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Wer hat euren Stil maßgeblich beeinflusst?

Begonnen von Arcor, 16. Oktober 2022, 14:58:42

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Arcor

Schreibstile sind einzigartig und mitunter schlicht großartig.  :wolke:  Es gibt viele, die ich inzwischen wiedererkenne, etliche, die ich toll finde, und eine Reihe, wo ich denke: ,,Könnte ich nur so toll schreiben?" Mir persönlich fallen da Barry Unsworth ein, mit dem ich mich für meine Masterarbeit beschäftigt habe, aber auch Andrzej Sapkowski, Lynn Flewelling, Sebastian de Castell, Leigh Bardugo oder unsere @Malinche. :knuddel:
Ich nehme an, dass auch ich einen mehr oder weniger unverwechselbaren Schreibstil habe, aber das müssen andere beurteilen.

Mich hat in den letzten Tagen die Frage umgetrieben, was meinen Schreibstil eigentlich grundlegend beeinflusst hat. Natürlich verändert sich unser Stil, durch neuen Input an Büchern, durch Erlebnisse, durch die Genres, die wir schreiben, mitunter auch die Erzählstimme und natürlich schlicht unsere Erfahrung beim Schreiben. Trotzdem habe ich gerade das Gefühl, dass es da einen massiven Start-Input gegeben hat.

Und zwar gönne ich mir gerade das Vergnügen, die Weitseher-Trilogie von Robin Hobb wieder zu lesen. (Fragt nicht, warum ich damit fast 20 Jahre gewartet habe, die Bücher sind so großartig!  :vibes:  Oder warum ich von Robin Hobb bisher nur die und die Zauberschiffe gelesen habe. :versteck:  ) Dabei ist mir dann eingefallen, dass ich die Bücher zu einer Zeit das erste Mal gelesen habe, als ich mit dem Schreiben begonnen habe. Und je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr glaube ich, dass Robin Hobb (in der deutschen Überstzung) meinen Stil mitbeeinflusst hat.
Ich möchte damit übrigens in keiner Weise behaupten, dass ich annähernd so gut schreiben könnte wie Robin Hobb (oder wie ihre deutsche Übersetzerin die Bücher übersetzt hat). Oder dass ich so gut eine Geschichte aufbauen könnte, die sich aus sich selbst heraus ergibt, ohne dass man den Plot die ganze Zeit klar vor Augen hat. Oder dass meine Figuren so fesseln und mitreißen könnten.

Doch ich erkenne bei mir den Hang zur Breite, zu vielen Worten, zu vielen Details, den auch Robin Hobb in der Weitseher-Trilogie hat. Die ganze Geschichte könnte man sicherlich auch mit 200 Seiten weniger erzählen, ohne nennenswerten Inhalt zu streichen. Aber es wäre dann nicht mehr dieselbe Geschichte.
(Ich bilde mir immer ein, dass das bei mir auch so wäre, liege damit aber vermutlich reicht weit weg von der Wahrheit :engel: ).

Jedenfalls glaube ich, dass dieser Stil mich bei meinen Schreibanfängen durchaus beeinflusst hat und es bis heute noch tut, denn es fällt mir nach wie vor schwer, mich kurz zu fassen, auch wenn ich glaube, dass es leicht besser geworden ist.


So, genug geschwafelt. Habt ihr auch Autor*innen, deren Schreibstil euren eigenen beeinflusst habt?
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Some are meant to be kept.


Faye - Finding Paradise

Rajou

Ich weiß, dass ich in der Zeit, als ich mit Schreiben angefangen habe, sehr von Nalini Singh beeinflusst worden bin. Von der habe ich in der Zeit unfassbar viel gelesen.  :d'oh:

Da ich mittlerweile kaum noch lese, bekomme ich vor allem durch die Schnipsel im Nano meinen Input.
Am meisten beeinflusst hat mich da einmal @Jen , dank der ich mittlerweile viel besser durch Körperhaltungen und Bewegungen Gefühle beschreiben kann. Als auch meinen krassesten Aha-Moment, den ich dank @Rynn hatte, weil sie so unfassbar tolle Dialoge schreibt und ich da kapiert habe, wie ich meine etwas besser machen kann.
Maybe it's not about the happy ending. Maybe it's about the story.

Jen

Ooooch! <3

Ich kann die Frage kaum beantworten, um ehrlich zu sein wird mein Stil wohl intuitiv aus einer Menge, Menge Dinge gewachsen sein. Es gibt aber so Floskeln, die ich immer mal nutze, und manche von denen habe ich aus Hörspielen meiner Kindheit. Das Wort "Bärenhunger" höre ich immer im Tonfall von Jürgen von der Lippe. :D
Guilty feet have got no rhythm.

