Hallo,
hab gerade mal die beiden Plot-Methoden-Threads gelesen und möchte daher gern meine Methode vorstellen. Ich schreibe beinahe OHNE Plot. Das Expose für meinen ersten Teil (77.000 Wörter) bestand aus 8 Stichpunkten (von denen ich 2 gar nicht umgesetzt habe und 1 in den 2. Teil gerutscht ist). Meistens habe ich bestimmte Szenen innerhalb der Geschichte vor Augen und arbeite darauf hin, dabei kann es aber auch gut passieren, dass mit eine bessere Szene einfällt und es ganz woanders hingeht.
Vorteil: Das Schreiben ist spannend. Gestern z.B. schrieb ich eine Szene, in der ein Hauptcharakter mit einigen Nebencharakteren aus einer Stadt fliehen muss. Spontan kam mir die Idee, alles etwas spannender zu machen, in dem einer der Nebenchars gesucht werden muss (unter Zeitdruck) und während ich meinen HauptChar so durch die Stadt hetzte, frage ich mich plötzlich: Wird er sie überhaupt finden? Lasse ich sie vielleicht zurück und versetzte meinem HauptChar so einen Schlag?
Und so wurde die Szene für mich selbst spannend, der Stift flog übers Blatt, während ich mit mir rang ob er sie nun findet oder nicht. Das war spannender als das Lesen manch anderer Bücher :)
Nachteil: Wer wie ich für ein Buch ein halbes Jahr oder länger braucht, vergisst ohne Plot vieles, das er geschrieben hat (oder auch nicht geschrieben hat). Auch hier ein Beispiel: Ein Vulkan vor dem Ausbruch spielt eine wichtige Rolle (einer von dreien auf der Insel). Die ganze Zeit schrieb ich immer wieder "Der mittlere Vulkan", "Der Vulkan in der Nähe von XY", bis ich beim Korrekturlesen feststellte, dass ich ihm ganz am Anfang mal einen Namen gegeben hatte...
Detail-Plotten ist jedenfalls nichts für mich. Die ganze Geschichte en Detail vorauszuplann macht zwar Spaß, sie dann aber auszuformulieren ist für mich nur noch Arbeit.
Hallo Kaeptn!
Die Frage habe ich mir selbst schon so oft gestellt, dass es mich überhaupt nicht wundert, dass dazu mal ein Thread aufgemacht worden ist.
Ich liebe es, wenn meine Charas mit "überraschen", also die Handlung sozusagen selbst in die Hand nehmen. Wie du bereits geschrieben hast, finde ich es auch spannender, wenn man sich erst beim Schreiben richtig überlegt, was denn nun wie werden soll...(komplizierter Satz :o) Aber aus eigener Erfahrung rat ich dir, etwas mehr Stichpunkt anzufertigen. Um kurz zu erklären, was mir mal passiert ist: Ich habe vor ca. neun Monaten noch an einem Projekt gearbeitet, von dem ich glaubte, ich könnte mir alle Details, die ich mal geschrieben habe, ohne weiteres merken. Nun ja, und keine zwei Monate nach Schreibbeginn dieser Geschichte, habe ich mich ernsthaft gefragt, ob meine Szenen in der Mitte überhaut zum Anfang passen... ???
Ich persönlich plane nicht sonderlich viel, aber immerhin genug, damit ich genau weiß: WAS, WANN, WO ungefähr passieren müsste, damit ich zu meinen gewünschten Szenen komme(also so ähnlich wie mit der "Domino-Methode"). Außerdem kann ich so notwendige Erklärungen für den Leser gezielter setzen.
Ob meine Charas dann meine grobe Gliederung der Geschehnisse befolgen, bleibt ja immer noch fraglich ;)
Lg
Tarah
Schreiben ohne Plotten? Hmm, es gibt wohl nichts Erfrischenderes als sowas. Ich würde es sehr gerne tun, einfach drauflos schreiben und die Geschichte und Charaktere sich selbst überlassen. Für den Autor selbst ist es wohl die höchste Form von Rollenspiel, die sich bieten kann. Man ist Spielführer und "Party" zugleich.
Es birgt aber auch die grosse Gefahr, dass sich viel Unlogisches und viele Widersprüche einschleichen. Und ob sich solch ein Manuskript später auch gut liest? Ich hätte zudem die Angst, dass ich zuviel umstellen und ändern muss, sodass ich mir mit der Domino-Methode halt von vornherein einiges erspare.
Aber als Neuling noch ohne nennenswerte Erfolge masse ich mir solch ein Schreiben lieber nicht an. Es bereitet mir schon genügend Arbeit, mein erstes Manuskript auf die Beine zu stellen, und es eines Tages veröffentlichen zu können.
Liebe Grüsse
Falckensteyn
Ich habe mehr als einen Versuch Schreiben ohne Plotten hinter mich und kann nur sagen: wer nicht wirklich total diszipliniert ist, sollte es nicht machen. Ich kann mich berufsbedingt nicht komplett aufs Schreiben konzentrieren und schreibe eben auch nicht jeden Tag. Das bedeutet: wenn ich ohne Plot schreibe, mich sozusagen von Szene zu Szene hangel, verläuft die Geschichte irgendwann im Sande, eben weil nicht immer Ideen aus dem Nichts kommen. Man muß ja nicht alles 100% durchplotten, ein Rohgerüst reicht ja schon. Dann kann man sich immer noch von seinen Charakteren "überraschen" lassen und hat Spielraum für ungeplante Wendungen. Aber völlig ohne Plan losschreiben, davon würde ich nach eigenen schlechten Erfahrungen die Finger lassen.
Mir geht's wie Moni - die Projekte, die ich völlig planlos angefangen habe, sind alle in der Tonne gelandet. Wenn ich nicht zumindest eine grobe Vorstellung vom Verlauf der Geschichte habe (ich brauche zumindest Anfang und Ende, vor allem letzteres), dann wird dat bei mir nix. Ich bin ein ziemlich faulerm disziplinloser und vor allem extrem vergesslicher Mensch, darum komme ich mit der Dominomethode besser klar.
Zitat von: Kaeptn am 28. Oktober 2008, 09:15:35
Die ganze Geschichte en Detail vorauszuplann macht zwar Spaß, sie dann aber auszuformulieren ist für mich nur noch Arbeit.
Bei mir ist es eher anders herum... :snicker:
Ob Plotten und wenn ja, wieviel, hängt vielleicht auch mehr von der
Geschichte ab als vom Autor. Ein komplexer Plot mit mehreren Erzählsträngen lässt sich m.E. kaum aus dem Handgelenk herunter schreiben. Andererseits kann sich das Plotten bei einer geradlinien Geschichte völlig erübrigen.
Ich gehöre auch zu den Menschen, die nicht plotten können. Ich bewundere jene, die es hinkriegen, die eine Geschichte von A - Z planen, die im Vorfeld schon wissen, wann was wie passiert.
Ich mache es meistens so, dass ich eine Grundidee habe, dass ich das Ende habe und von Anfang bis Ende hangele ich.
Aber okay, ich bin eh seltsam.
Ich bin chaotisch und vergesslich, was ich mir nicht aufschreibe, existiert nicht ;D
Deshalb bin ich gut beraten, im Vorfeld zu plotten. Aber: Kein Plan überlebt den ersten Kontakt mit dem Feind, deshalb ist das Schreiben nach wie vor spannend. Denn auch wenn eine Szene stichpunktartig vorgeplant ist, sie entwickelt manchmal eine Eigendynamik, der man nichts entgegensetzen sollte. Es sei denn, die Geschichte nimmt damit eine ungeahnte Wendung, und dann muss ich eben den Plot umarbeiten.
Völlig ohne Plan zu plotten heißt für mich, ich verzettele mich in Charakteren, Handlungen etc., Szenen werden zu langatmig, sind nicht aufeinander abgestimmt, entwickeln keine Dynamik.
Habe ich letztes Jahr beim Nano gemacht und das hat prima geklappt.. ich hatte keinerlei Ideen udn überhaupt keine Stichpunkte notiert... ich hab mich quasi überraschen lassen... hat prima geklappt, blieb superspannend und etliche Dinge sind erst beim Lesen gekommen... also ich mag diese Methode... ich plane nur längere und ältere Plots so durch...
Ich plotte ebenfalls nicht ... habe es bei meiner Jolanthe zumindest nicht getan (allerdings ist das auch der einzige Roman, den ich bisher fertiggestellt habe).
Die Anfangsszene war eines Tages einfach in meinem Kopf - kurz darauf die Schlußszene - und irgendwann wollte die komplette Geschichte geschrieben werden. Dabei tauchten immer wieder einzelne Gedanken und Ideen auf, alles relativ ungeordnet, in keinerlei chronologischer Reihenfolge. Erst nach und nach fügte sich schließlich alles zu einem Ganze zusammen.
Ich muss sagen, mir liegt diese Art zu arbeiten. Wenn ich heute schon wüsste, was ich morgen schreiben will, würde ich vermutlich relativ schnell alles wieder in die Ecke feuern.
Andererseits will ich aber nicht behaupten, dass dieses "Bauchschreiben" besser oder schlechter ist als das strukturierte Plotten. Beide Methoden haben Vor- und Nachteile, und es liegt an jedem einzelnen Autor zu entscheiden, bei welcher Methode er mehr für sich herausholen kann.
Für jeden, der bisher noch nicht den richtigen "Dreh" gefunden hat, lohnt es sich deshalb bestimmt, mal beide Methoden auszuprobieren. Passt oder passt nicht - dass kann jeder nur für sich selbst herausfinden ...
Liebe Grüße,
Julia
Ich habe das auch schon gemacht - meine allererste wirklich fertig gewordene (und auch längere) Geschichte, eine Fanfiction, ist aus einem einzigen Satz, den ein Nebencharakter gesagt hat, entstanden.
Bei Asrya bin ich damit aber auf die Nase gefallen - wahrscheinlich mit ein Grund, warum ich schon so lange nichts mehr geschrieben habe, sondern immer noch überlege, wie ich da wirklich ran gehen kann.
Plotten? Schaffe ich meistens nie...
Ich muss das Ende einer Geschichte wissen und dann gehts mit den Fragen los. Z.B. ein Kampf, warum machen die das, vielleicht weil,... also was für Völker? Hm... Mal sehen. Dann schreibe ich erst einmal drauf los. Wenn ich dann in dem Abschnitt schon Informationen zum Chara getippt habe, schreibe ich die in ein Buch rein, das geordnet ist, unter verschiedenen Überschriften wie: Neben Charas, Städte Dörfer usw. Bei plötzlichen Ideen die noch nicht passen, werden sie aufgeschrieben aber richig plotten? Nein.
