleibt? "Warum" ist die beste aller Fragen, denn sie erfordert unbedingte Beantwortung. Und Kinder, die noch nicht viel von der Welt wissen, können von Antworten profitieren, die ihnen einen logischen aber gleichzeitig "besseren" Weg zeigen als jeden zu Töten, weil man ja Drogen verkaufen muss (in Anlehnung an die momentane Flut an PC-Spielen und Filmen, die Gangster in den Mittelpunkt stellen und durch Komik die Gräueltaten zu überdecken versuchen, damit man kein Monster ist, sondern ein cooler Typ  :pfanne:) Ich kenne Bücher von diesem Schlage nicht, aber ich kenne auch nicht so viele Bücher wie ich Filme kenne. Und ich sehe teilweise sehr brutale Filme, weil ich Beschönigung nicht sehr mag. Deshalb mag ich kein grünes Blut in Computerspielen oder Filme, bei denen jemand von Kugeln durchsiebt wird und danach wieder aufsteht und seinen Gegner erschießt. Es ist eine Verfälschung der Realität.
Ich glaube ich wandere zu sehr ins Off-Topic.

Die Frage ist aber auch: Was sollte man denn einem Kind zum lesen in die Hand drücken? Ein Pferdebuch ist sicher klasse für Mädchen und ein Sportbuch für Jungen  :wums:
Allerdings erinnere ich mich kaum an ein Jugendbuch, dass sich nicht mit dem Thema Freundschaft befasst hat. Man mag ihnen ja schon ein "normales Unterhaltungsbuch" Buch in die Hand drücken, das vollkommen ohne moralischen Wert auskommt, aber ich für meinen Teil halte es bereits für eine Rarität über Moral zu schreiben. Und den Leser bitte nicht vergessen: Viele Jugendliche (ich weiß, wir reden über Kinder) wünschen sich mehr Regeln, Grenzen und Werte in unserer Gesellschaft (auch wenn sie es wieder dementieren würden, wenn es soweit käme, aber das ist ein anderes Thema).
Ich lade mir jedenfalls keine Bauanleitungen für Rohrbomben aus dem Internet herunter, weil mir meine Moral sagt, dass ich nicht vorhaben sollte, jemanden in die Luft zu jagen. Warum nicht? Darum: "Was du nicht willst, das man dir tut, das füge auch niemand anderen zu."
Wenn so viel Moral nicht von Nöten ist, dann brauchen wir auch nicht mehr lesen, sondern können getrost jeden erschießen der uns über den Weg läuft.

P.S.: Es soll sich jetzt niemand angegriffen fühlen. Ist ein spezielles Thema für mich, deshalb argumentiere ich manchmal etwas... naja... leidenschaftlicher.

Zealot

  • Gast
Re: Aber das ist doch (nur) ein Kinderbuch!
« Antwort #42 am: 19. Juni 2006, 08:42:00 »
Evtl. ist das ganze jetzt OT, vielleicht paßt es aber doch:

Drei Männer sitzen in der Kneipe und unterhalten sich, wie sich Literatur auf die Jugend auswirkt. Sagt der eine: "Mein Sohn ließt gerade ein Buch über Udet, dem berühmten Flieger. Jetzt will er unbedingt Pilot werden." Der zweite: "Und mein Sprößling hat ein Buch über Albert Schweitzer, dem Urwalddoktor, gelesen. Nun ist es sein größter Wunsch, Medizin zu studieren. Daraufhin springt der Dritte auf und ruft entsetzt auf: "Ich muß sofort nach Hause"
"Warum"? fragen die anderen erstaunt.
"Meine Tochter liest gerade Funny Hill..."

Was will uns Feuertraum mit diesem Witz erzählen?

Ich gehöre zu einer Generation, auf die Bücher noch recht viel Einfluß hatten, so das die moralischen Grundsätze - obwohl schon einiges lockerer als für die Generationen vor mir - immer noch einen Teil meiner Erziehung ausmachten.
Heute scheint Literatur wenig bis überhaupt keinen Einfluß mehr auf die Jugendlichen zu haben, die moralischen Grundsätze (egal wieviele von Ihnen jetzt entnervt die Augen verdrehen) werden ignoriert

um ehrlich zu sein habe ich den Witz nicht verstanden, da mir Funny Hill überhaupt nichts sagt. Muss wohl vor meiner Zeit gewesen sein :P

Aber auch auf mih hatten Bücher immer grossen Einfluss.
Eine Zeitlang wollte ich zum Beispiel zur See, weil ich halt gerne Stories übers Seehfahren las (Cpt. Nemo, Die Schatzinsel, Rauhe See, Cpt. Ahab, usw...)

