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Handwerkliches => Workshop => Thema gestartet von: Pandorah am 24. November 2013, 13:25:15

Titel: Produktivität steigern: Die Pomodoro-Technik
Beitrag von: Pandorah am 24. November 2013, 13:25:15
Jetzt bekommt sie ihren eigenen Thread - die Pomodoro Technik. Denn in den anderen Threads geht sie etwas unter und ich finde sie so toll und wirkungsvoll, dass jeder Interessierte die Chance haben sollte, sie einmal auszuprobieren.

Ich stelle hier meine abgewandelte Form vor, die originale Methode findet ihr unter:
http://pomodorotechnique.com/ (englisch)
http://de.wikipedia.org/wiki/Pomodoro-Technik (Wikis deutsche Erklärung)

Worum geht es?
Die Pomodoro Technik ist eine Zeitmanagement-Methode, die ein Herr Francesco Cirillo irgendwann in den 1980ern erfunden hat. Die Arbeit wird in Schritte von 25 Minuten unterteilt. Nach 25 Minuten gibt es eine Pause von fünf Minuten, dann kommt die nächste Zeiteinheit dran. Nach vier Zeiteinheiten gibt es eine längere Pause von um die 20 Minuten. Eine Zeiteinheit nennt sich Pomodoro.

Wie geht es?
Simpel, aber wirkungsvoll: Man stellt sich einen Timer - eine Küchenuhr, ein kleines PC-Programm oder ähnliches - setzt sich dran und macht genau das, was man sich vorgenommen hat. 25 Minuten lang. Selbst wenn es schwer fällt, hat man eine feste Zeit vor Augen, die man durchhalten muss, danach kann man durchatmen.

Pomodoro? Was haben Tomaten damit zu tun?
Pomodoro ist das italienische Wort für Tomate. Der Name rührt daher, dass Herr Cirillo bei seinen Versuchen eine Küchenuhr in Tomatenform genutzt hat. 25 Minuten einstellen und solange die Uhr tickt, wird sich der Aufgabe gewidmet - in unserem Fall geschrieben.

Nutzen
Ich arbeite meistens nicht mehrere Pomodori hintereinander ab, aber konzentriere mich innerhalb einer Pomodoro absolut auf meine Aufgabe. Nichts anderes ist möglich - kein Kaffeeholen, keine Pipipause, nichts. Durch das oben erwähnte Hinarbeiten auf ein Ende, nachdem ich Pause machen und mich entspannen kann, habe ich ein Ziel. Es zieht sich nicht ewig und endlos hin, ich kann einfach nach der genannten Zeit durchatmen, die Augen zumachen, das Bad aufsuchen oder mir einen Kaffee holen. Und das wiederum hat den Vorteil, dass ich mich mit diesen Kleinigkeiten nicht während der Schreibzeit ablenke.

Meine Produktivität ist seit dem Nutzen dieser Methode schlagartig angestiegen. Je nachdem, wie gut es fließt, habe ich nach 25 Minuten 600 bis 1200 Wörter (das Mittel liegt bei mir meistens zwischen 900 und 1050 Wörtern). Da ich pro Tag gewöhnlich zwei Pomodori unterbringe, schreibe ich also um die 2000 Wörter.

Kosten
Mit eigenem Küchenwecker oder freien Online-Timern: 0 Euro.
Man kann sich einen extra Pomodoro-Wecker von der oben erwähnten Seite kaufen, die kosten 5,99 Euro. Bücher gibt es auch, man kann auch Kurse machen. Braucht man aber alles nicht.


Und damit ich nicht alleine so begeistert dastehe, zitiere ich jetzt mal Thaliope aus dem Freedom-Thread.

Was mir im Moment ganz gut hilft, ist der Tomato-Timer (http://tomato-timer.com/), auf den ich dank des tollen Tipps von Pandorah zur Pomodoro-Technik gekommen bin. Das hilft auf jeden Fall, sich für einen festen Zeitraum auf eine bestimmte Arbeit zu fokussieren. Und ich mag gar nicht sagen, wie viel produktiver ich damit geworden bin. *hust*


Das Problem, was ich jetzt noch ausmerzen muss, ist, mit den Pomodori zu beginnen. Sozusagen den Startbutton zu drücken, fällt mir aktuell recht schwer. Wenn ich erst einmal losgelegt habe, ist es dann aber wunderbar.
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro Technik
Beitrag von: Alaun am 24. November 2013, 13:39:40
Die Methode ist super, ich arbeite schon eine ganze Weile damit. Wenn man danach vorgeht, steigt die Effektivität wirklich deutlich, gerade wenn man sonst dazu neigt sich zu verzetteln, zu versurfen, sonstwie zu prokrastinieren ... Bei mir hakt es allerdings auch manchmal daran, einfach anzufangen. Aber das kann einem das beste Zeitmanagementprogramm nicht abnehmen. Vielleicht sollte ich mir einen Sklaventreiber zulegen ;D
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro Technik
Beitrag von: Grey am 24. November 2013, 13:44:45
Die Technik nutze ich auch, meist in Kombination mit Write or Die. Da ist der Timer ja integriert, man hat keine Gelegenheit, mal kurz wegzugehen, und die Arbeitsoberfläche ist ganz ablenkungsfrei. Wirklich ein ganz geniales Prinzip. Nur das Problem mit dem Anfangen hab ich auch. ;D
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro Technik
Beitrag von: Pandorah am 24. November 2013, 14:10:34
Thihihihi, in Kombination mit WoD nutze ich es auch! ;D

Aber schön, dass ich nicht allein bin mit dem Problem des Anfangens. Aqua, wenn du den Sklaventreiber gefunden hast, klone ihn bitte und schicke ihn bei mir und vermutlich auch Grey vorbei. *g*
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro Technik
Beitrag von: Thaliope am 24. November 2013, 14:13:46
Danke fürs Thread-Eröffnen, Pandorah :)

Ich greife mal meinen Vorschlag aus dem anderen Thread wieder auf und versuche, ihn nochmal verständlicher zu machen:

Zitat
aber vielleicht würde es helfen, als erstes auf die Pausentaste zu drücken? Also, dass man sich sozusagen eine feste Karenzzeit setzt? Habs noch nicht ausprobiert, aber vielleicht hilft das ja. Und ich verdrück mich jetzt mal ganz fix nach Tomatenhausen :)

Auf dieser Seite Tomato Timer (http://tomato-timer.com/) gibt es drei Voreinstellungen, einmal "Pomodoro", also 25 Minuten, einmal "Short Break", das sind 5 Minuten, und einmal "Long Break", also 10 Minuten.