Wenn ich unterwegs bin und mir fällt spontan was ein, wirds aufgeschrieben und zu Hause zu Papier und Stift gesprintet und los geschrieben;)
Aber ich habe mir für meinen ersten Roman auch ein halbes Jahr Zeit genomman und auf Sparflamme gelebt, um Tag und Nacht dran zu arbeiten. Da kommt man nicht ganz so durchainander. Man dreht höchtens mal durch und wird :pfanne: und denkt sich:" Alles mist, ich schmeiß das blöde Zeug gleich weg..."
*nörgel* Also liebe Freunde, immer fleißig drauf los schreiben, sei es nun ein Plott oder direkt der Roman:) Hauptsache es steht erstmal irgendwo...
Grüße!
Ich plotte auch nicht. Das heißt, einmal habe ich es gemacht und eine Geschichte mehr oder weniger datailliert Kapitel für Kapitel durchgeplant. Mit dem Ergebnis, daß ich nach nach nicht mal der Hälfte die Lust verloren habe.
Die Gefahr, ohne Plot den Faden zu verlieren, sehe ich bei mir weniger. Auch wenn ich bis fast zum Schluß nicht weiß, wie es ausgeht, habe ich doch so ein gewisses Gespür dafür, die Handlung voran zu treiben und zu einem Ende zu bringen.
Für den NaNo habe ich auch keinen Plot. Aber ich fange mir nun doch an Sorgen zu machen, denn bei meinen bisherigen Geschichten hatte ich immer genügend Zeit zum Nachdenken und zum Reifen der Geschichte. Doch wenn ich täglich ein halbes Kaptel fertigstellen muß, fürchte ich, könnte das schief gehen. Manchmal braucht es eben doch ein paar Tage oder Wochen, bis man plötzlich einen Geistesblitz hat. *seufz*
Und ich dachte schon, ich wäre der Einzige, der nicht plottet.
Das mache ich eigentlich in den seltensten Fällen und es läuft ganz gut. Wird mal länger nicht geschrieben, dann muss ich eben nochmal das bereits Vorhandene anlesen. Die Ideen sind dann meist schnell wieder da. Obwohl ich sagen muss, dass ich in der Tat auf ein bestimmtes Ziel in der Geschichte hinarbeite.
Soll heißen, ich weiß in aller Regel, wie es im Finale aussehen muss und was mit den Charakteren geschieht.
Früher hab ich immer ohne Plot in meine Schulhefte ;D geschrieben und bin auch meist fertig geworden. Aber wenn ich einfach so drauflos geschrieben hab, ohne zu wissen, worauf alles hinauslaufen soll und am besten noch ohne die Auflösung der Rätsel zu kennen, die ich mir überlegt hatte, ist natürlich nichts dabei herausgekommen und ich musste früher oder später aufhören.
Eigentlich habe ich noch immer sehr schlecht geplottet in den letzten Jahren und es geht mir auch noch so. Aber ich versuche unbedingt, mir das abzugewöhnen, damit ich eine Geschichte mit einem "normalen" äußeren Spannungsbogen habe. Dessen Fehlen fällt mir allerdings oft gar nicht so auf, weil ich mich oft etwas zu sehr auf meine Charaktere konzentriere ...
Mal sehen, wie das in Zukunft wird ... hoffentlich besser!
Ich finde das Schreiben der Szenen eigentlich schöner als deren Planen, weil ich dann mit meinen geliebten Charakteren zusammen alles erleben kann. :)
Gutes Thema! Da es mich schon sehr lange beschäftigt.
Also mein erste großes Werk habe ich ohne Plot geschrieben und war sehr zufrieden. die Geschichte war spannend und hat sich beim Schreiben entwickelt, Satz für Satz.
Mittlerweile arbeite ich auch mit Plots, aus dem Grund der auch schon erwähnt wurde: Die Arbeit. Aber meine Plots sind eher Miniplots und nicht wirlich ausgefeilt und nicht jeder Wendepunkt ist beschrieben. Ich will das auch nicht, denn wenn dann mal eine tolle Idee hinzu kommt ist es extrem schwer die noch einzubauen, da der Plot ihn nicht vorgibt.
Ganz interessant fand ich es letzten Freitag auf der Hohlbein Lesung. Da wurde er nämlich gefragt ob er ein Konzept erstellt. Darauf hin sagte er, dass er es irgendwann aufgegeben hat weil seine Charaktere eh wieder alles anders machen wie er es sich gedacht hat und die Story sich somit dann ganz anders entwickelt.
Ich denke ich habe für mich eine perfekte Mischung gefunden: Miniplots ala Drachenfeder *g*
Also ich plotte immer - bei großen Projekten. Und durch meinen großen Drang nach Logik, wie es einst ein Dozent beschrieben hat, wäre ich ohne Plot komplett aufgeschmissen. In meinem derzeit fertiggestellten Manuskript mit dem Arbeitstitel "Die Engel" wäre ich ohne Plot gescheitert. Als ich den Plot schrieb, nahm ich mir "Casino Royale" als Vorlage. Der Film überzeugte mich schon im Kino, vor allem wegen seiner in sich verschlungenen Story, die an Stellen Wendungen zu ließ, mit denen man nicht rechnete. Was mich des weiteren am Film faszinierte, war die Arbeit des Regisseurs. Die Gewaltszenen bekamen unter seiner Führung eine, wie ich finde, weiche, ja fast ironische Note, ohne die Dramaturgie letztendlich zu schmälern. Dieses Format wollte ich übernehmen.
Der Plot erhielt am Ende, nachdem ich ihn nach diesem Kinogang nochmals änderte, weitere Wendungen und ohne ihn hätte ich mein Manuskript nicht schreiben können. Dennoch vollzog ich während des Schreibens noch einige Änderungen. So habe ich beispielsweise eine Figur im Manuskript schon einige Kapitel vor ihrem Ableben umgebracht. (Die Rache des Autors.)
Dieser Charakter hat mich einfach nur noch genervt. Er sah die Dinge stets anders als ich. Also schnell eine neue Nebenfigur geschrieben, diese mit einigen Versprechungen, die ich allerdings nicht gehalten habe, dazu gebracht eben diesen Charakter zu töten. Tja, und wie das manchmal so ist, fällt ein Killer seinem Mordanschlag auch zum Opfer. Das war zwar so nicht abgemacht, aber egal. (Die Freiheit des Autors.)
Zwar kann ich auch ohne Plot schreiben, Kurzgeschichten wären da ein gutes Beispiel, aber für längere Projekte, einen Roman bsp., plotte ich, da mit diese Projekte zu wichtig sind, als das ich sie einfach dahin vegetieren lasse. :)
Mein erstes großes Projekt habe ich (leider) fast ohne Plot geschrieben und habe zu Beginn auch noch nicht gewusst, worauf das ganze eigentlich hinauslaufen soll. Mühsam musste ich mir daher ein Ende aus der Nase ziehen, das einigermaßen logisch klang- um jetzt noch immer vor dem unfertigen Text zu sitzen. Er ist zwar schon lang und ich bin einigermaßen zufrieden, aber ob er jemals fertig wird...
Meine anfängliche Begeisterung ließ schnell nach, als ich mich plotlos von einer Sackgasse in die nächste schrieb.
Aber ich habe dadurch gelernt, zumindest nicht zu schreiben, ehe ich das Ende deutlich vor Augen habe. Für mein nächstes Projekt stückle ich gerade einen unüberblickbaren Riesen-Plot zusammen und sehe schon die nächste Katastrophe kommen. Aber was soll´s. Die Hauptsache bleibt immer, dass es Spaß macht! ;D
Also ganz ohne Plotten sollte auch nicht sein. Man muss zwar nicht jede Szene und jedes Kapitel im Kopf haben, aber man sollte die Plotwendungen zumindest kennen.
Wenn man nicht plottet braucht man ein umso besseres Gedächtnis für weit auseinanderliegende Zusammenhänge.
Aber jedem das Seine. Zugegeben, ich kenne das Ende meines Plottes auch nicht, aber durch die vorherigen Ereignisse kann ich mir ein Ende besser erschließen, alswenn ich spontan schreiben würde.
LG.
Ich kann nichts im voraus planen, außer das Ende und darauf baue ich auf. Ich schreibe mir aber alle Informationen, die so aus mir heraus sprudeln und im Laptop landen auf, damit ich eben nicht die Zusammenhänge verliere oder gar wichtige Informationen. Mir kommen die Ideen erst, wenn ich mit der Geschichte angefangen habe und neue Ideen werden daneben auf Papier geschrieben. Damit am Ende alles stimmig ist mache ich zwischendurch eine Art Skizze: Wer ist zeitlich wo und kann es sein, dass die dann und dann aufeinander stoßen können.
Jeder wie er es kann und am Ende sind wir uns wohl einig, dass alles stimmen sollte, ob nun vorher alles geplant war oder nicht.
Grüße:)
Zwar gehöre auch ich nicht zu den Menschen, die unbedingt alles im Voraus plotten müssen/wollen, aber bei Schreibbeginn so gar keine Ahnung vom Plot zu haben, finde ich persönlich genauso schlimm.
Wenn ich keine Ahnung habe, worauf ich eigentlich hinaus will, komme ich früher oder später an einen toten Punkt, wo ich nicht mehr weiter weiß ...
Wenn ich alles zu gut vorausgeplant habe, wird mir beim Schreiben langweilig, ich habe keine Lust mehr auf die Geschichte und breche sie ab ...
Also beides ziemlich tödlich für meine Geschichten ... :wums:
Zitat von: SimoneJeder wie er es kann und am Ende sind wir uns wohl einig, dass alles stimmen sollte, ob nun vorher alles geplant war oder nicht.
Da sagst Du weise Worte, genauso sieht es aus ;)
Wenn ich anfange zu schreiben, habe ich meist den Plot noch nicht vollständig im Kopf. Er ergibt sich einfach beim Schreiben.
Da es mir aber auch passiert ist, dass mein Gedächtnis mich im Stich gelassen hat, :o habe ich mir angewöhnt, an den wichtigen Stellen Textmarken zu hinterlassen bzw. mir in meinen Profilen, die ich für meine Protagonisten angelegt habe und mehr oder weniger akribisch führe, wichtige Szenen zu hinterlegen.
