Tintenzirkel - das Fantasyautor:innenforum

Allgemeines => Tintenzirkel => Thema gestartet von: RubinaGela am 16. Oktober 2011, 18:04:15

Titel: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: RubinaGela am 16. Oktober 2011, 18:04:15
Der Roman hätte längst fertig sein können! *kopfschüttel*  Na ja, wenn da nicht diese unaufschiebbaren Anlässe gewesen wären ... für die wir nicht mal was können.  :wart:

Und dann geht's los: Egal ob Taufe, Seminare, Prüfungen, Ausstellungen, runde Geburtstage, Auftritte ... alles zwingend notwendig, nicht zu verschieben, Anwesenheit erforderlich - und nicht zu vergessen die langwierigen Vorbereitungen zu allem. Verpflichtungen und Erwartungen, die erfüllt werden wollen:

,,Klar, ich komme und messe die Wände aus, schreibe Einladungen, organisiere Getränke ...",

,,Selbstverständlich backe ich einen Kuchen und mache einen Salat ...",

,,Sicher hüte ich das Kind, wenn du dringend weg musst ...",        :knuddel:

,,Gerne helfe ich, die Wohnung komplett umzugestalten für die Feier, wirst ja nur einmal XX ...",

,,Eine Ansprache? Ausdenken und vortragen? Wenn's kein anderer macht ..."   :omn:

,,Natürlich spielen wir wieder beim Stadtfest ein Benefiz; ist ja versprochen ...",

,,Aber ja, ich male auch drei Riesengemälde mit Friedhofsatmosphäre; und die Wände im Schlafzimmer in einen schauerlichen Wald zu verwandeln ist auch kein Problem ...",

,,Gewiss kommen wir zum Jubiläum - und bringen auch die Instrumente mit ...",

,,Also gut, proben wir zweimal, zur Not auch dreimal die Woche ..."

Besuch ... (als guter Gastgeber kannst du sie ja nicht einfach rausschmeißen - sind ja auch wirklich nett und lieb alle - also wieder nix mit Schreiben)

oder ...
...          :zensur:

... und plötzlich ist das Jahr fast um - der Roman jedoch kaum begonnen. Ich fasse es nicht, wo ist sie geblieben, die Zeit, die ich mir gern genommen hätte? (Die Tintenzirkelitis lasse ich jetzt mal außen vor; hier wird ja informiert, diskutiert und motiviert, was für das Schreiben eher förderlich ist.  :jau: )

Ach ja, Mitte Dezember steht eine Hochzeit an. Einer meiner Neffen. Schwänzen unmöglich. *seufz* Und war da nicht auch noch so ein Fest? Jährlich - wichtig - traditionell - wo die ganze Familie ...? Weihnachten! Wahrscheinlich bei mir - ich habe die große Wohnküche. Aber im nächsten Jahr ... ganz bestimmt!   :bittebittebitte:

Geht es euch genauso? Habt ihr auch immer wieder verflixte Termine oder unvorhersehbare Ereignisse, die nicht aufzuschieben sind, die einfach auftauchen, dazwischenkommen, die ihr wahrnehmen müsst, obwohl ihr eigentlich schreiben wolltet?
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Alana am 16. Oktober 2011, 18:08:58
Achje, das war aber wirklich viel bei dir! Mir geht es auch so. Dieses Jahr war ich Trauzeugin mit entsprechend viel Arbeit. Und ich bin im Elternbeirat. Aber am meisten kommt mir dazwischen, dass die Kinder oft erst so spät im Bett sind. Ich werde auch schon die ganze Zeit angebettelt, dass ich wieder ins Orchester kommen soll. Ich will ja auch, aber das bedeutet einen Abend weniger fürs Schreiben und das mag ich zur Zeit nicht.
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Naudiz am 16. Oktober 2011, 18:10:58
Oh, das kommt mir alles soooo bekannt vor!

Früher habe ich auch immer zu allem ja und Amen gesagt.

"Naudiz, kannst du mal mit dem Hund gehen?" - "Klar doch, ich dreh auch gleich die große Runde, wo ich 2 Stunden laufe."

"Naudiz, wie wäre es, wenn du mal nach Kaufland rausfährst und Getränke kaufst?" - "Natürlich, sind ja nur 8 km mit dem Fahrrad."

"Naudiz, wasch mal ab."
"Naudiz, hilf' mir mal bei den Hausaufgaben."
"Naudiz, mach dies, Naudiz, mach' das, Naudiz, Naudiz, Naudiz" - "NEIN VERDAMMT, ICH SCHREIBE GERADE!"

Man sieht... irgendwann hat mich das angekotzt, immer die nette Tochter / Enkelin / beste Freundin zu sein. Jedenfalls, wenn mir dadurch Schreibzeit verloren gegangen ist.

Heutzutage sage ich dann einfach Nein, wenn ich keinen Bock habe - auch zu solchen Veranstaltungen wie Hochzeiten, Geburtstagen und sonstwas. Naja, okay, bei meiner verkorksten Familie kann ich mir das auch leisten, die denken eh nur das Schlechteste von mir. Bei Freunden sieht das natürlich ein bisschen anders aus.

Aber generell finde ich die Zeit zum Schreiben, wenn ich nur will - auch wenn ich dadurch unfreundlich, faul und idiotisch wirke.
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Rosentinte am 16. Oktober 2011, 18:14:18
Hallo RubinaGela,

Mir geht es da ähnlich wie dir. Ich habe einen vollgepackten Terminkalender und bin jeden Nachmittag nach der Schule noch mindestens 1,5h unterwegs. Rechne da noch mal eine Stunde für Hausaufgaben und lernen drauf und eine Stunde für's Internet... Ich weiß, als Schülerin habe ich es noch gut, weil ich noch Zuhause wohne und relativ viel Zeit habe. Aber abends Schreiben mag ich nicht, da kommt bei mir nur Stuss raus.
Ich wollte meinen zweiten Roman eigentlich auch schon vor dem NaNo fertig haben. Jetzt dümpelt der bei 42% rum und wegen der Plotterei für den NaNo komme ich nicht weiter.
Letztendlich hilft da wohl nur ein straff organisierter Zeitplan. Für die Woche vorplanen, wann man schreiben kann und dann nicht prokrastinieren, nicht "Mal eben noch...", sondern Schreiben. Aber davor schrecke ich auch noch zurück. Mit dem Ergebnis, dass ich unzufrieden mit meiner Produktivität bin. Ein Teufelskreis - aber ich denke, so lange man nicht Berufsautor ist (und damit auch bei anderen geltend machen kann, dass man jetzt schreiben muss) oder sich von allen sozialen Verpflichtungen und Hobbies trennt (was ich nicht möchte), kann man den auch nicht durchbrechen.

