Tintenzirkel - das Fantasyautor:innenforum

Allgemeines => Tintenzirkel => Thema gestartet von: AutorinAZ am 27. März 2015, 22:15:32

Titel: Weltherrschaft - und was dann?
Beitrag von: AutorinAZ am 27. März 2015, 22:15:32
Hallo allerseits!

Gerade ist meine Stieftochter bei mir zu Besuch gewesen und so im wieder heimgehen zwischen Tür und Angel kamen wir auf einmal auf das Thema "Pinky und Brain". Erinnert sich noch jemand an diese "süßen" weißen Mäuse? :vibes:

Wie des öfteren kommen uns dann die seltsamsten Ideen.
Z.B.: Was wäre, wenn man die Weltherrschaft erlangt hat? Was kommt dann?

Und was wäre, wenn es dabei nicht nur um die Erde geht, sondern auch schon Mond, Mars und Jupiter Monde bevölkert wären?  :hmmm:

Hätte ich die Möglichkeit, würde ich hierzu eine Ausschreibung starten, weil der Gedanke doch hoch interessant ist.
Nach langen Kämpfen und endlosen Diskussionen habe ich die Weltherrschaft erlangt. Aber was mache ich jetzt? Was hat das für Auswirkungen? Welche Arbeiten kommen jetzt auf mich zu? Habe ich noch ein Privatleben? Und überhaupt...
Und vor allem: Wie realistisch ist diese Position des "Weltherrschers"?

Hm, vielleicht ist das auch eher was für den Musenbrunnen? :hmmm:

Was meint Ihr?
Ein gutes Thema für eine Ausschreibung?
Und wie viel Seiten müsste man mindestens brauchen, um das auch nur annähernd anzureißen?
Titel: Re: Weltherrschaft - und was dann?
Beitrag von: Alana am 27. März 2015, 22:18:44
Ich finde das ein lustiges Thema, ich stelle mir gerade eine Anthologie voller problemgeplagter (weil zu viele Untertanen) oder gelangweilter (weil alle Lebwesen auf Kriegszug platt gemacht) Antagonisten vor. ;D Für eine Ausschreibung könnte ich mir das auch tatsächlich sehr gut vorstellen.

Titel: Re: Weltherrschaft - und was dann?
Beitrag von: Sipres am 27. März 2015, 22:22:46
"Pinky und Brain" hab ich immer mit meinem älteren Bruder geguckt, als wir noch jünger waren. Das war der absolute Hammer. Wir haben es geliebt.

Ich finde die Idee mit der Ausschreibung wirklich klasse. Ich mach mir gerade meine eigenen Gedanken dazu (MUHAHAHAHAHA! KRIECHT, IHR DRECKIGEN MADEN! HULDIGT EUREM NEUEN GOTT!) und würde mich an der Ausschreibung beteiligen. Ich würde schon mindestens 20 Seiten dafür anberaumen. Man muss ja eine ganze Menge beschreiben. Wer, wie, warum?

Und das ganze aus der Sicht anderer zu sehen, wäre schon cool. Einige würden ihren Herrscher scheitern lassen, andere bestimmt nicht. Ist der Herrscher gut oder böse, gibt es Rebellen, die gegen das Regime sind? Steckt eine Menge Potenzial hinter, also meiner Meinung nach.
Titel: Re: Weltherrschaft - und was dann?
Beitrag von: AutorinAZ am 27. März 2015, 22:30:42
Zitat von: Alana am 27. März 2015, 22:18:44
Ich finde das ein lustiges Thema, ich stelle mir gerade eine Anthologie voller problemgeplagter (weil zu viele Untertanen) oder gelangweilter (weil alle Lebwesen auf Kriegszug platt gemacht) Antagonisten vor. ;D Für eine Ausschreibung könnte ich mir das auch tatsächlich sehr gut vorstellen.

An einen gelangweilten Prota habe ich noch gar nicht gedacht. Interessanter Aspekt.

