Grad spukt mir diese ungebetene Kurzgeschichtensammlung im Kopf rum ...
Sie spielt in spätmittelalterlichem Setting.
Einer der Charaktere ist ein genialer Heilkundiger. Er ist seiner Zeit voraus und hat schon medizinische Methoden ausgeknobelt, mit denen er Krankheiten behandeln kann, wo die Medizin seiner Zeit sonst versagt. Ansonsten ist er ziemlich durchgeknallt und führt eine Art Privatkrieg gegen den Totengott. Nur wenige trauen sich, von ihm behandelt zu werden.
Ach ja, ein Magier ist er auch noch, hat also den Magierbonus bei seinen Forschungen. ;)
Nun frage ich mich, wie weit seine Forschungen gehen könnten. Z. B. frage ich mich, ob er in der Lage wäre herauszufinden, dass einige Krankheiten von Erregern im Blut verursacht werden. Er hat ja kein Mikroskop, um das Blut anzusehen, und ich frage mich, ob man sonst darauf kommen würde.
Aber ich denke noch weiter:
Es gibt hier, habe ich mir überlegt, eine Krankheit in tödlicher Variante und in ungefährlicher Variante. Wenn man die ungefährliche Variante hatte, ist man immun gegen die tödliche, von wegen Antikörpern und so. Dem Heiler würde sicher auffallen, dass alle, die die harmlose Version der Krankheit hatten, die gefährliche nicht mehr bekommen. Aber wäre er ohne Mikroskop auch in der Lage, den Grund dafür herauszufinden und am Ende sogar eine Art Impfstoff herzustellen? Ja wohl eher nicht, oder? Und selbst wenn - den Leuten, die an der tödlichen Version erkrankt sind, könnte er dann vermutlich auch nicht mehr helfen?
Ich vermute auch, dass sich ihm bei allen Versuchen, einem Patienten verlorenes Blut zu ersetzen, das Geheimnis der Blutgruppen nicht erschließen wird ...
Hm, was meint ihr, wie weit kann man in der Medizin kommen so ganz ohne Mikroskop?
(Vielleicht lasse ich ihn eins erfinden ;P)
Also, er ist ein Magier... gut, haben wir denn in deinem Setting Glas? Also, wenn es spätmittelalterlich ist, dann muss ich spontan an die Glasmanufakturen von Murano in Italien denken. Es könnte also durchaus schon Glas vorhanden sein. Zum Erhellen einer Umgebung wurde im Mittelalter bereits folgende Apparatur verwandt. Ein Glaskolben, mit Wasser gefüllt, hinter dem eine Kerze stand. Das Wasser in dem Kolben sammelt und bündelt das Licht der Kerze, wodurch die Umgebung viel heller wird. Dein Prota könnte eine Linse verwenden mit der er das Blut untersucht. Wenn die Vergrößerung der Linse nicht ausreichend sein sollte, könnte er sie mit Magie verstärken. Könnte er eine Indikatorflüssigkeit verwenden? Gesundes Blut verfärbt sich bei Kontakt nicht. Virales Blut verfärbt oder verändert sich auf eine Weise? Ich habe auch Recherchen unternommen, inwieweit solche Untersuchungen bereits stattgefunden haben. Aber alle Ergebnisse führten stets ins späte 19. Jahrhundert. Infektionen und andere Erkrankungen wurden meist über Fieber etc. diagnostiziert. Das einzige, was mir immer wieder über den Weg läuft ist der (im Prinzip nutzlose) Aderlass.
Er müsste ja nicht in Kategorien von "Viren" und "Bakterien" denken. Er könnte ja auch der Meinung sein, dass das Blut einen krankmachenden "Saft" enthält oder mit einem "Fluch" behaftet ist oder sonst was. Man braucht nicht immer ein Mikroskop, wenn man Köpfchen hat.
ZitatDem Heiler würde sicher auffallen, dass alle, die die harmlose Version der Krankheit hatten, die gefährliche nicht mehr bekommen. Aber wäre er ohne Mikroskop auch in der Lage, den Grund dafür herauszufinden und am Ende sogar eine Art Impfstoff herzustellen?
Er muss den Grund nicht kennen, es genügt die Beobachtung. Wenn er feststellt, dass die harmlose Krankheit vor der gefährlichen schützt, dann könnte er die Leute absichtlich mit der harmosen infizieren. Vorausgesetzt, diese ist ansteckend, versteht sich. So, wie man ein Kind vernünftigerweise mit Masern oder so anstecken sollte.
