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Handwerkliches => Workshop => Thema gestartet von: Herbstblatt am 20. September 2020, 20:38:31

Titel: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Herbstblatt am 20. September 2020, 20:38:31
 Was haltet ihr von Dreiecksbeziehungen in Romanen? Damit meine ich, eine Charakter steht zwischen zwei Love Interests, also keine offene Beziehung oder so etwas in die Richtung. Lest ihr so etwas gern? Fügt ihr in euren eigenen Geschichten ein Love Triangle ein?

Ich persönlich mag so etwas weniger, aber ich stör mich nicht so daran, dass ich das Buch zur Seite legen würde. Ich hab nur wenige Romane gelesen, in denen eine Dreiecksbeziehung vorkommt, und in den paar ist die dritte Partei immer leer ausgegangen, hm. :-[
 Wie seht ihr solche Fälle? Ist so etwas für einen Leser unbefriedigend?
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Araluen am 20. September 2020, 21:09:50
Also Beziehungsdreiecke sind mir schon häufiger über den Weg gelaufen, meist im Jugendbuchbereich. Angefangen bei der Bis(s) Reihe, über Panem, die Bestimmung, Vampire Diaries, Witches of Eastend und wenn ich länger nachdenke, fallen mir noch mehr ein. So ein Dreieck erzeugt natürlich Spannung, folgt aber soweit ich das beurteilen kann oft den immer selben Regeln. Der Edgy Typ, den Protaline (meist ist es eine Protaline in der Mitte, aber auch andere Konstellationen sind möglich) am Anfang kennen lernt, ist am Ende ihre einzig wahre Liebe. Der liebe Softy zwischendrin ist schlussendlich entweder nicht das Wahre oder ein ganz fieser Hund. Das heißt aber nicht, dass es gut gemacht sein kann.

Ein Ausschlusskriterium beim Lesen ist das Dreieck für mich nicht, auch wenn es in der Regel mindestens einem Twist den Wind aus den Segeln nimmt für mich. Das hindert mich aber nciht daran, mich auch einmal daran zu versuchen ;) In meinem Fall mit einem männlichen Prota in der Mitte und zwei hübschen Frauen in den Ecken. Am Ende kriegen alle, was sie wollen. Er seine Frau fürs Leben, eine ihren Mann fürs Leben und die andere erfüllt ihre Bestimmung und erreicht damit ihr Plotziel.

Unbefriedigend finde ich es nicht, wenn der Verlierer leer ausgeht, was aber meist daran liegt, dass solche Dreiecksgeschichten aus Sicht des Protas in der Mitte erzählt werden und man so die Gefühlswelt der anderen Beteiligten recht zügig wieder ausblenden kann.
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Shin am 20. September 2020, 21:11:30
Ich bin meistens kein großer Fan von "ich mag beide, für wen soll ich mich entscheiden"-Dreiecksbeziehungen. Vor allem nicht, wenn das der Hauptplot ist und nicht viel anderes passiert.

Aber drei Personen in einer Beziehung? Dafür bin ich immer zu haben.
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Yamuri am 20. September 2020, 21:13:51
Ich finde das immer sehr unbefriedigend, wenn einer leer ausgeht. Wenn schon Liebe im Vordergrund steht, dann soll auch jeder, der sich jemanden wünscht, am Ende jemanden abbekommen, der/die zu ihm/ihr passt.  :bittebittebitte: Wenn am Ende eine richtige Dreierbeziehung entsteht ist das was andres, dann wäre es okay. Aber ich mag das Beziehung Thema in Büchern generell weniger als Fokus.
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: PinkPuma am 20. September 2020, 21:42:16
Ich bin meistens kein großer Fan von "ich mag beide, für wen soll ich mich entscheiden"-Dreiecksbeziehungen. Vor allem nicht, wenn das der Hauptplot ist und nicht viel anderes passiert.

Aber drei Personen in einer Beziehung? Dafür bin ich immer zu haben.
Geht mir ähnlich.
Beziehungsdramen, die sich nur um das „für wen soll ich mich entscheiden“ drehen, können mich in aller Regel nicht überzeugen.
Gut gemachte Threesomes hingegen lese (und schreibe) ich sehr gerne. Sowohl Beziehungen, in denen alle drei zusammen sind als auch solche, in denen nur einer zwei Partner*innen hat.
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Asterya am 20. September 2020, 22:26:02
Ich mag es nicht mehr, wenn es die Dreiecksbeziehung das vordergründige Thema eines Buchs ist, aber als Subplot würde es mich nicht stören.
Was ich allerdings blöd finde, ist, wenn von Anfang an klar ist, wer am Ende zusammenkommen wird und die andere Person nur eine "Ablenkung" ist. Alle Figuren sollten auch außerhalb des Beziehungsdreiecks eine Rolle in der Geschichte haben, sie sollten eigene Ziele verfolgen und nicht nur über die Liebe zu jemandem definiert sein. Dann kann es auch für die Figur, die am Ende leer ausgeht, was die Beziehung angeht, noch ein gutes Ende geben, wenn ein anderes Ziel erreicht wird. So etwas mag ich dann wieder.
Was mich auch extrem stört ist, wenn eine der Figuren nur als negativ dargestellt wird, um die andere Figur aufzuwerten oder die Figur, die nicht "auserwählt" wird, am Ende von der Figur, die sich entscheiden musste, nur noch schlecht dargestellt wird.
Was ich gerne mal lesen würde, ist, wenn sich eine tatsächliche Dreierbeziehung ergibt, ich kann mich gerade aber glaube ich an kein Buch erinnern, in dem ich das schonmal gesehen habe.
Auch finde ich es schön, wenn sich die "Konkurrent*innen" gegenseitig respektieren. Man kann jemanden ja trotzdem nicht mögen, ohne die Person direkt total abzuwerten.
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: PinkPuma am 20. September 2020, 22:52:24
Das sind wichtige Punkte, wie ich finde, @Asterya  :) Wenn es um die Entscheidung zwischen zwei Love Interests geht, dann will ich als Leserin auch bis zum Schluss mitfiebern können, wer es wird. Was bedeutet, dass die beiden „Konkurrenten“ (blödes Wort in dem Kontext) ebenbürtig sein sollten, beide ihre Stärken und Schwächen haben sollten und beide das Gefühl erwecken, als könnten sie die richtige Wahl sein.
Das fand ich tatsächlich in Bernhard Hennens „Die Elfen“ sehr schön. Da war mir bis kurz vor Schluss nicht ganz klar, ob Noroelle (hieß sie so?) sich für Farodin oder Nuramon entscheiden würde. Mir als Leserin hätten beide Entscheidungen begabt. Und dass die beiden einander trotz der „Konkurrenz“ auf Augenhöhe begegnen konnten, war quasi das i-Tüpfelchen. :)

Was ich gerne mal lesen würde, ist, wenn sich eine tatsächliche Dreierbeziehung ergibt, ich kann mich gerade aber glaube ich an kein Buch erinnern, in dem ich das schonmal gesehen habe.
Im M/M-Romance-Bereich gibt es einige solche Romane. Ich hab selbst einen solchen veröffentlicht. Aber das sind eben dann auch Romances, in denen die Dreierbeziehung der Hauptplot ist.
Was mich tatsächlich interessieren würde, ist, ob es Fantasyromane gibt, in denen das thematisiert wird? :hmmm:
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Barra am 20. September 2020, 22:59:06
Was @Shin sagt, sagt mir zu.  :psssst:
Und @Asterya wenn du mal eins (normaler Fantasy-Bereich) findest, sag mir Bescheid.
@PinkPuma die Drei anhimmel* Ja, wird eher wenig beachtet die Möglichkeit. Manchmal finden sich so Hinweise am Rand bei Nebenfiguren, selten beim Protagonisten.

"Dreiecksbeziehungen" sind in sofern echt irreführend. Ich würde da jetzt auch auf etwas polyamouröses hoffen und bin immer echt bitter enttäuscht,wenn die ausgelutschte "Entweder-Oder" Frage kommt. In meinem Kopf springt dann Susi an: "So mein/e liebe/r Prota wer darf es sein Kandidat A der Klischee-BadBoy, oder Kandidat B der Softy...." :lehrer:
Weniger Dreieck mehr ein Punkt zwei Linien.

Ich bin eine derjenigen die schnell die Augen rollt. Och ich schreib das eher gleich so: Im realen Leben läuft das folgendermaßen, wenn Lieschen in der 9.Klasse den Benny aus der Parallelklasse und den Steff aus der Oberstufe anhimmelt: Sie kriegt keinen, eher noch bleibt sie am Ende bei ihrem besten Freund hängen, der eh schon seit der Grundschule beschlossen hatte, sie mal zu heiraten. Und wenn mich's echt fuchst, dann werden einfach alle suspects aus der Gleichung gestrichen und wie es eben am realsten ist: Sie wartet bis nach ihrem Abschluss und oder findet kurz vorher jemanden outside the box, den sie mit zum Ball bringt.