@Sipres Maden wollen aber auch ernährt werden. Wo kommt das Futter her?

Wow, 2 Antworten und schon x neue Perspektiven.  :vibes:
Da geht das Kopfkino aber jetzt mit mir durch... :d'oh:
Titel: Re: Weltherrschaft - und was dann?
Beitrag von: Sipres am 27. März 2015, 22:32:18
Meine Maden werden nicht ernährt. Sie sind nur zum Kriechen da, bis sie sterben. MUHAHAHAHAHAHAHA! *stellt den Gottkomplex ab* Ich lasse mir was einfallen, um den Welthunger zu bekämpfen.

EDIT: Der Film Mega Mind behandelt ja eigentlich ein solches Thema, auch wenn es nur um eine Stadtherrschaft geht.
Titel: Re: Weltherrschaft - und was dann?
Beitrag von: Coehoorn am 27. März 2015, 22:54:31
Naja, Personen wie Alexander der Große kamen einem Weltherrscher für damalige Verhältnisse ja schon recht Nahe... und wenn man diese Position erreichen würde hätte man auf jeden Fall genug zu tun.

Alles in allem eigentlich eine Position die alles andere als erstrebenswert ist
Titel: Re: Weltherrschaft - und was dann?
Beitrag von: PinkPuma am 27. März 2015, 23:00:04
Zitat von: CoehoornAlles in allem eigentlich eine Position die alles andere als erstrebenswert ist
... und vor allem eine Position, die nicht für jeden empfehlenswert wäre. Wenn eine solche Macht nur zu Höhenflügen führt,  ist das ja noch fast beruhigend.

Ich finde das Thema mega spannend und könnte es mir theoretisch auch für eine Ausschreibung vorstellen. Allerdings denke ich, dass das Thema so voller verschiedener Aspekte steckt,  die alle zu bedenken wären, dass ich kürzere Geschichten in einer Ausschreibung eigentlich zu kurz gegriffen fände. Ich könnte mir da eher einen 500-Seiten-Roman vorstellen.
Titel: Re: Weltherrschaft - und was dann?
Beitrag von: AutorinAZ am 27. März 2015, 23:14:29
Zitat von: Sipres am 27. März 2015, 22:32:18
Der Film Mega Mind behandelt ja eigentlich ein solches Thema, auch wenn es nur um eine Stadtherrschaft geht.

Ich glaube, eine Stadt zu beherrschen ist weitaus einfacher als eine ganze Welt, in der verschiedene Kulturen, Religionen, Weltanschauungen, etc. existieren. Hat wahrscheinlich auch noch mehr Konfliktpotential (die Stadtherrschaft), weil ja viel mehr Gegner vorhanden sind.

Ein Weltherrscher hat ja die größte Hürde - nämlich den Großteil der "Untertanen" auf seine Seite zu bringen - schon hinter sich gebracht. Auch der Aspekt des räumlichen Areals, dass "beherrscht" wird, ist von "Stadt" zu "Welt" doch sehr differenziert.
Hm, oder vielleicht doch nicht?

Es stellt sich natürlich immer die Frage - besonders, wenn auch andere Planeten bzw. Monde im Spiel sind - welche Völker sind noch unbekannt, aber trotzdem Teil dieser Welt?
Wo steht z.B., dass sich die Bevölkerung des Mars nicht unter die Oberfläche zurück gezogen hat? Oder das sich unter dem Eis von Europa (Jupiter Mond) nicht eine ganze Zivilisation befindet?
Titel: Re: Weltherrschaft - und was dann?
Beitrag von: Sipres am 27. März 2015, 23:20:39
Zitat von: AutorinAZ am 27. März 2015, 23:14:29
Ich glaube, eine Stadt zu beherrschen ist weitaus einfacher als eine ganze Welt, in der verschiedene Kulturen, Religionen, Weltanschauungen, etc. existieren.

