Tintenzirkel - das Fantasyautor:innenforum

Handwerkliches => Workshop => Thema gestartet von: Kati am 28. April 2011, 19:10:50

Titel: Was ist schlimm an ruhigeren Büchern?
Beitrag von: Kati am 28. April 2011, 19:10:50
Sorry für den dämlichen Threadtitel, aber mir ist nichts besseres eingefallen.  :) Ich wusste auch nicht, wo genau ich es hinpacken soll, aber ich denke mal, hier ist es am Besten aufgehoben, weil es ja schon etwas mit dem Handwerk Schreiben zu tun hat. Und ich hoffe mal ganz inständig, dass es diesen Thread nicht schon gibt. Gefunden habe ich nichts.  :bittebittebitte:

Mir ist in letzter Zeit aufgefallen, dass Bücher, in denen nicht ganz so viel passiert wie in anderen, von Lesern gern schnell zugeklappt werden. Dann heißt es: "Das ist aber langweilig" oder "Da kommt ja überhaupt keine Spannung auf!". Als Beispiele nenne ich einfach mal die All-Ager "The Hollow" von Jessica Verday und "Splitterherz" von Bettina Belitz. Ich mag beide Bücher, gerade wegen der schönen Naturbeschreibungen und dem etwas langsameren Geschichtsverlauf, aber als langweilig und unspannend kann ich sie beim besten Willen nicht bezeichnen.

Vielleicht ist die Frage ja total dumm, aber kann es sein, dass die meisten Leser es lieber mögen, wenn ein Konflikt durch große Kämpfe und Schlachten beseitigt wird, als durch Rätselraten und Knobeln? Dass Splatterkram irgendwie beliebter ist, als ein subtiles Gruseln? Ich kann mir das besonders in der Urban Fantasy nicht vorstellen,  weil die ja meist Alltagsprobleme mit Fantasy und Fabelwesen wie Vampiren oder auch Feen verbindet und das Kombinieren von Fakten und Hinweisen auch meist dazu führt, dass jemand rausfindet, mit welchem Fabelwesen er es zu tun hat oder wer den Geist, in den er sich meinetwegen verliebt hat, ermordet hat.

Natürlich meine ich jetzt nicht, dass ein Buch ganz ohne eine kleine Verfolgungsjagd oder Ähnliches auskommt, aber in beiden oben genannten Büchern gibt es auch solche Höhepunkte und trotzdem finden viele sie langweilig.

Wie seht ihr das und wo seht ihr die Grenze zwischen "Langweilig" und "Spannend" und vielleicht auch "überladen?"
Titel: Re: Was ist schlimm an ruhigeren Büchern?
Beitrag von: Shin am 28. April 2011, 19:17:19
Hallo Kati!

Tja, eine schwierige Frage. Ich muss sagen, ich mag Splatter und Gore, doch gegen Krimis habe ich auch nichts. Ich grusel mich gerne - wenn man es schafft, mich zum Gruseln zu bekommen.
Doch auf deine Frage hin, ob ruhigere Bücher von den Massen als zu langweilig empfunden werden, wahrscheinlich.
Fast jeder hat einen Fernseher zu Hause. Schalte da mal abends durchs Programm! Wilde Action-Szenen, überall laute Explosionen, spannungsgeladene Szenen, die Werbung trumpft zwischendrin mit nochmal höherer Lautstärke auf.
Draußen laute Autos, Sirenen, Hupen, viele blinkende Werbeanzeigen...
Unsere Welt ist reizüberflutend.
Und wenn ein Gelegenheitsleser nun mal zu einem Buch greift, so wird er auch hier Ähnliches erwarten.

Dies trifft natürlich lange nicht auf Jeden zu. Aber so könnte ich mir das von dir beschriebene Phänomen erklären.

lg
Shinya
Titel: Re: Was ist schlimm an ruhigeren Büchern?
Beitrag von: Telas am 28. April 2011, 19:24:16
Also wenn das Rätselraten und Knobeln gut gemacht ist, dann finde ich das durchaus genauso spannend, wie eine große Schlacht, wenn nicht noch besser, denn immer nur Gemetzel ödet irgendwann auch an. Ich denke Langeweile kommt schnell bei zu viel Hintergrundbeschreibungen und Infodump auf. Vielleicht waren vielen Leuten die Naturbeschreibungen in den Büchern, die du ansprichst, zu ausführlich.
Ich selbst bin auch ein eher ungeduldiger Leser und ich fürchte, damit bin ich nicht allein. Vor allem die ersten Seiten sind bei mir ganz entscheidend, ob ich ein Buch zu Ende lese oder nicht. Kommt da kein Rätsel, oder ein Ereignis, das mich zum Nachdenken bringt, lege ich das Buch in der Regel nach spätestens 50 Seiten weg. Man muss dem Leser einen Anreiz bieten, weiter zu lesen. Ob das nun ein Mord, eine Rätselaufgabe oder sonst irgendetwas ungewöhnliches ist, das sei einmal dahingestellt, aber es muss schon irgendetwas passieren.
Titel: Re: Was ist schlimm an ruhigeren Büchern?
Beitrag von: Sven am 28. April 2011, 19:31:41
Hallo Kati!

