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Autor Thema: Das Schreiben und die Musik  (Gelesen 5983 mal)

HauntingWitch

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Re: Das Schreiben und die Musik
« Antwort #15 am: 05. September 2014, 17:27:37 »
Musikfanatiker bin ich zwar auch, aber ich muss sagen, dass Musik mir mehr ein Hilfmittel für mein Leben ist. :p

Gut, das sowieso. ;D

Oh, ihr hört während dem Schreiben teilweise Musik? Das würde ich auch gern, aber das lenkt mich leider zu sehr ab. Deshalb höre ich meistens unmittelbar vor dem Schreiben den "Soundtrack" an.  :D

Ja, praktisch immer. Nur bei besonders komplizierten Szenen schalte ich schon mal auf sehr leise oder ganz ab. Text stört mich nicht, im Gegenteil. Es ist für mich nur wichtig, dass der Text genau wie die Stimmung eines Songs ebenfalls zu einer Szenerie oder einem Chara passt. Die Stimmung geht aber vor.

Was bei mir manchmal trotzdem vorkommt, ist, dass sich die Stimmung der Musik, die gerade läuft und der Szene, die ich gerade schreibe, widersprechen. Dann kommen mir zur friedlichsten Musik die krassesten Sachen in den Sinn und andererseits kann ich zu den härtesten Sachen die schnulzigsten Liebesszenen schreiben.

@Christian: Interessant, das mit den Farben habe ich manchmal auch, aber nicht immer. Oder vielleicht ist es mir nicht immer bewusst.

Offline Christian

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Re: Das Schreiben und die Musik
« Antwort #16 am: 07. September 2014, 11:36:37 »
Was bei mir manchmal trotzdem vorkommt, ist, dass sich die Stimmung der Musik, die gerade läuft und der Szene, die ich gerade schreibe, widersprechen. Dann kommen mir zur friedlichsten Musik die krassesten Sachen in den Sinn und andererseits kann ich zu den härtesten Sachen die schnulzigsten Liebesszenen schreiben.
Das kenne ich auch und es kommt bei mir auch relativ oft vor, meistens weil es farblich gut passt. Splatterszenen zu Pachelbels Kanon in D-Dur zum Beispiel.

Zitat
@Christian: Interessant, das mit den Farben habe ich manchmal auch, aber nicht immer. Oder vielleicht ist es mir nicht immer bewusst.
Vielleicht ist das bei dir auch eine Form der Synästhesie. So wahnsinnig selten ist das ja gerade in milden Formen nicht. Meistens ist es den Menschen nur nicht bewusst.
"Few things are as destructive and limiting as a worldview that assumes people are mostly rational."
– Scott Adams
  

HauntingWitch

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Re: Das Schreiben und die Musik
« Antwort #17 am: 07. September 2014, 19:23:46 »
Vielleicht ist das bei dir auch eine Form der Synästhesie. So wahnsinnig selten ist das ja gerade in milden Formen nicht. Meistens ist es den Menschen nur nicht bewusst.

Möglich, ich habe mich noch nie mit dem Begriff beschäftigt und hörte ihn von dir zum ersten Mal. ;)

Offline zDatze

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Re: Das Schreiben und die Musik
« Antwort #18 am: 14. September 2014, 16:41:30 »
Bei mir ist es so, dass ich mit Musik sehr leicht meine (Schreib-)Laune triggern kann. Das richtige Lied genügt dann schon, um mich wieder hoffnungslos in eines meiner alten Projekte zu verlieben. Daher ist ein auf das Projekt abgestimmter Schreibsoundtrack wirklich wichtig, damit ich nicht nach den ersten 50 Seiten den Faden und die Lust auf die Geschichte verliere.

Den richtigen Soundtrack zu finden, ist allerdings nicht gerade eine einfache oder kurzfristige Angelegenheit. Da stöbere ich über längere Zeiträume (manchmal Tage, machmal Wochen, wenn ein Projekt pausiert auch Jahre später) auf Youtube kreuz und quer, um einen homogenen Soundtrack zu generieren. Ich bastle dann auch ewig herum, um die richtige Reihenfolge der Stücke hinzukriegen, da ich krasse Unterschiede bei der Lautstärke oder beim Tempo ebenfalls als störend empfinde. Meistens fällt meine Wahl auf epische Musik ohne Gesangestexte, die ich verstehen kann, da mich diese zu sehr beim Schreiben ablenken.
So ein Projektsoundtrack ist allerdings nie wirklich fertig. Es kann sein, dass ich aus heiterem Himmel über ein neues Lied stolpere. Dann geht das Basteln wieder los. ;D

Manchmal frage ich mich wirklich, ob ich damit nicht eigentlich viel zu viel Zeit verplempere. :hmmm:
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Wave

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Re: Das Schreiben und die Musik
« Antwort #19 am: 26. September 2014, 07:32:23 »
Hi, HauntingWitch,

ein schöner Thread  :vibes:.

