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Sind viele Zeitsprünge störend?

Begonnen von Phlox, 13. März 2026, 18:49:05

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Phlox

Mich würden eure diesbezüglichen Erfahrungen mit euren Projekten interessieren (eigentlich kann ich mir nicht vorstellen, dass es dazu noch keinen Thread gibt, aber ich habe jetzt nichts Vergleichbares gefunden), und zwar beschäftige ich mich gerade mit folgendem:
Ich habe ein Projekt wieder hervorgeholt, das ich vor einiger Zeit nach ca. 70 Seiten abgebrochen hatte, weil ich mit den Zeitsprüngen darin nicht glücklich war und das Gefühl hatte, die stören den Spannungsbogen (und mich beim Schreiben - früher  habe ich über so etwas frühestens beim ersten Überarbeiten nachgedacht und erst einmal drauf los geschrieben – aber dieser kreative Optimismus scheint mir irgendwie abhanden gekommen, seufz... naja, das ist ein anderes Thema...) Was ich meine:
Also, dass zwischen den einzelnen Geschehnissen meiner (damaligen) Meinung nach oft zu viel Zeit lag, in der nichts Handlungsrelevantes passierte, ich aber z.B. bestimmte Jahreszeiten für die Erlebnisse meiner Figuren  brauchte o.ä..
Beim neuerlichen Durchlesen fand ich meine Versuche jetzt zumindest nicht so grauselig, wie es mir damals vorkam – ich habe zwar einige Passagen identifiziert, bei denen ich die Zeitsprünge unnötig finde und meine Motivation dafür nicht mehr nachvollziehen kann; aber grundsätzlich frage ich mich jetzt, ob meine Zweifel diesbezüglich nicht übertrieben waren.   
Das liegt auch daran, dass mir parallel beim Aufräumen ein Roman in die Hände gefallen ist, den ich vor Ewigkeiten gerne gelesen habe, und beim Blättern darin fiel mir auf, dass hier auch oft etliche Monate zwischen den einzelnen Passagen lagen; hat mich nie gestört, ich fands trotzdem spannend und blättere heute noch gerne darin herum.
 
Von daher würde ich gerne die Schwarmintelligenz des Tintenzirkels befragen, ob euch diesbezügliche Zweifel auch schon mal gekommen sind bei eigenen Projekten bzw. ob euch das beim Lesen anderer Romane mal irgendwie störend aufgefallen ist?


Stefan

Es kommt darauf an, worin die Spannung besteht. Spannung hat oft (eigentlich immer) mit Zeitdruck zu tun, Figuren sind z.B. vor Entscheidungen gestellt, die sie nicht zehn Jahre später fällen können. Wenn die Hauptfigur also in einer solchen Situation ist, in der sie unter Druck kommt, es ist spannend, man fiebert mit, sie muss handeln ... dann Schnitt, drei Monate später ... Das funktionert natürlich nicht.

Wenn es aber ein Druck ist, der sich langsam im Leben der Hauptfigur aufbaut, über Jahre hinweg, dann sollten Zeitsprünge gar nicht stören, sondern viel eher zu mehr Tempo führen.

Willkürliche Zeitsprünge klingen für mich eher nach wenig gezieltem Spannungsaufbau.

Vielleicht stören dich auch die Übergänge. Wenn du ein Buch kennst, in dem die Zeitsprünge gelingen, achte auf die Übergänge. Manchmal reicht ein einziger Satz, um die Sprünge nicht abrupt, sondern fließend zu schreiben. Oder eine Einleitung, die den Lesenden darauf vorbereitet, dass verschiedene Sequenzen folgen, die sich auf einen größeren Zeitraum verteilen.