Ich glaube, Du verwechselst da etwas. Spannung ist nicht gleich Action. Eine Schlacht ist Action, eine Verfolgungsjagd ist Action. Spannung ist es, wenn der Leser mitfiebert. Wenn er wissen will, wie es weiter geht.
Ein Buch voller Naturbeschreibungen ist in meinen Augen ganz schrecklich. Da schaue ich mir lieber "Unsere Erde" auf Blu-ray an. Solche Beschreibungen sollten der Stimmung dienen, aber nicht um des Selbstzwecks wegen im Buch sein.

Ein Roman MUSS spannend sein, sonst liest ihn niemand (obwohl es ein paar Leute gibt, die nur lesen, weil es soooooo schön geschrieben ist. Der Inhalt ist ihnen egal). Ein Roman braucht Konflikte. Das bedeutet aber nicht, dass eine Actionszene die nächste jagen muss. Im Gegenteil. Ich finde sogar, dass solche Actionszenen nur in seltenen Fällen wirklich spannend sind.
Ein Rätsel ist spannend. Unwissenheit ist spannend. Die Zeit, in der man auf einen unausweichlichen Kampf warten muss, ist spannend. Die Action dient nur dazu, den Knoten, der sich immer fester gezogen hat, zu lösen.

Ein Roman, in dem nichts passiert, ist langweilig. Wenn nichts passiert, gibt es keine Konflikte und keine Spannung. Warum sollte ich so etwas lesen? Wenn ich will, dass nichts passiert, dann treffe ich mich mit meiner Exfreundin. Dabei muss ich dann auch meine Augen nicht so anstrengen  ;)
Ein Roman ohne Kämpfe allerdings können extrem spannend sein. In "Der Augensammler" von Sebastian Fitzek, kommt keine Verfolgungsjagd vor und keine Schlachtenszene, dennoch ist der Roman hochspannend.

Titel: Re: Was ist schlimm an ruhigeren Büchern?
Beitrag von: Kati am 28. April 2011, 19:47:28
Dasmeinichdochsoallesnicht.  ;D

ZitatIch glaube, Du verwechselst da etwas. Spannung ist nicht gleich Action. Eine Schlacht ist Action, eine Verfolgungsjagd ist Action. Spannung ist es, wenn der Leser mitfiebert. Wenn er wissen will, wie es weiter geht.

Ich sage ja auch nicht, dass ich das nicht spannend finde. Ich sage nur, dass viele Leser es nicht spannend finden, wenn keine Action da ist.
Ich meine, das für viele Leser, die ich kenne, eben keine Spannung aufkommt, wenn keine Action da ist. Sie wollen dann nicht weiterlesen.  ;)
In meinen Augen ist Spannung da, verstehst du, aber in deren Augen ist es total langweilig. Ich denke mir mal einen konkreten Fall aus. Hm... Sagen wir, ein Junge findet einen Stein. Mit einem Zeichen drauf. Und sucht jetzt die nächsten hundert Seiten die Bedeutung von dem Zeichen. Und da passiert sonst nichts, aber er kommt voran. Und hin und wieder beschreibt der Erzähler dabei, was weiß denn ich, Kirschbäume und Blumen, weil Frühling ist. Ich fände das spannend (wenn es ein besserer Plot wäre), diese Bekannten von mir, fänden das langweilig. Das meine ich. Die fänden das dann besser, wenn der Junge dreimal vor Monstern wegrennen müsste oder so etwas in der Art.

Ob etwas spannend ist, ist ja total subjektiv. Setzen wir mal vorraus, es ist Konfliktpotential da, aber eben nicht so viel Action, obwohl es die auch gibt. Habe ich jetzt einfach aus Versehen fast bloß Freunde, die sowas total langweilig finden und Action wollen, oder sind das die meisten Leser heutzutage? Ich frage, weil ich selbst eher so ein Labern statt Action Autor bin.  ;)

Ich möchte gern mal wissen, was andere Autoren so als "spannend" oder eben "nicht spannend" definieren.


Titel: Re: Was ist schlimm an ruhigeren Büchern?
Beitrag von: zDatze am 28. April 2011, 19:51:18
Ruhige Bücher sind nicht schlimm.
Von deinen genannten Beispielen habe ich jetzt zwar nur "Splitterherz" gelesen, aber ich hab schnell herausgefunden warum ich es langweilig finde: Das Buch war mir zu eindimensional. Hauptthema war die Liebesgeschichte. Es gab zwar ein paar andere Elemente (das Geheimnis um ihren Vater und Collins Background) aber im Endeffekt waren die nur zum Drüberstreuen.
Du hast es zwar als Allager bezeichnet, aber ich bin trotzdem noch ganz fest der Meinung, dass ich der falschen Zielgruppe angehöre. ;D
Zitat von: Sven am 28. April 2011, 19:31:41
Spannung ist nicht gleich Action.
/sign
Es muss nicht immer Blut und Gemetzel geben, um den Leser bei der Stange zu halten. Subtile Spannung ist nur eben verdammt schwierig umzusetzen.

