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In anderen Sprachen schreiben

Begonnen von Espérance, 12. August 2007, 01:14:04

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Ary

Ich habe eine Herr der Ringe-Fanfiction auf Englisch verbrochen, die sogar von einer Amerikanerin gelesen udn für gar nciht so übel bnefunden worden ist. :)
Genau wie Lisande auch schreibe ich meine Filksongs meist auf Englisch, weil alles, was ins balladenartige gleitet, auch bei mir sonst in Bodenlosen Kitsch ausarten würde ("Schattenreiter", Lisande, näääääää? *grins*).  Ab und zu fällt mir später zu einer englischen version eine brauchbare deutsche Übertragung ein, aber im original sind die meisten meiner Lieder englisch. Geschichten schreibe ich nur sehr selten auf Englisch, und bis auf die HdR-Fanfiction und einen winzigen Anfang für eine Harry Potter-Fanfiction ist daraus auch weiter nichts geworden.

Manja_Bindig

Ich habe eine englische FMA-Songfic geschrieben, weil das Lied auf englisch war - und wenn eine Geschichte NICHT in der unseren Welt spielt, bezweifle ich, dass die dort englisch können. entsprechend - entweder Lied übersetzen oder in der sprache schreiben.

Die Fanfiction ist - denke ich - recht schön geworden, ich hab erst auf Deutsch vorgeschrieben und dann ins Englische übersetzt und dabei gleich umgeschrieben(und hab bei der Gelegenheit gelernt - Babelfish ist ein Alptraum)... doch, ich glaube, mein Erzählstil ist auch im Englischen nicht allzu schlimm.
Allerdings hab ich die FF kurz darauf noch mal ins Deutsche übersetzt - komplett mit metrischer Liedtranskription. :)

Ich schreibe eigentlich recht gern auf englisch, muss ich noch sagen... ich sollte das in Zukunft ohnehin pfters mal machen. So zur Übung...

Lavendel

Ich schreibe auf Deutsch.
Ich denke, ich könnte wohl auf Englisch, will ich aber nicht. D.h. ich habe es mal getan, und obwohl ich ziemlich gut Englisch kann, ist es ganz anders und ich wollte einfach wieder mein Deutsch.
Damit kann ich einfach besser umgehen. Es ist eben meine Muttersprache.

Englisch ist toll - es gibt viel mehr verschiedene Wörter mit der gleichen Bedeutung... die Wörter und die Sätze sind kürzer. Aber ich kann das nicht so umsetzen, wie ich es gerne hätte^^.

felis

Ich lese ziemlich viel englisch und muss berufliche Fachtexte gelegentlich auch auf englisch verfassen.
Fiction schreibe ich aber nur auf deutsch. Schon wegen des vbiel besseren Sprachgefühls, das ich auf deutsch habe. Ich würde auf englisch einfach die sprachliche Qualität nicht hinbekommen, die mir auf deutsch selbstverständlich ist.

Maran

Ja, das Sprachgefühl ... Hmm, ich glaube, es geht manchmal auch darum, Dinge auf den Punkt zu bringen. Wenn ich mit Deutsch als Muttersprache englische Texte lese, dann will ich sie auch verstehen. Darum lese ich sie ganz anders als deutschsprachige Texte. Wo jemand mit Englisch als Muttersprache englische Texte liest und gut unterhalten wird, lese ich als Deutsche denselben Text und suche den Sinn hinter der Aussage - oder das, was zwischen den Zeilen steht. Das mache ich bei deutschsprachigen Texten nur bedingt.

Wenn ich also englisch schreibe, dann, so denke ich, geht es mir darum, die Dinge auf den Punkt zu bringen. Ich schreibe die auch nur für mich, für niemanden sonst. Wie schon gesagt, es sind bei mir Fragmente, die raus wollen.