Valentina

Erstmal finde ich gut, dass du nicht nur drauf los schreibst, sondern versuchst, es gleich "besser" zu machen  :) Dann musst du später weniger überarbeiten!
Ich schreibe mit wenigen Zeitsprüngen, weil die Handlung es oft zwingend nötig macht. Aber manchmal gibt es Dinge (die auch außerhalb der Macht der Protas liegen), die Zeit brauchen, um sich logisch zu entwickeln und unabdingbar für den Plot sind. In dem Fall finde ich es gar nicht schlimm.
Und ja - die Figuren müssen den Plot vorantreiben, und ihre Motivation kann entweder ein einschneidendes Erlebnis oder viele kleine Dinge sein, die sich über einen größeren Zeitraum anhäufen. Also spricht an sich nichts gegen Zeitsprünge, aber sie sollten nicht wahllos und inflationär verwendet werden. Es kommt auf die Geschichte an.
Aber die Zeit innerhalb der Sprünge sollte nachvollziehbar überbrückt werden, der Grund für den Sprung klar gemacht werden. Ansonsten kann es schnell verwirrend werden.
"Selbst die Dunkelheit muss vergehen. Ein neuer Tag wird kommen. Und wenn die Sonne wieder scheint, wird sie umso heller strahlen." - J.R.R. Tolkien

Stefan

Oder du gibts es einer kritischen Testleserin oder Testleser, sagst aber nichts von Zeitsprüngen, weil es die Wahrnehmung beeinflusst. Besser die Person nach dem Lesen darauf ansprechen.

Damit findest du heraus, ob es direkt stört, aber nicht, ob es unnötig bremst. So auf der theoretischen Ebene finde ich das sehr schwer zu beurteilen. Schick mir eine PM, wenn ich reinschauen soll, einfach mal für einen anderen Sichtweise.

Brillenkatze

Zeitsprünge - das Thema habe ich auch aktuell in meiner Geschichte.  :d'oh:

Wenn es um das Gesamtwerk "Leben von Figur X" geht, kommt man um Zeitsprünge nicht herum. Manche Dinge, wie z.B. Schwangerschaften, lassen sich nicht beschleunigen. Bei Familienromanen wie z.B. den Buddenbrocks, wird wild nach vorn gehüpft - ist ein Klassiker geworden. Okay, keine Fantasy. Aber in Herr der Ringe wird auch viiiieeel gewandert, und ja, manchmal dreht der Leserling mit den Figuren jeden Stein am Wegesrand um, aber auch da wird nicht jedes Hobbitmahl beschrieben.

Was Spannung schafft, sind Konflikte, und der Konflikt mit der tickenden Uhr ist nur eine von unzähligen Möglichkeiten. Was auch Spannung schafft, sind offene Fragen, und die können ja durchaus über eine längere Zeitspanne offen bleiben. Die Frage "Wie entwickelt sich etwas?" finde ich spannend, neugierig wie ich bin. Innerhalb von drei Tagen sieht man da manchmal nix.

Bei meiner Geschichte zieht sich gerade der vordere Teil über ein Jahr hin. Just gestern habe ich deshalb die Struktur umgebaut, nicht, damit das verschwindet, sonder damit das besser sichtbar wird (bin selbst durcheinander gekommen ::) ). Statt jeder Perspektive ein einzelnes Kapitel (viel zu viele) zu geben, habe ich jetzt groß "Winter", "Sommer" und "Herbst" drüber geschrieben. Der Text läuft durch bis zur nächsten Jahreszeit, bei einem Perspektivwechsel habe ich einen Absatz und den Namen drüber geschrieben, vielleicht baue ich an der Stelle später figuren-individuelle Piktogramme ein. Mal sehen, ob das auch für die restliche Geschichte so funktioniert, wahrscheinlich werde ich da zu Tag X wechseln müssen. Die Geschichte ist ein Experiment. Ein Kunstwerk vielleicht. :flausch:

Wenn du deine Geschichte gut findest, dann go for it! :vibes:
"But have you ever noticed one encouraging thing about me, Marilla? I never make the same mistake twice."
"I don't know as that's much benefit when you're always making new ones."
- Anne of Green Gables, Lucy Maud Montgomery

criepy

#5
Ich arbeite selbst nicht wirklich mit langen Zeitsprüngen, kann aber vielleicht eine Leserperspektive beitragen.