Meine Überlegung war jetzt, dass man nicht als erstes auf den Pomodoro-Button drückt, sondern erst auf eine Fünf-Minuten-Pause. Dann hat man das System sozusagen angeschmissen, muss aber noch nicht sofort anfangen und hat noch ein bisschen Aufwärmzeit, bis man dann mit dem nächsten Piepsen richtig loslegt.

Wie gesagt, ich weiß nicht, ob das funktioniert, aber mir kam der Gedanke ....

LG
Thali (between tomatos)
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro Technik
Beitrag von: Pandorah am 24. November 2013, 14:40:01
Ah, so meinst du das! :D Das klingt nach einer sehr guten Idee, das probiere ich gleich mal aus. :knuddel:
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro Technik
Beitrag von: Thaliope am 24. November 2013, 14:43:09
Ah, so meinst du das! :D Das klingt nach einer sehr guten Idee, das probiere ich gleich mal aus. :knuddel:

Freut mich sehr. Bin gespannt, ob es funktioniert!
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro Technik
Beitrag von: Pandorah am 24. November 2013, 15:13:46
Sagen wir es mal so: Es liegen bisher noch keine ausreichenden Versuchsergebnisse vor, aber die aktuelle empirische Erhebung bei 1 Person und 1 Mal hat eine Erfolgsquote von 100% ergeben! ;D Ich hoffe, die Daten aus weiteren Versuchsreihen zeigen, dass dieses Ergebnis zumindest größtenteils haltbar ist.

Jetzt bin ich gerade in der Tomatenpause.
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro Technik
Beitrag von: Thaliope am 24. November 2013, 15:14:41
Sagen wir es mal so: Es liegen bisher noch keine ausreichenden Versuchsergebnisse vor, aber die aktuelle empirische Erhebung bei 1 Person und 1 Mal hat eine Erfolgsquote von 100% ergeben! ;D Ich hoffe, die Daten aus weiteren Versuchsreihen zeigen, dass dieses Ergebnis zumindest größtenteils haltbar ist.

Jetzt bin ich gerade in der Tomatenpause.

 :rofl:  :rofl:  :rofl:
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro Technik
Beitrag von: Janika am 24. November 2013, 15:26:31
Na, dann musst du aber noch mindestens 99 Versuche durchführen, damit du die empirische Varianz adäquat ermitteln kannst! ;D
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro Technik
Beitrag von: Snöblumma am 24. November 2013, 15:55:37
Ich finde das gerade sehr spannend und bin mal gespannt, was ihr so berichtet. Diese Technik kann ich mir zwar grundsätzlich schon verstellen, aber irgendwie geht sie meiner Arbeitsweise von Grund auf zuwider. Alles, was unter zwei Stunden ist, läuft bei mir unter der Kategorie "lohnt nicht, geh lieber in den Sport oder les ein Buch". Zum Lernen brauche ich eher Zeiteinheiten im Bereich von vier Stunden, damit ich wirklich das Gefühl habe, sinnvoll voran zu kommen.

Meine größte Sorge wäre ja, bei dieser Technik unwahrscheinlich viele Pausen zu machen.

Wie macht ihr das dann eigentlich, wenn ihr gerade im Flow seid? Ich meine, klar, manchmal geht gar nix. Aber wenn ihr gerade so wirklich eintaucht, ignoriert ihr dann die Pause?

Edit sagt: ich hatte mich gerade zitiert statt zu verbessern. *Headdesk* Hab den Beitrag aber schon gelöscht...
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro Technik
Beitrag von: Pandorah am 24. November 2013, 16:09:23
@Jannika
Ich werde mich bemühen. ;D


@Snöblumma
Du bist ja nicht auf eine Pomodoro angewiesen. Wenn du vier hintereinander hängst, hast du auch zwei Stunden. Bei acht Pomodori hast du vier Stunden. Es geht ja nicht darum, dass du nur 25 Minuten arbeitest, sondern dass du zwischendurch mal Luft schnappen kannst und dafür die 25 Minuten richtig konzentriert ranklotzt. :)

Einen Versuch wäre es wert, denke ich mir. Kann ja sein, dass dir die Arbeitsweise ganz und gar nicht liegt. Dann hakst du sie ab unter "ausprobiert" und bist um eine Erfahrung reicher.

