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Wie wird mein Gestaltwandeln logisch?

Begonnen von Sturmloewin, Gestern um 17:25:14

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Sturmloewin

Hallo an alle!

Ich arbeite gerade an einem Urban-Fantasy-Setting mit Gestaltwandlern (vom Mensch zum Tier) und suche nach einer möglichst stimmigen Erklärung dafür, wie die Verwandlungen funktionieren.

Mir ist wichtig, dass sie sich körperlich "echt" anfühlen und Konsequenzen haben. Ich möchte das ganze so "wissenschaftlich" wie möglich erklären können. Die Gestaltwandler werden also nicht einfach zu Tieren oder erschaffen eine Illusion, sondern ihr Körper verändert tatsächlich seine Form. Gleichzeitig soll das Ganze aber nicht völlig biologisch sein, weil dann sofort klassische Probleme auftreten.

Ein paar Grundregeln, die ich bisher habe:

  • Die Gestaltwandler behalten ihre menschliche Identität und ihr genetisches Material. Sie erzeugen eine Art resonanten Körperzustand, bei dem ihr menschlicher Körper in eine andere physische Organisationsform übergeht. Heißt: Knochen verschieben sich, Muskeln ordnen sich neu, Sinnesorgane verändern ihre Struktur, Haut, Haare, Federn, Schuppen entstehen. Stoffwechsel passt sich an. Die zugrunde liegende Identität des Körpers bleibt jedoch menschlich. (Also Blut, DNA und Gewebe = menschlich)
  • Die Verwandlung ist anfangs schmerzhaft und muss wie eine körperliche Fähigkeit trainiert werden. Mit der Zeit wird sie schneller, kontrollierter und weniger belastend.
  • Je stärker sich die Tierform anatomisch vom Menschen unterscheidet (z. B. Vogel oder Schlange statt Menschenaffe), desto schwieriger ist die Verwandlung.


Jetzt hänge ich an zwei Punkten:

1. Masse und Energie
Wie würdet ihr erklären, dass sich ein 60-kg-Mensch in einen kleinen Vogel oder Hasen verwandeln kann, ohne einfach zu sagen: "Magie, fertig"?

Ich überlege, ob überschüssige Masse während der Verwandlung teilweise in eine Art Resonanzenergie übergeht und dabei Wärme freisetzt. Umgekehrt müsste für die Rückverwandlung Energie aufgenommen werden, weshalb sie in großer Kälte schwieriger sein könnte. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das elegant genug ist oder ob es bessere Ansätze gibt.

2. Kleidung
Die Figuren sollen sich nicht jedes Mal ausziehen müssen (Zielgruppe ist YA :D ) Gleichzeitig möchte ich vermeiden, dass Kleidung einfach grundlos "mitmagisch" wird. Habt ihr Ideen, wie man erklären könnte, warum Kleidung (oder bestimmte Kleidung) die Verwandlung mitmacht, ohne dass dadurch sofort jedes beliebige Objekt ebenfalls mitverwandelt werden könnte? Ich habe in der Geschichte generell das Konzept von Resonanzverstärkern und Resonanzblockern, also dass z.B. manche Materialien (z.B. Holz oder Pflanzenfasern bei Tieren aus dem Wald) die Verwandlung vereinfachen können, während andere (z.B. künstliche Fasern) dies erschweren.

Mich interessieren vor allem Ansätze, die sich in sich logisch und wissenschaftlich anfühlen, auch wenn sie letztlich natürlich ein fantastisches Element enthalten.



So when the world knocks at your front door
Clutch the knob tightly and open on up
And run forward and far into its widespread, greeting arms
With your hands outstretched before you
Fingertips trembling, though they may be
--- Anis Mojgani "Shake the Dust"

Anj

Ich habe null Ahnung von Physik oder Chemie, aber könnte die überschüssige Energie nicht im Zellen gespeichert werden? Ggf. gibt's ein spezielles Molekül, dass durch die Verwandlung freigesetzt wird und dann bestimmte Zellen (Haare/Fell/Federn/Krallen/Haut) aufläd und ihnen entweder zusätzliche Fähigkeiten (Härte, farbwechsel, ekektromagnwtisches Feld, Heilkraft, ...) verleiht oder sie eben nur speichert  wobei ein Verlust dann auch zum Verlust von Energiespeichern, wie Fett- und Muskelzellen des menschlichen Körpers führt oder zu einem Temperaturverlust und der sgefahr einer Unterkühlung.

Vielleicht hilft das ja beim Brainstormen ...
"Wenn du andere Leute ansiehst, frage dich, ob du sie wirklich siehst, oder ob du nur deine Gedanken über sie siehst."
Jon Kabat-Zinn.

Soly

Thema Masse und Energie:
Ganz persönlicher Take, aber ich glaube, da wirst du mit "Magie, #isso" langfristig glücklicher. Wenn du eine Erklärung willst, wohin die überschüssige Masse geht, brauchst du auch eine Erklärung, wohin die überschüssige Materie (Blut, Knochen, Gewebe) geht und woher neue Materie kommt. So richtig schlüssig wird das nie, deshalb kommst du früher oder später sowieso an den Punkt, an dem du eine unrealistische Randannahme treffen musst.
So gesehen finde ich deine Idee mit der freigesetzten oder zugeführten Wärmeenergie schon sehr elegant.

