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Grim & Gritty

Begonnen von RockSheep, 11. Dezember 2013, 16:09:26

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Phea

Grim und Gritty ... Ich dachte erst an die Brüder Grimm, als ich das gelesen habe. Mein erster Gedanke: Es gibt Schwester Gritty?  :rofl:

Dass es eine neue Genrerichtung sein soll, ist mir bisher nicht bekannt gewesen. Ich ordne die Bücher eh immer noch folgendermaßen ein: Fantasy, nicht Fantasy. Ist es Fantasy? Kommt in meine Buchsammlung. Ist es das nicht? Bleibt draußen.  ;D

Ich bin gespannt, wieviele verschiedene Genrerichtungen es innerhalb der Genres noch geben soll.

Pygmalion

Ich habe davon auch echt noch NIE gehört...ich weiß auch gar nicht, ob das nötig ist, alles bis ins kleinste Detail durchzukategorisieren...Was genau das jetzt für ein Fantasybuch ist und worum es geht, steht doch aufm Klappentext :D

Fianna

#17
Sword and Sorcery (ein Untergenre der Low Fantasy) war für mich immer dasselbe wie Grim & Gritty, ich dachte, das ist nur ein "modernerer" cooler Name.

Kennzeichen der S&S:
-  graustufige Charaktere, es gibt kein klassisches Gut und Böse.
-  Realismus & Logik: man hat nicht einfach ein fettes Militär parat stehen oder einen Boten der x Tage braucht, das hat schon eine realistische Grundlage. Und zwar nicht nur, weil es plotrelevant ist, dass der Bote solange braucht oder dass der Held über Kriegsvorbereitungen stolpert, sondern als Selbstzweck - weil es eben eine logische, realistische Welt ist, die präsentiert wird.
-  Es geht aber auch stark um moralische oder ethische Konflikte (offensichtlich oder im Hintergrund), es werden Situationen geschaffen, in denen das Schlechteste aus den Figuren herausgeholt wird bzw. werden kann.

Joe McCollough fasst das mit dem Zitat "Sword and Sorcery is fantasy with dirt" eigentlich perfekt zusammen.


Wenn Scott Lynch jedoch auch als Grim & Gritty gehandelt wird, muss ich mein Genreverständnis (Gleichsetzung mit S&S) erweitern.

Steffi

Zitat von: Macpheana am 11. Dezember 2013, 19:46:48
Grim und Gritty ... Ich dachte erst an die Brüder Grimm, als ich das gelesen habe. Mein erster Gedanke: Es gibt Schwester Gritty?  :rofl:


Gitty vielleicht ... ich hatte mal ne Tante, die so hieß  :rofl:
Sic parvis magna


Christian

Zitat von: Luna am 11. Dezember 2013, 16:24:23
Und, das von unserem Christian :D. Die Suchmachine hat mir nämlich auch die bei Lovelybooks mit Grim & Gritty getaggten Bücher ausgespuckt und da wird Christans "Herz der Greakar" zusammen mit Joe Abercrombie genannt :jau:.
Ah, sehr schön. Das System funktioniert!  ;D Ich schreibe mir grim & gritty auf die Fahnen (und die Webseite), weil es einfach passt - und zwar zu allem, was ich (unter diesem Namen) schreibe. Andere Begrifflichkeiten, wie Sword&Sorcery, High oder Low Fantasy, auch Military Fantasy (leider) sind aus meiner Sicht nicht zutreffend oder passend genug. Die "Kriterien" trifft Djamena ganz gut, finde ich. Wobei ich da bei Greakar I schon ein wenig ausgebrochen bin. Das hat ja sowas wie ein Happy End.  ;)

Cailyn

Mir gefällt dieser Begriff "Grim&Gritty" auch äusserst gut. Also schon nur der Klang...cool!
Leider trifft es nicht so auf meine Storys zu. Die Figuren sind zwar schon etwas grim und etwas gritty, aber gesamthaft gibt es halt auch viel Schönes und Idealisiertes in meiner Welt. Aber für mein neues Projekt "Die Piratin" habe ich mir erlaubt, die Gang, in welcher einer meiner Figuren zugegen ist, "The gritty fingers" zu nennen. Worte, die einem gefallen, sollte man ja auch benutzen, oder?  ;)

Chris

Ich kenne "grim & gritty" aus der Comic-Welt, als Frank Miller Batman revolutioniert hat: In Dark Knight Returns handelt der Superheld nicht mehr heldisch und strahlend, sondern arbeitet mit Tricks und Fiesheiten. Das Setting ist düster, die Helden gebrochen, Gewalt spürbar und fies ... - es führte zu einer Welle von dunklen Comics, auch Dark Age genannt:

http://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/TheDarkAgeOfComicBooks

Coppelia

Aha, hier gibt es also einen Thread dazu. :)

Ich suche eine Genrebezeichnung für "Ritter und Henker". (Link) Ich habe schon länger überlegt, aber keine Ahnung, was "richtig" ist. Ich tendiere in Richtung "Grim & Gritty", bin mir aber nicht ganz sicher.