LG, Rosentinte
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: KaPunkt am 16. Oktober 2011, 18:26:15
Das Jahr ist fast rum und ich schiele in meine Signatur: Seit März nicht mehr regelmäßig geschrieben!  :o Das ist mehr als ein halbes Jahr!
*Ürgs*
Meine Ausreden:
Schreiben kann ich nur, wenn ich den Kopf dafür frei habe. Wenn ich im seelischem Gleichgewicht bin. Dafür gab es dieses Jahr einfach zu viele Veränderungen:
Opa tot (Mutter in Reha, Oma fast 90., Onkel cholerisch > K. kümmert sich um alles)
Neuer Job
Neue Stadt
Neues WG Zimmer
Neue Wohnung
... Bauarbeiten in neuer Wohnung ...
Unsicherheiten in Bezug auf den neuen Job (bin ich ihn morgen wieder los?)
.
.
.
Ich Nr1. findet, dass sind alles akzeptabele Gründe und weiß, dass ich sowieso nur Mist schreibe, wenn ich den Kopf nicht frei habe und schreibe, um zu schreiben
Ich Nr2. weißt mich daraufhin, dass es miese Auseden sind und eine professionelle Arbeitseinstellung anders aussieht. Schließlich gehe ich auch nicht nur ins Büro, wenn ich den Kopf frei habe.

Ich wiederrum schicke Nr1 und Nr2 zum Teufel und weise darauf hin, dass es gerade wieder ruhiger wird in meinem Leben und ich in ein, zwei Wochen vielleicht wieder schreiben werde, und man deshalb doch bitte nicht so einen Aufstand machen soll.

Also ja, ich kenne die Zeitfresser, auch wenn meine eher in großem Maßstäben ankommen und selten vor Ablauf von zwei Wochen wieder vom Esstisch aufstehen.

Liebe Grüße,
KaPunkt
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Runaway am 16. Oktober 2011, 18:43:41
Was mich gern abhält, ist der Haushalt. Es nervt mich einfach tiiiierisch, wenn ich noch Blumen gießen, irgendwas saubermachen oder einkaufen muß - das hab ich dann immer im Hinterkopf und dann kann ich mich nicht aufs Schreiben konzentrieren. Ich brauch einen freien Kopf.
Aber ansonsten:

Zitat von: Naudiz am 16. Oktober 2011, 18:10:58
Man sieht... irgendwann hat mich das angekotzt, immer die nette Tochter / Enkelin / beste Freundin zu sein. Jedenfalls, wenn mir dadurch Schreibzeit verloren gegangen ist.

Heutzutage sage ich dann einfach Nein, wenn ich keinen Bock habe - auch zu solchen Veranstaltungen wie Hochzeiten, Geburtstagen und sonstwas. Naja, okay, bei meiner verkorksten Familie kann ich mir das auch leisten, die denken eh nur das Schlechteste von mir. Bei Freunden sieht das natürlich ein bisschen anders aus.

Aber generell finde ich die Zeit zum Schreiben, wenn ich nur will - auch wenn ich dadurch unfreundlich, faul und idiotisch wirke.
Ich würd's nicht so krass formulieren, aber ... ja. Ich werd nicht immer fröhlich durchs Schreiben - zum Beispiel hab ich jetzt am Wochenende mit meinem Freund Filme geguckt und bisher keine Zeile geschrieben. Das kommt vor und ist auch gut so. Aber das, was RubinaGela z.B. beschrieben hat, würde mir im Traum nicht einfallen. Kuchen backen und Salat machen? Kuchen kann man kaufen... gibt Schreibzeit.
Also ich treff mich gern mit meinen Freunden, aber nicht dauernd und auch nicht ewig. Wir hatten da kürzlich eine Gruppe, mit der wir ein Trading Card Game gespielt haben und die wollten gern schon mittags anfangen und bis nachts machen. Bei sowas sag ich Nö. Neinsagen ist eine unglaublich hilfreiche Fähigkeit!

@ Alana: Was für Pflichten hattest du denn als Trauzeugin? Unsere Trauzeugen müssen nur unterschreiben. Den Entertainer möchte jemand anders machen, und zwar ganz ohne daß ich fragen mußte ;)
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: moonjunkie am 16. Oktober 2011, 19:21:52
Ja, ich fürchte superviel Zeit hab ich zum Schreiben irgendwie auch nicht. Erst dachte ich: oh super, wenn meine Kleine jetzt zwei Stunden länger im Kindergarten ist, dann habe ich die drei Tage, wo ich nicht arbeite ja mehr Zeit. Aber irgendwie...

...muss ich dann hier noch mal staubsaugen, noch einkaufen, noch Geschenke kaufen, noch die Schuhe zum Schuster bringen, noch dies, noch das und dann ist es schon wieder kurz nach eins.

Sport machen zwischendurch (mache es ja schon zuhause per DVD, weil da nicht so viel Zeit für Fahrerei draufgeht und weil ich zeitlich flexibel bin), was kochen und dann ist es bis Abends eh vorbei mit dem Schreiben. Kind abholen, kochen, essen, spielen, rausgehen, spielen, ins Bett bringen, vorlesen, aber dann... um acht geh ich wieder an den PC. Aber weil ich meinen Mann auch noch ein bißchen sehen möchte am Tag, gehe ich spätestens um halb neun/neun auch mal runter ins Wohnzimmer...

Naja, aber gestern und vorgestern hab ich echt mal zehn Normseiten geschafft. Das ist doch was. Sonst setze ich mein Ziel niedrig: eine Normseite am Tag. Manchmal allerdings - im Urlaub - schreibe ich auch gar nicht. Mangels PC und mit der Hand kann ich das nicht so gut, irgendwie...

