Hallo liebe Zirkler!
Wiedereinmal weiß ich nicht, wo ich es hinstecken soll.
Der erste Teil dieses Themas besteht aus der Frage:
Plannt ihr die Anzahl eurer Buchseiten bzw. Wörter, bevor ihr schreibt?
Und der zweite Teil:
Wenn ja, wie macht man sowas?
Ich nehme an, dass man seinen Stil sehr gut kennen und sehr sehr viel geschrieben haben sollte um sowas einschätzen zu können.
Liebe Grüße,
Derexor
Ich würde grundsätzlich eher davon abraten, eine bestimmte Mindestseitenzahl anzupeilen. Ich schreibe meistens mit bestem Gewissen drauf los und schaue am Ende, wo ich gelandet bin. Natürlich ist es schön, die 100.000 Wörtermarke zu erreichen oder ähnliche Teilerfolge vermelden zu können, aber wer auf Gedeih und Verderb so und so viel hundert Seiten schreiben will, der dehnt seine Geschichte unter Umständen mit unnötigen Infodump. Außerdem ist die Seitenzahl für mich kein Gradmesser für eine gute Geschichte.
Wenn du unbedingt eine gewisse Wortanzahl erreichen willst, dann lasse immer am Kapitelende die Wörter zählen, oder einmal die Woche. Dann siehst du sehr genau, ob du auf Kurs bist, oder aber tendenziell mehr oder weniger schreiben musst.
Also bei Romanen plane ich gar nichts vor. Da wird der Plott gemacht - die Szenen und der Aufbau geplant und dann geschrieben.
Bei Kurzgeschichten ist meistens etwas vorgegeben. Da muss man sich dran halten und entsprechend planen. Ist ja vom Stil her auch völlig anders aufgebaut.
Kommt also darauf an. :engel:
Nachdem ich eher in Wörtern rechne, sage ich mal so:
Ich hab jetzt mittlerweile doch ein Gefühl für die Abhängigkeit zwischen Masse der Handlung und Wortzahl bekommen. Der erste Teil meiner Trilogie war etwa 110.000 Wörtchen lang, der zweite 130.000 - und ich hatte davor schon im Gefühl, dass der zweite etwa so lang wie der erste werden würde, weil ich mir ähnlich viel Handlung vorgenommen hatte. Und vor dem dritten hatte ich wieder dieses Gefühl und im Moment sieht es so aus, als würde ich wieder bei 110.000 Wörtern landen, vielleicht braucht es aber auch noch ein bisschen mehr.
Also, ich kann jetzt nicht sagen: Ich plane mit x Wörtern. Sondern eher: Ich plane die und die Handlung und die wird vermutlich x Wörter brauchen, um erzählt zu werden. Ja, ich denke, das kann man schon abschätzen.
Aber dazwischenkommen kann immer was: Ein zweiter Handlungsstrang, eine unerwartete Abzweigung ... Insofern kann ich mir nicht vorstellen, dass man das wirklich präzise planen kann. Außer, man legt sich eine Tabelle mit allen Szenen an und weicht davon nicht ab.
Ich glaube, wenn man intensiv plottet, sollte es möglich sein, die (relativ) genaue Seitenzahl vorherzusagen.
Wenn ich ungefähr weiß, was in der Geschichte passiert, geht das ganz gut, bzw. umgekehrt, wenn man eine Seitenzahl vorgegeben bekommt, kann man in etwa abschätzen, wie die Geschichte aufgebaut sein muss.
Hat man nur eine ungefähre Vorstellung, geht es auch anders.
Ich habe mal eine Fingerübung gemacht. Daraus entwickelte sich eine KG, die dann zu einem Roman mit etwa 300 Seiten expandierte, die wiederum auf 600 Seiten anwuchs. Und das auch nur, weil ich mich kurz gehalten habe. Was ich nicht bedacht hatte, waren die "Erzählcharaktere". Es waren drei und dadurch wächst der Umfang eines Romans, ohne dass die Geschichte ausgewalzt wird.