[EDIT] ja, ich sollte mein Post noch einmal durchlesen vorm Absenden. :d'oh:
Titel: Re: Was ist schlimm an ruhigeren Büchern?
Beitrag von: Grummel am 28. April 2011, 19:56:32
zDatze mal so zustimm.

An sich müssen auch Bücher in denen Action und Kämpfe und Blut zu lesen ist nicht spannend sein. Spannung entsteht aus einem Konflikt. Ein Konflikt kann auch sein, dass man Erdbeeren mag aber eine Allergie dagegen hat. Wenn nun jemand ein lustiges und / oder trauriges Buch darüber schreibt, dass sich jemand mit niedrigem Bildungsgrad zum Professor hocharbeitet um ein Mittel gegen Erdbeerallergie zu erfinden und damit die menschheit auf alle zeiten glücklich macht, dann wird das ein tolles Buch. Wenn im gegenteil dazu BESCHRIEBEN wird, wie der Arme immer und immer wieder Erdebeeren ißt, zum Arzt geht und das ganze wieder von vorne, dann ist das langweilig. Ich hoffe das war einigermassen verständlich.

P.S.: Ich sitze hier ziemlich krumm in einer überfüllten Wartehalle in Dublin und deshalb bitte ich etwaige Rechtschreibfehler zu entschuldigen. ;)
Titel: Re: Was ist schlimm an ruhigeren Büchern?
Beitrag von: sirwen am 28. April 2011, 19:58:39
Hi Kati,

Also ich mag gerne ruhige Bücher. Konflikt muss nicht gleich Gewalt sein, finde ich (ah, das wurde mittlerweile ja auch schon gesagt). Ruhige Stellen können durchaus Konflikte beinhalten. Besonders unterschwellige Konflikte finde ich toll, wenn die durch wenig Handlung zum Ausdruck kommen können. Aber das liest in der Tat nicht jeder. Mich öden manchmal ständige Aneinandereihungen von Actionszenen an, da ist es mir lieber, wenn ein Autor mit dem Tempo und der Intensität variieren kann, wie in der Musik.

ZitatEin Buch voller Naturbeschreibungen ist in meinen Augen ganz schrecklich.
Ich hab mir gerade "Wanderungen im Norden" von Alfred Andersch gekauft. Gelesen habe ich es noch nicht, aber ich bin schon ganz gespannt auf die Landschaftsbeschreibungen ;).

EDIT:
ZitatSetzen wir mal vorraus, es ist Konfliktpotential da, aber eben nicht so viel Action, obwohl es die auch gibt. Habe ich jetzt einfach aus Versehen fast bloß Freunde, die sowas total langweilig finden und Action wollen, oder sind das die meisten Leser heutzutage?
Dann sollen die doch bitte sehr mal einen Film von Sofia Coppola schauen ...
Titel: Re: Was ist schlimm an ruhigeren Büchern?
Beitrag von: Sven am 28. April 2011, 20:25:10
zDatze hat da noch etwas Wichtiges angesprochen: Die Zielgruppe. Für jeden ist Spannung etwas anderes. Für Dich mag vielleicht ein 700 Seiten Wälzer voll mit Liebesgedöns super spannend sein, ich hätte mir wahrscheinlich bereits die Nasenspitze mit einem Hobel abgefräst, nur um zu sehen, was passiert  ;)

Daher sind die Zielgruppen auch so wichtig. Wenn ein Buch allerdings gut geschrieben ist, kann man auch Leser außerhalb der eigenen Zielgruppe begeistern.
Manchmal fehlt auch das gewisse Extra. Um mal Dein Beispiel aufzugreifen, der Junge findet ein mysteriöses Zeichen und ist fortan auf der Suche nach der Auflösung. Was jetzt noch fehlt ist eine gute Motivation des Jungen. Dieses Zeichen findet er auch in jedem seiner Kinderbücher! Jetzt gibt es hier zwei Dinge, die irgendwie in Verbindung stehen. Jetzt erst kann Spannung entstehen. Dieses Zeichen wird für den Jungen das Wichtigste in seinem Leben. Jetzt kann der Leser mitfiebern.

@Grummel: Dublin?  *schwärm* Die haben bestimmt guten Whiskey da  ;D 
Titel: Re: Was ist schlimm an ruhigeren Büchern?
Beitrag von: Fizz am 28. April 2011, 20:34:32
Also ich möchte kurz zur These "Action = Spannung" anmerken, dass es mir ähnlich geht wie sirwen. Manchmal sind es gerade die Actionszenen die ich getrost überblättere, weil ich mir schon grob ausmalen kann wie die Sache ausgeht. Ähnlich ist es bei Schlachten. Brauche ich nicht unbedingt.

Interessanter finde ich Situationen, die ich vielleicht selbst nicht kenne oder mir nicht zutraue. (Einen ersten Kuss findet man z.B. als Teenager toll, aber im fortgeschrittenen Alter muss ein Buch einfach ein wenig mehr bieten - mindestens einen Vampiren am anderen Ende ;D)
Oder was ich auch mag, sind unvorhersehbare Wendungen. Rätsel auch. Es muss halt etwas geben, was mich packt. Natürlich nie zu viel von alldem.

