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Autor Thema: Das eigene Volk täuschen  (Gelesen 361 mal)

Offline Halblingschruut

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Das eigene Volk täuschen
« am: 22. März 2020, 11:01:54 »
In wie weit ist es möglich, dass eigene Volk systematisch zu täuschen?

Ziel ist es, ein Volk dass in der absoluten Minderheit ist, unter Kontrolle (Gewalt) zu bringen, da man durch sie und ihre Fähigkeiten/Macht selbst mehr Macht erlangen kann und Zugriff auf den Willen Aller hätte.

Vorraussetzung: Nur wenige Eingeweihte wissen, dass das Minderheitsvolk diese speziellen Fähigkeiten hat und nur diese Eingeweihten kennen das Ziel, den Willen aller Anderen dann beeinflussen zu können. (Das umfasst auch den Willen des eigenen Volkes. Grob gesagt, absolute Macht über alle)

Doch was müsste man da alles bedenken, um das zu erreichen?
Ist das überhaupt möglich?

Lügen, falsche Fakten, verdrehte Tatsachen, eventuell gefälschte Beweise  etc?
Die Tochter der Drahtzieherin wird als Spionin zu dem Volk geschickt, doch sie darf auch nichts vom wirklichen Plan wissen, wie kann sie ebenso gut getäuscht werden ohne dass sie gleich Verdacht schöpft?


Baustelle über Baustelle und und alle Handwerker machen Überstunden, Hilfe  :pfanne: :gähn:
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Offline Gizmo

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Re: Das eigene Volk täuschen
« Antwort #1 am: 22. März 2020, 11:54:25 »
Kurz zu meinem Verständnis:
Es gibt eine Volksgruppe, die sich in z.B. einem Land stark in der Minderheit befindet. Aber diese Volksgruppe verfügt über eine besondere Fähigkeit (z.B. Gedankenkontrolle oder so etwas), die es ermöglicht, das restliche Volk zu kontrollieren? Und nur wenige wissen davon, dass es diese Fähigkeit überhaupt gibt. Weiß die Minderheit selbst, dass sie diese Fähigkeit besitzt? Und Ziel wäre es, die Minderheit zu täuschen / zu kontrollieren, sodass man über sie Macht über den Rest erlangen kann?
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Offline FeeamPC

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Re: Das eigene Volk täuschen
« Antwort #2 am: 22. März 2020, 11:55:50 »
Möglich ist alles. Und, wie wir gerade sehen, ist der direkte Weg zu einer Kontrolle die Formulierung: Wir machen das doch nur zu deinem Besten. Wenn also besagte Tochter vermittelt kriegt, dass sie nur ein paar Unruhestifter ausfindig machen soll, damit der Frieden gewahrt bleibt und sich kein Mob gegen diese Mindeheit bildet, hat sie eine gute und ehrenhafte Motivation.
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Offline Halblingschruut

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Re: Das eigene Volk täuschen
« Antwort #3 am: 22. März 2020, 12:26:55 »
Kurz zu meinem Verständnis:
Es gibt eine Volksgruppe, die sich in z.B. einem Land stark in der Minderheit befindet. Aber diese Volksgruppe verfügt über eine besondere Fähigkeit (z.B. Gedankenkontrolle oder so etwas), die es ermöglicht, das restliche Volk zu kontrollieren? Und nur wenige wissen davon, dass es diese Fähigkeit überhaupt gibt. Weiß die Minderheit selbst, dass sie diese Fähigkeit besitzt? Und Ziel wäre es, die Minderheit zu täuschen / zu kontrollieren, sodass man über sie Macht über den Rest erlangen kann?

Nein, da hab ich mich wohl etwas unverständlich ausgedrückt.

