Tintenzirkel - Das Fantasyautorenforum

Handwerkliches => Workshop => Thema gestartet von: Zealot am 01. Januar 1970, 01:00:00

Titel: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Zealot am 01. Januar 1970, 01:00:00
Hallo erstmal,
ich habe mir gerade die Frage gestellt ob es eigentlich unbedingt nötig ist, dem Protagonisten auf einen Main Quest zu schicken... ich meine die meisten Fantasy-Bücher handeln vom grossen Kampf Gut gegen Böse bei denen der Held nur einige Nebenquest löst um am Ende dem Obermotz entgegen zu treten...

Das Problem ist einfach ICh habe keinen bösen Obermotz und mein Held ist auch kein wirklicher Held. Er ist nur ein junge der durch Neugier von einem Schlamassel in den nächsten  tappt... und auch die Antagonisten sind eigentlich nicht wirklich böse, für sie passt eher der umgedrehte Spruch des Mephisto aus Goethes Faust "Ich bin der, der stehts böses will und gutes dabei tut" für meine Antas würde deswegen gelten "ich bin der, der stehts das gute will und böses dabei tut"...
also was denkt ihr?? ich weiss, ich kann schreiben was ich wil, aber würdet ihr so eine Geschichte auch lesen wollen?

Hochachtungsvoll
Zelatour :)
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Dorte am 01. Januar 1970, 01:00:00
Ich lese keine Geschichten mit bösen Herrschern oder Leutchen, die wegen eines höheren Ziels von A nach B latschen müssen. Das hat Tolkien sehr schön gemacht, aber der 500. Abklatsch reißt mich einfach nicht mehr vom Hocker. Dementsprechend schreibe ich sowas auch nicht - keine meiner Geschichten hat den bösen Herrscher, und bisher führt auch noch kein wichtiger Weg von X nach Z, damit Y nicht in die falschen Hände fällt/zerstört wird/den wahren Herrscher erreicht/nach Avalon kommt etc.

Ein Held, der nun planlos durch die Gegend stolpert, kommt ja z.B. in "Stein und Flöte" von Hans Bemmann vor. Das Buch fand ich nicht gut, weil Lauscher (so heißt der Held) wirklich nur rumstolpert und sich wie der letzte Depp benimmt. Andere aber fanden das Buch gerade deshalb total umwerfend, da kommt man dann halt zur Geschmacksfrage ;) Ich für meinen Teil bevorzuge starke Figuren, also Leute mit ausgeprägtem Charakter (inklusive Stärken und Schwächen). Leute, denen immer nur was passiert, mag ich nicht, weswegen ich genau so jemanden in meinem Buch als Hauptfigur genommen habe, damit er endlich mal den Hintern hochkriegt - das ist einer der Plots des Buches ;)

Kurz: wenn du ein gutes Buch ohne bösen Herrscher und Weg von Beutelsend nach Mordor schreiben kannst, dann tu das. Bitte. ;D Bitte bitte!
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Astrid am 01. Januar 1970, 01:00:00
Die übliche Suche und Reise in Fantasyromanen ist ja als Reise zu sich selbst zu interpretieren - der unbedarfte Held stoplert in der Welt rum, lernt, Verantwortung zu übernehmen, für seine Überzeugungen zu kämpfen, lernt Verlust und Liebe kennen und wird allmählich erwachsen. Daß er dabei ziemlich häufig auf den Dunklen Herrscher trifft, der die Welt unterjochen will... nun ja... gähn. Das hat sich leider seit Tolkien so eingeschliffen, aber ich kann wirklich gut darauf verzichten. Die Seelenreise bzw. persönliche Entwicklung des Helden solltest du auf keinen Fall weglassen, aber die abgedroschene Reise von A nach B durch die mannigfaltigen Orte C, D und E mit den schlecht zusammenpassende Gefährten F, G und H kannst du dir wirklich sparen. Solange es eine innere Entwicklung gibt, kann dein Held auch das ganze Buch durch kopfüber in einem Bierbottich stecken.  ;D
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Zealot am 01. Januar 1970, 01:00:00
Zitat
Ich lese keine Geschichten mit bösen Herrschern oder Leutchen, die wegen eines höheren Ziels von A nach B latschen müssen. Das hat Tolkien sehr schön gemacht, aber der 500. Abklatsch reißt mich einfach nicht mehr vom Hocker.

