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Schreiben mit Schreibmaschine?

Begonnen von Vidora, 02. Februar 2022, 17:50:47

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Vidora

Aloha!

Weil mir gerade eine gebrauchte Schreibmaschine angeboten wurde, bin ich ins Nachdenken gekommen, ob es sich lohnen würde, eine zu kaufen. Falls ihr eine besitzt oder mal besessen habt, würde ich mich über ein bisschen Erfahrungsaustausch freuen  :winke:

- Wie oft nutzt ihr sie? Ist sie euer Hauptschreibwerkzeug oder nur für spezielle Aufgaben (z. B. nur zum Plotten)?
- Ist das Gefühl an der Schreibmaschine für euch besser als an einem PC/Laptop? Wirkt sich das auf euren kreativen Prozess aus? Seid ihr evtl. fokussierter?
- Wie digitalisiert ihr eure Texte, falls das notwendig wird? Gibt es dafür eine bestimmte Software?

Danke euch!

Maja

#1
Ich habe das mal verschoben, weil auch eine Schreibmaschine Autorenhardware ist. :)

Mein erstes Schreibgerät, von Tinte und Papier abgesehen, war eine Schreibmaschine - ich gehöre ja zu den älteren Semestern hier, und als ich angefangen habe zu schreiben, wäre ich nie auf die Idee gekommen, das jemals mit einem Computer zu tun. Also hatte ich eine Schreibmaschine. Und ich habe heute das gleiche Modell, eine wunderschöne Continental Wanderer aus den 1930ern (nein, so alt bin ich nicht, aber meine Eltern waren arme Studenten und hatten sich ie Maschine für kleines Geld auf dem Flohmarkt gekauft). Sie ist wirklich sehr schön und dekorativ, und als Deko nutze ich sie auch. Ich würde nicht mehr daran arbeiten wollen.

Wenn man an Computer gewöhnt ist, sind Schreibmaschinen sehr unintuitiv. Man muss am Ende jeder. einzelnen. Zeile. eine Pause machen und manuell rüber in die nächste Zeile gehen. Das macht das Schreiben zu einem viel langsameren Prozess, und zu das "Pling! Ratsch!" klingt in Echt auch viel weniger romantisch als in der Vorstellung - wenn man schnell schreibt, kommt es sehr häufig und fängt an zu nerven. Vertipper? Herzlichen Glückwunsch. Kleine Fehler lassen sich mit Tippex ausbessern. Größere Sachen, gar ein Einschub oder eine Umformulierung? Viel Spaß beim Neuschreiben der ganzen Seite.

Die Anschlagshärte einer mechanischen Schreibmaschine ist viel heftiger als an einer PC- oder Laptoptastatur, das erhöht die Wahrscheinlichkeit für Sehnenscheidenentzüngen. Wer ohnehin schon dazu neigt, sollte Schreibmaschinen meiden. Ich habe aus meiner Zeit mit der Continental noch heute einen Anschlag wie Beethoven und einen deutlich erhöhten Verschleiß an Tastaturen, weil ich sie schlichtweg kaputthaue - und das, wo ich seit über 25 Jahre nur noch am PC tippe, aber allein die Tatsache, dass ich maschinenschreiben auf diesem Monstrum gelernt habe, hält bis heute vor.

Versteht mich nicht falsch, ich finde, jeder sollte ruhig ausprobieren, wie es sich mit einer Schreibmaschine arbeitet. Aber ich sehe jüngere Generationen, die mit PCs aufgewachsen sind, oft sehr verklärt auf Schreibmaschinen schauen. Ich bin damit großgeworden. Aber ich möchte sie nicht zurückhaben. Nicht als Arbeitsgerät. Früher oder später braucht man den Text ohnehin im Computer - dann kann ich ihn auch gleich dort hineinschreiben.


EDIT
Ich habe mal ein Bild angehängt. Das ist das Modell, mit dem ich jahrelang gearbeitet habe. Sieht wirklich viel besser aus als jeder PC. Ist nur leider sehr unpraktisch.

