Hallo! :)
Viele von uns arbeiten ja mit ihrer eigenen Welt und oft reisen unsere Protas von einem Ende zum andern, über Gebirge und Flüsse entlang.
Ehrlich gesagt gefällt mir das Prinzip nicht, das ich in vielen Büchern sehe, nämlich einfach einen Umriss zu wählen und darauf alles zu platzieren, was sich auf unsere Erde so finden lässt: Einen Küstenstreifen, ein großes Gebirge, einen großen Wald, eine große Wüste, eine weite Ebene und ein paar Flüsse. Alles nebeneinander, nur immer ruff damit.
Bei Eragon lässt sich das, finde ich, ganz gut beobachten.
Die Grenze des Gebirges ist wie mit dem Lineal gezogen - eben noch riesige Berge und nun urplötzlich eine Landschaft wie eine Briefmarke und nirgendwo mehr ein einziger Hügel. So etwas wie "Mittelgebirge" gibt es nicht, nur die Extreme.
Ich frage mich dann immer, wie weit man gehen darf. Einerseits bei der Gestaltung der Landschaft, die mMn schnell plump wirkt, wenn einfach alles zusammengeschmissen wird, andererseits aber auch beim Klima.
Dass ein Autor ohne Vorkenntnisse die klimatischen Bedingungen an diesem und jenem Ort nur schwer vorhersagen kann, ist klar. Aber es deswegen ganz außer Acht lassen? Oder einfach drauf pfeifen, ist ja immer noch Fantasy, eigentlich ja egal, ob das Klima realistisch ist. Oder die Landschaft.
Was sagt ihr dazu? Wichtig oder nicht? Orientiert ihr euch an unseren irdischen Gegebenheiten und schafft Welten nach dem Vorbild dieses oder jenes Kontinents?
Oder lasst ihr eure Fantasie ungezügelt auf die Landkarte los?
Bin schon gespannt auf eure Antworten. ;)
LG, Kiira
Hallo Kiira!
Ich orientiere mich meist am Klima Europas, weil ich das eben kenne und mich so nicht erst ewig mit dem Thema "Klima" auseinandersetzen muss. Allerdings schiebe ich die verschiedenen Klima- und Vegetationszonen immer extrem zusammen, damit die erdachte Welt auch in einer bestimmten Zeit(die der Handlung angepasst ist) erlaufen werden kann. Auf gar keinen Fall will ich aber auf auf ein bestimmtes Wetter verzichten... Jedoch hoffe ich, wenn ich ein Buch lese, dass ich nachvollziehen kann, warum es jetzt ausgerechnet schneite oder so.
Bei der Landschaft bin ich geteilter Meinung:
Klar, es ist Fantasy, aber ein bisschen realistisch darf es in Büchern, die ich lese, auch schon gern mal sein. Das Beispiel mit Eragon passt übrigens wirklich wie die Faust aufs Auge.
Andererseits scheinen mir meine Welten auch oft sehr spontan vom Relief her. Wenn ich eben einen Berg brauche, dann muss der nun mal an dieser Stelle sein! Zwar grenze ich das Unrealistische so weit wie möglich ein, doch wird es sich nie wirklich vermeiden lassen, ein Tiefland direkt neben ein Gebirge zu platzieren.
Lg
Tarah ;D
Hallo Kiira!
Ein sehr gutes und vor allem wichtiges Thema: das Setting! Anders als Tarah bevorzuge ich eher "un-europäische" Klimata. Gerne auch oder sogar am liebsten entweder das eine, oder aber das andere Extrem. Also extreme Hitze, wie z.B in der Wüste, oder aber extreme Kälte, wie z.B. in der Arktis. Ich finde es persönlich spannender, wenn die Landschaft und die klimatischen Gegebenheiten mal nicht so sind, wie man es für gewöhnlich kennt. Aber die Geschmäcker sind ja verschieden. ;)
Bei Landschaften kommt es meiner Meinung nach auch immer sehr auf die Geschichte und den Plot an. Braucht man nach diesen von allem etwas (ein bisschen Wald hier, ein bisschen Gebirge da, woanders ein wenig flache Ebene)? Ich finde danach sollte man sich schon richten. Ich fände es eher unnötig und überflüssig, ja, sogar langweilig, von jeder Art landschaftlicher Situation etwas in der Geschichte zu haben. Das macht mir dann so ein bisschen den Eindruck von 'nicht gewusst was und wie, also nehmen wir mal einfach alles, kann ja nicht schaden'.
Doch, das kann es! Die Landschaft sollte immer an die jeweilige Geschichte angepasst sein. Da macht es überhaupt nichts, wenn die eine ein wenig Wald-lastiger ist und die andere mehr im Gebirge spielt. Solange das zur Story passt ist doch alles in Ordnung!
Ich orientiere mich auch gern am europäischen Klima, weil ich das täglich erlebe (und nicht mag, das nur nebenbei ;)). Extremere Klimata sind zwar interessant, dafür würde ich aber entsprechend in Texten zu den irdischen Pendants recherchieren wollen, um es authentischer zu machen.
Prinzipiell plane ich die Karten nach Gusto - schwer zu sagen, ob ich sie entlang von Plots plane oder den Plot entlang des Kartenmaterials, das ist eher so ein Zwischending. Wie Tarah sagt, wenn da ein Berg sein muss, ist dann eben einer dort, aber dann plane ich so, dass der nicht plötzlich mitten in der Tiefebene aus dem Boden ragt. Also es muss halbwegs stimmig sein, gemessen an meinem geografischen Halbwissen ;)
Hat jemand von euch schon mal mit einem Geografen über so etwas gesprochen oder gar eine Karte geplant?
