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Enni

Begonnen von Emmi, 15. März 2026, 18:36:35

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Emmi

Der Inhalt der Geschichte in Kürze:
Als Enni für ein Schulprojekt in Geschichte recherchiert, stößt sie auf die Briefe einer Chemikerin aus dem 19. Jahrhundert, deren Experimente Menschen in Gestaltwandler verwandeln können. Gemeinsam mit ihrem Mitschüler Fin folgt sie den Hinweisen zu drei versteckten Tagebüchern, in welchen das Wissen um die geheime Formel notiert ist – doch auch zwei rivalisierende Clans von Gestaltwandlern sind hinter dem Wissen her. Während ein Wettlauf um das letzte Tagebuch beginnt, muss Enni erkennen, dass selbst Fin nicht der ist, für den sie ihn gehalten hat, was ihre Gefühle für ihn auf eine harte Probe stellt.

Die Hauptfigur:
Anna Maria Werther, Spitzname Enni, Schülerin, 12 Klasse, mittelblondes Haar. Gut in der Schule, gutes Gedächtnis, Lieblingsfach Geschichte. Geht aus, macht Sport.
In der Schule wird sie von anderen gemocht, auch wenn sie nicht der Typ ist, der im Mittelpunkt steht. Ihre beste Freundin ist Nang, mit der sie vieles gemeinsam macht.
Sie ist sehr selbstständig, da die Mutter früh auf und davon ist. Sie lebt mit ihrem alleinerziehenden Vater zusammen.
Enni kann, wenn sie von einer Sache begeistert ist, sehr ehrgeizig werden. Diese Neigung wird ihr fast zum Verhängnis, denn als sie die Briefe findet, ist es um sie geschehen. Sie will unbedingt die Tagebücher finden, wodurch sie sich mehr und mehr in Gefahr bringt und die Anliegen von Menschen, die ihr nahestehen aus den Augen verliert. So hat sie gegen Ende der Geschichte einen riesen Streit mit ihrem Vater und ist dabei ihre beste Freundin ein für alle Mal zu verlieren.

Ich freue mich über Fragen, die mir helfen diesen Charakter besser kennezulernen.  :vibes:
VG Emmi

Stefan

Zitat von: Emmi am 15. März 2026, 18:36:35Enni kann, wenn sie von einer Sache begeistert ist, sehr ehrgeizig werden.

Zuerst würde mich interessieren, für welche Art Sachen sich Enni begeistert. Irgendetwas muss es in ihr ja auslösen, einen Nerv treffen, der sie dazu bringt, sich in diese Sache so hineinzusteigern.

Was war denn die erste Sache, für die sie sich auf diese Weise begeistert hat, als es ihr selbst oder ihrem Umfeld zum ersten Mal aufgefallen ist? Wie alt war sie damals? Wie ist es ausgegangen? Hat sie viele Rückschläge zu verbuchen? Wie geht sie damit um?

Emmi

Zunächst handelt es sich um alles was mit Geschichte zu tun hat. Sie hat vor in die Richtung zu studieren. Sie liebt es Dingen auf den Grund zu gehen und Zusammenhänge zu erkennen. Hier kommt noch sportlicher Ehrgeiz hinzu. Enni gewinnt gerne, das treibt sie auch dazu an nach den Tagebüchern zu suchen.
In ihrer Kindheit hat sie Fußball und Softball gespielt, wo sie häufiger mal raus war, weil sie gefoult hat, wenn sie sah, dass ihrer Mannschaft die Felle weggeschwommen sind. Im Alter zwischen 8 und 10 hatten diesbezüglich natürlich auch alle anderen Unrecht. Hier hat allerdings ihr Vater einen guten Einfluss auf sie genommen, was Fairness angeht.
Mit 10 wurde sie dann selbst "gefoult", und zwar von ihrer Mutter, die von einem auf den anderen Tag ausgezogen ist. Diesen Vertrauensbruch hat sie nie ganz verwunden, weshalb es sie auch am Boden zerstört ist, als sie herausfindet, dass Fin sie von Anfang an belogen hat und dann mit einem der Tagebücher abhaut. 

Stefan

Zitat von: Emmi am 16. März 2026, 10:39:14Sie liebt es Dingen auf den Grund zu gehen
Welchen Dingen denn? Und wozu? Was treibt sie an?

Zitat von: Emmi am 16. März 2026, 10:39:14sportlicher Ehrgeiz
Wem muss sie etwas beweisen? Sich selbst, ihrem Vater, ihrer abwesenden Mutter, der ganzen Welt oder geht es gar nicht darum?

Zitat von: Emmi am 16. März 2026, 10:39:14natürlich auch alle anderen Unrecht
Warum glaubte sie, im Recht zu sein? Glaubte sie es wirklich, oder hat sie das nur behauptet?