[Dateianhang durch Administrator gelöscht]
Niemand hantiert gern ungesichert mit kritischen Massen.
Robert Gernhardt

Feuertraum

Hallo Vidora,

ich gehöre tatsächlich zu jenen Menschen, die auch heute noch viel mit Schreibmaschine arbeiten. Ich nenne vier Stück mein Eigen, zwei mechanische, zwei elektrische, wobei ich einräumen will, dass meine Lieblingsschreibmaschine eine Olympia Monica ist. Ich habe sie damalsTM von meinen Großeltern geschenkt bekommen, weil ich - von einer Groschenromanserie angefixt - unbedingt selber Romane aufs Papier bannen wollte.

Zwar gebe ich Maja recht, dass es etwas aufwendiger ist, an der Schreibmaschine Fehler auszubessern, und wenn man ganze Wörter oder Absätze ins Manuskript einbinden will, dann ist ein Computer definitiv die bessere Wahl, aber - und das ist jetzt nur meine subjektive Meinung und Arbeitsweise - ich selber habe für mich festgestellt, dass mich das Schreiben mit der Schreibmaschine entschleunigt und ich besser meine Gedanken ordnen kann. Mir persönlich kommt es auch so vor, dass meine Texte besser sind, weil eben das Ausbremsen der Tippgeschwindigkeit dafür sorgt, dass ich im Kopf ordne und so mehr Zeit habe, das passende Wort zu finden (aber wie gesagt: Alles rein subjektiv).
Zudem ist es bei mir so, dass ich einen Text besser erfassen kann, wenn ich ihn auf einem Blatt Papier habe als auf einem Monitor.

Wenn ich meinen Text als für reif genug erachte, dann spreche ich ihn mit dem Drachen in meinen Computer.

Meine Meining: Probieren Sie aus, ob Sie sich mit einer Schreibmaschine wohlfühlen, ob es Ihnen Spaß macht, auf ihr zu tippen (wobei es meines Erachtens auch darauf ankommt, mit welcher Tastatur Sie da arbeiten; ich komme am besten mit der von der erwähnten Olympia Monica klar) oder ob das genaue Gegenteil eintritt: Das es Ihnen zu langsam ist, dass Sie keinen Bock haben, die Fehler mühsam zu korrigieren oder andere Gründe.

Bei der Gelegenheit: Der Autor der John-Sinclair-Romane, Helmut Rellergerd, soll nach eigener Aussage jeden seiner Romane mittels Schreibmaschine getippt haben (wobei er sich pro Heftroman maximal 3 Tage, für ein Taschenbuch 4 - 5 Tage Zeit nahm. Die Manuskripte wurden dann von jemand Externen in einen Computer getippt).
Für das Lesen dieser Signatur wird keine App benötigt :-p

der Rabe

Was für eine Schönheit, Maja. :)

Ich hab meiner ersten Geschichten auf einer alten Reiseschreibmaschine geschrieben, die ich mit ca. 10 irgendwo im Arbeitszimmer meiner Eltern gefunden hatte. Ich hab mir fast die Finger gebrochen beim Schreiben, weil die Tasten so schwer gingen, aber sie hat alle meine Umzüge mitgemacht und ich hab sie immer noch. Inzwischen schreibe ich zu schnell für die alte Mechanik, das hab ich vor Jahren mal ausprobiert.

Nein, ich würde die leichtgängige Tastatur eines Laptops nicht mehr gegen die einer Schreibmaschine eintauschen. Vielleicht ist so eine elektrische Schreibmaschine leichter und besser, aber wie Maja sagte, Korrekturen sind am Computer so viel einfacher zu machen, Umschreiben, Formatierungen! Hach ja. Also, ich schließe mich Maja an, ja, probiers aus, ist irgendwie nett, auf der Urgroßmutter eines Laptops zu schreiben, aber sie machen tierisch Lärm und der Komfort lässt sehr zu wünschen übrig. ach ja, und die Frage ist ja, ob du überhaupt noch Bänder dafür bekommst.

Was die Digitalisierung angeht: Es gibt OCR-Programme, die machen das ganz gut, also einscannen und OCR drüberlaufen lassen. Oder Acrobat erkennt den Text auch ziemlich gut. Was du nicht vergessen darfst ist, dass du selbst bei der besten Texterkennung Fehler haben wirst, die du noch raussuchen musst.