Ich finde es sehr hilfreich, eine Mindestlänge anzupeilen, da meine Rohfassungen immer zu kurz ausfallen.
Inzwischen weiß ich, dass ich es in der Regel auf 300 schaffe, ohne im Infodump bzw. in geblümten Sofakissen zu ertrinken. Wenn es am Schluss 400 werden, ist es meistens auch noch kein Beinbruch. Aber mehr? Da müsste der Plot schon ganz gewaltig ausfallen.
Also, ich kann mich da nur schwer einschätzen. Zwar versuche ich schon eine bestimmt Länge (oder Kürze, je nach dem) zu erreichen, die mir für das Werk angemessen erscheint. Eine Punktlandung bekomme ich natürlich nur selten hin.
Mittlerweile habe ich es aufgegeben, irgendeine Planung zu machen, da so wieso meist etwas anderes herauskommt.
Bisher habe ich mir auch immer eine schöne Wunschanzahl an Seiten vorgenommen. Beim ersten Versuch lag ich gut 120 NS darunter und beim zweiten um etwa 250 NS darüber. Was eindeutig beweist, dass ich absolut kein Gespür für die Länge habe. ;D
Das hält mich aber nicht davon ab mir trotzdem bei jedem Projekt eine Grenze vorzunehmen. Meistens liegt die dann auch so bei 350 bis 500 NS ... also im "verwertbaren" Bereich.
Ich plane das nicht. Und wenn ich es versuche, lande ich kilometerweit neben dem angepeilten Ziel. Mein Problem ist aber auch nicht unbedingt, wieviel ich schreiben möchte, sondern eher, daß ich nicht ZUviel schreibe... 250.000 Wörter? Geht. Damit vertreibt man aber jeden Abnehmer ;)
Ich schreib immer drauflos. In meiner aktuellen Reihe nehme ich mir zwar vor, daß die Teile etwa alle gleich lang sein sollen und nicht einer nur halb so lang wie ein anderer. Aber ansonsten mach ich mir da keinen Streß. Ich hab auch die Erfahrung gemacht, daß man in einer Überarbeitung noch extrem viel anpassen kann, von daher seh ich auch keinen Anlaß für Streß.
Hmm, ich hatte beim ersten Roman das Gefühl, dass ich über Seite 100 gar nicht herauskommen würde (aber da hatte ich auch noch nicht in Normseiten gerechnet und am Ende wurden es 310 NS). Ich habe auch eine Mindestseitenwunschzahl. Nehme mir meistens 200 NS vor, aber wenns mehr wird, ist das auch okay. Generell versuche ich mich dabei aber auch kurz zu halten.
Bei Kurzgeschichten ähnlich, klar, da gibt es meistens eine Maximalzahl an Seiten oder Zeichen. Daran muss man sich natürlich halten, wenn man an einem Wettbewerb teilnehmen möchte. Und das klappt auch meistens ganz gut. Wie viele Seiten es genau werden am Ende, kann ich ganz schlecht einschätzen.
Ich lande komischerweise immer bei etwa 500 Normseiten, was für Kinder- und Jugendbücher leider eine viel zu hohe Zahl ist. :-\ Aber wie ich das abschätzen soll ... vorher ... keine Ahnung.
Ich versuche meistens es zumindest ganz ungefähr abzuschätzen. Bei meinem NaNo-Roman ist es mir gelungen. Ich habe vorher angepeilt, dass es ganz grob zwischen 50-100k Wörter werden sollen und letztlich bin ich bei 72k angekommen. Passt. ;D
Meinen neuen Roman, den wir momentan noch in der Plotgruppe planen, hatte ich ursprünglich eigentlich bei ca. 400 Normseiten verortet. Dann las Kuddel den Plot und meinte: Das werden aber bestimmt 600 Normseiten. ;D
Hm ja, kann schon gut sein, dass es ein paar mehr als 400 werden, aber wieviel mehr, wird sich wohl erst zeigen, wenn der Roman mal fertig ist ... ;D
Ich finde es immer schwierig, sowas vorab abzuschätzen. Es graut mir ja jetzt schon davor, wie das werden soll, wenn ich vielleicht eines fernen Tages mal mit einem Verlag zusammenarbeite und der dann einen Umfang vorgibt, den ich möglichst genau treffen soll. ::)
Bei mir scheint es vom Thema abzuhängen. Die Maynard-Romane lagen eigentlich alle (bis auf eine geplante Ausnahme) bei 360-400 Normseiten, nur der letzte uferte aus und endete bei 650, was mich immer noch nachhaltig schockt.