@falke: Ich wage zu bezweifeln, dass ein Geograf meine Karten gutheißen würde...
Lg
Tarah
Ich finde man sollte das in seiner Geschichte verwenden, was einem gefällt. Ich mein dafür sind solche Welten doch da. Um seine ganz persönlichen Vorstellung auszuleben ;) Wobei eine Wüste neben einer Antarktis natürlich schlecht wäre, da gebe ich Kiiara natürlich vollkommen recht :rofl: Ich hab es so gelöst, dass ich einfach einen ganzen Kontinent entworfen habe. In einem Land in der Größe von Deutschland wär es natürlich sehr unrealistisch ::)
Ich wähle Landschaft und Klima danach aus, was ich für meinen Roman brauche, sprich, das, was die Bilder in meinem Kopf fordern. Und das muss dann stimmig sein. Mittelgebirge weglassen käme mir nicht in den Sinn.
Aber da ich nur interessierte Laiin bin, kann ich nicht exakt vorhersagen, wie sich Landschaft und Klima aufeinander auswirken.
Wenn ich eine gebirgige Insel im gemäßigten Klimabereich der Westwindzone erfinde, dann kann ich mir noch ausmalen, dass deren Ostseite trockener sein dürfte als die Westküste. Aber die Details? da muss ich passen und kann nur hoffen, dass die Leser meine Unwissenheit tolerieren, weil sie es selbst nicht besser wissen. Schließlich schreibe ich nicht für Klimaexperten.
Und wenn ich es krass will, kann ich ja mal einen richtig schwankenden Planeten erfinden mit Wendekreisen, die sich auf der geografischen Breite befinden, wo bei uns die Polarkreise zuhause sind.
Ich finde also, diese Dinge sollten stimmig sein, jedoch nicht übertrieben genau zulasten des Plots.
Lg
Gefion
Ich habe schon bei der Erstellung meiner Karten drauf geachtet, dass die Landschaften und das Klima plausibel sind. So findet sich an den Polen Gletscher und Tundra, am Äquator Wüsten, Steppen und Tropen und dazwischen eben gemäßigte bis mediterrane Zonen. Gebirge kommen an die Grenzen der tektonischen Platten und nur da finden sich Vulkane. Flüsse müssen ihre Quelle in Bergen haben und ins Meer münden, Täler befinden sich meistens in Flussnähe. Bei Wäldern ist die Verteilung schon sehr variabel, passt aber immer zum entsprechendem Klima. Eigentlich gar nicht schwer, wenn man im Erdkundeunterricht aufgepasst hat ;)
Erst danach habe ich überlegt, wo der Roman spielen soll. Ich brauche eine Großstadt, einen Wald und einen Vulkan. Der Prota sollte nicht Jahre lang brauchen bis er am nördlichen Gebirge bzw. in der Wüste ankommt. Da habe ich mir meine Karte angeguckt, eine passende Stelle bei gemäßigten Klima gefunden (in gemäßigten Zonen bauen sich Großstädte nun mal besser) und batsch, einen Punkt in die Karte eingezeichnet.
Probleme habe ich nur mit dem Wetter, weil ich nicht so den Überblick habe in welcher Jahreszeit der Roman spielt und wie die zeitlichen Abstände zwischen den Ereignissen sind. So kann es passieren, dass meine Figuren eben in der brühenden Hitze stöhnen und einen Monat später kniehoch im Schnee stecken. Und regnen tuts auch nur, wenn ichs brauche ;D Aber meistens spar ichs mir das Wetter zu beschreiben.
Sonst habe ich nur einen "unlogischen" Ort, eine Insel auf der tropisches, sonniges Klima herrscht, die einige Kilometer entfernt von Nebel umringt ist. Da habe ich mich gerettet, indem ich sage, dass auf der Insel Wesen leben, die das Wetter beeinflussen können :hmhm?: Ist ja Fantasy ;D
Bei anderen Geschichten muss ich lächeln, wenn ich die Landschafts- und Klimazusammenstellung sehe. Eragon ist da wirklich ein schönes Beispiel, aber auch bei Herr der Ringe muss ich grinsen, wenn ich sehe wie Mordor von einer schnurgraden, dünnen, aber unglaublich hohen Gebirgskette umzäunt wird. Naja, ist ja Saurons Heim und Maiar dürfen fast alles :rofl: Aber ich rege mich über sowas nicht auf, solange die Geschichte stimmt.
Zitat von: Vali am 26. Oktober 2008, 17:43:28
So findet sich an den Polen Gletscher und Tundra, am Äquator Wüsten,
Ich hoffe, dass du das mit dem Äquator nicht so gemeint hast, wie es da steht. :o
Ich hab mir mal auf dem Wühltisch ein Buch geholt über die Vegetationszonen Mitteleuropas. :jau: Da steht viel drin, was ich noch nicht weiß, und vor allem kann man bei Beschreibungen spicken. ;D
Ich mach mir über meine Landschaften eigentlich gar nicht so viele Gedanken muss ich gestehen. :psssst:
In meinem momentanen Projekt hab ich es ziemlich klassisch europäisch: Küste mit Flachland und kaum Bäume, dann immer mehr Wald, dann dicht bewaldetes Mittelgebirge und dann kommt das Hochgebirge.
