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Autor Thema: Fragezeichen und Rufzeichen  (Gelesen 1507 mal)

Offline Nikki

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Fragezeichen und Rufzeichen
« am: 05. Oktober 2020, 00:24:04 »
Huhu liebes Forum,

ich fürchte, meine Frage gibt es so noch nicht, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ich die einzige Person bin, die "?!" im Manuskript verwendet. Meistens kommt diese Kombination zum Einsatz, um einer Frage an Dringlichkeit zu verleihen oder zu verdeutlichen, dass eine Person eine Frage schreit. Nun ist mir aber eine andere Meinung untergekommen, die die umgekehrte Reihenfolge, nämlich "!?", präferiert.

Was denn nun? Gibt es irgendwo ein typografisches Regelwerk, das eine solche Kombination in ihrer Reihenfolge festlegt?

Benützt ihr die beiden Satzzeichen in dieser Kombination? Variiert ihr? Wenn ja, wieso?

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Offline Zit

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Re: Fragezeichen und Rufzeichen
« Antwort #1 am: 05. Oktober 2020, 00:47:21 »
Google mal nach Interrobang, normalerweise sollte es übereinander geschrieben werden. Ich kenne die Verwendung nur aus Comics/ Manga und würde sie auch nur dort verwenden, ehrlich gesagt. In Prosatexten lässt sich sowas doch eher im Begleitsatz einschieben oder durch umgebende Beschreibungen verdeutlichen.

Offline Nikki

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Re: Fragezeichen und Rufzeichen
« Antwort #2 am: 05. Oktober 2020, 00:55:15 »
Danke für den Tipp :)

Offline Ahneun

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Re: Fragezeichen und Rufzeichen
« Antwort #3 am: 05. Oktober 2020, 01:14:36 »
Benützt ihr die beiden Satzzeichen in dieser Kombination? Variiert ihr? Wenn ja, wieso?

Ich verwende diese Satzzeichen auch dann und wann. "!?" oder "?!" Kommt darauf an, ob ich einer Frage einen gewissen Ausdruck verleihen möchte oder ich möchte einer Aussage einen fragenden Ton verleihen.
Zitat von: mir z.B.
- Was iss den hier los?!  *eine Frage die ich so in den Raum werfe*
- Hast Du's jetzt endlich kapiert?! *eigentlich eine Frage die ich aber eher als Vorwurf verstanden wissen wollte*
- Wenn ich mir das alles nochmal so überdenke, ...!? *meistens kommt dann noch ein "Hmmmmm", hinterher*
Ich glaube, ich weiß, was Du meinst.
Allerdings kommt bei mir diese Art des Schreibens nicht in ernstzunehmenden Schriften vor. Wie hier manchmal in meinen Beiträge im Forum.
In Prosatexten halte ich mich damit zurück. Ich muss auch gestehen, dass ich genau aus diesem Grund mich davor scheue, weil ich die Rechtmäßigkeit der Anwendung ebenfalls nicht kenne.

Die Typografische Übereinanderlegung kannte ich bis gerade eben noch nicht.  :hmmm:
      - Wenn die letzte Buchverkäuferin entlassen und der letzte Buchladen
geschlossen, dann wird man feststellen, dass das Grinsegesicht auf
dem Päckchen von "Amazon" nur aufgedruckt ist.
      - Manchmal, wenn ich Ruhe brauche,                 
setze ich mich in meine Bonbonniere
und ein Gummibärchen hält mir die Hand.
   - Ein Diamant
ist ein Stück Kohle
das Ausdauer hatte.

Offline Herbstblatt

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Re: Fragezeichen und Rufzeichen
« Antwort #4 am: 05. Oktober 2020, 01:44:14 »
Ich persönlich würde diese Kombination nie verwenden, höchstens in Manga und Comics. Das sieht einfach so ... uuh... Macht für mich keinen seriösen, ernstzunehmenden Eindruck. Das Schriftbild gefällt mir einfach nicht. Ich würde auch keine doppelten oder dreifachen Ruf- oder Fragezeichen verwenden, eins reicht. In meinen ersten Geschichten, die ich als Kind geschrieben habe, kann man sie bei mir finden, aber ansonsten nicht.

Wenn ich eine entsprechende Konnotation einbringen will, dann nicht mit "?!", sondern mit Beschreibungen, wie der Charakter dabei spricht, was er tut, eben anhand seiner Körperhaltung, Tonfall, etc. Das hat mehr Atmosphäre. Ein zusätzliches "?!" wäre dann zu viel, finde ich.

