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Autor Thema: Wer sich als Fantasyautor outet...  (Gelesen 38871 mal)

Offline Moni

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Wer sich als Fantasyautor outet...
« am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
... der hat sicherlich was zu erzählen.

Frage Nummer 8 des Tintenzirkelfragebogens lautete:
"8. Weiß deine Umgebung, daß du Fantasy schreibst? Soll sie es wissen?"

Daraufhin gab es selbstredend verschiedene Antworten, die von "Klar, warum nicht" bis zu "Um Gottes Willen, bloß nicht" reichten.
Aber diese Frage möchte ich auch den Nicht-Tintenzirklern im Forum stellen. (Antworten von Tintenzirklern selbstverständlich erlaubt und erwünscht!)
Wie oft muß man erleben, daß man schon seltsam angeschaut wird, wenn man ein Fantasybuch liest, aber es dann auch noch selber zu schreiben - nein, da kann etwas nicht stimmen...
Glücklicherweise sind meine Eltern mehr als nur tolerant, sie sind selber Fantasyfans und lesen brav alles, was ich ihnen vorsetze. Selbst meine Oma konnte ich mit Fantasy begeistern.
Aber es wird schwierig, sich als Fantasyautor zu "outen", wenn man keinerlei Unterstützung durch Freunde und/oder Familie genießt.

Hier könnt ihr Anekdoten erzählen, wie eure Umgebung (die Menschen, nicht die Möbel  ;) ) darauf reagiert, das ihr Fantasy schreibt.

LG
Moni


Deutsch ist die Sprache von Goethe, von Schiller...
und im weitesten Sinne auch von Dieter Bohlen

Stefan Quoos, WDR2-Moderator
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Offline Feuertraum

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Re: Wer sich als Fantasyautor outet...
« Antwort #1 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
Durchaus positiv, wobei ich ja nicht nur Fantasy schreibe, und wenn, dann meistens auch noch skurille, humorvolle.
Und in meinem Bekanntenkreis kam das eigentlich immer recht gut an.
Nur meine Möbel - zumindest meine Bücherregale - sind darüber ziemlich unglücklich; sie meinen, ich soll lieber lesen, damit die Bücher von ihnen verschwinden und das Gewicht nicht mehr so auf sie lastet...

Gruß

Feuertraum
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TheaEvanda

  • Gast
Re: Wer sich als Fantasyautor outet...
« Antwort #2 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
Tja, da ich keine Buecher verkaufe oder anderweitig abstosse, werden meine Buecherregale regelmaessig erweitert. Schliesslich muss man das so sehen: Genuegend Zellstoff an der Wand ersetzt die teure Isolierung des gesamten Hauses.

Und zum Autorendasein... Ich habe am Sonntag im Eifer des Gefechts eine DSA-Kurzgeschichte zu frueh aus der Hand gegeben; die Handlung hat noch eine Strukturschwaeche, die weg muss.
Was mir dann aber meine Mutter vor den Latz geknallt hat, als sie die Geschichte gelesen hat war im Prinzip: "Die Geschichte ist *** weil das Genre *** ist." Schriftlich und mit groesster schreiberischer Rechthabermine.  Freak war noch das netteste Wort fuer einen Phantasten.
Ich haette ihr die Geschichte ja nicht geschickt, wenn sie nicht gefragt haette, aber so...

Zum Glueck habe ich da andere Leute, die mir foermlich die Manuskripte aus der Schreibmaschine reissen. Aber von meiner Familie - keine Unterstuetzung oder schlimmeres.

In meinem Lebenslauf steht auch nur "kreatives Schreiben" - vom Rest schweigt man lieber.

deprimierte Gruesse,

Thea

Yokohama, Japan

Manja_Bindig

  • Gast
Re: Wer sich als Fantasyautor outet...
« Antwort #3 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
Tja, da ich immer noch die Füße unter den elterlichen tisch stecke, weil noch minderjähring und mit der schule nicht fertig...
Fantasyromane und Mangas(zweite große Leidenschaft) bloß nicht rumliegen lassen, sonst kann ich sie hin und wieder aus der Mülltonne suchen oder gleich wieder 6-10 € ausgeben. Schlimm...
meine Freunde wissen es selbstredend.
Meine Family leider auch.