Aber ich finde auch beim Lesen die Landschaft nicht so wichtig, es sei denn, es sind wirklich komische Sachen. Mir sind die Figuren und deren Beziehungen, Entwicklung, etc. wichtiger. :)
Zitat von: gefion am 26. Oktober 2008, 16:40:45Ich wähle Landschaft und Klima danach aus, was ich für meinen Roman brauche, sprich, das, was die Bilder in meinem Kopf fordern. Und das muss dann stimmig sein. Mittelgebirge weglassen käme mir nicht in den Sinn.
Exakt so ist es, gefion! :jau: Sind die Bilder, die wir im Kopf haben, nicht ohnehin das Beste an der ganzen Sache? :hmhm?: Kann man ohne die überhaupt schreiben?
Ich bin zufällig Geograph. ;D
Und ich mache mir da natürlich schon ein paar Gedanken und versuche, die Landschaften halbwegs realistisch zu beschreiben. Es ist aber durchaus so, daß sehr unterschiedliche Landschaftsbilder durchaus auf kleinem Raum vorkommen können. In der Schweiz gibt es auf rund 250 Km Luftlinie vom Hochgebirge mit Gipfeln über 4500m bis hin zu Landschaften, die knapp 240 m.ü.M. liegen.
Wälder kann es in den feuchten und halbtrockenen Zonen praktisch flächendeckend geben - und hat es ursprünglich auch gegeben. Fast ganz Europa war nach der Eiszeit von Wald bedeckt. Erst durch die Kultivierung und Bautätigkeit des Menschen enstand die offene Landschaft, wie wir sie heute kennen.
Ansonsten kann ich jedem Autor nur empfehlen, sich seinen alten Schulatlas zur Hand zu nehmen und aufmersam zu studieren. Allein anhand der vielfältigen thematischen Karten kann man ungeheuer viel über die Gestaltung und Nutzung der Landschaften lernen, die Verteilung der Bodenschätze, das Relief usw. Man bekommt dadurch einen guten Blick dafür, was zusammegehört und was nicht.
Zitat von: Churke am 26. Oktober 2008, 18:46:23
Ich hoffe, dass du das mit dem Äquator nicht so gemeint hast, wie es da steht. :o
Wieso? Ok, am Äquator oder besser um den Äquator sind eher feuchte Tropen zu finden und statt Wüste könnt ich auch "trockene Subtropen" schreiben ;) Im Grunde wollte ich auch nur schreiben, dass es Richtung Pol kalt wird und Richtung Äquator warm.
Für den Roman spielt das eh keine Rolle, der spielt zu 90% eh in einem "europäischen" Land.
Ohne Bilder schreiben?
Im Grunde beschreiben wir doch nur, was wir in unserem Kopf sehen, oder?
Ich habe festgestellt, dass sich sehr viele sehr viel mehr Gedanken machen als ich und sehr viel mehr über Klima usw. wissen. Ich mit meinem Halbwissen gestalte meine Landschaften meist nach Vorbildern, sicherer geht es nicht mehr. :hmhm?:
@Vali
Stimmt, HdR ist auch ziemlich krass. Aber immerhin wurde die Wüste weggelassen und es gibt nicht nur ein, riesiges, gefürchtetes Gebirge, sondern mehrere Gebirgsketten. Es gibt mehrere Wälder und nicht nur einen, riesigen, gefürchteten Wald.
Allgemein will ich ja nichts gegen riesige, gefürchtete Wälder sagen, aber wenn es dann nur noch einen Wald gibt und auf dem Rest der Landkarte nur vereinzelte Bäumchen... tja ::)
@Tenryu
Mh, praktisch. ;) Wozu eigentlich ein Schulatlas, wenn wir dich haben? ;D
Herr der Ringe brauchen wir hier wohl nicht anzusprechen, habt ihr eine Ahnung wieviele Karten es um Tolkiens Welt gibt? Da kann man ja bald jeden Trampelpfad gedanklich entlangwandern.
Ich habe mir bezüglich der Landschaften immer Bücher ausgeliehen, damit ich überhaupt mal weiß, was wo wie wann wächst..., an Pflanzen, Sträuchern etc. Ansonsten habe ich aber zur Abwechslung mal eine Stadt die mitten im "Eis" gebaut ist.
Grüße.
@Simone
Es ging, glaube ich, auch eher darum, dass Tolkiens Gebirgsketten manchmal doch sehr sehr günstig liegen und zufällig Mordor eingrenzen. Und zwar bei maximaler Höhe und minimaler Breite.
Aber es stimmt, die Karten für HdR sind sehr detailliert. Es führt eigentlich dazu, dass man alle drei Seiten nach hinten blättern, diese riesige Karte aufklappen und gucken muss, wo sich die neun Gefährten wohl gerade befinden. ::)
Das ist schon richtig aber ich meine es gibt auch Landschaften, die im Buch selbst nicht mal erwähnt werden, in dem nicht solche Extreme vorkommen aber mal ehrlich: Wir schreiben Fantasy und unsere Protagonisten kommen ja meist auch "zufällig" irgendwo hin wo gerade was passiert... Ich finde man sollte das nicht ganz so eng sehen, wenn es manchmal in Extreme geht. Ich finde es kommt eher drauf an wie es geschrieben ist, ob plump oder so schön, dass man sich auch mal in der Landscaft, der Geschichte und den Charas verlieren kann:)
Grüße:)
Ich will Extreme ja nicht ausschließen. Manchmal lebt eine Geschichte durch ihre Landschaft, die die Hürde vor dem Ziel des Protas darstellt. Außerdem sind Extreme genauso realistisch wie eine Eiapopeialandschaft, die nur aus Hügeln und Wäldern besteht, immerhin sind sie auch auf unserer Erde zu finden. Aber muss man deshalb gleich alles, was man finden kann, nebeneinander klatschen? Das wird mir dann zu viel.
