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Autor Thema: Tierische Sidekicks - was geht, was geht gar nicht?  (Gelesen 5194 mal)

Offline Erdbeere

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Re: Tierische Sidekicks - was geht, was geht gar nicht?
« Antwort #15 am: 01. März 2013, 17:23:52 »
Hier braucht sich keiner bei mir zu entschuldigen, ich habe lediglich eine Diskussion gestartet. ;)

Da ich noch in einer sehr frühen Planungs- und Plotphase bin, kann sich noch alles ändern, vor allem, da ich noch keine Ahnung habe, was für eine Rolle die Mumie genau spielen soll bzw. wer sie war. Ich möchte jetzt auch nicht, dass sich der ganze Thread auf mein "Problem" bezieht, ich habe das lediglich als Beispiel genommen, um eine Diskussion zu starten (wir sind hier schliesslich im Workshop-Bereich und nicht im Autoren-helfen-Autoren).

Einen Sidekick, sei er nun menschlich oder tierisch, nur wegen der Witzigkeit zu missbrauchen, wie Lovagh so schön sagt, geht für mich gar nicht. Da muss Substanz dahinter sein und ein nicht unrelevanter Beitrag zum Plot.

Offline Malinche

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Re: Tierische Sidekicks - was geht, was geht gar nicht?
« Antwort #16 am: 01. März 2013, 19:23:16 »
Ich muss noch was zu Debbies Anmerkung in Richtung "Kinderbuch-Anstrich" sagen. Das kann durchaus öfter vorkommen. Rufus ist von einer Agentur u.a. wegen der tierischen Sidekicks abgelehnt worden, muss ich der Ehrlichkeit halber sagen, weil durch ihre Anwesenheit der Eindruck entstand, dass sich das Buch an ein jüngeres Publikum richtet - obwohl es von der Story her nicht direkt so angelegt ist.
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Sprotte

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Re: Tierische Sidekicks - was geht, was geht gar nicht?
« Antwort #17 am: 03. März 2013, 15:51:01 »
An tierischen Sidekicks hatte ich bislang Rokou - angeblich ein Babygreif, in Wahrheit eine fliegende Katze. Er ist unglaublich süß, spricht grammtikbefreit und ist ein vollwertiges Mitglied der Gefährtengruppe. Bislang liebte jeder Testleser ihn.
Weiter: Ruhk, ein Kuggel. Das ist ein Fellball mit Zähnen, der menschliche Sprache versteht, deutlich intelligenter ist, als alle vermuten und sich selbst nur mit Gurrlauten verständigt. Definitiv plotrelevant.
Und zuletzt Civo: Kriegskatze, verständig und kriegerisch, spricht nicht. Findet aber mitunter sein Herrchen unermeßlich dämlich und bringt das auch zum Ausdruck.

Offline Naudiz

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Re: Tierische Sidekicks - was geht, was geht gar nicht?
« Antwort #18 am: 10. März 2013, 15:11:32 »
Ich habe gar keine tierischen Sidekicks... jedenfalls keine, an die ich mich erinnere. Meine Chira hat zwar einen Hengst, Dunkelkönig, an dem sie sehr hängt, aber plotrelevant ist der Gute absolut nicht.

Ich kann aber auch recht wenig mit sprechenden Tieren und dergleichen anfangen. Wenn die Tiere wie bei Sprotte oder Malinche eine Funktion für den Plot haben, sind sie okay, aber selbst da habe ich ab und an noch Zahnschmerzen. Das muss schon richtig gut umgesetzt werden, um mich zu überzeugen.

Was mich auch stört, ist die allzu starke Vermenschlichung ohne triftigen Grund. Wenn die Seele eines Toten in ein Tier gefahren ist, kann es sich gern ein wenig menschlich benehmen, aber Sprechen ist ein absolutes No-Go, es sei denn, man handelt sich gerade zufällig um einen Papageien oder sonst ein Tier, das anatomisch dazu in der Lage ist, menschliche Laute zu formen.

Kisara

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Re: Tierische Sidekicks - was geht, was geht gar nicht?
« Antwort #19 am: 10. März 2013, 19:51:54 »

Ich stimme Naudiz zu:

Zitat
Sprechen ist ein absolutes No-Go, es sei denn, man handelt sich gerade zufällig um einen Papageien oder sonst ein Tier, das anatomisch dazu in der Lage ist, menschliche Laute zu formen.