- In diesem Roman geht es in erster Linie um ethisch-moralische Konflikte. Es gibt düstere Figuren, und zum Teil geht es ziemlich ruppig zu. Die Grundstimmung ist sehr düster.
- Fast alle Figuren sterben. :P
- Magie im Sinn von "jemand spricht Zaubersprüche" spielt überhaupt keine Rolle, aber übernatürliche Elemente sind vorhanden.
- Der Roman ist nicht allzu realistisch, da er auch mythologische Elemente enthält und der Fluch einer Gottheit eine wichtige Rolle spielt. Auch Verwandlungen sind relativ zentral; hier gab es Anregungen von Ovids Metamorphosen.
- Er enthält eindeutig Horrorelemente (ein Kennzeichen für das Genre Dark Fantasy?), aber keine Erotik und Romantik (die es bei Dark Fantasy angeblich geben soll. Na ja, Sex und eine Beziehungkiste gibt es, aber das mit "Erotik und Romantik" zu bezeichnen, würde völlig falsche Erwartungen wecken.)

Was meint ihr? Es ist mein erstes Buch in der Art.

Wildfee

Wenn ich mir die Definitionen so angucke und an die Schnipsel denke: Jepp :jau: Schublade passt  :)

Kaeptn

Jo, klingt passend. Wobei mittlerweile "Grimdark" geläufiger zu sein scheint. Joe Abercrombie, für mich einer der Vorreiter und der bekannteste Autor des Genres, nennt sich bei Twitter auch @LordGrimdark.

Das Genre ist ja auch meine Autorenheimat. Leider kennt Amazon es nicht. Wählt man dort stattdessen Dark Fantasy, tummeln sich dort neben vereinzelten Grimdarks vor allem Vampire, Werwölfe und dazu auch noch die ganze Fantasy-Erotik (Liebe zu Engeln, Gestaltwandlern, was weiß ich), bis hin zu "Monsterbreed: Geschwängert im Tentakelhaus" (aktuell Platz 5) - von daher hab ich auch schon überlegt, meinen Selfie doch lieber unter die klassische Fantasy zu hängen, weil man da einfach mehr gleichartiges findet (Joe Abercrombie z.B.).
Jörg Benne
.....................
http://www.joergbenne.de

Coppelia

Vielen Dank! :) Grimdark habe ich tatsächlich auch schon gehört. Ich werde mal schreiben "Grim & Gritty/Grimdark". Ne? :jau: Mag ich.

Fianna

#26
Ich würd einfach sagen: typische Low Fantasy.
Ich verstehe nicht, wieso man alle paar Jahre neue Subgenres für die Subgenres erfinden muss.

Bei einigen Romanen mag es schwierig sein, eine Übereinstimmung mit Low Fantasy zu finden, weswegen ein neues Subgenres erfunden werden muss. Aber deshalb muss man doch nicht jeden Roman nun dort einordnen.

Nach der Nennung Deiner Punkte und was ich im NaNo mitbekommen habe, ist es glasklare Low Fantasy für mich, keine Notwendigkeit, dem Kind einen neuen  Namen zu geben, den noch weniger Leute (Verlage / Agenturen / Leser) zuordnen können.

Coppelia

#27
Danke für die Stellungnahme! Mit meiner persönlichen Definition von Low Fantasy deckt es sich nicht. Es hat eindeutig epische Strukturen und auch gute und böse Figuren (z. B. meinen "guten Ritter" als Helden und den "bösen König" als Antagonisten). Natürlich ist das alles nicht so einfach und offensichtlich, aber es ist vorhanden. Außerdem spielt es in der High Society der Fantasywelt. Meine "Halben Sachen" mit den zwei kaputten Mafiosi als Hauptfiguren wären für mich eher Low Fantasy. :hmmm: Aber das kann man vermutlich alles unterschiedlich definieren.

Ehrlich gesagt weiß ich auch gar nicht, ob heutzutage noch viele Leser*innen mit dem Begriff der Low Fantasy etwas anfangen können. Grim & Gritty ist zumindest mir häufiger begegnet.