Eines meiner absoluten Lieblingsbücher ("Die Stadt der träumenden Bücher") hat meiner Meinung auch Passagen, wo einfach wenig passiert. Das hat mich aber nie gestört. Ich war so fasziniert von der Eleganz der Sprache, den zutreffenden Formulierungen und den ausgearbeiteten Details, dass ich einfach immerzu weiterlesen musste.
Titel: Re: Was ist schlimm an ruhigeren Büchern?
Beitrag von: Sanjani am 28. April 2011, 20:44:31
Hallo,

mir fällt leider gerade kein ruhiges Buch ein, das ich mal gelesen hätte und das mir besonders gut oder auch nicht gut gefallen hätte. Grundsätzlich kann ich meinen Vorrednern nur zustimmen. Was mir noch wichtig ist, ist, dass es nicht durchschaubar ist. Wenn ich ein Buch lese, wo irgendwie immer dasselbe passiert und ich bin schon längst dahinter gekommen, was das bedeutet, der Prota aber noch nicht, dann kriege ich die Krise. Aber das kann einem auch in Action Büchern passieren.
Ansonsten bin ich auch nicht so der Landschaftsfreak. Ich lese das gerne zwischendurch, aber nicht zu viel wie z. B. in herr der Ringe. Ich bin auch ein sehr großer Fan von Charakteren. Wenn die gut gemacht sind, dann lese ich ein Buch auch um deretwillen, weil ich wissen möchte, wie es ihnen am Ende ergeht. Und dann muss es auch nicht actionreich zugehen.

LG Sanjani
Titel: Re: Was ist schlimm an ruhigeren Büchern?
Beitrag von: Kati am 28. April 2011, 20:50:52
ZitatVon deinen genannten Beispielen habe ich jetzt zwar nur "Splitterherz" gelesen, aber ich hab schnell herausgefunden warum ich es langweilig finde: Das Buch war mir zu eindimensional. Hauptthema war die Liebesgeschichte.

:hmmm: Hmmm...jetzt, wo du es sagst. Aber ich bin ja eh ein---äh---- also, ich bin schnell "gespannt".  ;D Die Szene mit dem Gewitter zum Beispiel war mir schon genug Action. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich die Charaktere sehr gern mag, dass ich das Buch so mag. Man darf ja neben dem Plot auch nicht die Charaktere vergessen. (Klingt irgendwie gerade doof  ;D) Ich frage mich gerade ganz ehrlich, warum ich das Buch mag. Ich bin eigentlich nicht so sehr auf Liebesgeschichten aus. Kann natürlich auch dran liegen, dass wirklich viel Romantik zwischen den beiden auch nicht aufkommt. Äh ja, egal...

ZitatSpannung entsteht aus einem Konflikt

Ja. Nur reicht das vielen Lesern anscheinend nicht mehr. Wenn man mal Klassiker wie Dorian Gray oder die Sturmhöhe nimmt... da gibt es massig Konflikte und viele finden es trotzdem langweilig.

Sirwen: Genau.  ;)

Sven: Ich glaube, du hast Recht mit der Spur und dem Lebensinhalt des Jungen. Das meinte ich so ungefähr, als ich schrieb "Er kommt bei seiner Suche voran". Das Problem ist nur, was ist, wenn das Buch mit diesem Jungen jetzt einem Vierzehnjährigen gegeben wird und der meint: "Ach, nee, voll langweilig, so Kinderbücher und so. Wo sind die Monster?"

Versteht mich bitte nicht falsch, ich versuche hier auf keinen Fall zu sagen, dass Action dumm ist und die blöden Kinder lieber ruhige Bücher lesen sollen. (/Ironie)  Ich möchte da nur die verschiedenen Meinungen zu hören, weil ich mir selbst ständig anhören muss, dass ich langweilig schreibe und gerne ein Mittelding finden würde. Ein bisschen mehr Spannung, ohne die "Ruhe" ganz aufzugeben. Vielleicht ist das Thema einfach zu subjektiv für eine goldene Mitte... :-\
Titel: Re: Was ist schlimm an ruhigeren Büchern?
Beitrag von: der Rabe am 28. April 2011, 20:55:13
Huh, das ist ja mal ein Thread nach meinem Geschmack. Keine Ahnung wie andere dazu stehen, aber mein Nano-Projekt vom letzten Jahr ist im Prinzip genau das. Weil es mich immer wieder gestört hat, dass der Held einer GEschichte so toll und stark ist, ist meine Nano-Heldin quasi behindert und langsam. Sie muss etwas herausfinden und kann dabei nicht auf Teufelkommraus schnell sein, muss zuhören und sich langsam voranarbeiten, während der Kampf woanders stattfindet. Langsam, ohne Verfolgungsjagden, nur am Ende wird es ein Showdown geben, aber vorher ist es ziemlich ruhig. (wenn auch ohne Landschaftsbeschreibungen)

Mir gefällts bisher und es ist eine Herausforderung. Mal sehen, wie es jemand anders finden wird, wenn es irgendwann mal fertig ist... ;D
Titel: Re: Was ist schlimm an ruhigeren Büchern?
Beitrag von: Fizz am 28. April 2011, 21:01:38
Zitat von: der Rabe am 28. April 2011, 20:55:13
Sie muss etwas herausfinden und kann dabei nicht auf Teufelkommraus schnell sein, muss zuhören und sich langsam voranarbeiten, während der Kampf woanders stattfindet.