(Entschuldigt, ich schau zu viele Serien im Moment im O-Ton, Anglizismen everywhere-beware.)

Nachtrag: Es ist aber auch nicht leicht über echte "Dreier" zu schreiben, wenn man da selbst keinen Bezug zu hat.
Also: Ist kein Wunder, dass es kaum einer schreibt, weil es nicht viele leben und wenn nicht groß drüber schreiben.
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Alia am 20. September 2020, 23:39:01
Ich hab das mit einer Liebesgeschichte zu dritt ausprobiert. Ein "echter" Dreier also und kein eine Frau steht zwischen zwei Männern. Alle, die mir tatsächliches Feedback gegeben haben, sind begeistert. Und dann gibt es noch die anonymen 3* Bewerter.  :rofl: Getraut zu sagen, dass die Konstellation einer echten Triade doof ist, hat sich (bislang) noch niemand. Mit dem Ende scheinen meine Leser alle glücklich zu sein und ich hoffe, dass es nicht total vorhersehbar ist.
Ich habe das Buch aus drei Ich-Perspektiven geschrieben. Anfangs habe ich da ziemlich mit gehadert, aber ich glaube, dass es so genau richtig geworden ist. (Falls wer lesen möchte, gern PM - ist allerdings nur "normale" Romance und keine Fantasy)
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: KaPunkt am 21. September 2020, 07:59:31
Was ich gerne mal lesen würde, ist, wenn sich eine tatsächliche Dreierbeziehung ergibt, ich kann mich gerade aber glaube ich an kein Buch erinnern, in dem ich das schonmal gesehen habe.
Ich habe letztens erst ein Buch gelesen, dass die Dreiecksbeziehung genau so aufgelöst hat und mir sehr gut gefiel. Also wirklich sehr gut. Titel:
Spoiler (click to show/hide)

Ich persönlich akzeptiere Romance Plots, wenn sie in der Geschichte stecken, aber es ist nur selten ein Plotstrang, der mich wirklich mitfiebern lässt. Deshalb halte ich mich aus dieser Diskussion ansonsten raus.

Liebe Grüße,
KaPunkt
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Alys am 21. September 2020, 09:32:27
Ich finde solche Dreiecksbeziehungen vor allem dann nervig wenn, wie schon einige oben geschrieben haben, von Anfang an klar ist mit wem der*die Protagonist*in zusammenkommen wird, und die dritte Person nur als Ablenkung benutzt wird. Und im schlimmsten Fall noch dazu so negativ überzeichnet wird, dass es nur noch plump ist.

Wenn dagegen nach der Auflösung des Dilemmas eine der drei Personen "leer ausgeht", dann stört mich das weniger. Das ist nur realistisch. Eine vierte Person, die plötzlich am Ende als deus ex machina auftritt, nur damit die verschmähte dritte Person auch noch ganz schnell ein Happy End bekommt ... bah. Das funktioniert nur bei Shakespeare, und schon da darf man es nur augenzwinkernd akzeptieren.

Wenn sich eine echte Dreierbeziehung entwickelt, dann finde ich das auch ziemlich cool. Allerdings muss man da ehrlicherweise sagen, dass der Markt für solche Geschichten wahrscheinlich nicht sehr groß ist. Umso toller ist es, wenn sich jemand traut, das zu schreiben.
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Trippelschritt am 21. September 2020, 10:13:20
Ich mag Dreiecksbeziehungen, weil sie einer Geschichte viel Pfeffer geben können. Als Zentralthema fehlt ihr aber oft die Tiefe, die gern in einer Geschichte habe.
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Pintana am 21. September 2020, 10:58:46
Geschrieben habe ich sowas auch schon. Einmal im Fantasy-Bereich, da hat sie sich quasi grade neu verliebt und dann ist der Ex wieder aufgetaucht. Da war das aber nötig, damit Fräulein Prota bis zum Ende mental an einem Stück bleibt. Die Figuren war alle ziemlich kaputt und haben quasi nur zu dritt wie eine Person funktioniert. Entscheiden musste sie sich dann nicht. Einer der beiden Trottel opfert sich für sie. Idiot ::)

Und einmal als Lovestory, da aber nur, weil s da grade eh Trend war und das so sein musste (und auch da war der zweite eigentlich der Antagonist), verkauft hat sich s zwar ganz gut, die Leser fanden‘s toll, platt war‘s trotzdem  :rofl:

Also: wenn Dreiecksbeziehung im Sinne von zwischen zwei "Optionen" stehen, dann muss das schon Sinn machen und darf für mich nicht der gesamte Plot bzw. nur zum Selbstzweck so sein.
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Marius am 21. September 2020, 19:14:28
Tendenziell reagiere ich als Leser negativ darauf. Vielleicht liegt es daran, dass Dreiecksbeziehungen nicht leicht zu schreiben sind und ich viel, viel, viel zu viel Fanfiktion gelesen habe.

Ähnliches gilt natürlich für Dreier-Beziehungen. Damit mich das überzeugt, möchte ich dann schon Beziehungsprobleme a lá: Ich hab das Gefühl, du beachtest X (im Bett) grad viel mehr als mich. Oder: "Ihr zwei macht so viel mehr zusammen!" Handwaving von solchen Problemen haut mich aus der Geschichte raus, zumindest wenn die Beziehung Fokus der Geschichte ist und nicht nur in einem Halbsatz erwähnt wird.

Vielleicht bin ich da zu zynisch, aber Menschen allgemein fällt es doch schon schwer genug, eine erfolgreiche Beziehung mit einem Partner zu führen, ein zweiter ist doch viel zu viel verlangt.  :gähn:
Das ganze gilt natürlich nicht für Phantastische Wesen, die nicht einfach nur grün angemalte Menschen sind.

Es ist für mich allerdings kein Grund, das Buch beiseite zu legen, solange es nicht ausschließlicher Fokus der Geschichte ist (habe mich deswegen auch durch Twilight gekämpft, auch wenn es völlig klar war, dass Bella niemals Jakob wählen würde.)
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: PinkPuma am 21. September 2020, 20:46:00
Vielleicht bin ich da zu zynisch, aber Menschen allgemein fällt es doch schon schwer genug, eine erfolgreiche Beziehung mit einem Partner zu führen, ein zweiter ist doch viel zu viel verlangt.  :gähn:
Sehe ich überhaupt nicht so. Ich kenne genügend polyamore Beziehungen, die wunderbar funktionieren - besser als so manche Paarbeziehung.
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Marius am 22. September 2020, 08:03:30
Vielleicht bin ich da zu zynisch, aber Menschen allgemein fällt es doch schon schwer genug, eine erfolgreiche Beziehung mit einem Partner zu führen, ein zweiter ist doch viel zu viel verlangt.  :gähn:
Sehe ich überhaupt nicht so. Ich kenne genügend polyamore Beziehungen, die wunderbar funktionieren - besser als so manche Paarbeziehung.

Klar, Ausnahmen bestätigen immer die Regel. Manchen Menschen fallen Beziehungen allgemein auch leichter als anderen. Wer damit glücklich wird, super! Aber wenn mir ein Buch erzählen will, dass das ganze vollkommen Reibungslos abläuft, glaub ich das einfach nicht. Das fällt mir ja schon bei einer Paarbeziehung schwer.
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: PinkPuma am 22. September 2020, 08:32:32
Vielleicht bin ich da zu zynisch, aber Menschen allgemein fällt es doch schon schwer genug, eine erfolgreiche Beziehung mit einem Partner zu führen, ein zweiter ist doch viel zu viel verlangt.  :gähn:
Sehe ich überhaupt nicht so. Ich kenne genügend polyamore Beziehungen, die wunderbar funktionieren - besser als so manche Paarbeziehung.

Klar, Ausnahmen bestätigen immer die Regel. Manchen Menschen fallen Beziehungen allgemein auch leichter als anderen. Wer damit glücklich wird, super! Aber wenn mir ein Buch erzählen will, dass das ganze vollkommen Reibungslos abläuft, glaub ich das einfach nicht. Das fällt mir ja schon bei einer Paarbeziehung schwer.
Dass alles vollkommen reibungslos läuft, nehme ich einer Paarbeziehung aber ebenso wenig ab. ;) Und ich sehe funktionierende Dreierbeziehungen auch nicht als Ausnahme. Sie können ebenso gut oder schlecht funktionieren wie Paarbeziehungen, sie sind nur lediglich nicht so weit verbreitet.
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Trippelschritt am 22. September 2020, 09:03:43
Eine Dreiecksbesziehung wird doch in eine Geschichte eingeführt, damit es Reibung gibt. Ohne Konflikte wäre diese Zutat doch absolut überflüssig. Dreiecksgeschichte = Masse zusätzlicher Konflikte. Alles andere gibt aus meiner Sicht keinen Sinn. Die Schwierigkeit ist es nun, diese Konflikte so zu entwickeln, dass sie Überraschung und Spannung versprechen, und das ist nicht einfach, weil die Auflösung banal ist. Wer zwischen zwei Partnern steht, wird sich am Ende für einen entscheiden müssen. GÄHN! Der Autor muss also seine Spannung- und Überraschungselemente erst noch finden.