Na, dann sind wir ja eigentlich einer Meinung. :hmmm: aber manche Autoren hauen nun mal gerne mit Superlativen um sich;)
Ich habe es da bei meinem derzeitigen Roman etwas leichter, die Welt befindet sich in einer Art Spirale und wandelt sich. So kann ich viel experiementieren und es wird nichts "aneinander" geklatscht;)
Übrigens finde ich es wesentlich schwerer Städte zu erfinden..., die den Völkern entsprechen als eine Landschaft entstehen zu lassen:)
Grüße :winke:
Eine Landschaft die sich wandelt? Klingt interessant. :hmmm:
Aber für die Städte bräuchte man wohl einen Extrathread. ;)
Das stimmt mit dem Thread...;)
Sie wandelt sich, weil sie von den Völkern quasi ausgeraubt wird. Die Kämpfe und die Schlachten um die Macht, zerstören sie. Das eine Volk beherrscht die Elemente und besitzt so viel Macht, dass sie durchaus in die Natur eingreifen können... Mal gaanz kurz erklärt. Das Buch soll die Spirale der Macht heißen. Und darum geht es eben auch ein bisl...;)
Da ich meine Fantasygeschichten immer in der selben Welt platziere hat sich inzwidschen einiges an Geographie angesammelt. Dabei versuche ich halbwegs logisch vorzugehen, nach dme, was ich im Geographieunterricht gelernt habe.
Und natürlich lehne ich mich ein bischen an die Erde an. Mein aktuelles Projekt spielt im wesentlichen auf einigen Inseln am Südende der Welt, die ziemlich deutlich Feuerland nachempfunden sind. Ich hab mich natürlich ein bischen über die dortigen Landschaften und Vegetation schlau gemacht. Und ansonsten einfließen lassen, was ich aus eigener Anschauung aus Norwegen kenne.
Ich bevorzuge zwar auch Welten, deren Klima an das europäische angelehnt sind, aber als Fantasyautor kann man seinen Spielraum ja soweit nutzen, dass klimatische Gegebenheiten verändern kann, und das nicht nur mithilfe von Magie.
So kann man zum Beispiel durch das hinzufügen von Monden die Gezeiten und den Werwolfszyklus manipulieren. Durch das Weglassen oder Hinzufügen von Gasen wie Ozon oder Ähnlichem kann man Wüsten an Orten schaffen, die dies geographisch eigentlich nicht zulassen.
Und wenn man mehr Gebirge braucht ergänzt man Kontinentalplatten, blaaah.......Die Liste lässt sich endlos erweitern.
Was ich hinzufügen wollte: Es kann außerdem witzig sein, Kulturen anderen Orten zuzuordnen als auf der Erde. Zum Beispiel die arabische Architektur in die Arktis verlegen brasilianische Mode nach England, obwohl das dann doch zu kalt wäre.
LG.
@ Alex: Ausdenken kann man sich viel, so lange es glaubwürdig bleibt. Aber arabische Architektur z.B. paßt einfach nicht in ein kaltes Klimat, weil die Leute sonst in ihren Häusern erfrieren würden, usw.
Das gleiche glit auch für die sozioökonimischen udn soziokultrellen Gegebenheiten. Mit anderen Worten, wenn ein Volk primitiv ist und keine Technik besitzt, kann es auch keine hochentwickelten Schiffe, Straßen oder Aquädukte bauen.
Ein anderes mehr praktisches Problem ist, daß die Figuren mangels Automobil, Eisenbahn und Luftschiff in ihrer Mobilität sehr eingeschränkt sind. Entweder dauern längere Reisen monatelang, was für die Handlung oft hinderlich ist, oder man müßte darauf verzichten, sie über tausende Kilometer von einer Klimazone zur nächsten reisen zu lassen. Oder man muß eben diese Legoland-Geographie anwenden, wo alles auf ein paar hundert Km Distanz vorhanden ist.
Zitat von: Tenryu am 27. Oktober 2008, 01:24:30
Entweder dauern längere Reisen monatelang, was für die Handlung oft hinderlich ist, oder man müßte darauf verzichten, sie über tausende Kilometer von einer Klimazone zur nächsten reisen zu lassen. Oder man muß eben diese Legoland-Geographie anwenden, wo alles auf ein paar hundert Km Distanz vorhanden ist.
Von Alexandria nach Marseille brauchte ein Schiff in der Antike etwa zwei Wochen. Natürlich mit passendem Wind, aber der ist ja schnell geschrieben.
Ich umgehe Dinge wie Gegenden, die eigentlich kein angemessener Lebensraum sind oder längere Reisen, sei es zu Schiff, zu Pferde, etc. meistens dadurch, dass ich eben viele Fantasymittel einbaue, die scheinbar unmögliche Dinge möglich machen. Die Fantasie hat ja zum Glück keine Grenzen, obwohl ich persönlich der Meinung bin, dass eine Erzählung mit zu vielen Absurditäten schnell überladen und selbst für Fantasy unrealistisch und unstimmig wirkt. Es muss im Endeffekt eben noch alles irgendwie zusammenpassen. Ein konkreteres Beispiel wäre bei mir ein ziemlich mächtiges Gebirge, dessen höchste Gipfel noch bewohnt werden. Allerdings nicht von Menschen oder etwas anderem "Zartbesaitetem", sondern von Wesen, die in der Lage sind, dort zu überleben, da sie erstens robust sind und zweitens dank ihrer Magie das Wetter dort oben so beeinflussen können, dass es ihnen in der Regel nicht zu kalt wird.