Ein Zeitsprung sollte klar als solcher erkennbar sein und die Geschichte logisch fortsetzen. Ich hatte es tatsächlich immer mal wieder, dass ein neues Kapitel beginnt und erst irgendwann erwähnt wird ,,Ach übrigens, das spielt 3 Monate nach dem letzten Kapitel." Zusätzlich dann auch noch das Gefühl, während dem Zeitsprung stand eigentlich die Zeit still. Die Charaktere sind noch immer am gleichen Punkt (nicht geografisch gesehen) wie zuvor, es ist Augenschein nichts passiert, das Problem wurde einfach 3 Monate ignoriert um auf eine bessere Jahreszeit zu warten.
Gleichzeitig kann es auch passieren, dass in diesem Zeitsprung zu viel passiert, auf das Bezug genommen wird und ich dadurch einfach das Gefühl habe, etwas verpasst zu haben, was wichtig gewesen wäre.

Solange ein Zeitsprung Sinn macht, die Geschichte vorwärts bewegt, klar erkennbar ist und sich ,,natürlich" anfühlt, ist es eigentlich kein Problem, wie viele und wie lange. Bei wirklich vielen Zeitsprüngen mit kurzen Szenen hintereinander kann aber durchaus das Gefühl entstehen, nicht in der Geschichte ,,anzukommen" und keinen Bezug zu den Charakteren zu haben, weil man immer wieder rausgerissen wird. Es ist also ein bisschen ein Balanceakt.

Caelynn

Vor meinen beiden Fantasyromanen habe ich Krimis verfasst.
Krimis sind rückwärts erzählte Geschichten.
Daraus entsteht ein Großteil der Spannung.
Am Anfang steht meist ein Verbrechen und um zu erfahren, wer dahintersteckt und warum, muss man Schritt für Schritt in der Vergangenheit zurückgehen.
Ich habe die Möglichkeit genutzt, die Perspektive des Täters (vor der Tat) hier und da als kursive Kapitel zwischen die zu setzen, die im Jetzt spielen (nach der Tat).

Zu viele verschiedene Zeitebenen liegen mir allerdings nicht besonders. Wenn ich beim Lesen erst lange überlegen muss, wie alles zusammenhängt, reißt mich das aus der Geschichte. Daher finde ich ebenfalls entsprechende Überschriften/Einleitungen gut.

Außerdem bin ich altmodisch und mag es, wenn eine Geschichte einen Anfang, eine Mitte und ein Ende hat. Sie muss nicht zwingend in dieser Reihenfolge erzählt werden, aber auch nicht völlig durcheinander, nach dem Motto: ein Stück Mitte, dann ein Stück Anfang, wieder ein Stück Mitte und so weiter. Eine gewisse Klarheit im Aufbau hilft, ganz in eine Geschichte eintauchen zu können.

Überlegst Du Dir vorher einen zeitlichen Aufbau und entwickelst dann nacheinander Kapitel für Kapitel? Oder entwickelst Du erst die Figuren und schreibst dann darauflos, um die Kapitel später in eine sinnvolle Reihenfolge zu setzen?
Von der Muse geküsst, von der Deadline geohrfeigt.

Emmi

Kann mich hier allem anschließen, was bisher gesagt wurde.

Ich denke, dass lange oder mehrere Zeitsprünge funktionieren können, wenn das Grundgerüst deiner Geschichte stimmig ist.
Was mir für die Erzählstruktur sowie den Spannungsaufbau beim Schreiben geholfen hat, ist das Anlegen eines Plotgrids: Einer Tabelle, in der Kapitel, die Handlung in Stichpunkten und die Absicht (des Autors) nebeneinander aufgelistet werden. Unter Absicht werden z.B. Stichworte wie Geheimnis, Spannung, Rätsel über eine Figur, Einführung des Love interest, u.s.w eingetragen. Man kann daran gut sehen, ob sich ein Thema zu lange durchzieht und wann es wieder Action braucht, damit die Handlung vorankommt.

Es macht ein wenig Arbeit, aber grade bei langen und komplexeren Geschichten finde ich es gut um nicht den Überblick zu verlieren.     