Also, Gruppe A lebt in einem Land und ist in der Mehrheit.
Gruppe B lebt dort auch, allerdings abgeschieden und für sich und ist stark in der Minderheit.
Ein Teil der Gruppe A, die Anführer sozusagen, will die Kontrolle und Unterwerfung über Gruppe B, um noch mächtiger zu werden.
(Gruppe B, die in der Minderheit ist, hat nämlich Fähigkeiten, die ein Teil der Gruppe A auch haben will)
Gruppe B weiss über ihre Fähigkeiten Bescheid, für sie sind die ganz normal.
Aber der kleine Teil der Gruppe A schafft es nicht allein, Gruppe B unter Kontrolle zu bringen, weshalb der kleine Teil die Hilfe ihrer ganzen Gruppe braucht.
Deshalb muss der kleine Teil seine ganze Gruppe so anlügen, täuschen etc, dass sie denken, Gruppe B ist böse, die müssen weg, ohne zu merken, dass das Ziel der kleinen Teilgruppe ist, Macht über Alle zu haben.

Ist das etwas verständlicher?  ???
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Offline Halblingschruut

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Re: Das eigene Volk täuschen
« Antwort #4 am: 22. März 2020, 12:36:51 »
Möglich ist alles. Und, wie wir gerade sehen, ist der direkte Weg zu einer Kontrolle die Formulierung: Wir machen das doch nur zu deinem Besten. Wenn also besagte Tochter vermittelt kriegt, dass sie nur ein paar Unruhestifter ausfindig machen soll, damit der Frieden gewahrt bleibt und sich kein Mob gegen diese Mindeheit bildet, hat sie eine gute und ehrenhafte Motivation.

Das stimmt.
Aber die Minderheit könnte ja dann sagen, ne wir machen doch gar nix, ist alles nur ausgedacht und die des anderen Volkes (ausser die Eingeweihten) würden mit Sicherheit doch auch Fragen stellen und nicht sofort alles Glauben was ein paar sagen..
Ich frage mich, wieviel "Beweise" ein Volk braucht oder genauer gesagt, welche Art von Beweisen, um Angst zu schüren und den "Oberen" bei diese Sache blind zu vertrauen?
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Offline Tex

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Re: Das eigene Volk täuschen
« Antwort #5 am: 22. März 2020, 13:53:52 »
Naja, natürlich ist das möglich. Schaut doch nur mal auf die dunklen Zeiten der Weltgeschichte. Wenn die kleine Gruppe genug Propaganda macht, glauben Andere das bereitwillig. Gerade, wenn Gruppe B ja so abgeschieden lebt und man nicht viel über sie weiß, schürt das schon ohne Zutun das Misstrauen, ganz nach dem Motto: "Fürchte, was du nicht verstehst".
Warum werden kräuterkundige Frauen als Hexen verbrannt? Weil die Anderen nicht verstanden haben, was die Frauen mit den ganzen Pflanzen machen.
Warum sind die Römer bereitwillig ihren Feldherren nach Gallien gefolgt? Weil ihnen gesagt wurde, die "Barbaren" wären Feinde der römischen Ordnung und Rom würde ihnen Frieden und Zivilisation bringen.

Da ist es auch egal, was die Minderheit selbst sagt. Es glaubt ihnen dann eh keiner mehr.

Offline Gizmo

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Re: Das eigene Volk täuschen
« Antwort #6 am: 22. März 2020, 14:47:07 »
Wenn Gruppe B sehr klein ist, wäre ein guter Ansatz vermutlich nicht unbedingt Angst, sondern Ärger (denn - wie du selbst sagtest - vor einer kleinen Gruppe, die nichts tut, muss man keine Angst haben: "Die machen ja gar nichts")
Eine Möglichkeit in diesem Fall wäre z.B., dass der kleine Teil deiner Gruppe A behauptet, Gruppe B säße wichtigen Rohstoffen und rücke diese nicht heraus. In Verbindung mit einer Kampagne, die Gruppe B in ein schlechtes Licht rückt, lassen sich Animositäten schüren.
Ein Beispiel (in 5 Minuten aus den Fingern gesaugt):
  • "Wir brauchen Pflanze X, um Medizin herzustellen, aber die wollen uns das nicht geben; nur weil sie behaupten, X sei ein heiliger Baum ihrer Gottheit."
  • "Wir haben Unterhändler geschickt, aber ohne Erfolg. Wir vermuten, die wollen nur den Preis hochtreiben.  Die wollen unsere Krankheit ausnutzen, um sich zu bereichern."
  • "Verzweifelte Bürger von A haben wir versucht, sich Pflanze X zu holen. Sie wurden vertrieben und verletzt. Wir unterstützen Diebstahl nicht, aber wir müssen unsere Bürger schützen. Es ist nicht eure Schuld,dass ihr verzweifelt seid. Es ist die Schuld der Leute von B, die auf dem Heilmittel sitzen und sich weigern, euch daran teilhaben zu lassen."
  • usw. usw.