Maubel

Ich muss mich dir anschließen, @Arcor. Wenn man mich nach meinen größten Einflüssen fragt, dann würde ich immer zuerst Robin Hobb nennen. Robin hat nicht nur diese wundervolle Welt und Geschichte geschaffen, sondern vor allem Charaktere, die sich für mich wie Freunde anfühlten. Als ich die dritte Trilogie um Fitz anfing, fühlte es sich wirklich an, als würde ich einen alten Freund wiedertreffen. Ja, Jahre sind ins Land gegangen und wir haben uns verändert, aber tief drin, waren wir immer noch dieselben. Das hat mich nachdrücklich beeinflusst.
Für mich hat Robin Hobb das Tor zu charakterbasierter Fantasy aufgestoßen. Zuvor hatte ich sehr viel klassische, plot-fokussierte Fantasy gelesen. Bei Robin Hobb ist zwar auch viel Plot, aber es geht vor allem um ihre Charaktere und deren Leben in dieser Fantasywelt. So ähnlich schreibe ich seitdem auch - nicht, dass ich mich mit Robin Hobb vergleichen würde ;)

Aktuell lese ich wieder mehr - man muss ja wissen, was im Genre passiert und ich hoffe, dass ich mal so toll Urban Fantasy wie Annette Marie schreibe, wenn ich groß bin :D

Golden

#4
Nun, da ich eher noch ein paar Büch schreiben muss, wäre da noch Platz für Stileinflüsse und Veränderungen. Aktuell lese ich Bücher wieder bewusster und achte auf die Arbeitsweise der Autoren. Ich hatte früher immer das gefühlte Problem, dass sich mein eigener Stil mit dem Lesen von Büchern verändert hat und zu inkosistent war (gut, vielleicht sollte man auch ein Buch in ein paar Monaten und nicht Jahren beenden).
Aber bis dato - und vor allem beim beendeten Buch - wäre es der schon von Arcor erwähnte Sapkowski. Ich mag die Art einfach und den Humor und den Wortwitz in den Dialogen. :vibes:

Kamen

Ein tolles Thema, das vor allem dadurch fruchtet, dass es nicht um Lieblingsautoren geht, sondern der Stil der jeweiligen. Tatsächlich habe ich da richtig lang überlegen müssen. Wer hat mich inspiriert, überhaupt Fantasy zu schreiben? Das war Michael Ende. Aber wer hat mir meinen Stil beeinflusst? Das hat wirklich lange gedauert, um eine Mischung zu finden, die stimmig ist.

Beeinflusst haben mich anfangs tatsächlich William Shakespeare und Jane Austen. Durch ihre Werke, die ich früh gelesen habe, wurde mir bewusst, wie schön Sprache sein kann und wie schön es ist, Sprachen miteinander zu vergleichen und die eigene Sprache als schön zu empfinden. Auf der einen Seite die tragischen, oft mit einem spitzen Humor versehenen Shakespeare-Werke, auf der anderen Seite leichtes und schweres Wortspiel einer unglaublich talentierten Frau, die mich auch in meiner Art, ein Projekt aufzubauen, sehr beeinflusst hat.

Meine ersten beiden Autoren im klassischen Fantasy-Bereich sind mir bis heute "Stil-Väter": David Eddings und Tad Williams. Die Art, Welten zu erschaffen, mehrere Handlungsstränge gleichzeitig laufen zu lassen und hin und her springen zu können. Das wurde mein Grundgerüst. Eddings hat aus einem Plot mehrere Reihen gezaubert. Das fiel mir erst bei der dritten Reihe auf. Aber er spielte auch immer damit. Williams hat für mich Stimmungen erschaffen und meine ersten "Filme im Kopf". Der Erzählstil war genau mein Ding.
Ich schreibe unglaublich gern mit mehr oder weniger ordentlicher Prise Humor. Da haben mich Steven Brust und Ben Aaronovitch beeinflusst. Absurde Dialoge und Welten auf der Brust-Seite, wunderschöne Beschreibungen und Humor zwischen den Zeilen auf der Aaronovitch-Seite. Humor ist, wenn man trotzdem lacht. In der Hinsicht, Humor auf das Papier zu bringen, muss ich auch noch Heinz Erhardt erwähnen. Seltsame Mischung, aber genau das passt. ;D

Wo ich so darüber nachdenke... wenn ich mich auf einen einzigen Autor festlegen müsste, dann ist es Tad Williams. Wie er liebe ich es, eine Szene / ein Kapitel / ein Buch "in medias res" zu beginnen und die Leserschaft gleich in die Handlung mitzureißen. Williams hat mich dazu gebracht, auch einmal Genres auszuprobieren, die mir sonst nicht so liegen, aber ihnen meinen eigenen Stempel aufdrücken oder Geschichten zu vermischen, die so nicht vorgesehen waren, keine Scheu vor "großen Meistern" und ihren Werken zu haben und sich deutlich oder subtil davon zu bedienen.
Danke, dass du diese Frage gestellt hast @Arcor!
Das Eiserne Buch erinnert an damals, als die Welt brannte, selbst hier tief im Meer...