Kristin

  • Gast
Re: Wer sich als Fantasyautor outet...
« Antwort #4 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
Da kann ich ja richtig froh über meine Familie sein, wenn ich das so lese. Das Fantasy Schreiben ist längst nicht das freakigste an mir. Seit ich 16 bin mache ich Rollenspiel und meine Eltern haben es schon damals toleriert, dass ich viel Zeit im Internet verbracht habe und ab und an auch zu gewissen Treffen gefahren bin. Damals war es noch Star Trek und ich habe mir mit Hilfe meiner Mutter sogar noch eine Uniform fürs Live Rollenspiel genäht.
Nun bin ich ja schon einige Zeit selbstständig und ausgezogen und meine Eltern konnten sich sogar teilweise für mein Hobby begeistern, da es sich von Star Trek auf Fantasy verlagert hat. Ich spiele Ultima Online (und das recht viel), DSA und fange jetzt mit Larp an. Mittelaltermärkte etc. finden meine Eltern auch ganz toll und dementsprechend haben sie sogar etwas an meinem Outfit (Kopfbedeckung usw.) mitgewirkt. Mein Freund teilt meine Leidenschaft und dementsprechend besteht unsere halbe Freizeit aus derlei Aktivitäten. Da ist das Schreiben wirklich noch das geringere "Übel" :-)
Meine Mutter war / ist eher in sofern skeptisch, dass sie Angst hat, ich könnte darüber mein Studium vernachlässigen, was ich nicht tue.  Mein Vater hat mir etwas mehr Rückendeckung gegeben, mich ermutigt zu schreiben und mir kontinuierlich Feedback zu meinem ersten Roman gegeben (mein bester Testleser). Meine Mutter hat ihn erst gelesen, als er komplett fertig war und hat das Buch dann doch regelrecht verschlungen.  Danach meinte sie, sie hätte nicht gedacht, dass ich so schreiben kann (immerhin *g*). Zu meinem Glück ist sie auch noch Lehrerin und hat meine Rechtschreib- und Grammatikfehler herausgefiltert.
Da meine Eltern trotz allem in dem Genre nicht unbedingt zuhause sind (naja, Harry Potter haben sie gelesen, aber sonst...) hat es mich gefreut, dass sie dennoch mein Buch gelesen haben und es auch noch gut fanden.
Bei meinem Freund ist es umgekehrt - er mag Fantasy ebenso wie ich, aber er ist ein Lesemuffel und musste sich regelrecht dazu zwingen, das Buch zu lesen. Als er es angefangen hatte, ging es aber recht zügig. Von ihm habe ich auch noch ehrliche Kritik bekommen.
Also, insgesamt gesehen kann ich mit meinen Testlesern durchaus zufrieden sein :-)

VG
Kristin

Lastalda

  • Gast
Re: Wer sich als Fantasyautor outet...
« Antwort #5 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
Hm, meine Mutter ist zwar kein Fantasy-Fan, aber liest doch immerhin gerne SF, was ja nicht soooo weit vom Schuss ist. Außerdem wurden wir eh zu Selbstständigkeit erzogen - und das heißt auch: eigene Meinung, eigene Hobbies, eigene Vorlieben. Als ich mit 12 alleine nach Münschen zum jugendpressekongress fuhr, hat sie es auch akzeptiert, folglich konnte sie auch mit Fantasy-schreiben und Rollenspiel gut leben. Bis auf ein paar meiner allerersten Texte hat sie aber nie was von mir zu lesen bekommen...
Meine Brüder und mein Freund sind mit Fantasy gut vertraut bzw. lieben sie selbst, und haben immerhin ein paar der Texte gelesen, obwohl mein "großes Lesepublikum" doch eher aus Freundeskreis besteht... Die sind zwar auch nicht unbedingt objektiv (können sie ja nicht), aber meistens zumindest kritisch wenn ich ihnen oft genug erkläre, dass ich wirklich gerne konstruktive Kritik bekomme und sie auch vertrage...

In der Klasse war es immer ein wenig seltsam, da war ich mit Phantastik schon eher ein Alien, aber da ich das auch ohne war, hat's mich nicht groß gestört... Wirklich angeeckt bin ich bis jetzt aber noch nicht. Wer keine Fantasy mag, muss meine Texte ja auch nicht lesen, so einfach...