Also wenn das nicht ein super Beispiell für eine Konfliktsituation ist, die aus einer doch eher ruhigen Handlung entsteht. Ich finde das schon spannend. ;D
Titel: Re: Was ist schlimm an ruhigeren Büchern?
Beitrag von: RubinaGela am 28. April 2011, 21:10:48
Ruhige Bücher oder Action - ist das nicht Geschmackssache? Oder eine Frage des Temperaments? Manchmal auch der Laune. Bei Musik hört man doch auch mal dies oder jenes - je nach Stimmung.

Viel wichtiger finde ich den Gehalt einer Geschichte, ihre Dynamik bzw. einen gesunden Wechsel zwischen laut und leise, schnell und langsam usw. Wobei meines Erachtens ein Mitfiebern mit den Figuren besonders wichtig ist . Und ein guter Spannungsbogen bis hin zum zufriedenstellenden Ende.
Titel: Re: Was ist schlimm an ruhigeren Büchern?
Beitrag von: der Rabe am 28. April 2011, 21:15:00
Zitat von: Fizz am 28. April 2011, 21:01:38
Also wenn das nicht ein super Beispiel ist für eine Konfliktsituation ist, die aus einer doch eher ruhigen Handlung entsteht. Ich finde das schon spannend. ;D

*den nicht vorhanden Hut lüpf*
Vielen Dank für die Blumen. Ich hoffe, dass ich dem auch gerecht werde. :vibes:
Titel: Re: Was ist schlimm an ruhigeren Büchern?
Beitrag von: Pamina am 29. April 2011, 00:10:20
Zitat von: RubinaGela am 28. April 2011, 21:10:48
Ruhige Bücher oder Action - ist das nicht Geschmackssache? Oder eine Frage des Temperaments? Manchmal auch der Laune. Bei Musik hört man doch auch mal dies oder jenes - je nach Stimmung.

Seh' ich auch so.


Ruhige Bücher empfinde ich als überhaupt nicht schlimm, im Gegenteil. Manchmal hab ich so meine Momente, wenn ich sowieso schon von der Schule total gestresst bin zum Beispiel, da mag ich weder spannende Bücher lesen, noch mir spannende Filme anschauen und dann tut ein - in den Augen anderer - langweiliges Buch vollends seine Schuldigkeit :p
So ein bisschen Mary-Sue und Fluff ist dann auch mal ganz schön, hin und wieder finde ich es ganz angenehm zu lesen.

Außerdem gibt es in meinen Augen nichts schlimmeres, als wenn ein Autor versucht, so viel Action wie nur irgend möglich in seinem Buch unterzubringen, nur um diese oder jene Zielgruppe anzusprechen, wenn dabei dann viele andere Sachen verloren gehen, die das Buch auf seine eigene Art nett und charmant gemacht hätten.
Titel: Re: Was ist schlimm an ruhigeren Büchern?
Beitrag von: Fizz am 29. April 2011, 00:26:18
Zitat von: RubinaGela am 28. April 2011, 21:10:48
Ruhige Bücher oder Action - ist das nicht Geschmackssache? Oder eine Frage des Temperaments? Manchmal auch der Laune. Bei Musik hört man doch auch mal dies oder jenes - je nach Stimmung.

Sicher. Aber wahrscheinlich bezieht sich die Frage auch auf die Mehrheit der Leser.
Ähnlich wie bei der Musik: Bestimmt hören manche Personen auch Death Metal oder Schranz, aber die Mehrheit mag eben Pop.
Wenn man dem Mainstream folgt, hat man einfach bessere Erfolgschancen.
Das hat dann aber weniger was mit guten oder schlechten Buch zu tun.
Titel: Re: Was ist schlimm an ruhigeren Büchern?
Beitrag von: RubinaGela am 29. April 2011, 00:44:45
Zitat von: Fizz am 29. April 2011, 00:26:18
Sicher. Aber wahrscheinlich bezieht sich die Frage auch auf die Mehrheit der Leser.
Es kommt doch auch darauf an, was man der Mehrheit vorsetzt, oder?
Und den Geschmack der Mehrheit teilen,   :no:  muß man ja nicht.

Als "Geschichtenerzähler" kommt es meiner Meinung nach besonders darauf an, ehrlich zu sein, sonst wirkt man schnell unglaubwürdig. Und läßt es an Begeisterung fehlen. Sich zu verbiegen macht weder dem Autor Spaß noch überzeugt es letztendlich den Leser.
Titel: Re: Was ist schlimm an ruhigeren Büchern?
Beitrag von: Fizz am 29. April 2011, 01:01:38
Zitat von: RubinaGela am 29. April 2011, 00:44:45
Es kommt doch auch darauf an, was man der Mehrheit vorsetzt, oder?
Und den Geschmack der Mehrheit teilen,   :no:  muß man ja nicht.