Die Heroics (Arrion und Cajan bislang) haben die 400-Seiten-Marke als Minimum. Arrion 450, Cajan 480. Bei Kenna denke ich, werden es mindestens 480.
Frühere Werke (Agententhriller) 300-360.
Solange ich unter 500 bleibe, bin ich zufrieden.
450 hatte ich angepeilt, 500 werden es, nach dem Kürzen bin ich wieder bei 450. Die Rechnung passt ;D
Nee, also normalerweise kann ich relativ gut einschätzen, wie lang so was wird. Da ich in Szenen plotte und sehr ins Detail gehe, kann ich sogar die Anzahl der Kapitel abschätzen. Ab und zu mauschelt sich noch eine Szene rein, dafür verschwindet eine andere. Aber so dämme ich auch das Wuchern ein. Ohne roten Faden fange ich an zu labern :gähn:
Beim späteren Überarbeiten fliegt das Gelaber größtenteils raus. Ich hab die ersten 100 Seiten kürzlich durchgearbeitet - der Kahlschlag danach war beachtlich ... (trotz körperlicher Schmerzen, wenn man auf einmal 20 Seiten weghaut)
Bei meinem ersten NaNo habe ich für den gesamten Roman (Jugendfantasy) nur die 50.000-NaNo-Wörter angepeilt.
Es sind jetzt (nach einigem Überarbeiten) etwa 55.000, ich bin da also ganz gut hingekommen.
"Bühnenzauber" habe ich mit "um die 70.000" Wörter geplant - es sind 78.000 (Rohfassung) geworden.
Bei den Göttersteinen hingegen hab ich mich komplett verschätzt, da bin ich schon im Schreiben von etwa 150.000 ausgegangen, und nun bin ich schon bei über 160.000 Wörtern und es fehlt immer noch sehr viel. Allerdings ist da im Laufe des Schreibens noch so einiges an Handlung und Handlungssträngen hinzugekommen.
Ich plane also schon immer eine ungefähre Länge ein (halt in Wörter und nicht in Seitenzahlen), und meistens lieg ich zumindest mit meinen Schätzungen nicht meilenweit daneben.
Eigentlich kann ich hier überhaupt nicht mitreden, da ich bisher noch kein Roman fertiggestellt habe, aber nach dem Lesen eurer Beiträge habe ich eine klitzekleine Frage... pfannt mich bitte, wenn die Frage hier nicht reinpasst...
Zitat von: Sprotte am 18. April 2011, 20:44:32
Solange ich unter 500 bleibe, bin ich zufrieden.
Ich habe mir jetzt einfach mal das Zitat von Sprotte herausgepickt, aber generell kann man hier im ganzen Thread so mehr oder minder herauslesen, dass die meisten nicht über 500 Normseiten kommen
wollen, warum?
Ich mein, natürlich sind 500 Normseiten schon viel, aber wieso eindämmen, wenn der Plot Stoff für mehr bietet?
Meine Geschichten sind relativ geradeaus und unverworren. Held und Heldin treffen sich, überstehen unsägliche Gefahren und kriegen sich am Ende. Und ich habe eine böse Tendenz zum Schwaller. Für Cajan hat Nuya als Betaleserin z.B. die klare Bitte auf den Weg bekommen: Sieh zu, ob ich kürzen kann.
Buchumfang ist auch für Verlage sehr wichtig. Logisch, ein dickes Buch kostet mehr als ein normaldickes, bedeutet also bei einem Neuautor ein höheres Risiko.