Ich halte die Pausen in 95% aller Fälle ein, weil ich so konzentriert vorher war, dass ich mich mal kurz entspannen muss - zumindest, wenn ich mehrere Pomodori hintereinander mache. Oft mache ich ja nur eine und sehr viel später dann eine zweite. Wenn ich aber so richtig im Flow bin, dann schreibe ich einfach weiter. Ich schreibe ja in WoD und auch, wenn die 25 Minuten rum sind, kann man dort wie bei einem Küchenwecker, den man ignoriert, einfach weitertippen. Da blockt ja nichts. *g*
Meist will ich aber spätestens dann mal einen neuen Tee.
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro Technik
Beitrag von: pink_paulchen am 24. November 2013, 18:53:40
Ich finde die Technik hochgradig effektiv - funktioniert für mich perfekt, auch gerne in Verbindung mit WoD. Allerdings brauche ich kürzere Tomaten. Ich kann dieses Schreibtempo nicht 25 Minuten aufrecht erhalten. Faktisch schreibe ich mit 10 Minuten Häppchen am allerbesten.
Ich denke in Ruhe über die Szene nach, atme tief durch, mach die Augen zu und lasse sie in Dolby und 3 D im Kopf ablaufen - dann mache ich die Augen auf, schlag auf den Gong und haue diese eine Szene in 10 Minuten raus. Danach brauche ich eine gedankliche Pause, in der ich auch gern das was ich geschrieben habe nochmal lese und Sachen daran erweitere/verändere. Und während dieser Zeit kommt mir die nächste Szene näher. Ich schaffe etwa 3-4 solcher Zeiten in Folge. Dann bin ich reif für eine halbe Stunde Luft holen.
Ich würde noch viel lieber wie Snö schreiben - ohne Zeitdruck und entspannter. Leider lassen meine vielen Hobbys und der Job dazu nur wenig Luft. Aber wenn ich mal Zeit habe, in Ruhe zu schreiben, ist meine Herangehensweise völlig anders. Dann schreibe ich einen Satz, lese ihn, stelle was um bis ich ihn schön finde. Perfekt ist er dann zwar noch nicht, aber er hat hinterher eine vernünftige Grammatik, fügt sich in die Melodie und hat schon halbwegs die Worte, die drin vorkommen sollen. Erst dann mach ich den nächsten Satz. Das geht natürlich langsamer, aber die Texte sind dafür ausgegorener.
Für mich sind die Texte, die ich mit Tomatentechnik verfasse ideal für schnelle actionlastige Sequenzen wo viel passiert. Die gelingen mir so am Besten. Wenn ich hingegen Gefühl, Emotionen und wichtige Kernmomente des Textes schreibe, dann eigentlich lieber satzweise.
Im Nano schreib ich nur Tomate, die Sexszenen kriegen manchmal etwas gefühlt lustiges. Als wenn meine Akteure Angst hätten, gleich kommt einer um die Ecke. Und so fühle ich mich auch beim Schreiben.
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro Technik
Beitrag von: Thaliope am 24. November 2013, 19:03:42

Meine größte Sorge wäre ja, bei dieser Technik unwahrscheinlich viele Pausen zu machen.



Ich denke, es geht darum, dass man die Pausen kanalisiert und bewusst nutzt, anstatt immer mal zwischendurch unkontrolliert rumzusurfen, weil man seine Pausenzeiten nicht klar definiert hat.
Ich finde diese 25 Minuten ziemlich ideal, weil ich mich so lange wirklich gut konzentrieren kann und alle abweichenden Gedanken und Ideen auf die Pausen verschieben kann.

Wenn du aber, Snö, vier Stunden am Stück durchlernen oder durchschreiben kannst, ohne zwischendrin wegzudriften, ist die Technik für dich natürlich völlig überflüssig und mein Neid ist dir sicher ;D Aber ich finde auch, dass es einem das Anfangen ungemein erleichtert, wenn man keine endlosen Stunden direkt vor der Nase hat, sondern ein überschaubares Häppchen von 25 Minuten.
Wenn ich in emotionaler Bestform bin, mache ich die Pausen automatisch, wenn ich sie brauche, und arbeite dazwischen auch konzentriert. Aber oft klappt das nicht von allein, und dann ist diese Technik echt prima.

Ich habe es auch scho mit (10+2)*5 probiert. Also, jeweils zehn Minuten arbeiten, 2 Minuten Pause, das ganze fünf Mal pro Stunde. Das ist auch extrem produktiv, aber eben auch recht aufwändig, und einen ganzen Arbeitstag lang halte ich das kaum durch - geschweigedenn mehrere. Aber mit diesen 25 Minuten, gerade mit dem praktischen Online-Timer komme ich jetzt echt ganz gut zurecht :)

LG
Thali, die vor der nächsten Tomate jetzt mal eine längere Pause einlegt ...
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro Technik
Beitrag von: Snöblumma am 24. November 2013, 19:48:28
Ich denke, es geht darum, dass man die Pausen kanalisiert und bewusst nutzt, anstatt immer mal zwischendurch unkontrolliert rumzusurfen, weil man seine Pausenzeiten nicht klar definiert hat.
Ich finde diese 25 Minuten ziemlich ideal, weil ich mich so lange wirklich gut konzentrieren kann und alle abweichenden Gedanken und Ideen auf die Pausen verschieben kann.

Wenn du aber, Snö, vier Stunden am Stück durchlernen oder durchschreiben kannst, ohne zwischendrin wegzudriften, ist die Technik für dich natürlich völlig überflüssig und mein Neid ist dir sicher ;D

Schön wäre es, wenn ich nicht abdriften würde ;). Klar definierte Pausenzeiten sind sicher wichtig, um effektiv zu arbeiten, und die habe ich auch - eben auch für diese kleinen Dinge wie mal eben Tee kochen / aufs Klo gehen / surfen / usw. usf. Ich versuche auch, mein Handy nicht neben mir liegen zu haben, keine Bücher für "nur mal eben den Absatz lesen" griff bereit zu haben und wenn ich Durst habe und vergessen habe mir etwas in der letzten Pause mit an den Schreibtisch zu holen - Pech gehabt.

Wobei ich es gar nicht so schlimm finde, mal abzudriften. Ich glaube, gerade bei geistig anstrengenden Dingen wie schreiben oder eben auch lernen braucht der Kopf einfach ab und zu undefiniert einen schweifenden Blick. Ich verbiete mir den auch nie, egal wie passend er mir gerade vorkommt. Solange man nicht aufsteht und tatsächlich etwas anderes macht, gehe ich immer davon aus, dass mein Hirn einfach gerade eine kreative Pause braucht. Das kann nach zwei Minuten sein, nach fünf oder auch mal vier Stunden gar nicht. Nur dieses "Kleinigkeiten erledigen", das finde ich kanalisiert irgendwie besser ;).

