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Autor Thema: Sind Kinder in der High Fantasy unsichtbar?  (Gelesen 64 mal)

Offline Aphelion

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Sind Kinder in der High Fantasy unsichtbar?
« am: Gestern um 21:58:25 »
Im Moment habe ich das Gefühl, dass es in der High Fantasy, die sich an Jugendliche und Erwachsene richtet, selten Kinder als Statisten oder eher unwichtige Nebenfiguren gibt, die nicht an den Beschützerinstinkt appellieren.

Mit Statisten meine ich Figuren, die fast mehr zum Setting als zu den Figuren gehören: Sie stehen dumm herum, wenn die handlungsrelevanten Figuren vorbeigehen, und sagen vielleicht mal einen Satz, der aber eigentlich „nur“ zur Atmosphäre beiträgt.

Die geringe Anzahl an Kindern (in den Büchern, die mir in letzter Zeit untergekommen sind) finde ich insofern interessant, als dass in vielen High-Fantasy-Welten allein aufgrund des Settings eigentlich eine geringe Lebenserwartung vorherrschen müsste, ergo müssten anteilig viel mehr Kinder und Jugendliche herumlaufen als heute in Mitteleuropa.  :hmmm:

Mir ist bewusst, dass es für eine hohe Lebenserwartungen auch in einer Welt mit primitiven Technologien Erklärungen geben kann, aber ich beziehe mich hierbei nicht auf solche Welten, die direkt oder indirekt eine solche Erklärung liefern – ich meine solche, bei denen z.T. sogar unüberlesbar beschrieben wird, wie schwer es die Menschen haben.

Paradoxerweise habe ich auch den Eindruck, dass viele Autoren den Anteil der Alten erhöhen, wenn sie signalisieren wollen, dass eine Gesellschaft arm dran ist – obwohl die Bevölkerung gerade dann ja überdurchschnittlich jung sein müsste?  ???

Jetzt habe ich natürlich keinen repräsentativen Überblick über die Fantasy-Literatur, deshalb die Frage an euch: Wie seht ihr das?

Offline Maubel

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Re: Sind Kinder in der High Fantasy unsichtbar?
« Antwort #1 am: Gestern um 23:14:27 »
Kann ich jetzt ehrlich nicht so sagen. Meine zwei Lieblingsromane zum Beispiel: Robin Hobbs Weitseher-Trilogien: Fitz beginnt als Kind, es gibt im ersten Band auch viele Szenen mit anderen Kindern und in der dritten Trilogie ist seine Tochter Bee zweite Hauptfigur im Alter von ... 10? Als sie auch noch nicht durch die Weltgeschichte touren gibt es auf dem Anwesen eine ganze Menge anderer Kinder. Unsichtbar würde ich das nicht nennen.
Dann das Lied von Eis und Feuer: Die Starkkids sind alle Kinder, teilweise auch noch am Ende und auch dort wird ständig von Kindern gesprochen, über und überall.
Auch bei Lynn Flewellings Tamir-Trilogie kommen viele Kinder vor, wieder in den ersten Bänden, weil sie selbst Kinder sind, aber sie sind nicht die einzigen ;)

Klar, wenn ich auf eine Abenteuerreise gehe, nehme ich selten einen Haufen Kinder mit, aber ich habe sie in den High Fantasy Welten noch nie unsichtbar gesehen. Da ist mir schon öfter der Trope vom weisen/altklugen Kind aufgefallen. Das läuft nämlich auch oft mit und ist etwas ganz Besonderes.

Was stimmt, sprich: ich bestätigen kann, ist dass die Lebenserwartung oft höher ist. Die wenigstens sterben in ihren 40er/50er (außer beim Mord- und Totschlag). Ich würde sagen, es ist einfach nicht so extrem wie unser Mittelalter, aber gänzlich unsichtbar sind die Kinder nicht und die sagen auch oft mehr als nur einen Satz.
      

Online Angela

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Re: Sind Kinder in der High Fantasy unsichtbar?
« Antwort #2 am: Heute um 00:19:43 »
Die Belgariad Geschichte hat einen kindlichen Helden, der erst nach und nach begreift, was um ihn herum geschieht. In der Richtung habe ich auch schon etliche andere Geschichten gelesen, als Erwachsenenbücher verkauft, aus dem englischsprachigen Raum.

Online Maja

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Re: Sind Kinder in der High Fantasy unsichtbar?
« Antwort #3 am: Heute um 00:29:43 »
Ich habe das hier verschoben, weil es doch den Kernbereich unseres Schaffens betrifft und nicht "die Phantastikszene".

Die Belgariad Geschichte hat einen kindlichen Helden, der erst nach und nach begreift, was um ihn herum geschieht. In der Richtung habe ich auch schon etliche andere Geschichten gelesen, als Erwachsenenbücher verkauft, aus dem englischsprachigen Raum.
Garion ist sicherlich sechszehn Jahre alt, kein Kind mehr, sondern im typischen stürmischen Jungheldenalter. Den würde ich nicht als Beispiel heranziehen, wenn es ausdrücklich um Kindre und noch nicht mal um Jugendliche geht. Jugendliche sind in der Fantasy sehr gut sichtbar. Mit Kindern sieht das in der Tat anders aus. Da würde ich eher auf die Stark-Sippschaft verweisen, die wirklich noch im Kinderalter sind, als die Geschichte anfängt.
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