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Figuren in verschiedenen Projekten immer wieder auftauchen lassen?

Begonnen von Ryadne, 29. Juli 2014, 21:06:47

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Eluin

Das ist ein sehr interessantes Thema. Ich muss sagen beim Schreiben habe ich darauf noch nicht geachtet. Gut ich habe einige Kurzgeschichten-Reihen mit den gleichen Hauptcharakteren oder Roman-Welten die mehrere Bände umfassen. Dort kommen manche Hauptcharaktere zum Beispiel als Nebencharaktere in Folgebänden vor und umgekehrt.
Auf die unterschiedlichen Charakter-Typen, die ich verwende achte ich in Zukunft mal. Das finde ich eine spannende Idee.

Beim Lesen ist es mir vor allem bei Mangas von Clamp aufgefallen. Manche Charaktere (ich liebe Mokona) kommen in unterschiedlichen Bänden und zum Teil komplett verschiedenen Welten vor. In dem Fall finde ich es nicht einfallslos sondern freue mich jedes Mal, wenn ich diesen Charakter wieder treffe. Aber ich denke das kommt auch darauf an wie der Charakter an sich ist und wie er sich in die Geschichte einpasst.

cryphos

Ein Autor der Personen, Plätze und Ereignisse gerne und gekonnt "recycelt" ist Stephen King. Viele seiner Werke sind miteinander verknüpft, was aber nur wenigen auffällt.
Als Beispiel habe ich mal aus Wikipedia die Verknüpfungen aus ES zu anderen Werken kopiert. Denn die Art wie King es schafft ein eigenes Universum um seine Bücher herum zu bauen ist in meinen Augen genial.