Zitat von: Emmi am 16. März 2026, 10:39:14Diesen Vertrauensbruch hat sie nie ganz verwunden,
Wie genau hat es sie verändert? Den Ehrgeiz hatte sie ja offenbar schon vorher. Nicht, dass sie mit Leistung oder Sieg verhindern will, dass sie wieder jemand im Stich lässt oder so? So typisch Leistungsmensch: Schau, was ich alles schaffe. Ich habe es verdient, geliebt zu werden.

Emmi

Welchen Dingen denn? Und wozu? Was treibt sie an?
Zu den "Dingen": wie erwähnt: Geschichte ist ihr Steckenpferd, darüber lesen, überlegen wie bestimmte geschichtliche und gesellschaftspolitische Sachverhalte zusammenpassen. Sie liest gerne.
Wozu? Weil es etwas ist, das sie liebt. 
Was sie antreibt? Der Spaß daran. Ihre Liebe zu Geschichte hat eine grundlegend intrinsische Motivation, so wie es für andere Menschen eben Schwimmen, Gärtnern, Technik, Kunst u.v.m. sein kann. 

Wem muss sie etwas beweisen? Sich selbst, ihrem Vater, ihrer abwesenden Mutter, der ganzen Welt oder geht es gar nicht darum?
Sie kann vieles gut, weil sie recht schlau & sportlich ist. Sie ist so gestrickt, dass, wenn sie etwas macht, dann auch ganz. (Gilt für Sachen, die sie interessieren). Ob sie eine versteckte Selbstwertwunde mit sich herumträgt, die dazu führt, dass sie mit dem Geschichtsprojekt glänzen will, lasse ich hier offen. (Fange gerade erst an zu schreiben.)

Warum glaubte sie, im Recht zu sein? Glaubte sie es wirklich, oder hat sie das nur behauptet?
Sie hat es behauptet, denn sie war ein schlechter Verlierer.

Wie genau hat es sie verändert? Den Ehrgeiz hatte sie ja offenbar schon vorher. Nicht, dass sie mit Leistung oder Sieg verhindern will, dass sie wieder jemand im Stich lässt oder so? So typisch Leistungsmensch: Schau, was ich alles schaffe. Ich habe es verdient, geliebt zu werden.
Der Ehrgeiz hat hier weniger etwas damit zu tun. Ihre Mutter ist ohne eine Wort auf und davon. Später erfährt sie, dass sie einen tollen Job in einer anderen Stadt hat. Enni sieht sie nur selten und schreibt sie nach einigen Jahren innerlich ab, weil sie ihr alles Mögliche verspricht und dann nicht hält.
Dies ist aber nur ein Nebenschauplatz in der Geschichte. Wichtiger ist, das Enni den Schmerz des Vertrauensbruches kompensiert, indem sie häufiger bei anderen Menschen negative Eigenschaften ausblendet, also zu gutgläubig ist. Sie sieht lange nicht, wer Fin wirklich ist, obwohl es genügend Hinweise gibt.   

Sam

Hallo Emmi,

hoffentlich nicht zu spät für Ennis "Vorstellungsgespräch" :)

Hallo Enni!
Ich verstehe nicht ganz, wie es sein kann, dass du so gutgläubig geworden bist, wo dich deine eigene Mama mit 10 wegen eines Jobs (!) wortlos verlässt. Mich wundert auch ein wenig, dass du genau dieser Sache nicht auf den Grund gegangen bist - denn das machen häufiger die Menschen, deren ein fieses Unrecht geschah, von denen durchgezogen, die dir am meisten bedeuten. Wie hast du diese Wunde erlebt und was macht es mit dir, wenn du darüber nachdenkst? Lenkt sie dein Verhalten in der Geschichte? Wie gehst du damit in der Schule um? Erzählst du es deinen Freunden und nicht-Freunden? Schämst du dich darfür, verlassen zu werden? Bist du wütend?
Kennst du deine Schwachstellen, Enni? Wenn ja, welche sind das?
Emmi meint, du seiest sportlich und liebst Geschichte, du gehst aus und hast Freunde. Was magst du beim Ausgehen? Kino? Party? Geschichtsmuseum?
Was sagen denn deine Freunde, außer Fin, zu deiner fixen Idee mit den Tagebücher? Wenn du sie belügen müsstest, um weiter zu gehen, würdest du das tun? Oder würdest du zur Wahrheit stehen?

