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Autor Thema: Fantasygenres und Subgenres: Unsere Schubladen  (Gelesen 77102 mal)

Offline Fianna

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Re: Fantasygenres und Subgenres: Unsere Schubladen
« Antwort #150 am: 21. Juni 2021, 23:40:13 »
"Schwachsinn für Minderbemittelte"
Wenn ich sowas lese, krieg ich Bauchschnerzen. Solche Abwertungen sind gängig, wenn man sich ärgert, aber ich wurde in den letzten Monaten dafür sensibilisiert, wieviel Leute man damit verletzt und achte darauf, solche Worte zu vermeiden...  :-\

Um mal was zum Thema beizutragen, was mir schon seit mehreren Beiträgen auf der Zunge liegt: bei den so sehr engen Genrebezeichnungen gehe ich meistens davon aus, dass es nicht unbedingt ein Begriff ist, der sich durchsetzen soll, sondern der besseren Auffindbarkeit für passende Leser dient.

Letztes Jahr war ich (nicht nur ich) auch sehr irritiert von der Bezeichnung "Historische Fantasy" bei rein fiktionalen Werken ohne starke Anlehnung an eine Kultur, Werke, die ich auch nicht unbedingt in den englischen Begriff des Genres sortiert hätte... aber die haben sich direkt oder indirekt an der Bezeichnung orientiert, weil andere SPler es genau so verwendeten.
In kleineren Sparten kann man bei Amazon eben schneller im Ranking steigen... so hat sich irgendwie ein neues Verständnis von dem Begriff geprägt, weil Autoren es ähnlich verwenden und Leser da relativ Ähnliches finden.

Ähnliches würde bei Swan Lit oder Hen Lit passieren - gut,  da gibt es keine Kategorie in den Onlibeshops, aber wenn man sich abseits davon (auf Social Media usw) mit diesem Begriff verknüpft, sorgt das auch für bessere Sichtbarkeit als wenn man den weiter gefassten Oberbegriff nimmt.

So erfinden sich ständig neue Subgenre oder die Bedeutung von Bestehenden wird (zumindest in der Leserwahrnehmung) umgedeutet, wenn es nur genug Leute zeitgleich auf dieselbe abweichende Weise verwenden.
   

Offline Mindi

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Re: Fantasygenres und Subgenres: Unsere Schubladen
« Antwort #151 am: 22. Juni 2021, 00:01:44 »
@Fianna
Das hat @Manu aber auch nur aus dem Zitat übernommen, dass Barra aus Wikipedia hervorgeholt hat.

Und boh, der Artikel zeigt mal wieder, wie Frauenverachtend gerade die (wie auch immer gearteten) Beiträge über Literatur in der Wikipedia sind. Da könnte ich ...  :kotz:
Allein schon die Art, wie da in hochtrabenden Worten auf diesem Genre getreten wird.

Nicht, dass mich irgendetwas mit dem Genre verbindet, aber wenn man schon darüber schreibt, kann man das doch sicherlich auch machen, ohne regelmäßig drauf zu spucken.

Offline Manu

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Re: Fantasygenres und Subgenres: Unsere Schubladen
« Antwort #152 am: 22. Juni 2021, 10:01:16 »
Danke, @Mindi :)
Genau, der Begriff war aus dem Wikipedia-Zitat übernommen, und ich habe ja gerade geschrieben, dass ich nicht nachvollziehen kann, wie man auf so was kommt.
Nur nochmal zur Klarstellung: Ich habe überhaupt kein Problem mit seichter Unterhaltungsliteratur. Seichte Unterhaltung gibt's übrigens auch für Männer, denn nichts anderes sind z.B. viele Actionfilme in meinen Augen – Unterhaltung ohne viel Anspruch. Da Frauen im Allgemeinen mehr lesen als Männer, gibt's für Frauen da eben auch eine nicht gerade kleine Nische auf dem Buchmarkt.

Offline Barra

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Re: Fantasygenres und Subgenres: Unsere Schubladen
« Antwort #153 am: 01. Juli 2021, 20:31:08 »
Irgendwie hab ich verpasst, dass hier noch Kommentare waren.
Ich sehe das übrigens auch nicht so wie in den Zitaten. Und ja, Wikipedia ist wirklich eklig. Vielleicht hätte ich noch mal als Vergleich dazu eine englische Variante anbieten sollen.
Mit Chick-Lit habe ich an sich als Überbegriff oder nicht, auch kein persönliches Problem. Ich dachte nur, wenn es eben viele (Frauen) als eher abwertend inzwischen verstehen, warum sollte jemand dann freiwillig in diesem Genre etwas veröffentlichen wollen?

Dass sich Genre und Subgenre immer wieder neu erfinden und Cluster bilden, finde ich nicht mal schlimm. Ist ein bisschen wie in der Musik. Ich liebe die Metal-Map. Nur mal als Vergleich. Darüber habe ich so tolle Bands wie "Orphaned Land" gefunden, hätte nie vermutet, dass mich Oriental Metal abholen könnte. Und so ist das mit unseren Genre auch. Vor dem punkigen genannten Buch, welches ich vor etlichen Posts nannte, von Frau Kroug, hätte ich nie gedacht, dass ich was mit Chick-Lit anfangen könnte. :)
Ich mag Genre. Und wollte niemandem Bauchweh bereiten, mit dem sehr aggressiven Zitat.
   Torkelnde Orks im Orkan
  

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