Also, ich kenne das auch. Und klar an vielen Wochenenden stehen auch Geburtstage, Familientreffen, in die Stadt fahren, Freunde treffen an...
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Alana am 16. Oktober 2011, 19:47:07
@Dani: Wir waren zu zweit und haben zusammen sehr viel gemacht:

Junggesellinnenabschied organisiert
Eine Rede geschrieben und gehalten
Ein Märchen für die Kirche geschrieben und vorgetragen
Dosen und Schild fürs Auto gemacht
Bei den Vorbereitungen geholfen (Deko Basteln)
Gästebuch organisiert (war sehr aufwändig)
Eine Präsentation für den Abend vorbereitet
An Treffen zur Planung teilgenommen

Es hat viel Spaß gemacht und es war total schön, ein Teil davon zu sein, aber es war auch stressig.

Mir persönlich hilft da übrigens das Battlen in der Arena sehr. Seit ich das mache, schaffe ich es immer, mein Wochenziel einzuhalten.
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: RubinaGela am 16. Oktober 2011, 20:04:17
Zitat von: Naudiz am 16. Oktober 2011, 18:10:58Aber generell finde ich die Zeit zum Schreiben, wenn ich nur will - auch wenn ich dadurch unfreundlich, faul und idiotisch wirke.

,,Nein"-sagen ist mir keineswegs unbekannt. Mache ich auch oft - und mich damit höchstwahrscheinlich unbeliebt. Aber damit kann ich leben. Haushalt liegen lassen fürs Schreiben kommt auch schon mal vor (seit die Kids aus dem Haus sind.) Überhaupt - Alltagsdinge zu verschieben, zu verkürzen (manchmal ganz zu lassen) - darin bin ich inzwischen Meister.
Dennoch gibt es Fälle, die sich nicht vermeiden lassen, wenn man nicht ins soziale Abseits geraten möchte. Für das Schreiben verzichte ich bereits auf Einiges. Meistens gesellschaftliche Ereignisse, wie ,,Sehen und Gesehen werden". Muss ich nicht. Allerdings brauche ich manchmal etwas Abwechslung (vor allem Kulturelles - darunter auch meine Musik und die Malerei) allein für meinen Input. So was regt immerhin die Phantasie an. Polstert die kreativen Gehirnwindungen auf.
Auch wenn ich gut alleine kann - hin und wieder menschliche Gesellschaft wäre schon angenehm. Da will ich es mir nicht mit allen und jedem verderben.

Aber tröstlich zu lesen, dass ihr ebenfalls solche Zeitfresser im Haus habt. Wobei es vielen von euch sogar noch schlimmer geht als mir (mit Kind und Job ... oder wie bei KaPunkt: am Esstisch!!) Ich will mich hier auch nicht ausheulen, sondern eher Dampf ablassen, weil es sich in diesem Jahr einfach furchtbar gehäuft hat. Etwas besser verteilt ist der Schreibverlust bei besonderen Anlässen sicher gut aufzuholen. Wie gesagt: Ich hoffe auf das kommende Jahr.

Zitat von: Alana am 16. Oktober 2011, 19:47:07
Es hat viel Spaß gemacht und es war total schön, ein Teil davon zu sein, aber es war auch stressig.
Genau das ist es: Eigentlich nicht schlimm, sondern schön. Nur die Zeit ist dann halt weg.  :brüll:

Irgendjemand hat sich irgendwo hier einmal eine Nebendimension gewwünscht, wo ungestört geschrieben werden kann, während hier alles normal weiterläuft. Tolle Idee - ich möchte auch eine!

Zitat von: Naudiz am 16. Oktober 2011, 18:10:58
"NEIN VERDAMMT, ICH SCHREIBE GERADE!"
:jau:
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Alana am 16. Oktober 2011, 20:07:53
Dem Haushalt gegenüber habe ich sowieso kein schlechtes Gewissen. Es ist leidlich sauber und ordentlich, ich weiß wo alles ist. Dass hier und da Spinnennetze hängen und die Fenster schon lange nicht mehr geputzt wurden, macht mir nichts aus.
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Adeylana am 16. Oktober 2011, 20:27:56
Bei mir bekämpfen sich Haushalt und Schreiben immer gegenseitig. Fange ich mit dem Haushalt an, denke ich mir "Misst, wenn du jetzt alles noch fertigmachst hast du hinterher keine Zeit mehr zum Schreiben". Setze ich mich dann an meinen Laptop bekomme ich ein schlechtes Gewissen und denke mir "Misst, eigentlich müsstest du den Haushalt machen". Das endet dann oft genug darin, dass ich mir eine Ersatzbeschäftigung suche und am Ende nichts geschafft hab - so wie heute mal wieder  ::)
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Snöblumma am 17. Oktober 2011, 06:58:16
Zitat von: Naudiz am 16. Oktober 2011, 18:10:58
NEIN VERDAMMT, ICH SCHREIBE GERADE!

Das hoffe ich, mir im November angewöhnen zu können.

Ich kann dich voll verstehen, RubinaGela, ich gehöre auch zu denen, die einen vollen Terminplan haben. Ich mache es außerdem noch gerne, wenn es für Menschen ist, die ich lieb habe. Dann würde ich mir selber schlecht vorkommen, wenn ich die mal um zehn Abends rausschmeiße, weil ich noch schreiben will, wenn ich mal nicht zum Kaffeetrinken mitgehe oder wenn ich für diese Menschen einfach nicht da bin, wenn sie mich brauchen oder meinen zu brauchen. Ich habe Familie und Freunde unwahrscheinlich lieb, und mir fällt es da selber manchmal schwer, Grenzen zu ziehen.

Bei mir sind ist es eigentlich mein Sozialleben, das mir Schreibzeit "raubt": Treffen mit Freunden, Besuche bei der Familie, Zeit mit meinem Mann. Mit der Uni komme ich klar, immerhin darf ich jetzt immer schon um sechs gehen, nicht mehr erst um acht wie in der Examensvorbereitung, und ich kann zwischendurch schon mal eine Stunde abknapsen, um zu schreiben (bin ja mein eigener Chef, was Arbeitszeit angeht). Dadurch habe ich zwei Stunden gewonnen. Wenn dann allerdings wieder Sport, Sprachkurse und Vorlesungen dazukommen, sieht es schnell anders aus. Dann waren dieses Jahr noch x Tagungen, wo man de facto hin musste, und die einem wieder ein ganzes Wochenende rauben. Naja, was soll's, ich habe es mir ja ausgesucht, an der Uni zu bleiben.