Arcor

@Maubel
Was du da beschreibst, dass man dann Fitz und die anderen wie alte Freunde in den weiteren Trilogien wiedertrifft, darauf freue ich mich auch schon.  :wolke: Ich denke aktuell sogar darüber nach, mir die Illustrated Editions zu kaufen, auch wenn die reichlich teuer sind. Die Bilder von Magali Villeneuve sind einfach ziemlich ziemlich toll.  :vibes:
Bisher habe ich sonst ja nur die Zauberschiffe gelesen und fand sie auch einfach super.

@Kamen
Gern geschehen.  ;D  Und Steven Brust war mir aus dem Gedächtnis entschlüpft. Der Humor ist ähnlich toll wie der bei Sebastian de Castell!  Da habe ich vor jahren mal die ersten drei Bücher seiner Fantasy-Reihe gelesen, aber der Rest hat es nie ins Deutsche geschafft. Mal schauen, ob ich irgendwann die Zeit finde, damit wieder anzufangen.
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Faye - Finding Paradise

Nikki

Ich lese gerade Code des Bösen. Die spektakulären Fälle des Sprachprofilers, in dem es heißt, dass alles, was wir lesen, jedes Gespräch, jedes noch so kleine Stück Kommunikation bzw. Rezeption davon unsere Sprache fortwährend geringfügig verändert. Pullman schreibt zu Beginn seines Goldenen Kompasses ein bisschen sehr provokant, dass er sich bei allen Leuten bedankt, von denen er schamlos abgekupfert oder sich auf sonstige Weise "inspiriert" lassen habe, um diese Geschichte zu schreiben (haut mich bitte nicht, wenn er sich doch nicht so provokant ausdrückt, ich schreibe das aus dem Gedächtnis nieder und so hat es sich bei mir eingebrannt ;D ).

Ich stimme beiden Aussagen insofern zu, dass ich feststelle, dass jedes Buch einen Einfluss auf die Art hat, wie ich schreibe und lese. Noch immer. Darum versuche ich gleichermaßen viel zu schreiben und zu lesen, um den ständigen Lernprozess (denn etwas anderes ist es in meinen Augen nicht, wenn man um die ständige Verbesserung bzw. Belebung/Aktualisierung des Schreibstils bemüht ist) ausgewogen zu halten.

Was du "Start-Input" nennst, @Arcor , stelle ich bei mir eher in Sachen Präferenz fest, welche Art von Büchern (und andere Medien) mir besonders gefallen, aber nicht inwiefern, welche Bücher ich schreiben will und ich auf welche Art ich sie schreibe. Ich bin da mMn sehr flexibel, wortwörtlich be-eindruck-bar.

ZitatHabt ihr auch Autor*innen, deren Schreibstil euren eigenen beeinflusst habt?

Wie gesagt, bei mir hält diese Beeinflussung an. Im Perfekt formuliert kann ich diese Frage nur werkspezifisch beantworten. Meine YA Urban Fantasy Serie wäre bspw. nicht die, die sie heute ist, hätte ich damals nicht den Manga Angel Sanctuary von Yuki Kaori oder Sailor Moon den Anime rezipiert. Ja, das sind keine Bücher (ich habe mehr Manga gelesen, bevor ich zum Schreiben begonnen habe, als ich tatsächlich Romane oder dgl. gelesen habe) im herkömmlichen Sinn, aber was Perspektive, umfangreiches Personal und Struktur betrifft, haben diese Werke mich stark geprägt.

Wenn ich heute ein ganz neues Projekt anfange, fallen diese Faktoren, meine ich, nicht mehr so ins Gewicht, weil ich meine Schwerpunkte anderswo setzen würde. In Kurzgeschichten schreibe ich anders als in Romanen (obwohl es natürlich einige Phrasen gibt, die in beiden Textsorten zu finden sind, aber die noch lange kein Alleinstellungsmerkmal für mich sind). Ich passe meinen Schreibstil an die "Aufgabenstellung" an und habe nicht den Anspruch, einen durch die Bank markanten Schreibstil zu entwickeln, der immerzu schreit "Nikki war da!".