Als "Geschichtenerzähler" kommt es meiner Meinung nach besonders darauf an, ehrlich zu sein, sonst wirkt man schnell unglaubwürdig. Und läßt es an Begeisterung fehlen. Sich zu verbiegen macht weder dem Autor Spaß noch überzeugt es letztendlich den Leser.

Sehe ich eigentlich genauso - ich schreibe auch nach meinem Geschmack - aber wenn man mit schreiben Geld verdienen möchte, wird man wohl in die Schiene gepresst. Menschen sind Neuem generell erst Mal misstrauisch gegenüber. Aber ich find es gut, wenn jemand sich traut ihnen etwas Neues vorzusetzen ... naja egal das geht eben zu zur ins OT :)
Titel: Re: Was ist schlimm an ruhigeren Büchern?
Beitrag von: Jade am 29. April 2011, 06:28:25
Kennt jemand von euch "Leaving Paradise"? Da geht es vor allem um die inneren Konflikte der Protagonisten. Da gibt es keine Action im Sinne von Gemetzel und Blut fließen.
Dennoch finde ich es wahnsinnig gut, so spannend, dass man es garnicht mehr aus der Hand legen möchte. Das liegt daran, dass die Protas realistisch sind und ihre Probleme ebenfalls. Außerdem entwickeln sie sich weiter. Ist das nicht gerade essentiell für ein gutes Buch?

Jade
Titel: Re: Was ist schlimm an ruhigeren Büchern?
Beitrag von: Wollmütze am 29. April 2011, 08:11:00
Nichts ist schlimm an ruhigen Büchern, ganz im Gegenteil! Nur ist es eben schwerer Spannung aufzubauen, wenn sich das Buch vor allem mit der Psyche des Charakters befasst, deshalb tun es viele Autoren schlicht und einfach nicht. Vielleicht verkaufen sich Action lastige Bücher auch besser? Wahrscheinlich ist es damit einfacher, auf die Schnelle zu überzeugen.
Allerdings finde ich, dass Twilight auch unter die Kategorie "Ruhige Bücher" fällt,- da ist doch nicht so viel Action drin, oder? *sich erinner* Die meiste Zeit faseln die doch oder Bella führt Innere Monologe? Ein-zweimal im Showdown kommt dann ein bisschen Fahrt rein, aber ansonsten ist es doch ziemlich gestrecktes, langsames Tempo. Und Twilight verkauft sich ja immerhin gut.
Titel: Re: Was ist schlimm an ruhigeren Büchern?
Beitrag von: zDatze am 29. April 2011, 09:26:06
ZitatWenn man mal Klassiker wie Dorian Gray oder die Sturmhöhe nimmt... da gibt es massig Konflikte und viele finden es trotzdem langweilig.
Ich tippe ganz stark darauf, dass diejenigen dann nichts mit den Konflikten in deinen zwei genannten Büchern anfangen können. Möglicherweise war aber auch der Stil abschreckend. Deine beiden Beispiele sind ja auch nicht mehr ganz die jüngensten Erscheinungen. ;)

Vielleicht ist die Unterscheidung zwischen "ruhig" und "spannend" auch nicht ganz richtig. Es kommt mMn darauf an, ob ich mit dem Erzähler warm werde und ob mich der Konflikt überhaupt interessiert. Mich interessiert schließlich auch nicht jedes Thema. Natürlich lese ich auch Bücher, die nicht 100%ig in mein übliches Beuteschema fallen, aber das dann meistens aus Neugierde (Ha! Da haben wir es schon wieder!) weil mich z.B. der erste Absatz fesselt. Entweder vom Inhalt oder vom Stil her ... das ist ganz unterschiedlich. Oder weil es mir jemand empfohlen hat.
Titel: Re: Was ist schlimm an ruhigeren Büchern?
Beitrag von: Hoellenpfau am 29. April 2011, 12:47:11
Schwierige Frage!
Ich persönlich mag beides...
ich liebe es, wenn Hercule Poirot herumrätselt, wie der Mord geschehen konnte und man selbst die ganze zeit nicht aus Spannungsgründen liest, sondern einfach immer mehr zum Vorschein kommt und man denkt "ha, so hat der Mörder das gemacht - ganz klar!!" und am Ende ist es doch eine andere Lösung.
Ich mag es, wenn Figuren ruhig dahin schwelgen und sich Gedanken machen, ich mag aber auch aufreibende Fluchtszenen oder so was.