Ob man dann auch einen Impfstoff herstellen kann? Er könnte die Idee haben, dass der Immunisierte einen geheimnisvollen Abwehrstoff im Blut besitzt. Aber wie er den da heraus und beim Kranken hinein bekommt... keine Ahnung.
Hallo Coppelia!
Die Pockenimpfung wurde entdeckt, weil ein englischer Arzt herausgefunden hatte, dass Leute, die sich mit Kuhpocken infiziert hatten, danach die anderen Pocken nicht mehr oder sehr abgeschwächt bekamen.
Ich habe jetzt nur kurz gesucht, aber vielleicht hilft dir dieser Link weiter:
http://www.onmeda.de/krankheiten/pocken.html?p=3
Es reicht ja vielleicht, dass er beobachtet, dass es von einer Krankheit verschiedene Varianten gibt, von denen einige tödlich, andere nur milde ablaufen. Dazu die Erkenntnis, dass diejenigen, die die milde Form bekommen haben, die tödliche nicht mehr bekommen.
Bei den Blutgruppen - Blutgruppen untereinander verklumpen ja. Nun weiß ich nicht, ob es reicht, Blut miteinander zu vermischen, oder ob nur das Serum mit Blutstropfen vermischt werden bei den Blutgruppenverträglichkeitstesten. Aber vielleicht findet er heraus, dass es halt manchmal geht, manchmal nicht und testet dann aus. Er wird nicht die verschiedenen Gruppen nach A B AB und 0 unterscheiden, aber vielleicht findet er ein eigenes System?
Ich hoffe, es hilft dir weiter.
Nun ruft mich meine Kurzgeschichte...
Danke schon mal für eure Antworten. :)
Hm, klingt ja nicht ganz hoffnungslos für meinen Superheiler ...
@ Aithoriell
Glas ist vorhanden, ja. Allerdings verstehe ich grad den Zusammenhang zwischen dem Erhellen des Raumes und dem einfachen Mikroskop nicht (aber ich weiß schon, was ich heut abend, wenns dunkel wird, mal ausprobiere ;)).
Was wäre denn eine Indikatorflüssigkeit? Er müsste dann erstmal auf die Idee kommen, sowas anzuwenden ... also als allererstes müsste er auf die Idee kommen, die Krankheit im Blut zu suchen, aber das würde er schon irgendwie schaffen.
@ Winterkind
Genau, die Pocken - das war es, woran ich auch dachte bei meiner Idee. Bei mir geht es um eine etwas andere Krankheit, aber wozu ist es Fantasy. ;) Danke für den Link. Ah, hm, der Arzt hat die Flüssigkeit aus den Pockenblasen zum Impfen verwendet, das ist gut ... da muss man nichts auf mikroskopischer Basis mischen ... das könnte gehen.
Ja, das mit den Blutgruppen ist noch schwierig. Dass es manchmal geht und manchmal nicht, weiß er schon, aber nicht, woran es liegt. ;) Das Ausprobieren ist natürlich frustig, weil der Patient sterben kann.
@ Churke (sorry)
Ja, er würde vermutlich denken, dass eine Art Fluch (genauer eine dämonische Präsenz) im Blut zu finden ist. Das würde er aber wohl zunächst nur bei der schweren Form denken. Wenn er dann aber herausfindet, dass es bei der leichten auch so ist ... :hmmm:
Es würde aber wohl, um Leute mit der harmlosen Krankheit zu infizieren, keine gute Idee sein, ihnen einfach das Blut einer kranken Person zu "spritzen", oder? (hat sich geklärt, siehe oben)
Er könnte ja zum Ausprobieren auch Blut abzapfen, nicht den ganzen Patienten nehmen.
Kennst du die Blutverträglichkeitstest? Gibt ein kleines Papier. Tropft man Blut drauf und anhand dessen, welche der Tropfen gerinnen, kann man schließen, welche Blutgruppe vorhanden ist. Im AB0-System. Dazu gibt es dann noch extra Rhesus positiv und negativ. Ich habe so einen Teststreifen schon ewig nicht mehr gesehen, weiß also nicht mehr im Detail, wie der aussieht.