Ja, keine Ahnung, vielleicht sollte ich es mal ausprobieren. Ich bin eigentlich auch niemand, der sich lange konzentrieren kann, ich versuche alle zwanzig Minuten die Art der Tätigkeit zu wechseln, und ich habe eine wirklich brutal kurze Aufmerksamkeitsspanne (Prinzip: "Wie? Nein, ich bin nicht hyper... oh guck mal, ein Eichhörnchen!"). Nur habe ich bei so kurzen Einheiten immer das Gefühl, es lohnt sich gar nicht erst. Wenn ich dagegen weiß, dass ich jetzt mal vier Stunden an der Sache sitze, dann lohnt sich das auch, dafür wirklich an den Schreibtisch zu gehen...
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro Technik
Beitrag von: Pandorah am 24. November 2013, 23:11:16
Na, dann musst du aber noch mindestens 99 Versuche durchführen, damit du die empirische Varianz adäquat ermitteln kannst! ;D

Ich habe heute noch mehrere Studien durchgeführt, und auch wenn ich bei weitem nicht auf 99 Versuche komme, kann ich doch sagen, dass der Erfolg bisher durchschlagend ist! :D Ich habe so viele Wörter wie nie geschrieben. Wohoooooooo! Danke für den Tipp! Ist zwar nichts für jeden Tag, sich selbst zu übertreffen, aber es ist toll, dass ich so die Anfangsholperei etwas überwinden kann. Der Tomato Timer ist als Lesezeichen hinterlegt. Hehe.
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro Technik
Beitrag von: Pandorah am 28. November 2013, 19:09:40
Auf dieser Seite Tomato Timer (http://tomato-timer.com/) gibt es drei Voreinstellungen, einmal "Pomodoro", also 25 Minuten, einmal "Short Break", das sind 5 Minuten, und einmal "Long Break", also 10 Minuten.

Meine Überlegung war jetzt, dass man nicht als erstes auf den Pomodoro-Button drückt, sondern erst auf eine Fünf-Minuten-Pause. Dann hat man das System sozusagen angeschmissen, muss aber noch nicht sofort anfangen und hat noch ein bisschen Aufwärmzeit, bis man dann mit dem nächsten Piepsen richtig loslegt.

Thali, das funktioniert richtig gut! :knuddel: Nicht jedes Mal, manchmal muss ich zweimal den Pausebutton betätigen, aber dann lege ich auch tatsächlich los. Ich kann nur empfehlen, das auch mal auszuprobieren. DANKE! :knuddel:
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro-Technik
Beitrag von: Umbra et Luminis am 28. November 2013, 23:10:48
Da ich gerade eine Korrekturphase überwunden und Dezember wieder ganz viel schreiben sollte, werde ich die Pomodoro-Methode auch mal ausprobieren. Bisher hatte ich noch gar nichts davon gehört und bin schon gespannt, wie es sich aufs Tagespensum auswirken wird.  :)

Ich merke jedenfalls, dass 25 Minuten Einheiten mein Gehirn insofern überlisten, dass ich mir denke "Das ist ja gar nicht viel" und dann sicherlich leichter reinkomme, als wenn ich mir denke, wieviele Stunden ich heute mal wieder möglichst supereffektiv schreiben sollte. Da wird der Anfang dann bedeutend schwerer. Der große Berg wird mit vielen kleinen Schritten genommen, die man (hoffentlich) nicht dauernd ins Stolpern gerät, weil man lieber die Aussicht genießt. Vielleicht könnte es mir sogar helfen, meine unterbewusste Einstellung "Wie - ich muss in vier Stunden noch einkaufen, das lohnt sich ja gar nicht" irgendwie umzuhebeln. Denn wenn ich einen großen Berg an Pensum vor mir habe und mein Tag noch unterbrochen wird, fällt mir der Einstieg besonders schwer ...

Einziges "Manko": Will man mehrere Einheiten genau so schreiben, wie es vorgesehen ist (also mit der fünfminütigen Pause), muss ich als Raucherin ganz schön anziehen, um meine Zigarette in max. fünf Minuten bei winterlichen Temperaturen zum Stummel zu rauchen, meine Balkon-Raucher-Winderverkleidung abzuschälen und wieder betriebsbereit vor dem Bildschirm zu sitzen.  ;D

Nein, eine echt interessante Geschichte. Mal sehen, ob sich mein Fauli-Gehirn überlisten lässt und zu produktiven Höchstleistungen auffährt. Ich gebe dann auch gerne Rückmeldung.  :)
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro-Technik
Beitrag von: Cailyn am 30. November 2013, 13:26:47
Pandorah

Ich danke dir für diese Erläuterung. Immer wieder bin ich sehr interessiert an Schreibtechniken oder Arbeitsmethoden. Mich fasziniert es sehr. Allerdings muss ich zugeben, bin ich äusserst selten eine Abnehmerin solcher Hilfestellungen. Bei mir funktioniert das einfach nicht. Wenn ich loslege, was ist dann schon Zeit? Was sind 25 Minuten? Vermutlich steigert es die Kreativität, wenn man alle 25 Minuten eine Pause macht und später einmal eine längere Pause. Aber mein Hirn schaltet solche Dinge einfach aus. Auch einen lauten Wecker würde ich ignorieren.

Aber wie gesagt...interessieren tut es mich.  ;D
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro-Technik
Beitrag von: Amberle am 30. November 2013, 14:28:01
Nachdem ich in den letzten Monaten vielleicht 3k geschrieben habe, will ich es mal mit den Pomodori probieren. Aber recht skeptisch bin ich schon. Zum einen weil ich mich nur selten dazu bringen kann überhaupt anzufangen, und zum anderen weil ich bei allem was ich regelmäßig mache irgendwann eine Blockade bekommen. Was dann in mehreren Monaten Schreibblockade endet. Aber ein Test kann es eigentlich nicht schlimmer machen als es schon ist. :omn:
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro-Technik
Beitrag von: Pandorah am 05. Dezember 2013, 20:25:44
Ich merke jedenfalls, dass 25 Minuten Einheiten mein Gehirn insofern überlisten, dass ich mir denke "Das ist ja gar nicht viel" [...] Vielleicht könnte es mir sogar helfen, meine unterbewusste Einstellung "Wie - ich muss in vier Stunden noch einkaufen, das lohnt sich ja gar nicht" irgendwie umzuhebeln. Denn wenn ich einen großen Berg an Pensum vor mir habe und mein Tag noch unterbrochen wird, fällt mir der Einstieg besonders schwer ...

Ja, das ist echt ein prima Trick! Denn 25 Minuten bekommt man meistens noch irgendwie in den Tag gequetscht, und wenn man konzentriert dransitzt, können das ganz schön viele Wörter sein. Und selbst wenn es nur wenige sind - es sind immer noch mehr, als wenn man gar nicht angefangen hätte.