Seitdem habe ich keine Probleme mehr, lose Enden zu verknüpfen und komme auch ohne vorab plotten sehr gut voran.
LG
Nycra
Ich muss zugeben, dass ich kein Mensch großer Planung bin, deshalb existiert bei mir kein Plot vorher.
In Kombination mit wenig Zeit und auch gewisser Undiszipliniertheit :'( ist das nicht so
das Wahre, vor allem für meine vielen detailreichen Geschichten. So habe ich mich schon manchmal in Wiedersprüche verstrickt, die ich dann wieder auflösen musste oder musste mühsam kramen bis ich gefunden hatte, was ich vorher schon einmal beschrieben hatte.
Andererseits hat das bei meinem aktuellen Projekt dazu geführt, dass das Ende der Story ein ganz anderes ist, als die Geschichte ahnen lässt, weil meine Protas und ich einfach step by step so zusammengearbeitet haben, dass es eben passt.
Und ich liebe mein Ende jetzt ;D
Es kommt wohl echt sehr stark auf den Autor an und wie er mit seiner Methode umgeht, gar nicht so sehr auf das Ploten oder die Art des Plotens selbst.
Liebe Grüße,
Jara
Hallo!
Mein Projekt hat einen Plot. (Irgendwie)
Meine komplette Idee entspringt einer Szene aus der Mitte der Geschichte, die ich einfach nur so geschrieben habe.
Dann kam ein großer Zettel für Personen und in welcher Beziehung sie zueinander stehen, dann ein Zettel für den Anfang, ein für die Mitte und ein für den Schluss.
Ich hab Stichwortartig aufgeschrieben was passieren soll / könnte.
Danach hab ich mir das was gefiel einfach noch mehr ausgeschmückt.
Viel entspringt auch aus den Charakteren selber.
Beim schreiben allerdings bin ich mit den Szenen angefangen von denen ich ein genaues Bild habe und so wächst mein Projekt von mehreren Stellen aus zusammen.
Es macht mir so viel Spaß und läßt mir trotz Planung immer noch Platz für Geistreiche einfälle.
Es scheint mir auch egal zu sein wo ich beginne, solange der rote Faden da ist und ich nicht abschweife.
Liebe Grüße Juni
Hm..
Ich habe bis noch Anfang dieses Jahres kaum geplottet. Ich hatte eine vage Idee, die ich mit einigen vorher stehenden Plotpunkten verbinden wollte.
Aber dafür, habe ich herausgefunden, bin ich zu unkonsequent und vergesslich. Daher habe ich meine alte Schreibidee noch mal von Vorne begonnen (betonung auf noch mal, erneut - d.h. schon zum zweiten Mal...), diesmal habe ich Planung erzwungen - was aber nicht allzu schwierig war, da ich die Handlung eigentlich schon im Kopf hatte. Ich plane aber nicht in jedes Detail, nur: zuerst geschieht das, dann das, dann das, und schlussendlich das. Aber bis jetzt funktioniert diese Methode ganz gut, ich habe in den letzten drei Monaten mehr Handlung in einer Geschihcte runtergerasselt, als ich im vorherigen Jahr an der selben Geschichte getan habe.
Von dem her: Für mich funktioniert no-plotting nur bei Kurzgeschichten. Ich merke schon bei weniger grossen Projekten, die mehr als ein Kapitel haben, dass ich ohne Plotten einfach nicht vorwärtskomme.
Jedoch plotte ich nicht nach Schneeflockenmethode oder in irgendeiner Weise systematisch - ich schreibe mir einfach das Wichtigste auf. Von dem her könnte man sagen, dass ich ein Mittelding betreibe.
Aber Hut ab von den Leuten, die ohne klare Struktur nur mit einer Idee einen Roman fertigbringen, es bedarf sicher viel Ausdauer, das zu tun (; Nicht, dass andere Schreibmethoden keine Ausdauer verlangen würden, natürlich.
OHNE Plot? OHNE mich! :hand:
Ich könnte auch ohne schreiben, mich von den Wörtern treiben lassen und davon überraschen lassen, wo sie mich hinführen. Aber wohin eigentlich? In den Heuhaufen aus Sätzen, in dem ich mich auf die Suche nach der Nadel machen muss, dem Erzählstrang.
Ich weiß lieber vorher, ob etwas funktioniert oder nicht. Wenn ich das erst nach 150 Seiten weiß, hab ich keinen Bock mehr, alles entsprechend anzupassen. Das wäre meinem "Ich bin Dunkel"-NaNo-Projekt so ergangen und ich bin froh, es zurückgestellt zu haben und jetzt etwas anderes zu schreiben.
Dafür hab ich einen fetten Stapel Karteikarten, jede ein Szenen, ich muss nur gucken, was als nächstes drankommt, nicht, ob die Szene Sinn an dieser Stelle macht, nicht, welche Charaktere überhaupt vorkommen, nicht, ob das Ziel der Szene überhaupt erreicht wird etc.
Ich weiß das alles, kann mich bequem zurücklehnen und führe meine Personen sicher durch die Szenen. Da ist immer noch Raum für Kreativität, denn ich kann mich voll auf das WIE konzentrieren, schöne Sätze basteln, dass WAS steht ja schon fest. Ist ein bisschen wie Malen nach Zahlen, ich kenne das Bild, aber welche Farben ich verwende, bleibt mir überlassen. Und über die Linien kann ich jederzeit auch noch drüber malen.
Schreiben ohne Plot ist für mich wie Autofahren ohne Sicherheitsgurt. Klar, ich komme auch an, aber wenn ich einen Unfall baue trage ich eben ein ziemliches Sicherheitsrisiko.
Ich würde ohne Plot auch nicht mehr schreiben wollen. Klar die Story kann sich trotzdem noch verändern. Aber als Autor ist man ja auch flexibel und kann sich gut drauf einstellen. Der Plot ist für mich ein Grundstrang an dem ich mich entlanghangele.
Aber mal ehrlich. Wer von euch hat direkt mit einem Plot angefangen zu schreiben?? Also als ich damals meine ersten Geschichten verfasst habe wusste ich noch nicht mal was ein Plot ist bzw. das es sie überhaupt gibt.
Erst als ich mich tiefer in mein Hobby reingearbeitet habe kam ich auf Wörter wie Exposé und Plot.
Schreiben ohne plotten? Muss ich nicht haben. Im Gegenteil, ich plotte mehr, als ich schreibe ;D
Ich habe, wie vermutlich die meisten, angefangen, zu schreiben ohne zu plotten, und nach jahrelanger (ich übertreibe nicht) Arbeit habe ich den Roman - es sind eigentlich zwei Teile - dieses Jahr mit immerhin stolzen 280000 Wörtern fertiggestellt.
Allein des Zeitfaktors wegen habe ich mir gedacht: Versuch auch einmal, vorher zu planen. Ich habe natürlich noch nicht viel Übung, aber ich glaube inzwischen, mehr als Anfang und Ende der Geschichte festzulegen schadet ihr nur. Wobei ich natürlich gerade das letzt noch offen halte. Ich brauche einfach die Zeit, gute Ideen zu haben, und während des Schreibens habe ich grundsätzlich die besten. Ich befürchte, mein Hauptcharakter des NaNo-Romans hat jede Kommunikation zu mir eingestellt, weil ich ihn in ein Schema gepresst habe, ohne ihn zu kennen.
Für bestimmte Typen von Romanen werde ich weiterhin ausführlich plotten, aber im Allgemeinen werde ich es lassen. Ich brauche die Freiheit. Allerdings ist es bei mir weniger so, dass ich mir denke: Trennen sie sich nun oder nicht? Vielmehr tun es die Figuren einfach, und ich kann nichts dagegen tun.
PS: Ich bin wohl allgemein so veranlagt. Meine Aufsätze in Deutsch schreibe ich mit einer Hand voll Stichpunkten als Grundlage, die ich eigentlich auch noch nie wirklich brauchte. Aber man möchte das Gedächtnis ja nicht unnötig herausfordern ...
Hallo,
die allererste Urfassung meiner Trilogie habe ich ohne Plot geschrieben - das Ergebnis war einfach nur in die Tonne zu kloppen, was vielleicht auch damit zusammenhängt, dass ich es im Zeitraum von meinem 10.-14. Lebensjahr geschrieben hatte. Aber ganz davon abgesehen tummelte es sich von Logikfehlern (ich hatte irgendwann mal in einem Kampf vergiftete Schwerter erwähnt und plötzlich spielte das Gift aber irgendwie doch keine Rolle mehr; lauter solche Sachen, aber en masse), die Charaktere waren total platt und nicht nur in sich widersprüchlich, sondern teilweise überschnitten sie sich extrem und dann hatte ich so viele Handlungsstränge darin verflochten, die kaum etwas bis gar nichts mit der Geschichte zu tun hatten. Lauter Ideen, die mir mal gekommen waren. Diese Vorgehensweie hatte für mich nur ein gutes:
Ich habe Ideen gesammelt und die Charaktere ein wenig kennen gelernt, außerdem mich mal ausgetestet.
Aber das war es dann auch schon.
Ich habe seit diesem katastrophalen Anfang meines Schreiberlebens nie wieder ohne Plot geschrieben, selbst bei Kurzgeschichten muss ich zumindest einen Anfang, eine Mitte und ein Ende kennen, um sie schreiben zu können, teilweise habe ich schon die komplette Formulierung im Kopf, bevor ich es auf Papier bringe.
Hut ab, wer sich da von seinen Charakteren überraschen lassen kann, aber mir bietet das irgendwie nichts. Ich habe auch dadurch, dass ich den Plot schon kenne, wahnsinnig viel Spaß mit meinen Charakteren. Gerade die, die ich wirklich gut kenne, bieten mir auch in Szenen, bei denen ich eigentlich weiß, worauf sie hinauslaufen, neue Aspekte und das ist es, was mir so viel Spaß am Schreiben macht. Manchmal fühle ich mich wie die Person in der Schillerstraße, die die Anweisungen erteilt: ich gebe die Anweisungen zwar, aber umsetzen tun es letztendlich die Charaktere und was dabei genau herauskommt, wenn ich ihnen jetzt sage, dir muss plötzlich ganz furchtbar schlecht sein, wie die andere Person darauf reagiert, usw, dass erschließt sich mir erst während dem Schreiben ^^"
Bye
caity
Also mir wurde mal in einem Workshop gesagt, das Agenturen und Lektoren sehr genau merken, wer plottet und wer nicht.