Das sehe ich genau wie sie - es macht anatomisch keinen Sinn, und Sinn ist für mich in einem Roman für Erwachsene sehr, sehr wichtig, wenn nicht das Wichtigste. Bei Disney und Ko ist das alles eine andere Geschichte...
Tierische Sidekicks können süß sein, und schöne Szenen liefern. Ich persönlich mag sie nicht, aber das ist was anderes. Den Reiz würde ich darin suchen, dass sie entweder nicht sprechen können, oder aber der Protagonist einen Weg findet von sich aus die Tiersprache zu verstehen bzw. logisch kommunizieren zu können.
Viele Worte, am Ende: Wenn es stimmig ist und in das Roman-Setting passt, kein Problem.

Offline Janika

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Re: Tierische Sidekicks - was geht, was geht gar nicht?
« Antwort #20 am: 10. März 2013, 20:37:16 »
Sprechen können die Tiere bei mir auch nur sehr selten "wirklich" - ich nutze meist die Gedankenkommunikation. Dass das eigentlich anatomisch unmöglich ist, stört mich nämlich auch, auch wenn ich es nicht ganz so eng sehe. ::)
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Offline Verwirrter Geist

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Re: Tierische Sidekicks - was geht, was geht gar nicht?
« Antwort #21 am: 11. März 2013, 14:42:29 »
Ich persönlich habe gar kein Problem mit tierischen Sidekicks. Ich kann mich zwar gerade wirklich eher nur an Bücher für Jüngere erinnern, wo sie vorkommen,(Märchenmond von Hohlbein und Konsorten) hätte aber auch in erwachseneren Büchern keine Probleme damit.

Wichtigstes Kriterium sollte aber wirklich sein, dass es unbedingt ein Tier sein muss. Wenn die tierischen Begleiter wie schlecht verkleidete Menschen wirken, macht es mir absolut keinen Spaß. Wichtig wäre mir auch noch, dass es eher ungewöhnliche Tiere sind. Gerade Hunde und Katzen empfinde ich als eher langweilig in Büchern, weil jeder eine zumindest grobe Vorstellung davon hat, wann sie sich wie verhalten. Vögel, Echsen und anderes Getier hätten viel mehr Potential mich zu überraschen, was ich von so einem Sidekick irgendwo auch erwarte.

Zu der Sache mit der Begründung: Ich finde die Variante mit dem Mumienfluch total in Ordnung und bei einer Katze auch noch gut nachvollziehbar. Wobei ich ehrlich bin: Ich sehe zwischen einer etwaigen Telekinesekommunikation und der Variante, wo Tiere plötzlich gegen die anatomischen Gesetze "einfach so" sprechen können, kaum einen Unterschied. Oder eher: Ich würde nur einen sehen, wenn die Telekinese wirklich stringent und logisch erklärt würde. Was ich so auch noch nirgends gelesen habe, was natürlich nicht heissen muss, dass es das nicht gibt.  ;)

Offline Sanjani

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Re: Tierische Sidekicks - was geht, was geht gar nicht?
« Antwort #22 am: 11. März 2013, 17:24:12 »
Ich persönlich bin kein großer Fan von sprechenden Tieren. Wenn ich schon Sailor Moon oder Sabrina lese, stellen sich mir die Nackenhaare auf. Allerdings kann ich mich nicht erinnern, dass Malinches Alpaka mich gestört hätte. Wahrscheinlich war es gut gemacht :) Ich glaube, es macht für mich auch einen Unterschied, wenn das mal vorkommt, weil ein Tier an einem Punkt wichtig wird, oder wenn da ständig ein Tier mit rumscharwenzelt und doofe Kommentare abgibt.

Tierbegleiter finde ich wiederum schön, wenn sie plot- oder charakterrelevant sind. Ich hab z. B. in einem Projekt einen Prota, der die Natur beeinflussen und mit Tieren kommunizieren kann. Er hat einen einsamen Wolfswelpen aufgezogen und die Wölfin ist sein Gefährte und hilft bei der Jagd. Er selbst lebt im Wald und fühlt sich Tieren und der Natur mehr zugetan als Menschen. Außerdem funktioniert die Kommunikation nur recht basal. Die unterhalten sich also nicht miteinander um Gesellschaft zu haben, sondern es sind eher kurze Stichwörter, die sie austauschen. Meine Kommunikation funktioniert auch eher telepathisch bzw. emotional und ich versuche auch stets zu vermitteln, dass die Wölfin eben eine Wölfin ist, die ihren Instinkten gehorcht, die teilweise aber auch domestiziert ist und ihren menschlichen Gefährten als Rudelführer betrachtet.

Das ganze ist in dieser Geschichte ein sehr tragendes Element und ist auch das einzige, wo ich so etwas eingebracht habe. Darüber hinaus gibt es in meinen Geschichten natürlich Tiere, aber die können nicht kommunizieren und sind austauschbar, spielen also auch keine wichtige Rolle. Ich hatte außer dem oben genannten Projekt noch kein anderes, wo ein tierischer Begleiter sinnvoll und nötig gewesen wäre. So etwas wie mit dem Mumienfluch ist für mich als Erklärung zwar stimmig, aber ich glaube, es würde mir nicht gefallen. Aber das ist wohl, wie vieles, auch einfach Geschmacksache.