Zitat
  • Mike Noonans Frau Johanna liest Bücher von Bill Denbrough (Sara).
  • Ben Hanscom, der seine Leidenschaft zur Architektur in Es entdeckt, wird später das Bürgerzentrum in Derry errichten, auf das Ed Deepneau in Schlaflos einen heimtückischen Anschlag ausführt.
  • Mike Hanlon ist auch in Schlaflos noch der Bibliothekar; er versucht vergeblich, Ralph Roberts bei der Überwindung seiner Schlafprobleme zu helfen.
  • Dick Hallorann, der das verheerende Feuer in dem Nachtclub Black Spot überlebt, wird später Koch im Overlook Hotel (Shining).
  • Aloysius Nell, der Polizist, der Ben Hanscom, Eddie Kaspbrak, Bill Denbrough, Richie Tozier und Stan Uris nach dem Bau ihres Staudamms überrascht, taucht in der Kurzgeschichte Manchmal kommen sie wieder noch einmal auf. Hier ist er schon pensioniert und Jim Norman telefoniert mit ihm, um Einzelheiten über die Mörder seines kleinen Bruders zu erfahren.
  • Ist Eddie Kaspbrak einer der Kaspbraks, neben denen Autor Paul Sheldon (aus Sie) lebte?
  • Ralph Roberts erinnert sich in Schlaflos an die Sinnlosigkeit des Mordes an dem schwulen Adrian Mellon.
  • Die Anstalt Juniper Hill wird in Kings Werk oft erwähnt, etwa in Zeitraffer (aus Nachts), Schlaflos, Stark – The Dark Half und In einer kleinen Stadt.
  • Mike Hanlon erzählt seinen Mitstreitern von einem Ort namens "La Plata", wo die Leute besonders friedlich miteinander leben. In Das Ende des ganzen Schlamassels (aus Albträume) führt Bobby Fornoy diesen Umstand auf eine besänftigende Droge im Wasser der Stadt zurück und beschließt, damit die Erde zu retten – wobei er die gesamte Weltpopulation vernichtet.
  • Richie Tozier bezieht Zimmer 217 – die berüchtigte Zimmernummer aus Shining.
  • Ein Geist fährt ein Auto, das deutlich an Christine erinnert.
  • Die Schildkröte, Verkörperung des Guten und mystisches Gegengewicht zu dem Monster Es, ist auch für Roland Deschain bei seiner Suche nach dem dunklen Turm von zentraler Bedeutung. Sie ist einer der Wächter der Balken.
  • Im Showdown nimmt Es die Gestalt einer Spinne an, wohl weil Es in dieser Form den größten Schrecken verbreiten kann. Die Spinne ist ein Tier, das in Kings Werken immer wieder vorkommt: David Drayton bekämpft mutierte Spinnenwesen in Der Nebel (aus Im Morgengrauen); Milchmann Spike (aus Im Morgengrauen) liefert ausgewachsene Taranteln; Polly Chalmers versucht in In einer kleinen Stadt eine mit jedem Schritt wachsende Spinne zu bekämpfen; ein Stadtarbeiter berichtet in Graue Masse (aus Nachtschicht), er habe in den Abwasserkanälen eine Spinne gesehen, 'so groß wie ein mittlerer Hund, in einem Netz mit lauter jungen Spinnen, alle in Seidenfäden eingehüllt', im Dunklen Turm verwandelt sich der Sohn Mias in eine Spinne.
  • Nach den vielen Geschichten, welche die Angst von Kindern und Jugendlichen thematisierten (z. B. die Romane Carrie, Cujo oder Christine oder die Kurzgeschichten Das Schreckgespenst aus Nachtschicht, Omi aus Im Morgengrauen oder Das Floß aus Der Gesang der Toten), wirkt Es wie ein krönender Abschluss und ein Wendepunkt. Von da an war die Angst des Schriftstellers ein zentrales Thema (beginnend mit Sie bis hin zu Love aus dem Jahr 2006).
  • Erwähnung findet ein Maler namens Pickman und seine seltsamen Gemälde, was eine Anspielung auf H. P. Lovecrafts Kurzgeschichte ,,Pickmans Modell" ist. Des Weiteren werden die in H. P. Lovecrafts Geschichten häufig vorkommenden Ziegenmelker-Vögel erwähnt.
  • Duddits aus dem gleichnamigen Buch wohnt in der Stadt Derry. Im Buch wird eine Statue erwähnt, welche der Club der Verlierer im Angedenken an die Opfer von Es aufgestellt hat. Über der Gedenktafel wurden die Worte ,,Pennywise lebt" geschrieben.
  • Der erwachsene Ben Hanscom lebt in Hemingford Home in Nebraska, derselben Stadt, in der Mutter Abigail aus dem Roman The Stand wohnt.
  • Im Roman Das Monstrum – Tommyknockers glaubt Tommy Jacklin, er würde verrückt werden, als er während einer Autofahrt durch Derry einen Clown aus einem Kanaldeckel hervorschauen sieht.
  • Im selben Roman glaubt Ev Hillman während eines Aufenthalts in Derry, kichernde Laute aus dem Abfluss hören zu können.
  • Die Dresdner Band Letzte Instanz hat auf ihrem ersten Album Brachial Romantik einen Song namens Pennywise veröffentlicht, der sich ebenfalls auf die Figur bezieht.
  • Der Anschlag spielt zu großen Teilen in Derry; daher treten auch einige Protagonisten aus Es auf.

Franziska

Interessant zu sehen, dass euch das nicht immer stört. Wenn ein Autor nur drei Figuren hat und die immer wieder kommen wird es wohl langweilig. Bei mir ist es so, dass ich vor allem eine Figur haben, die ich immer wieder einbaue. Etwas verändert vom Aussehen und vom Hintergrund aber weitgehen mit den selben Charaktereigenschaften. Das liegt wohl daran, dass mir diese Figur so sehr gefällt. Manchmal führt das dann sogar dazu, dass ich die Namen verwechsel. Ich dachte mir, dass ich das nicht machen kann und dass das dem Leser wohl auffallen würde und ich deshalb die zweite Geschichte mit der Figur nicht schreiben sollte oder sie noch mehr verändern. Vielleicht entwickelt sich die Figur ja auch noch anders, wenn ich weiter plotte. Aber wenn ihr das auch alle macht, kann es ja nicht so schlimm sein.

Miezekatzemaus

Interessante Frage. Ich muss zugeben, dass ich das bei Büchern als ziemlich störend empfinde - Serien oder ähnliches natürlich ausgenommen - weil ich als Leser etwas Neues lesen möchte und wenn der Autor mir dann mit seinem Protagonisten, der genauso ist wie der letzte, kommt, dann finde ich das nicht in Ordnung.

Ich selbst mache es nicht so, zumindest nicht bewusst, weil ich versuche, so zu denken, wie Leser meine Romane vielleicht gern hätten. Obwohl Nebenfiguren da eine Ausnahme sind, einige mag ich so gern, dass sie einfach auftauchen müssen ... Dann aber nur für mich und im besten Fall so getarnt, dass es niemand merkt.