Einziges "Manko": Will man mehrere Einheiten genau so schreiben, wie es vorgesehen ist (also mit der fünfminütigen Pause), muss ich als Raucherin ganz schön anziehen, um meine Zigarette in max. fünf Minuten bei winterlichen Temperaturen zum Stummel zu rauchen, meine Balkon-Raucher-Winderverkleidung abzuschälen und wieder betriebsbereit vor dem Bildschirm zu sitzen.  ;D

DIE Gelegenheit, das Rauchen zu reduzieren? ;D Ansonsten hast du ja alle vier Pomodori eine längere Pause. *g*

Und wenn du die Methode ausprobiert hast, würde ich mich über Rückmeldung echt freuen! Ich finde das total spannend, wie andere damit zurecht kommen.


@Cailyn
Ich denke, dass jeder Mensch anders arbeitet. Pro Autor gibt es eine perfekte Arbeitsmethode. Ich nutze die Pomodoro-Technik ja auch auf eine angepasste Art. Wenn du in einen Schreibrausch fällst, dann schreib einfach weiter. Wenn du keine Pause brauchst, wie perfekt ist denn das? Mir hilft die Struktur einfach, und dieses Hinarbeiten auf ein kurzfristiges Ziel, das sich in vielen Schritten plötzlich zu einem großen Ganzen formt, ist toll für mich. Und seitdem bin ich eben auch nicht mehr auf große Zeitfenster und freie Tage angewiesen, um Schreiben zu können, und DAS ist mal ein Gewinn für mich. Das hat meine Produktivität auch enorm gesteigert.


@Amberle
Wenn du eh eine Blockade hast, kannst du es echt nicht mehr schlimmer machen. :knuddel: Das Anfangen ist bei mir ja auch ein Problem, siehe oben. Und da kann ich dir Thalis Tipp mit der "vorgezogenen Pause" echt nur wärmstens ans Herz legen. Hilft mir total! Und wer weiß, vielleicht kommst du ja aus dem Schreibtief raus. Einfach  mal 25 Minuten lang tippen und die Qualität der Wörter fürs erste ignorieren. Du weißt ja, man kann alles editieren. ;D Und selbst wenn du alles löschen müsstest, hättest du zumindest was geschrieben und es versucht. So viel sind 25 Minuten ja auch nicht, dass man es nicht mal wagen könnte.
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro Technik
Beitrag von: Thaliope am 06. Dezember 2013, 08:29:27
Thali, das funktioniert richtig gut! :knuddel: Nicht jedes Mal, manchmal muss ich zweimal den Pausebutton betätigen, aber dann lege ich auch tatsächlich los. Ich kann nur empfehlen, das auch mal auszuprobieren. DANKE! :knuddel:

Das freut mich total!!  :vibes:
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro-Technik
Beitrag von: Manja am 07. Dezember 2013, 04:11:08
Hmmm... die werde ich doch glatt am Sonntag ausprobieren. Mal sehen, wie viel ich da gschrieben bekomme. Der erste Mini-Test mit einer Tomate vor dem Schlafengehen war zumindest recht ergiebig.
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro-Technik
Beitrag von: Pintana am 07. Dezember 2013, 18:06:53
In der letzten Woche habe ich die Technik auch mal ausprobiert, weil ich nicht voran kam, mit meinem Projekt. Es hat
so gut funktioniert, dass mich dieser eine Versuch direkt wieder in die übliche Schreiberbahn geleitet hat und ich mich beim
nächsten mal nicht mehr zwingen musste mich an meinen Laptop zu setzten und zu tippen.

Fazit: Funktioniert auch um "Schreibhemmungen" zu überwinden.
Wenn's nicht so richtig will kann man sich auch ein Wortzahlziel setzten, quasi zur Selbstkontrolle, damit man nicht
statt sich im Netz zu verlieren plötzlich nur noch auf den Bildschirm starrt und vor sich hin träumt ;)
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro-Technik
Beitrag von: Sanjani am 08. Dezember 2013, 15:33:04
Hallo ihr Lieben,

ich nutze diese Technik auch ab und zu und finde sie sehr hilfreich. Das Problem mit dem Anfangen kenne ich leider auch zur Genüge. Ich glaube, mir würde es helfen, mir einen Termin für Pomodoro in meinen Kalender zu schreiben (Kalender im Mac mit Erinnerungsfunktion), denn wenn dann der Hinweis aufploppt, dass ich doch jetzt Pomodoro machen will, könnte ich ihn, glaube ich, nicht einfach so wegklicken. Habe es aber noch nicht ausprobiert :)
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro-Technik
Beitrag von: Umbra et Luminis am 17. Dezember 2013, 22:42:02
So, mal eine kurze Rückmeldung zu Tag 1 meines Pomodoro-Selbstversuches.  :)

Ich bin wirklich absolut positiv überrascht. Heute habe ich mir ein Wahnsinnsziel gesteckt (ich habe es wohlgemerkt noch nicht geschafft und lege sicherlich noch zwei Einheiten ein) und es kam mir bisher gar nicht so vor. Die 25 min vergehen so schnell, dass man durch die Pauseneinheit trotzdem wieder gut weitermachen kann. Ja, eine Einheit vergeht sogar so schnell, dass man sich wundert, wo die 25 min überhaupt hin sind. Irgendwie fällt es mir durch diese lapidare Uhr leichter, einzutauchen ...
Auch, wenn ich also das große Ziel heite noch nicht erreicht habe, habe ich dennoch mehr geschafft, als ich sonst die letzten Monate pro Tag geschrieben habe. Und dabei fühle ich mich weniger müde. Heute habe ich also schon dreimal je vier Einheiten mit den Pausen dazwischen geschrieben, effektiv knappe 6 Stunden. Das liegt eindeutig an der disziplinarischen, bösen Uhr!  ;D