Mein erster Roman ist 384 Normseiten lang, mein zweiter ist deutlich kürzer ausgefallen: 287 Normseiten. Ich plane vorher nie richtig, wie viele Seiten es werden sollen. Mein Ziel ist ein "normal dicker" Roman, also grob zwischen 300 und 400 Seiten. Beim Plotten habe ich allerdings keine Seitenzahlen im Hinterkopf, das ergibt sich einfach.
Was die Buchdicke angeht würde ich Sprotte zustimmen. Ich habe mal gelesen, dass man es gerade als neuer Autor mit einem übermäßig dicken Manuskript schwieriger hat, veröffentlicht zu werden. Ob es da aber die eine magische Zahl bei Normseiten gibt (500? 600?) und wie das alles tatsächlich in der Realität aussieht, davon habe ich keine Ahnung.
Die 500 sind wohl ziemlich magisch. Ich hab mal einen Verlag mit 1100 Normseiten beglückt... der hat sich gefreut ;) (Das war besagtes 250k-Monstrum.)
Mein aktuelles Baby hat 475, das find ich ziemlich gut. Was mich nur nachhaltig fasziniert hat, ist das Verhältnis von normalen DIN A 4-Seiten zu Normseiten. Ich dachte anfangs, das wär gut anderthalb bis zweimal soviel. Nein! Es ist dreimal soviel!
Da kann man sich ziemlich mit vertun.
ich finde es schwierig, dass vorher abzuschätzen. Zwar kann ich sagen, ob es eher 200 oder 600 Seiten werden, aber bei meinem aktuellen Projekt könnten es bloß 200 oder auch 300 werden. Wie wichtig ist es eigentlich, dass die Seitenzahl stimmt, die man bei einer Bewerbung angibt? (wenn man das Buch da noch nicht fertig hat?)
Oh, dass mit den Kosten und zusätzlichen Risiko habe ich gar nicht bedacht :wums:
Mir kam das Ganze nur ein bisschen merkwürdig vor, da hier alle so im drei- bis vierhunderter Bereich zu landen versuchen und ich in meinem Bücherregal eigentlich kaum ein Buch stehen habe, das unter 500 Seiten zählt... und eine Normseite entspricht doch etwa eine Buchseite, oder?
Danke euch, für die Antworten, das mit den Kosten und Risiko für den Verlag ist natürlich logisch... darauf hätte ich auch selbst kommen können ;p
Bei meinem aktuellen Projekt kann ich zum ersten Mal abschätzen wie lang es wird. Vorher war das nicht so, ich habe einfach darauf los geschrieben ohne zu planen wie lang oder kurz es werden soll. Anfänglich konnte ich bei meinem Monster auch nicht abschätzen wie lang es wird, da ich allerdings ziemlich genau plotte, ist es mittlerweile erstaunlich einfach. Nach den ersten 10 Kapiteln konnte ich eine Prognose aufstellen wie lang die weiteren Kapitel werden. Jedes besteht aus ca. 6 bis 8 Szenen, und 5 bis 8 Szenen bilden ein Kapitel, die dann wiederum zwischen 5 bis 15k Wörter haben können. Da ich 42 Kapitel habe, erschreckt mich die absehbare Wortanzahl allerdings so sehr dass ich mir gar keine Gedanken darüber machen will wie viele Seiten es werden. Und was die Chancen betrifft damit einen Verlag zu finden... die habe ich schon beinahe begraben, es ist zu lang :)
Ich werde aber das genaue plotten so beibehalten und somit wohl auch weiterhin abschätzen können wie viel es in etwa werden wird. Denke, je genauer man plant desto leichter ist es absehbar, wie auch hier schon erwähnt wurde.
Planen tu ich nicht, aber wenn mein Plot ausgearbeitet ist schätze ich das ein und habe dann eine bestimmte Zahl im Kopf, an der ich mich in gewisser Weise auch orientiere, weil ich eben die Story erzählen will, nicht etwa zu viel, und gewisse Szenen sich zum Beispiel langwierig genug entwickeln sollten, andere nicht zu lange werden dürfen...