Amber

#20
Als ich jünger war, hab ich öfter mal Liedtexte auf Englisch geschrieben. Dabei hab ich mir dann immer aus dem großen roten Buch irgendwelche fancy words zusammengeklaubt, die in meinen Ohren gut klangen und ungefähr das bedeuteten, was ich meinte. Was rauskam, war ein furchtbar gestelzter Text.
Irgendwann hab ich mich dann entschlossen, verstärkt auf Deutsch zu schreiben, eben weil ich - wie schon viele hier meinten - die Sprache am besten beherrsche. Viele sind der Meinung, Deutsch sei irgendwie uncool oder höre sich leichter kitschig an, aber meiner Meinung nach liegt das nur daran, dass Englisch im Gegensatz exotisch klingt und die meisten Leute die Bedeutungen nicht bis ins Detail verstehen. Für Muttersprachler klingt es mit Sicherheit ebenso kitschig. Auf Deutsch ist die Herausforderung eben größer, weil man eher merkt, wenn sich etwas schlecht anhört.
Bei meinen Texten bin ich einfach zu sehr Perfektionist, als dass ich mich an einem Instrument versuchen würde, dass ich nur so unzureichend beherrsche. Obwohl ich jetzt Englisch studiere, wird es sicher noch viele Jahre dauern, bis ich mir zutraue, ein gutes Werk auf Englisch zu schreiben, eines wo man nicht merkt, dass es nicht meine Muttersprache ist. Schade ist das schon, auch weil ich mir dadurch einen großen Leserkreis verschließe und ich bin etwas neidisch z. B. auf die Zeichner, die ihre Bilder einfach bei internationalen Seiten hochladen können und ein weltweites Publikum haben.
Vielleicht werde ich mich zunächst mal an einer Übersetzung eines deutschen Textes von mir versuchen, meint ihr das ist einfacher?

Manja_Bindig

Hm... mir wird immer gesagt, dass meine deutschen Liedtexte besser sind als meine englischen.
Seltsamerweise empfinde ICH das nicht so - meine deutschen Texte haben ein, zwei gute Momente und die waren noch ganz zu Anfang meiner Texterei. Meine Englischen... hm, ich schreibe sehr selten Liedtexte, aber die letzten drei waren allesamt auf englisch. Und diese drei Texte gehören zu dem Besten, was ich je fabriziert habe. Liegt vielleicht daran, dass ich beim Englischen mit mehr bedacht an die Texte herangehe, ersteinmal eine sehr grobe Rohversion schreibe und dann nach und nach mich Wort für Wort vortaste - gemein gesagt, meine Deutschen Liedtexte behandel ich nicht so sorgfältig wie die englischen.
Aber andererseits ist Englisch wohl auch eine Sprache, die sich gut für emotionale Liedtexte eignet, weil sie relativ kühl ist. Sie klingt recht kühl und formell(eben "very british"), Gefühlsworte sind stärker abgestuft - es fällt einem dadurch leichter, einen sehr emotionalen Text zu verfassen und trotzdem die Kitschklippen zu umschiffen. Anders als im Deutschen... als jemand, der gerne emotionale Texte schreibt, kann ich bei meinen Deutschen sachen nur noch heulen, so dick wie ich da immer auftrage.

(außerdem schreibe ich gern auf Englisch, um besser zu werden :) )

zDatze

Ich muss ehrlich zugeben, dass mein Englisch die letzten Jahre katastrophal geworden ist, obwohl ich es immer noch in der Schule "lerne". Ich merke einfach, dass ich aus der Übung bin und bei einigen Wörtern ewig überlegen muss.^^°
Ich habe vor ca. 5 Jahren mal eine Geschichte auf Englisch begonnen (nur so zum Spaß) und hatte die ersten Seiten wenige Probleme mit der Formulierung. Wobei ich meine rechte Hand drauf verwetten könnte, dass es sich jetzt schrecklich lesen lässt.  ::)

Tja, mein Deutsch ist da um Häuser besser, aber beim Lesen von "alten" Texten überkommt mich oft noch das Grauen.  :rofl: Wortwiederholungen, plumpe Formulierungen usw.   :rofl:

FeeamPC

Ich schreibe hin und wieder Kurzgeschichten auf Englisch. Eine Veröffentlichung hat noch keine davon geschafft, aber eine, eingereicht bei einem Wettbewerb, hat mir immerhin als "Trostpreis" ein sehr gutes Deutsch-Englisch Lexikon eingebracht (oder war das etwa die direkte Aufforderung, ein besseres Englisch zu lernen?)
Ansonsten habe ich eine Webseite über meine Heimatstadt, die ich mehrsprachig führe, also auch regelmäßig Gelegenheit, mein Englisch nicht einrosten zu lassen.
I would never ever try to write a whole book in english!

saraneth

Obwohl ich so lange im Ausland war habe ich bis jetzt nur wenige Kurzgeschichten in Englisch geschrieben. Auch, wenn mir die englische Sprache so vertraut ist, wie es eine Fremdsprache sein kann, favorisiere ich in meinen Geschichten noch immer die Deutsche. Ich weiß nicht weshalb.