Meine alte Lady hab ich auch noch fotografiert. :)

[Dateianhang durch Administrator gelöscht]
Bist du erst unten im Tal angekommen, geht es nur noch bergauf. (C) :rabe:

Nikki

Ich habe zwei Schreibmaschinen geerbt. Bei der einen müsste das Farbband erneuert werden, die andere gehört einmal von Grund auf gereinigt. Eine oberflächliche Suche nach Zubehör von Schreibmaschinen bzw. genau für mein Modell ergab nicht wirklich etwas Zufriedenstellendes, sodass meine Schreibmaschinen im Moment nicht viel mehr als Platz fressende Staubfänger Dekoration sind.

Ich habe zwar sogar Bücher übers Maschinenschreiben, sodass ich mich sowohl praktisch als auch theoretisch in das Tippen auf den Maschinen einarbeiten könnte, doch im Moment erscheint mir der Mehrwaufwand als zu groß. Im Grunde widerspricht das Schreiben an einer Schreibmaschine sogar meinen Grundbedürfnissen - bereits das Klackern der PC-Tastatur ist mir zu laut, wie wird sich wohl erst die Schreibmaschine anhören?
Ich liebe es, sofort Buchstaben, Wörter, Sätze korrigieren zu können, mich würde es erheblich aus dem Schreibfluss kicken, wenn ich dauernd auf meine verpatzten Sätze starren müsste, wie es bei der Schreibmaschine der Fall wäre. Ich schreibe schnell, aber nicht immer genau. Ich will es mir vorbehalten können, innerhalb von wenigen Sekunden drei Absätze zurückspringen können, um einen Buchstabenverdreher auszubessern.
Der Papierverbrauch! An den will ich gar nicht denken.

Zum Glück sind meine zwei Modelle Reisemodelle, die relativ leicht verstaubar sind, im Weg stehen sie trotzdem bzw. fristen ihr Dasein unter einem Schrank/Bett.

Also ja, in der Theorie sind Schreibmaschinen total ansprechend, weil sie ja den Geist des Schriftsteller*innentum versinnbildlichen, doch in ihrer Handhabung sind sie, was meine aktuellen Ansprüche betrifft, ein Graus.

Vor Jahren hat mir mal jemand ein Mischmasch aus Schreibmaschine und Laptop empfohlen. Im Design her war das Gerät stark an eine Schreibmaschine angelehnt, doch hatte all die Vorzüge vom digitalen Schreiben. Leider fällt mir der Name des Produktes nicht mehr ein.

Vidora

Also, es ist jetzt nicht so, dass ich noch nie eine Schreibmaschine vor mir hatte. Ich habe als Kind oft im Büro meiner Mama im Kopierraum gesessen, wo es eine Schreibmaschine gab, die ich benutzen durfte. Aber das ist halt auch über 20 Jahre her :D Ich weiß nicht, wie ich es heute empfinden würde, nachdem ich PCs gewöhnt bin, und welche Möglichkeiten es so gibt. Ich kann mir vorstellen, dass es schon ein anderes Gefühl ist, so zu tippen und die Buchstaben direkt auf Papier zu sehen.

Ich probiere ganz gerne verschiedene Arten des Schreibens aus. Im November habe ich ja nun notgedrungen ein komplettes Skript ausschließlich diktiert, im Teenie-Alter habe ich meine Geschichten mit Stift und Papier geschrieben. Ich bilde mir ein, dass es manchmal hilft, das Medium zu wechseln, deswegen wäre es vielleicht ganz nett, eine Schreibmaschine zu haben.  :hmmm:

Die, die mir angeboten wurde, wäre eine elektrische von Brother.

Und stimmt: Als Dekoration machen sie wirklich etwas her (vor allem die älteren, finde ich), das darf man nicht vernachlässigen :)

Coppelia

#6
Ich habe auch an der Schreibmaschine schreiben gelernt. Es gab schon PCs, als ich ein Kind war, aber meine Eltern hatten Angst vor moderner Technik. Das Schreiben war auch der Grund, warum ich unbedingt einen eigenen Computer wollte.