Welcome to New York City. Oder Berlin. Oder irgendeine andere Großstadt/Metropole. Diese Städte sind schon Welten für sich mit ihren ganzen Kulturen, Religionen, Weltanschauungen, etc.

Aber ich weiß, was du meinst. Natürlich ist so eine Weltherrschaft um einiges komplizierter, weil man seine Augen und Ohren überall auf der Welt und den dazugehörigen Planeten haben muss. Ein Handvoll treu ergebener Leute wird da nicht reichen. Man braucht schon in jedem Land eine ganze Armada von vertrauenswürdigen Personen, um alles aufrechtzuerhalten. Und dann braucht man einen Beraterstab, der einem hilft, alle Entscheidungen zu treffen.
Titel: Re: Weltherrschaft - und was dann?
Beitrag von: heroine am 28. März 2015, 06:47:31
Zitat von: AutorinAZ am 27. März 2015, 23:14:29
Ein Weltherrscher hat ja die größte Hürde - nämlich den Großteil der "Untertanen" auf seine Seite zu bringen - schon hinter sich gebracht. Auch der Aspekt des räumlichen Areals, dass "beherrscht" wird, ist von "Stadt" zu "Welt" doch sehr differenziert.
Hm, oder vielleicht doch nicht?

Sehe ich anders. Ein Weltherrscher hat es gerade einmal geschafft alle zu beherrschen und einzunehmen, was nicht bedeutet, dass die Untertanen auf seiner Seite sind. Ist halt stark davon abhängig, wie die Weltherrschaft erlangt wurde. Durch Überzeugungsarbeit und demokratische Stimmen in jedem Land (mit 100% Befürworter - ja sehr unwahrscheinlich) oder durch kämpferische Übernahme.

Die geschichtlich gewachsen Auseinandersetzungen zwischen ehemalig verfeindeten Ländern, Religionen, Völkern o.ä. besteht ja auch weiterhin. Darüber hinaus, wird es nie jemand schaffen alle Individuen hinter sich zu vereinen und bei jeder Machtübernahme gibt es Verlierer, die sich definitiv gegen die neue Struktur aussprechen werden. Wenn der Alleinherrscher und sein Stab da das Gleichgewicht nicht hinbekommt, fühlt sich eine Partei (mindestens) sehr schnell benachteiligt und versucht ev. zu rebellieren. Da kann es sehr leicht passieren, dass die Machtverhältnisse nicht mehr akzeptiert werden und sollten dann Truppen abgezogen und bei einem anderen Notfall eingesetzt zu werden, muss die Weltherrschaft u.U. schnell wieder neu erkämpft werden.

Angenommen die Weltherrschaft wäre erreicht müsste meiner Meinung nach ein allgemeines Wertesystem etabliert werden. Ich denke die Dinge, die dann nötig sind, sind vergleichbar mit den Maßnahmen, die auch bei einer 'normalen' Einnahme eines Landes notwendig werden, wenn man es behalten will. Mit dem Unterschied, dass man gleichzeitig sehr viel mehr offene Baustellen hat. Da kann es vielleicht interessant werden bei Machiavellis Fürst reinzuschauen.
Titel: Re: Weltherrschaft - und was dann?
Beitrag von: Churke am 28. März 2015, 10:57:24
Zitat von: Coehoorn am 27. März 2015, 22:54:31
Naja, Personen wie Alexander der Große kamen einem Weltherrscher für damalige Verhältnisse ja schon recht Nahe... und wenn man diese Position erreichen würde hätte man auf jeden Fall genug zu tun.

Alles in allem eigentlich eine Position die alles andere als erstrebenswert ist

Ich frage mich, ob das nicht vielleicht falsch gedacht ist.

