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Autor Thema: Debüt  (Gelesen 1112 mal)

Offline Earu

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Re: Debüt
« Antwort #15 am: 07. Februar 2021, 13:50:39 »
Mein Debüt mit meiner Novelle ist noch nicht lange her, kam erst letzten Oktober raus. Insgesamt bin ich bisher sehr zufrieden. Ich habe mich bewusst für den kleinen Verlag und die Novellenausschreibung für mein Debüt entschieden. Ich wollte nicht mit einer Geschichte scheitern, an der ich hänge. Wie gut es mit meinem Hexenmeister läuft, kann ich nicht abschätzen. Da warte ich sehnsüchtig auf den Moment, wenn die Abrechnung für das erste Jahr kommt. Dann weiß ich, ob ich mit dem Debüt einigermaßen überzeugen konnte. In Anbetracht der Situation - Corona, VÖ ohne Messebonus, fehlende Lesungen, kleiner Verlag mit entsprechend geringeren Möglichkeiten - erwarte ich jetzt keine Megaabsätze. Aber wenn ich die dreistellige Marke bei den Verkäufen schaffen könnte, wäre das genial.

Wegen Corona fühlte sich die VÖ absolut surreal an. Ich habe ein Buch veröffentlicht, aber es hätte genauso gut die VÖ einer KG gewesen sein. Es fühlte sich klein an, die vorgestellte Freude trat nicht ein. Dafür kann niemand etwas.

Ich hoffe auf meine zweite VÖ - welche das auch immer sein wird.

Offline Marta

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Re: Debüt
« Antwort #16 am: 07. Februar 2021, 16:21:27 »
Mein Debüt war unspektakulär. Ich wusste schon lange, dass ich SP machen will, habe aber fast ein Jahr lang rumgeeiert, den Roman immer wieder überarbeitet und testlesen lassen ... bis ich endlich den externen Arschtritt bekam, den ich brauchte. Dann habe ich es als E-Book bei Amazon hochgeladen. Und dort ist es sang-und klanglos untergegangen. Ich glaube, ich habe im ersten Monat 7 Exemplare verkauft, vermutlich alle an Freunde und Verwandte. Danach noch weniger. Etwas enttäuscht war ich schon. 😅

Zusätzlich hatte ich aus dem Nano noch einen Gutschein für zwei Print on Demand-Bücher bei createspace, den ich gerade rechtzeitig eingelöst habe, bevor er verfallen wäre. Es war absolut magisch, mein erstes gedrucktes Buch in den Händen zu halten. Ich erinnere mich immer noch an das Herzklopfen und das Gefühl, dass es jetzt irgendwie "echt" ist.

Das wäre auch mein Ratschlag (also einer von zweien): Feiert euer Debüt. Kann sein, dass sich keiner außer euch dafür interessiert, aber das ist egal. Anerkennung und Geld kommen hoffentlich mit späteren Büchern, aber IHR wisst, was euer Debüt bedeutet, also: Köpft die Champagnerflasche, badet in Eselsmilch und kauft euch die vergoldete Hardcoverausgabe eures Lieblingsbuchs. Es ist eine verdammte Leistung, ganz egal, ob es jemand außer euch bemerkt.

Zitat
"Ich denke gerade das Debüt möchten viele so perfekt und fehlerfrei wie möglich vorzeigen."

Das wollen wirklich viele, und mein zweiter Ratschlag lautet: Vergesst Perfektion. Es gibt keine perfekten Bücher. Nicht mal Millionenseller aus Publikumsverlagen sind PERFEKT, und der Versuch, ein perfektes Buch zu veröffentlichen, erstickt mehr Autorenkarrieren im Keim als fast alles andere. Holt euch ein paar Testleser, gönnt euch ein Lektorat (oder nicht) und schickt das Ding in die weite Welt hinaus. Und dann geht zurück an den Rechner und beendet das nächste Buch. Ja, beendet. Wartet bitte nicht damit, das zweite anzufangen, bis das erste veröffentlicht ist.