Mein Fazit: Schreibmaschine geht gar nicht aus heutiger Sicht. :D Die Gründe wurden ja schon genannt. Der Anschlag ist hart und unkomfortabel. Bei ganz alten mechanischen Schreibmaschinen - so eine hatte ich teilweise auch - verheddern sich die Buchstaben, wenn man zu schnell tippt. Man muss also gaaaanz langsam tippen. Korrigiert wird mithilfe von Korrekturband (das dann sehr schnell aufgebraucht ist, außerdem sieht man jede Korrektur) oder eben gar nicht bzw. hinterher mit Tipp-Ex. Selbst wenn du ein Modell mit Korrekturband hast, musst du den Fehler sofort korrigieren, weil du sonst meist nicht mehr zu der Zeile "zurückkommst". Das fand ich eine der nervigsten Sachen - bei jedem Fehler wusste ich, dass ich bald wieder Geld für mehr Korrekturband ausgeben musste. Am PC habe ich es geliebt, dass ich mich einfach mal vertippen durfte. "Größere" Änderungen wie z. B. einen Satz neu zu formulieren sind schon gar nicht möglich - da müsste man alles neu abtippen. Am Ende jeder Zeile muss umgeschaltet werden. Gestaltungspielraum gibt es kaum (bei moderneren elektrischen Schreibmaschinen konnte man manchmal die Schriftart auswechseln, aber das war schon Hightech), selbst bei den einfachsten Dingen nicht. In meinen Augen kann sich da aus heutiger Sicht nur schwer ein Schreibfluss einstellen, gerade wenn du gewöhnt bist, schnell zu arbeiten.

Ehrlich gesagt bewundere ich die Menschen früherer Zeiten, die auf die Art größere Romane geschrieben haben. Aber das haben sie ja sogar schon mit Gänsekiel u. ä. gemacht. Also wo ein Wille ist, ist offenbar auch ein Weg, aber heute haben wir es viel leichter.

Wenn ich in Ruhe frei von Technik schreiben will, arbeite ich mit Füller und Notizbuch. Eine Schreibmaschine würde ich mir höchstens für Instagram anschaffen. ;D

ZitatVor Jahren hat mir mal jemand ein Mischmasch aus Schreibmaschine und Laptop empfohlen. Im Design her war das Gerät stark an eine Schreibmaschine angelehnt, doch hatte all die Vorzüge vom digitalen Schreiben.
Ein Alphasmart? Sowas hatte ich zeitweilig mal, als Laptops noch weitgehend unerschwinglich (für mich) waren. War okay, aber ich fand es dann schließlich doch besser, einen Laptop zu haben. Oder mit dem Notizbuch loszugehen.

Wenn du ein besseres Schreibgefühl suchst, empfehle ich eine gute externe mechanische Tastatur. Damit arbeite ich nur noch und liebe es!

Nikki

@Coppelia
ZitatEin Alphasmart? Sowas hatte ich zeitweilig mal, als Laptops noch weitgehend unerschwinglich (für mich) waren. War okay, aber ich fand es dann schließlich doch besser, einen Laptop zu haben. Oder mit dem Notizbuch loszugehen.
Das könnte hinkommen, allerdings habe ich besagtes Gerät als sauteuer in Erinnerung, vor allem im Vergleich mit Notebooks, Laptops etc. Ich bilde mir auch ein, dass die Modelle, die ich damals gesehen habe, weitaus "ahnsehnlicher" waren als jene, die die Googlesuche mir ausspuckt. 2013 soll die Fertigung der Geräte laut Wikipedia eingestellt worden sein, ich habe die Empfehlung aber 2014-2016 bekommen. Ich glaube, da hat jemand die Idee von Alphasmarts in Schickimicki neu umgesetzt und ein paar hundert Euro drauf gelegt. ;D

@Vidora
Zitatim Teenie-Alter habe ich meine Geschichten mit Stift und Papier geschrieben.
Pfoah, das habe ich gehasst wie die Pest. :rofl: Gerade beim handschriftlichen Schreiben lenkt mich meine eigene Handschrift so ab (Werde ich das in zwei Stunden auch noch lesen können? Sieht das a nicht eher wie ein e aus? Hast du dich nicht gerade verschrieben? Achtung, die Zeile wird schief!), dass der eigentliche Text in den Hintergrund rückt. Genau dasselbe Problem hätte ich wohl mit einer Schreibmaschine, wenn mich die Form der Buchstaben ablenken könnte. Digital ist alles schön einheitlich und es sind nur meine Gedanken, die in Form gebracht werden müssen. :)
Ich hatte doch tatsächlich die Contenance das erste Kapitel meines Romanes auf Papier festzuhalten, doch das Abtippen danach war die Hölle für mich. Es gibt für mich nichts Anstrengenderes und Nervenaufreibenderes als einen Text ein zweites Mal niederschreiben zu müssen - sei es jetzt, weil es zu einem Datenverlust gekommen ist und ich aus dem Gedächtnis alles neu runterschreiben muss, oder weil es zu einem Mediumwechsel gekommen ist. Gerade das Ausformulieren meiner handschriftlichen Notizen am PC geht noch so, macht aber auch nicht wirklich Spaß.