Mein Problem ist weniger, die Zeit zu finden, als vielmehr das schlechte Gewissen, wenn ich nicht 100% für alles und jeden geben kann. Ich habe ja schon ein schlechtes Gewissen, wenn mein Mann mal früh ins Bett geht und ich dann auf bleibe und schreibe, dabei bin ich ein absoluter Nachtmensch und kann vor ein Uhr sowieso nicht schlafen, was er ja auch weiß. Total dumm, eigentlich, aber da kann ich mir auch nicht helfen.

Haushalt ist bei mir eigentlich kein Argument, das mache ich nebenbei, mal fünf Minuten hier und dann wieder eine Wäsche zwischendurch da. Solange wir nur zu zweit sind und nur eine Wohnung haben, geht das ja auch wunderbar :).
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Mika am 17. Oktober 2011, 08:04:12
Oh je, heute beginnt die Uni wieder, da ich vieles schaffen muss dieses Semester verringert sich meine Schreibzeit dadurch rapide. Sonst habe ich mir immer einfach was fürs Schreiben geklaut, jetzt muss ich erstmal ziemlich viel tun und schreiben wird wohl eher zu einem Belohnungsprinzip werden.
Wenn ich das alles getan hast, darf ich schreiben:
Seminararbeit nachgeholt, Gliederung bis zum 28. Oktober abgegeben
Latein gelernt
Für den Grundwissenstest gelernt
Brav Vorlesungen mitgeschrieben
Geschichtsdidaktikseminar überstanden
Deutschdidaktikseminar überstanden
und vom Haushalt rede ich gar nicht erst *seufz*

Sieht jetzt augenscheinlich nicht viel aus, wenn ich allerdings darüber nachdenke, dass ich allein für den Grundwissenstest ein Buch mit 316 klein bedruckten Seiten praktisch auswendig lernen muss *grusel* Wird mir jetzt schon schlecht.  Fakt ist allerdings, nachdem ich im letzten Semester etwas Zeit verloren habe muss ich die nun aufholen und das bedeutet leider auch, dass mein nächstes Semester noch härter werden wird, denn da werde ich einige Hauptseminare machen müssen.
Ich hoffe wirklich, dass ich mir noch irgendwo Zeit zum Schreiben rausholen kann. Vor allem da ich ja den NaNo mitschreiben möchte und da seh ich momentan noch gar kein Land :(
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Pestillenzia am 17. Oktober 2011, 08:54:44
Zitat von: Dani am 16. Oktober 2011, 18:43:41
Was mich gern abhält, ist der Haushalt. Es nervt mich einfach tiiiierisch, wenn ich noch Blumen gießen, irgendwas saubermachen oder einkaufen muß - das hab ich dann immer im Hinterkopf und dann kann ich mich nicht aufs Schreiben konzentrieren. Ich brauch einen freien Kopf.

Oh ja... das kenne ich. Ich kann dann nicht still sitzen, wenn ich weiß, dass ich eigentlich noch Wäsche waschen, bügeln, aufräumen, staubsaugen etc. pp. müsste und dass ich den Garten auch schon lange Zeit sträflich vernachlässigt habe.

Wenn der Urlaub vorbei ist, wird's bei mir ohnehin wieder knapp. Ich gehe jeden Morgen vor 5 Uhr aus dem Haus und komme meistens gegen 17:40 Uhr zurück, oft auch später. Wenn mein Mann noch nicht zuhause ist (was der Regelfall ist), muss erst unser Zoo versorgt werden, dann gibt's Abendessen und ruck-zuck ist es 19.30 Uhr oder später und ich bin meistens so platt, dass ich nicht mehr die Lust und auch nicht mehr genügend wache Gehirnzellen übrig habe, um noch zu schreiben. Meistens lasse ich mich dann vom Fernseher berieseln und schlafe vor 21 Uhr auf dem Sofa ein.

Unter der Woche bleiben da nur die Mittagspausen in der Arbeit oder mal die eine oder andere halbe Stunde, wenn gar nix los ist *hüstel*. 
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Tintenweberin am 17. Oktober 2011, 17:13:33
Meine Schreibzeiträuber Nummer Eins haben heute wieder zugeschlagen. Ich hatte ganz vergessen, wie anstrengend es ist, die letzten 50 Minuten eines Schultages ablenkender- und dauerdeeskalierenderweise zwischen zwei Kids herumzutanzen, die sich unbedingt prügeln wollen. Und wer muss die Strafarbeiten machen ...? Ich natürlich!
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Söfchen am 17. Oktober 2011, 20:46:51
Oh ja, das kenne ich und gerade die letzte Woche war es wieder extrem schlimm bei mir. Davor habe ich es immerhin geschafft vormittags eine Stunde zu schreiben, wenn die Kleine geschlafen hat. Dafür ist dann aber der Haushalt liegen geblieben... Tagsüber, wenn die beiden Großen von der Schule nach Hause kommen, kann ich das Schreiben vergessen, da habe ich dann auch keine Ruhe für. Da wird dann Essen gekocht, Hausaufgaben gemacht und nachmittags stehen Termine an wie Schwimmkurse, Turnen, Freunde treffen usw. (Das sind meine Zeiträuber Nr. 1). Das hat dann erst wieder abends mit dem Schreiben geklappt. Aber oftmals bin ich dann auch so fertig, dass ich dann schon um 21 Uhr im Bett liege, was mich sehr unzufrieden macht.
Sonntag hätte ich Zeit gehabt, aber mein Mann war dann auf einer Messe und meine Eltern hatten gesagt, ich könnte mit den Kids zu ihnen kommen, meine Mutter würde aufpassen und ich könnte dann mal mit meinen Vater wandern gehen, er bräuchte noch Fotos und ich würde dann mal ohne Kinder rauskommen (er ist Fotograf und macht gerade ein Landschaftsbuch über unsere Stadt). Nett gemeint, aber ich dachte, eigentlich wollte ich lieber schreiben... Hätte sicher nicht den ganzen Tag geklappt, aber so zwischendurch, wenn die Kleine schläft und die Großen spielen, wäre ich vielleicht auf ein Stündchen gekommen. Na ja, das war dann auch wieder nichts.

Ich hoffe, dass ich es diese Woche wieder besser geregelt bekomme. Aber momentan komme ich mit meinen Roman ja auch irgendwie nicht weiter...