Und das ungeplottete Stories einfach irgendwann die Luft ausgeht. Einfach drauflos schreiben können nur sehr wenige und ich zähle mich selber nicht zu diesen Genies.
Ich plotte in so fern das ich mir genau überlege, welche Szenen ich brauche, was wichtig ist für den späteren Storyverlauf.
Außerdem sollte man immer darauf achten, dass die Sachen die man erwähnt, auch im Verlauf der Geschichte genutzt werden. (Wenn in Kapitel 1 jmd eine Postole lädt, sollte diese auch vor dem Ende der Geschichte abgefeuert werden)
Ich finde allerdings, das Plotten sehr im Fluß ist.
Für mich ist es sowas wie eine Pflanze in einem dunklem Raum. Zuerst hast du nur einen Samen. Dann fängt die Planze an zu wachsen, scih zu entwickeln. Eine Evolution durchzumachen.
Und jedesmal wenn sich etwas ändert, ein Blatt abfällt, ein Blüte dazukommte, leuchtet es im Dunkeln auf. So das du noch nicht weißt, wie das Endergebnis sein wird, aber du siehst was bis jetzt passiert ist.
Nur weil man plottet, heißt es nicht, das die Charaktere einen nicht überraschen können.
Da ich meinen NaNo-Roman nach 3½ Kapiteln mit Totalschaden an die Wand gefahren habe, hat sich meine Einstellung dem Plotten gegenüber etwas revidiert. :D
Wenn man zielgerichtet und in dienlicherZeit fertig werden will, sollte man schon ein grobes Konzept für die einzelnen Kapitel haben.
Wenn Zeit aber keine Rolle spielt und man es sich leisten kann, die Sache auch mal ein paar Wochen liegen und geistig reifen zu lassen, finde ich es immer noch am schönsten, sich von der Inspiration treiben zu lassen.
Ich gehöre zur Plotfraktion. Ohne bekanntes Ende kann ich schonmal gar nicht anfangen, was aufs Papier zu bringen. Vorab habe ich deshalb den Anfang, ein bis 2 wesentliche Mittelszenen und das Ende. Wenn ich den Anfang geschrieben habe plotte ich bis zum 1. Wendepunkt im Detail voraus u.s.w.
Obwohl ich plotte, gehöre ich allerdings auch zur: "Kein Plan überlebt den Kontakt mit der Realität" ;) - Fraktion.
So hat gerade mal wieder einer meiner Protas den Beruf gewechselt, weil mir während des Schreibens auffiel, dass das in Teil 2 der Geschichte eigentlich viel praktischer wäre...
@Mara
Hmm ... in einem dunklen Raum wird sich kein Samen zu einer Pflanze entwickeln. Ab und zu etwas Licht braucht es schon. ;) Und Blüten bekommen sie bestimmt keine. Höchstens grüne... :psssst: Wobei nachtblühende Pflanzen ja wirklich schön sein können ;)
Ansonsten stimme ich dir aber zu, dass der Plot sich durchaus verändern kann, während man schreibt. Bei mir ist das vor allem so, weil ich erst dann die Charaktere wirklich einschätzen kann, wenn ich ihnen leibhaftig beim Handeln und Sprechen zusehen kann ;)
@ grey
Ich als Nachtschattengewächs entwickel mich sehr gut im dunkeln und du müsstes mal meine Blüten sehen :rofl:
:psssst: Auch Nachtschattengewächse leben nicht lichtlos *klugscheißermodus off* ;)
Zitat von: Mara am 04. Dezember 2008, 20:12:28
@ grey
Ich als Nachtschattengewächs entwickel mich sehr gut im dunkeln und du müsstes mal meine Blüten sehen :rofl:
*frechdachsmodus on:* Stilblüten? *frechdachsmodus off*
Ich stehe vor dem Problem, dass ich bestimmte Dinge gerne vorweg plotten würde, aber die kommen erst mit dem Schreiben. Aber ich habe schon einen groben Plot im Kopf. Das Ende steht fest - ein anderes als am Anfang gedacht, das anfängliche hat sich zu einem Zwischenereignis entwickelt - und einige wichtige Szenen. Die grobe Richtung halt.
Ich habe ziemlich viel Zeit damit verbaselt zu versuchen, meine Story in die Schneeflocke zu pressen. Klappt nicht, also lasse ich es jetzt. Ist die Frage - wo fängt plotten an? Wie gesagt, im Kopf habe ich einen Fahrplan, der sich immer wieder ein wenig anpasst, aber im Großen und Ganzen sich zumindest bisher verfestigt, ohne davon abzuweichen. Aufgeschrieben habe ich das allerdings nicht. Ganz ohne Ideen, wo es hingeht, könnte ich wohl nicht schreiben, zumindest nicht lange, denn irgendwann ist der Weg einfach da.
Zitat von: Mara am 04. Dezember 2008, 20:12:28
Ich als Nachtschattengewächs
Eine Tomate? Oder doch eher eine Kartoffel... ? :rofl:
Ich habe jedenfalls immer eher eine Grundidee und den Anfang plotte ich dann Szenenweise. Und trotzdem wird es immer ganz anders... :gähn:
Trotzdem, ganz ohne geht auch nicht. Ich hangel mich also stückweise vorwärts und gucke, in welche Richtung sich die Geschichte so entwickelt hat, und ob ich an der Grundidee was wichtiges ändern und/oder durchdenken muss.
Der klassische Plotter mit Stift bewaffnet plottet meist auf Papier in verschiedenen Formaten bis DIN A 0. Dazu benutzt er meist einen Tuschestift, eine Feder, einen Füller oder einen Bleistift den er zwischen seinen Fingern hält. Dieser Stift gleitet von der Hand geführt über das Papier. Entweder wird der Stift ideen- und inhaltslos über die gesamte Papierbreite verschoben (flaches plotten), oder aber er folgt einer festen Vorgabe, während das Papier dem Stift sozusagen wie von selbst folgt (hohes plotten).
Die meisten Plotter arbeiten sogar mit Tuschestiften, Füllern oder Bleistiften verschiedener Strichbreiten, die ihnen Unterstreichungen oder Hervorhebungen erlauben. Buntes plotten mit verschiedenen Farben ist allerdings out. Beide Vorgehensweisen erlauben eine schnelle Darstellung von Grafiken angefangen mit einfachen Linien und Kreisen sowie (allerdings meist recht krakeligen) Schriftzügen.
Plotten am Computer mit Softwareunterstützung geht inzwischen auch (der moderne Plotter).
Der klassische Plotter findet sich im gewerblichen Bereich nur noch selten. ;D
Hey Solatar,
das hat sich echt gut gelesen =)
Was bin ich für ein Plotter? Ich benutze keinen PC dafür, keine Bleistift, keine Tusche. Ich nehm den Kugelschreiber *lach* Ich wechsle zwischen Stichpunkten und ausformulierten Sätzen... Mal Schönschrift mal Kritzelei. Mal kommt eine Skizze mit Bleistift dazu.
Ich denke ich gehöre zum "Chaotischen Plotten"
Zitat von: Drachenfeder am 05. Dezember 2008, 08:01:57
Ich denke ich gehöre zum "Chaotischen Plotten"
In die Rubrik kann ich mich auch einreihen ;D
Das Plotten findet bei mir nämlich ausschließlich im Kopf statt. Den Weg auf ein Stück Papier findet kein Wort, außer beim Schreiben des Romans :omn:
@Solatar *kicher*
In einem muss ich dich allerdings korrigieren. Das plotten bunter Pläne (mit modernen plottern) ist in meiner Branche überaus verbreitet. Wir habe auch einen im Büro stehen. Und ich mach auch immer bunte Pläne. ;)
*Vor OT-Keule flücht*
Zitat von: Grey am 04. Dezember 2008, 22:22:06
Eine Tomate? Oder doch eher eine Kartoffel... ? :rofl:
Schwarze Tollkirsche
Zum Thema:
Ich plotte indem ich einfach die Storyidee anfange aufzuschreiben in (möglichst) ganzen Sätzen, mit wörtlicher Rede etc.
Allerdings, da ich 99% meiner Lesesucht mit englischen Büchern befriedige, plotte ich in einem wilden Sprachgewirr. Deutsche Sätze mit englischen Wörtern zwischen drin, mittend im Satz die Sprach wechseln, komplett englsiche Abschnitte etc.
Daraus werde dann aber auch nur ich schlau.
Ihr seid jetzt aber etwas vom Thema Schreiben OHNE Plotten abgwandert....
Bitte zurück zum Topic!
Ich schreibe auch generell ohne Plot... Für mich kommt etwas anderes gar nicht in Frage, ich würde den Plot sowieso ständig umschmeißen, weil mir etwas anderes eingefallen ist ::)
Meine Geschichten bekommen dadurch erst Leben eingehaucht... mein Leben verläuft ja auch nicht nach einem strikten Plan ;)
Zitat von: Mara am 23. November 2008, 19:42:05
Außerdem sollte man immer darauf achten, dass die Sachen die man erwähnt, auch im Verlauf der Geschichte genutzt werden. (Wenn in Kapitel 1 jmd eine Postole lädt, sollte diese auch vor dem Ende der Geschichte abgefeuert werden)
solche Sachen schreibe ich mir immer auf einen Notizzettel:
Notiz für mich: Pistole abfeuern... und späte kommt dann der Hacken dahinten :D
Zitat von: fehlermeldung am 22. Dezember 2008, 14:25:50
solche Sachen schreibe ich mir immer auf einen Notizzettel:
Ich arbeite auch immer mit Notizzetteln.
Wenn ich eine Geschichte anfange, arbeite ich meistens die ersten beiden Kapitel ohne Plot, danach merke ich aber recht schnell, dass ich mir so die ganzen Infos nicht merken kann.
Mein Fazit: Bei Kurzgeschichten und Sachen, bei denen ich mir nicht viel merken muss, lieber ohne Plot, der Rest mit. ;)
Liebe Grüße,
Schreiberling
Hallo!
Mit Notizzetteln habe ich es auch probiert, aber bei meiner Ordnung ;D.
Meine Stichpunkte/grobe Gliederung kommt meist in ein Notizheft. Das kommt nicht so schnell (unabsichtlich) in den Müll.
Lg
Tarah
Zitat von: Tarah am 26. Dezember 2008, 10:44:46
Mit Notizzetteln habe ich es auch probiert, aber bei meiner Ordnung ;D.