Beim NaNo setze ich mir immer zum Ziel, bloß etwas über die 50.000 Wörter zu kommen, um wirklich einen Roman in einem Monat schreiben zu können und nicht bloß einen halben... Allerdings wurde bisher aus diesem Vorsatz nichts. :-\ Die Romane wurden immer um ein Vielfaches länger, allerdings habe ich das bereits geahnt, als erst der Plot stand. ;D
Ich weiß meist vorher, wie lang der Roman wird. Ich plane ja meist jedes Kapitel und ich weiß, wie lang ein Kapitel bei mir wird. Daher weiß ich auch, wie lang die eigentliche Geschichte wird. ;) Meistens läuft es auf gut 350 Normseiten heraus. Allerdings passiert es manchmal schon, das sich Kapitel dazwischen schummeln, die da gar nicht hingehören. Dann geht meine Planung auch flöten. ;D
Ich denke eher in Kapiteln als in Seiten. Bei meinem ersten Buch hatte ich irgendwann beschlossen, vierzig Kapitel seien genug. Und es hat genau hingehauen. Ich konnte alles unterbringen, was ich schreiben wollte. Beim zweiten habe ich dann von vornherein beschlossen, daß es wieder höchstens vierzig Kapitel werden sollten. Und so war es dann auch... :omn:
Die Kapitel können sogar unterschiedlich lang sein - doch letztendlich laufen sie recht gleichmäßig und haben am Ende eine Durchschnittsmenge an Seiten (zwischen 6 und 9 - allerdings normale DinA 4 - Arial Größe 10 ::); ich hatte anfangs keine Ahnung von diesen Normseiten. :hmhm?:)
In Normseiten umgesetzt wurden es dann um die 930 oder so... Daher habe ich drei Teile daraus gemacht... :hmmm: Der Roman hat dadurch mehr Struktur bekommen. So finde ich es jetzt auch viel übersichtlicher.
Ich plane eigentlich auch nicht, wie viele Seiten am Ende rauskommen werden, ich hoffe nur immer, dass es hinterher mehr als 300 werden (Ich liebe lange Bücher und schreibe auch gerne welche). Wenn es weniger Seiten werden sollten, was bisher aber noch nicht vorgekommen ist, dann ist das aber eben so.
Wenn die Geschichte nicht mehr hergibt...
Ich habe beim Schreiben aber immer irgendwo das Gefühl, dass das Buch am Ende viel kürzer wird als gedacht (So viel zum Thema, ich plane nicht voraus... ::) ). Bei meinem ersten Buch war das ungefähr in der Mitte, als ich feststellte, dass ich schon fast am Ende bin, woraufhin sich die damalige Seitenzahl nochmal verdoppelt hat, bevor ich wirklich fertig war und bei meinem NaNo-Roman war das ganz am Anfang, wo ich nur gehofft habe, dass der Plot für 50.000 Wörter reicht. Was soll ich sagen... Am Ende kamen 125.000 Wörter und über 530 Seiten raus.
Ich stelle also sehr regelmäßig fest, dass Seitenzahl-Schätzen nicht mein Ding ist. Das hält mich nicht davon ab, es trotzdem zu tun, um dann meilenweit danebenzuliegen. ;D
Für alle diejenigen, die eventuell bei einem Kleinverlag veröffentlichen, gebe ich zu bedenken: alles über 300-350 Seiten ist für einen Kleinverlag grenzwertig. Und zwar wegen der Druckkosten bei den meist doch kleinen Auflagen. Das Buch soll schließlich nicht so teuer werden, dass es niemand kauft.
Unter 250 Seiten ist aber genauso schlecht, dann denkt der Käufer, er kriegt nicht genug Buch für sein Geld.Ausnahme: Kinder- und Jugendbücher.