Ist halt die Frage, ob Blutstropfen ausreichen, um eine Gerinnung zu erkennen, aber das weiß ich nicht, dann müsste sich dein Heiler keinen Teststreifen basteln...
Das ist ja echt interessant mit den Blutgruppen.
Es scheint eine zu geben (AB+), die allen Leuten gespendet werden kann(oder hab ich da was falsch verstanden?). Vielleicht hat er Glück und findet einen entsprechenden Spender, so eine Art lebende Blutbank, denn Blut aufbewahren kann er bei dem Klima nicht.
Hm, du meinst, es würde genügen, Blutstropfen auf Papier zu tropfen und sie scharf anzusehen? Ok, hier hören meine medizinischen Laienkenntnisse dann auf ...
Jedenfalls wäre ihm sicher klar, dass seine Versuche, Blut zu übertragen, in irgend einer Form an der Kompatibilität des Blutes scheitern *sieht ihn in Gedanken vor Frust sein Labor demolieren*.
Spielt die Blutgruppe überhaupt eine Rolle? Es geht schließlich nicht um Transfusion, sondern um Infektion und Immunisierung. ???
Ne, 0 kann jeder vertragen. Null, nicht o, hat keine Antikörper gegen A und B. A und B benennen sozusagen die Antigene, die sie tragen. A verträgt kein B und umgekehrt. AB kann alle Blutgruppen gespendet bekommen.
Der Test ist nicht mit normalen Papier, da ist der Antikörper drauf. Oder das Antigen? Ich weiß halt nicht, ob man beim Vermischen des Blutes außerhalb des Körpers Ausflockungserscheinungen sehen kann. Oder Blut mit Serum. Serum bekommt man aber, wenn ich jetzt nicht völlig auf dem Schlauch steh, wenn man Blut etwas stehen lässt, weil sich dann die schweren Teile absenken - das Serum bleibt. (Das Phänomen der Blutsenkung, was unter anderem ein wichtiges Diagnosemittel darstellt bei den Blutuntersuchungen. Aber tiefere Details wolle mir jetzt auch gerade nicht in den Kopf...)
@ Churke
Ne, ist nur ne generelle Überlegung für verschiedene Kurzgeschichten.
@ Winterkind
Ah, so ist das, danke :)
Hm, Blutserum ... ich glaub, da muss ich mich vielleicht mal schlau machen. Aber eventuell eignet sich eine Geschichte auch ganz gut, in der mein Heiler seine Grenzen erkennen muss, auch wenn es ihn frustriert.
Also, der Zusammenhang erklärt sich eigentlich von selbst. Hast du schon mal ein elektronisches Mikroskop angeschalten? Das ist meist in Verbindung mit einer Glühlampe :pfanne:. Wegen Helligkeit! Na, geht dir eine Glühbirne auf.
Wenn du das mit der Flasche ausprobieren willst, es muss unbedingt eine kugelförmige Flasche sein. Also, jedenfalls habe ich das mit einer anderen noch nicht gesehen. Aber ich kenne diese Vorrichtung von diversen Burgbesichtigungen und das sind inzwischen doch sehr viele (bin nämlich Burgensammler ;D).
@Aithoriell
Da muss ich dich jetzt leider ausbremsen. Mit einem normalen Lichtmikroskop wirst du keine Antikörper oder Erreger sehen können. Dafür bräuchtest du mindestens ein Elektronenmikroskop, und da hilft dir keine Glühbirne weiter.
Ich habe das gerade mal mit meinem Kollegen diskutiert, und er schlug folgende Varianten vor:
- Färbungen: Ähnlich wie beim Schwangerschaftstest verbinden sich Antikörper/Antigene mit anderen Substanzen zu farbigen Komplexen. Sowas kann man auch mal ganz schnell durch Zufall rausfinden.
- Trennung der Blutbestandteile mit Gel: Das zu untersuchende Blut (oder Urin, muss ja nicht unbedingt Blut sein) wird oben in eine schmale Glassäule geträufelt, in der sich dickflüssiges Gel befindet. Je nach Größe und Schwere der im Blut enthaltenen Teilchen trennen sich die Blutbestandteile dann auf, und es entsteht nach einiger Zeit ein charakteristisches Blutbild in der Säule. Wenn also in dem Blut der Kranken bestimmte Teilchen vorhanden sind, wird sich dieses Bild deutlich von dem eines gesunden Menschen unterscheiden. Und man braucht gar keine große Technik dafür ...