Diese Einstellung hat mir zumindest sehr geholfen, um den Druck herauszunehmen. Ich wusste während der Veröffentlichung schon, dass ich nicht MEIN BUCH veröffentliche, sondern nur MEIN ERSTES BUCH. Das macht einen großen Unterschied.

Inwieweit sich das auf Verlagsveröffentlichungen übertragen lässt, weiss ich leider nicht


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Offline Pety

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Re: Debüt
« Antwort #17 am: 07. Februar 2021, 19:37:42 »
Ich war damals ja sooo herrlich naiv.  ;D 
Habe bei meiner allerersten Ausschreibung für eine Anthologie mitgemacht unter der Prämisse, komme ich da rein, dann schreibe ich weiter und werde "richtige" Schriftstellerin. Wenn nicht, dann bin ich eben nicht gut genug und gehe weiter einen ganz stinknormalen Job nach.
Und wie ihr seht, bin ich immer noch da.
Mein erstes KG-Debüt habe ich gefeiert und war stolz wie Bolle. Und bin es noch. Obwohl seit dem 10 Jahre vergangen sind, gefällt sie mir noch immer. (okay, mit kleinen Änderungen)

Mein erster Debüt-Roman kam in einem Kleinverlag (mit der besten, weil Autorenfreundlichten, Verlegerin der Welt) heraus und ich war happy.
Auch wenn ich "ein paar" (*huuust* ) Fehler hinnehmen musste, die dieses Buch zur Limited-Edition machen, bin ich stolz darauf.
Dann kam Band zwei, den ich fast genauso gefeiert habe.
Aber das erste Buch ist und bleibt etwas ganz Besonderes.  :vibes:

Kleiner Rat am Rand.
Familienmitglieder können es tatsächlich schaffen, euch die Freude kurzfristig an eurem Werk zu versauen. Selbst nach Jahren noch. Lasst das nicht zu! Niemand hat das Recht eure Arbeit kleinzureden. Niemand! Und erst recht nicht die Menschen, die ihr liebt.
Denn das hat meine Mutter 2019 beinahe geschafft, mit nur einem Satz.
"Ich hoffe ja immer noch, dass ich es erlebe, dass du mal ein richtiges Buch rausbringst." Hä?  :o
Wahrscheinlich zählt es für sie als Buch erst, wenn es Hardcover ist und mindestens 300 Seiten hat.

Deswegen, feiert euer Debüt. Egal was für eins. Denn dieser Moment ist einfach zu schön.  :prost: Und dann ... erinnert euch daran. Immer und immer wieder.  ;)
Egal, wie hässlich dein Umfeld ist. Du bist es die/der daraus einen besonderen Ort macht.    (von Pety)

Offline Barra

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Re: Debüt
« Antwort #18 am: 07. Februar 2021, 22:31:15 »
Oh schön, noch mehr Berichte.

Ich habe mich bewusst für den kleinen Verlag und die Novellenausschreibung für mein Debüt entschieden. Ich wollte nicht mit einer Geschichte scheitern, an der ich hänge.
Ja, ich weiss aber was du meinst. Ich habe auch Projekte, an denen ich mehr hänge als an anderen.
Trotz und gerade wegen der äußeren Umstände finde ich es toll, dass du das gemacht hast letztes Jahr! Daher hoffe ich, dass du stolz auf dich bist, dass du das geschafft hast.

Feiert euer Debüt.
 Ich wusste während der Veröffentlichung schon, dass ich nicht MEIN BUCH veröffentliche, sondern nur MEIN ERSTES BUCH.
Das sind zwei wunderbare Ratschläge. Und danke für deine Sicht von der bewussten SP Seite. Die Eselsmilch ist jetzt nicht mein Fall, aber ich werd mir was anderes gönnen, ganz bestimmt.