Ich habe meinen Roman, der ja noch in den Anfängen steckt aber zumindest dezent geplottet ist (mehr im Kopf als auf dem Papier, aber besser als nichts), auf etwa 100.000 Wörter angesetzt, das wären ca. 350 - 400 Normseiten - lustig, das würde ja in das Schema der Verlage passen.
Fragt mich in ein, zwei Jahren noch mal, wie lang Nebelwelt dann wirklich geworden ist (und ob ich es beendet habe). ;D
Bei meinen bisherigen Texten konnte ich es vorher nie abschätzen. :) Und wenn ich nicht auf wenige NS hinschreibe, ist mir das vermutlich auch lieber. *G*
Ich bin bisher immer so bei um die 300 Normseiten rausgekommen, außer bei meinem Kurzroman, da hatte ich eine Wortzahlbegrenzung von 20k, und das ist mir sehr schwer gefallen. Ohne kürzwütige Betas, die mir gnadenlos alles überflüssige Blah rausgeworfen haben, hätte ich das nicht hinbekommen.
Bisher fertiges liegt irgendwie immer um die 300 Seiten, die Rote Tür wird wohl so an die 400 brauchen, was viel zu lang ist - ich hatte das Teil als kürzeren Roman geplant und wollte eigentlich höchstens 200-250 Normseiten haben. Jetzt bin ich bei fast 350 und muss dringend zum Ende kommen.
Das einzige, was ich mir immer vornehme ist: "Nicht so VIEL!", in Wörtern gerechnet allerhöchstens Nano-Pensum oder ein bisschen drüber. Und dann werden es doch wieder 300-Seiten-Epen. *seufz* Kurz kann ich einfach nicht. Aber seit ich weiß, wie viel um die 350 Normseiten in gedruckten Buchseiten sind, versuche ich, mich wirklich zusammenzureißen bzw. die Rohfassungen später gnadenlos durch die Kürzmühle zu drehen.
@FeeamPC - das kann ich nur unterschreiben, ich habe genau das Problem mit meinem Erstling und muss das in Zukunft wirklich vermeiden, wenn ich weiterhin solches Nischenzeug schreibe, das ich nur in kleinverlagen loswerden kann.
Ich habe mir das beim aktuellen Projekt weit offen gelassen.
Ich wünsche mir etwas zwischen 400 und 500 Normseiten. Mittlerweile kann ich sagen, dass es 300 überschreiten wird, aber sicherlich nicht an die magischen 500 rankommt. Ist vermutlich auch zu viel.
Aber richtig vornehmen tue ich es nicht. Ist einfach nur mal ein herumspinnen. Mal sehen was dabei herauskommt.
Ich plane meine Bücher in Einzelszenen. Meine Erfahrungswerte sagen mir, das die Länge einer Einzelszene bei mir um einen Mittelwert von fünf Seiten schwankt. Dies unterstellt, kann ich immer ganz gut schätzen, wie lang das Buch ungefähr werden wird. Ich finde das auch wichtig, weil der Verlag hierzu durchaus eine Ansage haben will, die dann auch Vertragsinhalt wird (wobei das damit auch nicht völlig in Stein gemeißelt ist.
Hallo zusammen,
dann hol ich mal wieder ein älteres Thema aus der Versenkung.
Ich arbeite ja grad an meinem ersten Roman-Projekt und mache mir, anders als den meisten hier in diesem Thread, eher Sorgen, dass es zu wenig Wörter werden - ich habe mal eben im Internet recherchiert und da geht man von 80.000 Wörter als Start für Romane aus, stimmt das? Hier werden aber oftmals viel mehr genannt, gar 120.000 - momentan habe ich so gut 17.000 für den ersten von drei Teilen, aus dem der spätere Roman bestehen soll, obwohl im ersten Teil noch einiges passieren wird... ich hoffe sehr, die 80.000 zu erreichen mit der Rohfassung. Wie macht ihr das, soviel zu schreiben? Ist das Übungssache oder ist das einfach so? Bin grad etwas ratlos ???
Grüßle, Bianca
Meine Bücher werden so lang, wie sie es brauchen. Das können auch über 100k sein. Oder eben weniger.