Biss zum Überdruss habe ich deshalb nie zu Ende lesen können, obwohl der Band 1 einmal das einzige Buch war, das mir im Urlaub in die Finger fiel, weil sich mir als Erwachsenem einfach zu wenig Substanz enthalten war und Null Ideen. Dass das für einen Pubertier anders aussehen kann, ist verständlich. Hat sich ja auch gut verkauft.

Liebe Grüße
Trippelschritt
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Alys am 22. September 2020, 10:02:16
Eine Dreiecksbesziehung wird doch in eine Geschichte eingeführt, damit es Reibung gibt. Ohne Konflikte wäre diese Zutat doch absolut überflüssig. Dreiecksgeschichte = Masse zusätzlicher Konflikte. Alles andere gibt aus meiner Sicht keinen Sinn. Die Schwierigkeit ist es nun, diese Konflikte so zu entwickeln, dass sie Überraschung und Spannung versprechen, und das ist nicht einfach, weil die Auflösung banal ist. Wer zwischen zwei Partnern steht, wird sich am Ende für einen entscheiden müssen. GÄHN! Der Autor muss also seine Spannung- und Überraschungselemente erst noch finden.

Wenn die Romanze der Hauptplot ist, ja, dann stimme ich Dir zu. Wenn aber der Hauptplot ein ganz anderer ist, dann müsste die Dreiecksbeziehung nicht zwingend als Reibungs-Material und wegen der potentiellen Konflikte eingebaut werden. Es könnte sie auch einfach mal so geben, als Ausdruck von zwangloser Diversität in Büchern.

Gerade bei Krimis z.B. ist es doch gar nicht selten, dass der Hauptplot eben die Ermittlungen sind, wir aber ein bisschen was aus dem Privatleben des*der Ermittler*in erfahren. Wallanders Diabetes, Brunettis ewige Mittagessen mit seiner Familie, Spades nicht-existentes Familienleben ... solche Sachen tragen dazu bei, die Figur lebendig zu machen, ohne gleich plotrelevant zu sein.
Da wäre es doch mal ziemlich toll, eine*n Hauptfigur zu haben, die einen spannenden Mord aufklären muss und die zufällig in einer Poly-Beziehung lebt.
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: PinkPuma am 22. September 2020, 11:00:29
Was Alya sagt. :) Wenn die Romanze der Hauptplot ist, dient jede Liebesbeziehung dazu, Spannungspunkte zu schaffen, das hat dann in meinen Augen erst mal nichts mit Paar- oder Dreierbeziehung zu tun. Dann geht es immer darum, wie die Love Interests zueinander finden, ganz egal, wie viele Personen involviert sind.

Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Trippelschritt am 22. September 2020, 11:07:23
Dem kann ich nur ganz bedingt für eine Sondersituation zustimmen, aber selbst dann sorgt die Dreiecksbeziehung für Reibung. Wenn es sich um eine Serie handelt, kann die Dreiecksbeziehung nebenher laufen und braucht - darf vielleicht sogar - keine Lösung. Aber sie braucht eine Funktion. Eine Dreiecksgeschichte ist kein Mittagsessen. Und der Leser erwartet beim Dreieck Konflikte, weil das Setting bereits spannungsgeladen ist. Das zur reinen Charakterisierung zu benutzen wäre eine Leservertragsverletzung, die nicht gut ankommt.

Liebe Grüße
Trippelschritt
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Sunflower am 22. September 2020, 11:13:25
Ich habe das Gefühl, dass hier parallel teilweise über zwei verschiedene Dinge gesprochen wird. @Trippelschritt meint, glaube ich, das klassische Hin- und Hergerissensein des*der Prota zwischen zwei Love Interests, aber am Ende soll eine monogame Beziehung stehen. Und @Alys und Puma eher eine polyamore Beziehung zwischen drei Menschen. Und letzteres kann sehr gern einfach nebenbei existieren, genauso wie monogame Beziehungen.

Und ich liebe ja komplizierte Romance Plots, und auch Dreiecke (damit meine ich jetzt das Hin- und Hergerissensein), wenn es gut gemacht ist. Bei Jane the Virgin (leider kein Buch, sondern eine Serie) funktioniert das für mich über alle Staffeln hinweg extrem gut. Aber es kann natürlich auch nerven, wenn ein LI ganz klar nur dazu dient, den anderen besser dastehen zu lassen. Trotzdem, wenn sie so sind wie bei Jane the Virgin, dann mag ich das  :vibes:
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: PinkPuma am 22. September 2020, 11:17:43
@Sunflower - das Gefühl habe ich allerdings auch. ;D

Dem kann ich nur ganz bedingt für eine Sondersituation zustimmen, aber selbst dann sorgt die Dreiecksbeziehung für Reibung. Wenn es sich um eine Serie handelt, kann die Dreiecksbeziehung nebenher laufen und braucht - darf vielleicht sogar - keine Lösung. Aber sie braucht eine Funktion. Eine Dreiecksgeschichte ist kein Mittagsessen. Und der Leser erwartet beim Dreieck Konflikte, weil das Setting bereits spannungsgeladen ist. Das zur reinen Charakterisierung zu benutzen wäre eine Leservertragsverletzung, die nicht gut ankommt.

Diese Aussage empfinde ich als sehr verallgemeinernd und auch ein wenig anmaßend - zumindest insofern man sie auf eine Dreierbeziehung bezieht (ich meine also nicht die Entscheidung eines Protagonisten zwischen zwei Love Interests, sondern eine polyamoröse Beziehung). Denn weshalb sollte eine solche (also eine Poly-Beziehung) eine Funktion brauchen, eine Paarbeziehung aber nicht?
Ich persönlich erwarte als Leser bei einer Dreierbeziehung erst mal auch nicht mehr Konflikte als bei einer Paarbeziehung. Warum auch? Beides kann gleichermaßen funktionieren oder eben auch nicht. Und ich finde sehr wohl, dass man eine Poly-Beziehung bzw. Polyamorie an sich als einen Hinweis zur Charakterisierung einer Figur nutzen kann, genau so wie man am Rande erwähnen kann, dass diese Figur in einer Paarbeziehung lebt, heterosexuell, homosexuell, asexuell, Deutscher, Inder oder Katholik ist.

Insofern @Trippelschritt hier von einem Dreieck im Sinne von "Prota entscheidet sich für einen der beiden Love Interests" spricht, sieht die Sachlage natürlich anders aus. Dann braucht es selbstverständlich einer Auflösung und dient der Spannung und dem Konflikt.
Davon habe ich persönlich aber nicht gesprochen.
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Churke am 22. September 2020, 13:41:14
Habe neulich die Asylum-Produktion "Martian Land" gesehen.
Warum ich das erwähne? Weil die ihren Trash gnadenlos nach Mainstream-Regeln herunterkurbeln.
Der Plot um die Rettung des Mars ist um eine hanebüchene Dreiecksgeschichte gestrickt: Da gibt es eine führende Wissenschaflterin, die mit ihrer Tochter auf dem Mars lebt, es gibt ihren Ex (= Held), den Töchterchen für ein totales Arschloch hält, und es gibt den Neuen, den Stiefvater, Mr. Nice Guy.
Natürlich ist klar, dass der Held seine große Liebe wie auch seine Tochter zurückgewinnen muss, und um diesem Glück nicht mehr im Weg zu stehen, muss Mr. Nice Guy ins Gras beißen. <und weil er ein echter nicer Typ ist, opfert er sich, damit die wieder zusammen kommen können.

Asylum legt den Hollywood-Finger in die Wunde: Wenn es kein Drama sein soll, lässt sich die Dreiecksbeziehung nur über den Tod einer Figur auflösen. Da sehe ich als Autor einfach nicht genug Spielraum.   
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Trippelschritt am 22. September 2020, 16:21:03
Nur zur Klarstellung. Eine Dreiecksgeschichte ist eine Geschichte. Polyamorie ist keine Geschichte. Eine Dreiecksgeschichte lebt von der Spannung, dass es eine Person zu viel in einer Beziehung gibt, was zu einer Instabilität führt, aus der ein Autor etwas machen kann.
Eine Dreiecksbeziehung ist keine Geschichte, weil sie im Ausnahmefall auch mal funktionieren kann, obwohl ich keine kenne, die auf Dauer gehalten hat.
Polyamorie ist im Gegensatz nicht auf drei Personen  beschränkt und einfach eine ganz andere freiwillig gewählte Lebensart, die recht gut funktionieren kann.

Und da wir hier im Workshop diskutieren und nicht über Lebensentwürfe, bleibe ich bei der Aussage, dass eine Dreiecksbeziehung in einer Geschichte eine Funktion haben muss, weil sie sonst wertlos und nicht mehr als Beipack ist. Wenn jemand diese Meinung ein wenig anmaßend findet, kann ich das nicht ändern, bin aber gern bereit darüber zu diskutieren.