Morgen werde ich es weiter ausprobieren und hoffe, dass es nicht nur der motivierende Effekt des Neuen ist. Sonst endet es wie mit einer Diät. Anfangs ist man noch voll dabei, aber irgendwann merkt man, dass man die Regeln auch brechen kann und es einem immer weniger ausmacht. Morgen und übermorgen will ich noch viel reissen. Wenn Pomodoro dabei hilft, bin ich überzeugt und werde diese Art der Arbeits-Zeit-Einteilung zukünftig genau so für mich nutzen. Also bisher ein voller Erfolg.  :)
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro-Technik
Beitrag von: Pandorah am 18. Dezember 2013, 15:43:10
Super, dass das auch bei dir so gut klappt! :pompom:

Für das Problem, dass es den Reiz des Neuen verliert... hach ja, ich lass mich auch gern ablenken von neuen glitzernden Dingen. :wolke: Man muss es ja auch nicht täglich nutzen, aber gerade, wenn man ein großes Tagesziel hat oder einen Monat lang (NaNo...) zu Höchstleistungen auflaufen möchte oder eine drohende Deadline hat, ist es gut, etwas Funktionierendes in der Hinterhand zu haben. ;D
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro-Technik
Beitrag von: Umbra et Luminis am 18. Dezember 2013, 23:40:14
Ach Pandorah, mein zweiter Tag heute lief nicht so gut. Diesmal habe ich schon weniger geschafft. Die fünf Minuten Pause kamen mir viel zu kurz vor und die Ablenkung hat gerufen. Dank gestern (so viel hatte ich schon fast ein ganzes Jahr nicht mehr an einem Tag geschrieben) war ich ultimativ ausgelaugt und habe ganz schön rumgedrühlt. Dadurch konnte mich die Tomate nicht mehr so in Schwung bringen, wie es mir lieb gewesen wäre. Ich habe sie knallhart beschi**en.  :schuldig: 8)

Morgen probiere ich es mit mehr Schlaf noch ein weiteres Mal. Ich bin gespannt, ob es dann wieder besser zieht. Weil trotz allem denke ich, dass ich ohne den tomatigen Timer und dessen klare Ansagen nicht so viel hinbekommen hätte. Also immer noch Daumen hoch. Es treibt einen wirklich zu höherer Produktivität, der Meinung bin ich immer noch absolut. :jau:
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro-Technik
Beitrag von: Pandorah am 19. Dezember 2013, 00:00:59
Ich glaube, man muss sein optimales Maß an Pomodori finden. :knuddel: Ich schaffe das auch nicht, dass ich vier Pomodori durcharbeite, dann 20 Minuten Pause mache und noch mal vier Pomodori dranhänge und das ganze im Zweifelsfall noch mal wiederhole. Drei Zyklen sind echt heftig!

Es kann sein, dass man sich an die Arbeitsmenge gewöhnt, ich weiß es nicht. Ich mache ja meist nur zwei Pomodori am Stück. Danach brauche ich eine längere Pause. Der Schlüssel ist für mich die unbedingte Konzentration innerhalb der Pomodoro mit dem Ausblick darauf, dass 25 Minuten schnell rum sind und man dann Pause hat. Damit kann man dann so viele Pomodori machen, wie sich gut anfühlen. :)

Also nimm dir nicht zu viel vor, so dass es dich auslaugt, sondern schnapp dir das beste der Methode und lass den Rest, der dich auslaugt, rechts und links herunterfallen in den Abgrund des Unerwünschten. ;D
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro-Technik
Beitrag von: Phea am 22. Dezember 2013, 08:39:20
Ich werde diese Technik auch mal ausprobieren - allerdings nicht fürs Schreiben, sondern für meine Tagesplanung. 25 Minuten Haushalt, 25 Minuten lesen, 25 Minuten schreiben, 25 Minuten Basteln, 25 Minuten Katzen spielen, 25 Minuten WoW zocken - und wieder von vorne anfangen. Ohne Pause zwischendurch  :rofl: (Gut, ich erachte das Lesen als Pause. Und das WoW - Zocken. Das Katzen-Spielen kommt eh nur einmal am Tag  :rofl: Aber heute Nachmittag/Abend kann ich daraus dann "25 Minuten mit den Katzen rausgehen" einfügen. Und vielleicht 3x die Woche Abends "zwischen spazieren gehen und joggen")

Ich kann euch heute Abend sagen, ob und wie es geklappt hat.
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro-Technik
Beitrag von: Pandorah am 22. Dezember 2013, 11:40:29
Die Pomodoro-Technik ist ja auch eine allgemeine Technik, die nicht aufs Schreiben festgelegt ist. :) Ich habe sie nur fürs Schreiben genutzt. Von daher wünsche ich dir viel Erfolg, sie hilft auch in allen anderen (Arbeits-*)Bereichen.


*Ich glaube, dein Freund wäre nicht begeistert, wenn du mit Weckerklingeln eine Kuscheleinheit beendest. :rofl:
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro-Technik
Beitrag von: Phea am 22. Dezember 2013, 12:51:16
Ach, die Kuscheleinheit kommt doch sowieso erst heute Abend  :rofl:
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro-Technik
Beitrag von: Klecks am 23. Dezember 2013, 07:04:10
Und, hat es gestern geklappt, Macpheana? Das würde mich jetzt schon interessieren!  ;D
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro-Technik
Beitrag von: Phea am 23. Dezember 2013, 08:50:17
Es hat wunderbar funktioniert, auch wenn ich zwischen den 25-Minuten Sessions noch fünf Minuten TiZi dazwischen geschoben habe  :rofl:

Ansonsten kann ich es wirklich empfehlen. Man sollte sich aber nicht zu viel am Tag vornehmen, weil es sonst ganz schön frustriert sein kann, wenn man doch nicht so viel schafft, da man ja noch ganz viel anderes nebenbei mitmacht. Zum Beispiel habe ich gestern zwar das Badezimmer und den Flur geschafft, die Küche sieht dafür immer noch aus wie im Kuhstall. Ich habe zwar gestern an meinem Roman geschrieben, bin mit den 1,6k aber nicht ganz zufrieden. Womit ich wirklich zufrieden bin, ist, dass ich gebastelt habe  ;D

Das nächste Mal weiß ich also: Am Besten nur drei oder vier Dinge. Dinge, die man unbedingt machen möchte, abwechselnd in den 25-Minuten-Plan aufnehmen (Bei mir würden sich dann also Lesen und Zocken abwechseln, während Schreiben und Haushalt immer mit dabei sind.)