Astrid

  • Gast
Re: Aber das ist doch (nur) ein Kinderbuch!
« Antwort #43 am: 19. Juni 2006, 08:53:03 »
um ehrlich zu sein habe ich den Witz nicht verstanden, da mir Funny Hill überhaupt nichts sagt. Muss wohl vor meiner Zeit gewesen sein :P
"Die Memoiren der Fanny Hill" ist ein Buch über eine Prostituierte. ;D

Termoniaelfe

  • Gast
Re: Aber das ist doch (nur) ein Kinderbuch!
« Antwort #44 am: 19. Juni 2006, 11:23:59 »
Zitat von Feuertraum
Zitat
Ich gehöre zu einer Generation, auf die Bücher noch recht viel Einfluß hatten, so das die moralischen Grundsätze - obwohl schon einiges lockerer als für die Generationen vor mir - immer noch einen Teil meiner Erziehung ausmachten. Heute scheint Literatur wenig bis überhaupt keinen Einfluß mehr auf die Jugendlichen zu haben, die moralischen Grundsätze (egal wieviele von Ihnen jetzt entnervt die Augen verdrehen) werden ignoriert.

Auch ich gehöre zu dieser Generation und kann mich dem nur anschließen.

Zitat von Kalderon
Zitat
Dass die Leute Amoklaufen hat sehr wohl auch etwas mit Erziehung zu tun, meist jedoch mit der Erziehung, die nicht vorhanden ist, das nennt man dann Vernachlässigung.
Viele Jugendliche (ich weiß, wir reden über Kinder) wünschen sich mehr Regeln, Grenzen und Werte in unserer Gesellschaft (auch wenn sie es wieder dementieren würden, wenn es soweit käme, aber das ist ein anderes Thema).

Meine erste Frage an Dich, Kalderon ist: Hast du Kinder?
Ich habe einen Sohn großgezogen und das die ersten 12 Jahre alleine. Ich kann ein Lied davon singen, wie es ist, jeden Tag aufs Neue zu versuchen, seinem Kind ein Vorbild zu sein und zu versuchen, seine moralischen Werte an sein Kind weiterzugeben. Und ich weiß auch verdammt gut, wie es sich anfühlt, wenn man eines Tages merkt, dass seine Bemühungen für die Katz waren. Was ich damit sagen will ist:
Ich denke, dass man hier auf gar keinen Fall pauschalisieren darf. Nicht jeder, der Amok läuft (in welcher Form auch immer) ist vernachlässigt worden. Und immer die Verantwortung auf das Elternhaus abzuwälzen ist m. e. schlichtweg falsch. Das sich unsere Kids mehr Regeln wünschen, das mag sein, doch wie Du es schon sagtest, es ist zur Rarität geworden über Moral zu schreiben. Und selbst wenn dem nicht so wäre. Was nützt ein Buch, in dem über Freundschaft, Verantwortung und Moral geschrieben wird, wenn es nicht gelesen wird?
Mein Sohn hat in seinem Leben bis her noch nicht ein einziges Buch, welches ich für gut befunden hätte, gelesen. Und falls jetzt die Frage auftaucht, ob ich ihn denn in jungen Jahren an Bücher herangeführt habe? Ja, das hab ich ganz sicher. Es verging kein Abend, an dem ich ihm nichts vorgelesen habe. Und er fand das immer super toll. Dennoch entwickeln die Kids im Laufe ihres Lebens eine eigene Persönlichkeit und die schauen sie sich weder von den Eltern ab, noch finden sie ihre moralischen Werte in einem Buch. Nein es sind die coolen Typen in der Schule, zu denen sie aufschauen. Und sie tun alles, um dazuzugehören. Ich schreibe ja selber für Kinder und ich scheue mich keines Wegs in meinen Geschichten auch ein wenig den moralischen Zeigefinger zu heben. Aber ob meine Geschichten jemals von meiner Zielgruppe gelesen werden, steht in den Sternen.

LG
Termi

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