Liebe Grüße
Trippelschritt
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: AlpakaAlex am 22. September 2020, 18:06:48
Ich bin absolut kein Fan von Dreiecksbeziehungen, vor allem nicht, wenn nicht wenigstens mal die Option einer Poly-Beziehung in den Raum geworfen wird. Ich finde das einfach komplett unnötig. Es tut selten was zur Handlung oder zur Charakterentwicklung bei und ist letzten Endes meistens als eine Art Wishfullfillment da. Ja, gut, damit hat es natürlich seine Existenzberechtigung, weil was ist Fantasy, wenn nicht auch immer ein wenig Wishfullfillment, aber persönlich finde ich es einfach so gar nicht spannend oder ansprechend. Doppelt, weil fast eh immer klar ist, welcher es denn am Ende wird. In allen Büchern, die ich gelesen habe, gab es genau ein Beispiel, wo es für mich funktioniert hat (wo Prota in einer Beziehung war, die abusive war, auch wenn der Partner versuchte nicht abusive zu sein, es aber doch immer wieder war, und dann ein Freund der Prota halt auf einmal in Betracht kam und sich Prota für ihn entschieden hat und am Ende waren alle glücklicher damit).

Die Sache ist halt, ich bin halt eher ein Fan von Poly-Beziehungen und habe dann wenn lieber die. Gerne auch mit ein wenig Konflikt am Anfang, bis es sich alles eingespielt hat, aber ja. Ich bevorzuge Poly und genau deswegen stören mich Dreiecksgeschichten, weil sie für mich oft so aggressiv mono sind. Also in dem Sinne, dass ein Charakter sich entscheiden MUSS und alles andere nie in Betracht bezogen wird. Ich wäre ja schon glücklich mit einem: "Hmm, das wäre eine Option. Können wir uns das vorstellen?" - "Nein." - "Okay. Dann muss ich mich entscheiden." Sowas in der Art. Aber selbst das kommt so eigentlich nicht vor.
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: PinkPuma am 22. September 2020, 20:33:48
Ich glaube, wir reden einfach komplett aneinander vorbei, @Trippelschritt. Du sprichst von Dreiecksgeschichten, ich von Dreiecksbeziehungen, sprich wir reden von zwei vollkommen unterschiedlichen Dingen.
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Nikki am 23. September 2020, 12:38:48
Zitat
Damit meine ich, eine Charakter steht zwischen zwei Love Interests, also keine offene Beziehung oder so etwas in die Richtung.

Hier mal meine Meinung zum Motiv von Dreierbeziehungen, dem die Frage zugrunde liegt: Für wen entscheidet sich XY?

Gut gemacht ist dieses Motiv im Romance Genre die zusätzliche Würze, die je nach Dosierung einnehmende Liebesgeschichten generieren kann. Was meine ich mit gut gemacht? Wenn für LI1 und LI2 gleichermaßen viel spricht und die Entscheidung der Hauptfigur nicht im Vorfeld feststeht. Wenn LI2 nur flirtet, damit LI1 Gegenwind hat, halte ich das für einen billigen Griff in die Trickkiste, um oberflächlich Spannung zu schüren.

Bei Twilight zB war Jacob nie wirklich eine Konkurrenz für Edward, das hat mich überhaupt nicht gepackt. Funktioniert hat es trotzdem, wahrscheinlich weil das Zielpublikum zu wenig (Lese-)Erfahrung hatte, um das zu erkennen und dementsprechend "spannend" war das Dreieck.

Eine Dreiecksgeschichte, die für mich funktioniert hat, war die Beziehung zwischen Eric, Bill und Sookie in der Sookie Stackhouse Serie. Da haben wir zu Anfang den fürsorglichen Bill und den unverschämten Eric, Sookie entwickelt zu beiden unterschiedliche Beziehungen und die Frage, für wen entscheidet sie sich?, ist (ab einem gewissen Punkt) völlig legitim und nicht bloße Effekthascherei.

Und die Frage zum Leerausgehen ist auch nicht pauschal zu beantworten. Wenn die einzige Motivation von LI2 ist, das Herzblatt zu "bekommen", dann ist das reichlich oberflächlich (in gewissen Genres aber Voraussetzung) und nichts was ich gerne lese. Selbst (meine) Nebenfiguren sollten mehr als eine Motivation haben, ein "Leerausgehen" ist dann also kein Hals- und Beinbruch, weil sich die Figur nicht nur über dieses einen Handlungsstrang definiert.
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: AlpakaAlex am 23. September 2020, 15:20:36

Eine Dreiecksgeschichte, die für mich funktioniert hat, war die Beziehung zwischen Eric, Bill und Sookie in der Sookie Stackhouse Serie. Da haben wir zu Anfang den fürsorglichen Bill und den unverschämten Eric, Sookie entwickelt zu beiden unterschiedliche Beziehungen und die Frage, für wen entscheidet sie sich?, ist (ab einem gewissen Punkt) völlig legitim und nicht bloße Effekthascherei.
Wobei ich anmerken möchte, dass ich Sookie, Eric, Bill zumindest in den Büchern 0 als Dreiecksbeziehung empfinde. Eric flirtet mit Sookie, als sie mit Bill zusammen ist, ja, aber ernsthafte Interesse an ihm entwickelt sie erst nachdem sie sich schon aus komplett anderen Gründen von Bill getrennt hat. Eher ist in den letzten Bänden da die Sookie, Eric, Sam Sache, weil bei Sookie und Sam tatsächlich gegenseitiges Interesse da ist, während sie in der Beziehung mit Eric ist.
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Nikki am 23. September 2020, 16:32:12
Hmmm. Die Anfangsstaffeln der TV-Serie sind mir auf jeden Fall präsenter als die ersten Bücher. Ich muss auch gestehen, dass ich die Serie mit dem 4. Band begonnen habe, weil es einen Verlagswechsel gab und ich nicht überrissen habe, dass die ersten drei Bände zu der Serie gehören. Im 4. Band nimmt die Beziehung zu Eric, glaube ich, das erste Mal konkrete Form an. Danach habe ich die ersten drei Bände gelesen. Für mich war also von Anfang an klar, dass es einen Wiggelwaggel zwischen Bill, Eric und Sookie gibt/geben wird. Auf die ganze Serie umgemünzt gibt es sicher mehrere Dreiecksbeziehungen: die von dir mit Sam angesprochene, später dann auch eine mit Quinn + Bill/Eric. Bill wurde selbst nach der Trennung meinem Empfinden nach als Bestandteil eines möglichen Dreiecks bereitgehalten. Für mich reichen da schon die kleinsten Anzeichen in der Gedanken- und Gefühlswelt der Figuren, um eine Dreiecksgeschichte zu etablieren. Es muss nicht vorbuchstabiert werden, dass jemand zwischen zwei Stühlen sitzt.
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Felix Fabulus am 24. September 2020, 09:12:06
Viele Stimmen hier stellen das Spannungspotential oder den Sinn generell von Dreiecksbeziehungen in Frage.
Wenn ich an meine Teenie-Jahre zurückdenke, war das für mich ein ganz wichtiges Thema. Nicht, dass ich zwei Personen gleichzeitig gedatet hätte, aber auf ich war mehrere Male in zwei Personen gleichzeitig verschossen, was mich in einen inneren Konflikt stürzte. Zumindest aus meiner Optik hat das Thema für Teenager Relevanz. Aber vielleicht bin ich ja eine Ausnahme.
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Nikki am 24. September 2020, 10:45:11
Du sprichst da einen ganz wichtigen Punkt an, @Felix Fabulus . Literarische Motive sind ja nicht aus Jux und Tollerei entstanden, sondern weil sie tiefliegende psychologische Mechanismen bedienen, sei es jetzt, um Fantasien zu erleben, Identifikationspotential zu liefern oder Hilfestellungen zu bieten.

Das Problem bei Dreiecksgeschichten (und der daraus resultierenden Eifersüchteleien) sehe ich in archaischen / patriarchal geprägten Besitzansprüche an die Frau. Oft werden diese so dargestellt, wenn Figur XY Love Interest ist, dann "darf" frau sich bei Figur AB sich nur noch so oder so verhalten, sonst wird gleich das nächste Drama ausgelöst. Das Muster gilt natürlich für andere Geschlechterverhältnisse, doch beim Klassiker einer hetero Frau und zweier hetero Männer ist dieses Denken bzw. diese Darstellungsweisen weit verbreitet. Ich fürchte, ich kenne mehr negative Beispiele als gute für Dreiecksgeschichten. Bestenfalls werden die Beziehungen dann stereotyp oder oberflächlich inszeniert, im schlimmsten Fall toxisch und im allerschlimmsten (und meinem Empfinden nach ist das der häufigste Fall) dann so subtil toxisch, dass diese normalisiert und als erstrebenswert dargestellt werden.