Lastalda

Grinsekatze

  • Gast
Re: Wer sich als Fantasyautor outet...
« Antwort #6 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
ich bin mit meinen Eltern auch nie wegen irgendetwas angeeckt (weder mit dem Rollenspiel, noch mit Fantasy- wie auch das mein vati ja selbst gern ;D). Meine mutter findet das zwar nicht so toll ("Herr der Ringe ist Horror!!" ;D) aber ich wohne ja auch nicht bei ihr, von daher...
Wenn ich dann allerdings mal etwas schreibe bekommen meine Eltern das auch nicht zu gesicht, im grunde geht es sie ja auch nichts an und ich schreibe ja auch selten längere Texte...

Manja_Bindig

  • Gast
Re: Wer sich als Fantasyautor outet...
« Antwort #7 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
Kleiner Kommentar, was mir neulich in der Schule passiert ist:

Wir sollen eine Erörterung zur Bedeutung der Literatur schreiben und ich kann es nciht lassen und mache einen eleganten Bogen von der Sicht des Lesers zu meiner sicht als Autor. Ich schreibe aus spaß, weil ich eine Geschichte erzählen will, etc... und wie die gute Frau K. so ist(nciht, Lastalda?), soll ich vorlesen.
Wegen den Beweggründen eines Autors gerate ich mit dieser Frau in die Haare(so eine von denen, die in jedes einzelne Fitzelchen noch ne Bedeutung reininterpretieren... und die glaubt, dass ein Gedicht per "formelbuch" erstellt werden kann). als ich dann betone, dass es meine Sicht ist, schnappt sie:
"Na, Fantasy is doch keine richtige Literatur!"
Ihr hättet die klasse erleben sollen... ziemlicher aufruhr.
Und dann die Bemerkung: "was ist denn mit der Walpurgisnacht im Faust? Da ist doch auch viel Fantastisches drin!"
Schweigen.
Dann schnappt Frau K. über: "D... das is doch was ganz anderes!"

ehrlich, seit sie weiß, dass ich Fantasy schreibe, bin ich bei ihr unten durch...
Tja, intolerante Deutschlehrer...

Soviel zum Thema: "Fantasy ist keine richtige Literatur." *hust*

TheaEvanda

  • Gast
Re: Wer sich als Fantasyautor outet...
« Antwort #8 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
Na, im Sinne der Schulerinnerungen kann ich noch etwas hEsches hinzufEen:

Grundkurs Deutsch, Kurs 12.1. Wir hatten Faust I und II, Ödon von Horvath (wie schrieb sich noch mal der Vornahe?) "Jugend ohne Gott" und "Antigone" bearbeitet und gingen dann zu Erörterungen Eer. Die erste Klausur hatte ich mit einer 4 fE Thema-falsch-bearbeitet - es sollte eine textgebundene Erörterung sein und ich habe eine freie geschrieben - zurEkbekommen.
In der zweiten Klausur ging es dann aber zur Sache. Wir sollten uns Eer die Wirkung von  Romanen / StEken / Geschichten auf die Leserschaft auslassen. Die ersten zwei Themen waren eng gesteckt, und im dritten Thema wurde unser alter Deutschlehrer unvorsichtig und stellte eine sehr offene Frage. Es ging in etwa um "Erörtere wie ein moderner Roman die Weltsicht der Leserschaft ändern kann."
Ich hatte gerade die "Last Herald Mage" - Trilogie von Mercedes Lackey gelesen, und damals war ich auch im Internet recht aktiv und in alt.books.m-lackey lief eine dieser Endlosdiskussionen Eer Vanyel (Homosexueller Protagonist der Serie), Homosexualität und die gesellschaftliche Reaktion.
Dreimal dEft ihr raten, welchen "modernen Roman" ich herangezogen habe. Ich habe auch nach der Klausur gleich "gebeichtet" und bekam den Auftrag, SchlEselszenen aus den Romanen zu Eersetzen, da mein Deutschlehrer kein Englisch konnte.
Meinen Informationen nach wurde der Aufsatz unter den versammmelten Deutschlehrern ausfErlich durchgehechelt, um Eerhaupt in die Nähe einer Note zu kommen. Und ich habe mir sagen lassen, dass es seitdem nie wieder so "riskante" Klausuraufgaben gab.