Das Einzige Buch, was ich nach der Hälfte weggelegt habe, weil über zwei oder drei Seiten eine Waldlichtung beschriben wurde war Tintenblut! Da wurde mir das dann doch zu viel.
Aber ich persönlich bin jemand, dem das nichts ausmacht.
Wenn natürlich am Anfang des Buches erstmal alles trocken und langweilig kommt, dann habe ich auch meits keine Lust mehr.
Es kommt auf den Schreibstil des Autors an!
Titel: Re: Was ist schlimm an ruhigeren Büchern?
Beitrag von: Zit am 29. April 2011, 13:24:56
Manchmal denke ich -- gerade weil hier Klassiker angesprochen wurden -- dass es nicht Action ist, die gelangweilten Lesern fehlt, sondern dass der Autor für sie einfach zu viel erzählt, dass die Charaktere schwafeln, dass der Autor zu lange braucht, um auf den Punkt zu kommen. Mir geht es oft so am Anfang eines Romans, wenn ich mich in die Figuren, in die Formulierungen einfinden muss. Da zieh ich mich dann selber durch die ersten 50 Seiten oder so, weil ich weiß, dass es an mir liegt -- und weil ich als Autor(!) weiß, dass auch eine Geschichte irgendwo ihren Anfang hat und eingeführt werden will. Danach ist es dann besser. Ich muss aber dazu sagen, dass ich als Autor sicher anders lese als reine Leser. Eine Frage daher an dich, Kati: Diese Bekannten, von denen du sprichst, schreiben die auch selbst?

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass Menschen, die nicht schreiben oder gar nicht künstlerisch veranlagt sind, gewisse Darreichungsformen nicht schätzen/genießen können, eben weil sie nicht so tief in der Materie stecken und die Dinge genau benennen können. Das sehe ich, wenn ich mich mit meiner Mum über Bücher unterhalte. Zwar hat sie ihre künstlerische Ader (die sie, warum auch immer, nicht aktiv auslebt), kann aber auch nur sagen, dass etwas gut geschrieben ist oder nicht, dass ihr etwas gefallen hat oder nicht. Wenn es dann um die Geschichte, den Plot geht, wird sie aussagekräftiger und kann benennen welche Wendungen ihr unsinnig vorkamen oder nicht, wo ihr Informationen fehlten, um die Handlung nachzuvollziehen; das Gleiche ist es bei Charakteren und ihren Handlungen.
So, und worauf wollte ich hinaus? *nachliest* Darreichungsform, ja, genau. Also, ich denke mir, dass Menschen manchmal so gar nicht auf die Formulierungen achten bzw. sie als Mittel zum Zweck sehen -- und wenn da soetwas wie ein Faust oder gar Othello daher kommen, ist Sense, weil sie sich mit der Sprache nicht auseinander setzen wollen, weil sie nicht sehen können, was dahinter steht, weil sie es so nicht genießen können. (Ich spreche da durchaus aus eigenen Erfahrungen aus dem Deutsch-Unterricht. Auch als Autor bin ich zuweilen nicht willens, mich mit dem ein oder anderen fremdartigen Ausdruck auseinander zu setzen ...)

Zitat von: KatiUnd sucht jetzt die nächsten hundert Seiten die Bedeutung von dem Zeichen. Und da passiert sonst nichts, aber er kommt voran.

Kann es also sein, dass des Hasens Pfeffer nicht die vermeintlich fehlende Action ist, sondern dass Autor für Leser zu viel schwafelt und die Handlung somit nicht in für neugierige Leser relevanten Schritten voran treibt?
Titel: Re: Was ist schlimm an ruhigeren Büchern?
Beitrag von: Churke am 29. April 2011, 13:42:28
Ich möchte hier mal die Frage aufwerfen, ob es überhaupt richtig ist, dem ruhigen Buch als Gegenbegriff die "Action" entgegen zu halten.
Während ich nämlich in einem Actionfilm einfach abschalten kann, ist eine Landschaftsbeschreibung technisch gesehen genauso anstrengend zu lesen wie eine Kampfchoreographie. Besonders, wenn es sich um eine solche von R. A. Salvatore handelt. (Sorry, der Name musste gennante werden.  :gähn: )
Inzwischen finde ich den Mist ja wegen der hanebüchenen Fehler amüsant. Allerdings schätze ich, dass diese Fehler weder der Absicht des Autors entsprechen, noch von mehr als  1 - 2 Prozent der Leserschaft goutiert werden können.

Unter einem ruhigen Buch verstehe ich ein handlungsarmes Buch. In dem die Figuren nicht konsquent ihre Ziele verfolgen, sondern mit freundlicher Unterstützung des Autors herum eiern.
Am schlimmsten ist es, wenn ich als Leser weiß, was passieren wird, aber es einfach nicht geschieht, weil ich mich vorher noch durch 50 Seiten Blabla arbeiten muss, bis der Held endlich mal sein Schwert umschnallt und los zieht. DAS ist wirklich schlimm.
Als "zu ruhig"-Indikator auch immer hilfreich: Wenn ich ganze Kapitel überblättern kann und trotzdem VOLL im Plot bin, dann waren das sehr ruhige Passagen.

Noch ein Wort zu "etwas passieren lassen": Damit meine ich eben gerade nicht, dass hinter jeder Straßenecke ein Oger und zwei Vampire lauern. So, wie man Figuren durch ihre Handlungen charakterisieren und beschreiben kann, so kann man auch Welten durch Ereignisse erklären.