Je jünger das Lesepublikum desto größer sollte die Sorgfalt bei der Darstellung von romantisierten Beziehungskonstellationen sein, denn desto geringer ist der Abstand zu der Geschichte und ihren Figuren.
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Siara am 27. September 2020, 13:09:22
Vorweg: Mein Post bezieht sich auf Dreiecksbeziehungen, also darauf, wenn für einen Charakter mehrere LIs in Frage kommen - nicht auf polyamoröse Beziehungen.

Ob so eine Geschichte befriedigend sein kann oder nicht, hängt für mich vor allem auch vom Genre ab.

Als Beispiel: In meinem aktuellen Projekt gibt es eine Dreiecksgeschichte, die nicht gut ausgehen wird, und zwar für keine der beteiligten Personen. Allerdings läuft das ganze eher im Hintergrund ab, um zusätzliche Spannungen zu schaffen. Das Genre ist in diesem Fall düstere Low Fantasy mit einer Menge Tragik. Insofern ist passend, dass aus den Beziehungen nichts wird.

Ganz anders sieht es in "netteren" Genres aus, sei es Romantasy oder einfach ein lichterer Roman in egal welchem Setting. Wenn dort einer der LIs ausschließlich benutzt wird, um die eigentlich vom Autor angestrebte Beziehung zu verkomplizieren und ihr mehr Würze zu verleihen, und die dritte Person am Ende leer ausgeht, stört mich persönlich das schon. Es ist vielleicht nicht unrealistisch, aber frustrierend, besonders in Genres, in denen man ein für alle schönes Ende erwartet. Außerdem habe ich in vielen solchen Romanen die Tendenz festgestellt, dass dieser dritte Charakter am Ende nur ein Stereotyp bleibt: entweder der charismatische Verführer, der sich als A***loch herausstellt, oder der nette, gutherzige, der am Ende mit dem gutaussehenden Konkurrenten einfach nicht mithalten kann. Gegen Figuren, die zwar eine Hauptrolle spielen, aber über ihren für die Story nötigen Zweck hinaus nicht weiter ausgestaltet sind, habe ich allgemein eine Aversion.

Bei ernsteren, bzw. sehr realitätsnahen Jugendromanen, in denen es viel um die Reife und die innere Entwicklung geht, finde ich auch Dreiecksbeziehungen ohne Happy End dann wieder passend. Gerade in diesem Alter lernt man ja die Tragik des realen Lebens etwas kennen und stellt fest, dass nicht immer alles für alle gut ausgeht. In dem Punkt, dass man hier dann besondere Vorsicht bezüglich der Darstellung walten lassen sollte, gebe ich Nikki vollkommen recht.
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Aphelion am 27. September 2020, 15:47:36
An den bereits angesprochenen "Für wen soll sich X entscheiden?"-Geschichten stört mich, dass die dritte Figur fast nie eine realistische Chance hat. Eigentlich ist aber jedem von Anfang an klar, wer das spätere Paar wird, z.B. weil sich jemand als Heuchler entpuppt, wie Nikki geschrieben hat. Es wird in solchen Fällen also ein Konflikt oberflächlich vorgetäuscht, der eigentlich gar nicht existiert. Das ist immer Mist, nicht nur bei Dreiecksbeziehungen.

Ich muss auch dazu sagen, dass ich es im echten Leben genauso wie in Geschichten lächerlich finde, um jemanden "kämpfen" zu wollen - und darauf wollen viele Dreiecksbeziehungen in Romanen hinaus. Liebe ist kein Plastikpreis, den man bei einem sportlichen, militärischen oder anderen Wettbewerb gewinnen kann. In solchen Wettbewerbs-Geschichten geht es deshalb meist nur darum, das (nicht zwingend weibliche) "Trophy Wife" zu ergattern - und das finde ich ziemlich abstoßend.

Genauso abstoßend finde ich es, wenn die Figur in der komplementären Position sich aufführt, als sei Liebe ein Süßigkeitengeschäft und als ob es nur darum ginge, das Beste auszuwählen. Das ist meinem Konzept von Liebe nicht kompatibel. Es gibt Beziehungen, die aus rationalen Gründen geschlossen oder ausgeschlossen werden, aber das ist eben keine Frage von Liebe (was entsprechende Romane allerdings oft suggerieren).

Ich hatte nie im Voraus die Absicht, eine Dreiecksbeziehung zu schreiben, aber in einem Projekt hat sich das so ergeben. Nachdem die Idee einmal da war, hat sie mich gereizt, weil zwischen allen drei Figuren so viel Konfliktpotenzial, aber auch Verbindendes existiert. Außerdem besteht die eine Beziehung bereits, als die dritte Figur auf den Plan tritt - und sobald eine langjährige Beziehung inkl. Kindern auf dem Spiel steht, stellen sich nun einmal viel weitreichendere Fragen als bei der durchschnittlichen Teenager-Romanze.

Mich stört es generell, dass es zu wenig Liebesgeschichten über die "Zusammenfinden"-Phase hinaus gibt. So gesehen frage ich mich auch bei Dreiecksbeziehungen: Was kommt denn nach der "Entscheidung"? Viele Romane sind in diesem Punkt inkonsequent, weil die Liebe von der wackeligen Option auf einmal zur stahlharten Gewissheit wird, ohne dass es dafür wirklich einen Grund gibt. Manche Figuren sind vor der Entscheidung extrem eifersüchtig - aber auf einmal haben sie alles vergessen und überhaupt keine Zweifel mehr, dass ihr Partner für immer und ewig zu 100% zu ihnen halten wird.  ::)
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: FeeamPC am 27. September 2020, 18:20:06
Ich wäre für eine Dreiecksgeschichte, bei der eine Frau zwischen zwei Männern steht und sich am Ende die Männer kriegen und die Frau leer ausgeht.
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Nikki am 27. September 2020, 18:24:24
Ich wäre für eine Dreiecksgeschichte, bei der eine Frau zwischen zwei Männern steht und sich am Ende die Männer kriegen und die Frau leer ausgeht.

Ha, den Plot will mir mein Lieblingsleser bei meiner eigenen Geschichte unterjubeln. :rofl: Ich habe ihn vorgewarnt, dass es das nicht spielen wird, er bleibt dennoch optimistisch. ;D Variationen von allmöglichen Beziehungskonstellationen finde ich immer wieder spannend, vor allem, wenn sie mit der (gängigen) Erwartungshaltung brechen.
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Herbstblatt am 09. Januar 2021, 18:47:11
Ich wäre für eine Dreiecksgeschichte, bei der eine Frau zwischen zwei Männern steht und sich am Ende die Männer kriegen und die Frau leer ausgeht.

Haha ... Ich hab den Thread nicht ganz ohne Hintergedanken eröffnet, weil bei meinem jetzigen Projekt eine Dreiecksbeziehung einfließt und ich da sehr unsicher bin. Nun, ich lasse die Charaktere mal machen und tatsächlich ... dieses Szenario, das du eben beschrieben hast, lässt sich nicht hunderprozentig ausschließen, haha.  ;D
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Wahtaria am 09. Januar 2021, 20:39:13
Ich mag Dreiecksbeziehungen ehrlich gesagt nicht mehr gerne lesen. Meine Leseerfahrung ist, dass es meistens vorhersehbar ist und damit nicht so spannend. Also das man von ziemlich Anfang an weiß, wer wen am Ende kriegt. Die Frage ist immer nur wie und wie groß die Steine des Dritten sind. Bin aber auch nicht so der Romanzen Fan, vielleicht liegt es daran.
Das sich am Ende die Männer kriegen ... das wäre mal was komplett anderes, finde ich richtig gut.  ;D
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Trippelschritt am 10. Januar 2021, 09:07:55
Ich habe mir diesen thread jetzt noch einmal durchgelesen und habe das Gefühl, dass die meisten grundsätzlich für Dreiecksbeziehungen sind. Die vielen kritischen Stimmen eint eine Meinung. Der Ausgang ist vorhersehbar. Aber wenn das zutrifft, ist die Geschichte entweder schlecht geschriebenen oder diese Dreiecksbeziehung läuft nur nebenbei.

Ich persönlich liebe das ständige Ringen um die eigene Entscheidung. Das hält vieles in der Schwebe und erzeugt Spannung. Außerdem ist so etwas stets mit einer Art Konflikt verbunden. Und wenn man das ganze Ding jetzt noch an etwas anderes anklebt ...

Vielleicht sollte man es einfach mal versuchen, es besser zu machen und eine gute Dreiecksbeziehung zu schreiben.

Liebe Grüße
Trippelschritt
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Alana am 10. Januar 2021, 15:31:18
Ich wäre für eine Dreiecksgeschichte, bei der eine Frau zwischen zwei Männern steht und sich am Ende die Männer kriegen und die Frau leer ausgeht.

Darauf habe ich ja immer bei Star Wars gehofft.  ;D Aber ich gebe zu, die Hoffnung war von Anfang an nicht sehr groß und so begnüge ich mich mit dem Shippen von Kylo Ren und Hux.