eben, darum gings mir auch :) genauso schlimm finde ich inzwischen auch die Geschichten von wegen "XY aus unserer Welt, findet ganz reinzufällig ein Tor und eine andere Welt und wird dann in den Konflikt Gut gegen Böse gezogen"....
Das mit dem Stolpern war auch nur symbolisch,
gemeint... ;) Er ist ein ganz normaler junger Mann (für diese Welt) der irgendwann den Tipp bekommt einfach mal die ferne zu Erkunden ausserhalb der Stadt in der er Aufwägst. Also stellt er sich die alles entscheidende Frage, eine Frage die sich jeder von uns schon einmal gestellt hat. Eine Frage, aus deren Kraft heraus schon Weltwunder geschaffen worde sind....
und diese Frage lautet: "Warum eigentlich nicht?" ;)
Zitat
Die übliche Suche und Reise in Fantasyromanen ist ja als Reise zu sich selbst zu interpretieren
wo du gerade von der reise zu sich selbst sprichst, ich merke mit unter das mein Prot mir immer ähnlicher wird...
:o
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Rei am 01. Januar 1970, 01:00:00
Hmm, ich denke, es muß nicht immer der böse Herrscher am Ende sein... Hauptsache, die Geschichte hat überhaupt einen Sinn. Wenn ich A nur nach B, C, D und E tolpatschen lasse, wo sich alle über den armen Kerl kaputtlachen, weil ers zum dritten Mal nicht gebacken kriegt, seine Schuhe zu binden, dann finden die Leutchen im Dorf, die das in der Geschichte zum ersten Mal sehen noch witzig. Ich als Leser nicht mehr. Und das ist dann der Zeitpunkt, an dem ich das Buch zuklappe...

Wenn die Reise ihm aber dazu dient, sich zu entwickeln, dabei vielleicht etwas zu bewirken... Keine Ahnung, er trifft vielleicht jemanden, der ihn unter seine Fitiche nimmt, der ihm zeigt, wie man in dieser fiesen, gemeinen Welt zurecht kommt... Oder er fühlt zum ersten Mal, daß er auch sterblich ist, hat er sich doch immer für so unverwundbar gehlaten... Oder er trifft einfach die Liebe seines Lebens da draußen, heiratet sie und kehrt zusammen mit ihr nach Hause zurück...  Solche Geschichten klappe ich nciht zu und lege sie auch nicht weg (außer, sie sind grottenschlecht geschrieben...  ;)).

Au ja, das Tor... Das kann ich auch nicht mehr lesen... Schrecklich...
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Zealot am 01. Januar 1970, 01:00:00
Der Plot der Geschichte geht ungefähr so:
Junge wächst in den Slums einer Stadt auf -> Junge schuftet in Kohlemine -> Junge trifft alten Mann der die Welt von Ausserhalb kennt -> alter Mann sagt: "Geh raus und lerne die Welt kennen, weil hier du sterben jung" -> junge denkt sich erst "hmmm Priester sagen Welt ausserhalb schlecht und verdorben ->dann "hummm, warum nicht" -> junge geht raus und erlebt viele Abenteuer -> wird nicht verraten ;)
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Schelmin am 01. Januar 1970, 01:00:00
Zitat
weil hier du sterben jung


Ich habe ihn erkannt! Es ist Yoda!

Nein, das ist als Anfang doch okay. Aber irgend ein Ziel sollte er für sich doch finden. Er kann es ja auf seiner Reise finden. Vielleicht hat er ja einen Traum, den er immer verdrängt hat, weil er sich dachte: das schaffe ich nie. Und jetzt wagt er es. Oder so.
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Zealot am 01. Januar 1970, 01:00:00
Zitat


Ich habe ihn erkannt! Es ist Yoda!

Nein, das ist als Anfang doch okay. Aber irgend ein Ziel sollte er für sich doch finden. Er kann es ja auf seiner Reise finden. Vielleicht hat er ja einen Traum, den er immer verdrängt hat, weil er sich dachte: das schaffe ich nie. Und jetzt wagt er es. Oder so.


deswegen steht am ende ja auch -> wird nicht verraten :p
natürlich muss auch diese Geschichte so eine Art Finale haben... aber um ehrlich zu sein, weiss ich noch nicht wie es aussieht, vielleicht fällt mir das noch ein.... ;)
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Manja am 01. Januar 1970, 01:00:00
meine helden reisen gerne, deswegen reisen sie.
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Schelmin am 01. Januar 1970, 01:00:00
Vielleicht begibt er sich ja auf eine Suche, und weiß gar nicht genau, was er sucht. Er wird getrieben von einer Sehnsucht, aber er weiß nicht wonach. Am Ende findet er etwas ganz unscheinbares, und weiß aber, daß es genau das war, wonach er gesucht hat.


Rede ich jetzt dummes Zeug?:-/
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Zealot am 01. Januar 1970, 01:00:00
Zitat

Rede ich jetzt dummes Zeug?:-/

natürlich nicht ;)
Nun, der Grund warum sich der Char hinaus in die gefahrvolle und angeblich verfluchte Welt begibt, ist ganz banale Abenteuerlust und Neugier ;)
Das er da vielleicht das ein oder andere Geheimnis lüftet, wird sich nicht vermeiden lassen ;D
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Feuertraum am 01. Januar 1970, 01:00:00
Äh...im Gegensatz zu meinen Vorrednern sage ich ein ganz klares JA!
Warum?
Ich hatte während meiner Schreibausbildung 3 sehr wichtige Regeln gelernt:
1. Konflikt
2. Konflikt
3. Konflikt

Und im Prinzip läuft jede Geschichte darauf hinaus. Auch wenn Astrid sich därüber ereifert, aber ich wette, in jeder ihrer 3 Fragezeichen Bände läuft ein solcher Typus: "Gut gegen Böse" ab
Und das ist irgendwo auch gut so.

