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Autor Thema: Fantasy-Literatur = Realitätsflucht?  (Gelesen 33692 mal)

Offline Linda

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Re: Fantasy-Literatur = Realitätsflucht?
« Antwort #15 am: 16. September 2008, 14:36:43 »
Ja. Nennt sich Artus-Saga ;)

ich dachte Artus behandele (u.a.) die Probleme des klassischen Beziehungsdreiecks... - und dann die ganzen Schwerter und der Gral tiefenpsychologisch in der Hinsicht gedeutet ...

 ;D

Gruß,

Linda,
die grade einen Roman beendet hat über zwei Mädchen, die Ritter werden wollen. Oje, was die Psychologie dazu wohl meinen würde. Und der Herr K. erst!
“We like to think we live in daylight, but half the world is always dark, and fantasy, like poetry, speaks the language of the night.”

― Ursula K. Le Guin

Offline Aryana

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Re: Fantasy-Literatur = Realitätsflucht?
« Antwort #16 am: 16. September 2008, 14:37:53 »
Witzig finde ich, was ich auf Kordons Webseite über eines seiner Bücher gelesen habe:
Es geht um das Buch "Jinbal von den Inseln".

Zitat
Ein Märchen, das von Jinbal und ihrer Zivilcourage handelt, spannend und humorvoll erzählt, wie man es von Klaus Kordon kennt. Mit vielen großartigen und märchenhaften Bildtafeln von Peter Knorr, einem Meister seiner Zunft, dem es aufs Schönste gelingt, die Atmosphäre des Orients einzufangen.

Eine märchenhafte Geschichte von einem klugen und mutigen Mädchen namens Jinbal

Dazu der Klappentext:
Zitat
Wer es schafft, die traurigen Inseln von ihrer Traurigkeit zu erlösen, dem hat der Kalif einhundert Goldstücke versprochen. Doch keiner der Fischer in der Hafenstadt will es wagen. Denn es heißt, ein riesiges Meerungeheuer bewache die Insel. Eines Tages jedoch setzt ein Mädchen die Segel - Jinbal, die von allen als Hinkepink verspottet wird, weil sie von Geburt an hinkt. Die Not treibt sie aufs Meer hinaus. Jinbal erreicht die traurigen Inseln und lernt dort Murat kennen. Bei ihm wird sie bleiben und mit ihm leben. Nur ein einziges Mal möchte sie noch zurück in die Hafenstadt. Doch inzwischen weiß sie, dass es Meeresungeheuer gar nicht gibt und dass die Inseln seit Jahrhunderten von den Kalifen ausgeplündert werden. Ihr Wissen bringt Jinbal in große Gefahr.

Klingt das nicht gerade zu phantastisch? Meeresungeheuer, traurige Inseln... wie weit ist der Schritt vom Meeresungeheuer zum Drachen? Okay, die Inseln werden geplündert udn es gibt kein Ungeheuer - aber das nur am Rande. Der Anfang wirkt wie ein Märchen. Anscheinend möchte Herr Kordon auch nicht, dass seine Bücher noch gelesen werden.
 ;)
  Katzen sind Wörter mit Pelz. Wie die Wörter, so streifen sie um die Menschen herum, ohne sich je zähmen zu lassen. Wörter und Katzen gehören zur Rasse der Nichtgreifbaren. (Erik Orsenna)

Lomax

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Re: Fantasy-Literatur = Realitätsflucht?
« Antwort #17 am: 16. September 2008, 15:02:23 »
Es gibt ja wirklich Fantasy, bei der man sich stellvertretend für ihre Autoren schämt
Ja, doch das ist wohl unabhängig vom Genre. Wenn ich da an manchen Liebesroman denke, die ja doch ein sehr Thema behandeln, das in der Realität sehr präsent ist ...

