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Autor Thema: Deutsche Sprache, Schwere Sprache  (Gelesen 951 mal)

Offline Belgerog

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Deutsche Sprache, Schwere Sprache
« am: 17. April 2019, 14:58:52 »
Hallo zusammen,

ich bin seit einiger Zeit nun in diesem Forum unterwegs und befinde mich immer noch im "Anfänger" Stadium.
Ich habe ein kleines Problem. Deutsche Grammatik.

Ich habe es erfolgreich geschafft mich durch meine Realschulzeit zu mogeln und bei meinem Studium war so etwas wie "Grammatik" auch nie ein wirklich wichtiges Kriterium.
Kommata nach Gefühl und ab geht's. Das hat bislang wunderbar geklappt. Es ist erschreckend einfach, im Nachhinein betrachtet, so durch die Schule zu kommen.

Nun komme ich auf den verrückten Gedanken, dass ich Schreiben möchte. Das alles nach Gefühl zu machen funktioniert da nur noch bedingt und ich möchte mich auch nicht auf Rechtschreibprüfungen verlassen. Besonders bemerkbar war das Ganze für mich bei den Kurzgeschichtenduellen hier im Forum. Da fehlte eben die Zeit Wochenlang Texte nochmal zu korrigieren.

Mein Anspruch an mich selbst ist, dass ich gleich im Entwurf schon eine bessere Qualität habe.
Ich möchte mich an der Stelle einfach verbessern. Mein Problem ist nun... Wie fange ich damit am besten an.

Es geht dabei um Kommas, die richtigen Bezeichnungen von Zeiten und Formen sowie deren Anwendungen.
Am liebsten wäre es mir, wenn ich mir das ganze selber erarbeiten kann.

Falls der ein oder andere gute Seiten, Tipps und Ratgeber hat, wie man sich dem Thema nachträglich und mit Struktur am besten nähern kann wäre das super.

Gruß Belge

Offline Jen

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Re: Deutsche Sprache, Schwere Sprache
« Antwort #1 am: 17. April 2019, 15:45:45 »
Ich habe mal für das Schreibnacht-Forum einen „ultimativen Kommaguide“ geschrieben, da es dort viele junge AutorInnen gibt, die quasi keine Ahnung haben. Ich pack ihn dir mal in den Spoiler, ist ein bisschen lang.

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Offline Belgerog

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Re: Deutsche Sprache, Schwere Sprache
« Antwort #2 am: 17. April 2019, 23:26:50 »
Echt cool. Vielen Dank.

Offline Zauberfrau

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Re: Deutsche Sprache, Schwere Sprache
« Antwort #3 am: 18. April 2019, 01:56:20 »
Hallo Belgerog,

hier ein Tipp für Zeiten (das musste ich mir auch erarbeiten).

Gerade der Konjunktiv macht oft Probleme, wenn man ihn braucht. Es gibt da den Konjunktiv 1 und den Konjunktiv 2.

Heißt es nun:
1) "Martin meinte, Silvia sei krank."
Oder:
2) "Martin meinte, Silvia wäre krank."

Beide Sätze sind richtig, sagen aber etwas Unterschiedliches aus:

Im ersten Fall glaubt der Erzähler, dass es stimmt, was Martin sagt.
Im zweiten Fall ist er nicht davon überzeugt.

Das ist jetzt nur ein Beispiel. Genaueres gibt es auch im Internet zu finden:

Ich hoffe, es ist erlaubt, hier diesen Link dazu zu posten: https://online-lernen.levrai.de/deutsch-uebungen/grammatik_5_7/29_konjunktiv/01_konjunktiv_1_2.htm

Für mich war gerade der Konjunktiv eine Herausforderung. Deshalb wollte ich es dir hier zeigen  :winke:

Liebe Grüße,
Zauberfrau

PS: Mach dich nicht so fertig wegen der Rechtschreibung  :knuddel: Die kommt beim vielen Schreiben ganz automatisch, je mehr du dich mit dem Thema auseinandersetzt. Und Korrekturen oder Anmerkungen im Duell darfst du nicht als Maßregelungen wie in der Schule sehen, sondern mehr als Hilfen, was sowohl die Rechtschreibung, als auch die Handlung angeht.  :vibes:


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Offline Churke

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Re: Deutsche Sprache, Schwere Sprache
« Antwort #4 am: 18. April 2019, 13:07:42 »
Im ersten Fall glaubt der Erzähler, dass es stimmt, was Martin sagt.
Im zweiten Fall ist er nicht davon überzeugt.

Sehe ich anders. Konjunktiv 1 steht regelmäßig bei indirekter Rede. Genau genommen ist "Martin meinte, Silvia sei krank" nur die grammatisch korrekt Wiedergabe von Martins "Silvia ist krank". Der Erzähler steht dazu grundsätzlich (!) neutral.

Allerdings kann der Erzähler auch (vermeintliche) Fakten im  Konjunktiv 1 wiedergeben, um sich von der Aussage eines Dritten zu distanzieren, sie sozusagen zwischen den Zeilen anzuzweifeln.

"Die Welt sei eine Kugel, versichert Kolumbus." (Klassische Spiegel-Schreibe  ;D )

Beim Konjunktiv 2 stellt der Erzähler die Aussage dagegen gezielt als irreal und damit falsch dar:

"Die Welt wäre eine Kugel, versichert Kolumbus."

Es gibt noch mehr Möglichkeiten, die Aussagen ganzer Absätze in die Grammatik zu packen. Versteht heute leider kaum noch jemand.  :gähn:

 
Cupitorum spes omnis Circus est maximus.
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Offline Anjana

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Re: Deutsche Sprache, Schwere Sprache
« Antwort #5 am: 18. April 2019, 18:03:55 »
Also Konjunktiv 1 kennt jeder, der im sozialen Bereich mal Berichte schreiben musste. Und da schreiben wir genauso, weil wir lediglich die Aussage des Klienten wiedergeben, aber eben nicht darlegen, ob wir dieser Glauben schenken oder nicht.

Offline Theophilus

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Re: Deutsche Sprache, Schwere Sprache
« Antwort #6 am: 24. April 2019, 20:56:36 »
Zitat
Ich habe mal für das Schreibnacht-Forum einen „ultimativen Kommaguide“ geschrieben, da es dort viele junge AutorInnen gibt, die quasi keine Ahnung haben. Ich pack ihn dir mal in den Spoiler, ist ein bisschen lang.

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Hallo Jen,
Deine Zusammenstellung finde ich sehr gut und ausgesprochen hilfreich. Werde ich mir kopieren und abspeichern.
Herzlichen Dank. :jau: :)
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Offline Jen

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Re: Deutsche Sprache, Schwere Sprache
« Antwort #7 am: 25. April 2019, 09:26:51 »
Danke! Es hapert halt bei der Datumsdarstellung, aber andere Regeln sind meiner Meinung nach eh sinnvoller.
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