Mann kann durchaus kreativ sein, wenn die Handlung auch mal in geographisch extremerem Rahmen ablaufen soll. Für das Problem mit den langen Reisen habe ich auch eine Lösung gefunden, die wohl nicht immer, aber dennoch das eine oder andere Mal verwendbar ist: so genannte Traumreisen, die auf starker Magie basieren und für die es dementsprechend immer jemanden braucht, der darüber verfügt. Es reist nicht der Körper, wohl aber der Geist, der im Traum u.A. dazu fähig ist, wichtige Gespräche mit jemandem zu führen, der viele Kilometer weit weg ist. Natürlich lassen sich im Traum keine größeren Dinge erledigen, wie Schlachten austragen. Das hat auch nicht mehr viel mit dem Geiste zu tun.
LG
@Isleya: Diese Idee mit der Traumreise finde ich gut, aber ich frage mich, wie oft man
so eine Reise einbauen kann. Weil irgendwann muss ja dann mal etwas
"richtiges" geschehen, wie eben beispielsweise eine Schlacht. Und sorgt so
eine Reise im Traum nicht auch teilweise für Verwirrung beim Leser? Ich
meine: Wie setzt du das um?
Das würde mich interessieren...
Tarah
Zitat von: Kiira am 26. Oktober 2008, 14:22:57
Was sagt ihr dazu? Wichtig oder nicht? Orientiert ihr euch an unseren irdischen Gegebenheiten und schafft Welten nach dem Vorbild dieses oder jenes Kontinents?
Oder lasst ihr eure Fantasie ungezügelt auf die Landkarte los?
Für meine Geschichte sind irdische Gegebenheiten sehr wichtig. Ich versuche, mein bescheidenes Wissen über Tektonik, Geologie etc. dahingehend zu nutzen, dass die entworfenen Länder und Regionen einigermassen logisch ausfallen. Klar nutze ich auch gerne Extreme, aber ich baue sie so dezent ein, dass sie - meines Erachtens nach - nicht überhand nehmen. Bspw. habe ich im Süden des Schneelandes eine gigantische Nadel-Baumart eingebaut, deren riesige (bis 2 Meter) grosse Zapfen bei genügend langer Sonneneinwirkung explodieren und ihre Samen kilometerweit geschossartig verbreiten. Die Einwohner des Landes nennen diese Baumart "Donnertannen". Das Echo dieser Explosionen ist im Gebirge kilometerweit zu hören. Wer sich zu nahe an diese Zapfen heranwagt, geht ein grosses Risiko ein. Aber ich schweife ab...
Ich denke, dass wir uns automatisch an irdischen Gegebenheiten orientieren. Unsere Erde in all ihrer Schönheit ist schliesslich alles, was wir zum Vergleich haben ;)
@Tarah: Ich bin mit der Geschichte noch nicht allzu weit fortgeschritten, aber ich versuche schon von Anfang an, die eine oder andere kurze Traumszene oder Traumbeschreibung anzudeuten, denn dem Leser soll möglichst früh klar werden, dass ein gewisses Volk in meinem Roman sehr auf Träume "fixiert" ist und ihnen große Bedeutungen nachsagt. Wieder ein Beispiel: Die Königin dieses Volkes hat in ihrem Palast einen "Raum der Träume" einrichten lassen, in den sie sich selbst oder auch andere hineinbegibt, um wichtige Traumreisen durchführen zu können. Sie ist zwar selbst eine ziemlich mächtige Magierin, aber bei einer Traumreise braucht es immer jemanden, der den Geist des Träumenden sicher lenkt. Sie hat dafür einen Magier, dessen "Job" die Traumbegleitung sozusagen ist. Am Besten stellt man sich den Vorgang als eine Meditation vor, einen Zustand, in dem sich der Geist vom Körper löst. Der Magier, der den träumenden Geist lenkt, kann nun einen anderen Geist, der sich weit entfernt befindet "anrufen", was in der Regel nur funktioniert, wenn der Besitzer des Geistes gerade schläft und somit auch fähig ist zu Träumen. Eine Traumreise entscheidet sich von einem gewöhnlichen Traum dadurch, dass alles etwas klarer ist und man über seinen Willen mit der selben Macht bestimmen kann, die man auch im wachen Zustand besitzt.
Natürlich lässt sich durch Traumreisen längst nicht alles lösen, aber für mich ist es eine gute Methode, um verschiedene Geschehnisse an unterschiedlichen Orten zusammenführen zu können und ein klareres Bild der Geschichte entstehen zu lassen, ohne dass der Protagonist erst wochenlang zu Pferde unterwegs sein muss, bis er am Palast des Königs XY, den er unbedingt sprechen muss angekommen ist und erfährt, dass dieser inzwischen seiner schweren Krankheit erlegen ist. Wenn er Glück hat, begegnet ihm einige Tage vorher ein Bote oder er erfährt die Nachricht von jemand anderem. Was ich eigentlich sagen will: Ich achte darauf, die Traumreisen nicht allzu verwirrend wirken zu lassen und dadurch dennoch etwas mehr Spannung in die Geschichte zu bringen, wenn eine mysteriöse Traumbotschaft den Protagonisten auf seine Reise schickt (die sich dann nicht mehr vermeiden lässt) während dieser aber Dinge geschehen, die nach und nach gemeinsam mit dem Traum einen Sinn ergeben und es dadurch nicht allzu langweilig wird. Hin und wieder besteht dann die Möglichkeit, etwas neues in Erfahrung zu bringen - über eine Traumreise und natürlich nur, wenn man einen Magier mit ausreichenden Kräften unterwegs auftreiben kann ;)
Liebe Grüße
@Isleya: Das klingt sehr fantasievoll... Fantasy eben! Gute Idee, gerade wenn das
Land ein bisschen zu groß ist! ;)
Ich persönlich nutze dann immer Gedankenvernetzung, aber das bezeichnet
von der Sache her das Gleich!