Und Dinge, die man sonst nicht oft macht aber anstrengend sein können, entweder mit verkürzter Zeit (ich habe beim zweiten Mal nur 15 Minuten Holzarbeiten geschafft, weil es doch ziemlich anstrengend war das Ganze zu sägen) oder nur zweimal in den 25-Minuten-Plan mit einbeziehen.

Ganz wichtig ist auch: Deklariere eine Startzeit und eine Endzeit. Wenn du also sagst "Ich beginne um zehn mit dem Plan und höre Abends auf" ist Abends ein weitläufiger Begriff. Das habe ich gestern gemerkt, als ich zum WoW-Gildentreffen war und danach nicht mehr weiter gemacht habe. Wenn man aber sagt "Ich beginne um 10 Uhr, bin von 17 bis 18 Uhr im Treffen und mache dann von 18 bis 20 Uhr weiter" fällt einem das viel leichter. Also, mir zumindest.
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro-Technik
Beitrag von: Klecks am 24. Dezember 2013, 09:51:35
Das klingt ja wirklich super!  :vibes:
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro-Technik
Beitrag von: chaosqueen am 06. Januar 2014, 21:52:23
Bin gerade zufällig in diesen Thread gestolpert und habe mit Hilfe von zwei Tomaten mein Bücherregal weiter ausgeräumt. Ich brauche dringend einen neuen Tisch, die beiden, die hier stehen, sind voll. :rofl:

Ernsthaft, 25min sind eine gute Zeit, um konzentriert zu arbeiten. Meine Pause dazwischen war zwar einen Tick länger, aber ich habe eine Entschuldigung: Ich hab mir eine heiße Schokolade gemacht und meine Buchführung auf den neuesten Stand gebracht, das hatte dann drei Minuten Überlänge. ;)

Jetzt surfe ich noch einen Moment durchs Forum und lege dann ein bis zwei Schreib-Tomaten ein. :D
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro-Technik
Beitrag von: absinthefreund am 11. Februar 2014, 15:08:49
Irgendwie erstaunlich, dass es einen Wissenschaftler (?) brauchte, um diese Methode zu "entwickeln", die doch so selbstverständlich erscheint.
Ich bin von selbst mal darauf gekommen, mir einen Wecker über dreißig Minuten zu stellen, um dann im Wettlauf mit der Zeit zu arbeiten. Das muss sein, weil ich ein ganz großer Prokrastinationskandidat bin, wenn das Internet in der Nähe ist. (Und das ist es immer.) Meine Idee war eine Art Wettlauf oder Prüfungssituation zu simulieren, während der ich gezwungen wäre, blind drauf los zu ackern, um zu "gewinnen", bzw. nicht "durchzufallen". Ich glaube, dass ganz schnell das Adrenalin im Hirn aktiviert wird, wenn die Uhr zu ticken anfängt. Ist das bei euch nicht auch so? Ich denke, die meisten von uns kennen das: In Prüfungssituationen sind wir oft in der Lage, über uns selbst hinauszuwachsen, weil wir unter Adrenalin so fokussiert arbeiten können. Ich finde es toll auf Adrenalin zu arbeiten, so funktioniert die Tomate bei mir. ;D
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro-Technik
Beitrag von: Toni am 11. Februar 2014, 19:42:06
Ich kannte die Tomatentechnik auch schon ohne davon zu wissen. :D Allerdings nicht weil ich selbst darauf gekommen bin, sondern durch die App 30/30. Die nutzt automatisch 30 Minuten statt 25 (kann man aber auch verändern), funktioniert sonst aber nach demselben Prinzip. Man kann sich Task-Lists erstellen zB: Schreiben - Pause - Aufräumen - Pause - Lernen - usw. und hat noch ein paar andere Funktionen. Sehr praktisch muss ich sagen.
Ich bin eigentlich auch sehr begeistert von den Tomaten, leider komme ich nur mit den Pausen nicht gut klar. Sie werfen mich aus dem Workflow und hinterher will ich wieder prokrastinieren und nicht weiter machen. ;) Ich muss mich dann in Disziplin üben und wirklich weitermachen, anstatt im Internet zu versumpfen. Aber es stimmt schon, die Technik ist wirklich hilfreich, wenn man sich auf den Punkt konzentrieren will. Sonst neige ich dazu rumzueiern.
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro-Technik
Beitrag von: Faol am 11. Mai 2019, 22:44:59
Ich grabe mal dieses alte Thema wieder aus in der Hoffnung, dass ihr einen Tipp für mich hat.
Ich versuche mich im Moment auch an der an der Pomodoro-Technik, allerdings aus dem Grund, dass ich dazu neige zu wenig Pausen zu machen und dann mit der Zeit immer unkonzentrierter und unproduktiver werde. Ich will mir also mit der der Technik angewöhnen regelmäßiger Pausen zu machen.

Jetzt bin ich auf der Suche nach einer guten App. Ich habe auch schon einige ausprobiert. Mein Problem ist. Es passt nicht zu meinem Denkmuster, alles stehen und liegen zu lassen, sobald der Timer klingelt. Ich muss meinen Gedankengang noch zu Ende denken. Das kann auch schon mal eine Minute dauern. Viele der Timer, die ich ausprobiert haben, haben aber nachdem die Fokuszeit abgelaufen ist, automatisch mit der Pause angefangen, sodass ich dann immer eine zu kurze Pause habe.
Ich hätte gerne einen Timer, der mich zwar nach der angegebenen Zeit an die Pause erinnert, aber den Pausentimer erst beginnt, wenn ich wirklich mit meiner Pause anfange, also einen entsprechenden Knopf drücke.
Am tollsten wäre es, wenn mir die App in einer Auswertung auch noch angibt, wie lange ich wirklich insgesamt gearbeitet habe und nicht nur die Anzahl an Fokuszeiten. Also sprich, dass sie wenn meine Fokuszeit 40 Minuten lang ist und ich zwei Minuten in die Pause überzogen habe, auch 42 Minuten anzeigt.
Hat da jemand einen Vorschlag für eine gute App?
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro-Technik
Beitrag von: Turiken am 24. April 2020, 09:34:12
@ Faol
Bei deiner Suche kann ich dir leider nicht weiterhelfen. Das klingt schon sehr speziell, was du da suchst.