Aber zu dem Thema fällt mir noch ein Beispiel ein, dass den Widersinn von Kordons Aussagen am besten illustriert. Ich denke dabei an meine Zeit im Rollenspielfandom zurück, und zwar ganz speziell an zwei sehr aktive Altfans, die sich irgendwann einmal mit einem "Abschiedsbrief" ganz förmlich zurückgezogen haben.
  Und zwar schrieben sie darin auch, dass das "Rollenspiel" für sie wohl nur eine Phase war, und dass sie festgestellt haben, dass es in der realen Welt viel wichtigere Dinge gibt, für die sie ihre Zeit verwenden wollen. Beispielsweise für Fußball. ;)

Und ich denke, das Beispiel zeigt realistischer als jeder Gedankengang von Herrn Kordon, was die wirklichen Alternativen sind. Dass der Weg von der Phantastik hin zu "alltäglicheren" Beschäftigungen nicht zu mehr Problemlösungen führt, sondern schlicht zu anderem Zeitvertreib und anderen Ausweichthemen und Ablenkungen, zu denen Menschen nun mal so neigen.

Junipera

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Re: Fantasy-Literatur = Realitätsflucht?
« Antwort #18 am: 16. September 2008, 15:11:42 »
Hallo!

Regt mich dieses Thema auf!

Was wäre diese Erde ohne irgendwelche Fantasie?
Fantasie setze ich gleich mit Vorstellung /Vorstellungskraft

1. Es gäbe keinen Weihnachtsmann (Das erste womit Kinder mit Religion in Berührung kommen durch Jesus Geburt und dem Glauben an etwas (Gott) was wir nicht sehen können.

2. Osterhasen? HaHaHa

3. Poesie, Romantik, Gedichte, Liebe ohne ein wenig Magischer Momente? Wie liebe auf den ersten Blick? Nein.

4. Spiele? Nein weil ohne Vorstellungskraft keine Spiele

5. Ideen und neue Erfindungen? Nein

6.Bücher? Zu jedem Buch gehört die Idee, diese entsteht durch Vorstellungskraft = Fantasie!
Also Nein.

Und so weiter......

Die Fantasie gehört mit zu unserem Leben, ist teil unserer Realität, ohne sie würden wir nicht nach vorn blicken. Und Vorstellungskraft gewinnt man nur durch Fantasie, also beflügelt Sie uns.

Wer keine Fantasie zulässt, der leidet an Realitätsverlust.

Klar darf man ernste Themen nie aus den Augen verlieren, und jeder hat seine problematische Realität. Aber gerade in den Momenten wo es einen am schlechtesten geht, lebt man von der Vorstellung (Fantasie) das es auch wieder besser wird und rafft sich auf und blickt nach vorn.....


Lieben Gruß Juni

Offline Rhiannon

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Re: Fantasy-Literatur = Realitätsflucht?
« Antwort #19 am: 16. September 2008, 16:13:46 »
Hallo,
Armes Deutschland! Das ist alles, was mir zu diesem Thema einfällt! Wie kann man nur so etwas behaupten? Fantasy-Bücher sind, wenn man die Symbolik zu deuten versteht, aber das würde ja auch Denken erfordern, teilweise realistischer, als diese netten rosanen Bücher.
Meine Mutter erzählt mir ungefähr genau das Selbe, aber ich habe sie mittlerweile erfolgreich abgewürgt, als ich festgestellt habe, ich könne mich ja auch in die Vergangenheit flüchten, wenn ich in Fantasiewelten nicht darf, dann war sie still.
Aber wenn sogar der Papst sich dazu berufen fühlt, gegen Harry Potter loszugehen, von wegen jugendverhetzendes Teufelswerk, dann kann man es Herrn K. nicht verübeln, zu meckern. Ich lese seit Jahren Fantasy-Literatur, aber niemand hat mich bisher als unrealistisch abgestempelt, außer einigen Leuten, die es als utopisch erachten, dass jemals irgendwann ein Verlag einen meiner Romane nimmt!
Aber mal ganz ehrlich, ist der Traum eines Ehepaars, irgendwann mal auf den Malediven, oder sonst wo im Süden Urlaub zu machen, das sich das aber nicht leisten kann und daher Reiseprospekte anschaut und sich vorstellt, wie großartig das wäre, nicht genau das selbe, wie das, was Fantasyautoren tun, nur dass diese eben nicht ihre eigenen Malediven sondern gleich eine ganze WElt erschaffen, Na und, wo genau leigt der Unterschied?
Ich verstehe das Gehetze gegen Fantasy nicht. Träume braucht der Mensch und den Alltag für eine Weile vergessen muss jeder einmal und ob man sich nun in Träume oder Bücher flüchtet, um Himmelswillen, wo ist denn der Unterschied?