Meine Stichpunkte/grobe Gliederung kommt meist in ein Notizheft. Das kommt nicht so schnell (unabsichtlich) in den Müll.
Das ist mir auch schon passiert. Danach habe ich mir dann eine große Pinnwand zugelegt, auf die alles draufkommt.
Ein Notizheft/-block habe ich zusätzlich auch noch für meine einzelnen Projekte. Da kommen dann nur Sachen rein, die das eine Projekt betreffen. Nur nachschlagen finde ich da immer ein bisschen schwierig, weil ich selten weiß wohin ich etwas reingeschrieben habe... ;)
Liebe Grüße,
Schreiberling
Das ist mir noch nicht passiert...
Aber meine Notizhefte stapeln sich auch langsam. Irgendwann werde ich dann wohl auch den Überblick verlieren! ???
Aber gut, das Thema wäre wahrscheinlich einen eigenen Thread wert.
Lg
Tarah
Hat eigentlich schon jemand einen "langen" Roman ohne Plot zu Ende geschafft? Weil sonst brauch ich mit meinem Nirahil ja eigentlich gar nicht weiter machen, so ganz ohne Plot ... :gähn:
Huhu Nirahil, was verstehst du unter einem langen Roman? Ich habe letztes Jahr 400 Seiten ohne Vorplotten geschrieben. Naja, ganz stimmt das nicht. Ich hab mir einen Anfang überlegt und die Funktionsweise der "magischen Artefakte". Dann habe ich einfach immer während der Schreibpausen ein wenig weitergeplottet, meistens beim Joggen. Als ich ca. 200 Seiten hatte ist mir auch ein Ende eingefallen, aber noch nicht so genau, wie ich da hinkomme. Hat Spaß gemacht ;D
Jetzt gerade schreibe ich auch wieder ohne Plot. D.h., einen Anfang wusste ich schon, aber mir ist vorgestern noch eine ganze Menge Neues eingefallen, dass ich einbauen werde. Ich plotte nur ganz grob, so in der Art von "Heute ist Rips erster Tag in der WG", und dann schreib ich drauflos und sehe mal, was er da so in der WG erlebt.
Ehrlich? :o Also 400 Seiten ist definitiv ein langer Roman! Alter Finne, der Hammer!
Die Methode ist interessant, ich glaube, da muss ich mich noch etwas drauf einlassen ... mein Plot endete bei Kapitel 1, das hab ich jetzt fertig und stottere mir Kapitel 2 zusammen. Ständig hab ich das Gefühl, völligen Käse zu fabrizieren oder mich zu verrennen und eben ist auch wieder ein Schattenwesen aufgetaucht, das da irgendwie fehl am Platz ist :gähn:
Aber ein Ende hab ich schon, die "Hauptquest" auch, vielleicht sollte ich das etwas lockerer sehen. Zur Not schreib ich den nächstes Jahr einfach neu ... :rofl:
Danke :knuddel: Jetzt gehts mir gleich viel besser!
Das mit dem Schattenwesen hört sich doch sehr cool an! Hm, Hauptquest und Ende fehlen mir noch völlig. Macht aber nix. Ist doch auch nur der Rohentwurf, was wir jetzt schreiben. Wir können das immer noch ändern später.
Zitat von: Nirahil am 04. April 2013, 17:17:06
Hat eigentlich schon jemand einen "langen" Roman ohne Plot zu Ende geschafft? Weil sonst brauch ich mit meinem Nirahil ja eigentlich gar nicht weiter machen, so ganz ohne Plot ... :gähn:
Jupp, bei einem Nano-Roman (Länge ca. 80.000 Wörter). Ich hatte einen Anfang, ein Ende, worauf es hinauslaufen sollte und dazwischen einfach nur Figuren mit viel Eigeninitiative. ;)
Allerdings habe ich dann inhaltlich nachher sehr viel überarbeitet. Mir sind aber im Schreiben und dann danach Ideen gekommen, die ich vorher wohl nie gehabt hätte.
Mein NaNo Roman auch 150 000 Wörter und vorher keinen Plan... Ich musste ihn reichlich kürzen, aber jetzt wird er verlegt... ;D Nur zu, ich schreibe auch gerade mal wieder etwas im Nebel für Camp NaNo... ein leichtes Unwohlgefühl bleibt manchmal, aber Ideen aus Verzweiflung werden geboren, die hätte ich beim Plotten nie gehabt.
Zitat von: Nirahil am 04. April 2013, 18:38:31
Ehrlich? :o Also 400 Seiten ist definitiv ein langer Roman! Alter Finne, der Hammer!
Die Methode ist interessant, ich glaube, da muss ich mich noch etwas drauf einlassen ... mein Plot endete bei Kapitel 1, das hab ich jetzt fertig und stottere mir Kapitel 2 zusammen. Ständig hab ich das Gefühl, völligen Käse zu fabrizieren oder mich zu verrennen und eben ist auch wieder ein Schattenwesen aufgetaucht, das da irgendwie fehl am Platz ist :gähn:
Aber ein Ende hab ich schon, die "Hauptquest" auch, vielleicht sollte ich das etwas lockerer sehen. Zur Not schreib ich den nächstes Jahr einfach neu ... :rofl:
Danke :knuddel: Jetzt gehts mir gleich viel besser!
Ich finde beim "Nicht-Plotten" immer ganz nützlich tief in die Charaktere herein zu horchen. Meistens findet man irgendwie heraus, dass es ohnehin nur eine Sache gibt, welche die gerade gerne anstellen würden. Und weil die Charaktere ja von der bisher erfolgten Handlung irgendwie berührt wurden, schafft das erstaunlich oft logische Ausgänge.
Du musst nur aufpassen es ihnen nicht zu leicht zu machen, oder zu schwer, sonst wollen sie nur noch nach Hause unter die Bettdecke. ;)
Ich bin bekennende Plot-Verweigerin. Oder so ähnlich. Ich habe bei meinen letzten Romanen ein paar Mal zu plotten versucht, um dann jedes Mal zu erleben, dass die Charas mir rigoros den Plot völlig über den Haufen geworfen haben. Wieso also sollte ich mir die Arbeit machen?
Irgendwann hab ich dann meistens eine Ahnung von dem, was passieren wird, aber zwischendrin sitze ich dann trotzdem hin und wieder so da: :o
Für mich ist das Schreiben mittlerweile so zu einer Art Segeln von Insel zu Insel geraten. ;)
Ich schreibe mir die ungefähren Punkte auf, an denen ich mich orientieren will, und dann schreibe ich so nach und nach die Punkte herab. Was dazwischen passiert, ist den Figuren überlassen. Und ob ich dann meine Notizen wirklich einschließe oder nicht, hängt davon ab, ob die Charas es für nötig halten, den Hafen anzulaufen oder nicht. Sozusagen. ;D
Ich bin mir immer noch nicht sicher, wie weit ich meinen Plot ausarbeiten will. Eigentlich möchte ich noch genug Freiraum um ein bisschen drauflos zu schreiben. Aber gleichzeitig habe ich Angst, dass ich zu wenig mache und mich am Ende verrenne. :seufz:
Der Club der Plotlosen wird immer größer ;D Das Bild vom Hafen und dem Segeln gefällt mir richtig gut. Man kann Schiffbruch erleiden oder ganz neue Welten entdecken.
@ Rhiannon: Der Vorteil eines Plots ist, dass die Charas eine Motivation haben zu handeln und wenn es nur dem Zweck dient, den lot über den Haufen zu werfen. ;D Immer, wenn ich versuche ohne Plot zu schreiben, sitzen meine Charas nur Kaffee trinkend in der Ecke und tun gar nichts. :d'oh:
Gestern beim Staubwischen habe ich mir gedacht, dass ich, was das Lesen angeht, eine Trophäen-Sammlerin bin. Ich kann einfach keine Bücher, die ich mir mal gekauft und auch gelesen habe, wegtun. Sie stehen alle bei mir im Regal, wo sie auch bleiben sollen. Dumm nur, wenn die Bücher immer mehr werden, aber der Platz nicht. Da habe ich überlegt, warum bei mir der Platz so rasend schnell abnimmt und bin drauf gekommen: Ein Großteil meiner (noch überschaubaren) Sammlung besteht aus Trilogien ... Ich überlege gerade ernsthaft, ob ich selbst Trilogien schreiben möchte, weil ich selbst es immer so gemein finde, wenn man erst auf die Fortsetzung warten muss ... andererseits passt in Trilogien immer so viel rein und ich will immer uuunbedingt all meine Ideen einbauen... ::)
Ich glaube, ich stecke in einer Krise. ;D
Bei mir hat sich die Frage ob ich einen Mehrteiler schreibe oder nicht gar nicht erst gestellt. Meine Figuren haben irgendwann einfach entschieden das sie alle ihren eigenen Band bekommen. Und ich hatte keine Chance. :no: Also habe ich es irgendwann einfach akzeptiert. :omn:
Ich werde wohl auch einfach abwarten müssen. Ich werde auf jeden Fall nicht versuchen, etwas künstlich zu verkürzen oder in die Länge zu ziehen. Sowas kann ich gar nicht leiden. :no:
Also meine Charas sind auch ohne Plot motiviert. Wenn sie es nicht waren, hab ich sie auch mit Plot nicht motiviet gekriegt. Da standen sie dann eher da: "Nöö, machen wir nicht!"
Und um bei deinem Bild zu bleiben, Robin, ich segle in dichtem Nebel durch die Gegend. Manchmal hebt er sich genug, dann sehe ich die eine oder andere Insel und weiß, in welche Richtung ich zu steuern habe, manchmal muss ich auch einfach hoffen, nirgends auf Grund zu laufen, oder so...
Ist doch schon gut, Rhiannon. :) Ich bin gerade dabei, neue Welten zu entdecken, innerhalb der Fantasywelt, die ich konstruiert habe. Und es ist fantastisch. :wolke: Jedes Mal, wenn ich eine Geschichte darin schreibe, entdecke ich neue Orte.