Was ich auch interessant finde, ist, für verschiedene Projekte ein und dieselbe Figur zu verwenden und das den Leser wissen zu lassen - ich glaube, da gibt es auch noch einen Begriff dafür, der fällt mir gerade aber leider nicht ein. Wenn ich Figuren aus Büchern in Kurzgeschichten auftauchen lasse, dann passiert das meist absichtlich, weil ich die Kurzgeschichte dann mit dem Roman in Verbindung bringe und das für den Leser auch offen so darstellen würde.

Viele Grüße
Mieze

Churke

Es ist ein Unterschied, ob man Figuren in verschiedenen Projekten auftreten lässt - oder ob man sich Schablonen bedient à la "mein Protagonist ist immer groß, blond, gutaussehend und wurde als Kind von einem Vampir gebissen". Ich persönlich finde Schablonen phantasielos, und ich denke auch nicht, dass man sich als Autor damit ein gutes Zeugnis ausstellt.

Guddy

Zitat von: Churke am 31. Juli 2014, 13:37:25
Es ist ein Unterschied, ob man Figuren in verschiedenen Projekten auftreten lässt - oder ob man sich Schablonen bedient à la "mein Protagonist ist immer groß, blond, gutaussehend und wurde als Kind von einem Vampir gebissen". Ich persönlich finde Schablonen phantasielos, und ich denke auch nicht, dass man sich als Autor damit ein gutes Zeugnis ausstellt.

Kann ich so unterstreichen.
Ich "kenne" zB eine DeviantArt-Künstlerin, die nicht nur schreibt, sondern ihre Figuren auch zeichnet. Diese Figuren sehen alle gleich aus. Nicht, weil sie es künstlerisch nicht drauf hätte, sondern weil sie alle dem gleichen Typ entsprechen. Ihre Geschichten, soweit ich es geseehn habe, drehen sich auch immer um ein homosexuelles Pärchen, bei dem beide Männer groß, extrem männlich und dunkelhaarig sind, die gleichen Gesichtsausdrücke und Posen haben etc. In jeder Story.
Wer es mag: Klar, gerne :) Aber für mich wäre das nichts, auch nicht als Leser oder Konsument der Bilder.

Wenn ein Autor eine Figur jedoch mehrfach auftreten lässt, dann finde ich es sogar schön! Ich mag es, wenn ein Autor seine Werke miteinander verknüpft!
Zusätzlich macht es die erschaffene Welt für mich irgendwie lebendiger. Terry Pratchet macht das auch ganz gut.

Klecks

Ich sehe auch einen Unterschied zwischen "Prota A kommt in Geschichte A vor, aber sie taucht auch nochmal in Geschichte B auf, weil Geschichte A und B in derselben Welt spielen" und "Prota A kommt in Geschichte A vor, aber ich verpasse ihr einen anderen Namen/ein anderes Aussehen/einen anderen Charakter und lasse sie so in Geschichte B auftreten, obwohl Geschichte A und B nichts miteinander zu tun haben".

Ersteres finde ich toll, als Leserin und als Autorin, weil es ein Wiedersehen mit einer vertrauten Figur ist. Letzteres finde ich nicht gut.  :-\

HauntingWitch

@Guddy und Churke: Das finde ich auch nicht gut, aber ich denke, es passiert teilweise auch unbewusst. Die Herausforderung ist doch, es zu durchbrechen.  ;D

Ich versuche bei meinen Projekten jedenfalls darauf zu achten, dass ich gerade mit offensichtlichen Dingen wie Haarfarbe, Statur, Kleidung usw. ein wenig abwechsle. Wie gesagt, gibt es trotzdem immer noch Typologien, aber die gibt es auch in der Realität. Wichtig finde ich, dass es nicht zu sehr auffällt.

Es sei denn, man macht es wirklich ganz bewusst und sagt z.B. die von dem Volk soundso sind alle super-schlank, weil das deren Art ist... Aber das geht vermutlich schon wieder in ein anderes Thema hinein.