"Unten durch" war ich dadurch nicht - ich war sowieso nur eine von zweien im Kurs, die Eerhaupt mit dem Lehrer kommunizierten. Das typische Schicksal eines Deutsch-Grundkurs im thEingischen System. Aber die gesamten Sprachlehrer wurden sehr vorsichtig, welche Aufgaben sie in unserem Kurs stellten, auch die Englischlehrerin :-P

Schöne GrEe,

Thea

Shimotsuruma, Japan


Lomax

  • Gast
Re: Wer sich als Fantasyautor outet...
« Antwort #9 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
Tja, Thema Schule ...

Ich kann mich da nicht beklagen, aber im großen und ganzen bin ich da auch nicht sonderlich offensiv mit meinen Literaturvorlieben oder meiner kreativen Seite aufgetreten. Wie im Studium war ich eher betont seriös und "wissenschaftlich" - was nicht heißt, dass ich irgendwas geheimgehalten hätte. Ich hab halt nicht von selbst davon gesprochen, sondern nur, wenn das Thema auf so etwas kam. Und das geschah von sich aus selten  ;)

Eine Ausnahme gab es allerdings, nämlich den "Literatur"-Ergänzungskurs in der 12. Da ging es ganz bewusst um Schreiben und die Arbeit an Texten, und da passte mein Hobby plötzlich zum Thema - mit der Folge, dass ich dem armen Lehrer gleich meinen allerersten, soeben neu fertig gestellten Roman zum Lesen aufs Auge drückte  ;D Arm deshalb, weil der Lehrer eher einer älteren Generation angehörte und mit Phantastik gar nichts am Hut hatte, der ihm gestellten Aufgabe aber aus Pflichtbewusstsein auch nicht ausweichen konnte.

Na ja, auf die Rückgabe musste ich lange warten, und als ich dann endlich nach mancherlei Drängen den Roman zurückbekam, musste der Lehrer einräumen, dass er nur zu einem Drittel durchgekommen war. Als ich das Manuskript ansah, wusste ich auch warum: Er hatte es nicht einfach gelesen, um mir ein allgemeines Feedback zu geben (was ich mir vorgestellt hatte), sondern er hatte es Zeile für Zeile korrigiert, kommentiert und überarbeitet. Daraus habe ich letztendlich sehr viel gelernt, denn in seinen Anmerkungen ging es oft auch darum, wie man einen Satz lockerer aufbaut, wie man spannender schreibt und nicht trocken-beschreibend - halt eben um die für einen Unterhaltungsroman grundlegenden Dinge.

Die nächsten Texte, die ich schrieb, waren in erster Linie Stilübungen, um die Techniken einzuüben, die der Lehrer mir überhaupt erst bewusst gemacht hatte. Das Schreiben des Romans UND die Anmerkungen des Lehrers waren für meine persönliche Entwicklung insgesamt sicher ein Quantensprung, und dafür bin ich immer noch sehr dankbar. Und ich habe große Hochachtung vor seiner Leistung, denn inzwischen weiß ich, was es für ihn bedeuten musste, sich ausführlich mit einem Roman zu befassen, dessen Thema ihm überhaupt nichts sagte.

Hm, jetzt, wo ihr mich wieder daran erinnert, weiß ich jedenfalls, wem ich meinen nächsten veröffentlichten Roman widmen muss ...

Lastalda

  • Gast
Re: Wer sich als Fantasyautor outet...
« Antwort #10 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
@Manja:

das kommt mir aber deutlich bekannt vor! ;D Nur dass die gute Frau K. zu mir immer überfreundlich war - ich war ja ihr Vorzeige-Englischschüler (dass ich mein Englisch nicht von ihr hatte, war ihr ziemlich egal)... *seufz*

Ja, ich erinnere mich, auch irgendwann mal in einem Aufsatz auf diverseste außerunterrichtliche Werke eingegangen zu sein. ich weiß nur nicht mehr, bei welchem Thema... *grübel* Oder auf welche Bücher, wo wir dabei sind... Vielleicht fällt es mir noch ein... Es war auf jeden fall ein sehr allgemeines Thema a la "Erörtere wie [Thema/Motiv] in verschiedenen literarischen Werken umgesetzt wurde" Und dann halt Veränderungen im laufe der Zeit... Hab ich mich gefreut! *g*