Man darf sich das Böse jetzt nicht unbedingt als alles verschlingende Macht vorstellen, aber es muß trotzdem etwas sein, was der Held als Endaufgabe hat, sein Ziel. Ansonsten würde ich als Leser mir irgendwo vera.... vorkommen.

Und was das abgeschliffene angeht.
Ja, gebe ich Ihnen recht.
Und trotzdem erscheinen Monat für Monat so viele Fantasyromane mit eben diesem Abgeschliffenen, und es wird gekauft.
Würde es nicht gekauft werden, dann würde es auch nicht mehr Erscheinen und sowohl Verlage wie auch Autoren umdenken.
Das passiert aber nicht: quad erum demonstratum: das Thema ist nicht wirklich tot.

Thats my two cents

LG

Feuertraum


Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Rei am 01. Januar 1970, 01:00:00
Von Adrian Mole gibts noch mehr Teile als den einen? *amazon durchwühl* Ich könnt heut noch Tränen lachen, wenn ich an die Salamischeibe denke, die tagelang auf dem Küchenboden lag...

Hmm, muß eine Geschichte unbedingt einen Konflikt mit jemand anderm beinhalten? Reicht nicht ein Konflikt, den die Figur mit sich selber hat? *grübel* Konflikt ist schließlich Konflikt. Und wenn "Ich" etwas erreichen will, "Mir" aber selbst im Weg stehe, KÖNNTE das zu einem Problem werden...  ;D
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Flafi am 01. Januar 1970, 01:00:00
Es ist nur halt einfacher, einen solchen inneren Konflikt auf einer Reise oder einem kleinem Abenteuer auszuarbeiten und diesen nach und nach vieleicht entstehen zu lassen oder aber halt zu lösen bzw. den Prot. reifen zu lassen.

Sicherlich, muss dies nicht in einer Geschichte Gut gegen Böse sein, aber halt verpackt in einen Rahmen mit wenigstens einem weiteren handlungsstrang, liest es sich halt besser.
Zumindest bei längeren Geschichten, also alles was über eine Novelle hinausgeht.

Ich lese z.B. seit über einem Jahr an dem Buch "Tochter des Winds" von Elisabeth Haydon, der erste Teil aus der Rhapsody Saga. Ich zwinge es mir nun hinein, weil ich einfach keine Geschichten unvollendet gelesen lassen kann. Aber in dem Buch gibt es für mich nciht soetwas wie ein Ziel. Zu Anfangs ja, da gab es einen Grund für die Reise, dies machte aber 100 von über 800 Seiten aus.... Irgendwas, dem man entgegeneifern kann, sollte für mcih da mit hinein.

Gruß
Flafi
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Roland am 01. Januar 1970, 01:00:00
Man sollte aber darauf achten, wenn man einen "typischen" Fantasyroman erzählt, dass es eben nicht "typisch" wirkt. Ich kann die ganzen Geschichten allmählich nicht mehr lesen, in denen immer ein Gegenstand gesucht wird. Aus Herr der Ringe mach Herr der Dolche, Kronen usw... Es gibt massenhaft Abklatsch von solchen Sachen, die groß und berühmt sind. Meist ist es nicht mit Absicht, dass es sich wie ein Abklatsch liest, aber denk dir halt etwas Bombastisches aus, von dem die Grundidee eine völlig neue ist im Gegensatz zu den üblichen Fantasyplots.


Lg Wulli!
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Flafi am 01. Januar 1970, 01:00:00
Wie wäre es mit Herr der Joghurtbecher?
"Sieben an die Zwerge, in ihren Höhlen aus lebenden Kulturen..."
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Astrid am 01. Januar 1970, 01:00:00
Zitat
Auch wenn Astrid sich därüber ereifert, aber ich wette, in jeder ihrer 3 Fragezeichen Bände läuft ein solcher Typus: "Gut gegen Böse" ab


Sehr geehrter Herr Feuertraum, tun Sie mir bitte einen Gefallen und reduzieren Sie mich nicht auf die drei ? ? ?. Im übrigen ereifere ich mich keineswegs über das "Gut gegen Böse"-Schema, nur über den abgedroschenen Dunklen Herrscher, dessen Bosheit den Himmel verdunkelt und die Erde verdorren läßt.
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Feuertraum am 01. Januar 1970, 01:00:00
@ Astrid: Tue ich nicht! Ich sage nur, das Sie in ihren geschriebenen 3 Fragezeichen Büchern auch den Typus Gut gegen Böse haben. Das ist keine Reduktion. Sollte es so aufgefaßt worden sein: sorry, war definitiv nicht so gemeint.

@Flafi: Sorry, aber an dieser Geschichte schreibe ich schon. Zwar keine Joghurt sondern Plastikbecher, und diese haben nur das Ziel, die Welt zu erobern, aber ansonsten...

@ Rei: Natürlich KANN ein Konflikt auch eine innere Zerrissenheit sein. Aber da ist es ja irgendwo, das "Böse".
Drum sagte ich ja, das das Böse nicht unbedingt das alles zerfressende Schwarze sein muß.  Der gierige Dämon, der die Welt an sich reißen will.
Nein.
Aber irgendwo muß ein Konflikt dasein, ein Ziel des Prots.