Offline tarepanDaya

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Re: Fragezeichen und Rufzeichen
« Antwort #5 am: 05. Oktober 2020, 02:25:32 »
Unabhängig davon, ob man es verwenden sollte oder nicht: Laut korrekturen.de ist es immer ?! - die Erklärung dazu fand ich jedenfalls einleuchtend. Also zunächst stellst du klar, dass es sich um eine Frage handelt: ? Anschließend wird diese Frage betont: ! Ergo: ?! Nicht: !? - was dieser Erklärung zufolge eine Relativierung einer festen Aussage entspräche, was wohl eher ungewöhnlich wäre.

Offline Zit

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Re: Fragezeichen und Rufzeichen
« Antwort #6 am: 05. Oktober 2020, 05:25:07 »
Ich habe gelesen, dass die Relativierung sich wohl bspw. in Debatten verwenden ließe, um die Aussagen anderer in Frage zu stellen. (Sei es die Motivation des Aussagenden oder der eigentliche Fakt.) Aber selbst dann wäre ich persönlich für eine eindeutige Äußerung, dass man die Aussage anzweifelt, einfach der Klarheit wegen. Wäre blöd, wenn Leute sich in Debatten an den Hals gehen, weil sie in der Hitze der Auseinandersetzung Nuancen missdeuten oder völlig übersehen.

Trippelschritt

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Re: Fragezeichen und Rufzeichen
« Antwort #7 am: 05. Oktober 2020, 09:49:33 »
Ich halte diese Zeichenkombination für nicht zulässig. Was aber nicht bedeutet, dass man sie nicht verwenden darf. Ich bin aber auch Purist und Anhänger von Sprachklarheit, und in diesem Sinn ist eine solche Zeichenkombination für mich mehrdeutig. Für mich als Autor sowieso, denn ich glaube, dass man so schreiben sollte, dass nicht durch weitere Zeichen erläutert werden sollte. Entweder ist etwas eine Frage oder eine Aussage. Deshalb "?" oder "." . Das Ausrufingszeichen benutze ich nur für für wörtliche Rede, wenn jemand laut spricht, weiß aber, dass es viele für die eine besondere Betonung verwenden. Aber was soll denn betont werden und warum? Und für wen in einer Geschichte ist etwas so wichtig, dass es ein Ausrufungszeichen verdient? Da ist es doch sinnvoller ein erweitertes inquit oder gleich einen weiteren Satz einzufügen, denn der klärt die Angelegenheit.

Kurzum: Wenn ich ?! beim Lesen schon nicht verstehe, kann ich es auch beim Schreiben nicht verwenden. Und !? verstehe ich auch nicht.

Liebe Grüße
Trippelschritt

Churke

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Re: Fragezeichen und Rufzeichen
« Antwort #8 am: 05. Oktober 2020, 12:02:27 »
Macht für mich keinen seriösen, ernstzunehmenden Eindruck.

Und wenn es gerade darum geht?  :snicker:
Bei Angela Merkel kann man sich "!?" oder "?!" nicht vorstellen, aber bei Donald Trump passt es wie die Faust aufs Auge. Von Inquits halte ich diesem Zusammenhang nicht viel. Aufs Maul schauen ist keine deskriptive Tätigkeit! Charakterisiere die Figur vorher und dann haust du in die Kerbe.

Offline caity

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Re: Fragezeichen und Rufzeichen
« Antwort #9 am: 05. Oktober 2020, 12:56:27 »
Mir begegnet das in letzter Zeit gerade in Büchern für jüngere Lesende sehr häufig und ich kann es wie @Herbstblatt überhaupt nicht leiden. Für mich ist das ein absolutes NoGo und ich muss mir regelmäßig das Augen Rollen verkneifen, wenn ich es in Texten sehe, genauso wie bei anderen Mehrfach-Interpunktionen wie "!!!"
Von der Reihenfolge her sind mir beide Varianten schon untergekommen, dazu kann ich also nicht so viel sagen.
   Wenn ein Autor behauptet, sein Leserkreis habe sich verdoppelt, liegt der Verdacht nahe, daß der Mann geheiratet hat. - William Beaverbrook (1879-1964)

Nuya

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Re: Fragezeichen und Rufzeichen
« Antwort #10 am: 05. Oktober 2020, 20:12:55 »
In den Manuskripten einer Freundin sind mir die ?! auch aufgefallen, ich hab sie aber stehen lassen - nun, nicht alle - weil ich schon okay finde, wenn es zum Stil der/des Autor*in gehört.