Naja, und bei der Buchvostellung in der 12. hab ich dann spontan Perry Rhodan vorgestellt (immerhin Phantastik), und das vor einem Lehrer und einer Klasse, die mit sowas quasi gar nichts anfangen können... ::) Denen musste man dann so einiges vom Urschleim an erklären... ::) Hat trotzdem Spaß gemacht, und die 14 die ich brauchte, hab ich auch gekriegt (das war bei der Lehrerin die Höchstnote). :D

Lastalda

Manja_Bindig

  • Gast
Re: Wer sich als Fantasyautor outet...
« Antwort #11 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
Ja, hin und wieder haben auch ältere Deutschlehrer ihre netten Seiten...
blöd ist es allerdings, wenn du bei einem Lehrer extrem gut dastehst, er sieht, dass du einen Fantasyroman liest/schreibst und dann unten durch bist... das ist... ungünstig.
Frau K. war bis jetzt überhaupt die erste Deutschlehrerin, die ich kenne(oh und ich kenne viele *im "Lehrerdorf wohn*), die Fantasy als "nicht richtige Literatur" bezeichnet. Es gibt Menschen, die es nciht mögen, es gibt Menschen, die mich nciht mögen, es gibt Menschen, die weder Fantasynoch mich mögen... aber noch nie hat jemand den Fehler gemacht, das laut vor mir oder jemanden aus meinem Freundeskreis auszusprechen...
außer Frau K. eben. Aber die hatte sich dann nciht nur mit mir angelegt, sondern auch mit der Klasse. Ein Vorteil: keiner ist wirklich Fantasy-fan, zumindest nicht in meinem Ausmaß, aber Harry Potter und Herr der Ringe waren schon lange vorher beliebt... ich habe ihnen noch Lynn Flewelling und teilweise MZB schmackhaft gemacht(nciht zu vergessen Dracula).
Von daher hab ich bei denen weniger Ärger... es sei denn, sie wollen mein Zeug lesen.

(Wobei ich es traurig finde, dass ich von Menschen, die ich teilweise erst seit ein paar Monaten kenne, mehr Verständnis und Unterstützung ernste, als von meiner gesamten Familie)

Offline Feuertraum

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Re: Wer sich als Fantasyautor outet...
« Antwort #12 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
 Ich weiß, ich bekomme jetzt den Stempel "Dummer Mensch" aufgedrückt, man wird niedergeschlagen die Köpfe schütteln und murmeln: und so einer holt sein Abi nach.
Was ist bloß aus dem hohen Standard  geworden?
Vorweg noch einige Worte.
Bei uns in Norddeutschland gibt es einen Radiosender für junge Leute, N-Joy, der eine Comedyserie (nennen wir sie mal so) hat, wo eine Reporterin (Anke Onken) als Pisa-Polizistin Jugendliche mit Fragen über Allgemeinwissen quält.
Eines tages war das Thema Literatur an der Reihe.
Auszugsweise ein paar  Fragen und deren Antworten:

Wer waren Goethe und Schiller?

Dichter (!)
Musiker
Und als absoluten Brüller: die haben doch irgendwas mit Fussball zu tun oder? Manager von Bayern, oder Spieler...

Wie geht das Gedicht weiter:" Wer reitet so spät durch Nacht und Wind..."?

Äh...der Reiter auf seinem Pferd.
Keine Ahnung. Der kopflose Reiter?
Der Vater auf seinem Kind. Weiß nicht so genau. Wir hatten es aber mal in der Schule!

Was war das letzte Buch, das du gelesen hast?
Das letzte Buch? Weiß ich nicht mehr. Ist ja auch schon zwei Jahre oder so her!