Tante Wiki (http://de.wikipedia.org/wiki/Chromatographie) hat auch noch ein paar Anregungen, sogar für Selbstversuche zu Hause ;)
Soweit die Vorschläge vom Immunhistologiedoktor. ;D
In dem Zusammenhang finde ich auch den Denkansatz mit den 'Säften' gut, denn das ist ja die mittelalterliche Medizintheorie, wenn ich mich recht erinnere. Vielleicht kannst du das verbinden?
Herzlichen Dank! :)
Hm, der Versuch mit der Kerze scheiterte leider am Nichtvorhandensein einer runden Flasche ...
@ Grey
Ja, das wäre ne Möglichkeit, müsste man mal sehen, wie man das umsetzt, danke! :) Die Geltechnik klingt ganz interessant. Das Problem ist halt immer, wie man drauf kommt. Schleim wird mein Heiler sicher genug finden, wo er haust. ;D Jedenfalls ist der Heiler schon ganz scharf darauf, das ausprobieren zu können. Meinetwegen soll er mal, wenn ich mich dann grad nicht um ihn kümmern muss. :)
Blut/Urin gehören ja auch zu den "Säften", daher wird er hoffentlich irgendwann dahin kommen bei seiner Forschung. Zum Glück schläft er ja nicht. ;D Dann wird auf die Art keine Zeit verschwendet. Wobei das mal wieder einen anderen Thread wert wäre ...
Trennen von Blutbestandteilen geht auch einfacher, nämlich durch zentrifugieren.
Bluttest wurde ich heute geprüft. Funktioniert so: Du hast ne Karte mit 3 Feldern. Auf Feld1 ist nichts (Kontrollfeld), auf Feld2 Anti-A-Antikörper, auf Feld3 Anti-B-Antikörper. Auf jedes Feld kommt ein kleiner Blutstropfen, der mit einem Kochsalztröpfchen verdünnt wird. Mit einem Stäbchen rührt man dann die Tropfen durch, dass sie sich auf ihre Felder verteilen (für Feld3 die andere Stäbchenseite benutzen wegen Kontamination) und dann ein bißchen hin und her schwenken.
Bildet sich in Feld2 Blutgerinnsel und auf Feld3 nichts, haben wir Blutgruppe A,
bildet sich auf Feld3 Blutgerinnsel und auf Feld2 nichts, dann haben wir Blutgruppe B,
bilden sich auf beiden Feldern Blutgerinnsel, haben wir Blutgruppe AB
bildet sich auf keinem keinem Feld Blutgerinnsel, haben wir Blutgruppe 0
und bildet sich auf Feld1 Blutgerinnsel, kannst du den Test nicht auswerten.
Blutgruppe 0, Rh- ist Universalspender und Blutgruppe AB, Rh+ ist Universalempfänger.
Dass es Infektionen über den Blutweg gibt, muss nicht durch Transfusionen und Mikroskope gefunden werden. Viren z.B. kann man unterm Lichtmikroskop eh nicht sehen. Mir fällt momentan keine Krankheit mit Bakterien im Blut ein, die über Blutkontakt übertragen wird. Überhaupt, wenn jemand Unmengen an Bakterien im Blut hat, hat er eine schöne, fette Blutvergiftung (Sepsis). Und wenn er Glück hat nur eine harmlose Bakteriämie, die aber Fieber und Endokarditis machen kann.
Im Krankenhaus infiziert sich das Personal überwiegend durch Nadelstichverletzungen mit Hepatitis B (Hepatitis C und HIV Infektion ist seltener). Sehr gefährlich sind Lanzetten. Wenn dein Magier also so fies ist, kann er Versuchspersonen (z.B. irgendwelche zu Tode Verurteilte) mit der blutigen Lanzette von Kranken tief stechen. Wenn diese Krankheit hochinfektiös ist, werden viele der Versuchspersonen nach ner gewissen Inkubationszeit erkranken.
Manche Mediziner haben damals auch verrückte Selbstversuche gemacht. So wollte Max von Pettenkofer dem Robert Koch beweisen, dass das Cholera verseuchte Wasser eben doch keine Cholera macht und hat die Brühe getrunken. Er hat unverschämtes Glück gehabt, dass er tatsächlich nicht erkrankt ist.
