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Autor Thema: SO VIEL Recherche für EIN Buch - Hilfe?  (Gelesen 798 mal)

Offline Niyaha

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Re: SO VIEL Recherche für EIN Buch - Hilfe?
« Antwort #15 am: 13. September 2021, 10:57:57 »
Ich kenne das "Dilemma" auch sehr gut. Recherche sollte auf keinen Fall unter den Tisch fallen, aber ich habe mich hin und wieder ertappt, dass das viele recherchieren eine gute Ausrede für mich ist, um nicht zu schreiben. Man darf die gesunde Balance zwischen Fantasie und Realität nicht verlieren. Irgendwann habe ich mir die Frage gestellt, ob ich wirklich alles bis ins letzte Detail erklären können muss wie meine Welt funktioniert. Und für mich lautet die Antwort nein. Solange der rote Faden im Erzählstrang nachvollziehbar ist und die Welt und ihre physikalischen Gegebenheiten, sowie Naturgesetze verständlich und logisch sind, muss ich nicht alles zerlegen. Weil da stoße ich, eher früher, als später, an meine eigenen Grenzen.
Außerdem finde ich gewissen Freiheiten beim Schreiben völlig in Ordnung. Durch die Worte, dem Leser einen Impuls geben, aber es seiner eigenen Fantasie überlassen, wie er meine Welt und die Charaktere wahrnimmt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn ich versuche dem Leser genau das zu vermitteln, was ich beim Schreiben sehe und fühle, dass meistens nach hinten losgeht. Ich verrenne mich total in komplizierten Beschreibungen und/oder in mit unnötigen Adjektiven überfüllten Schachtelsätzen.  ;) Meistens führt das zu Verwirrung.
Recherche ja, aber das Schreiben sollte nicht zu kurz kommen.

Offline Manouche

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Re: SO VIEL Recherche für EIN Buch - Hilfe?
« Antwort #16 am: 13. September 2021, 15:04:29 »
Ich kann mich eigentlich dem meisten, was hier schon geschrieben wurde anschliessen.
Bei mir gibt es Zeiten, da verliere ich mich ebenfalls in Recherche. Oder aber, da es eine eigene Welt ist in Worldbuilding, was für mich etwa in dieselbe Richtung geht, da ich auch hier versuche, alles richtig und logisch aufeinander abzustimmen. Das ist absolut wichtig und macht macht ja manchmal auch Spass (Sowohl Recherche wie auch Worldbuilding). Aber wenn ich merke, dass ich Prokrastinieren komme, muss ich mich zwingen aufzuhören. Und schliesslich habe ich dann doch mehr Spass am Schreiben, als am Recherchieren :D
Folgendes habe ich mir angewöhnt: Wenn ich am Schreiben bin und etwas Neues auftaucht, dass ich noch nicht durchdacht oder recherchiert habe, markiere ich es farbig und notiere in Klammer Recherchieren. So verhindere ich, dass ich ewig herumrecherchiere für etwas, was dann vielleicht am Ende doch nicht in der Geschichte bleibt.

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