Mensch, so viele Antworten! Vielen Dank für eure Erfahrungen, das ist echt spannend zu lesen. Ich wusste gar nicht, dass doch so viele hier plotlos schreiben. In etwa geht es mir wohl wie Rhiannon, ich segle durch trübe Suppe und ramme immer mal wieder eine Ideen-Insel ;D
Als ich zu Schreiben begonnen habe, hatte ich nur eine vage Idee und hab 87 Word-Seiten einfach runter geschrieben, ohne auch nur die geringste Ahnung, wohin das führen würde. Da hatte ich nie Angst, mich zu verrennen oder zu stocken. Zwar ist aus der Idee nix geworden, weil die eh geklaut und schlecht umgesetzt war *hust*, aber mir fehlt so ein bisschen die Sicherheit jetzt, dass der Roman und die Figuren schon wissen, wo sie hin müssen. Nach so langer "Abstinenz" ist das theoretisch nicht verwunderlich, aber praktisch ist das einfach blöd! :gähn:
Jedenfalls bin ich jetzt aber wieder zuversichtlicher. Ihr habt das ja auch alle irgendwie hingekriegt, da schaff ich das doch wohl auch! Ha! Wäre doch gelacht!
Danke euch allen :knuddel:
Ich bin auch kein Plot-Fan. Meinen Debütroman habe ich auch ohne plotten geschrieben, da es für mich dann viel zu gezwungen ist. Bei mir war auch das Ende komplett offen und ich hatte lediglich einige Einfälle, die ich eingebaut habe.
Z.B. das ich eine eigene Alkoholsorte erfinden wollte.
Ich habe schon früher versucht zu plotten, aber es war nichts für mich. Dann hatte ich eben Bedenken, wie "Naja jetzt würde ich gerne das schreiben, aber eigentlich soll doch das passieren...." und das gefiel mir nicht. Jetzt habe ich eben meine grobe Story für den 2. und 3. Teil und das wars. ;D
Also, fertig habe ich ihn (noch) nicht, aber ich habe ohne Plot, ohne "Knochengerüst", quasi nur mit einem halben Beckenknochen und einem Schulterblatt, immerhin über 65000 Wörter geschrieben, was auch im Großen und Ganzen recht gut ging. Man könnte auch sagen, ich hatte einen kurzen Blick auf die Ausgangsinsel und bin nach interessanten Nebelfahrten auf der zweiten Insel angekommen. Allerdings ist der Nebel jetzt voll zugezogen und mir fehlt ein bißchen die Richtung. Naja, ich habe trotzdem vor, wieder auszulaufen. Wird dann schon werden. :vibes:
Schreiben ohne Plotten geht schon, da gebe ich euch recht. Das habe ich bei meinem ersten Werk auch gemacht. Hat wunderbar funktioniert, deswegen hat das Ding jetzt auch drei mal 900 Normseiten. :P Prinzipiell finde ich die Story richtig gut, das Ding hat - neben der Länge - sicher auch einige andere Schwächen, aber mir gefällt es trotzdem. Aber veröffentlichbar ist wohl nicht und wird es wohl auch nie sein. Außerdem hatte das Nicht-Plotten der Geschichte noch den Nachteil, dass ich den ersten Band zwei mal neugeschrieben habe, weil das Ende zum Anfang nicht mehr gepasst hat. Somit habe ich das ganze Ding im Grunde genommen "nachgeplottet".
Meine geplotteten Werke erlauben mir deutlich weniger Freiheiten, das stimmt schon. Das Korsett ist enger, die Charaktere haben weniger Raum zur Entfaltung - aber ich bin einfach schneller fertig, sowohl mit dem Schreiben (da ich weiß, wo ich hinwill) als auch mit der Korrektur. Ich neige daher im Moment stark zum Plotten, gerade weil meine Schreibzeit knapp bemessen ist.
Bisher ist der Plot bei mir nur sehr grob gehalten und enthält die zu Grunde liegende Story. Details und Feinheiten fehlen noch völlig.
Genau das bereitet mir aber in Übergängen von Szene zu Szene ein bisschen Schwierigkeiten...
Wie Amberle möchte ich nicht einen zu gut ausgearbeiteten Plot, damit ich noch genügend Freiraum habe. Denn ich glaube, so entwickeln sich Charaktere am besten, ohne dass man sie zu sehr durch eine feste Idee beschränkt.
Arcor, ich habe mir bei meinem Erstprojekt auch durchaus häufiger gewünscht, ich hätte ein Plot, das muss ich schon zugeben. Das hätte sicherlich die Stellen, wo es gehakt hat, erleichtert und beschleunigt - und sicherlich wäre ich dann auch nicht jetzt in dem "Huh, und was jetzt? Wohin? Wie komme ich zu einem Ende?" Loch.
Nur habe ich das Plotten noch nicht gelernt und tue mch damit schwer - und wollt mich von einem Mangel an Plot nicht daran hindern lassen, es mit dem Schreiben mal zu versuchen. Fazit davon: Es ging deutlich besser, als ich gedacht hatte, gerade, weil mir der Mangel eines Plots ja sehr bewusst war (und mich bis dahin immer vom Schreiben abgehalten hatte).
Von daher wollte ich eigentlich nur sagen was du auch in deinem ersten Absatz sagst - ja, es geht auch ohne. Hat seine Nachteile, hat auch Vorteile, und vor allen Dingen: es geht! :) Insbesondere geht es 1000mal besser, bzw kommt 1000mal mehr dabei raus, ohne Plot als gar nicht. Mut zur Imperfektion! (Das übe ich auch noch... :)
Edit: Ich habe das mal rausgenommen, weil es nicht zum Thema passte und einfach mit übernommen würde.
Meinen Erstling (mit süßen 63.000 Worten ::) ) habe ich auch komplett plotlos geschrieben, einfach drauflos. Keine Sorge, das geht!
Ich wäre ja fast dafür, da ein eigenes Thema draus zu machen, im Quasselthread würde das ja leider untergehen :-\ Wollen wir vielleicht mal einen Mod fragen, ob wir das ausgekoppelt kriegen?
Das wäre ja cool! Einen Erfahrungs-Austausch-Thread über plotlose Projekte und plotloses Schreiben! :vibes:
Und da ist er. Getrennt und verschoben. :)
Uii, vielen lieben Dank, Grey! :knuddel:
Vielen Dank, Grey! :jau: :knuddel:
Also, ich hatte bislang ja nur gesagt, wie ich es bei meinem Erstling gehandhabt habe. Mittlerweile versuche ich zu plotten, um zu vermeiden, mich alle Nase lang festzusetzen oder in eine Ideenfflaute zu rutschen. Ich plane aber nur grobe Wegpunkte, die ich erreichen will und auf die ich dann hin schreiben kann. Einzelne Szenen plane ich höchstens in meinem Kopf, die gesamte Handlung kenne ich selbst auch noch nicht. ::) Es muss ja noch Raum für Überraschungen sein, auch für mich selbst! :)
Ich habe früher komplett ohne Plot geschrieben und zwar meine ersten drei Romane. Da hatte ich wirklich nur eine grobe Idee, wusste vielleicht ungefähr, wie das Ende werden soll, und das wars. Gut, ich hab die Romane beendet. Aber einer ist so, dass man sich wirklich nur dafür schämen kann, und die zwei anderen wären mit Plot wesentlich besser geworden. Aber dafür probiet man ja aus, damit man weiß, was einem liegt.
Wenn ich ohne Plot schreibe, dann ist das eine echte Quälerei für mich. Jede 100 Wörter muss ich mir mühsam abringen.
Mittlerweile plotte ich total akribisch, teilweise sogar die Dialoge im vorraus. Ich lege für jede Szene ein Dokument an und meist stehen da schon 1000 Wörter an Anweisungen, bevor ich auch nur ein Wort geschrieben habe. Mir macht das wahnsinnig Spaß. Außerdem erkenne ich so vorher schon, was funktioniert und was nicht und wo ich noch plotten muss. Wenn ich dann schreibe, fließt es nur so aus mir raus, weil ich mir einfach keine Gedanken mehr machne muss, was ich schreibe, sondenr nur wie ich es schreibe. Ich weiß, wie die Charaktere sich in dieser Szene entwickeln werden und kann damit spielen. Raum für spontane Inspiration ist trotzdem mehr als genug, und ich würde das auch nie unterbinden. Wenn mir das passiert, und zwar so, dass es mich völlig vom Plan wegführt, dann schaue ich mir das an. Wenn es gut ist, darf es bleiben und ich plotte den Rest um. Für mich hat das eigentlich nur Vorteile, denn dadurch wird auch die Überarbeitung wesentlich leichter.
Die Szene, die mir gestern und heute solche Schwierigkeiten gemacht hat, war eine, die ich kaum geplottet hatte, weil ich sie auf mich zukommen lassen wollte. Tja, da hat sich mein Problem mal wieder bestätigt. Ich kanns einfach nicht gut ohne. (Dazu kamen sehr hohe Erwartungen, aber mit Plot hätten sie sich vielleicht nicht so schlimm ausgewirkt.) Aber ich denke, das ist wirklich eine Typfrage. Richtig oder falsch gibt es da nicht.
Ich kann absolut keine Handlungsstränge oder Szenenabfolgen korrigieren. Falls ich also ein manuskript gegen die Wand fahre, kann ich nicht einfach so lange dran rumschreiben, bis es nur noch 40-70 % mit der ursprünglichen Version gemeinsam hat und passt.
Deswegen muss ich in jedem Fall plotten.
Manchmal mache ich nur eine grobe Szenenfolge (Perspektivträger, welche wichtige Information wird rübergebracht --> Sinn der Szene), manchmal notiere ich detaillierter, wie die Szene ablaufen soll, welchen Zweck sie hat, was über die einzelnen Figuren und Handlungsstränge preisgegeben wird.
Vor dem plotten habe ich auch immer Beginn der Story, Konflikt, Wendepunkt/Konfliktlösung und vor allem die Schlußszene im Kopf.
Ich war früher überzeugt, dass ich die besten Geschichten ohne Plot zustande bringe, indem ich meiner Phantasie einfach freien Lauf lasse ... das Ergebnis war immer unsagbar unlogisch, weil ich dazu neige, komplizierte, irgendwie verschachtelte Handlungen auszubrüten und ich den Überblick verloren habe. :d'oh:
Mit Plot komme ich besser klar. Dabei hat der Plot bei mir nicht nur die Funktion, die Handlung festzulegen, sondern er ist auch meine wertvollste Gedächtnisstütze und mein hilfreichstes Werkzeug zur Organisation der Geschichte.