Zitat von: Grey am 10. Februar 2009, 13:55:40
Da muss ich dich jetzt leider ausbremsen. Mit einem normalen Lichtmikroskop wirst du keine Antikörper oder Erreger sehen können. Dafür bräuchtest du mindestens ein Elektronenmikroskop, und da hilft dir keine Glühbirne weiter.
Bakterien schon (schließlich hat Robert Koch den Turberkel-Bazillus auch so entdeckt). Viren hingegen nicht.
Zitat- Färbungen: Ähnlich wie beim Schwangerschaftstest verbinden sich Antikörper/Antigene mit anderen Substanzen zu farbigen Komplexen. Sowas kann man auch mal ganz schnell durch Zufall rausfinden.
Ganz schnell? Das hat im 19. Jhd. mehrere Jahrzehnte gedauert. Von Louis Pasteur bis Paul Ehrlich (~ 30 Jahre.) Außerdem geht das nur mit sytnthetischen (Anillin-)Farbstoffen.
Mit einem (einfachen) Mikroskop ist es übrigens leider nicht getan.
Mikroskope gibt es bereits seit dem 17. Jhd. Aber erst die moderne Glasmacherkunst des 19. Jhd. und die Linsenschleifer aus Deutschland (Carl Zeiss) haben es geschafft, so gute Mikroskope herzustellen, daß man auch Mikroben sichtbar machen konnte. Wobei ein Mikroskop allein auch nicht ausreicht. Viele Mikroben sind nämlich praktisch unsichtbar. Der große Durchbruch kam erst mit Paul Ehrlich, dem es gelangt, mit Hilfe von Anilinfarben gezielt nur die Bakterien einzufärben. Darauf aufbauend ersann er die sog. Seitenketten-Theorie und legte den Grundstein für die moderne Chemotherapie, bei der Wirkstoffe gezielt hergestellt werden.
Vor der Entdeckung der Mikroorganismen, dachte man lange Zeit, daß Krankheiten durch bestimmte Miasmen in der Luft verbreitet würden. Deshalb hat man zur Zeit der Pest auch überall Räucherwerk und rauchende Feuer entfacht, weil man damit die Luft reinigen wollte.
Das ist ja toll von euch, dass ihr mir noch so viele Antworten schreibt. :)
Es ist schon mal gut, wenn man Tests zur Blutgruppenunterscheidung mit relativ einfachen Mitteln durchführen kann. Das Problem ist und bleibt aber leider, darauf zu kommen, dass es unterschiedliche Blutgruppen gibt (und wieviele und inwiefern sie unterschiedlich sind). Selbst einem Genie wie meinem Heiler würde es wohl schwer fallen, darauf zu kommen, warum die eine Bluttransfusion klappt und die andere nicht. Blut sieht ja auf einen Blick eher bei jedem Menschen gleich aus und auf den zweiten und zwanzigsten Blick vermutlich auch noch. Wenn es dann noch andere mögliche Todesursachen gibt, z. B. bei einer Op, ist der Grund für einen Todesfall sicher nur zu erraten. Na ja, ich muss noch mal überlegen, ob er wirklich drauf kommen könnte, dass das Blut verschiedener Menschen verschieden ist.
Es ist ja nun doch so, dass uns viel von unserem Wissen selbstverständlich vorkommt und viele Dinge (wie die Zusammensetzung der Welt aus Atomen) schon als Theorie existierten, lang bevor das jemand sehen konnte. Aber letzten Endes ist es total schwierig, auf Wegen zu denken, die noch niemand zuvor denkmäßig beschritten hat. Wir sagen dann schnell "die waren ja doof, das hätten sie doch längst merken müssen", weil wir heute die Zusammenhänge erkennen (oder auch nicht erkennen, aber in der Schule lernen oder in Büchern lesen können und sie daher nachbeten können, auch ohne sie zu verstehen). Aber selbst besonders intelligente Menschen aus früherer Zeit waren oft nicht in der Lage, Zusammenhänge zu erkennen, ehe es zu spät war, wenn ihnen die Situation nie zuvor begegnet war.
Meinem Heiler traue ich so ein unabhängiges Denken in gewissem Umfang zu, auch weil er in jeder Hinsicht ein Außenseiter und gar nicht mit normalen Maßstäben zu messen ist. Er ist nur wenig von verbreiteten Meinungen und Vorurteilen beeinflusst, daher muss er sich zum großen Teil auf seinen eigenen Geist verlassen. Aber auch er ist halt nur ein Mensch.