Unser derzeitiges System der Globalisierung kommt einer Weltherrschaft verdammt nahe. Geostrategische Einzelheiten wurden von Brzezinski formuliert.
http://de.wikipedia.org/wiki/Zbigniew_Brzezi%C5%84ski
Die geostrategische Seite ist dabei der militärisch-politische Arm einer dollarisierten Welt.
Man übt die Herrschaft nicht direkt aus, sondern über Vasallenregierungen.
Wie das in der Praxis funktioniert, sieht man in der Ukraine. Man orchestriert einen Regime Change und installiert eine neue Regierung. Anschließend braucht das Land "Rettungskredite". Die kosten einen zwar nichts (USD gibt's kostenlos von der Fed) - müssen vom Schuldner aber mit harten Assets bezahlt werden. Dieser Teil nennt sich dann "Reformprogramm" und "Privatisierung". Die Eliten werden geschmiert (USD gibt's kostenlos von der Fed) und Wahlen verleihen dem Ganzen einen demokratischen Anstrich. Dass dann nebenbei noch eine pandemokratische Abwehrschlacht gegen sojwetzaristische Aggressoren geschlagen werden muss, ist der ganzen Sache durchaus förderlich und willkommene Ablenkung vom Geschehen hinter den Kulissen. Krieg fördert die Opferbereitschaft des kleinen Mannes.

Im Moment befasst man sich mit der Demokratisierung Russlands. Diktatoren, die Öl außerhalb des Petrodollars verkaufen, haben nur eine begrenzte Restlebenserwartung.
Titel: Re: Weltherrschaft - und was dann?
Beitrag von: Coehoorn am 28. März 2015, 11:37:00
Um es mal mit den Worten von Stupedia auszudrücken: Ich leide an einer Aversion kontra pathologischem Usus von Synonymen

Nichts von dem was du sagst, zeigt mir eine Art Weltherrschaft. Es ist lediglich das politische Spielchen, welches die Großmächte schon seit Jahrzehnten betreiben.

Und von einer "demokratisierung Russlands" und "pandemokratische Abwehrschlacht gegen sojwetzaristische Aggressoren" zu sprechen gleitet mir jetzt zu sehr in die Verschwörungstheoretikerecke ab. Wenn das jetzt hier das Thema sein soll, dann bin ich raus :P
Titel: Re: Weltherrschaft - und was dann?
Beitrag von: Golden am 28. März 2015, 11:43:47
Zitat von: Coehoorn am 28. März 2015, 11:37:00
Nichts von dem was du sagst, zeigt mir eine Art Weltherrschaft. Es ist lediglich das politische Spielchen, welches die Großmächte schon seit Jahrzehnten betreiben.
Kennst du eine Nation, die nicht mehr oder weniger vom Dollar abhängig ist? :hmmm: (ernstgemeinte Frage)
Titel: Re: Weltherrschaft - und was dann?
Beitrag von: Coehoorn am 28. März 2015, 11:53:28
Nein. In der heutigen Globalisierung sind alle Währungen eng mit einander verwoben. Der Dollar hat da durchaus eine gewisse Vormachtsstellung, ist allerdings ebenfalls von anderen Währungen abhängig. In erster Linie vom chinesischen Yuan.
Titel: Re: Weltherrschaft - und was dann?
Beitrag von: AutorinAZ am 28. März 2015, 21:06:30
Ich finde, dass der Ausflug zu Alexander, der Große, nicht richtig passt. Selbst zu damaligen Zeiten hatte er keine Weltherrschaft - meiner Meinung nach auch nicht annähernd. Europa und Afrika waren größtenteils weit weg von Alexanders Zugriff ebenso der größte Teil Asiens.

Und die "Abhängigkeit" vom Dollar bzw. die politischen Spielchen von den heutigen Großmächten passen - meines Erachtens - auch nicht hierher.