Ich habe selbst gerade eine Geschichte geschrieben, die als vermeintliche Dreiecksgeschichte beginnt und mit Polyfidelity endet. (Also alle drei kriegen sich und möchten sich auch zu dritt treu sein, was also eine Unterform der Polyamorie ist, da Polyamorie generell nicht unbedingt mit sexueller Treue zwischen den Beziehungspartnern einhergehen muss.) Ich fand es extrem schwierig zu schreiben, weil man gerade als Liebesromanautor schon sehr in diesen Zweier-Liebesstrukturen drinsteckt und man erst herausfinden muss, wie man eine polyamoröse Geschichte für den Leser spannend aufbaut. Aber gerade das hat am Ende auch Spaß gemacht. Ich denke, das Geheimnis ist, dass man dieses "sie gehören zusammen" zwischen allen drei Figuren aufbauen muss. Vermutlich werde ich da im Lektorat noch mal nacharbeiten müssen, damit es die Leser auch so richtig emotional packt und sie sich am Ende auch wünschen, dass alle drei eine Beziehung eingehen, denn ich habe beim Schreiben eben erst herausfinden müssen, wie ich das in meiner Geschichte mache und glaube, dass es noch nicht perfekt umgesetzt ist. Aber ich möchte jetzt erst mal warten, was meine Lektorin überhaupt dazu sagt, denn angeboten hatte ich das Buch nicht mit Polyamorie, sondern als Dreiecksgeschichte.  ;D Ich hoffe sehr, dass der Verlag mitgeht und ich die Geschichte so lassen kann.
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Aylis am 10. Januar 2021, 16:01:58
Da drücke ich dir die Daumen @Alana  , das finde ich richtig spannend und einen coolen Ansatz!

Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Alia am 10. Januar 2021, 16:24:27
So habe ich das auch, @Alana Bei den Leserinnen, die sich zu Wort gemeldet haben, kam es sehr gut an. Negative Äußerungen habe ich nicht mitbekommen, aber 3* Bewertungen auf Amazon. Leider weiß ich da nicht, woran die liegen, da es keine Rezensionen waren. Die Umfrage, wer soll wen bekommen war jedenfalls ziemlich eindeutig.
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Mondfräulein am 10. Januar 2021, 17:04:57
Was mich an Dreiecksbeziehungen stört, ist dass es zu häufig darum geht, warum einer der Love Interests besser ist als der andere, sodass am Ende zu wenig Zeit darauf verwendet wird mir als Leser zu zeigen, warum die beiden Figuren, die am Ende zusammenkommen, gut füreinander sind. Ich bin bei Liebesbeziehungen anspruchsvoll und viele haben für mich zu wenig Entwicklung. Bei einer Dreiecksbeziehung ist das nochmal schlimmer, weil dann für jede der Beziehungen weniger Zeit übrig bleibt.

Ein anderes Problem ist auch, dass ich häufig den Sinn nicht sehe. Dreiecksbeziehungen sind häufig nur da, um unnötiges Drama und künstliche Konflikte heraufzubeschwören, aber das finde ich persönlich nicht interessant. Ich würde mich dann fragen, warum die Figuren nicht einfach befreundet sein können und warum das jetzt wirklich sein muss. Was trägt es zur Geschichte bei? Warum würde das nicht auch als Freundschaft funktionieren? Häufig stellt sich dann heraus, dass die Liebesbeziehung ohne die Bedrohung durch die dritte Person einfach nicht spannend genug wäre, aber die Dreiecksbeziehung macht es für mich dann einfach auch nicht spannender.

Klar, eine Dreiecksbeziehung bringt einen zusätzlichen Konflikt mit sich, aber das ist für mich entweder unrealistisch (wenn sie doch so verliebt und perfekt füreinander sind, warum guckt sie dann jedem anderen attraktiven Kerl hinterher?) oder soll nur kaschieren, dass die Geschichte wenig Substanz hat und es ohne das Love Triangle keinen Plot gäbe. In einer guten Romanze kommt der Konflikt doch eher aus den Figuren heraus. Ich mag Liebesbeziehungen, in denen die Figuren sich entwickeln müssen, um zusammenkommen zu können. Ich mag Liebesbeziehungen, in denen die Figuren Ziele haben, die sich grundlegend im Weg stehen. Ich mag Liebesbeziehungen, in denen der Konflikt aus mehr besteht als aus "Aber Jacob sieht ohne Shirt so gut aus, wie soll ich mich nur entscheiden?".

Außerdem laufe ich hier in Gefahr, Leser unglücklich zu machen. Wenn ich Team Jacob bin, dann enttäuscht mich das Ende von Twilight vielleicht, weil die Autorin mir die Romanze so schmackhaft gemacht hat, ohne dass etwas daraus wird. Um das zu verhindern muss ich eine Option als deutlich besser darstellen als die andere, das macht das ganze dann aber wiederum langweilig.

Ein paar Beispiele, die mir spontan einfallen:

Twilight: Das fand ich furchtbar aufgesetzt und unnötig. Es war vollkommen klar, dass sie am Ende mit Edward zusammenkommt und Jacob dann mit ihrer Tochter... beim besten Willen, nein. Fand ich ganz furchtbar. Das war einfach nur eingeschoben, um einen Konflikt künstlich heraufzubeschwören, weil die Beziehung zu Edward so perfekt war, dass sie sehr schnell langweilig wurde.

The Invisible Life of Addie LaRue:
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The Raven Cycle:
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Für mich funktioniert das hier, weil alle Beziehungen genügend Zeit haben, um sich zu entwickeln und weil es keine Figur gibt, die einfach eingeschoben wurde, um der zweite Love Interest zu sein. Vielleicht wäre die Beziehung zwischen Adam und Blue am Ende nicht nötig gewesen, aber gestört hat sie mich auch nicht.

Diviners:
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Hier stört mich das schon ein wenig. Evie schwankt zwischen zwei Männern, ohne dass es einen guten Grund gibt, warum das Buch unbedingt beide Liebesgeschichten braucht. Was mich hier aber vor allem stört, ist dass ich eine der möglichen Optionen sehr mag und die andere... so gar nicht. Ich mag die Reihe sehr gerne und werde sie zu Ende lesen, aber ich wünschte, es gäbe hier für Evie nur einen Love Interest und sie hätten das ganze Drama mit dem anderen gestrichen. Es trägt nichts zur Handlung bei, ihre Beziehung zu Sam wäre auch so kompliziert genug, weil sie beide sehr sture und unabhängige Personen sind und ich langweile mich so sehr, sobald sie wieder anfängt, mit Jericho anzubändeln. Außerdem hat die Serie wirklich viele Figuren und das ist nicht die einzige Liebesgeschichte, was es nochmal unnötiger macht. Ich hoffe mal, die Autorin löst das noch gut auf.

The Cruel Prince:
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Hier hat es für mich funktioniert, weil ich nicht das Gefühl hatte, dass es ein wirkliches entweder A oder B ist sondern Romanzen mit zwei unterschiedlichen Personen, die ihre eigene Relevanz für die Geschichte haben.

Shadowhunters: Ich gebe zu, ich habe nur die Serie gesehen. Mir wird immer wieder gesagt, die Bücher wären besser, aber ich glaube nicht, dass ich sie je lesen werde. Hier fand ich das alles denkbar schlecht gelöst. Clary verliebt sich in Jace, aber Simon war immer in sie verliebt und beide Romanzen haben mich nicht überzeugt. Sie mag Jace weil er düster und geheimnisvoll und oft ein ziemliches Arschloch ist, nicht so die Qualitäten, nach denen ich bei einem Mann suche. Mit Simon versteht sie sich gut, aber hier kommt wieder das Klischee, dass der Kindheitsfreund sich als wahre Liebe herausstellt, als könnten Männer und Frauen nicht einfach nur befreundet sein. Außerdem kommt sie nur mit Simon zusammen, weil sie dann auf einmal glaubt, Jace wäre eigentlich ihr Bruder. ??? Dann erfährt sie, dass er nicht ihr Bruder ist, aber ihr Bruder will dann die ganze Zeit mit ihr zusammenkommen. Ja, weniger Inzest hätte der Serie gut getan. Simon kommt dann überstürzt mit jemand anderem zusammen. Dann gibt es noch ein völlig bescheuertes Love Triangle zwischen Alec, Magnus und irgendeiner anderen Frau, das nur darauf basiert, dass Alec sich nicht eingestehen will, dass er schwul ist und deshalb zustimmt, die Frau aus politischen Gründen zu heiraten, damit Magnus ihm am Traualtar dramatisch davon abhalten kann. Ja, ich kann die Serie nicht empfehlen. Aber am Ende war ich von keiner einzigen Romanze wirklich überzeugt und alle alternativen Love Interests waren nur eingeschoben, damit es mehr Drama gibt, weil die Serie sowieso schon ziemlich langweilig war.