Und wenn wir sagen, dass deine Mutter dich verlassen hat und du wächst mit deinem Vater auf: wie siehst du deinen Vater? Vertraust du ihm? Hast du Angst um ihn, weil deine Mutter euch verlassen hat?
Fragen über Fragen :) Für die erste Runde reicht es aber vielleicht :D
Also, Enni, fangen wir an?
Sie wussten nicht, dass es unmöglich war, also haben sie es getan
Mark Twain

Emmi

Enni: Zu spät? Nö, bist du nicht. Ich habe Zeit, besonders wenn es morgens darum geht pünktlich zur Schule zu kommen...
Wer hat dir gesagt, dass ich gutgläubig bin? Find ich jetzt nicht so. ... Na, vielleicht in Bezug auf einen gewissen Mitschüler, in den ich verknallt war und der mich erst ausgenutzt, dann auf einer Party abgefüllt und bloßgestellt hat. War ganz schön sch... Äh, klar, hier im Form wird nicht geflucht.
Ich lasse diese Erinnerungen mal beiseite und erzähl dir was von meiner Mutter, wenn man sie so nennen kann. Sie ist wirklich egozentrisch. Ja, ich weiß, ich soll meine Mutter lieben, sie hat mich auf die Welt gebracht und so weiter, aber sorry, in diesem Fall klappt das nicht.
Ganz "wortlos" war ihr Abgang auch nicht. Papa und sie hatten viel Streit. Sie haben immer geglaubt, dass ich das nicht mitbekomme, aber Streit ist wie wabernder Dampf, der durch alle Ritzen kriecht.
Natürlich war ich traurig, als sie weg ist, aber mit der Zeit hat sich herausgestellt, dass es nicht wirklich einen Unterschied gemacht hat. Mein Papa ist der, der mich von Anfang an großgezogen hat und der ist ein klasse Typ. Na gut, er trauert immer noch meiner Mutter hinterher. Meine beste Freundin Nang und ich wollen ihn mit Nangs Mutter verkuppeln. Die steht auf ihn und beide kochen gerne ... Aber er checkt das einfach nicht. Sehr laaaaange Leitung, sage ich nur.
Meine Mutter sehe ich ab und an, wenn sie beruflich in der Stadt, in der ich lebe, zu tun hat. Eigentlich habe ich überhaupt keinen Bock sie zu sehen, aber Papa ermutigt mich immer wieder dazu. Manchmal glaube ich, ich mach das für ihn.
Erst neulich waren wir in einem feinen Restaurant, wo sie mir mein verspätetes Geburtstagsgeschenk gegeben hat.
Ein DinA3 großes Foto von - Jetzt rate mal! - Von sich selber, in ihrem Businessoutfit, mit nagelneuem IPad unter dem Arm und einer Pradahandtasche. Ich sollte es mir in mein Zimmer hängen, damit ich ihre Nähe spüren kann. Geht`s noch?
Ganz bestimmt schäme ich mich nicht dafür verlassen worden zu sein. Es macht mich wütend, aber es beeinflusst mich nicht tagelang. Ich bin so oft von ihr enttäuscht worden, dass ich ihr schon lange nicht mehr hinterherlaufe. 
So, nächstes Thema: Schwachstellen. Du fragst mich, eine Teenagerin, ob ich Schwachstellen habe? Erzählt man das einfach so wildfremden Leuten? ... Okay, weil du es bist. Meine Schwachstelle ist Fin. Zuerst arbeiten wir zusammen an einem Geschichtsprojekt für die Schule, nicht freiwillig, denn oben genannter Mitschüler hat mich versetzt. (- Nein, du musst mich nicht darauf hinweisen, dass ich tatsächlich zweimal auf diesen Mistkerl reingefallen bin.)
Fin ist o.k.. Nett, gut aussehend und ein klein wenig geheimnisvoll, aber das sage ich ihm ganz bestimmt nicht!
Als ich diese alten Briefe mit den Hinweisen auf die Tagebücher finde, erzähle ich ihm davon und wir machen uns zusammen auf die Suche.
Tja, geheimnisvoll trifft es ganz gut, denn als wir das Erste finden verwandelt er sich in einen Fuchs um einen Angreifer von uns abzulenken. Mega krass. Ich bin weder spirituell noch esoterisch veranlagt, und dann so was!
Zurück zur Schwachstelle. Mittlerweile suchen wir nach dem zweiten Buch und manchmal habe ich das Gefühl, dass Fin mehr weiß, als er zugeben will. Ich versuche das auszublenden, denn zugegeben, ich bin ganz schön verknallt in ihn.
Muss hier mal Schluss machen, gehe gleich ins Kino. Morgen schreibe ich dir noch was zu den Hobbys und dem anderen Kram.
VG Enni

Sam

Zitat von: Emmi am 17. März 2026, 19:20:45Dies ist aber nur ein Nebenschauplatz in der Geschichte. Wichtiger ist, das Enni den Schmerz des Vertrauensbruches kompensiert, indem sie häufiger bei anderen Menschen negative Eigenschaften ausblendet, also zu gutgläubig ist.
Emmi hat's gesagt :)
Sie wussten nicht, dass es unmöglich war, also haben sie es getan
Mark Twain