Niemand hat das Recht eure Arbeit kleinzureden. Niemand! Und erst recht nicht die Menschen, die ihr liebt.
Oh! Das ist alles andere als ein kleiner Tipp. Vielen Dank für deine persönlichen Einblicke.
Auch deine Erfahrung mit der Kurzgeschichte als Auslöser spiegelt mein eigenes Empfinden gerade.

Ich freue mich sehr über alle Rückmeldungen.
Manchmal hat man ja so Träumchen. Gerade das Debüt vergoldet zu bekommen mit einer Auszeichnung. Aber da kann man auch ewig drauf warten, nehm ich an. Bis es vermutlich zu spät ist.
Zu mehr bin ich heute nicht fähig. Aber teilt ruhig gerne weiter eure Erlebnisse, alles in allem empfinde ich die Stimmung zwar als sehr feierlich um das (Roman) Debüt, aber auch nicht sakral. Das war so ein wenig meine Befürchtung. Je höher die Erwartung an solche Meilensteine, desto übler der Aufschlag in der Realität.

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Offline Fynja

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Re: Debüt
« Antwort #19 am: 07. Februar 2021, 23:44:02 »
Mein Romandebüt ist ja noch keinen ganzen Monat her, daher sind die ganzen Erfahrungen ziemlich frisch. Ich hätte ursprünglich nie gedacht, dass ausgerechnet dieses Buch mein Debütroman wird, aber alles in allem war es vermutlich die richtige Entscheidung. 2014 habe ich den ersten Buchvertrag unterschrieben, mich schon auf mein Debüt vorbereitet - wurde nix draus. 2015 der nächste Vertrag, bei dem ich lange dachte okay, dann wird wohl das mein Debüt - aber der Verlag lässt mich bis heute hängen. Irgendwann habe ich also die Hoffnungen verloren, mich beim nächsten Vertrag gar nicht mehr richtig getraut, mich zu freuen und mir vorzustellen, dass es wirklich passiert. Aber das ist es, in einem kleinen Verlag, aber mit ausführlichem Lektorat, schönem Cover, viel Transparenz und guter Betreuung.
Wegen der schlechten Erfahrungen habe ich mich gar nicht mehr getraut, meine Herzensprojekte rauszuschicken, deswegen ist mein Romandebüt jetzt kein absolutes Herzensprojekt. Das hat Vorteile und Nachteile - es ist ein wenig komisch, mit einem Buch zu starten, das mich selbst gar nicht soo begeistert, und natürlich brennt jetzt der Wunsch, das gleiche Gefühl mit einem Herzensprojekt erleben zu dürfen, umso mehr in mir. Aber gleichzeitig fühle ich mich sicherer damit, ich denke, ich werde negative Rezensionen besser verkraften und die ganzen mit dem Debüt verbundenen Ängste sind gar nicht soo schlimm dadurch. ;D

Mein Buch in den Händen zu halten war, wie vermutlich bei vielen hier, ein Kindheitstraum von mir, und ich freue mich jeden Tag neu darüber, dass er in Erfüllung gegangen ist. Trotzdem ertappe ich mich immer wieder dabei, noch viel weiter in die Zukunft und an die nächsten Veröffentlichungen zu denken, die nächsten Schritte. Ich betrachte es also mehr als "Anfang" als als abgeschlossenes Ziel. Im Kleinverlag zu starten war die richtige Entscheidung für mich, aber eigentlich weiß ich, dass ich erst ganz am Anfang des Weges zu meinen Zielen stehe, und dass ein Großverlagsdebüt, sollte es jemals dazu kommen, der größere Traum von mir ist. Und eigentlich ist es ja auch ganz gut, dass sich der noch nicht erfüllt hat, weil ich so immer noch etwas habe, worauf ich weiter hinarbeiten kann. :)

 
  