Im NaNoWriMo wird davon ausgegangen, dass du einen Roman auch mit 50.000 Wörtern schreiben kannst.
Ich würde mich nicht sklavisch an Definitionen und Vorgaben in diesem Sinne halten. Für mich ist wichtiger, dass die Verhältnisse stimmen - also die einzelnen Handlungselemente. Es nutzt niemandem, wenn du da etwas ewig ausschlachtest und dehnst, nur um Wörter zu schinden (was bei Kampfschreiben manchmal passieren kann, dann aber bei mir in der Überarbeitung fliegt ;D), und umgekehrt tut es der Geschichte nicht gut, wenn du sie zusammenstauchst ohne Ende, nur um Wörter zu sparen.
Achte einfach auf deinen Plot und schreib. Am Ende siehst du, wie viel du hast, aber wenn ich nicht gerade an einer Ausschreibung teilnehme, wo eine fixe Wortzahl vorgegeben ist, mache ich mir da während des Schreibens keine Gedanken. Geschichten brauchen in erster Linie ihre persönliche Zeit und somit Wörterzahl. Wenn man ihnen diese Freiheit lässt, passt es meist. :)
Hey Malinche,
danke für deine Sicht der Dinge - ja, ich will mich da auch nicht verrückt machen, aber irgendwie vergleicht man sich ja immer mit anderen. Und du hast Recht, die Geschichte braucht ihre jeweilige Anzahl von Wörtern... Ich werde jetzt erstmal weiterschreiben und dann bei der Überarbeitungsphase ja merken, obs zu gestaucht oder zu schwafelig geworden ist. Bei mir wird's sicher eher ersteres sein, darauf kann ich ja dann vermehrt achten.
Grüßle, Bianca
Ich stimme Malinche zu. Die Geschichte bekommt den Platz, den sie braucht. Ist sie zu dünn für 300 Seiten, wird sie mit 400 nicht besser. Beim Schreiben (bis auf Ausschreibungen mit Limit) achte ich nicht auf Seiten oder Wörter, nur auf die Geschichte.
Selbst bei Ausschreibungen lasse ich mich mitunter treiben, ohne auf die Zahlen zu achten. Kürzen kann man später immer noch, denke ich. Auffüllen kommt bei mir nicht vor. Ich schreibe wortreich.
Noch ein kurzer Nachsatz: Bei dem Projekt, das ich gerade schreibe, gilt als Mindestgrenze für die Ausschreibung 80 Normseiten. Ich hatte große Sorge, ob ich das überhaupt schaffe. Mittlerweile bin ich bei gut 140 ... ::) Das kann also ganz schnell gehen. ;D
Zitat von: Bianca Jones am 01. Mai 2012, 11:45:37
ich habe mal eben im Internet recherchiert und da geht man von 80.000 Wörter als Start für Romane aus, stimmt das?
80.000 Wörter sind für einen Roman schon ziemlich viel. Großverlage haben da ganz andere Anforderungen als Kleinverlage. Bei letzteren bekommt man mit 80.000 Wörtern schon massive Schwierigkeiten. Die verlegen das aus wirtschaftlichen Gründen nicht.
Ich stimme den beiden zu Bianca. Einfach immer weiter schreiben und keine Gedanken darüber machen, wie viel am Ende dabei herauskommt. Qualität kommt vor Quantität. Im übrigen habe ich selbst die Erfahrung gemacht, dass meist mehr Seiten am Ende herausspringen, als man im Voraus kalkuliert hat. Ging jedenfalls mir immer so. Die 100k Marke habe ich auch einmal durchbrochen und das hatte ich dem Projekt weiß Gott im Voraus nicht zugetraut.
Nur, um einmal die andere Seite in die Diskussion zu werfen: Wenn ein Text tatsächlich fertig werden soll, hilft es mir sehr, einen Hinweis auf die Länge zu haben, zumindest eine Hausnummer. Zwischen 300 und 400 Normseiten ist immer noch eine Menge Platz.