Guddy

Zitat von: HauntingWitch am 31. Juli 2014, 14:20:52

Ich versuche bei meinen Projekten jedenfalls darauf zu achten, dass ich gerade mit offensichtlichen Dingen wie Haarfarbe, Statur, Kleidung usw. ein wenig abwechsle. Wie gesagt, gibt es trotzdem immer noch Typologien, aber die gibt es auch in der Realität. Wichtig finde ich, dass es nicht zu sehr auffällt.
Na klar :) Jetzt auf Teufel komm raus seinem Prota zB. blondes Haar zu verpassen, nur weil der Prota des vorangegangenen Romanes braune hatte, ist ja auch gar nicht Sinn der Sache.

Was mir noch einfällt, was aber nur das Thema kratzt: Jeder einzelne RP-Char von mir trägt eine Kette mit einem schwarzen Halbmondanhänger. Die Art der Kette an sich ist immer anders (Zrasi trägt ein schwarzes Lederband, Adsini eine Silberkette mit Silberperlen etc., je nach Geschmack des jeweiligen Chars), aber der Anhänger hat immer die gleiche Form und ist immer schwarz. Diese Kette hat bei jedem Char eine andere Bedeutung und es hat sich als eine Art Erkennungszeichen etabliert.
In unserer Story ist von von den RP-Chars bisher nur Zrasi aufgetaucht, aber sobald ein anderer meiner Chars auftaucht, wird er natürlich auch die Kette tragen ;D Daran wird man auch immer erkennen, ob die Romanfigur ein RP-Char von mir (gewesen) ist *g* (edit: Stimme gar nicht, später trägt auch Heros RP-Char diese Kette. Nicht, weil ich die Figur für mich beanspruche, sondern weil Zrasi sie ihr schenkt. Hat aber auch eine entsprechend große Bedeutung, zumindest für den Char.)

Das in größerer Form - also mit einer ganzen Figur - kann ich mir auch gut vorstellen. Das wäre eine Art Hommage oder ein Insider-Gag. Eine Nebenfigur, die in jedem Band kurz auftaucht. Das fände ich völlig ok, wenn's lustig/gut gemacht ist und eben nicht zu viel Raum einnimmt. Ich mag rote Fäden.

Ryadne

Zitat von: Churke am 31. Juli 2014, 13:37:25
Es ist ein Unterschied, ob man Figuren in verschiedenen Projekten auftreten lässt - oder ob man sich Schablonen bedient à la "mein Protagonist ist immer groß, blond, gutaussehend und wurde als Kind von einem Vampir gebissen". Ich persönlich finde Schablonen phantasielos, und ich denke auch nicht, dass man sich als Autor damit ein gutes Zeugnis ausstellt.

Hm, ursprünglich hatte ich eigentlich eine dritte Variante im Kopf. Dass man Figuren immer wieder einbringt, aber mit verschiedenem Aussehen, Namen und Hintergrund, und die Möglichkeit nutzt, um zu sehen, was passiert, wenn sie anderen Situationen ausgesetzt werden. Bei mir geht das zwar meistens einher mit Version Nr. 1, da meine "Universen" zusammenhängen und ein paar Figuren nach ihrem Tod wieder in andere Welten versetzt werden. Manchmal wissen sie das und manchmal nicht, und ebenso weiß manchmal der Leser, dass es sich um dieselben Leute handelt, manchmal weiß nur ich es. Wobei ich wie gesagt auch finde, dass sich das eher für Nebenfiguren eignet, über die der Leser auch nicht zu viele Informationen hat.
Wenn ich eines Tages alles veröffentlicht haben sollte, würde mich ja interessieren, bei wem es die Leser merken und ob ich dann was richtig oder falsch gemacht hab.  ;D

@Guddy
Da würde mich ja interessieren, ob die Kette auch für dich persönlich eine Bedeutung hat? Oder hat sich das einfach mit der Zeit so entwickelt?

Atra

Dass ich bestimmte Charaktertypen immer mal wieder verwende, fällt mir auch in meinen Texten auf. Der Unterschied ist, was ich dann aus ihnen mache, so dass dennoch recht verschiedene Charaktere entstehen. Was die äußeren Merkmale wie Haarfarbe, Augenfarbe, ect. angeht wechsle ich sehr oft, was an der Geschichte selbst liegt und daran, dass ich da persönlich keine Vorlieben habe, die mich in Versuchung führen. Was ich allerdings recht oft verwende, sind "gute" Körper. Die meisten meiner Charas sind schlank und haben eine ausreichende Menge an Muskeln, was an der Geschichte selbst liegt (also an ihrem Beruf, ihrer Ausbildung, ect.). Da hoffe ich immer, dass es niemanden auffällt  :psssst:

Charaktere aus einem Universum wieder auftauchen zu lassen, finde ich toll. Mir gefällt, dass das Universum dadurch lebendiger wird  :D

LG Atra
"Man muss erst zum Leben aufstehen, bevor man sich niedersetzt zum Schreiben."
(Henry David Thoreau)

Cairiel

Da viele meiner Fantasy-Werke in derselben Welt spielen, haben auch Figuren Gastauftritte in anderen Büchern. Das schreibe ich so, weil ich es selbst gerne lese bzw. gerne öfters lesen würde. Ich interessiere mich oft für die Geschichte von Nebenfiguren, die jedoch viel zu wenig Platz eingeräumt bekommen. Also schreibe ich ganz einfach auch die Geschichten der Nebenfiguren auf, sofern sie interessant sind und ein ganzes Buch füllen können. Nebenfiguren, die als Nebenfiguren mehr als einmal vorkommen, habe ich allerdings auch. "Prominentes" Beispiel dafür ist wohl meine Figur Seran, der bislang in allen beiden veröffentlichten Heratia-Romanen von mir vorkommt. Bei den Lesern, deren Meinung dazu ich kenne, kommt das sehr gut an.  :D  Wobei es wohl eher an der Figur an sich liegt, weil Seran einfach toll ist. So viel Selbstlob darf glaube ich ausnahmsweise sein, immerhin muss ich mich auch mit ihm herumschlagen.  :pfanne:

Guddy

Zitat von: Ryadne am 01. August 2014, 18:26:23
@Guddy
Da würde mich ja interessieren, ob die Kette auch für dich persönlich eine Bedeutung hat? Oder hat sich das einfach mit der Zeit so entwickelt?
Hat sich einfach so entwickelt. Ich weiß auch gar nicht, mit welchem Char es warum angefangen hat :hmmm: Auf jeden Fall mit einem meiner ersten. Ich glaube, ich hatte das wirklich einfach als eine Art Signatur beim Zeichnen verwendet. Ist aber schon ewig her, ~15 Jahre.

et cetera

Leider sind meine Welten zu unterschiedlich, um Charaktere wieder auftauchen zu lassen. Was ich manchmal versuche einzubauen, sind kleine Eastereggs. Zum Beispiel findet in einem Roman die Protagonistin einen Comic, der wiederum die Geschichte eines anderen Romans erzählt.

Was die Sache mit den Schablonen angeht: Ich frage mich, ob sich ein Autor überhaupt immer vollkommen neue Charaktere ausdenken kann. Wenn ich verschiedene Romane auch von bekannten Autoren lese, erkenne ich viele Charakterzüge wieder, die schon vorher bei anderen Personen aufgetaucht sind (noch deutlich wird das bei Filmen und Serien, wenn Regisseure die Charaktere auch noch mit ähnlich aussehenden Schauspielern besetzen). Und ich sehe das auch bei mir: Natürlich variiere ich die Charaktere so gut es geht, aber die Grundmuster bleiben eben doch gleich, einfach weil sie meinen Vorlieben entsprechen. Vielleicht bin ich einfach kein guter Autor, aber ich glaube mittlerweile, dass man sich eben nur in einem gewissen Rahmen bewegen kann, der vom eigenen Charakter und der eigenen Vorstlellungskraft her vorgegeben ist.
Vielleicht liegt die Kunst eher darin, die bekannten Charaktere in neue, unbekannte Situationen zu werfen, um auf diese Weise Seiten kennen zu lernen, derer man sich vorher nicht gewahr war.

Lazlo

Also ich habe einen Charakter eines unfertigen Werkes genommen und ihn als Prota für eine Kurzgeschichte verwendet, war eine Idee einer Probeleserin. Hat sich wirklich als Superidee rauskristallisiert. Er ist der Handlanger des Teufels und durch seine düstere, verschrobene Art mittlerweile interessanter als mein Prota selbst. Also warum nicht? Ich denke, es ist auch völlig normal, wenn man in seinen Büchern immer ähnliche Charaktere beschreibt, die sind einem vertraut und ans Herz gewachsen und für den Leser dann so interessant, weil man den Charakter kennt wie seine Westentasche.
Einen Charakter in verschiedenen Werken/Romanen auftauchen zu lassen, finde ich auch klasse und hat Wiedererkennungswert. Damit schaffst Du Dir dann auch so was wie eine Marke ;)