[...]
Vor Kurzem ist es mir wieder passiert: Ich hörte einen Song und hatte die Idee für eine Geschichte, eine Kurzgeschichte nur, aber die Idee kam von dem Song.[...]

So in der Art hatte ich das einmal - aber ganz doll. Ich hörte irgendeine mir unbekannte Filmmelodie - und "erstarrte", als zugleich mit der Idee vor meinem geistigen Auge bildhaft die erste Szene einer neuen KG auftauchte,
und diese Szene war so angenehm gruselig-phantastisch, dass ich ganz fasziniert war. Und solange ich die Melodie hörte, entwickelte sich die Szene weiter.
Fazit: Diese Melodie konnte ich nur für diese neue KG gebrauchen ;D.
Und das war echt klasse! Sie war und bleibt untrennbar nun mit dieser KG verbunden.

Seitdem suche ich ab und an mal Filmmelodien durch (bei mir muss das übrigens immer alles instrumental sein, sobald jemand anfängt zu singen, ist aus), um passende Begleitmusik für die ein oder andere Geschichte zu finden. Ab und an setze ich Musik seit dieser Erfahrung also schon gezielt ein, einzig, um noch leichter in die - hoffentlich - unheimliche Stimmung in der KG, eintauchen zu können und die Atmosphäre zuerst in mir und dann in Worte "einzufangen".

Liebe Grüße

Wave

Offline Roca Teithmore

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Re: Das Schreiben und die Musik
« Antwort #20 am: 03. Oktober 2014, 18:20:26 »
Ich muss Wave zustimmen ein sehr schöner Thread.
Ja die liebe Musik ich benutze sie äußerst gerne zum kreativen Arbeiten oder um mich in die Richtige Laune zu versetzen oder einfach. Tatsächlich um mich vom hier und jetzt aus zu klinken.

Letztes in den letzten Jahren immer häufiger, wenn ich an Orten arbeiten musste die besonders laut waren.

Ich muss hier aber auch euch beiden zustimmen:
Zitat
Zitat von: Klecks am 04. September 2014, 21:39:26
Oh, ihr hört während dem Schreiben teilweise Musik? Das würde ich auch gern, aber das lenkt mich leider zu sehr ab. Deshalb höre ich meistens unmittelbar vor dem Schreiben den "Soundtrack" an.  :D

Zitat von: HauntingWitch
Ja, praktisch immer. Nur bei besonders komplizierten Szenen schalte ich schon mal auf sehr leise oder ganz ab. Text stört mich nicht, im Gegenteil. Es ist für mich nur wichtig, dass der Text genau wie die Stimmung eines Songs ebenfalls zu einer Szenerie oder einem Chara passt. Die Stimmung geht aber vor.

Wenn ich mich sehr konzentriere beim schreiben achte ich z.T. gar nicht mehr auf die Musik oder stelle sie ganz ab. Es sei denn ich nutze sie um Außengeräusche aus zu blenden.
Ich zitiere mal ich bin "zu doof um mich auf zwei dinge gleichzeitig konzentrieren zu können!"

Was will ich damit sage? Ich liebe Musik als Trigger für gewisse Situationen. Aber ich bin mir auch im klaren darüber das sie das potenzial hat ab zu lenken und eine Szene unter Umständen sogar so zu beeinflussen, das sie anders wird, als sie eigentlich gedacht war. Deshalb Pro Musik aber mit Vorsicht ein zu setzen :)
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Offline Amaryn

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Re: Das Schreiben und die Musik
« Antwort #21 am: 17. Oktober 2019, 10:52:24 »
Ich habe auch gedankliche Soundtracks, die für mich untrennbar mit a) der ganzen Geschichte, b) bestimmten Figuren und c) bestimmten Szenen verbunden sind. Wenn ich nach einer langen Projektpause in ein Projekt wieder reinfinden will, höre ich mir die Lieder an, die ich mit ihnen verbinde, dann klappt es immer.  :D


Oh, das kenne ich! Ein bestimmter Song, ein bestimmtes Musikstück und schon sind Bilder, Szenen und Dialoge da - allerdings nur zu bereits begonnenen Projekten. Bislang ist es mir noch nie passiert, dass mir ein Musikstück eine Idee zu einer neuen Geschichte gebracht hat. Schade, aber kann ja vielleicht noch werden.
"Der Weltraum ist dunkel, Genossen." (Juri Gagarin)

Offline Inea

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Re: Das Schreiben und die Musik
« Antwort #22 am: 17. Oktober 2019, 10:59:46 »
Wenn ich mit einer Geschichte feststecke oder eine Szene detailreich ausbauen möchte, suche ich mir auch immer Lieder heraus, die die Stimmung einzelner Szenen transportieren. Das sind dann Rhytmus, einzelne Textpassagen oder auch einfach mal nur die Stimme des Sängers oder der Sängerin in diesem Lied.
Oftmals setze ich mich dann hin, schließe die Augen und höre das Lied in Dauerschleife. Und die Fantasie fängt an, Bilder zu erzeugen. Das ist so toll! Das klappt am besten mit Kopfhörern. Dann wird niemand gestört (das passiert schon mal, bei einem Lied auf Dauerschleife, haha) und ich werde nicht von jedem kleinen Knacken, dem Telefon oder sonstigem aus der Trance gerissen. :vibes:
Meistens höre ich das gleiche Lied dann auch beim Schreiben. Und ist die Szene abgeschlossen, ist das Lied wieder frei für andere Projekte. Was ein Glück, sonst wäre ich wohl durch die Musik in meiner Inspiration begrenzt :engel:

MinaSolena

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Re: Das Schreiben und die Musik
« Antwort #23 am: 21. Oktober 2019, 14:28:32 »
Ich kann mich da nur anschließen. Musik inspiriert mich auch so. Ich bekomme dann direkt Bilder vor Augen und es entstehen neue Szenen oder wenn ich irgendwo in der Geschichte "hänge", bekomme ich Ideen, wie es weitergehen kann.

Momentan ist es auch ein bestimmtes Lied, was ich rauf und runter höre und so wunderbar zu meiner Protagonistin und der Atmosphäre meines Romans passt.

Offline Mari

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Re: Das Schreiben und die Musik
« Antwort #24 am: 14. Juli 2021, 16:56:53 »
Ich höre auch immer Musik beim Schreiben, meistens hat jedes Buch einen bestimmten Soundtrack und dann bin ich direkt in der Geschichte drin. Das hilft ungemein, die Stimmung zu fassen zu kriegen. Nur deutsch darf es nicht sein, das wäre komisch... Meistens ist es bei mir finnisch  ;D Oder ich höre tatsächlich Soundtrack von irgendwelchen Filmen, also ganz ohne Text.
Ich hatte mal eine echt traurige Szene und das Lied, das ich beim Schreiben gehört habe, kann ich nicht mehr gut hören. Es ist ohnehin kein besonders fröhliches Lied, aber jetzt kriege ich jedes Mal Gänsehaut und die traurige Stimmung nicht aus dem Kopf. Das Lied ist ein bisschen "verbrannt".
Ähnlich geht es mir beim Lesen, manchmal verbinde ich bestimmte Lieder mit bestimmten Büchern. Das ist dann aber eher zufallsbestimmt, weil ich die Musik zufällig beim Lesen gehört habe und sie irgendwie gepasst hat. Dann kan ich die natürlich nicht mehr zum Schreiben hören, es sei denn ich wollte das damit verbundene Buch nachahmen...

Offline Sikania

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Re: Das Schreiben und die Musik
« Antwort #25 am: 14. Juli 2021, 19:42:29 »
Meistens höre ich auch Musik aber immer ohne Text. Selten ist es mal etwas was tatsächlich thematisch genau passt (zum Beispiel Wikinger/nordische Musik). Meistens ist es tatsächlich instrumental/Klassik. Wie kommst du ausgerechnet auf finnisch?

Offline Mari

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Re: Das Schreiben und die Musik
« Antwort #26 am: 14. Juli 2021, 19:50:12 »
@Sikania Das mit dem Finnisch ist Zufall. Die machen eben den besten Heavy Metal ;D Und es ist praktisch, im Gegensatz zu Englisch verstehe ich finnisch nicht einmal, wenn ich drauf höre

Offline Sikania

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Re: Das Schreiben und die Musik
« Antwort #27 am: 14. Juli 2021, 20:34:52 »
Das ist natürlich ein Vorteil, der nicht zu vernachlässigen ist. Gibt es denn einen Lieblingssong, der immer passt? Würde ich gerne einmal reinhören.

Offline Manouche

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Re: Das Schreiben und die Musik
« Antwort #28 am: 14. Juli 2021, 22:11:34 »
Oh ja. Mit Musik schreiben ist super. :engel: Ich habe meine Playlist fürs Schreiben und immer die Stöpsel in den Ohren. Da kann um mich herum der grösste Familienkrach sein und ich bleibe in meiner Welt.
Die Musik meiner Playlist vermittelt mir die Gefühle, die ich mit meinem Roman transportieren möchte.

Und das beste ist, schon zwei mal konnte mich meine Playlist aus einer kleinen Schreibblockade retten (bevor es wirklich schlimm wurde):
Ich höre auf die Musik und schreibe ohne wirklich nachzudenken drauflos, was die Musik mir sozusagen diktiert. Ich schaue nicht auf Fehler, Satzstellungen oder sonst etwas. Es werden eher eine Art Gedichte in Prosa.
1. Schreibe ich dann wenigstens!
2. Wenn ich dann anschliessend lese was ich geschrieben habe, bringt es mich auf neue Ideen.
Auf jeden Fall einen Versuch Wert!

Offline Mari

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Re: Das Schreiben und die Musik
« Antwort #29 am: 16. Juli 2021, 18:24:44 »
@Sikania Moonsorrow geht bei mir meistens. Bei meinem aktuellen Romanprojekt vor allem der song Ruttolehto. Der Roman ist sehr düster und spielt am Ende der Welt (aka Shetlands)... hört man es?  :)

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