Chuck

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Re: Fantasy-Literatur = Realitätsflucht?
« Antwort #20 am: 16. September 2008, 17:25:51 »
Es fällt ja schon beinahe schwer, dazu etwas zu sagen. Natürlich kann jeder seine Meinung haben, aber in diesem Fall ...

Was für Realismus eigentlich? Wie wäre es mit "Der Arbeitsminister und der Handelskammer des Schreckens" oder die "Rückkehr der Hartz IV Empfänger" ...

Tatsächlich wissen glaube ich viele Leute überhaupt nicht, was Fantasy eigentlich ist. Dabei ist der Grundgedanke ja nichts anderes als "Phantasie". Es gibt unzählige Fantasybücher, deren Inhalte ja doch nur von Schule, Liebe und Krieg handeln. Ich sehe an diesen Themen nichts unrealistisches. Aber wenn wir es genau nehmen wollen, bleibt ein Buch immer nur ein Buch. Und entscheidend ist doch wirklich die Message, wenn es schon um Erziehung und Sinn geht.

Die Bibel ist ein Fantasywerk ohnegleichen und das erfolgreichste Buch der Welt. Wenn ich mir ansehe, was dieses Buch alles so zur Folge hatte, dann muss ich Kordon wohl oder übel Recht geben.  ::)

Kalderon

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Re: Fantasy-Literatur = Realitätsflucht?
« Antwort #21 am: 16. September 2008, 20:30:23 »
Hi,

allein seine Wortwahl mit "Hartz-IV-Kind" verrät schon viel über den sinnvollen Gehalt dessen, was er von sich gibt. Es sind verallgemeinerter Bullshit. Schubladendenken. Wer nicht über den Tellerrand schauen kann, der bleibt ein Krapfen.


- Kalderon

Tenryu

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Re: Fantasy-Literatur = Realitätsflucht?
« Antwort #22 am: 16. September 2008, 20:38:16 »
Ich frage mich, wieso man das Geschwätz von diesem Heini so ernst nimmt? Wer ist das, der Bundeskanzler?
Ich wünschte, man würde mich mal interviewen. Ich könnte denen noch viel größeren Unsinn erzählen. Und würde noch nicht einmal Geld dafür nehmen...  :happs:

Offline Maja

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Re: Fantasy-Literatur = Realitätsflucht?
« Antwort #23 am: 16. September 2008, 20:46:38 »
Ich bezweifle, daß Kordon für dieses Interview Geld bekommen hat. Er möchte nur einfach auf ein dringendes Problem unserer Zeit aufmerksam machen: Seit 2003 hat er keinen Kinder-und-Jugend-Literaturpreis mehr gewonnen; es ist an der Zeit, wieder auf sich und das eigene Genre aufmerksam zu machen.

Und @Tenryu: Die Beteiligung an den Diskussionen im Tintenzirkel ist freiwillig, niemand wird gezwungen, zu jedem Thema etwas zu schreiben. Wenn du findest, daß Herr Kordon so viel Aufmerksamkeit nicht verdient - dann schreib einfach nichts in diesen Thread. Sonst machst auch du die Diskussion nur um ein weiteres unverdientes Posting länger. :)

Ich glaube übrigens, es ist schon lange her, daß das versammelte Forum einer Sache so einstimmig gegenüberstand. Fast schon langweilig, diese Diskussion. Mag nicht mal jemand die Gegenseite vertreten? Ob wir den Autor selbst in unser Forum einladen sollten?
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Robert Gernhardt