@ Roland...Mist, wieder ein Anthologiekäufer weniger, der meine Geschichte lesen wird... ;D ;D ;D

LG

Feuertraum
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Zealot am 01. Januar 1970, 01:00:00
Aber was ist mit den Abenteuern des Hackleberry Finn??
Oder die 13 1/2 Leben des Kapitän Blaubär??
Da entdecke ich keinen durchgehenden Kampf gut gegen Böse?? oder habe ich den einfach nur übersehen?
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Rei am 01. Januar 1970, 01:00:00
Hmm, Kapitän Blaubär gegen Hein Blöd...? *duck* Nee, erlebt der gute Blaubär nicht auch immer so haarsträubende Abenteuer gegen Kraken und was weiß ich nicht noch alles?

Sagen wirs mal so: Einen Gegner wird es immer geben müssen. Ohne passiert ja gar nichts...

Und wenn der Gegner im Grunde die gleiche Sache will wie mein Charakter? Nur mit anderen Mitteln? Was ist dann? Also, wenn beide was Gutes tun wollen, aber auf verschiedene Arten... "Ich sammle Geld mit ner Blechdose!" - "Dafür mach ich ne Rundmail, damit die Leute spenden!"... Und nu?
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Flafi am 01. Januar 1970, 01:00:00
Zitat

Und wenn der Gegner im Grunde die gleiche Sache will wie mein Charakter? Nur mit anderen Mitteln? Was ist dann? Also, wenn beide was Gutes tun wollen, aber auf verschiedene Arten... "Ich sammle Geld mit ner Blechdose!" - "Dafür mach ich ne Rundmail, damit die Leute spenden!"... Und nu?


Hm, in diesem Beispiel ist für mich aber kein Konflikt ersichtlich ;)
Außer natürlich es ist eine Art Wettstreit, indem am Ende zählt, wer mehr Geld eingenommen hat. Daraus könnte man durchaus eine recht lustige und interessante Geschichte machen, in der erzählt wird, wie der eine stets versucht den anderen auszutricksen oder halt zu sabottieren, um als Sieger hervorzugehen. Am Ende mit ner Poiente oder so ;)
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Rei am 01. Januar 1970, 01:00:00
Eben: Kein Konflikt, aber man trotzdem eine Geschichte draus machen... Ha, womit wir die drei Regeln Konflikt, Konflikt, Konflikt gebrochen haben (behaupte ich jetzt mal)... *duck* *vor Feuertraum versteck*

Oder ist ein Wettstreit ein Konflikt...? *vorsichtig aus dem Versteck lug*
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Rei am 01. Januar 1970, 01:00:00
Ich denke, wir sind uns im Grunde einig, daß es irgendwie krachen muß.

Und das andere von mir war nur theoretische Spinnerei. Wenn ich so eine Geschichte schreiben würde, würde ich mittendrin einschlafen. Mit dem Gesicht auf der Tastatur...
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Jules am 01. Januar 1970, 01:00:00
Jaaaaa....Rei, es ist ein Konflikt. Wettstreit ist Konflikt. Wettstreit ist: Ich will gewinnen! Und wenn die auch noch sabotieren ist es doch erst recht einer. Und was die Sache angeht, dass der Konflikt nur in mir selber ist, ich ihn mit mir selber habe, kann das natülich gerne sein, aber um ehrlich zu sein, würde es mir dann zu pseudo philosophisch werden. Es gibt schon ein Siddharta, das ich auch nie gelesen habe. Selbstfindung muss sein, ganz klar, aber es soll doch bitte auch noch was drum herum passieren. ;)
Mit dem Tor hab ich eine Geschichte, die danach schreit aufgeschrieben zu werden...allerdings kommt die Hauptperson nie in die andere Welt. Seine Schwester landet dort, kehrt nach Jahren zurück und hat Drachen, Vampire, Lichtgestalten und Elfen im Gepäck. Und die Fähigkeit für ihn, Golems etc zum Leben zu erwecken. Eigentlich mochte ich die Geschichte... 8)
Naja, back to topic: Natürlich ist kein Tolkienquest von Nöten, aber letztendlich sollte deine Geschichte auf irgendetwas hinauslaufen. Ich denke,man benötigt zumindest einen zentralen Konflikt, auch wenn nicht von Anfang an klar ist, was das für einer ist.
Und Captain Blaubär...ich hab's nie gelesen, aber ich denke mal, dass es eigentlich recht episodenhaft ist oder? Mann kann es vermutlich einteilen und jeder Teil hat dann seinen eigenen Konflikt. "Wir haben Hein ausgesetzt, aber er kam zurück. Die Kanibalen wollten ihn nicht, dachten er hätte SRW. Seerattenwahnsin. Den Rinderwahnsinn habe ich im Übrigen selbst ausgerottet. Alles was heute noch davon übrig ist, ist nur ein biller Abklatsch dessen, mit dem ich zu kämpfen hatte, gegen das ich ein Heilmittel von den KhariaInseln geholt habe, auf der ich auch gleich zum König gewählt wurde."
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Zealot am 01. Januar 1970, 01:00:00
ich denke das auch ein Wettstreit ein Konflikt ist!
Und natürlich muss es auch in meiner Geschichte Konflikte geben. Es ging mir darum ob ich unbeding einen GROSSEN KONFLIKT, der alle kleineren Konflikte verbindet brauche?
Aber um nochmal "Huckleberry Finn" als Beispiel heranzuziehen:
Auch der gute Huck und sein Freund Tom Sawyer sind wenn ich mich recht erinnere in keinem grossen Konflikt gewesen. SIe sind abgehauen um mit ihrem schwarzen Freund Jim den Norden zu erreichen, wo alle Schwarzen frei sind. Und haben unterwegs eben mehrere kleine Konflikte/Abenteuer bestanden.
Und so etwas hatte ich auch vor.
Mein Protagonist, verlässt seine Heimat um das Abenteuer zu suchen und davon findet er ziemlich viel... allerdings eben nur viele kleine, kein grosses mit das ihn am Ende gegen den Dämonenfürst XY führt, damit er dann die Welt retten kann.
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Dorte am 01. Januar 1970, 01:00:00
(Huck schipperte ohne Tom, aber mit Jim, den Mississippi nach Süden runter Richtung New Orleans ;) )