Die Ärzte im Mittelalter haben doch diese gruseligen Schnabelmasken getragen, um sich vor den Ausdünstungen der Pest zu schützen. Wahrscheinlich relativ sinnfrei. Würde ihm aber auch gut stehen, er ist ein echter Gruselfall.
Das mit dem Mikroskop lasse ich wohl lieber ...
Selbstversuche hab ich mit ihm jedenfalls auch schon geplant. ;D
Zitat von: Tenryu am 11. Februar 2009, 04:25:18
Ganz schnell? Das hat im 19. Jhd. mehrere Jahrzehnte gedauert. Von Louis Pasteur bis Paul Ehrlich (~ 30 Jahre.)
Ach, sagte ich: "Das ist im 19. Jahrhundert ganz schnell entdeckt worden"? Ist mir gar nicht aufgefallen, tut mir Leid, das ist natürlich falsch. ::)
Zitat von: Tenryu am 11. Februar 2009, 04:25:18
Außerdem geht das nur mit sytnthetischen (Anillin-)Farbstoffen.
Was meinst du mit: das? Protein-Färbungen gehen schon auch mit anderen Farbstoffen ... *kopfkratz*
Davon abgesehen: das ist auch nicht, was ich meinte, sondern ich meinte, dass man zwei Flüssigkeiten vermischt, die an sich vielleicht keine auffällige Farbe haben. Wenn man sie aber zusamment tut, werden sie plötzlich blau. Oder so.
Vorweg sei gesagt, dass ich nicht viel von Medizin verstehe, aber mir kam da trotzdem ein Gedanke, der vielleicht hilfreich ist.
Blutgruppen sind doch vererblich, also wenn dieser Heiler öfters eine Bluttransfusion macht, könnte ihm mit der Zeit auffallen, dass die Transfusion mit einer höheren Wahrscheinlichkeit funktioniert, wenn der Spender ein Verwandter des Patienten ist.
Ihm könnte dadurch der Gedanke kommen, dass es unterschiedliche Arten von Blut gib, die vererblich sind.
Vielleicht würde er zunächst auch glauben, dass eine Transfusion nur mit Blut eines Verwandten funktioniert? :hmmm:
Wobei dann immer noch die Frage bliebe: Ist Mutter oder Vater besser als Spender geeignet usw.
Nun ja und wenn er diese Sache noch einige Jahre länger beobachtet, könnte er doch zwischendurch sicherlich mal auf die Idee kommen, kleine Blutmengen unterschiedlicher Spender im Reagenzglas zusammenzukippen, nur um mal zu sehen was passiert ...
Ich stelle mir vor, dass man das auch mit bloßem Auge erkennen kann, wenn das Blut verklumpt, oder?
Vergiß nicht, daß Blutgruppen unterschiedlich häufig sind. Wenn Deine Bevölkerung relativ homogen ist, können die meisten Menschen die gleiche Blutgruppe haben, dann sind Transfusionen kein Problem.
Auffälligerweise klappt es bei Fremden dann mal nicht.... das könnte nach mittelalterlicher Denkart alles mögliche bedeuten:
a) das sind halt Fremde, keine richtigen Menschen
b) die Götter wollen nicht, daß unser Blut sich mit denen mischt
c) irgendwelche Rituale sind von Nöten (die mir nicht bekannt sind), damit es klappt.
Und- oh Ärger- auch bei einigen Leuten aus der eigenen Bevölkerung klappt es nicht?
Die sind natürlich von den Göttern verflucht. Oder sind doch nicht reinblütig. Oder untergeschobene Kinder. Oder sie haben die falschen Miasmen abgekriegt. Oder das gebet/der Zauberspruch war fehlerhaft.
Usw.usw.usw.
Noch etwas- irgendwie spukt bei mir im Hinterkopf herum, daß Impfungen, z.B. gegen die Pocken, bei irgendeinem Volk schon im Altertum gemacht wurden. Rein empirische Forschung ist auch ohne Mikroskop möglich.
Eine Bluttransfusion ist rein technisch nicht so einfach. Dazu braucht man Hilfsmittel wie Hohlnadeln, Gummischläuche, Injektionsspritzen. So etwas gab es im Mittelalter noch nicht, bzw. war mit den verfügbaren Mitteln noch nicht herzustellen.