In dieser Art kann Gruppe A es immer weiter treiben, bis Gruppe B sozusagen als der Bösewicht dasteht. Und da es zwischen A und B keine Kontakte gibt, bleibt die Seite der Gruppe B in der Öffentlichkeit ungehört. Ist die Bevölkerung hinreichend wütend auf Gruppe B, kann Gruppe A rechtfertigen, deren Land zu besetzen, abzuschotten und dort tun, was ihr beliebt. Besetzung, Unterdrückung und Rohstoffdiebstahl wäre auch eine gute Tarnung für deine Verschwörertruppe, um ihrem eigentlichen Ziel nachzugehen.
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Offline Antennenwels

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Re: Das eigene Volk täuschen
« Antwort #7 am: 22. März 2020, 16:45:39 »
Wie kamen die beiden Völker den bisher miteinander aus? Könnte es sein, dass sich der Missmut von Gruppe A gegenüber B über Jahrhunderte aufgebaut hat? Ich denke es ist weit einfacher die Geschichtsschreibung zu "fälschen" und B könnte für allerlei Probleme in der Vergangenheit verantwortlich gemacht werden. Kriege, Handelskriege, Krankheiten... Die Sieger schreiben ja oft die Geschichtsbücher und es wäre daher wohl ein leichtes gewesen für Gruppe A über Jahrzehnte/Jahrhunderte hinweg negative Gefühle gegenüber der Minderheit zu schüren.

Ich habe selbst in einer meiner Geschichten eine ähnliche Situation und arbeite da hauptsächlich mit "falscher" Geschichtsschreibung und damit einhergehend tief verwurzelten Vorurteilen. Ich gehe sogar so weit, dass Teile der Minderheit sich selbst in der Schuld sehen und damit ihre eigene Unterdrückung rechtfertigen.
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Offline Halblingschruut

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Re: Das eigene Volk täuschen
« Antwort #8 am: 28. März 2020, 19:05:09 »
Wie kamen die beiden Völker den bisher miteinander aus? Könnte es sein, dass sich der Missmut von Gruppe A gegenüber B über Jahrhunderte aufgebaut hat? Ich denke es ist weit einfacher die Geschichtsschreibung zu "fälschen" und B könnte für allerlei Probleme in der Vergangenheit verantwortlich gemacht werden.

Das habe ich auch zuerst überlegt, aber das wird wohl eher schwierig da ich wollte, dass sich die Tochter in einem Gasthaus der Gruppe B unter die Leute mischt und das ja nicht möglich wäre, wenn es seit Ewigkeiten Streit zwischen den beiden Völkern gäbe..  :hmmm:
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Offline Halblingschruut

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Re: Das eigene Volk täuschen
« Antwort #9 am: 28. März 2020, 19:08:32 »

In dieser Art kann Gruppe A es immer weiter treiben, bis Gruppe B sozusagen als der Bösewicht dasteht. Und da es zwischen A und B keine Kontakte gibt, bleibt die Seite der Gruppe B in der Öffentlichkeit ungehört. Ist die Bevölkerung hinreichend wütend auf Gruppe B, kann Gruppe A rechtfertigen, deren Land zu besetzen, abzuschotten und dort tun, was ihr beliebt. Besetzung, Unterdrückung und Rohstoffdiebstahl wäre auch eine gute Tarnung für deine Verschwörertruppe, um ihrem eigentlichen Ziel nachzugehen.

Das ist gar keine schlechte Idee! Da kommt mir sogar gerade ein Einfall, wie ich das so stricken kann, dass mein geplanter Ablauf trotzdem noch funktioniert..  :buch: :jau:
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