Aber wenn du weißt, dass du die Abwechslung brauchst, dann ist so eine elektrische Schreibmaschine sicher eine nette Alternative. Auf der Schreibmaschine zu schreiben hat sicherlich ein anderes Flair als am PC. Ich habe auch unterschiedliche Notizbücher, die ich je nach Stimmung bemühe. Richtig effektives und produktives Schreiben aber kommt für mich nur am PC infrage. Ich habe eine ergonomisch geformte Tastatur und da war die Umstellung auf die flache Tastatur des Laptops meiner Freundin echt eine Umgewöhnung.

Miezekatzemaus

Bei meiner Oma steht eine Schreibmaschine im Büro, mit der ich als Kind auch gerne geschrieben habe, weil es mir ein seriöseres Gefühl gegeben hat und die bequemere Alternative zum handschriftlichen Schreiben war. Für die Ästhetik wirklich super schön! Für mich würde eine Schreibmaschine ganz allgemein als Schreibwerkzeug aber nicht funktionieren, dafür formuliere ich zu gerne um. Außerdem finde ich es sehr praktisch, am Laptop im Dokument nach vorne und nach hinten springen zu können, nochmal einen bereits begonnenen Handlungsstrang nachzulesen und zu schauen, wie ich eine zuvor schon aufgetauchte Nebenfigur genannt habe. ;D Trotzdem kann ich mir gut vorstellen, dass man mit einer Schreibmaschine vielleicht auch produktiver arbeitet, weil die Möglichkeiten der Ablenkung eingeschränkter sind als an einem internetfähigen Computer und es wahrscheinlich auch einen positiven Effekt haben kann, wenn beim Schreiben nicht der innere Lektor über eine Schulter lugt, sondern erst einmal warten muss.

Ahneun

#9
Ja die Geräuschentwicklung war auch nicht ohne. Wie sehr mag das keklackere in der Nachbarwohnung zu hören gewesen sein?  :omn:

Ich hatte unter meiner Schreibmaschine einen dicken Filz zur Dämmung liegen. Heute kann ich es mir nicht mehr vorstellen, mit einer mechanischen Schreibmaschine zu schreiben.  :no:
Später dann hatte ich mir eine elektrische Schreibmaschine zugelegt, da konnte ich meine Texte erst in den internen Speicher schreiben und dann auf dem Display mit drei Zeilen Korrektur lesen. Aber ich glaube mich zu erinnern, mehr wie fünf A4 Seiten war nicht speicherbar. Ohh man.
- Ein Diamant
ist

Exlibris

Es folgt ein Geständnis: Obwohl ich zur Generation Z gehöre, habe ich auch das Schreiben mit einer Schreibmaschine gelernt. :rofl:
Solche Geräte sind für mich also mit einer gehörigen Prise Nostalgie aufgeladen.

Ich muss jedoch ehrlich gestehen, dass mich Schreibmaschinen bereits als Kind mehr verwirrten als Computer, obwohl ich mit beidem mehr oder weniger aufgewachsen bin. Bis heute hat sich meine Meinung nicht maßgeblich verändert. Ich möchte nicht mehr zurück und bevorzuge ein digitales Gerät.