Hucks Geschichte hat auch Konflikte. Man könnte den ganzen Plot als Konflikt zwischen Huck - dem ungebildeten sozialen Außenseiter, der gerade deshalb hinter die Kulissen der Bürgerlichen gucken kann - und den Personen, die er auf seiner Reise trifft, deuten. Außerdem verdeutlichen Huck und Jim die Probleme zwischen Weißen und Schwarzen.
Worauf ich hinauswill - mir ist bisher noch keine konfliktlose Geschichte untergekommen, aber Konflikt heißt halt nicht immer "Typ A gegen Person B", sondern kann auch Richtung Gesellschaftskritik (wie bei Huck) oder in ganz andere Richtungen gehen.
(Nebenbei ist Hucks Buch unglaublich klasse, sollte man wirklich kennen - in der richtigen Fassung allerdings, nicht in der für Kinder aufbereiteten)
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Zealot am 01. Januar 1970, 01:00:00
Zitat
(Huck schipperte ohne Tom, aber mit Jim, den Mississippi nach Süden runter Richtung New Orleans ;) )

Hucks Geschichte hat auch Konflikte. Man könnte den ganzen Plot als Konflikt zwischen Huck - dem ungebildeten sozialen Außenseiter, der gerade deshalb hinter die Kulissen der Bürgerlichen gucken kann - und den Personen, die er auf seiner Reise trifft, deuten. Außerdem verdeutlichen Huck und Jim die Probleme zwischen Weißen und Schwarzen.
Worauf ich hinauswill - mir ist bisher noch keine konfliktlose Geschichte untergekommen, aber Konflikt heißt halt nicht immer "Typ A gegen Person B", sondern kann auch Richtung Gesellschaftskritik (wie bei Huck) oder in ganz andere Richtungen gehen.
(Nebenbei ist Hucks Buch unglaublich klasse, sollte man wirklich kennen - in der richtigen Fassung allerdings, nicht in der für Kinder aufbereiteten)



Erwischt, ich habe es tatsächlich nicht gelesen...  :-[
Ich war mir aber irgendwie sicher das die beiden nach Norden wollten, aber vielleicht vertausche ich da auch was....
Ich werds irgendwann mal lesen, aber nachdem ich mich während meiner Studienzeit einem "Faulkner-lesezirkel" angesclossen hatte, war mir irgendwann irgendwie die Lust auf die typische Südstaatenliteratur vergangen.

Und wie gesagt natürlich hat auch meine Story Konflikte... Man könnte natürlich sagen, das der grosse Plot aus meherern kleinen besteht.
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Arielen am 01. Januar 1970, 01:00:00
Ich denke mal, daß ein Roman einen Weg beschreitet um von a nach b zu kommen ist die Queste, die in jedem Buch enthalten ist. Aber man muß sie ja nicht zum Haupt-Thema machen, viele Fantasy-Romane funktionieren auch, weil sie das Genre Fantasy nur als Setting benutzen und in Wirklichkeit Liebesroman oder Krimi oder Kriegsroman sind.
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Lastalda am 01. Januar 1970, 01:00:00
Ich denke, Du brauchst keinen klassischen Showdown, solange ein ordentlicher Handlungsbogen bleibt. Viele kleine Konflikte sind völlig okay. Voraussetzung ist eben, dass der Protagonist sich im Laufe dieser Konflikte entwickelt und dass er irgendwo ankommt - sonst hast Du nämlich kein befriedigendes Ende. :)

Böse Herrscher finde ich sehr sehr langweilig... Mich persönlich reizt es eher, meine Charaktere innere oder zwischenmenschliche Konflikte bewältigen - oder daran scheitern - zu lassen. Wer braucht schon einen Evil Overlord, wenn gut und böse doch in jedem existieren? ;)
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Rei am 01. Januar 1970, 01:00:00
Zitat
Wer braucht schon einen Evil Overlord, wenn gut und böse doch in jedem existieren?