Bei einer Frage jedoch - ich muß es gestehen - mußte ich auch erstmal passen. Nämlich bei: Was ist eigentlich Literatur?
Gut, ein Blick in mein Lexikon verriet mir dann, das Literatur im weitestens Sinne ein Oberbegriff ist für Schriften sämtlicher Art, die aber noch in diverse Untergruppen aufgeteilt werden. In Sachen Fach und Sachliteratur und Sekundärliteratur, in Schundliteratur, Trivialliteratur und Belletristik. Aber auch nach Gattungen.
Nun stellt sich mir dank Frau Bindig eine weitere Frage:
Zitat
"Na, Fantasy is doch keine richtige Literatur!"


Was bitteschön ist richtige Literatur?
Zählt darunter tatsächlich nur das klassische, die Werke unseres Dichterfürsten (nein, ich meine jetzt nicht Dieter Bohlen)Goethe und dessen Freund Schiller?
Natürlich haben diese Menschen für ihre Zeit eine sehr gewaltige Sprache benutzt, durchsetzt mit Metaphern und Symbolik, aber auch sie haben nur die Tricks und Kniffe genutzt, die auch heute in einer Geschichte angewendet werden

Oder ist "richtige Literatur" jene Art von Geschichten, die sich mit dem Drama auseinandersetzen? Mit zwischenmenschlichen Tragödien und deren Konfliktlösung und das Wachsen bzw. Zerbrechen der Protagonisten.
Beispiele dafür gibt es auch in rauen Mengen:
Moby Dick
Der alte Mann und das Meer
Der Besuch der alten Dame.

Oder gilt als "ernsthafte" Literatur jene, die von Leuten geschrieben wurde, die nicht bloß erzählen, nein, die damit etwas zu sagen haben!

Und mir schießt gerade eine weitere Frage durch meinen Kopf:
Wenn Nonsens-Literatur eher ins Abseits geschoben wird, wieso wurde dann Alice im Wunderland ein Welterfolg?
Und warum wird von manchen Dramenliebhabern das "Buch" "Warten auf Godot" als "vollkommener Schwachsinn, den man sich nicht antun brauch" abgetan.
Ist also "Warten auf Godot" ebenfalls keine "richtige" Literatur?.

Sie sehen also, so einfach scheint die Frage, was "richtige" Literatur ist,  nicht beantwortbar zu sein.
Mir jedenfalls fällt keine Definition ein.

Gruß

Feuertraum
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Manja_Bindig

  • Gast
Re: Wer sich als Fantasyautor outet...
« Antwort #13 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
Das hat wieder etwas mit dem persönlichen Geschmack eines jeden zu tun.
Was ist Literatur für mich?
1) Es unterhält mich. Und dieses "Unterhalten" bedeutet, dass ich einen Moment lang die Wirklichkeit ausblenden kann und mich erhole, ohne mein Hirn abzuschalten.
2) sie belehrt mich. Ob nun historischer Roman, Biografie... oder ein ganz normaler Roman: ich lerne etwas über Gesellschaften, historische Epochen und ich kann mir an manchen figuren ein Beispiel nehmen, wie ich mich in manchen Situationen verhalten sollte(nicht mehr so in die Luft gehen... *drop*)

Das ist das, was ich Literatur empfinde, ob nun von mir geschriebene(ich bezeichne es mal hochtrabend und eitel als "Literatur") oder von anderen Autoren.
Sachbücher, die zur Hälfte aus (Jahres)zahlen bestehen oder Ratgeber empfinde ich deswegen nciht so - Literatur ist für mich etwas, wo Personen im Mittelpunkt stehen und durch ihr Handeln den Handlungsverlauf beeinflussen. von daher fällt Fantasy SEHR WOHL unter diesen Begriff.

Anders gesagt: meine Definition von Literatur lautet:
Die Figuren bilden den Dreh- und angelpunkt.


(Ach ja, noch etwas... da ich ja viel mit den Leuten hier rede... bitte kein "sie" und "Frau Bindig". Ich fühl mich so alt...)

Offline Moni

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Re: Wer sich als Fantasyautor outet...
« Antwort #14 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
Zitat
(Ach ja, noch etwas... da ich ja viel mit den Leuten hier rede... bitte kein "sie" und "Frau Bindig". Ich fühl mich so alt...)

Damit wirst du leben müssen, Manja, denn unser Feuertraum siezt alle hier.. ^^
Deutsch ist die Sprache von Goethe, von Schiller...
und im weitesten Sinne auch von Dieter Bohlen

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