Dennoch lege ich wert auf eine entsprechende Landschft, die eben auf die
Story abgestimmt ist!
Lg
Tarah ;D
Ich habe festgestellt, dass ich früher, am Anfang meines schreiberischen Schaffens, eher unrealistische Karten gezeichnet hab - z.B. lagen dort Wüsten gleich neben fruchtbaren Ebenen, an deren Ende sich widerrum ein Gebirge schnurgerade in höchste Höhen schraubte ;D
Aber in den vergangenen Jahren sind meine Karten dann doch realistischer geworden. :hmhm?: Jetzt geht die Wüste langsam (mit verschiedenen Wärme/Hitze-Stufen) in die fruchtbare Ebene über und zwischen der Ebene und dem Gebirge liegen erst mal Hügel, die dann über mehrere Tage, die der Protagonist hindurch reist immer höher werden etc.
Aber es kommt auch drauf an, ob ich eine Karte für ein einzelnes Land, einen Kontinent oder eine ganze Welt zeichne. Bei einem einzelnen Land bleibe ich ungefähr in denselben klimatischen Bedingungen, also überwiegend warm, kalt, mild etc. und nehme dann das, was Landschaftlich dazu passt. Also krasse Brüche auf einem relativ kleinen Raum mag ich nicht sonderlich ... Wenn ich allerdings eine komplette Welt, mit mehreren Ländern und Kontinenten entwerfe, kommt meist alles mal vor, was es so an Landschaftlichen Eigenheiten zu geben hat - aber dann halt immer so, dass es halbwegs realistisch nebeneinander passt. ;)
Kleine Unstimmigkeiten ergeben sich vermutlich immer noch, aber erstens bin ich kein Experte und zweitens hoffe ich, dass es keiner meiner späteren Leser so genau bemerkt ... ich gebe mir Mühe :hmmm:
Zitat von: AlexWas ich hinzufügen wollte: Es kann außerdem witzig sein, Kulturen anderen Orten zuzuordnen als auf der Erde. Zum Beispiel die arabische Architektur in die Arktis verlegen brasilianische Mode nach England, obwohl das dann doch zu kalt wäre.
So was mache ich auch mal ganz gerne. Zum Beispiel habe ich auf einer Welt (deren Geschichte ich auch dringendst mal weiter schreiben sollte ::)) eine Kultur, die der arabischen angelehnt ist, aber das Land ist eher mitteleuropäisch und komplett bewaldet. Das verleiht der Geschichte das gewisse Etwas, finde ich ;)
@Tarah und Isleya: Nehmt es mir nicht übel, aber sooooo ganz neu ist diese Idee ja nicht. Lest z.B. mal die Darkover-Romane von Marion Zimmer Bradley. Für ihre Telepathen gehören diese Gespräche zwischen zwei Personen, die sich an weit auseinanderliegenden Orten befinden, zum Alltag :)
Davon abgesehen: Ich selbst verwende diese Art des geistigen Reisens auch öfters mal ;)
@Romilly: Habe ich gesagt, dass diese Gedankenvernetzungen auf meinem Mist gewachsen sind? :hmhm?: Aber in Ordnung. Ich oute mich! Diese Idee mit den Gedanken kam mir diesen Sommer, als ich von Trudi Canavan "Das Zeitalter der Fünf - Priester" gelesen habe... :buch: In diesem Buch findet sich eine Art Traum- wie Gedankenvernetzung. Ich konnte der Versuchung einfach nicht wiederstehen, auch so etwas einzubauen... :innocent:
Ich mixe auch gern Kultur mit Landschaft! Leider entstehen bei mir dann immer recht lustige Konstruktionen. Vielleicht sollte ich da doch lieber wieder meine eigene Fantasie spielen lassen :hmmm:...
Tarah
Hi Tarah!
Trudi Canavan hab ich (noch) nicht gelesen, aber einigen wir uns darauf, dass es die Idee schon mal öfters gab ... wobei ich das überhaupt nicht dramatisch finde, man muss es halt immer für sich und seine Geschichte aufbereiten, sodass es passt ... :hmmm:
Zitat von: TarahIch mixe auch gern Kultur mit Landschaft! Leider entstehen bei mir dann immer recht lustige Konstruktionen. Vielleicht sollte ich da doch lieber wieder meine eigene Fantasie spielen lassen ...
Allzu plump darf man sowas natürlich nicht übernehmen und zusammensetzen, aber mit der eigenen Fantasie angereichert und aufbereitet ist das schon ein guter Trick, finde ich ;)
@Romilly: Ein guter Trick, wenn man ihn beherrscht... ;)
Tarah
Nachdem ich im Erdkundeunterricht eigentlich immer recht gut aufgepasst hatte, war mir ziemlich schnell klar, dass Landschaft und Klima nicht einfach so entstehen. Auf manchen meiner Karten zeichne ich sogar ein, in welche Richtung sich die Gebirge auffalten. Besondere Aufmerksamkeit schenke ich immer Dingen wie Windrichtungen und Berkketten, die Wolken abfangen können. Fruchtbare Gebiete liegen meist dort, wo Wind vom Meer Feuchtigkeit heranträgt. Trockene Gebiete oft weit im Landesinnern oder hinter Bergen, die keine Wolken mit Regen durchlassen.
