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Orsolya – eine Todgeweihte beginnt zu leben

Begonnen von alba, 07. Juni 2026, 23:34:12

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alba

Lange ists her, dass ich die Vorstellungsgespräche für einen Charakter genutzt habe, aber seitdem ich mein BachelorProjekt abgegeben habe, habe ch wieder etwas mehr Zeit und überarbeite (eher: schreibe und plotte neu) mein derzeitiges Manuskript. Das lag stolze 1.5 Jahre herum und die Rohfassung muss jetzt einmal komplett umgekrempelt werden.
Eine meiner beiden Hauptcharaktere gibt mir ziemlich viele Rätsel auf. Aber nicht die »Gegenwartsversion« von ihr, sondern die »Zukunftsversion«. Aber erstmal von vorne:

Ihr Name ist Orsolya Kazima Anaximander, von Freunden »Solya« genannt. Der Name bedeutet »kleine Bärin (ich persönlich liebe Namen mit Bedeutungen). Der Leser lernt Orsolya in Buch 1 (geplant ist eine Trilogie) in einem sogenannten Todeslager kennen. Sie ist eine Todgeweihte, heißt: In ihrem Blut fließt zu viel Magie. Das führt zu unkontrollierbaren Magieausbrüchen, die nicht nur für die Person selbst, sondern auch für die Umwelt und Mitmenschen gefährlich sind. Mädchen (und Todgeweihte sind ausschließlich Frauen) werden deshalb bei ersten Erscheinungen von Todesmalen in diese Lager fernab der Zivilisation gebracht. Die meisten von ihnen werden nur um die 20 Jahre alt – jeder Magieausbruch stärkt ihre Magie und schwächt ihren Körper, bis sie im Endeffekt von ihrer eigenen Magie verschlungen werden.
Orsolya ist die erstgeborene Tochter des Königs von Andorlan. Als Frau ist sie von der Thronfolge ausgeschlossen (und auch von der Magieausbildung oder sonstigen höheren Rängen und Funktionen), sie war aber immer ein sehr wissbegieriges und aufgeschlossenes Kind, das sich gerne unter Menschen aufgehalten hat und am Hofe wie auch beim Volk sehr beliebt war (man hatte große Hoffnungen auf eine SEHR allianz-trächtige Heirat, natürlich ::) ). Das Ganze hat ein jähes Ende, als Orsolya sich selbst als Todgeweihte entpuppt. Weil das ein Skandal für das Königshaus wäre, gilt sie offiziell als tot seither. Inoffiziell wurde sie in ein Todeslager gebracht.
Der Leser lernt Orsolya etwa 8 Jahre danach kennen. Zu diesem Zeitpunkt hält sie wenig am Leben – ich würde tatsächlich so weit gehen, dass lediglich ihre beiden Freundinnen, Maarja und Nenelia sie davon abhalten einen endgültigen Ausweg zu finden. Zu hoffen ist anstrengend, es zerrt Energie und irgendwo ist Hoffnung auch ein brutales Konzept: egal wie oft man fällt, wie weit der Weg nach oben ist, man krallt sich mit blutigen Finger in die steile Felswand. Solya hat diesen Willen irgendwo in den letzten acht Jahren verloren – zumindest scheint es so. Sie wird zu Beginn von Buch 1 auf die zweite Protagonistin, Neera, treffen, die sie mehr aus Eigennutz wie Mitleid aus dem Todeslager zerrt und das erweckt einen kleinen Funken in Solya. In Buch 2 und 3 findet sie immer mehr ins Leben zurück – tatsächlich aus Notwendigkeit auch in eine Führungsposition.

Ich will nun wissen, wer sie ist, diese lebendige Version von Orsolya. Bisher gibt es nur Buch 1, bisher kenne ich nicht viel von ihr außer »sie ist ziemlich kaputt«. Vergangenheits-Ich war so begeistert von einer gebrochenen Prota, die dem Tode geweiht ist, dass sie auf die heilende Version vergessen hat ;).

Soweit also zum Hintergrund. Ich lass euch jetzt mit Solya allein :D Danke schonmal im Voraus!  :winke:

Eine junge Frau trat ins Freie, der Schnee knirschte leise unter ihren Stiefeln. Es hatte den gesamten Tag geschneit und erst jetzt, wo die Sonne hinter den Bergen verschwunden war und immer mehr Sterne am Nachthimmel aufblitzten damit aufgehört. Die Frau streckte ihr Gesicht dem Himmel entgegen, atmete den Geruch von Schnee und Kälte ein. Erst als der kleine Schattengeist an ihrem Handgelenk leise zu schnattern begann, wandte sie sich von den Sternen ab.
Eine weitere Frau schritt auf sie zu. Sah man genauer hin, schienen ihre Umrisse in verschiedenen Farben zu flackern.
»Ah, Solya. Ich dachte mir schon, dass ich dich hier finde. Ich wollte dir nur Bescheid geben, dass die Besucher angekommen sind.«
Orsolya neigte den Kopf, knöpfte sich ihren knielangen Wintermantel zu. »Ich schätze sie sind im alten Tempel?« Maarja legte den Kopf schief »Woher-?«. »Intuition.«, antwortete sie mit einem Zwinkern. Außerdem hatte Orsolya vorhin ein leichtes Ziehen gespürt – seit Neera und sie ein Blutband geknüpft hatten, spürte sie, wenn Neera ihre Magie anzapfte. Es gab nur einen Raum auf diesem Gelände, der groß genug für mehrere Leute war und der zufällig auch kein Dach besaß und deshalb die Wärme von Neeras Feuermagie benötigte. Der alte Tempel. Oder eher, die Ruine, die davon noch übrig war.
»Na dann wollen wir mal.«, murmelte Solya und wandte sich in Richtung der hochaufragenden Tempelüberreste um. »Kommst du mit?« Maarja schüttelte ihren Kopf. »Nein, ich hab noch zu tun. Sie brauchen mich bei den Übungsstunden der Lichtfänger.« Sie wackelte mit ihren Fingern und ihre Hand schillerte in allen Farben des Regenbogens. »Bin ja anscheinend gar nicht so schlecht darin.« Orsolya schmunzelte, nickte Maarja zu und machte sich auf den Weg zur Halle des Tempels.
Wie erwartete brannten in den Feuerschalen im Inneren Neeras blau-violette Flammen, der Sternenhimmel spannte sich anstatt eines Daches über die bröckelnden Säulen. »Bereit?«, murmelte Orsolya ihrem kleinen Schatten am Handgelenk zu. Schnatternd löste er sich von ihr, zischte tiefer in die Halle, wo sich eine kleine Menschengruppe gesammelt hatte. »Schätze das war eine eindeutige Antwort.«, stellte sie fest und trat ebenfalls auf die Menge zu.



ps. falls sich jemand gerne Songs anhört: Aktuell ist mein Main Theme für Solya »Sand Drawing« von Judah Earl. Fragt mich nicht warum, aber ich finde darin sschwingt sehr viel Hoffnungslosigkeit und gleichzeitig Hoffnung auf Neuanfang mit? Wie auch immer.
May the bridges I burn light my way.

Sam

Hallo alba,

nach deiner Erzählung scheint mir Solya traurig zu sein. Doch der Schein kann auch trügen.
Wir schauen mal... Ich stelle Fragen mit einigen Möglichkeiten. Diese sind lediglich Vorschläge. Selbstverständlich ist Solya nochmal anders, und die Vorschläge dienen dem Gedankenankurbeln.

Wenn Solya von jemanden gestoßen werden würde und ein rohes Ei auf ihre Schuhe fallen ließe, wie würde sie reagieren?
  • Sich gleich um die Schuhe kümmern? Umdrehen und den Schnatterschatten auf den Stoßenden auslassen, ohne zu fragen, ob es ein Versehen war?
    Die Stoßende anschreien? Oder vielleicht gar fragen, ob es der Person gut geht und was der Grund des Stoßes war?
Was macht Solya am liebsten Abends? Allein mit dem Schatten sein? Mit ihren Freundinnen stricken? Ihre Dolche (oder sonstige Waffen) polieren? Sich danach sehnen, in einem großen Ballsaal zu tanzen (ist im Todeslager wohl nicht so angesagt, die Beschäftigung?)
Wenn Solya von jemanden höherstehenden angeschrieen würde, was würde sie machen: schweigen und versuchen zu vergessen? Zurückschreien? Schweigen und später heimzahlen?

Mag sie atemberaubende Aussichten? Oder würde sie am liebsten sich davon verstecken, da sie nicht glaubt, aus ihrem Lager herauszukommen?

Was macht sie nebenbei, wenn sie nachdenken muss? (aus dem Fenster starren, an den Fingernägeln kauen, Schneeflocken malen?)

Wenn es ihr ganz schlecht geht, wie zeigt es sich? Weint sie? Kommt sie nicht aus dem Bett? Versucht sie, dass "zufällig" etwas passiert (sie springt rutschige Hänge herunter oder läuft im Sturm von A nach b?)

Was verbindet sie mit ihren Freundinnen?

Was würde sie tun, wenn sie eine sehr teure Sache findet, die prinzipiell noch Besitzer haben könnte, die aber jedem gehören könnte, ohne ertappt zu werden?

Wenn sie Leid anderer (Fremder) sieht, helfen könnte, das ihr aber ungelegen kommt, was würde sie tun?

Wenn sie etwas großes planen muss, macht sie es alleine? Mit ihren Freundinnen? Hat sie einen Plan mit den Unterpunkten und klaren Alternativen? Macht sie es spontan, wie es eben kommt?

Ja, reicht, glaube ich erstmal.

Und als P.S. der Klassiker: Mag sie eher Eis, Torte oder Chips?


Sie wussten nicht, dass es unmöglich war, also haben sie es getan
Mark Twain