Für mich bedeutet Weltherrschaft, dass ALLE (bekannten) Nationen/Völker auf EINE Person hören bzw. von dieser "beherrscht" werden.
Welche (realistischen) Möglichkeiten bietet diese Weltherrschaft? Was treibt eine Person in dieser Position noch an? Hat sie noch Ziele? Wie erhält sie ihre Macht? Wie wird evtl. sogar die Nachfolge geregelt?
Titel: Re: Weltherrschaft - und was dann?
Beitrag von: Churke am 29. März 2015, 00:20:51
Zitat von: AutorinAZ am 28. März 2015, 21:06:30
Ich finde, dass der Ausflug zu Alexander, der Große, nicht richtig passt. Selbst zu damaligen Zeiten hatte er keine Weltherrschaft - meiner Meinung nach auch nicht annähernd. Europa und Afrika waren größtenteils weit weg von Alexanders Zugriff ebenso der größte Teil Asiens.
Andererseits kann man nicht viel mehr als die bekannte Welt beherrschen, und davon war Alexander nicht allzu weit entfernt.
Und spätestens im 4. Jahrhundert verstanden sich die römischen Kaiser als Weltherrscher.
Natürlich beherrschten die Cäsaren nur 1/4 der Weltbevölkerung, aber ich glaube nicht, dass die Römer das wussten. Die subjektive Vorstellung ist ja in meinen Augen das Interessante an diesem Gedankenspiel. Wenn ich die Erde habe und mir ein Marsdiktator auf der Nase herumtanzt, dann bin ich nicht die Nr. 1.
Titel: Re: Weltherrschaft - und was dann?
Beitrag von: Sipres am 29. März 2015, 00:31:48
Das ist natürlich ein Einwurf, den man bedenken kann, Churke. Vor allem interessant finde ich die Frage: Wie kriegt man Regierung und die Führung seiner Streitmacht unter einen Hut, ohne auf der zivilen oder militärischen Ebene zu versagen? Denn ein Weltherrscher ist ja für beides zuständig.
Titel: Re: Weltherrschaft - und was dann?
Beitrag von: Amberle am 29. März 2015, 09:28:11
Ich denke der grundlegende Unterschied bei Alexander dem Großen  besteht darin, dass sie die (bekannte) Welt eben nur fast beherrschten. Es gab immer noch etwas zu tun, etwas zu erobern.
Wenn jemand aber ersteinmal die vollständige Weltherrschaft hat, dann kann er nicht weiter erobern und muss sich plötzlich mit all den anderen Dingen auseinandersetzen. Zumindest für mich macht erst das den Reiz des Themas aus.
Titel: Re: Weltherrschaft - und was dann?
Beitrag von: heroine am 29. März 2015, 09:46:56
Kann man das Thema vielleicht verschieben?  :versteck: Ich finde es ist nicht so wirklich Off-Topic, da es inhaltlich ja durchaus mit dem Schreiben von Großreichen in Verbindung steht.
Titel: Re: Weltherrschaft - und was dann?
Beitrag von: Churke am 29. März 2015, 10:58:23
Zitat von: AutorinAZ am 28. März 2015, 21:06:30
Und die "Abhängigkeit" vom Dollar bzw. die politischen Spielchen von den heutigen Großmächten passen - meines Erachtens - auch nicht hierher.

Dazu erlaube ich mir eine Anmerkung.
Ich sprach nicht von politischen Spielchen, sondern von Kontrolle.
Der US-Präsident kann deine Kreditkarte sperren, deine Konten einfrieren, er kann dich entführen und foltern lassen oder gleich die Liquidierung anordnen. Das ist geltendes Recht. Niemand wird ihm widersprechen, am wenigsten deine eigene Regierung, und die Liste der Schurkenstaaten, in denen du dich verstecken könntest, ist sehr kurz und wird konsequent abgearbeitet.
Das Szenario klingt nach klassischer Dystopie. Die Leute realisieren es nur nicht, und damit kommen wir zu nächsten Punkt:

Herrschaft beruht nicht auf Unterdrückung, sondern auf Unterwerfung.
Ein Tyrann herrscht nur auf Widerruf. Also ist der Herrscher kein Tyrann. Man kann den großen Diktator und geliebten Führer als selbstlosen Volkstribun inszenieren. Man kann sich vom lieben Gott einen Heiligenschein verleihen lassen. Man kann aber auch den ganzen Führerkult in die Tonne treten und demokratisch legitimierte Sockenpuppen auf die Bühne schicken. Nur eine Sache darf man nie vergessen: Zum herrschenden System gibt es keine Alternative. Man muss sie aus den Köpfen entfernen. Menschen beherrscht man, indem man ihre Gedanken kontrolliert.