Das ist doch mal schön gesagt!! Das bringts auf den Punkt.
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Silvia am 01. Januar 1970, 01:00:00
Zitat


Das ist doch mal schön gesagt!! Das bringts auf den Punkt.



Dem muß ich mich mal definitiv anschließen!  :)
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Lastalda am 01. Januar 1970, 01:00:00
*verneig* Stets zu Diensten. ;)
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Ravenwild am 01. Januar 1970, 01:00:00
Hi ihr,
meine letzten freien Minuten heute Abend möchte ich nun doch damit verbringen hier mit zu diskutieren. Vorweg weise ich noch einmal darauf hin, dass ich soviel Ahnung von Fantasy habe, wie meine Freundin von Einparken (Achtung: Versteckte Ironie!).

Im Deutsch-GK habe ich gelernt, dass in jeder Geschichte, in jedem Roman und sogar in jedem Theaterstück ein zentraler Konflikt die Hauptholle spielt. Da es heute anscheint überlebenswichtig ist nach dem ersten Lesen einer Kurzgeschichte eine komplette Analyse im Kopf zu haben, kann ich bestätigen, dass an der Behauptung was dran ist. Wer will auch schon seine Zeit damit verschwenden eine perfekte Welt zu betrachten?
Die Idee mit dem „inneren Konflikt“ ist gar nicht so abwegig. Ich meine, schaut mal über Fantasy hinaus, Goethe hat das schon gut vorgemacht. Dabei lässt sich nun drüber streiten ob Werther ein unterhaltsames Buch ist oder nicht… *würg*
Aber reicht das wirklich für Fantasy? Hätte hier wirklich jemand Interesse zu erfahren, wie der alte König XY auf seinem Thron darüber nachdenkt, ob es nun richtig oder falsch ist seine Tochter mit dunklen Herrscher des Nachbarlandes zu verheiraten – wenn er auch auf seinem Schlachtross, an der Spitze seiner Männer, in das finale Gefecht zwischen Gut und Böse galoppieren könnte? Was ist interessanter, dem armen Schmiedesohn YZ beim Grübeln über den Sinn des Lebens zuzuhören oder ihn auf einer Reise zu begleiten, in deren Verlauf er gegen den letzten Drachen antreten muss?
Aus meiner Sicht gehört Gut und Böse in einen Fantasyroman wie das Salz in die Suppe! Und das sollte sich nicht nur in einem Protagonisten widerspiegeln sondern ruhig ein äußerer Konflikt sein. Hätten Tolkiens Orks gefehlt, die Story wäre verdammt öde geworden…
Ich war 2-Jahre lang DAS Meister und da habe ich etwas gelernt: „Desto übermächtiger der Gegner, desto schwieriger das „Hauptquest“ um so begeisterter die Spieler.“

Das war jetzt die Meinung eines Menschen mit sehr, sehr wenig Schreiberfahrung. Ich will hier natürlich keinem zu nahe treten, oder die Behauptung aufstellen, dass ich 100% Recht habe, ist halt nur meine Meinung.
Oh Gott, ich komme zu spät zum Bowlen, das ist eure Schuld…urghs!  ;)
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Zealot am 01. Januar 1970, 01:00:00
ich will aber gerade keinen uebermaechtigen Gegner im eigentlichem Sinne...
wenn man will koennte man sagen das der "uebermaechtige Gegner" in meiner Storz das herrschende Establishment ist, die Gesellschaftliche Struktur oder die Furcht im allgemeinen....  ;D
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Steffi am 01. Januar 1970, 01:00:00
Ich schreibe gerade einen Fantasyroman ganz ohne bösen Herrscher, Elfen, Zwerge, Orks oder Halblinge. Eigentlich kommen nur Menschen darin vor, eigentlich im Wesentlichen auch nur zwei Protagonisten, die sich zwar auf einem Weg von A nach B befinden, aber auch das nicht wirklich aus freien Stücken, sondern als Resultat einer Vertreibung. Und trotzdem gibt es in der Geschichte jede Menge Konflikte, innere Konflikte, Konflikte der Charaktere untereinander, Konflikte mit der Gesellschaft. Ich muss mich schon richtig zwingen, auch mal erholsame "unbekonfliktierte" (ja, das Wort hab ich mir ausgedacht ;)  ) Szenen zu schreiben weil das Ding sonst zu viel zu überfrachtet ist. Das Schöne ist aber, dass die Konflikte von mir nicht aufgezwungen werden sondern quasi ganz natürlich aus den Charakteren entstehen.

Diese Klisches sind auch der Grund, warum ich kaum Fantasy lese. Eine schöne Abwechslung war da die His Dark Materials Triologie, wo man sich bis zum Schluss gefragt hat, wer jetzt der Gute und wer der Böse ist...oder ob man das überhaupt so klar sagen kann.
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Lastalda am 01. Januar 1970, 01:00:00
Die wenigsten Fantasy-Romane sind so klischeehaft. Klar gibt es viele Herr-der-Ringe-Abklatschgeschichten und epische Fantasy kommt selten ohne solche großen Monumentalschlachten aus.
Aber die wirklich guten Fantasygeschichten haben sowas meiner Meinung nach nicht nötig!