Zitat von: Zitkalasa am 29. April 2011, 13:24:56
Kann es also sein, dass des Hasens Pfeffer nicht die vermeintlich fehlende Action ist, sondern dass Autor für Leser zu viel schwafelt und die Handlung somit nicht in für neugierige Leser relevanten Schritten voran treibt?
Ja.
Titel: Re: Was ist schlimm an ruhigeren Büchern?
Beitrag von: Tasso am 29. April 2011, 20:39:28
Die Kunst ist es, so glaube ich mal, Spannung zu schaffen, ohne das sie übermäßig künstlich wirkt. Die Spannung muss von der Story selbst getragen werden. Umso nachvollziehbarer die Konflikte sind umso mehr beginnt der Leser zu spekulieren. Spannung ist also möglicherweise eine Mixtur aus sich überschlagenden Ereignissen und gleichzeitiger Unwissenheit.
Deshalb wird das Offensichtliche an vielen Plots auch als langweilig abgestempelt :)

LG
Titel: Re: Was ist schlimm an ruhigeren Büchern?
Beitrag von: Kati am 30. April 2011, 15:25:42
Zit:  :hmmm: Da sagst du was Wahres. So bin ich da noch gar nicht rangegangen. Der Anfang einer Geschichte fällt mir auch immer schwer, weil ich Probleme habe, die für den Leser wichtigen Infos ohne Geschwafel rüber zu bringen. Ich schwafel gern und ich lese es auch teilweise gern, wenn es nicht so ist, wie Churke sagt, und man nur darauf wartet, dass das passiert, von dem man weiß, dass es passieren wird. Dass andere Leser, besonders welche, die vielleicht nicht so viel Ahnung von der Materie haben, das nicht mögen, leuchtet gerade vollkommen ein!  :)
Nein, die Leute, die ich meine kennen sich mit dem Schreiben nicht so sehr aus. Eine hat es mal versucht, aber nicht durchgezogen.

Chruke:
ZitatIch möchte hier mal die Frage aufwerfen, ob es überhaupt richtig ist, dem ruhigen Buch als Gegenbegriff die "Action" entgegen zu halten.

Stimmt, das geht nicht immer. Aber ich meinte in dem Fall jetzt eher den Gegensatz von "Der Vampir erzählt der Hauptperson, dass er ein Vampir ist" zu "Der Vampir stürzt sich auf die Hauptperson und beißt sie." Das erste ist für mich die ruhige Variante, das zweite hat natürlich mehr Action.
Ich meinte mit "ruhig" nicht handlungsarm. Meiner Meinung nach, kann die Handlung auch durch Gespräche vorangetrieben werden, wie im obrigen Vergleich. Natürlich gibt es aber in diesen ruhigen Büchern wieder mehr Geschwafel, was den Plot sicherlich aufhält. Dass das als störend empfunden werden kann, verstehe ich.


Ich glaube gerade, ich weiß jetzt, wo mein Fehler lag was meine eigenen Geschichten angeht. Ich mache nämlich genau das, was Churke so nervig findet: Vor dem eigentlichen Ereignis zuviel schwafeln, obwohl abzusehen ist, was passiert. Das sollte ich mir wohl abgewöhnen.

Ich habe mich übrigens gestern mit einer Freundin über das Kapitel mit der Tapete in den Buddenbrooks unterhalten. Da hört es dann übrigens auch bei mir auf mit meiner Beschreibungswut.  ;D
Titel: Re: Was ist schlimm an ruhigeren Büchern?
Beitrag von: Assantora am 30. April 2011, 20:24:46
Au, dass ist gar nicht mal so leicht.
Also Action ist schön und gut und ich habe auch schon Bücher gelesen, in denen seitenlang gemetzelt wird. Aber Spannung ist auch etwas anderes, vor allem wenn man einen Autor hat, der nicht davor zurück schlägt in jedem Buch einen der Hauptpersonen den Löffel abgeben zu lassen. Spannung ist dann auch: Wird er es überleben.
Aber Spannung kann auch eine scheinbar langweilige Szene in einem Ratssaal sein. Ich bleibe mal bei dem Fantasy-Beispiel. Da fiebert man einem Herrn mit, man kennt ihn kaum, also durch das Lesen und dennoch alle sind gegen ihn, obwohl er einen trifftigen Grund hat, den Zuschlag zu bekommen. Spannung ist hier also, wie kann er im Dialog gewinnen. Im Prinzip ist das auch eine Schlacht, nur mit Worten.
Einzig und alleine die in manchen Büchern ellenlangen Beschreibungen von Bäumen, Wegen, oder Blümchen stößt bei mir dann auch immer sauer auf. Für mein Kopfkino reicht beinahe das Setting, zum Beispiel: Wald. Also Bäume, einen kleinen Flusslauf dadurch vielleicht etc.
Das wirklich schwierige ist wahrscheinlich, eine gesunde Mischung zu finden, nicht zu viel, nicht zu wenig und sowieso spielen die Charaktere eine wichtige Rolle.