Offline Ary

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Re: Fragezeichen und Rufzeichen
« Antwort #11 am: 05. Oktober 2020, 21:04:57 »
Mir geht es da wie @caity  - Satzzeichen sind keine Rudeltiere. In Comics kann ich mit diesen Kombinationen leben, aber nicht in normalem Fließtext.
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Offline Gilwen

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Re: Fragezeichen und Rufzeichen
« Antwort #12 am: 05. Oktober 2020, 21:19:01 »
In der wörtlichen Rede finde ich es überhaupt nicht dramatisch, "?!" zu benutzen. Wenn es zum Stil passt.
Zur Frage ob "?!" oder "!?", und wo da der Unterschied ist: Ich finde die Erklärung von @tarepanDaya plausibel. Wahrscheinlich würde ich aber beide Varianten nicht anstreichen, wenn sie mir im Zusammenhang passend erscheinen.

Und wie war das mit den Mehrfach-Ausrufezeichen - 5 sind laut Pratchett das sichere Zeichen, dass man seine Unterhose auf dem Kopf trägt?  :rofl:
"Verdammte Sonnenstrahlen auf dem blutigen Teich!" - Keon

Offline Nikki

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Re: Fragezeichen und Rufzeichen
« Antwort #13 am: 05. Oktober 2020, 23:05:08 »
Oha, ich hätte nicht gedacht, dass die Meinungen hier so auseinandergehen. ;D Für mich ist der Gebrauch dieser Satzzeichenfolge - in Maßen und situationsbedingt - vollkommen normal und wurde mir noch nie von irgendjemandem angemerkt. Der Erklärung von @tarepanDaya schließe ich mich rückhaltlos an. Ich finde, das Rufzeichen nach dem Fragezeichen ist ein subtiles Mittel, um einer Frage zusätzliche Dringlichkeit zu verleihen. Das kann, muss aber nicht, im Anschluss vertieft werden oder einfach so für sich stehen. In manchen Situationen wäre mir das Fragezeichen alleine zu wenig, selbst wenn ich in einem weiteren Satz auf die Verzweiflung/Ratlosigkeit/etc. der Figur eingehe, ist die passende Gelegenheit damit verstrichen, um punktgenau den einen Satz zu betonen. Ich bin aber auch mit Manga aufgewachsen, wodurch ich diese Intonation durch "?!" verinnerlicht habe. Ich finde, das ist ein Stilmittel, das ohne großen Aufwand viel ausdrücken kann. Überrascht bin ich aber, dass einige so heftig darauf reagieren.

Zitat
Für mich als Autor sowieso, denn ich glaube, dass man so schreiben sollte, dass nicht durch weitere Zeichen erläutert werden sollte. Entweder ist etwas eine Frage oder eine Aussage. Deshalb "?" oder "." . Das Ausrufingszeichen benutze ich nur für für wörtliche Rede, wenn jemand laut spricht, weiß aber, dass es viele für die eine besondere Betonung verwenden. Aber was soll denn betont werden und warum? Und für wen in einer Geschichte ist etwas so wichtig, dass es ein Ausrufungszeichen verdient? Da ist es doch sinnvoller ein erweitertes inquit oder gleich einen weiteren Satz einzufügen, denn der klärt die Angelegenheit.

Verzichtest du dann auch bei dem Gebrauch von "?" oder "!" auf eine Inquitformel mit eines Verbes des Fragens oder des Schreiens, weil durch die Interpunktion es sowieso klar ist, dass geschrien oder gefragt wird? @Trippelschritt

Offline Siara

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Re: Fragezeichen und Rufzeichen
« Antwort #14 am: 05. Oktober 2020, 23:14:21 »
Mir fällt diese Doppelung besonders in neueren Jugendromanen auch immer öfter auf, und mir gefällt es überhaupt nicht. Ich sehe es ähnlich wie Trippelschritt, der Tonfall sollte aus der Inquit-Formel, aus der Wortwahl oder schlicht aus der allgemeinen Stimmung herauszulesen sein. Dahingehend bin ich aber auch sehr eigen, mir fallen schon Ausrufezeichen (teils selbst in wörtlicher Rede) negativ auf. Irgendwer sagte mal, in seinen Texten ein Ausrufezeichen zu benutzen sei das Äquivalent dazu, über seinen eignen Witz zu lachen. Das trifft es vielleicht nicht ganz, aber für mich wirken Ausrufezeichen (und eben auch das Interrobang) meistens unbeholfen und so, als hätte der Autor keinen besseren Weg gefunden, den Tonfall deutlich zu machen.

Wenn es denn sein muss, würde ich aber !? bevorzugen. In der deutschen Sprache steht beispielsweise in zusammengesetzten Nomen ja das wichtige Nomen, das ausdrückt, um was für eine Sache es sich handelt, immer hinten. (Eine Giftschlange ist eine Schlange und kein Gift). Also sollte bei einer Frage das Fragezeichen hinten stehen. Ganz logisch. ;D
Take it easy - but take it.

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