Aber ich will nicht abstreiten, dass eine Schreibmaschine Charme besitzt und fasziniert ... man könnte sie ja sozusagen als "Gelegenheitsmaschine" verwenden und hin und wieder besondere Szenen damit schreiben, um sie später zu digitalisieren ...
"Turning history into avantgarde"
- Krzysztof Penderecki

Zit

Zitat von: Nikki am 03. Februar 2022, 11:09:50
@Coppelia
ZitatEin Alphasmart? Sowas hatte ich zeitweilig mal, als Laptops noch weitgehend unerschwinglich (für mich) waren. War okay, aber ich fand es dann schließlich doch besser, einen Laptop zu haben. Oder mit dem Notizbuch loszugehen.
Das könnte hinkommen, allerdings habe ich besagtes Gerät als sauteuer in Erinnerung, vor allem im Vergleich mit Notebooks, Laptops etc. Ich bilde mir auch ein, dass die Modelle, die ich damals gesehen habe, weitaus "ahnsehnlicher" waren als jene, die die Googlesuche mir ausspuckt. 2013 soll die Fertigung der Geräte laut Wikipedia eingestellt worden sein, ich habe die Empfehlung aber 2014-2016 bekommen. Ich glaube, da hat jemand die Idee von Alphasmarts in Schickimicki neu umgesetzt und ein paar hundert Euro drauf gelegt. ;D

Ich denke da eher an Hemingwrite bzw. Freewrite. Für den Preis dieser Geräte würde ich aber auch lieber in einen neuen Laptop investieren. ;D
"I think therefore I am
getting a headache."
Unbekannt

Waldhex

Ich habe in der Berufsschule noch an einer "richtigen" Schreibmaschine das Maschinenschreiben gelernt, da es damals noch kein Computer gab (also nicht in der öffentlichen Verwaltung). Am einen oder anderen Azubi-Arbeitsplatz durfte ich noch mit einer alten mechanischen Schreibmaschine tippen, an anderen gab es schon ganz fortschrittlich elektrische Schreibmaschinen.
Wie andere schon schrieben - Fehler verbessern war gruselig. Ich bin glücklich mit meinem PC/Netbook und würde keine Schreibmaschine mehr haben wollen. Außerdem ist es so, dass wenn ich im Schreiben bin, ich meine Gedanken auch schnell runterschreiben will - zu schnell für eine Schreibmaschine und zu schnell, um alles aufs erste Mal fehlerfrei hinzubekommen.

Bosseschreibt

Zitat von: Zit am 01. März 2022, 20:35:49
Zitat von: Nikki am 03. Februar 2022, 11:09:50
@Coppelia
ZitatEin Alphasmart? Sowas hatte ich zeitweilig mal, als Laptops noch weitgehend unerschwinglich (für mich) waren. War okay, aber ich fand es dann schließlich doch besser, einen Laptop zu haben. Oder mit dem Notizbuch loszugehen.
Das könnte hinkommen, allerdings habe ich besagtes Gerät als sauteuer in Erinnerung, vor allem im Vergleich mit Notebooks, Laptops etc. Ich bilde mir auch ein, dass die Modelle, die ich damals gesehen habe, weitaus "ahnsehnlicher" waren als jene, die die Googlesuche mir ausspuckt. 2013 soll die Fertigung der Geräte laut Wikipedia eingestellt worden sein, ich habe die Empfehlung aber 2014-2016 bekommen. Ich glaube, da hat jemand die Idee von Alphasmarts in Schickimicki neu umgesetzt und ein paar hundert Euro drauf gelegt. ;D

Ich denke da eher an Hemingwrite bzw. Freewrite. Für den Preis dieser Geräte würde ich aber auch lieber in einen neuen Laptop investieren. ;D

Das Gerät ist mir vor kurzem auch wieder ins Auge gefallen. Würde mich echt interessieren, falls hier jemand schon Erfahrungen gemacht hat. Ich selbst gehöre zu den Menschen die sehr schnell abgelenkt sind. Und da käme mir das Gerät gerade recht. Aber ich tue mich schwer so viel Geld dafür auszugeben.
Eine Schreibmaschine habe ich auch noch bei mir auf dem Dachboden stehen, die müsste aber erstmal gereinigt werden und bräuchte ein neues Farbband.

Maja

@Bosseschreibt
Da würde ich an deiner Stelle lieber kleines Geld in eine Software investieren, die verhindert, dass du aus deiner Schreibsoftware raustabbst. Da gibt es standalone-Lösungen wie Focus Booster (https://www.focusboosterapp.com/) oder Schreibsoftware, die so eine Funktion direkt eingebaut hat (wie der Klausurmodus bei Patchwork). Der Freewrite ist so extrem teuer, dass er sich in meinen Augen nicht lohnt - vor allem, wenn das auch günstiger geht.
Niemand hantiert gern ungesichert mit kritischen Massen.
Robert Gernhardt