Ja, und dann sind da noch so Dinge wie wichtige Briefe schreiben, ein Telefonat (die Leute rufen ja auch immer genau dann an, wenn man sich gerade zum Schreiben hinsetzt), einen Film den man schon lange sehen wollte, den versprochen DVD-Abend mit Männe...
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Nirathina am 24. Oktober 2011, 12:00:13
Was könnte zeitraubender sein, als das übliche "Gehmal-Machmal-Holmal".

Bei mir ist das Problem, dass ich meistens spätabends richtig heiße Finger bekomme; nun muss ich aber zweimal die Woche abends in die Fahrschule. Das ist schon mal ein richtiger Nervfaktor, aber irgendwann will man den Lappen ja haben, nicht wahr?
Auch ein sehr schönes Problembeispiel: Man sitzt gerade an einer spannenden Szene und ist richtig in Fahrt - BUMM! Tür geht auf und irgendetwas kreischt: "HALLO! BIN DA!!" Nein, nicht der Tod, nein, auch nicht die Zeugen Jehovas ... sondern mein Schwager  >:( Konzentration dahin.
Und noch besser: Mein Vater hat Urlaub und macht irgendwelche handwerklichen Arbeiten. BITSCH! Strom weg. Verdammt.
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Wollmütze am 24. Oktober 2011, 12:08:09
Zitat von: Nirathina am 24. Oktober 2011, 12:00:13
Und noch besser: Mein Vater hat Urlaub und macht irgendwelche handwerklichen Arbeiten. BITSCH! Strom weg. Verdammt.

Oh Gott, wie ich das kenne.  :rofl:

Ansonsten schreibe ich auch meistens abends bis in den Morgen hinein, da sind die meisten Störfaktoren schon im Bett  ;D
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: HauntingWitch am 24. Oktober 2011, 13:08:50
Mir geht es da eigentlich eher wie Naudiz: Ich nehme mir die Zeit einfach. Aber ich muss sagen, ich bin auch in einer guten Situation. Meine Familie verzeiht mir alles, immer wieder, da kann ich mich auch schon mal ausklinken (ausser zu Weihnachten). Meine Freunde, nun ja, die haben selber kaum Zeit. Mein bester Kumpel hat noch eine Freundin, die manchmal auch mit ihm allein sein will, mein anderer bester Kumpel und meine beste Freundin sind ein Paar, tataa. So kommt es, dass sowieso nur alle zwei bis drei Wochen etwas ansteht, wenn überhaupt und die restlichen Wochenenden kann ich machen, was ich will.

Was ist, sind diese unvorhergesehen Sachen. Letzte Woche musste ich zum Beispiel mein Motorrad verkaufen, zwischendurch sollte ich noch einen neuen Job suchen und irgendwann muss ja noch der Kühlschrank gefüllt werden. ;) Aber ansonsten habe ich eigentlich nicht so ein massives Zeitproblem. Mehr das Problem, dass ich mir immer viel mehr Dinge, die ich tun will, vornehme, als dann wirklich in einen Tag passen.
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Feather am 24. Oktober 2011, 19:17:45
Es tut so gut eure Zeiträuber zu lesen.
Das gibt mir doch das Gefühl du bist nicht allein, anderen geht es auch so.

Ja die Kidis wollen spielen, beschäftigt werden oder Hausaufgaben machen. Dann gibt es da noch so ein Haushaltsmonster, das sich ständig vermehrt wenn man es nicht in seine Schranken weißt. Vor allem wenn man es nicht selbst erledigt kommt es schneller wieder, als einem lieb ist. Zu guter Letzt will Abends mein Männe auch noch Aufmerksamkeit und ständig hinter meinem Laptop kann ich mich auch nicht verstecken.

Obwohl sich bei mir in letzter Zeit immer mehr heraus kristallisiert warum ich so wenig Zeit habe. Ich kann nur schreiben, wenn ich wirklich will. Also wenn ich es vom Kopf her will, wenn alles um mich herum zufrieden ist, kein Streit in der Luft liegt, keine Kinderprobleme anstehen, oder sich meine eigene Psyche wieder mal zu Wort meldet. Wenn ich mich dann mal doch hinsetzte, um mein schlechtes Gewissen zu beruhigen, lande ich meist hier, was aber auch ein guter Seelentröster ist ( und ich zumindest schon mal den Rechner an habe). Aber es kommt selten etwas vernünftiges bei raus.
In letzter Zeit habe ich es mir dann zumindest angewöhnt einige fertige Sachen zu lesen, um zu sehen/ lesen du kannst es doch, es ist nicht nur Mist, den du verzapfst.
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: RubinaGela am 24. Oktober 2011, 21:37:23
Zitat von: Wolli am 24. Oktober 2011, 12:08:09
Ansonsten schreibe ich auch meistens abends bis in den Morgen hinein, da sind die meisten Störfaktoren schon im Bett  ;D

Das stimmt. Vor allem diese nervigen Anrufer für eine Umfrage, einen Vertragswechsel (von irgendwas - nie gehört), Zufriedenheit von blablabla, Werbung für etc. pöffpöff.  :darth:

Auch der Postmann ("Päckchen für den Nachbarn" *fröhlich pfeif*) hat längst Feierabend ...

Zitat von: Feather am 24. Oktober 2011, 19:17:45
Es tut so gut eure Zeiträuber zu lesen.
Das gibt mir doch das Gefühl du bist nicht allein, anderen geht es auch so.
:knuddel:

Zitat von: Feather am 24. Oktober 2011, 19:17:45
[...] Aber es kommt selten etwas vernünftiges bei raus.
In letzter Zeit habe ich es mir dann zumindest angewöhnt einige fertige Sachen zu lesen, um zu sehen/ lesen du kannst es doch, es ist nicht nur Mist, den du verzapfst.
Das ist doch schon mal ein Anfang.  :jau:  Und der Rest kommt mit der Zeit auch wieder. Mir ging es nämlich das ganze letzte Jahr ähnlich - durch die vielen Ablenkungen wohl. Mein Hirn kam einfach nicht zu einer kreativen Ruhe.
Dann, vor ein paar Tagen erst, war da irgendein Anreiz, ich weiß es nicht mal genau, vielleicht eine Idee, ein Satz, was gelesen ... Und plötzlich kamen die Sätze wieder, Handlungen, Dialoge, flossen heraus, sobald ich mich an den Rechner setzte. Was bin ich froh seitdem.  :wolke:  Noch hält es an.  :bittebittebitte:
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Alana am 26. Oktober 2011, 23:02:35
Ich musste mir auch einfach klar machen, dass ich die Zeit nie haben werde. Es wird immer etwas geben, das akuter ist, als das Schreiben. Aber es muss möglich sein, mehrere Sachen nebeneinander zu machen. Sonst bekommt man nie etwas fertig. Also habe ich beschlossen, mir die Zeit einfach zu nehmen. Seitdem schreibe ich wirklich nahezu jeden Tag und ich finde es einfach toll. Ab und zu mag ich mal eine Pause, aber nach spätestens 2 Tagen fehlt es mir dann.
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: sirwen am 26. Oktober 2011, 23:35:53
Oh ja, Schreibzeiträuber! Da wäre eigentlich der Tintenzirkel ("Schreiben? Ach, klicken wir doch Mal auf die TZ-Startseite..."), aber dank der positiven Schreibenergie, die zurück kommt, lasse ich das Mal weg.
Dann ist da vor allem Studium und Sozialleben. Studium, weil wir Anwesenheitspflicht haben und der Stundenplan ziemlich voll ist (meistens bin ich den ganzen Tag in der Schule, wenn ich nicht gerade blau mache). Und weil man nach der offiziellen Unterrichtszeit sowieso noch weiterarbeitet. Wenn ich dann Mal zu Hause bin, habe ich Hunger, und da ich in die WG-bekoch-Rolle gerutscht bin, koche ich gleich für den ganzen Haufen. Eigentlich kein Problem, weil ich gerne koche, aber dann bleibt man am Küchentisch hängen und quatscht und quatscht ... Oder es läuft Champions-League, dann ist der Abend sowieso hinüber, im schreibtechnischen Sinne. Ja, und an den Wochenenden will ich dann Leute treffen, die ich unter der Woche sonst nicht sehe, oder bin unterwegs, plane Ausflüge.
Irgendwann kommt noch Sport (Bouldern, Joggen, Fussball ...).
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Yuraya am 27. Oktober 2011, 01:30:27
Zitat von: Nirathina am 24. Oktober 2011, 12:00:13
Und noch besser: Mein Vater hat Urlaub und macht irgendwelche handwerklichen Arbeiten. BITSCH! Strom weg. Verdammt.
Das kommt mir auch sehr bekannt vor ;D. Zum Glück schreibe ich jetzt meistens an meinem Notebook oder Netbook, so dass auch ein Stromausfall mich nicht lange vom Schreiben abhalten kann.

Zitat von: Alana am 26. Oktober 2011, 23:02:35
Also habe ich beschlossen, mir die Zeit einfach zu nehmen. Seitdem schreibe ich wirklich nahezu jeden Tag und ich finde es einfach toll. Ab und zu mag ich mal eine Pause, aber nach spätestens 2 Tagen fehlt es mir dann.
So einen ähnlichen Entschluss habe ich letztes Jahr auch gefasst und das tägliche Schreiben dann tatsächlich über ein Jahr lang durchgezogen. Und auch wenn ich mich manchmal abends (oder eher nachts) total erschöpft nur für eine halbe Stunde an meinen Roman gesetzt habe, habe ich mich die meiste Zeit damit sehr wohl gefühlt. Gerade zu Beginn musste ich mich häufig trotz Müdigkeit dazu zwingen, doch solange ich den Willen und Ehrgeiz hatte, klappte das ansonsten überraschend gut.
Inzwischen ist das konsequente Schreiben leider eingerissen, aber ich hoffe sehr, dass sich das durch den NaNo wieder ändern wird. Allerdings muss ich fairerweise zugeben, dass ich auch nicht so viele Verpflichtungen neben meiner Arbeit habe, ich muss mich nicht um ein Kind kümmern und meine anderen Hobbies treten häufig nur phasenweise auf und wechseln sich dementsprechend ab.
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Söfchen am 27. Oktober 2011, 17:34:40
Zitat von: Alana am 26. Oktober 2011, 23:02:35
Ich musste mir auch einfach klar machen, dass ich die Zeit nie haben werde. Es wird immer etwas geben, das akuter ist, als das Schreiben. Aber es muss möglich sein, mehrere Sachen nebeneinander zu machen. Sonst bekommt man nie etwas fertig. Also habe ich beschlossen, mir die Zeit einfach zu nehmen. Seitdem schreibe ich wirklich nahezu jeden Tag und ich finde es einfach toll. Ab und zu mag ich mal eine Pause, aber nach spätestens 2 Tagen fehlt es mir dann.

Ja, das stimmt. Die Zeit werde ich wohl auch nie wirklich haben. Ich habe mich auch einfach dazu entschlossen täglich zu schreiben, und wenn es nur abends ein paar Wörter sind. Dafür schreibt man an einem anderen Tag wieder mehr, aber Hauptsache, es geht voran.
Ich wünsche mir mal einen ganzen Tag nur Zeit für das Schreiben. Mein Mann hat nächste Woche Urlaub. Mal sehen, vielleicht kann er ja mit den Kids mal einen Tag was machen, oder zumindest mal einen halben...
Ich habe auch oft das Gefühl, mein Umfeld nimmt mich nicht wirklich ernst und denkt, dass das nur ein Hobby von mir ist, um mich zu entspannen. Bloß, dass ich es wirklich ernst meine, scheint irgendwie keiner zu verstehen. Ich glaube, man wird erst ernst genommen, wenn man was veröffentlicht hat und das wirklich als Arbeit angesehen wird. Will damit sagen: Ich wünsche mir manchmal mehr Unterstützung ("Komm', ich putze die Wohnung und du kannst schreiben!" oder so ähnlich).
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Schommes am 27. Oktober 2011, 18:04:03
Zitat von: Söfchen am 27. Oktober 2011, 17:34:40
Will damit sagen: Ich wünsche mir manchmal mehr Unterstützung ("Komm', ich putze die Wohnung und du kannst schreiben!" oder so ähnlich).
Hast Du denn schonmal ernsthaft versucht, diese Unterstützung einzufordern?
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Söfchen am 29. Oktober 2011, 16:54:49
Bei meinem Mann, ja, aber so wirklich Ruhe hatte ich dann doch nicht, weil ständig was anderes war (Besuch, Anrufe oder dergleichen). Er ist halt auch sehr viel arbeiten, so dass es nicht regelmäßig klappt. Und wenn er dann mal sonntags zu Hause ist, möchte man auch lieber gemeinsam etwas als Familie machen.
Meine Eltern traue ich mich nicht zu fragen. Glaube, die halte mich dann für bekloppt.
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Alana am 29. Oktober 2011, 21:18:00
Mein Mann nimmt mir schon oft mal was ab, damit ich schreiben kann. Aber wenn  ihr wirklich nur den Sonntag habt, dann ist das auch schwierig und man möchte ja auch Familienzeit. Bist du auch in der Elterngruppe, Söfchen?
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Söfchen am 29. Oktober 2011, 23:02:32
Ja, in der Elterngruppe bin ich auch.