LG Sanjani
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Offline Sanjani

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Re: Tierische Sidekicks - was geht, was geht gar nicht?
« Antwort #23 am: 11. März 2013, 17:27:30 »
Edit: Sorry, irgendwie schluckt der meine Leerzeilen mit Google Chrome nicht :)

Ich persönlich bin kein großer Fan von sprechenden Tieren. Wenn ich schon Sailor Moon oder Sabrina lese, stellen sich mir die Nackenhaare auf. Allerdings kann ich mich nicht erinnern, dass Malinches Alpaka mich gestört hätte. Wahrscheinlich war es gut gemacht :) Ich glaube, es macht für mich auch einen Unterschied, wenn das mal vorkommt, weil ein Tier an einem Punkt wichtig wird, oder wenn da ständig ein Tier mit rumscharwenzelt und doofe Kommentare abgibt.

Tierbegleiter finde ich wiederum schön, wenn sie plot- oder charakterrelevant sind. Ich hab z. B. in einem Projekt einen Prota, der die Natur beeinflussen und mit Tieren kommunizieren kann. Er hat einen einsamen Wolfswelpen aufgezogen und die Wölfin ist sein Gefährte und hilft bei der Jagd. Er selbst lebt im Wald und fühlt sich Tieren und der Natur mehr zugetan als Menschen. Außerdem funktioniert die Kommunikation nur recht basal. Die unterhalten sich also nicht miteinander um Gesellschaft zu haben, sondern es sind eher kurze Stichwörter, die sie austauschen. Meine Kommunikation funktioniert auch eher telepathisch bzw. emotional und ich versuche auch stets zu vermitteln, dass die Wölfin eben eine Wölfin ist, die ihren Instinkten gehorcht, die teilweise aber auch domestiziert ist und ihren menschlichen Gefährten als Rudelführer betrachtet.

Das ganze ist in dieser Geschichte ein sehr tragendes Element und ist auch das einzige, wo ich so etwas eingebracht habe. Darüber hinaus gibt es in meinen Geschichten natürlich Tiere, aber die können nicht kommunizieren und sind austauschbar, spielen also auch keine wichtige Rolle. Ich hatte außer dem oben genannten Projekt noch kein anderes, wo ein tierischer Begleiter sinnvoll und nötig gewesen wäre. So etwas wie mit dem Mumienfluch ist für mich als Erklärung zwar stimmig, aber ich glaube, es würde mir nicht gefallen. Aber das ist wohl, wie vieles, auch einfach Geschmacksache.

LG Sanjani
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Offline AlpakaAlex

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Re: Tierische Sidekicks - was geht, was geht gar nicht?
« Antwort #24 am: 03. September 2021, 14:51:23 »
Ich LIEBE es einfach, meinen Figuren tierische Sidekicks zu geben, weshalb ich das auch ständig mache, wenn es sich nur irgendwie einrichten lässt. Wenn nicht den Hauptcharakteren, dann irgendwelchen Nebenfiguren. Wenn sich die Möglichkeit ergibt, dann nutze ich sie auf jeden Fall. Ich liebe es nämlich einfach Tiere und ihre Reaktionen zu beschreiben. Das macht einfach so viel Spaß.

Das ist auch eine der Sachen, die ich so schade daran finde, dass ich Der Schleier der Welt nicht mehr weiterschreiben werde. Denn die Reihe hatte Watson, den besten Hund immer. Einen leicht übergewichtigen (später dann nicht mehr) Berner Sennenhund, der treudoof der Protagonistin hinterherdackelte und so wirklich gar nicht angetan davon war, wie oft sie sich eigentlich in unnötige Gefahr begab. Könnte der Hund sprechen, er hätte ihr schon am Anfang des ersten Bandes erzählt, dass sie sich da mit Werwölfen anlegt. Aber er konnte ja nicht und auf seine Warnungen hört niemand.

Dann habe ich in Sturmjägerinnen eine Krähe als tierischen Begleiter von Mutya. Zugegebeermaßen hat Gani, die Krähe, nicht ganz so viel Charakter wie Watson, was allerdings auch ein wenig daran liegt, dass wir hier drei Perspektivenfiguren haben, von denen nur eine einen Bezug zu Gani hat.

In Jadeblut wird es dann eine Ratte als tierische Begleitung für einn Charakter geben. Als Rattenhalter wollte ich das schon lange machen und nutze hiermit dann meine Chance. :D

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