Ja, ich finde es interesanter, die Gedanken eines "Evil Overlords" nachzuvollziehen als von irgendeiner Schlacht zu lesen - um vielleicht darauf zu stoßen, dass er gar nicht so böse ist, wie es nach außen hin scheint, und dass er genauso gute und nachvollziehbare Gründe zum Handeln hat, wie die "guten" - oder vielleicht sogar noch bessere!

Wer Fantasy auf solche epischen Riesenquesten/schlachten beschränkt, hat noch nicht viel gute Fantasy gelesen, vermute ich mal. Denn Fantasy ist und kann sehr viel mehr als das!
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Ravenwild am 01. Januar 1970, 01:00:00
Zitat
Wer Fantasy auf solche epischen Riesenquesten/schlachten beschränkt, hat noch nicht viel gute Fantasy gelesen, vermute ich mal. Denn Fantasy ist und kann sehr viel mehr als das!


Vielleicht ist das der Unterschied zwischen dem erfahrenem Leser und dem unerfahrenem Leser. Mir hängt das Gut-Böse Motiv wohl noch nicht zum Hals raus, aber ich scheine da nicht der Einzige zu sein. Ich habe gestern noch einen kleinen Ausflug in eine Buchhandlung gemacht und was ich da so als „Top-Fantasy“ geboten bekam unterschied sich nicht viel von HdR. Mein Blick schweifte über so vielsagende Titel wie: Die Elfen, die Zwerge, das magische Siegel (oder so)… und der Klapptext legte die Fronten bereits fest.
Ich glaube, dass die Zeit immer einen wichtigen Einfluss auf die Werke hat. Wenn man heute den Fernseher anschaltet kann man nicht mehr beurteilen, wer gut und wer böse ist. Ist es dann nicht natürlich, dass der Leser, wenn er liest um abzuschalten, sich nicht mit diesen Fragen auseinander setzen möchte?  ;)
Das kann man argumentativ noch viel weiter ausbreiten, allerdings glaube ich, jeder versteht was ich ausrücken möchte.
Ich will Dich auf keinen Fall angreifen, aber von diesem Standpunkt aus betrachtet bin ich sehr vorsichtig zu beurteilen was „gute Fantasy“ ist und was einen Roman dazu macht?  ??? Sicher, einfach abschreiben ist die bekloppteste Idee!
Vielleicht haben wir hier aber auch so ne Art Generationskonflikt gefunden, habe schon öfters gelesen/gehört, dass sich unsere Jugend nach alten Werten und Tugenden zurück sehnt. Damit bleibt das Ansichtssache!
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Steffi am 01. Januar 1970, 01:00:00
Damit hast du vermutlich nichtmal so unrecht. Es ist immerhin statistisch bewiesen, dass grade der Herr der Ringe sich zu Krisenzeiten besser verkauft, bzw. einen neuen Boom auslöst. Und zwar schon seit mehreren Jahrzehnten
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Moni am 01. Januar 1970, 01:00:00
Nur zur Begriffklärung des Wortes Quest:
deutsch: Suche, aus dem altfranzösischen queste, Ursprung Latein: quaestio dt.: "Forschung, Frage" bzw. quaerere und quaero, dt.: "fragen" und "suchen"
In der mittelalterlichen Artusdichtung beispielsweise ist die Suche nach dem Gral, "la Queste del Saint Graal", zugleich die Reise der Artusritter durch die Lande, ihr Kampf gegen Ungeheuer und weltliche Verlockungen, sowie ihre "innere Reise", also ihre Weiterentwicklung. (Leseempfehlung: Chrétien de Troyes: „Perceval",  und Wolfram von Eschenbach: „Parzifal". Gibt es beides in recht guten Übersetzungen, denn altfranzösisch und mittelhochdeutsch können vermutlich nicht alle...  ;) )
Die Queste ist nie als rein geographischer Begriff aufzufassen, sondern immer als umfassende Suche.
In der Sword & Sorcery Fantasy wurde die Queste zu einer simplen "wie erringe ich den Thron, werfe ich den bösen Oberschurken nieder und kriege die Prinzessin" Handlung degradiert.
Wenn man aber die Queste in ihrem ursprünglichen Sinn betrachtet, wird sehr schnell deutlich, daß eigentlich jedes belletristische Werk eine Queste beinhaltet und das sie absolut nicht der Fantasy vorbehalten ist.

Das war mein Wort zum 4.Advent
Moni

Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Steffi am 01. Januar 1970, 01:00:00
Also ist Quest mit der Aventure gleichzusetzen?
Titel: Re:Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Moni am 01. Januar 1970, 01:00:00
Die Âventiure kommt aus dem lateinischen "adventura", dt. das, was geschehen soll.
Darunter werden die Abenteuer und Bewährungsproben verstanden, denen der Held ausgesetzt wird. Es bezieht sich aber mehr auf die "äußeren" Kämpfe, die vom Helden selber gesucht werden und die durch ein höheres Geschick tatsächlich für ihn allein bestimmt sind.