Jane the Virgin: Hier funktioniert die Dreiecksbeziehung für mich, weil die ganze Serie sich klassischer Telenovelatropes bedient und sie gleichzeitig aufs Korn nimmt. Ihre Beziehung zu beiden Männern wird gut aufgebaut und sie entwickeln sich gemeinsam. Ich war bis zum Schluss nicht sicher, für wen sie sich entscheiden wird und hätte beide Lösungen nachvollziehen können. Aber ganz grundlegend ging es in der Serie ja darum, dass es eine Telenovela ist, die sich über Telenovelas lustig macht und gleichzeitig eine Art Hommage an das Genre ist. Deshalb nehme ich der Serie keine Dreiecksbeziehung übel, genauso wenig wie all die bösen eineiigen Zwillinge oder plötzlichen Tode oder das plötzliche Auftauchen von Personen, die eigentlich vor zwei Staffeln gestorben sind.
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Elona am 10. Januar 2021, 20:10:07
Ich wäre für eine Dreiecksgeschichte, bei der eine Frau zwischen zwei Männern steht und sich am Ende die Männer kriegen und die Frau leer ausgeht.
Schon erledigt - Ende 2019.  8)

Wobei ...  :hmmm:
... die Arme verstirbt, sonst wären sie wohl zu dritt (geblieben) ... zählt dann vermutlich nicht, oder?  :hmhm?:
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Guddy am 11. Januar 2021, 20:39:42
Also ich bin echt kein Fan von Dreiecksgeschichten.
Dass sie vorhersehbar sind würde ich nichtmal sagen, am Ende ist es wahrscheinlich auch eher so, dass man nur glaubt, es vorher gewusst zu haben. Aber letztlich sind die Chancen dass man Recht hat, auch echt hoch.  ;D

Für mich ist es besonders unbefriedigend, weil ich meistens für "den Falschen" bin, also den, der nicht "als Sieger" hervorgeht. Aber am schlimmsten finde ich eigentlich, dass es in den meisten Dreiecksbeziehungen, die ich kenne, immer darum geht, dass die eigentlich als 08/15 beschriebene Frau plötzlich von allem und jedem begehrt wird und das wirkt auf mich in diesen Fällen unfreiwillig komisch, da ich das Gefühl habe, dass es da sehr penetrant um eine Fantasie geht.

Und dann noch dieser Kampf... ach ich weiß nicht. Habe noch keine Dreiecksbeziehung gelesen (glaube ich), die ich authentisch gefunden habe. Es wirkt auf mich einfach immer verkrampft und gewollt.

Aber ich lasse mich gern überzeugen, dass es auch natürlicher geht! :)
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Robin am 19. Januar 2021, 08:54:00
Für mich ist viel zu oft das Problem, dass die gefühlt durchschnittliche Dreiecksbeziehung eigentlich nicht wirklich eine ist, weil zwischen den zwei Love Interests nur die fadenscheinigsten Verbindungen bestehen. Ich habe da lieber ein Pattern, wo jeder mit jedem zusammenkommen könnte, aber es vielleicht aus irgendeinem Grund nicht zu einer gesunden Dreierbeziehung kommen kann.

Aber das bin halt ich.  :rofl:  Meine eigenen Versuche, eine zu schreiben, sind meist schnell darin untergegangen, dass sie am klassischen Problem leiden. Es gibt nur eine logische Beziehung und die dritte Partie wirkt aufgepropft.
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Herbstblatt am 19. Januar 2021, 15:48:48
Hmmm.... Ich würde wohl keine Geschichte lesen, die von einer richtigen Dreiecksbeziehung handelt, also in der drei Charaktere miteinander in einer Beziehung sind. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sowas funktioniert und denke, dass der Dritte im Bunde immer übrig bleibt, uuh, nein, dieses Übrigbleiben erinnert mich dann an mich selbst.  :P Wahrscheinlich würde ich eins lesen, zum Auftakt, aus Neugier... aber damit anfreunden kann ich mich jetzt schon nicht.

Meine eigenen Versuche, eine zu schreiben, sind meist schnell darin untergegangen, dass sie am klassischen Problem leiden. Es gibt nur eine logische Beziehung und die dritte Partie wirkt aufgepropft.

Oh ja, das finde ich ganz schrecklich, wenn es vorhersehbar ist undd ie dritte Partie einfach eingeschoben wurde, um das Drama interessanter zu machen.... Ich schreibe zum ersten Mal sowas in die Richtung und laut meinem Testleser passen die drei untereinander nicht zusammen, aaaah. Na, mal sehen, wie sich das noch entwickelt, die Romanze steht ohnehin nicht im Vordergrund, von daher ist es wohl nicht so schlimm.  :P
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Elona am 19. Januar 2021, 16:22:12
@Guddy jetzt bin ich verwundert. Ich dachte, du magst "Blau" und "Blind"?
Wobei ich deine Argumentation voll nachvollziehen kann. Ich war auch in den Bänden für den anderen.  :rofl:
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Gilwen am 19. Januar 2021, 16:57:46
Ha, ich bin meistens auch für denjenigen, der am Ende allein bleibt. Meistens ist es ja so gelöst, dass recht schnell klar ist, für wen die Person in der Mitte sich entscheiden wird, und das sind oft Gründe, die ich nicht nachvollziehen kann.
Bei Twilight zB hab ich nie verstanden, warum sie sich für den Vampir entschieden hat - eiskalte Haut, glitzert in der Sonne, beobachtet sie beim Schlafen (creeeeepy), dieser starre Blick vs Tattoos, Muskeln, friert nie und ist ne treue Seele. Da wurden mir auch die zusätzlichen Hundehaare auf dem Teppich nichts ausmachen  :rofl:

Aber tsja, was soll ich sagen? Ich mag Dreiecksgeschichten nicht so gern, aus den schon von euch genannten Gründen. Irgendwie hat es sich aber ergeben, dass ich in meiner Trilogie nun doch eine reingewurschtelt habe, und ich bin nun am überlegen, wie ich damit am besten umgehen soll. Mir gefällt unter anderem nicht, dass die Person in der Mitte als das Nonplusultra steht, um das sich alle Kerle prügeln (überspitzt gesagt), und mich nervt die Vorstellung, dass sich die beiden anderen nun versuchen gegenseitig zu übertrumpfen, das ist doch kein Wettstreit ::)

Ich stelle grade fleißig Szenen um und werde die Sache eindeutiger machen. Drama hab ich auch sonst genug!
Obwohl mir die Idee auch gefällt, dass sich am Ende die beiden Kerle kriegen. Aber - nein. Nein  :rofl:
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Herbstblatt am 19. Januar 2021, 17:23:41

 und mich nervt die Vorstellung, dass sich die beiden anderen nun versuchen gegenseitig zu übertrumpfen, das ist doch kein Wettstreit ::)


Ah, das tun meine beiden Charaktere auch gerade...  :P



Obwohl mir die Idee auch gefällt, dass sich am Ende die beiden Kerle kriegen. Aber - nein. Nein  :rofl:

Oh ja, die Möglichkeit hab ich bei mir auch in Betracht gezogen, aber hm, das wird's nicht spielen.  :D

Das ist wirklich schön zu wissen, dass ich mit dem Problem nicht allein dasteh  :D

Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Aylis am 19. Januar 2021, 21:11:53
@Herbstblatt : Aber es gibt doch in Reallife Beziehungen zwischen drei Menschen...? Also ich kann mir das schon gut vorstellen. Früher dachte ich auch immer, Trio Freundschaften würden nicht funktionieren, aber ich hab so eine. Natürlich ist eine Beziehung etwas anderes, aber es gibt doch viele Menschen im echten Leben, die zu dritt in einer "committing relationship" leben.
Mit etwas Recherche kann man sowas sicher auch schreiben und, wenn es gut recherchiert ist, auch lesen.
Wenn es nicht dein Ding ist, ist das okay. Aber generell funktionieren kann es denke ich schon. :)
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Herbstblatt am 20. Januar 2021, 13:26:52
@ Ayilis: Schon möglich, dass es funktioniert, ich persönlich hab mit einer ungeraden Anzahl von Leuten nur schlechte Erfahrungen gemacht.  :P
Wenn eine romantische Beziehung zwischen den dreien funktioniert, ist das fein für sie, nur wenn in einer Geschichte darin ein Charakter vernachlässigt wird, finde ich das sehr unangenehm zu lesen. Abgesehen davon finde ich das unromantisch und wenn die Romantik der Hauptplot wäre, wär das gar nichts für mich.
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Niemand am 20. Januar 2021, 17:00:24
Ich glaube tatsächlich auch, dass Dreiecksbeziehungen funktionieren könnten. Ich mochte den Film "Vicky Christina Barcelona" sehr gerne. Auch wenn sie da natürlich alle ein Rad abhaben, fand ich den Teil mit der Dreiecksbeziehung glaubwürdig. Oder in "Professor Marston & The Wonder Women" konnte ich das auch sehr gut nachvollziehen. Das sind natürlich dann aber Varianten, wo keine:r wirklich zwischen den anderen beiden steht (also keine Schenkelbeziehung ;D), sondern sie ein echtes Dreieck bilden.
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Venetia am 14. Februar 2021, 13:25:57
Irgendwie hat es sich aber ergeben, dass ich in meiner Trilogie nun doch eine reingewurschtelt habe, und ich bin nun am überlegen, wie ich damit am besten umgehen soll. Mir gefällt unter anderem nicht, dass die Person in der Mitte als das Nonplusultra steht, um das sich alle Kerle prügeln (überspitzt gesagt), und mich nervt die Vorstellung, dass sich die beiden anderen nun versuchen gegenseitig zu übertrumpfen, das ist doch kein Wettstreit ::)

Die von dir genannten Punkte nerven mich auch an Dreiecksbeziehungen. Zwei Jungs/Männer streiten sich um das Non-Plus-Ultra.