Phlox

Vielen Dank, ihr Lieben, für die vielen Antworten und Entschuldigung fürs späte Antworten meinerseits – ich musste nachdenken!  :)
U.a. noch einmal über die Frage, woraus meine Geschichte ihre Spannung bezieht; und das ist eindeutig die Entwicklung der Personen – individuell, aber auch was die Beziehungen untereinander betrifft. Das schließt zwar dramatische Geschehnisse und Geheimnisse, die zu enträtseln sind, durchaus mit ein; aber sozusagen eher ,,en passant" – es wird nicht die eine große Entscheidungsschlacht oder die alles entscheidende ,,whodunnit"-Frage geben, die am Ende geschlagen bzw. beantwortet sein muss.
Eure Antworten haben mir klar gemacht, dass die Zeitsprünge an sich nicht unbedingt (m)ein Problem sind – ich werde auch gar nicht drum herum kommen, weil ich tatsächlich u.a. eine Schwangerschaft in der Handlung habe und bestimmte Dinge erst nach der Geburt passieren können. Stattdessen werde ich, glaube ich, verstärkt auf die Übergänge achten.
Und dann muss ich natürlich immer auch die Bratpfanne für den Zweifel parat halten – ich nehme an, die Frage stellen sich viele hier immer mal wieder hier, nämlich ,,ist das überhaupt interessant, was ich hier schreibsel?" Offenbar finde ich es interessant, sonst würde ich mich ja nicht immer wieder damit beschäftigen – das muss erst mal reichen...  :pfanne:  ;D
Zitat von: Stefan am 14. März 2026, 09:03:07Vielleicht stören dich auch die Übergänge. Wenn du ein Buch kennst, in dem die Zeitsprünge gelingen, achte auf die Übergänge. Manchmal reicht ein einziger Satz, um die Sprünge nicht abrupt, sondern fließend zu schreiben.
Das ist ein wichtiger Hinweis. Ich habe z.B. ein großes Fest dabei; hier wäre es sicherlich überhaupt nicht störend, wenn sich die Personen in einer Szene darüber unterhalten und dann in der nächsten Szene zwei Wochen später an der Festtafel sitzen o.ä..
Zitat von: Valentina am 14. März 2026, 09:57:20Erstmal finde ich gut, dass du nicht nur drauf los schreibst, sondern versuchst, es gleich "besser" zu machen  :) Dann musst du später weniger überarbeiten!
[...] Aber die Zeit innerhalb der Sprünge sollte nachvollziehbar überbrückt werden, der Grund für den Sprung klar gemacht werden. Ansonsten kann es schnell verwirrend werden.
Dass mit dem Überarbeiten hoffe ich auch... mal schauen, ob's klappt, diese Geschichte hat ziemlich viele Personen und Orte, sodass ganz ohne Plan die Sackgassen vorprogrammiert wären, glaube ich... Ja, und einfach bloß verschiedene Jahreszeiten zeigen zu wollen, ist als (einziger) Grund vielleicht nicht wichtig genug :D ...   
Zitat von: Stefan am 14. März 2026, 10:25:27Schick mir eine PM, wenn ich reinschauen soll, einfach mal für einen anderen Sichtweise.
Danke für das Angebot, das ist lieb, aber so wie ich gestrickt bin, brauche ich einen kompletten Rohentwurf der ganzen Geschichte, ehe ich was zeigen kann, alles andere heizt leider nur meine Grübelmaschine noch mehr an...  ::)
Zitat von: Brillenkatze am 14. März 2026, 14:16:38Manche Dinge, wie z.B. Schwangerschaften, lassen sich nicht beschleunigen. [...]
Was auch Spannung schafft, sind offene Fragen, und die können ja durchaus über eine längere Zeitspanne offen bleiben. Die Frage "Wie entwickelt sich etwas?" finde ich spannend, neugierig wie ich bin. Innerhalb von drei Tagen sieht man da manchmal nix.
[...]Wenn du deine Geschichte gut findest, dann go for it! :vibes:

Ja, da sagst du was, für diese 9 Monate muss mir auch noch was einfallen... zum Glück dauert das noch ein bisschen und es passiert vorher noch einiges, vielleicht kann ich einige dieser Mini-Spannungsbögen bis zur Geburt zusammenfügen oder so... Und ja, für manche psychologische Entwicklungen wären drei Tage oder drei Wochen auch einfach unrealistisch! Und: gleichfalls viel Energie für dein Projekt!  :wolke:
     