Zitat von: Sipres am 29. März 2015, 00:31:48
Vor allem interessant finde ich die Frage: Wie kriegt man Regierung und die Führung seiner Streitmacht unter einen Hut, ohne auf der zivilen oder militärischen Ebene zu versagen? Denn ein Weltherrscher ist ja für beides zuständig.
Hm, ich überlege gerade. Aber mir fällt großer Feldherr ein, der als Politiker versagt hätte. Das ist eine ziemlich faszinierende Erkenntnis...  :hmmm:
Titel: Re: Weltherrschaft - und was dann?
Beitrag von: Silvia am 29. März 2015, 11:04:21
Super Idee für eine Ausschreibung!
Ich würde mir auch mal wünschen, dass ein paar Bücher/Geschichten mal genau da anfangen, wo die anderen immer aufhören (würden, wenn der Antagonist es denn mal geschafft hätte. Schafft die epische Gerechtigkeit ab und gebt doch auch mal dem Alleinherrscher eine Chance! *g*)
Titel: Re: Weltherrschaft - und was dann?
Beitrag von: chaosqueen am 29. März 2015, 13:23:05
Ich bin auch dafür, dass hier in den Tintenzirkel zu verschieben, es geht ja darum, Geschichten zu schreiben, die dort ansetzen, und nicht (vorrangig) um Kritik am aktuellen System, auch wenn das in die Überlegungen unbedingt mit hineinfließen kann!

Ich finde das als Auschreibungsthema hochgradig spannend! Vielleicht mag ja einer unserer Verleger sich des Themas annehmen und eine Ausschreibung starten? :hmmm:

Auf jeden Fall erfordert es erstaunlich viel Recherche und politisches Wissen, will man es glaubhaft rüberbringen.
Titel: Re: Weltherrschaft - und was dann?
Beitrag von: AutorinAZ am 29. März 2015, 22:24:11
Zitat von: Churke am 29. März 2015, 10:58:23
Dazu erlaube ich mir eine Anmerkung.
Ich sprach nicht von politischen Spielchen, sondern von Kontrolle.
Der US-Präsident kann deine Kreditkarte sperren, deine Konten einfrieren, er kann dich entführen und foltern lassen oder gleich die Liquidierung anordnen. Das ist geltendes Recht. Niemand wird ihm widersprechen, am wenigsten deine eigene Regierung, und die Liste der Schurkenstaaten, in denen du dich verstecken könntest, ist sehr kurz und wird konsequent abgearbeitet.

Ok, habe ich falsch interpretiert.

Zitat
Herrschaft beruht nicht auf Unterdrückung, sondern auf Unterwerfung.
Ein Tyrann herrscht nur auf Widerruf. Also ist der Herrscher kein Tyrann. Man kann den großen Diktator und geliebten Führer als selbstlosen Volkstribun inszenieren.

Was wäre, wenn der Herrscher gewählt wurde? Wenn er an die Macht gekommen wäre ohne Krieg und Zwang? Z.B. weil sich die Großmächte entschieden haben, nicht mehr die "Weltpolizei" zu spielen und das doch lieber einen anderen überlassen? So was wie eine Art Parteivorsitzender oder so.
Da stellt sich dann wieder die Frage, welche Eigenschaften müsste eine Person haben, um überhaupt eine solche Funktion ausüben zu können?