Ein anderes Problem ist, daß eine Transfusion (selbst wenn sie funktionierte), dennoch den Patienten töten kann. Etwa indem Keime oder Schmutz mitübertragen werden. Denn von Hygiene und Desinfektion hatten die Leute keine Ahnung. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, daß man jemanden solche Experimente mit Menschen durchführen ließ. Denn die Erfolgsquote dürfte mehr als gering sein. Und wer geht schon zu einem Arzt, der abscheuliche, neumodische Versuche anstellt und gegen alle überlieferten Regeln verstößt?
@ Coppelia: Diese Schnabelmasken enthielten wohlriechende Kräuter. Man glaubte damals, daß übelriechende Miasmen in der Luft die Krankheit übertrügen, die man zu überdecken versuchte. Daher auch die Pestfeuer. Absurderweise waren diese Masken trotz des falschen Ansatzes ein bißchen wirksam, weil sie den Träger vor Tröpfcheninfektionen schützten. (ein dichtgewebtes Tuch vor Mund und Nase hätte natürlich den gleichen Effekt gehabt.)
Viele gesundheitsfördernde Maßnahmen beruhten auf falschen Annahmen. So glaubte man lange Zeit, daß Tee, der damals unerschwinglich teuer und nur den Reichen vorbehalten war, vor Krankheiten schützte. Tatsächlich war es nur das Abkochen des Teewassers, welches die Cholera, -Ruhr und Thyphusbazillen abtötete, mit denen die Trinkwasserbrunnen verseucht waren.
Das ist nett, dass ihr mir noch so viel antwortet!
Die Stadt ist unpraktischerweise total multikulti. Leute unterschiedlichster Kulturen leben da. Insofern stehen die Chancen, dass sie eine ähnliche Blutgruppe haben, denkbar schlecht. Auch ist die Vermischung zwischen den Bevölkerungsgruppen ziemlich stark.
Insofern schlechte Voraussetzungen für meinen Heiler.
Welches Volk als erstes welche Impfung durchgeführt hat und wie, wäre interessant zu erfahren, ich konnte darüber aber bisher nichts rausfinden.
Mir ist, als wären auch im Mittelalter schon Blutübertragungen durchgeführt worden, allerdings nicht besonders erfolgreich (wie gesagt). Über die genauen Methoden müsst man noch mal recherchieren. Mein Heiler könnte aber die benötigten Geräte zumindest zum Teil herstellen, er ist da recht erfindungsreich. Dass sie super funktionieren, ist natürlich nicht zu erwarten.
Mein Heiler hat tatsächlich keine Patienten, erst recht keine freiwilligen. Die Situation ist etwas ... delikat. Aber in verzweifelten Fällen kann er versuchen zu helfen, und möglicherweise wird es manchmal funktionieren. Wenn man ihn denn lässt (was auch eher unwahrscheinlich ist, er erfreut sich keines guten Rufs). Es geht ja auch eher ums Prinzip, um einen Plan.
Habe da etwas gefunden. China hat bereits 200 v. Chr. mit Pockenimpfungen experimentiert.
1788 begann die moderne Aera der Impfungen mit eben diesen Pockenimpfungen (geimpft wurde mit den deutlich weniger gefährlichen Kuhpocken).
Ansonsten fand ich noch diesen schönen Satz:
Vaccination was practised at a time when nothing was known about microbes, viruses or the immune system. Nevertheless, it was soon promoted to the first rank of general medical practice, routinely applied and unquestioned. It took on the aspects of a faith rather than of a science.
Beim Eingangsposting musste ich an die Gerätschaften aus dem Film "Sleepy Hollow" mit Johnny Depp denken.
"Es gibt eine chemische Reation. Demnach wurde der Kopf mit nur einem Hieb vom Kopfgeschlagen"
Ich seh es so: Du hast Magie, auf die er zurückgreifen kann. Denk dir doch einige magischen Gerätschaften aus, mit der er z.B. abgenommenes Blut so weit magisch Vergrößern kann, dass er die Erreger erkennen kann oder ähnliches...
Hallo ihr, ich bin es mal wieder. :)
Es geht noch immer um denselben Heiler und seine medizinische Forschung. Diesmal hab ich mir etwas besonders "Schönes" überlegt: Er soll herausgefunden haben, dass Gift heilende Wirkung haben kann, wenn man es in geringen Dosen verabreicht. Das soll angeblich schon Paracelsus gewusst haben.