Das ist es, wir haben wirklich nur den Sonntag, und den auch nicht immer. Er arbeitet im Einzelhandel und ist unter der Woche von 8 Uhr bis abends um 19 Uhr, oder auch 20 Uhr, unterwegs, samstags natürlich auch und regelmäßig sonntags, da das Geschäft auch an dem Tag geöffnet hat.
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Kamen am 30. Oktober 2011, 21:14:21
Gestern wieder extrem gemerkt: mein Sohn ist eine absolute Schreibbremse... Er ist echt klasse und hat tolle Ideen, aber er kommt mit seinen Fragen und "wichtigen" Sachen immer dann, wenn ich hochkonzentriert am Pc sitze  :gähn:
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Söfchen am 31. Oktober 2011, 18:25:35
Das kommt mir doch bekannt vor, bloß, dass ich drei von der Sorte habe!  :rofl:
Deshalb kann ich besser abends schreiben, aber da ist dann noch das "große Kind", was Aufmerksamkeit haben will!  ::)

Diese Woche werde ich wohl kaum was schaffen, weil wir mit dem Renovieren unserer Wohnung anfangen.
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Alana am 31. Oktober 2011, 22:44:25
@Kamen: Deshalb schreibe ich nur, wenn die Kinder wach sind. Anders gehts gar nicht. Wie alt sind denn  eure Schreibzeiträuber so? Meine sind 5 und 1.
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Söfchen am 01. November 2011, 14:49:35
Meine drei Schreibzeiträuber sind fast 8 Jahre, 6 Jahre und 7 Monate.
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Ryadne am 11. März 2012, 22:33:00
Bei mir sind es nicht so sehr Termine, die mich vom Schreiben abhalten, sondern mehr anderes Schreiben. Hier noch eine Seminararbeit oder eine Ethnographie, da noch ein Beitrag fürs Online Magazin und dazu dann im Moment noch das Geschreibsel, was ich im Praktikum fabriziere - da sitze ich einfach so lang vorm PC, dass ich dann auch Abwechslung brauch, ganz abgesehen davon, dass irgendwann auch meine Tippkreativität flöten geht.

Aber ich will mich nicht beschweren, wenn ich mir das so durchlese, habe ich noch relativ viel Zeit zum Schreiben, auch wenn ich sie mal mehr, mal weniger dafür nutze ;)
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Alessa am 12. März 2012, 09:37:53
Mein früher Schreibzeiträuber ist jetzt 21 und wohnt nicht mehr bei Mama, aber nun hab ich oftmals viel um die Ohren mit meinem Verein. Gerade jetzt wo das Osterfeuer vorzubereiten ist, dann Familienfeiern, Grundstück und auch andere Sachen die ich schreibe, wie Kurzgeschichten und Protokolle.
Ich freue mich immer riesig, wenn es mir gelingt, so zwei bis drei Tage in der Woche ,  mehrere Stunden hintereinander an meinem aktuellen Projekt zu schreiben.

Beschweren kann ich mich allerdings auch nicht. Ich hab im Gegensatz zu früher jetzt wesentlich mehr Zeit zum Schreiben und manchmal bin ich auch selbst Schuld, wenn ich weniger zur Verfügung hab. Eine bessere Organisation meiner Aufgaben würde mir sicher mehr Schreibzeit einbringen.  :wums:
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Bianca Jones am 12. März 2012, 19:29:22
Ach, da bin ich ja (wieder) froh, dass es anderen auch so geht...

Obwohl ich auch ehrlich sagen muss, dass ich manchmal Angst habe, anzufangen und dem Schreiben seinen Platz einzuräumen, da ist der Innere Kritiker (bzw. Kritikerin) einfach zu stark und lacht mich aus, seuftz! Wahrscheinlich gehts wirklich am besten, wenn man jeden Tag etwas macht und so quasi den Widerstand knackt. Heute hab ichs aber leider nicht geschafft   :'(

Grüßle,
Bianca
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Tintenweberin am 12. März 2012, 19:41:41
Zitat von: Bianca Jones am 12. März 2012, 19:29:22
Wahrscheinlich gehts wirklich am besten, wenn man jeden Tag etwas macht und so quasi den Widerstand knackt.
Jeden Tag ein paar Wörter mehr! So habe ich die Blockade untergraben, die mich (nach meinen ersten Veröffentlichungen) fast sieben Jahre lang daran gehindert hat, überhaupt etwas zu Papier zu bringen. Wenn es mal wieder so aussieht, als hätte sich die ganze Welt dagegen verschworen, dass ich eine Geschichte zu Ende bringe, schalte ich wieder in den Sturschneckengang und nötige mich dazu, wenigstens hundert Wörter zu schreiben und dann noch ein paar und dann ...   :omn:
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Bianca Jones am 13. März 2012, 08:52:26
Ja, liebe Tintenweberin, was du schreibst hat mir Mut gemacht! Beeindruckend, dass du nach längerer Zeit die Blockade dann wirklich lösen konntest, das zeigt mal wieder, dass Schreiben (wie so vieles im Leben) eine Marathon-Aufgabe ist, bei der man nie aufgeben sollte.

Schreiben muss zur festen Größe im Tagesablauf werden, quasi zum Bedürfnis (was es eigentlich schon ist, wozu man aber ja auch stehen muss)... werde daran jetzt konzentriert arbeiten!

Grüßle,
Bianca
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Michaela am 13. März 2012, 09:15:59
ZitatMeine drei Schreibzeiträuber sind fast 8 Jahre, 6 Jahre und 7 Monate.

@Söfchen, dem kann ich mich nur anschließen. Meine drei sind 9 Jahre, 7 Jahre und 11 Monate alt. Allerdings habe ich mir ein Tagesziel von 500 Wörtern gesetzt und das halte ich dank dem neuen Papyrus Autor Programm auch fleißig durch.