Die Âventiure hat sich außerdem zu einer eigenen Gattung entwickelt, eben dem Abenteuerroman, bei dem die Queste ein Bestandteil sein kann.
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Manja am 01. Januar 1970, 01:00:00
*kicher*

Bei elfenblut war es so, dass der angebliche Evil Overlord arg... psycho war. Lange geschichte...

Bei meiner Zwillingsgeschichte... die beiden waren blöd genug den guten "Evil Overlord... äh, ne, doch nciht, nur ein Psycho" zu befreien und dann mussten sie einen Ort erreichen, wo einige fragen beantwortet werden - da an der Stelle aber auch "Der Rat von Urasemi" einsetzt, stoppen wir einfach dort, wo sie auf Eriat landen... und der Leser muss miene anderen Bücher lesen(und bitte auch kaufen) um weiterzukommen *hähä*.

Und bei der Fantasy-Parodie(heute angefangen *juchz*)... tja... es ist ne Parodie. Sie laufen.
Titel: Re: Re:Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Steffi am 01. Januar 1970, 01:00:00
Zitat
Es bezieht sich aber mehr auf die "äußeren" Kämpfe, die vom Helden selber gesucht werden und die durch ein höheres Geschick tatsächlich für ihn allein bestimmt sind.



Nur äußerlich? Wenn ich da so an unseren "Erec" denke von Hartmann von Aue, das ist sowohl eine Aventure als auch ein Artusroman, und ich denke schon das die Kämpfe da auch etwas Inneres beschreiben sollen.  ::)  Oder kann ein Roman sowohl Queste als auch Aventure sein? Bei uns in Mittelhochdeutsch lief das alles immer bloß unter Aventure...
Titel: Re: Re:Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Moni am 01. Januar 1970, 01:00:00
Zitat


Nur äußerlich? Wenn ich da so an unseren "Erec" denke von Hartmann von Aue, das ist sowohl eine Aventure als auch ein Artusroman, und ich denke schon das die Kämpfe da auch etwas Inneres beschreiben sollen.  ::)  Oder kann ein Roman sowohl Queste als auch Aventure sein? Bei uns in Mittelhochdeutsch lief das alles immer bloß unter Aventure...

Ich sagte ja auch nur "mehr" auf die äußeren, nicht gänzlich.
Die Grenzen zwischen beiden sind halt fließend.

Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Zealot am 01. Januar 1970, 01:00:00
ich habe das Wort Quest halt aus den Computer-RPGs entnommen, wo man ja einem Hauptquest folgt, bei dem man am Ende unweigerlich dem grossem Boesen gegenueber steht und zwischendurch mehrere kleiner Aufgaben loesen muss, die meistens nur dazu dienen, den Helden neue Faehigkeiten erlernen zu lassen, seine Attribute zu verbessern oder ihn Waffen und Ausruestungen finden zu lassen die ihm beim Finalem Kampf von nutzen sein werden.
Titel: Re: Re:Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Steffi am 01. Januar 1970, 01:00:00
Zitat

Ich sagte ja auch nur "mehr" auf die äußeren, nicht gänzlich.



Dann hatte ich dich falsch verstanden, sorry  :)
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Lastalda am 01. Januar 1970, 01:00:00
@Ravenwild:

Ich fühle mich durchaus nicht angegriffen.
Und ich denke, ich kann recht gut verstehen, was Du meinst. Wenn ich in den Bücherladen gehe und mir das Fantasyangebot ansehe, sehe ich dasselbe wie Du es beschrieben hast - und schüttele traurig den kopf. Fakt ist, dass sich dergleichen offenbar gut verkauft.
Fakt ist auch, dass ich meistens traurig kopfschüttelnd wieder gehe, weil nichts davon mich in irgendeiner Weise zum Lesen reizt.

Gut, mag sin, dass einige leute beim lesen gern komplett abschlaten und sih in einfachere Welten flüchten. Ich für meine teil kann nciht abschalten, wenn mir so ein schwarzweiß-Schema vorgesetzt wird.

Also, sagen wir einfach, Fantasy ist mehr als das, was im Buchladen steht. :)
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Ravenwild am 01. Januar 1970, 01:00:00
Zitat
Also, sagen wir einfach, Fantasy ist mehr als das, was im Buchladen steht.


Ich hätt´es nicht besser sagen können!  ;)
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Zealot am 01. Januar 1970, 01:00:00
Also diese Bestseller sind doch meistens doppelt platziert.
Meistens lachensie einem entgegen wenn man die Buchhandlung betritt und dnn nochmal in den enstprechenden Abteilungen
Titel: Re: Main Quest, unbedingt nötig?
Beitrag von: Moni am 01. Januar 1970, 01:00:00
*RÄUSPER*
Das gleitet langsam aber sicher von der "Main Quest" in allgemeine Bereiche der Buchplatzierung in Buchhandlungen...

Bitte das Topic wahren!