Nun frage ich mich: In wie geringen Dosen muss man Gift denn verabreichen, damit es heilt? Braucht es dazu spezielle Werkzeuge? Weiß das zufällig jemand?
Fingerhut soll ja beispielsweise bei Herzproblemen helfen und Schlangengift bei Migräne ... kennt ihr noch was? Je subtropischer, desto besser. ;D
Also es gibt da diese Schneckenart, die ich total faszinierend finde ... Conus striatus heißt sie, die gerippte Kegelschnecke. Die lebt im indischen Ozean und kann vergiftete Mini-Harpunen durch ihren Rüssel schießen und so ihre Opfer lähmen. Das Gift wird in Amerikanischen Krankenhäusern z.T. als Schmerzmittel verwendet. Von der Dosierung weiß ich aber leider nichts ... vielleicht magst du die Schnecke ja trotzdem ;)
Behandelt man Tumore bei Kaninchen nicht mit Spinnengift? :hmmm: Ich glaube, das habe ich mal bei Dr. Wolf gesehen. Leider kann ich dir auch nicht wirklich weiterhelfen.
Ihr habt ja noch was reingeschrieben, vielen Dank. :)
Die Schnecke finde ich auch cool. ;D Vielleicht kann ich sie Aventurien spendieren und sonst meiner eigenen Welt einverleiben.
Spinnengift gegen Krebs? Interessant ... :gähn: Das wär jedenfalls wirklich etwas für ihn. Eine tödliche Krankheit und ein übles Gift. :)
Hi du,
wollte schon lange hier was reingeschrieben haben. Die Dosen der Gifte sind wahrscheinlich extrem stoffabhängig, genauso wie die Verabreichung. Belladonna (also Tollkirsche) nimmt man zum Beispiel ein bei Herzbeschwerden. Aber halt nicht hoch konzentriert. Wenn du genauere Dosen haben willst, frage ich mal meinen besten Kumpel, der ist Chemiker - mit Giftschein - der weiß vielleicht was mehr drüber.
Hier gibt's übrigens ein Giftpflanzencompendium, hab ich aber noch nicht selbst reingesehen - vielleicht hilft es: http://www.giftpflanzen.com/
Und hier ein Gifttierbuch (menno, das will ich jetzt auch haben): http://www.amazon.de/Gifttiere-Handbuch-Biologen-Toxikologen-Apotheker/dp/3804716393
Bei Gifttieren, besonders im Meer, handelt es sich auch oft um Kontaktgifte, vermutlich kann man die "Heilmittel" dann auch auf die Haut auftragen.
Das ist ja super, danke für den Link! :)
Auf dein Angebot komm ich auch gern zurück, wenn ich nichts sonst herausfinde.
@Grey
Lang' ist's her aber ich muss dazu noch mal Stellung nehmen: Ich weiß dass du recht hast aber ich fand die Idee mit dem Glaskolben zur Lichtverstärkung beim Untersuchen von Blut mit einer Vergrößerungslinse einfach zu gut, weil eben sehr mystisch.
Wenn es ein Fantasy-Buch wird, verstehe ich sowieso nicht, wenn du einfach eine irritierende Andersfärbung des Blutes heranziehen willst. Mann kann alles bis ins kleinste Detail biologisch nachvollziehbar erklären. Allerdings wird Fantasy ja auch nicht - nur - von Biologen gelesen, sondern in erster Linie von Fantasy-Fans. Insofern braucht man das nicht immer alles so genau nehmen. Das habe ich bei Fantasy ehrlich gesagt noch nie erlebt.
Hallo,
ich schreib auch noch mal was dazu, auch wenn es vielleicht nicht mehr aktuell ist.
Bei "Gifte zum Heilen" sind wir ganz schnell in der Homöopathie. Vielleicht hilft Dir das Heilungskonzept von Samuel Hahnemann da weiter, nach dem "Ähnliches ähnliches heilt" (Wunderbarer Spruch: Similia similibum curentur)
"Die Dosis macht das Gift". Leider mussten die das damals per Eigenversuch herausfinden...davon würde ich Deinem Magier dringend abraten ;D Andererseits könnte er so natürlich interessante Erkenntnisse haben. Wie wäre es mit Pflanzen oder Mineralien, die es nur in seiner Welt gibt, die er dann homöopathisch aufbereitet?
Viele liebe Grüße!
*Alaun