Rynn

Zitat von: Rajou am 16. Oktober 2022, 18:06:47Als auch meinen krassesten Aha-Moment, den ich dank @Rynn hatte, weil sie so unfassbar tolle Dialoge schreibt und ich da kapiert habe, wie ich meine etwas besser machen kann.
Oh, danke, das ist aber lieb. :knuddel:

Ich finde Arcors Frage auch spannend, aber ich weiß nicht, ob ich irgendwen als wirklichen Einfluss nennen könnte. Ich weiß, dass sich mein Stil sehr verändert (man merkt es an alten Dokumenten), aber ich habe eher den Eindruck, dass ich aktiv daran gearbeitet habe durch Feedback in Schreibforen, Bücher und Stilanalyse. Ich wüsste nicht, dass mich das Lesen anderer Autor*innen direkt beeinflusst hat, zumindest nicht, was den Stil angeht. Liegt vielleicht auch daran, dass ich vor allem mit Plot Schwierigkeiten habe und da sehr beeindruckt bin von anderen Autor*innen, wenn ihnen tolle Plots gelingen.
»Dude, suckin' at something is the first step to being sorta good at something.« – Jake The Dog

Feuertraum

Mir geht es da ähnlich wie Rynn.
Zum Schreiben selber bin ich zwar durch die Heftromanserie "John Sinclair" vom Rellergerd gekommen, aber sein Stil hat mich nie beeinflußt.

Ein klein wenig Einfluß auf meine Ideen hat sicherlich Tom Holt, den ich für seine abgefahrenen Ideen bewundere, aber ehrlich gesagt ist auch das eher marginal.
Ich habe meine Schachuhr wiedergefunden :-) Nur: Wie stelle ich das Ding um von Sommer- auf Winterzeit?

Andersleser

#10
Zitat von: Arcor am 16. Oktober 2022, 14:58:42Jedenfalls glaube ich, dass dieser Stil mich bei meinen Schreibanfängen durchaus beeinflusst hat und es bis heute noch tut, denn es fällt mir nach wie vor schwer, mich kurz zu fassen, auch wenn ich glaube, dass es leicht besser geworden ist.

Kurzfassen kann ich mich auch ganz furchtbar. Vor allem muss ich mich furchtbar zusammenreißen keine ewiglangen inneren Monologe zu schreiben. Keine Ahnung wieso ich mich so sehr in meinen Charakteren verfange. Dialoge laufen schreiend vor mir davon  :rofl:

Ich weiß gar nicht, was mich nun bei meiner Art zu schreiben beeinflusst hat. Also erstmal schreibe ich einfach wie es mir durch den Kopf schießt, aber natürlich hat sich mein Schreiben entwickelt, gerade mit Blick auf die Anfänge. Angefangen zu schreiben habe ich wohl, weil es im Grundschulunterricht gefordert war. Ich finde meine Geschichte immer noch klasse, auch wenn ich sie (glaube ich?) nirgends mehr schriftlich habe. Müsste ich eigentlich mal gucken. Die Aufgabe war nämlich super und witzigerweise gibt es da ein paar Dinge die man bei dem Film "Epic" auch finden kann, obwohl es den Film da noch gar nicht gab (sind aber auch naheliegend, da kommen einfach viele drauf).

Dass ich wirklich versucht habe ein Buch zu schreiben wurde durch Ulrike Schweikert und ihrer Reihe "Die Erben der Nacht" ausgelöst. So rückblickend betrachtet bin ich froh dass die Kapitel verloren sind, die ich schrieb - da gab es nämlich extrem viel Überschneidung zu eben jener Reihe. Entwickelt habe ich mich schreibtechnisch aber vor allem durch das ewige RPG-schreiben. Weil ich da einfach so viel geschrieben habe, ständig dran war, über Jahre. Man kann da auch schön die Entwicklung sehen. Gerade wenn man die ersten Texte mit den neuesten vergleicht. Aber auch wenn man nur ein paar Jahre zurückgeht kann man das sehr stark sehen.

