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Autor Thema: Corona und Fantasy  (Gelesen 1179 mal)

Offline Churke

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Re: Corona und Fantasy
« Antwort #30 am: 02. August 2020, 23:53:25 »
Wie meinst du das?

Wenn die Corona-Maske ein modisches Accessoire ist, kann man wohl von Popkultur sprechen.
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Offline Nikki

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Re: Corona und Fantasy
« Antwort #31 am: 03. August 2020, 11:24:05 »
Wenn die Corona-Maske ein modisches Accessoire ist, kann man wohl von Popkultur sprechen.

Ich würde das eher als Zeichen dafür sehen, dass der Kapitalismus nicht schläft und selbst aus einer Krise wie dieser Kapital schlägt. Mich würde es nicht wundern, wenn in den neuesten Simpsonsfolgen Figuren mit Mundschutz herumlaufen. Das wäre für mich ein Zeichen, dass die Maske in der Popkultur angekommen ist. Simpsons lebt ja von Aktualität und Subversivion, wer sich in einem ähnlichen Fahrwasser bewegt, für den ist Corona ein gefundenes Fressen.

Online Sonnenblumenfee

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Re: Corona und Fantasy
« Antwort #32 am: 03. August 2020, 21:40:30 »
Aus meiner persönlichen Perspektive hat Corona bzw. die ganzen rechtlichen und gesellschaftlichen Folgen viel mehr Auswirkung auf meinen Alltag, als es die anderen hier genannten Beispiele haben. Die Krise hat Auswirkungen auf ganz alltägliche Handlungen, nicht "nur" die Frage wie ich bestimmte Aspekte sehe oder ob ich für bestimmte Probleme sensibilisiert bin. Damit meine ich nicht nur die Alltagsmaske, sondern auch so Dinge wie dass man sich für alle möglichen Veranstaltungen und Tätigkeiten anmelden muss (Schwimmbad, Tanzkurs, Zoobesuch). Damit geht ein gutes Stück Spontaneität verloren.

Wenn man Corona und seine Auswirkungen nicht zumindest am Rande einbaut, datiert es das Setting auch in gewisser Weise. Wenn die Protas einfach spontan ins Freibad fahren und auf der Liegewiese sich die Handtücher beinahe berühren, weiß der Leser, dass es ganz sicher nicht im Jahr 2020 spielt, sondern entweder vorher oder (vielleicht?) später. Zumindest sofern nicht klar ist, dass sich die Geschichte in einer leicht alternativen Geschichtsschreibung bewegt.
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Offline Nikki

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Re: Corona und Fantasy
« Antwort #33 am: 06. August 2020, 07:05:52 »
Um nochmal auf die Ausgangsfrage mit dem Beispiel der Sookie-Stackhouse-Serie und Hurrikan Katrina zu kommmen:

Zitat
Gleichzeitig frage ich mich auch, wie sich das in der Urban Fantasy allgemein entwickeln wird. Wird man so tun, als gäbe es Corona nicht? Immerhin sind viele Geschichten nicht genau datiert. Auf der anderen Seite fand ich es damals in den Sookie Stackhouse Büchern richtig gut, dass Hurricane Katherina nicht nur vorkam, sondern auch eine zentrale Rolle für den Plot der späteren Bände spielte. Und letzten Endes ist das hier eine vergleichbare Situation - nur dass das hier global ist.

Der Hurrikan fand August 2005 statt, laut Wikipedia spielt der Hurrikan erst ab dem 7. Band Vampire schlafen fest eine Rolle. Dieser ist 2007 erstmals erschienen. Ich kann mich nicht erinnern, dass er in den Bänden eine größere Rolle gespielt hat oder überhaupt erwähnt wurde. Das sind 2 Jahre, in denen Aufräumarbeiten vonstattengegangen sind, sich viele Menschen von dem Schicksalsschlag erholt haben oder auch nicht. Auf jeden Fall gab es die Möglichkeit, Abstand zu dieser Katastrophe zu schaffen, räumlich, zeitlich, emotional oder sonst wie. Die Auswirkungen und globale Verbreitung von Corona sind noch lange nicht abgeschlossen oder absehbar, ich weiß nicht, ob man in dieser Hinsicht von derselben Bereitschaft der Leser*innen ausgehen kann, sich mit dem anhaltenden "Trauma", das Corona auf die eine oder andere Weise bei manchen ausgelöst hat, auseinanderzusetzen.

Den Faktor Zeit im Hinblick auf Produktion und Rezeption eines Romans sollte man auf jeden Fall nicht außer Acht lassen. Selbst wenn du jetzt beginnst, einen Roman zu schreiben und der erst in 3 Jahren publiziert wird, kann das für manche noch immer "zu nah" sein.

Ich habe mich in meinem Umfeld umgehört und da waren sich so ziemlich alle einig (nicht von mir beeinflusst): Sofern es sich um keinen "Corona-Roman", also einen Roman handelt, der Corona zum Thema hat, oder explizit 2020 angesiedelt ist, reagierten die meisten mit: "Was brauche ich den Schas auch noch in Unterhaltungsmedien?" (salopp in Wienerisch ausgedrückt :engel:) Natürlich ist es völlig legitim Corona literarisch oder sonst wie zu verarbeiten, nur für die wenigsten wäre das ein Argument, das Buch zu kaufen, geschweige denn, zu lesen. Ich habe nur lesende, nicht selbst schreibende Personen gefragt.

Offline Adiga

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Re: Corona und Fantasy
« Antwort #34 am: 20. September 2020, 12:20:17 »
Wenn man eine gute Idee hat um Corona und Fantasy zusammenzubringen und man Spaß dran hat sich damit zu befassen, kann man das durchaus machen. Freiwillig käme mir aber dazu keine gute Idee und dass ich thematisch betrachtet dabei in eine Spaßspirale die mein Arbeitspensum steigert abdrifte, kann ich mir auch nicht vorstellen.

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