Tenryu

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Re: Fantasy-Literatur = Realitätsflucht?
« Antwort #24 am: 16. September 2008, 20:51:55 »
Es wäre auch ein bißchen eigenartig, wenn hier einer sein eigenes Genre schlecht machte.
Aber um mal den advocatus diaboli zu spielen: Es gibt durchaus prominente Beispiele für die Schädlichkeit von Märchen und Fantasy. Denkt nur an das Schicksal des armen Don Quichote. Der ist auch übergeschnappt, nachdem er zu viele Märchen und Sagen gelesen hatte.  ;)

Junipera

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Re: Fantasy-Literatur = Realitätsflucht?
« Antwort #25 am: 16. September 2008, 21:24:06 »
Zitat
Ob wir den Autor selbst in unser Forum einladen sollten?

@ Maja: Eine nette Idee! Vielleicht sieht er dann die Fantasy mit anderen Augen oder er startet erst recht eine Kampagne dagegen.

Gruß Juni

Lord Zahnstocher

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Re: Fantasy-Literatur = Realitätsflucht?
« Antwort #26 am: 16. September 2008, 21:25:43 »
Zwar gebe ich dem Herrn Kordon nicht ganz Unrecht (buuuuuh!) jedoch ist eigentlich jede Form von Unterhaltung eine kleine Versüßung des Alltags, jedoch keine Realitätsflucht, wegen der Punkte die bereits von einigen hier angesprochen wurden.
Klar gibt es allerdings auch Leute, die gerne zum Frühstück Reißzwecken essen, ihren Fahradsattel mit Schleifpapier auspolstern und in ihrer Freizeit gerne zum Urologen oder zum Zahnarzt gehen, denn sie wollen ja zu jeder Zeit ihres Lebens realitätsnah sein (:-\). Doch leider, leider ist das ein freies Land, dessen Bürger in ihrer Freizeit machen dürfen was sie wollen. Ihre Freizeit? Ihr habt richtig gelesen. Denn glücklicherweise gehört die Freizeit der Bürger nicht dem Staat (und nein, auch nicht der Kirche oder Satan), sondern den Bürgern selber. Klingt komisch, ist aber so (Herr Kordon). Und da die Freizeit auch unter Umständen dazu gedacht ist der Alltagsplakerei für einige Zeit zu entfleuchen, hegen viele Menschen (dreisterweise und völlig egoistisch) die Absicht, sich durch Medien oder eigenständig zu unterhalten. Dies hat jedoch keine negativen Auswirkungen auf die Zurechnungsfähigkeit oder Realitätsnähe der Menschen.
Und nun etwas zu Herrn Kordons Genre: Vielleicht haben die Leute auch weniger das Bedürfnis solche Literatur zu konsumieren, da sie sich eher mit der Zukunft beschäftigen wollen als der tragischen Vergangenheit nachzutrauern. (Vielleicht ist die Frechheit und Dreistigkeit der modernen Generationen aber auch nur auf den erhöhten Brotkonsum zurückzuführen. Tot dem Brot...... :darth:)

felis

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Re: Fantasy-Literatur = Realitätsflucht?
« Antwort #27 am: 16. September 2008, 21:29:49 »
Ich oute mich jetzt mal als Realitätsflüchtling - meine ganze Kindheit und Jugend lang.
Angefangen von Pippi Langstrumpf über Urmel aus dem Eis (Ist das eigentlich Fantasy - oder docheher Märchen?)
Später hab ich mich dann mit Karl May. Lederstrumpf und Tecumseh in den wilden Westen geflüchtet. Dann mit der Schatzinsel und Cäptn Hornblower auf Hohe See. Zwischendurch mittels Griechischer Sagen in die Antike geflüchtet. Erst vergleichsweise spät Mittelerde entdeckt...
Und heute bin ich dadurch so verstört, dass ich Fantasy schreibe *Muaharrharr*