Natürlich muss man sich nicht immer an solche physikalischen Gesetze halten, immerhin sind die meisten Fantasy-Welten von Magie erfüllt und die kann schonmal bewirken dass Landstriche fruchtbarer sind oder dass eine Wüste entsteht. Aber dieses Prinzip auf die ganze Welt anzuwenden wäre dann doch etwas arg hart.
Ich stelle mir das aus Sicht einer Kultur vor, die glaubt, dass das Wetter von Göttern gemacht wird, wie es die meisten frühzeitlichen Kulturen geglaubt haben. Für sie war keien andere Erklärung möglich und wenn ich für meine Welt sage: ja, das ist wirklich so! dann kann eine Wüste tatsächlich neben freuchbarem Ackerland liegen, je nachdem wie es den Göttern gefallen hat. Aber so wie man die Götter kennt, sind sie doch eher faule Gesellen und werden die Wetter-Arbeit irgendwann sich selbst überlassen, und dann setzt eine Logik ein, an der sich das Klima orientiert.
Letzten Endes wäre eine magische Barriere für Wolken ebenso eine Erklärung für die Entstehung einer Wüste wie eine Bergkette, vor der die Wolken abregnen.
Solange die Welt in sich schlüssig ist, kann man so ziemlich alles machen.
Hui.
Als ich das Wort Klima gelesen hatte, war mir klar, dass ich hier sofort meinen Senf dazugeben muss. ;D
Mir ist da nämlich etwas echt kurioses passiert.
Ich war gerade am recherchieren für meine Welt. Als ich mich gerade über die möglichen Gebirgsformen informierte, sprang mir ein Artikel über Peru ins Auge.
Neugierig geworden begann ich zu lesen und stellte etwas unglaubliches fest: Peru war (abgesehen von der Landesform) mit meiner Welt identisch!
Gebirge, Strand, Wüste, Regenwald, alles in einem Land! Es war fast, als hätte da jemand das Klima meiner Welt beschrieben.
Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie begeistert ich war, endlich eine Vorlage zu haben, an der ich mich orientieren kann.
Liebe Grüße,
Das Flattervieh ;)
Da mein aktuelles Projekt ziemlich großflächig angelegt ist. Genauer gesagt umfasst er zwei Kontinente und eine Insel, gibt es bei mir auch sehr viele verschiedene Klimatas.
Der Hauptkontinent ist ein wenig an das Klima Europas angelehnt. Da gibt es meine Wälder des Nordens, die extrem stark an Skandinavien angelehnt sind. Im Süden findet man eher mediterranes Klima, dann gibt es die Kornkammern, Weinberge und Laubwälder, die schlicht und ergreifend ziemlich ähnliches Klima wie wir hier haben.
Außerdem gibt es noch ein Inselkönigreich, das auch zu dem Kontinent gehört und das ebenfalls mediterranes, sehr auf Urlaub einstimmendes Klima hat.
Auf dem Nachbarkontinent habe ich die russische Taiga im Norden, die afrikanische Steppe in der Mitte und die orientalische Wüste im Süden. Um es einmal so auszudrücken, da das jedoch ein Kontinent mit großen Ländern ist und nicht mit so vielen kleinen Königreichen konnte ich dort das Klima noch abwechslungsreicher gestalten.
Tja, und die Insel hat ein wenig einen Sonderstatus. Dort herrscht meistens so viel Nebel, dass die Sonne gar nicht durchkommt. Gut für die Bewohner ;D
Ich habe in meiner Welt (ist eigentlich ein ganzer Planet, den ich entworfen habe), verschiedene Klimazonen, wie bei uns auf der Erde. Ich versuche eigentlich immer, mich an physikalischen und geographischen Gesetzen zu orientieren, was beispielsweise die Entstehung einer Wüste angeht. Ich habe etwa eine Wüste, die ist in Norden, Süden und Westen komplett von Gebirgen umgeben, sodass keine Wolken hineinkommen, weil die sich vorher abregnen. Ansonsten liegt der einzige Kontinent, den ich bisher ausgearbeitet habe, etwa auf der Höhe von Frankreich, was die Position relativ zum Äquator angeht. Da er allerdings sehr langgestreckt ist, herrschen im Süden durchaus nord- bis zentralafrikanische Temperaturen.
Prinzipiell orientiere ich mich häufig an Erscheinungen in unserer eigenen Welt und baue sie, zusammengemixt, überarbeitet und für meine Zwecke passend, in meine eigene Welt ein. So habe ich etwa im Norden des Kontinents eine Region, deren Landschaft und Klima Südengland sehr ähnlich ist, nur ein bisschen wärmer. Für einen Inselstaat im Südosten des Kontinents hat mir dann, klimatisch und landschaftlich gesehen, die Ägäis als Vorbild gedient.
Ich sehe das genau wie Dämmerungshexe. Klima ist eigentlich ziemlich komplex. Man sollte sich Gedanken machen, wo her der Wind weht, wo es abregnet, etc. Und wie sich Gebirge, Steppen oder auch Wälder auf das Wetter auswirken. Besonders, wenn man mit seinem Plot in einem Gebiet bleibt. Denn da muss man höllisch aufpassen, dass es nicht in einem Jahr im Monat XY schneit und nächstes Jahr im selben Monat 30 Grad im Schatten sind. Is' mir nämlich schon mal passiert.
Seit dem fertige ich sogar grobe Strömungskarten an, damit ich mich nicht schon wieder verheddere.
Bei einem "typischen" Fantasy-Roman, in dem die Protagonisten auf dem Kontinent herumtingeln verzichte ich aber darauf.