Ich glaube also dass mich mehrere Dinge bzw. Menschen stark beeinflusst haben.
- Zum einen natürlich all jene, die besser geschrieben haben bzw. durch das RPG kennengelernte Freunde die ich für ihre tolle Art zu schreiben bewundert habe. Ich habe also beim Schreiben mit ihnen natürlich auch einiges mitgenommen schätze ich.
- Dann wäre natürlich die Tatsache, dass ich super viel Lese. Das hat natürlich Auswirkungen auf mein eigenes Schreiben und Erzählen. Jedenfalls halte ich es für ziemlich natürlich, dass sich mit dem Lesen auch der eigene Ausdruck beim Schreiben entwickeln kann. Man nimmt da ja auch Dinge bei mit, wie gesagt auch im Ausdruck. Genauso, wie sich die Rechtschreibung durch Lesen verbessern kann, denke ich, wirkt es auch generell auf alles andere. Wenn man mal bedenkt, dass ich als Grundschüler im Deutsch Förderunterricht war, eine 4 in Rechtschreibung hatte, samt Rechtschreibschwäche. Und im Englischunterricht dazu eine bessere Rechtschreibung hatte, als in meiner Muttersprache... und dann tatsächlich eine Deutsch-Abschlussprüfung mit einer 1 geschafft habe. Also Lesen scheint durchaus was zu bewirken.:rofl: Ich habe zum Beispiel im Grundschulalter kaum bis gar nicht gelesen, mit 11 wurde ich dann ein extrem-Leser und ab da hat sich tatsächlich auch erst meine Deutschnote verbessert. Also ganz unbeteiligt ist das Lesen nicht.

Nur ist es eben nicht der eine Autor/Autorin, der mich oder meinen Stil beeinflusst. Mein Stil kam mit der Zeit irgendwie und einfach so. Und auf den Weg dahin kam Einfluss von allen Seiten. Das ist glaube ich, was ich da lang und breit versucht habe zu erzählen. Dass es nicht dieses eine Ding und nicht der eine Mensch war. Vielleicht ist es einfach meine Art. Woher kommt eigentlich ein Stil und was macht ihn teilweise so einzigartig?
Und würde man erkennen, wer ein Buch geschrieben hat, ohne vorher zu wissen wer es schrieb? (Bei manchen sehr speziellen Stilen vielleicht? Aber bei vielen bestimmt auch gar nicht..

Siara

Ich muss den Beitrag mal eben völlig Off-Topic anfangen: Es gibt mehrere Fitz-Trolgien!? Warum weiß ich davon nichts? Warum hat mir das keiner gesagt? Wie konnte mir das entgehen? :brüll:

Okay, genug heiser geschrien. Robin Hobb finde ich zwar großartig, meinen Stil beeinflusst hat sie aber nicht sonderlich, denke ich.

Bei mir war es in der Anfangszeit, wie bei Kamen, Tad Williams. Ich war in der Mitte meines ersten Romans (Mitte heißt in dem Fall auf Site 450 oder so), als ich die Drachenbeinthron-Reihe begonnen habe. Damals habe ich aktiv gespürt, wie sich Formulierungen, Stimmungen und die Erzählweise in meinen Roman schleichen. Anfangs war ich verunsichert, weil ich Angst hatte, dass ich zu stark dadurch beeinflusst werde. Aber da es nun mal der erste Roman war, hat es dem Stil auf jeden Fall gut getan. ;D Ich bin heute immer noch ein riesiger Fan der Reihe, finde allerdings die neuen Bände (insbesondere stilistisch) nicht mehr so großartig wie die alten. Die ursprüngliche Trilogie (bzw. Tetralogie auf Deutsch) hatte in meinen Augen einen wunderbar klassisch-epischen Fantasy-Stil, ohne sich ewig mit Landschaftsbeschreibungen aufzuhalten oder eingestaubt zu sein.

Brandon Sanderson hat meine Dialoge maßgeblich beeinflusst - weil er sich traut, auch mal Diskussionen stattfinden zu lassen, die einfach nur schön charakterisieren und unterhaltsam sind, ohne dass sie essentiell für den Plot sind. Mir gefallen die philosophischen Spitzen, und ich habe sie mir beibehalten.

Außerdem war ich von Anfang an begeistert von Patrick Rothfuss. Sein Stil ist auf keinen Fall meinem ähnlich, derart lyrische Formulierungen liegen mir nicht. Aber auch von ihm habe ich ein bisschen was übers Dialogeschreiben und auch für andere Szenen gelernt: nämlich dass Einfachheit siegt. Wenn es ein einfaches Wort und ein seltenes, hochgestochenes Wort für etwas gibt, ist das einfache in den meisten Fällen die bessere Wahl. Wie Oskar von Miller sagte: "Wer eine Menge großer Worte gebraucht, will nicht informieren sondern imponieren." Oder (keine Ahnung woher): "Don't use a big word when a singularly unloquacious and diminutive linguistic expression will satisfactorily accomplish the contemporary necessity."

I'm going to stand outside. So if anyone asks, I'm outstanding.