Zitat von: chaosqueen am 29. März 2015, 13:23:05
Ich bin auch dafür, dass hier in den Tintenzirkel zu verschieben, es geht ja darum, Geschichten zu schreiben, die dort ansetzen, und nicht (vorrangig) um Kritik am aktuellen System, auch wenn das in die Überlegungen unbedingt mit hineinfließen kann!
Als ich das Thema gestartet hatte, habe ich nicht mit soviel Resonanz gerechnet. Und gar nicht darüber nachgedacht, was das für einen Rattenschwanz hinter sich herziehen könnte.
Finde ich aber echt gut!  :jau:
Vielleicht sehen die Mods das auch so und verschieben das Thema.

ZitatIch finde das als Auschreibungsthema hochgradig spannend! Vielleicht mag ja einer unserer Verleger sich des Themas annehmen und eine Ausschreibung starten?
Das wäre klasse.  :bittebittebitte:

Titel: Re: Weltherrschaft - und was dann?
Beitrag von: Moni am 01. April 2015, 09:12:48
Ich hab mal verschoben, denn es geht ja doch eher ums Schreiben.

@AutorinAZ Ob das Thema Resonanz bekommt ist ja nicht relevant, du wolltest auf die Thematik des Schreibens hinaus, also kein OT. :)
Titel: Re: Weltherrschaft - und was dann?
Beitrag von: Churke am 01. April 2015, 12:27:16
Zitat von: AutorinAZ am 29. März 2015, 22:24:11
Was wäre, wenn der Herrscher gewählt wurde? Wenn er an die Macht gekommen wäre ohne Krieg und Zwang?

Ich vertrete schon länger die These, dass das die "demokratische Legitimation" das Gottesgnadentum beerbt hat. Dann wird er eben gewählt. Na und? Er wird es niemals allen recht machen können, und so werden ziemlich schnell ziemlich viele Leute was gegen ihn haben.
Titel: Re: Weltherrschaft - und was dann?
Beitrag von: Koboldkind am 15. Mai 2015, 22:21:00
Weltherrschaft ... ich glaube, der Reiz an Pinky und Brain waren die Eroberungsversuche, bzw. bei sowas wie Star Wars geht es eigentlich immer nur um die laufende Eroberung. Eine bestehende Tyrannei habe ich nur bei Lord Vetinari erlebt, und hier würde ich zwischen Stadt und Welt/Universum unterscheiden.

Eine bestehende Herrschaft mit einem Menschen als Gallionsfigur ... das bringt zum einen die Probleme mit der Korrumption des Kopfes und der vielen Hände, ganz abgesehen davon, dass man sein Leben lang mit Rebellen zu tun hat, bis die Ideologie greift (ich rechne da mit einem Menschenleben). Und wenn die/der Herrscher/in stirbt, was dann? Wahlen? Erben? Beides hat die groooße Wahrscheinlichkeit, dass die Führung sich auf einige andere Leute verteilt, Machtkämpfe, Triumvirate sich gründen, man weiß, wie es bei Cäsar ausgegangen ist. Eine chinesische Partei währe wohl am langliebigsten. Nein, nein, nein ...

So, wie es derzeit läuft, mit den bestehenden Kontrollverhältnissen von Leuten im Hintergrund, darauf scheint es hinaus zu laufen.
Titel: Re: Weltherrschaft - und was dann?
Beitrag von: Adiga am 11. März 2016, 23:28:25
veränderter Beitrag...

hab mich spontan zu einer Schilderung mit Handlung hinreißen lassen. :pfanne: die zwar meine Sicht, mit welchen Schwierigkeiten sich so ein Weltenherrscher befassen müsste beinhaltete, jedoch bei besten Willen keine akzeptable Agumentation für einen gehorsam erstellten Beitrag dargestellt hätte...

halb bewusstlos geschlagen - kann ich mich im Moment jedoch so darüber Äußern, dass der Zustand des Weltherrschaftinnehabenden mit einer Menge arbeit verbunden wäre.

Da man sich ja nie dieser verantwortungsreichen und ebenso angefeindeten Position sicher sein kann.

In einem Menschenleben die Weltherrschaft erlangen zu können, halte ich für unmöglich, deshalb müsste man das Thema schon mit etwas mehr Phantasie anreichern, wie es reale Staatsmänner der Vergangenheit und Gegenwart je getan haben.