Um euch nun endlich zu verwirren, kann man auch noch die Wärme von Meeresströmungen mit rein nehmen. In meiner Romanreihe, zum Beispiel, fließt von Norden eine kühle Strömung die Küste entlang. Durch das kühle Wasser kommt es zu keinen Regenfällen vom Meer her und die Küstenregion wird zur Wüste. Das war wichtig für mich, da diese Wüste eigentlich auf der Höhe Europas liegt und wir haben keine Wüsten in Europa. Umgedreht funktioniert dieses Phänomen auch.
Ein Beispiel in unserer Welt wären die Namib im südlichen Afrika oder der Golfstrom
Gruß
Esteve
Zitat von: Esteve am 22. November 2010, 20:25:26
Um euch nun endlich zu verwirren, kann man auch noch die Wärme von Meeresströmungen mit rein nehmen.
So etwas habe ich zb auch eingebaut, an den Golfstrom angelehnt. Prinzipiell trägt ein durchdachtes Klima ja auch zur Authentizität einer Welt bei, man kann sich also durchaus damit beschäftigen, um dem Ganzen mehr Tiefe zu geben.
Oh Gott, jetzt sind wir schon beim Golfstrom ;D
Ich habe ja auch, wie einige andere hier, das Gefühl, dass ein Geologe, Geograph oder wer auch immer in lautes Gelächter ausbrechen würden, wenn sie meine Karte sähen.
Ich bin zwar nicht ganz unwissend, was die Entstehung von Klima angeht (Monsun und sowas, jaa, sowas lernt man in Sinologie ;D), habe mich aber entschieden, meine relative Ahnungslosigkeit in eine Legende zu packen - so wissen meine Protas nämlich auch nicht mehr als ich, ätsch ;D In einer Fantasywelt ist das legitim, denke ich, soweit die Legende überzeugend ist.
In der Entstehung meiner recht beschränkten Welt (Ein Inselreich und ein paar Länder drum herum) war es der Sage zu Folge so, dass die Lakaien des Spinnengotts (Lindwürmern ähnlich) das Erdreich derlei zerwühlten, dass es bis zum Meer durchbrach, so die beiden Hauptflüsse entstanden und das am schlimmsten gebeutelte Land sich mit Wasser füllte - daher das Inselreich...ärhem, ja, logisch. Im Grunde genommen brauche ich einfach für meine Geschichte diesen recht eigentümlichen geographischen Aufbau.
Eigentlich eine hübsche Gelegenheit, euch zu fragen, was ihr davon haltet, es ist ja noch nichts in Stein gemeißelt ;)
Beim Klima fällt es mir immer sehr schwer, die Übergänge zwischen warm und kalt, trocken und feucht zu beschreiben.
Die Extreme hingegen sind wiederum relativ einfach. Ich kann viel besser über einen Blizzard schreiben, der über die Tundra zieht als über einen mäßig lauen Frühlingstag in einer gemäßigten Zone.
Zwischen den Klimazonen errichte ich immer Barrieren, ob es nun natürliche (Gebirge) oder magische sind.
Auf den beiden Seiten der Barriere herrscht dann jeweils ein anderes Wetter, aber sehr glaubhaft finde ich das nicht.
@Telas: Ach naja, so unglaubwürdig finde ich das nicht. Hohe Gebirge dienen oft als "Wolkenkessel", wo das Wetter bestimmt wird und auf der anderen Seite der Berge schon ganz anders aussehen kann (Beispiel Tibet, Monsun, Indien, dazwischen das Himalaya-Gebirge). Wüste und Eis sollten sich vielleicht nicht direkt gegenüberstehen ;D
Solche Übergänge können auch völlig unauffällig sein. Das Baskenland hat auch auf der spanischen Seite ganzjährig sehr hohe Niederschlagsmengen. Das ist was Auenland. Wenn man die Pyrenäen Richtung Südwesten verlässt, hat man 70 km weiter eine Vegetation wie in Nordafrika, örtlich sogar Wüste. (Bardenas)
Hallo,
Bei mir habe ich manchmal Probleme mit Übergängen was Klima bzw. Wetter betrifft. In meiner Welt gibt es zahlreiche unterschiedliche Gebiete, in denen verschiedene Temperaturen herrschen. Zum Beispiel gibt es bei mir ein sehr trockenes und heißes Gebiet, das aus Vulkanen und Felslandschaften besteht, eine Steinlandschaft mit kleinen Flüssen und Anhöhen, eine Eislandschaft mit einer großen Schlucht und hohen Gebirgen und eine normale Naturlandschaft, wie man sie hier auch kennt. Da ich Charaktere habe, die durch diese ganzen Gebiete wandern müssen, muss ich sehr gut aufpassen, wie ich den Wandel gut rüberbringe, ohne dass sie nach einem Fußmarsch über grünes Land plötzlich Schnee unter den Füßen haben. Und auch das Wetter spielt eine große Rolle, denn es ist nicht überall gleich. Meine Eislandschaft ist von den anderen Reichen (Drachenreiche, um genauer zu sein), durch das Meer von den anderen isoliert, denn ich hatte wirklich Schwierigkeiten, das passend zu beschreiben.
Meine Karte schaut auch ein bisschen komisch aus, aber and er wird intensiv gearbeitet, sobald alles niedergeschrieben ist. :)
Meine Menschen leben auf normalen Gebieten, die Europas Klima haben, in etwa. Frühling, Sommer, Herbst, Winter. Meine Drachen hingegen leben unter unterschiedlichen Lebensbedingungen.