Zitat von: criepy am 14. März 2026, 15:27:48Solange ein Zeitsprung Sinn macht, die Geschichte vorwärts bewegt, klar erkennbar ist und sich ,,natürlich" anfühlt, ist es eigentlich kein Problem, wie viele und wie lange. Bei wirklich vielen Zeitsprüngen mit kurzen Szenen hintereinander kann aber durchaus das Gefühl entstehen, nicht in der Geschichte ,,anzukommen" und keinen Bezug zu den Charakteren zu haben, weil man immer wieder rausgerissen wird. Es ist also ein bisschen ein Balanceakt.
Da hast du natürlich total Recht!  :wolke:  Ich finde es wohl auch deshalb schwierig, weil ich meine Figuren ja schon ganz gut kenne und es manchmal schiwerig zu beurteilen finde, was jemand anderes jetzt noch spannend findet und ab wann es zu weitschweifig wird - im Zweifelsfall lasse ich dann gerne etwas weg, aber ich glaube, an manchen Stellen dürfte ich mir durchaus selbst mehr die "Lizenz zum Labern" geben, zumal die Gesellschaft(en) und ihre Wertesysteme ja doch etwas eigen sind... 
Zitat von: Caelynn am 15. März 2026, 11:09:33Überlegst Du Dir vorher einen zeitlichen Aufbau und entwickelst dann nacheinander Kapitel für Kapitel? Oder entwickelst Du erst die Figuren und schreibst dann darauflos, um die Kapitel später in eine sinnvolle Reihenfolge zu setzen?
Ich habe sogar einen ziemlich genauen Zeitstrahl :) ! Leider stehen da halt immer wieder mehrere Monate drin, in denen eigentlich nix passiert, z.B. weil die Personen erst mal an einen bestimmten Ort kommen müssen, schwanger sind (s.o.) und dann hab ich's klimatisch auch noch mit Regenzeiten zu tun, die bestimmte Handlungen schwierig machen, wie z.B. Reisen... Aber warum einfach, wenn's kompliziert geht?  ::) Rückblenden mag ich aber tatsächlich auch nicht so gern, deswegen möchte ich die nur im Notfall einsetzen. 
Zitat von: Emmi am 15. März 2026, 12:13:54Ich denke, dass lange oder mehrere Zeitsprünge funktionieren können, wenn das Grundgerüst deiner Geschichte stimmig ist.
Was mir für die Erzählstruktur sowie den Spannungsaufbau beim Schreiben geholfen hat, ist das Anlegen eines Plotgrids [...] Man kann daran gut sehen, ob sich ein Thema zu lange durchzieht und wann es wieder Action braucht, damit die Handlung vorankommt. [...]     
Ich habe einen Zeitstrahl, eine grobe Kapitelübersicht über die wichtigsten Handlungspunkte und einen Haufen Informationen über die unterschiedlichen Gesellschaftssysteme und Wertvorstellungen; was ich mir vielleicht noch mal genauer festhalten könnte, wären eine oder mehrere Grundfragen pro (Haupt-)Charakter. Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass mich eine zu genaue Ausarbeitung im Voraus eher lähmt, dann finde ich das Schreiben irgendwie nicht mehr so spannend... liegt vielleicht daran, dass ich im "wahren Leben" meine to-do-Listen, Pläne und Kalender liebe und das Schreiben ein bisschen als kreativ-chaotischen Ausgleich nehme... vielleicht sollte ich es mal umgekehrt machen: Mehr Chaos im Alltag, mehr Plan beim Schreiben - wäre für meine Umwelt bestimmt mindestens so spannend wie für mich ;D !
Vielen Dank an alle, die bis hierhin mit gelesen haben!  :vibes:  :winke:   

Emmi

Das mit den Selbstzweifeln kenne ich gut. Mittlerweile höre ich sie an und sage: Jungs, ihr sitzt nun mit im Boot, daran können wir nix mehr ändern!  :omn:
Mir ist zu deinem Thema ein Buch eingefallen: Das neunte Haus von Leigh Bardugo.
Die Geschichte wird fast komplett in Rückblenden erzählt, die sich über mehrere Monate hinwegziehen.
Ich habe es als Hörbuch gehört und fand es verdammt spannend.
Die Wahl einer nicht so traditionellen Erzählweise kann also funktionieren.