Man würde sich Feinde machen, egal wie man es versucht anzustellen und solang Blut in den eigenen Adern des Weltenherrschers fließt, ist er viel zu angreifbar, als dass er sein Ziel je erreichen könnte.

Das Thema ist nicht unmöglich zu schreiben, ich halte es aber für aufwendig umszusetzen, und alle bisherigen Umsetzungen, behaupte ich jetzt nur mal so, sind nicht überzeugend.

Weil angehende Weltenherrscher eigentlich in jeder Geschichte als die Bösewichte dargestellt werden. Ein Existierender Weltenherrscher funktioniert aber viel besser als vielschichtiger Charakter, der sich wahrlich bemüht ein guter Herrscher zu sein. Der seine Überzeugungen hat und es nicht immer jeden recht macht, weil er weiß, dass dies sowieso nicht möglich ist.

Bei mehreren hundert Milliarden Bewohnern des Reiches gibt es immer jene, in deren Augen man versagt, manche kann man umstimmen, andere müssen, falls sie eine zu große Bedrohung sind, dazu gebracht werden, dass sie die Kritik fallenlassen. Jemand auszulöschen ist aber nur der allerletzte Weg und den kann ein Weltenherrscher der als weiser Herrscher handelt, kaum gehen.

Eine Weltherrschaft zu halten, bedeutet sich besser aufzustellen als alle anderen, und man braucht mächtige Unterstützer und Verbündete die einen Grund haben, dem Herrscher nie in den Rücken zu fallen...

Aber für alles lassen sich Gründe finden... Auf den Weltenherrscher warten jedenfalls arbeitsreiche Tage und Nächte ohne Ende. Am besten man wäre ein Geschöpf, das ohne Schlaf auskommt und sich einige male Teilen kann, um den Anforderungen gerecht zu werden.

:-*
Titel: Re: Weltherrschaft - und was dann?
Beitrag von: chaosqueen am 11. März 2016, 23:36:29
 :wache!: @Adiga: das hier ist ein Diskussionsthread in einem Diskussionsforum. als Diskussionsbeiträge getarnte Geschichten haben hier nichts zu suchen, das sollte Dir allein aufgrund der Länge Deiner Mitgliedschaft im Forum bewusst sein.

Konstruktive Beiträge zum Thema nehmen wir aber gern! :)
Titel: Re: Weltherrschaft - und was dann?
Beitrag von: Adiga am 12. März 2016, 00:16:54
Nachtrag: :schuldig:

hätte ich nicht das kleine kreative G'schichterl geschrieben  (das nun entfernt ist - durch eigenen Eingriff) - hätte ich nicht zu den Argumenten gefunden. Weil ich die Argumente erst finden konnte, nachdem ich mir die Situation des Weltherrschers erst mal ausmalen musste, um zu erkennen, worauf er sich so einlassen würde...

(die kleine Geschichte wird auf keinen Fall wieder hergestellt - bleibt für 2 Ewigkeiten + einen Tag entfernt) :psssst:

und ein erfolgreicher Weltenherrscher bräuchte schon eine große Portion Immunität gegen vielerlei Versuche ihn durch hinthältige Gewalt aus dem Amt zu drängen...

Auch du mein Sohn Brutus ... nee - so was darf einen Weltenherrscher nicht passieren, dann war er keiner.
Titel: Re: Weltherrschaft - und was dann?
Beitrag von: Angela am 12. März 2016, 00:38:24
Weltherrschaft ist momentan wohl so unmöglich wie der Weltfrieden, weil die Welt eben noch relativ komplex ist.
Es sei den wir haben den Supercomputer, der die Welt beherrscht, oder die Möglichkeit, alle Menschen dauerhaft in folgsame Wesen zu verwandeln.
Ich hocke übrigens gerade über einer KG, die dieses Thema streift, wenn es also doch noch eine Ausschreibung gibt: Immer her damit.