Solatar

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Re: Fantasy-Literatur = Realitätsflucht?
« Antwort #28 am: 16. September 2008, 23:43:24 »
Die Antwort auf die Frage, ob Fantasy Realitätsflucht ist lautet wie meistens bei sehr stark provozierenden und verallgemeinernden Aussagen

es kommt darauf an... ja und nein. Fantasy kann Realitätsflucht sein, muss es aber nicht und ist es bei vielen Menschen gewiss nicht. Außerdem trifft das auf viele Dinge zu. Jede Art von Unterhaltung (Kinofilme, TV - Sendungen, andere Bücher anderer Genres, Computer- und Videospiele etc.) wäre dann im Grunde genauso Realitätsflucht wie ein Fantasybuch. Und das ist sicher blanker Nonsense.
Aber worauf kommt es dann an?
Es kommt auf den jeweiligen Betrachter, auf das Individuum und deren Persönlichkeit an.
Ein Mensch, der mit beiden Beinen fest im Leben steht und in der Lage ist zu differenzieren und zu abstrahieren, wird wohl eher selten dem Realitätsfluchtsyndrom unterfallen als ein eher labiler Mensch, der sich womöglich in der Wirklichkeit unglücklich fühlt und nach Auswegen sucht. Und dann gibt es diejenigen, die sich gerne in eine andere Welt flüchten, weil sie Fantasy haben oder warum auch immer. So lange sie immer wieder zurückfinden und mit ihrem Leben zurecht kommen, ohne sich auszugrenzen, ist das m.E. kein Problem.
Bei Kindern kommt das häufiger vor, insbesondere bei denjenigen, die mit Gewalt und Missbrauch konfrontiert worden sind oder bei denen, die sich minderwertig und ausgegrenzt fühlen. Sie bauen sich ihre eigene Welt, in der sie leben können.
Ich weiß nicht, ob jemand von Euch Pan's Labyrinth kennt. Das ist in dieser Hinsicht filmisch genial umgesetzt.

Lomax

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Re: Fantasy-Literatur = Realitätsflucht?
« Antwort #29 am: 17. September 2008, 00:12:32 »
Ich glaube übrigens, es ist schon lange her, daß das versammelte Forum einer Sache so einstimmig gegenüberstand. Fast schon langweilig, diese Diskussion. Mag nicht mal jemand die Gegenseite vertreten?
Ich spiele ja eigentlich gern den Advocatus Diavoli. Aber in dieser Sache fehlt irgendwie jeglicher intellektueller Reiz, weil die Vorwürfe schlichtweg auch schon so alt und abgegriffen sind, dass alles dazu auf beiden Seiten schon gesagt wurde. Vermutlich muss man einfach nicht jeden Blödsinn auch noch kontrovers diskutieren - da reicht die Energie allenfalls zum Widersprechen aus, wenn man mit diesem Blödsinn mal wieder konfrontiert wird ;)

Ernsthaft darüber zu diskutieren oder zu versuchen, die Argumente zu widerlegen, ist eigentlich auch schon zu viel. Weil man dann nämlich die Prämisse akzeptiert hat, die Herr Kordon zugrundelegt - nämlich dass "Realitätsflucht" überhaupt etwas Schlechtes ist. Und schon das ist eine Glaubensfrage, womit es letztlich auch recht gleichgültig ist, wie logisch oder in sich schlüssig die Schlussfolgerungen sind, die darauf aufbauen.
  Unsere Gesellschaft ist auf dermaßen vielen Ausprägungen von "Realitätsflucht" aufgebaut, dass es allenfalls von akademischem Interesse ist, Kordon zu widerlegen. Wenn er doch Recht hätte - so what? Schlimmstenfalls nutzen dann die Fantasy-Leser tatsächlich diese Literatur, um sich ihrer Alltagssituation zu entziehen - anstelle von Fußball, Religion, Esoterik, Ideologien, Alkohol, Drogen, Rückzug ins Private, Fandom, Subkulturen ...
  Wenn sich die Fantasyliteratur irgendwo in diese illustre Aufzählung einordnen müsste, könnte ich auch damit leben :omn:

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