Mir geht es oft so ähnlich wie Bianca, meine Geschichten sind erstmal ziemlich kurz. Meistens stehen meine Figuren unmotiviert auf einer leeren Bühne und reden miteinander. Mit der Zeit komme ich dann dahinter, wo sie jetzt genau sind, wie es dort aussieht und wer warum anwesend ist. Vielleicht stellt sich auch heraus, dass "miteinander reden" gerade nicht die beste Darstellungsmethode ist, dann muss eben Action her. Ich gehe mal davon aus, dass potenzielle Leser das auch wissen wollen, und die Geschichte wird länger.
Außerdem erfahre ich dabei noch das eine oder andere über die Beteiligten und den Schauplatz, was sich noch spannend/amüsant/informativ einbauen lässt ... und so weiter. Auf die Art und Weise kommt dann - hoffe ich - tatsächlich eine Welt zustande, die nicht sofort aufhört, wenn die Helden nicht mehr hingucken.
Das ist natürlich vor allem was für Teil- bis Gar-nicht-Plotter; wer schon von vornherein detailliert plant, stößt wahrscheinlich eher nicht auf dieses Problem.
In die Verlegenheit, dass das Ganze zu lang wird, komme ich dabei eher selten; Kurzgeschichten-Ausschreibungen mit gar zu knapper Längenbegrenzung lasse ich meistens an mir vorübergehen.
ZitatDas ist natürlich vor allem was für Teil- bis Gar-nicht-Plotter; wer schon von vornherein detailliert plant, stößt wahrscheinlich eher nicht auf dieses Problem.
Nicht unbedingt. Nur weil ich eine Geschichte habe, heißt das noch lange nicht, dass ich auch die Ausformulierungen im Kopf habe und überschlagen kann.
Mit ein bisschen Erfahrungen kann ich natürlich feststellen: "So, wenn du keine Ahnung hast und nur das Nötigste schreibst, liegen deine Szenen so bei 500 Worten, dein Plot ist so und so, hmmm, da eine Szene, hier eine Szene. [Summe Szenen] * überschlagen = na, so 100k ist 'ne schöne Marke." Aber ob es am Ende so viel wird? Keine Ahnung. ;D
Aber sicher kann man sagen, dass so eine Romanlänge vom Genre abhängt, entsprechend davon wie vollgestopft der Plot ist, wie viele Szenen man denkt zu brauchen, wie schnell oder langsam man selbst so eine Szene abhandelt, etc. Am Ende sind es alles Erfahrungswerte.
80k vs. 50 k ... Wenn du zw. 250 und 200 Worten pro Normseite rechnest und am Ende 300 Seiten haben willst, liegt das Ergebnis zw. 75k und 60k.
Und auch wenn sie im NaNo meinen, man hätte einen Roman geschrieben, ist es doch am Ende nur eine Novelle mit einem recht stringenten/unverwickelten Plot. Mit meinem High Fantasy bin ich letztes Jahr jedenfalls nur aufs erste Drittel gekommen und hatte die 50k voll. Und selbst wenn ich mein Palaver rausgestrichen hätte, mehr als die Hälfte hätte trotzdem nicht in die 50k gepasst.
Aber lass dich nicht einschüchtern. Es ist dein erster Roman. Da kannst du noch gar nicht alles auffahren, was andere hier können, die solche 100k-Monster raushauen. Schreib erstmal und schau wie du das machst und lern draus fürs nächste Mal. ;)
Ja, wahrscheinlich muss ich mich da wirklich mehr entspannen, da habt ihr Recht - ist ja auch wirklich mein erstes Projekt und das soll lediglich ein Ziel erreicht: zuende erzählt zu werden, egal, wie viel Wörter am Ende bei rauskommen...
Aber ich bin froh, Berjosa, dass es dir manchmal auch so geht, v.a. die Vorstellung, dass die Figuren so auf der Bühne stehen... das kommt mir doch recht bekannt vor...
Viele Grüssle,
Bianca