Manja_Bindig

Hm... wenn ich Nishina-sensei richtig verstanden hab, will sie uns in Japanisch so weit prügeln, dass wir am Ende des Semesters gut auf Japanisch schreiben können...
...
ich bin mal gespannt.

Aber meinen Nerven zuliebe hoffe ich doch, dass sie diese Drohung nicht wahrmacht, sondern das erst im nächsten Semester Japanisch-Unterricht kommt... *grusel*

Lapislazuli

An anderer Stelle habe ich ja schon erwähnt, dass ich was Fremdsprachen angeht recht begeisterungsfähig bin und ich lese auch gerne Bücher in anderen Sprachen, hab für mein 2. Diplomprüfungsthema jetzt schwedische Krimis im Original gewälzt, und bin froh, jetzt wieder einmal was auf deutsch lesen zu können, bevor ich mich Harry Potter auf ungarisch zuwende (hab mir in einem Anfall von Wahnsinn, zwei Bände in Ungarn gekauft, und da mein ungarisch noch nicht so wahnsinnig supertoll ist, bin ich schon gespannt, ob ich es durchziehen lässt, die beiden wirklich zu lesen ....)

Aber schreiben möchte ich nur auf Deutsch. Wenn ich mich sehr bemühe, kann ich zwar in einer anderen Sprache auch was brauchbares zusammenbringen, aber da ich mich auch mit deutsch sehr bemühe, wird das immer mehr sein, als in einer Sprache, die eben nicht meine eigene ist.
Ich muss aber sage, ich weiß nicht wie es wäre, wenn ich z. B. auf die Dauer ins Ausland ziehen würde (was ich nicht wirklich vorhabe, aber man kann ja nie wissen), dann würde ich vielleicht aufhören auf deutsch zu schreiben, und versuchen es in der dortigen Sprache so weit weit wie möglich zu bringen, sodass diese dann meine Schreibsprache würde.

Als ich in Schweden auf Auslandssemester war, habe ich nach einiger Zeit gemerkt, dass meine Ausdrucksfähigkeiten auf deutsch etwas geschrumpft sind. Also ich musste viel länger überlegen um passende Formulierungen zu finden. Also das ist wahrscheinlich einer der Gründe, warum auswandern für mich so und so nich in Frage kommt. Es würde das Schreiben sehr schwierig machen.

Darkstar

Ich würde nicht sagen, dass zu manchen Themen diese oder jene Sprache besser passt. Es kommt halt immer darauf an, wie man sie verwendet.

Ich kenne aber dein Problem.
Mir fallen immer dann gelungene englische Formulierungen ein, wenn ich sowieso parallel englischsprachige Romane lese.
Das ist dann zum Verrücktwerden.
Weil gerade diese englischen Formulierungen so gut wie nie so übersetzt werden können, dass sie dann auch gut auf deutsch klingen.

Trotzdem habe ich mich zwar bereits an englischen Geschichten probiert und - hört, hört - sogar schon welche fertig bekommen, aber ich bin immer noch der Meinung, dass ich als Muttersprachler wesentlich treffender in Deutsch schreiben kann als auf Englisch. Auch wenn das manchmal Arbeit ist.

FeeamPC

@ Amber:
Den eigenen Text aus dem Deutschen ins Englische zu übersetzen finde ich noch schwieriger als ihn gleich auf Englisch zu verfassen.
Nachdem ich einen größeren Vokabelschatz aus meinem Fachbereich gerade aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt habe, weiß ich auch, wie schwierig es ist, bei Übersetzungen eine adäquate Wortwahl in der eigenen Muttersprache zu treffen.
Hut ab vor allen, die berufsmäßig übersetzen und dabei flüssig lesbare Texte in gutem Deutsch (wahlweise auch Englisch) produzieren!

Manja_Bindig

Das Übersetzen geht meiner Erfahrung nach recht gut, wenn man schon einige formulierungen für den Englischen Text im Kopf hat, aber auf Deutsch die Urfassung schreibt und DANN übersetzt. Oh, das ist wirklich witzig. :)
(und dann den ganzen Spaß nochmal ins Deutsche rückübersetzen, weil die Leserschaft zu faul ist, Englisch zu lesen... na juppheidie, ich hab mich vielleicht gefreut...)