Offline Earu

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Re: Debüt
« Antwort #20 am: 08. Februar 2021, 13:26:55 »
@Barra Ja, stolz bin ich schon. Es ist ein erster Schritt. @Fynja schreibt das sehr schön. Ich muss keine Angst vor negativer Kritik füchten. Es ist mein Erstling und ich habe trotz Jahren des Lernens jetzt erst die Möglichkeit, das alles umzusetzen. Ich habe in einem kleinen Verlag veröffentlicht, das kein Geld ins Lektorat stecken konnte, sondern es selbst durchgeführt hat. Da können Fehler passieren. Weil ich nicht an diesem Roman hänge, kann ich daraus lernen, ohne verletzt zu sein. Ich kann bestätigen, dass ich jetzt gerne eines meiner Herzensprojekte veröffentlichen möchte. Mittlerweile habe ich auch den Mut, mich ggf. ans SP zu wagen, sollte sich kein Verlag finden. Bis dahin werde ich allerdings noch einige Stunden Arbeit in meinen Drachenroman stecken. Ich will eine Chance bei den Verlagen und ansonsten mich nicht völlig blamieren, weil man schon auf der ersten Seite merkt, dass ich kein Geld für ein Lektorat hatte. Ich stehe am Anfang des Weges, den ich schon seit der Grundschule gehen will. Das ist schon toll.
Da mein Buch "nur" als eBook erschienen ist, wobei der Verlag sich offen hält, irgendwann Printversionen anzubieten, kann ich es leider nicht in die Vitrine stellen. Ich hoffe, dass der Tag kommt, dass der Verlag die Reihe drucken lässt. Ansonsten hoffe ich, dass mein nächstes Buch gedruckt wird. Vielleicht nutze ich dafür Amazons PoD, einfach nur, damit ich mein Buchbaby wirklich halten kann. Ich denke, das wird sich auch wieder anders anfühlen als mein Debüt.

Offline Cairiel

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Re: Debüt
« Antwort #21 am: 08. Februar 2021, 14:40:04 »
Rückblickend wünschte ich mir jedoch, ich hätte lieber später als früher veröffentlicht.
Oh, vielen lieben Dank für deine Schilderungen. Und diesen wirklich auch sehr guten Rat. Gerade das mit dem Zeit lassen ist wichtig. Man soll ja nie was überstürzen oder ungares Zeug abgeben. Komisch, dass dann doch immer wieder die spontanen Dinge am meisten ziehen.
Das mit dem abgebrochenem Kontakt zu einer Autorin ist ja merkwürdig gelaufen bei dir. Hat sie sich vielleicht in einer Figur unabsichtlich wiedererkannt?
Hm, spontan war mein Debüt auch nicht gerade.  ;D Ich habe wirklich viel Zeit hinein gesteckt und mir Mühe gegeben, aber man lernt natürlich mit den Jahren hinzu. Ein hervorragendes Lektorat hätte schon viel geholfen. Für meinen Erstling hätte ich auf einen größeren Verlag warten oder ein späteres Werk nehmen sollen, aber im Nachhinein ist man immer klüger.
Nein, erkannt hat sie sich darin bestimmt nicht. Mein Debüt ist ein ganz normaler Fantasyroman mit wenig Bezug zur Realität gewesen. Ich weiß es nicht, woran es lag.

Offline Erin

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Re: Debüt
« Antwort #22 am: 17. März 2021, 11:26:21 »
Haah... Ich stehe kurz vor der Veröffentlichung meines Debütromans. Hoffe ich. Ich weiß ja noch nicht, ob das klappt. Aber ich bin so aufgeregt! Im Herbst war ich das noch nicht. Da war ich einfach nur erledigt und froh, die letzten Zeilen geschrieben zu haben und hab mir dann eine Pause gegönnt. Jetzt ist die Aufregung wieder da. Und ich habe zunehmend Angst, davon zu träumen, einen Bestseller geschrieben zu haben. Die Chancen sind ja unendlich klein. Aber das Träumen an sich würde ich gerne ohne beschleunigten Puls können. ::)

Offline Barra

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Re: Debüt
« Antwort #23 am: 17. März 2021, 13:08:01 »
Oh, das ist doch schön! Freut mich für dich. Und ich behaupte mal: Träumen ist erlaubt.  :jau:
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