Da ich derzeit auf der Suche nach Motivations- bzw. Antreibmöglichkeiten bin, um endlich mal wieder fröhlich in die Tasten zu hauen, werde ich diese Pomodoro-Technik mal in Ruhe ausprobieren. Ich lasse mich sehr gern von allem möglichen Zeugs ablenken, von YT-Videos über Nachrichten bis hin zu Mails. Da ich aber auch nicht mag, wenn komplett alles ausgeblendet ist und mich quasi auf meinen Text konzentrieren MUSS (da werde ich dann bockig und mag gar nimmer schreiben), ist diese Technik vielleicht ein guter Mittelweg. Wird ausprobiert und Bericht erstattet, wie es klappt. :)
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro-Technik
Beitrag von: Rosentinte am 24. April 2020, 10:21:46
@Faol: Ich habe Focus To Do in den letzten Wochen benutzt (als App für Android, keine Ahnung, ob es auch anderweitig verfügbar ist). Das sollte alles haben, was du suchst.
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro-Technik
Beitrag von: Natascha am 24. April 2020, 11:45:18
Ich mache seit kurzem öfter bei sogenannten "Schreibabenteuern" auf der Seite "Schreibnacht" mit und jetzt wird mir klar, dass diese auch nach dem Pomodoro Prinzip funktionieren. Da läuft es so, dass man die Aufgabe bekommt in einer bestimmten zeit so und so viele Wörter zu schreiben, um eine fiktive Aufgabe zu lösen. Nachdem die Zeit abgelaufen ist postet man die geschriebenen Wörter. Mich motiviert es da noch zusätzlich, dass man mit anderen zusammen arbeitet und seine Wortzahl öffentlich macht.
Aber im Grunde ist es das gleiche Prinzip.  :) :jau:
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro-Technik
Beitrag von: Coppelia am 30. Juni 2020, 07:06:23
Im Rahmen meiner Fortbildung zur Schreibberaterin habe ich gerade den Auftrag, mehrere Schreib- und Arbeitsmethoden auszuprobieren (wie cool ist das bitte?? Ich darf dabei quasi beruflich an meinen Romanen arbeiten!) und bin gerade von dieser Technik ziemlich überzeugt. Ich konnte meine 500 Wörter in 25 Minuten schreiben und erkenne gerade, dass ich offenbar nicht langsam, sondern unkonzentriert bin. Das hätte ich gar nicht vermutet. ::) Dachte immer, ich könne mich gut fokussieren. Offenbar doch nicht.
Hätte ich ordentlich geplottet, würde das wirklich neue Möglichkeiten eröffnen, meine Romane fertig zu stellen. Ich werde es erstmal weiter versuchen, glaube ich.
Ich werde die Methode auch zum Plotten benutzen, am besten nachher mal.

Definitiv eine gute Methode für Leute mit wenig Zeit, die sich schnell ablenken lassen. Problematisch ist aber wirklich, finde ich, dass absolut keine Ablenkung von außen sein darf. Keine Kinder, kein Mailprogramm, kein Telefon, kein Handy … das ist z. T. utopisch. Außerdem reicht bei mir die Zeit zwischen mehreren Terminen meist für maximal einen Pomodoro, und wie ursprünglich vorgesehen soll man wohl 2 - 4 am Stück machen. :hmmm: Bei nur einer halben Stunde bis zum nächsten Termin lohnt es sich gar nicht, anzufangen.
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro-Technik
Beitrag von: Sonnenblumenfee am 30. Juni 2020, 07:53:36
Wie schön, dass du die Technik für dich entdecken und etwas daraus über dich /dein Schreiben lernen konntest!
Im letzten Punkt würde ich dir aber (für mich) widersprechen: durch die Pomodoro-Technik habe ich gerade gelernt, dass ich eben auch in nur einer halben Stunde schon eine ganze Menge geschafft bekomme. Sicherlich, das Grundkonzept ist für lange Zeiten der Arbeit gedacht, aber das heißt nicht, dass es sich nicht auch auf kurze Zeiträume anwenden lässt - im Gegenteil. Ich glaube, die 2-4 Pomodori werden vor allem deshalb immer als Rat genommen, weil dadurch dann auch längere Pausenzeiten eingebaut werden.
Titel: Re: Produktivität steigern: Die Pomodoro-Technik
Beitrag von: Coppelia am 10. Juli 2020, 07:26:59
So, ich hab die letzte Zeit weiter diese Methode genutzt, die mir wirklich sehr weiterhilft. Auf diese Art schaffe ich in weniger Zeit viel mehr Text - total super! Vielleicht bin ich doch nicht dazu "verdammt", meine Romane im schlimmsten Schneckentempo zu schreiben. Vergleichsweise langsam bin ich aber noch immer. Trotzdem: Mit zwei Pomodori schaffe ich im Durchschnitt so 800 Wörter, während ich sonst pro Tag in derselben Zeit nur 500 geschafft habe. Mehr als zwei Pomodori habe ich wegen Brotjob, Sport usw. aber auch noch nicht hinbekommen.

@Sonnenblumenfee Ja, ich glaube auch, es ist, wie du sagst!

Was bei mir etwas das Problem ist: Ich muss mir vorher (geht auch während der Pomodori-Zeit) Stichwörter machen oder mir überlegen, was genau ich schreibe, sonst bin ich einfach nur produktiv, kann aber ggf. hinterher alles wieder streichen, weil ich es nicht brauche. Das ist mir jetzt schon öfter passiert. Fine-Plotting, mein ewiger Feind. ::) Aber immerhin ist die Methode auch dazu gut, in relativ kurzer Zeit zu plotten.