Ich lasse in meinen Plot für gewöhnlich einfließen, was wann wo passiert, wer warum wie handelt (damit ich später nicht selber dumm dasitze und nicht mehr weiß, was das alles soll ;D ) und ich kann nachvollziehen, was schon geschehen ist und was sich dadurch dem Leser bereits erschließt - ich vergesse nämlich auch gerne mal, dass ich als Autor mehr weiß, als der Leser. ::)
Dabei habe ich es allerdings erst einmal geschafft, den Plot wirklich vor dem eigentlichen Schreiben komplett fertig zu haben. Bei allen anderen Geschichten arbeite ich auch mit dem System, den Plot immer nur häppchenweise zu verfassen. Wie weit ich vorplotte, ist unterschiedlich, aber grundsätzlich plotte ich lieber weeeiiit im Voraus, sonst komme ich einfach zu schnell an den Punkt, an dem der Plot nicht weitergeht und ich in Panik verfalle. :d'oh:
Ich finde es ja schon interessant, wie extrem sich da die Meinungen unterscheiden. Nachvollziehen kann ich beide Positionen. Klar, wenn man eine sehr unübersichtliche Geschichte hat, ist das Plotten schon allein deswegen wichtig, um nicht selbst den Faden zu verlieren.
Wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum meine Geschichten alle recht linear sind. Zwei Persektivträger war bisher das Höchste der Gefühle.
Ich bewundere ja Autoren, die das in solche Extreme wie z.B. G.R.R. Martin treiben können (Wie viele Perspektivträger hat der eigentlich tatsächlich?), aber ich weiß auch, dass ich zu ungeduldig dafür bin.
Plotten ist für mich ungefähr genau so fürchterlich wie Überarbeiten. Wenn mir eine neue Idee kommt, kann ich sie entweder in ein, zwei Sätzen niederschreiben und dieser Pitch ist dann alles, was ich an Plot habe, oder es ist eine von den Penetranten, die ich sofort niederschreiben muss. Ausführlich ausarbeiten frustriert mich dann aber, weil ich mich dann noch nicht in das "richtige" Schreiben stürzen kann.
Und wenn dann wieder einmal meine Protas ein Eigenleben entwickeln , mir die lange Nase drehen und mir erzählen, dass mein Plot so nicht funktioniert, weil sie beschlossen haben, eine ganz andere Rolle spielen zu wollen, als die, die ich ihnen ursprünglich zugedacht hatte, dann ärgert es mich auch wieder, weil ich so viel Zeit mit Plotten verbracht habe, die ich doch genau so gut gleich hätte zum Schreiben nutzen können.
Panik vor dem Plotloch kenne ich eigentlich nicht. Ich falle zwar manchmal kopfüber in welche, wenn ich z.B. fürs Romanboard eine Handlung zusammenfassen will, oder aber mir das Ende vor der Mitte eingefallen ist und ich nicht weiß, wie ich da hinkommen soll, aber wenn ich mit dem tatsächlichen Schreibprozess da angekommen bin, löst sich das bei mir von selbst.
Ich bin jetzt rigoros dazu übergegangen, rückwirkend zu plotten, weil ich irgendwie einfach nicht voraus planen kann. So hoffe ich, unlogische Begebenheiten zu vermeiden, aber ob das wirklich das gelbe vom Ei ist, wird wohl erst noch aufkommen. Dafür tue ich mir generell etwas schwer, die Geschichte voran zu treiben, aber das Problem hätte ich, wenn ich plotten würde, wohl da eh schon. Zumal das bisschen Plot, das ich hatte, eindrucksvoll gezeigt hat, wie sehr ich mich daran halte - nämlich gar nicht. Da wird umgeworfen, umgedichtet, der Prota rennt doch woanders hin und plötzlich taucht noch jemand auf, der gar nicht geplant war. Deshalb habe ich mich jetzt auch entschieden, zumindest diesen Roman nicht zu plotten, sondern nur rückwirkend die Szenen zusammen zu fassen, damit ich nachlesen kann, was wo passiert.
Dafür hat mich eine Freundin gefragt, ob ich Lust hätte, bei einem Point'n'Click Adventure, das sie zusammenbasteln will, als Schreiberling zu fungieren. Ich glaube, da versuche ich die Idee mit dem Plotten noch mal, das ist eh ein reines Hobbyprojekt. Weil praktisch wär das natürlich schon, immer zu wissen, wo es als nächstes hingeht :hmmm:
Es ist auf jeden Fall wirklich spannend, eure Meinungen zu dem Thema zu lesen und ich bin gespannt, was für mich die "richtige" Vorgehensweise sein wird. Ob ich irgendwann ohne Plot völlig fest stecke oder mit Plot überhaupt nicht weiter komme.
Also ich bin Plotterin, weil ich mich ansonsten in total unlogische Situationen bringe, die mich 1. sehr nerven und 2. die mir die Lust am weiterschreiben nehmen. Ich halte mich jedoch nicht 100 Prozent an meinen Plot, wenn mir zum Beispiel eine neue Idee beim Schreiben kommt, die sich sehr gut in den bereits bestehenden Plot einbauen lässt, eine neue Figur vielleicht, nehme ich die auch dankend an. Das kam jetzt bereits mehrfach bei meinem aktuellen Projekt vor und gerade bei einer Idee frage ich mich, wie ich ohne sie überhaupt den Plot habe planen können, weil die neue Idee so viel Leben und eine Menge neue Figuren in meine Geschichte gebracht hat.
Kurz zusammengefasst: Plot: Unbedingt! Strikt daran halten: Nicht unbedingt. Wobei ich für Ideen, die sich gar nicht so recht einbinden lassen, einfach einen neuen Plot kreiere ;D Wäre ja schade, die Ideen einfach liegen zu lassen, und im schlimmsten Fall zu vergessen :o
Zitat von: Nirahil am 07. April 2013, 13:31:03
Es ist auf jeden Fall wirklich spannend, eure Meinungen zu dem Thema zu lesen und ich bin gespannt, was für mich die "richtige" Vorgehensweise sein wird. Ob ich irgendwann ohne Plot völlig fest stecke oder mit Plot überhaupt nicht weiter komme.
Ich fürchte, dass sich das Steckenbleiben weder so noch so vermeiden lässt. Das scheint einfach zum Schreiben dazu zu gehören. Was dich nicht davon abhalten sollte einen Weg zu finden, um Hänger möglichst selten zu machen.
Was ich in solchen Fällen allerdings am Plot als "Vorteil" betrachte: ich kann mit dem Finger drauf zeigen. "Daaa stecke ich fest!" ;D
Zitat von: Melenis am 07. April 2013, 17:20:48
Kurz zusammengefasst: Plot: Unbedingt! Strikt daran halten: Nicht unbedingt.
Schön auf den Punkt gebracht. :jau: Auch wenn ich schon von mir behaupten würde, dass ich meinen Plot ziemlich engmaschig stricke, gibt es doch innerhalb des Rahmens genug Spielraum für die Figuren - wenn auch nicht unbegrenzt.
Oh, welch spannendes Thema! Und ich muß zugeben, ich habe keine klare Position zum Thema. Aber eine Anekdote.
Ich hatte mit 14 entnervt das Schreiben "aufgegeben". Weil ich dachte, es wär alles schlecht, was ich schreibe.
De facto hatte ich damals keine Glanzzeit, aber kompletter Schrott war es nicht.
Als ich 16 war, kam der HdR-Boom auf. Ich hab den Herrn der Ringe durchgelesen und war entsetzt, daß Frodo am Ende Mittelerde verließ. Geht ja gar nicht! Er mußte zurückkehren.
Gesagt, getan. Ich hab einfach angefangen zu schreiben. Daraus erwuchs meine erste Fanfiction, heruntergeschrieben in 10 Tagen mit ungefähr 80 Seiten; ich schätze, das müssen so um die 50.000 Wörter gewesen sein.
Und der Witz daran war: Ich hatte keinen Plot. Nicht den Hauch eines Plots. Aber die Geschichte war sensationell, die ist eingeschlagen wie eine Bombe. Ich war damals im deutschsprachigen HdR-Fanfiction-Bereich ein Pionier. Egal auf welcher Con ich aufgekreuzt bin, da haben mich Leute erkannt und angesprochen.
War also offensichtlich auch kein kompletter Schrott ;)
Aber ich muß zugeben, heute klappt das so nicht mehr. Mag, und das ist wohl ein ganz wichtiger Punkt, auch am Genre liegen. Ich schreibe jetzt Thriller, die müssen einfach logisch funktionieren. Da muß ich recherchieren und plotten.
Doch auch da erstelle ich nur ein Gerüst. Ich brauche einfach Raum, um während der Geschichte noch neue Ideen entwickeln zu können. Gerade wieder passiert - ich hatte Montag eine Idee, hab Dienstag mit Schreiben angefangen und vorgestern eine neue Figur erfunden, die in meiner Plotline überhaupt nicht auftaucht.
Genauso wie ich grundsätzlich nur zwei Drittel der Story plotte, bevor ich anfange. Ich hab schon oft genug die Erfahrung gemacht, daß Geschichten sich anders entwickeln, als sie sollen und dann das angedachte Ende nicht mehr paßt. Das lasse ich inzwischen auf mich zukommen.
Ja, auch auf die Gefahr hin, daß sich da manchmal nix Brauchbares entwickelt. Ist auch schon vorgekommen. Aber trotzdem fahre ich gut mit der Mixtur Plotten - flexibles Ideensammeln. Das ist so ähnlich wie bei Melenis.
Ich fahre aktuell mit dem plotlosen Schreiben relativ gut. Mein aktuelles Projekt ist jetzt bei über 200 Normseiten und ich bin noch lange nicht fertig. Früher hat mir das Plotten eigentlich immer Spaß gemacht, aber mittlerweile finde ich es meistens nur noch anstrengend. Das liegt leider daran, dass ich ein sehr ungeduldiger Typ bin und schnell auf viel Text kommen möchte. Für den T12 ist das zwar ganz gut, aber für die Qualität der Texte? Da bin ich mir eher unsicher. Aber es gibt noch einen Grund, warum ich ohne Plots auskomme in der letzten Zeit, ich habe mich sowieso nie groß an das gehalten, was ich mir im Voraus aufgeschrieben hatte und da dachte ich mir, probiere es doch mal ganz blanko. Nun, noch läuft es gut und ich hoffe sehr, dass dies so bleibt.
Ich habe, getreu unserem Motto, dass alles nur einmal gesagt werden muss, den Thread "Schreiben ohne Plot" mit dem nur geringfügig anders benannten "Schreiben ohne Plotten" zusammengeführt. Nicht wundern.