Thema Kleidung:
Wie wäre es damit, dass Materie sich umso einfacher mitverwandelt, je enger und flächiger sie am Körper anliegt? Ein weit fallendes Kleid würde beispielsweise zurückbleiben, ein eng anliegender Radanzug würde aber die Verwandlung hin und zurück mitmachen. Damit wären sämtliche Objekte, die sich in Taschen und nicht direkt am Körper befinden, automatisch ausgeschlossen. Eine Halskette aus Leder mit einem flach aufliegenden Anhänger, oder ein Ring aus Holz könnten aber mitgenommen werden.
Veränderungen stehen vor der Tür. Lassen Sie sie zu.

Sam

Hallo Sturmlöwin,

zur Energie/Masse:
würde @Soly zustimmen: "is so" ist die nachhaltigste Lösung. Ansonsten wird der Zeitpunkt kommen, wo du eine Ausnahme von einer Ausnahme machen würdest. Die Experten auf den angesprochenen Gebieten würden beim Lesen Augen rollen / ins Fäustchen lachen / das Buch womöglich nicht ernst nehmen können. Das Gleiche gilt auch für DNS: wenn du dich gut genug auskennst, sind ein Paar Wörter zum Fachsimpeln ganz nett. Wenn der Kenntnis eher dem Grundlevel entsprechen sollte, wären zB die Mutationen als Erklärung ganz passabel. Vielfältig, unbestimmt, bedeutungsschwanger.
Vorsicht, unter dem Spoiler hat sich ein Erklärbär versteckt!
Spoiler
Die DNS kodiert etwas, und wenn sie etwas anderes kodiert, wird die DNS auch anders sein. Das würde man bei einer entsprechenden Analyse deutlich sehen (auch die Mutationen übrigens). Ansonsten werden die entsprechende Merkmale nicht einfach so kodiert (sprich, DNS eines Menschen kodiert keine Fledermausohren. Und wenn sie es doch tut, dann ist es keine "normale" menschliche DNS). :no:
[close]

Apropos, verändern: die Farbpalette des Sehens passt sich dann auch dem entsprechenden Tier an? Also, ich meine auch nachteilig? (zum Beispiel das Rot nicht sehen zu können?). Oder nur hören zu können?  :hmmm:

Kleidung: Gewisse Vorsicht bei "natürlich" vs "künstlich" bei der Kleidung wäre meiner Meinung nach gut. Denn die meiste Unterwäsche hat was an Elastan dabei, wie auch viele Hosen, T-shirts und gut anliegenden Klamotten. Berechnet sich dann der Resonanz- und Blockeffekt nach Prozentsatz der Chemie? Und welche Chemie? Und wenn die Chemie biobasiert (durch zB Hefen) produziert wurde? Und was machen wir mit Viskose/ Polyester /Leinen Mischung? Du siehst, man kann es schnell ins Lächerliche ziehen.

Wie wäre es mit Blut (Gestaltwandler DNS!)? Man tropft einige Tropfen und eine große Schüssel Wasser, und tunkt die Klamotten darin. Es geht dabei mehr oder minder gleichmäßig in die Faser und kann prima mitschwingen, resonieren und sich umwandeln (bei Wunsch zB als farbige Kekse auf dem Fell - oder auch nicht :)). Die Entscheidung, ob man nach jeder Wäsche "nachimpregnieren" muss oder nicht, liegt in den Händen des Schaffenden. Und Unfälle ja, die können den Protas passieren.
So wäre es, glaube ich ausnahmesicher, mit dem Prota und seinem Tier direkt gebunden und einigermaßen nachvollziehbar.
Sie wussten nicht, dass es unmöglich war, also haben sie es getan
Mark Twain

Volker

Zitat von: Sturmloewin am Gestern um 17:25:141. Masse und Energie
[...]
Ich überlege, ob überschüssige Masse während der Verwandlung teilweise in eine Art Resonanzenergie übergeht und dabei Wärme freisetzt.

Bei einer Atombombe wird nur ~1% der Masse in Energie umgewandelt. Bei der Hiroshima-Bombe war das nicht mal ein Kilo. Und für einen Vogel müsste das 100fache umgesetzt werden. Das wäre ... ungesund?

Volker

Eine Lösung für das Massen-/Kleidungs-Problem könnte sein, dass die Gestaltwandler die überschüssige Masse (einschließlich Kleidung) in einem nestähnlichen Haufen zurücklassen. Das bedeutet auch, dass sie irgendwann wieder dahin zurück müssen, und dass sie auch einen sicheren Ort dafür finden müssen.

Sich einfach verwandeln, wegfliegen und nie wieder herkommen?
Geht damit nicht.
Das verhindert gleichzeitig, dass die Gestaltwandlung eine zu mächtige Eigenschaft wird.

Dies sorgt aber auch für entsprechende Plot-Komplikationen, die sich daraus quasi automatisch ergeben.