Sie versuchen sich gegenseitig in den Schatten zu stellen und tun alles mögliche in ihrer Macht, um der Frau zu gefallen. Das ist jetzt scharfkantig geschrieben, aber so trifft es sicherlich auf das ein oder andere Buch zu. Ob es dem Leser gefällt, ist dessen sache. Mein Fall ist es nicht so ganz, wenn zwei Alphatiere in den Wettbewerb treten. Mir ist es wichtiger, was die Person in der Mitte empfindet und möchte - es bringt ja nix wenn die zwei anderen sich streiten, obwohl die Person in der Mitte keinen will oder schon weiß wen sie auserwählen wird. Anders ist es, wenn die "Mitte" zwei Romanzen führt, die nicht die Handlung und die Figur in ihrer Glaubhaftigkeit belasten.
Wobei ich auch gestehen muss, dass es für mich Ausnahmefälle gibt. Jane the Virgin wurde schon weiter unten genannt und als meine liebste Serie kann ich wohl ein Auge zudrücken.  :jau:

@Gilwen  Hast du schon einen Weg gefunden mit deiner Dreiecksbeziehung der Trilogie  umzugehen? Würde da gerne mehr erfahren. :)
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Gilwen am 17. Februar 2021, 08:57:14
@Venetia
Hast du schon einen Weg gefunden mit deiner Dreiecksbeziehung der Trilogie  umzugehen? Würde da gerne mehr erfahren. :)

Lieb, dass du fragst!  :knuddel:
Ja, ich bin im Moment zumindest ein Stückchen weiter - ich habe erkannt, dass ich die Dinge, die ich mir zwischendurch überlegt habe, doch so nicht machen kann  :rofl: Im Nano hat sich zwischen den Kerlen so eine Art Bromance entwickelt, diese Dynamik mag ich grade sehr. Der Dame in der Mitte nehme ich ab, dass eine Entscheidung schwer ist, weil sie zu beiden unterschiedliche Verbindungen hat. Da das Ganze eher eine Nebenhandlung ist, hab ich beschlossen, jetzt einfach mal abzuwarten. Zumindest in dieser Konstellation tut eh niemand, was ich möchte, da kann ich auch in Ruhe schauen, was passiert :d'oh:

Eine romantische Beziehung zwischen drei Personen finde ich sehr spannend, aber ich stelle mir die Umsetzung schwierig vor, damit sich niemand benachteiligt fühlt. Wobei natürlich jeder andere Ansprüche und Erwartungen an eine Beziehung hat! Ich werde mal die Augen nach Umsetzungen in Büchern offen halten.
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Mari am 17. Februar 2021, 12:20:59
Normalerweise finde ich Dreiecksbeziehungen á la Twilight auch eher vorhersehbar und unnötig. Das kommt mir auch "typisch Jugendroman" vor. Im echten (erwachsenen) Leben wären A und B wohl in einer Beziehung und einer hätte eine Affäre. Und müsste den Klassiker entscheiden: Mann verlassen oder Geliebten fallenlassen? So etwas würde ich wohl auch nicht gerne lesen, das geht selten ohne Verletzungen einher.

Trotzdem habe ich mir mal einen Plot gebastelt, der so ähnlich, nur ohne die Verletzungen sein sollte. Und dann kam alles ganz anders...  ::) Es war am Anfang ganz einfach: Mr. Prota A und Miss Prota B wurden zwangsweise verlobt. Prota B ist aber mega schüchtern und introvertiert, von ihr kommt da gar nichts. Nun kommt Miss Prota C daher, extrovertiert und alles, und A fliegt natürlich total auf sie. B fängt (aus anderen Gründen) an, aus sich heraus zu kommen und zeigt endlich, wer sie wirklich ist. Und natürlich sollte A am Ende mit B zusammenkommen, diesmal ohne Zwang. Das mit C war nur eine Bettgeschichte (in beiderseitigem Einvernehmen). Problem ist nur, die wollen nicht wie ich. Jetzt hat sich Miss B in Miss C verliebt und umgekehrt   :d'oh:
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Herbstblatt am 24. Februar 2021, 16:58:23
Oh ja, bei mir tun meine Charaktere in der Hinsicht auch nicht das, was ich mir gedacht habe und eine Lösung habe ich auch noch nicht gefunden. Bei mir ist das ähnlich wie bei Gilwen, dass das nur ein Nebenstrang ist, es wäre höchstens der Charakterentwicklung dienlich, darum warte ich auch mal ab... Ich zerbreche mir nachts trotzdem den Kopf darüber, haha. Ganz abschalten geht dann doch nicht.

Hmm... ich fühl mich ein bisschen voreingenommen... ich persönlich wüsste, für wen ich mich entscheiden würde. Ich möchte die Charaktere machen lassen, selbst entscheiden, nur weiß ich nicht, ob ich das Ergebnis dann so akzeptieren kann? @ Mari, Gilwen, habt ihr auch einen Favoriten und .. uhh... "rootet" ihr für ihn?  :P
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Mari am 27. Februar 2021, 12:34:08
@Herbstblatt In Liebesdingen wissen die meist besser als ich, was gut für sie ist... Also wird jetzt die ganze Story umgeschrieben. Was sein muss, muss sein *seufz* Aber immerhin wird es dadurch auch irgendwie interessanter, ich verlasse meine ausgetretenen Pfade, das ist ein guter Ansporn  :)
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Gilwen am 10. März 2021, 21:18:14
@Herbstblatt
Nee, einen Favoriten hab ich nicht, ich mag die beide sehr gern. Einer ist der Besonnene, auf den man sich verlassen kann, der Kindheitsfreund, einer, der seine Entscheidungen immer mehrfach überdenkt, und der andere ist impulsiv, trägt sein Herz auf der Zunge und ist auch sonst in vielem das genaue Gegenteil. So gesehen ist die Wahl schon spannend: Sicherheit oder Emotion? Ich glaube, ich hätte echt auch so meine Probleme mit der Entscheidung :rofl:
Zwischendurch hab ich drüber nachgedacht, für einen der beiden einen anderen Partner zu suchen, damit die Entscheidung erleichtert wird. Aber es muss ja auch nicht jeder immer jemanden finden. Vielleicht reicht ja auch eine wichtige Erkenntnis als Charakterentwicklung aus, da hätte ich glaube ich für beide schon etwas.

Bist du deiner Entscheidung schon näher gekommen? Wenn du einen Favoriten hast, vielleicht kannst du deine Figur ein bisschen in die richtige Richtung schubsen..?

@Mari
Oh, das klingt auch spannend! Dein neues Ende finde ich irgendwie richtig toll ;D
Titel: Re: Dreiecksbeziehungen
Beitrag von: Herbstblatt am 11. März 2021, 20:41:11
@Gilwen: Oh, freut mich, dass du fragst.  :D Ja, ich hab einen Favoriten. An Stelle meiner Protagonistin würde ich mich wohl für den Punk mit seinem vorlauten Maul entscheiden und nicht für den Patrioten mit dem Schwert.  :D Ich bin ja auch dafür, die Charaktere einfach machen zu lassen, eben wie Mari schon gesagt hat... trotzdem kann ich nicht anders, als meine Protagonistin ein bisschen in die Richtung zu schubsen. Die Frage ist, ob sie sich auch lässt. Und ich mag ihre beiden Kandidaten sehr gern, ach, es ist so schwer.


Zwischendurch hab ich drüber nachgedacht, für einen der beiden einen anderen Partner zu suchen, damit die Entscheidung erleichtert wird. Aber es muss ja auch nicht jeder immer jemanden finden. Vielleicht reicht ja auch eine wichtige Erkenntnis als Charakterentwicklung aus, da hätte ich glaube ich für beide schon etwas.

Bei mir wird wohl oder übel jemand leer ausgehen. Stimmt, nicht jeder muss immer jemanden finden. Nur tut mir das irgendwie selbst weh, vor allem, wenn ein Charakter sowieso schon so viel Sch- durchgemacht hat. >:
Die Möglichkeit, dass die Protagonistin sich für keinen der zwei entscheidet, hatte ich auch schon, vielleicht dass sie sogar jemanden findet, der bisher noch kein Kandidat war, hm. Ach, ich bin so wahnsinnig spannend, wie das ausgeht.  ;D