@ Bianca, es hilft ungemein, wenn man den freundlichen Hinweis im Programm sieht, das man sein Tagesziel noch nicht erreicht hat.  :pfanne: Wenn Du das Programm noch nicht hast, informiere Dich mal darüber. Ich selbst will es nicht mehr missen und es geht vielen Anderen hier genauso.

Liebe Grüße Michaela
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Bianca Jones am 15. März 2012, 09:58:54
Liebe Michaela,
ja, ich hab schon öfter hier gelesen, dass man sehr gut mit Papyrus arbeiten kann - ist sicher noch mal eine ganz andere Motivation, wenn man ansonsten eins auf den Deckel bekommt  :) Werde mich da mal schlau machen und schauen, ob das was für mich ist.

Aber ich denke, mit einer festen Wörterzahl in der Woche oder am Tag zu arbeiten ist wirklich gut, viele hier im Tintenzirkel machen das ja so und ich glaube, so hat man auch wirklich was, an dem man sich ausrichten kann. Ich könnte mir gut eine Wochen-Wortzahl vorstellen, werd das mal ausprobieren. Danke für den Tipp!
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Sunflower am 15. März 2012, 13:47:10
Mein größter Zeiträuber ist die Schule. Entweder ich bin dort, mache Hausaufgaben oder lerne. Achja, und die ganzen Präsentationen sind auch nicht zu verachten. Aber ich will hier nicht herumjammern. Erstens tue ich das oft genug (:D) und zweitens haben sehr viele Schüler das gleiche Schicksal.

Aber seit ich hier im TZ bin, habe ich das mit dem Wörterzählen überhaupt erst angefangen und merke jetzt schon (ich mache das seit dem NaNo '11), wie ich mich langsam verbessere. Nicht unbedingt in riesigen Schritten, aber immerhin. Und ich schreibe fast jeden Abend. Das ist definitiv ein Fortschritt.
Ich versuche, der lieben Schule nicht alle meine Zeit zu geben und wenigstens ein bisschen Zeit für mich und meine Geschichten rauszuschlagen. Ohne Schreiben werde ich irgendwann ... zittrig?, ich brauche das einfach.

@Bianca: Wie ich ja schon gesagt habe, das Wörterzählen ist echt super. Bist du schon im TiNo-Bereich drin? Das hilft wirklich!
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Schreinhüter am 16. März 2012, 00:16:54
Mir raubt gerade eine Serie von Hausarbeiten quasi die Erlaubnis auch nur einen Finger an den Früchten zu rühren. Das tut weh, besonders auf dem Word-Count-Konto. Wenn doch schon die Hausarbeiten hinter mir lägen, dann könnte ich wieder voll in die Tasten hauen  :brüll:
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Arcor am 16. März 2012, 09:28:10
Zitat von: Schreinhüter am 16. März 2012, 00:16:54
Mir raubt gerade eine Serie von Hausarbeiten quasi die Erlaubnis auch nur einen Finger an den Früchten zu rühren. Das tut weh, besonders auf dem Word-Count-Konto. Wenn doch schon die Hausarbeiten hinter mir lägen, dann könnte ich wieder voll in die Tasten hauen  :brüll:

Ich fühle mit dir. Meine letzte Hausarbeit wird gerade Korrektur gelesen und dann muss ich die noch mal überarbeiten.  :brüll: Null Lust, das wird wieder Zeit ohne Ende fressen.
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Mika am 16. März 2012, 09:40:10
Zitat von: Schreinhüter am 16. März 2012, 00:16:54
Mir raubt gerade eine Serie von Hausarbeiten quasi die Erlaubnis auch nur einen Finger an den Früchten zu rühren. Das tut weh, besonders auf dem Word-Count-Konto. Wenn doch schon die Hausarbeiten hinter mir lägen, dann könnte ich wieder voll in die Tasten hauen  :brüll:

Oh wie kann ich das nachvollziehen! Mir geht es leider momentan exakt genauso. Heute Nacht habe ich die erste von drei Hausarbeiten, die ich in diesen Ferien noch ableisten muss abgeschlossen, heute Morgen abgeschickt (wie gut, dass bei mir die Noten bis zum Staatsexamen nicht zählen) und nächste Woche werde ich wohl mit der nächsten anfangen müssen, die ich schon seit drei Semester vor mir herschiebe und endlich abschließen muss bevor es schließlich an meine Mediävistik-Hauptseminararbeit geht.  :brüll: und das ausgerechnet jetzt wo ich soooo viele Ideen im Kopf hätte wie es bei meiner Schattensymbiose weitergeht :( und an meinen Wordcount will ich gar nicht mehr denken *grusel*
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Telas am 16. März 2012, 18:10:59
Meine Schreibzeit wird derzeit auch durch die Klassenarbeiten und die anstehende Prüfungen drastisch reduziert. Noch dazu muss ich diverse Präsentationen vorbereiten. Und meine Kumpels haben auch ihren Anteil daran. Aber darüber bin ich auch froh. Lieber gehe ich als Ausgleich zu dem Stress ein bisschen aus dem Haus, anstatt vor dem Rechner zu verkrampfen und ein paar Seiten von schlechter Qualität zu schreiben. Ich schreibe wieder, wenn es meine Zeit zulässt und ich mehr an den Sätzen feilen kann, weil ich dann entspannter bin.
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Nuya am 17. März 2012, 13:52:31
*seufz* Ich versteh euch sooo gut.

Nach meinem Umzugsdebakel bin ich nun seit knapp zwei Wochen in der neuen Wohnung. Und mein Dienstplan hat leider effektiv verhindert, das schon alles einwandfrei steht, hängt oder sonstwas. Aber das wird schon noch ...
Außerdem hab ich in den letzten fünf Tagen auch tatsächlich die Zeit und Lust zum Schreiben wiederentdeck. Ich hab die Hoffnung, wenn sich das nun so langsam wieder normailisert, schaff ich es auch wieder öfter, hier reinzuschauen. :)
Titel: Re: Schreibzeiträuber - Termine und Umstände, die uns vom Schreiben abhalten
Beitrag von: Merrit am 19. März 2012, 19:36:54
Was mich vom Schreiben abhält: Das reale Leben.
Was mich schreiben lässt: Mein Unwille das reale Leben zu akzepzieren. Zumindest Zeitweise  ;).

Kuz aber meine Meinung und Erfahrung  :omn:.

Lg Merrit