Huch, dass es so etwas sicher schon einmal gab, hatte ich gar nicht bedacht, als ich den Vorschlag zum Auskoppeln machte und Grey darum bat. Mea culpa, tut mir leid, danke für's Korrigieren! :versteck:
Ich habe ein gutes Gedächtnis, und mir kam der Betreff so bekannt vor - jetzt ist alles da, wo es hingehört, und beisammen. Leider spuckt die Forenmaschine den alten Thread nicht aus, wenn man "ohne Plot" sucht, weil sie nicht trunkieren kann, und ich erwarte nicht, dass sich jeder an einen fünf Jahre alten Thread erinnert. Also, no harm done.
Die Meinungen zu dem Thema sind sehr interessant und ich kann beide Positionen verstehen. Ich habe meine ersten drei Romane ohne Plot geschrieben, ich hatte nur einen Anfang, die Figuren und das ungefähre Ende. Die Folgen waren, dass ich zwischendurch regelmäßig in ein tiefes Loch gefallen bin und nicht mehr weiter kam und dann habe ich meinen dritten Roman zwei Mal an die Wand gefahren, weil ich einfach nicht zu dem Ende gekommen bin, das mir vorschwebte. Erst beim dritten Anlauf ist mir das gelungen. Meinen nachfolgenden Roman habe ich dann akribisch geplottet und am Ende festgestellt, dass mir das Schreiben des Projektes keinen Spaß mehr gemacht hat. Denn ich hatte ja schon alles irgendwie geschrieben, wozu dann noch den Roman tippen? Zudem blieb mir durch den genauen Plot kein Freiraum für irgendwelche Ideen, die ich während des Schreibens hatte. Daher kam ich zu dem Schluss, dass ein Plot von A-Z auch nicht das richtige für mich ist.
Für meinen vierten Roman habe ich dann einen groben Plot erarbeitet, der den Anfang, das Mittelteil und Ende enthielt. So blieb mir Freiraum für neue Ideen und ich wusste beim Schreiben, wo ich hin will. Für mich ist diese Variante die bessere, sie lässt mir beim Schreiben Luft zum Atmen und quetscht mich nicht in ein vorherbestimmtes Korsett.
Aber ich denke, jeder Autor muss die für ihn bestimmte Variante selbst herausfinden, da gibt es keine einheitliche Lösung. Aus dem Bauch heraus zu schreiben hat genauso seine Vorteile, wie einen Plot von A-Z zu erarbeiten.
Ich bin ein Ohne-Plot-Schreiber.
Zumindest meistens.
Wenn ich ohne Plot, bzw. mit einem ganz, ganz, gaaanz groben Plot aus fünf Sätzen, schreibe, komme ich am weitesten. Meistens erzählen mir die Protas/Antas erst auf dem Weg, was sie zu sagen haben. Außerdem kam es schon so oft vor, dass ich etwas mit ihnen vor hatte. Als ich sie beim Schreiben besser kennen gelernt habe, musste ich dann feststellen, dass sie ganz anders handeln oder mir etwas nicht verraten hatten, das aber wichtig war.
Beim letzten NaNo hab ich versucht, zu plotten. Nur, da ich schon so viel wusste, auch über die Protas, hatte ich gar keinen Zug mehr, etwas zu schreiben. :seufz:
Ich kannte sie schon zu gut, kannte zu viel ihrer Geschichte.
Vielleicht finde ich irgendwann noch den richtigen Mittelweg. :D
Ich brauche einen Plot. Ohne geht bei mir nicht. Ich würde mich nur verzetteln und letztendlich gegen eine Wand rennen an der ich nicht mehr weiter - vorbeikomme wie ich schon mal feststellen musste als ich ohne Plot drauf los geschrieben habe.
Zu gründlich tut mir allerdings auch nicht gut. Da enge ich mich nur ein wie ich gemerkt habe und bin blockiert.
Ich Plotte von Kapitel zu Kapitel. Meist ist es nicht länger als eine oder zwei Seiten.
Im Prinzip brauche ich nur einen roten Faden an dem ich mich entlang hangeln und ändern kann so viel ich Lust habe. Ich habe nämlich häufiger den Hang Kapitel zu streichen, hinzuzufügen oder zusammen zu legen. :)
Bei langen Projekten brauche ich einen Plot. Unbedingt. Ich schreibe zwar auf Figurenbasis und lasse sie grundsätzlich machen, was sie wollen (das kann auch nervig sein...), aber ohne Plot geht es mir wie Windfeuer - ich stoße andauernd auf tote Enden.
Mein erstes Projekt habe ich komplett durchgeplottet, jede Szene war genau beschrieben. Jetzt schreibe ich mir pro Kapitel ein paar Stichpunkte, was mir mehr Freiraum gibt.
Mein letztes, superkurzes Literaturprojekt (am Ende waren es 34 NS, also eher noch eine Kurzgeschichte, aber die Figuren hatte ich mehr ausgestaltet als sonst, wenn ich KGs schreibe) ist komplett ohne Plot geschrieben worden. Das war unglaublich interessant, ich hatte nur die Figuren. Ich habe aus der Ich-Perspektive meines Protas geschrieben und das hat die Erfahrung so spannend gemacht. Ich habe viel mehr mitgelebt als sonst und obwohl ich keine Ahnung hatte, was passieren würde oder wie es ausgehen würde, wusste ich immer, was "gerade" geschieht. In einem langen Projekt würde ich aber immer plotten. Sonst würde ich den Überblick verlieren, mit Perspektivwechseln und so weiter brauche ich dann doch eine "Anleitung" ;)
Wer so wie ich gleich über einem 12bändigen Mammutwerk sitzt, kommt gar nicht um ein bisserl Plotten herum. Aber ich habe da über die Jahre einen für mich sehr angenehmen Zwischenweg gefunden.
Der Plot ist für mich so etwas wie der Rohbau eines Hauses. Der Grundriss steht (Grundaussage), die grobe Einteilung der tragenden Wände habe ich auch am Reißbrett vorbereitet und dann lade ich meine Protas ein und lasse sie sich in meiner Geschichte einrichten. Die können noch ein bisschen am Grundriss feilen, die Farbe vom Bad bestimmen. An den Fenstern und den Ausgängen vor allem mitgestalten und sich mit viel Eigenwilligkeit in die Inneneinrichtung stürzen.
Wenn ich zuviel versuche voraus zu plotten, dann streiken meine despotischen Protas. Die wissen sooooooo genau, wie sie ihr Leben leben wollen. Da kann ich mit Glück etwas mitreden, aber durchsetzen kann ich mich nur auf Kosten der Geschichte. Am Ende wird es immer lustiger, spannender, echter, besser, wenn ich sie machen lasse.
Ob das jetzt daran liegt, dass ich so schlecht schreibe, will ich ausdrücklich offen lassen :P
Dürrenmatt hat mal sehr treffend bemerkt, Schreiben sei wie Schach. In der Eröffnung ist man frei, aber alles weitere folgt logischen Zwängen.
Interessant, dass dieses Thema wieder hervorgeholt wurde, denn ich habe mich soeben mit unserer Tinnue über das Plotten unterhalten.
Auch nach einigen Jahren nach meinem letzten Eintrag hier handhabe ich es noch ganz genauso: Ich plotte, aber nicht besonders ausführlich.
Mittlerweile plotte ich sogar jedes einzelne Kapitel (soweit es funktioniert) aber nicht jedes einzelne Gespräch, nicht jede Szene.
Jemand schrieb hier, dass das eigentliche Schreiben dann nur noch Arbeit sei. Genau! Sehe ich auch so und dann macht es irgendwie keinen Spaß mehr.
Meiner Meinung nach kommt die Magie einer Geschichte erst beim Schreiben. Wenn ich alles bis ins kleinste Detail plotten würde, könnte meine Magie nie zum Zuge kommen. Ich will manchmal auch gar nicht wissen, was als nächstes passiert. Ich will es erleben! Den »kurzen« Plot, den ich zuvor Schreibe ist ein Roter Faden, an dem ich mich entlang hangele. Alles andere kommt von ganz allein.
Ich habe völlig ohne Plotten angefangen, und mir immer so mittendrin überlegt, wie ich zu dem anvisierten Ende hinkommen will. Nicht unbedingt effektiv, die Methode - viele Geschichten haben sich so verrannt, oder haben auf eine nicht zufriedenstellende Weise geendet.
Mittlerweile setze ich mir in der Geschichtenlandschaft quasi Wegpunkte, um wenigstens ungefähr dorthin zu kommen, wo ich auch hin will. Ich segle quasi von Insel zu Insel, und manchmal auch aufs offene Meer hinaus, um zu sehen, ob ich neues Land entdecke. ;)
ZitatInteressant, dass dieses Thema wieder hervorgeholt wurde, denn ich habe mich soeben mit unserer Tinnue über das Plotten unterhalten.
Ja, das ist wahr. :D
Ich handhabe das so, dass ich sowohl bei Kurzgeschichten als auch bei Romanen plotte. Allerdings kein 100% fein strukturierter Plott, ganz ohne geht es bei mir aber auch nicht, weil ich arbeitstechnisch oft viele kleine "Baustellen" habe und auch sonst eher ein chaotischer Mensch. Da würde ich mich gnadenlos verzetteln. Ich versuche einfach, für mich einen Mittelweg aus beidem zu finden. So verhindere ich, dass ich mich verzettele oder ewig um den Brei herum rede, und lasse den Figuren dennoch Raum, sich eigenständig zu entwickeln.
Ein bisschen fühle ich mich da manchmal von Regeln/Ratgebern unte Druck gesetzt a la "Du musst das so und so machen". Dann helfen mir Leute wie die liebe Drachenfeder, die sinngemäß sagt: Gib nix auf die Regeln. Es muss sich für dich richtig anfühlen. :)
So, mit ein bisschen mehr Erfahrung im Gepäck will ich noch mal was zum Plotten sagen. Inzwischen habe ich nämlich einen groben und kann es selbst kaum glauben.
Ich finde das schwer! Zwar reicht mein Plot jetzt endlich bis zum Ende und es sind auch keine Monsterlücken mehr drin (danke an meine wundervolle Plotgruppe!), aber es ist wirklich schwer. Erstmal, auf die Ideen zu kommen, und dann, damit zufrieden zu sein. Schicke ich A nun zu B oder erst zu C? Dichte ich eine weitere Person hinzu, oder erreichen die vorhandenen alles, ohne sie? Will ich sie wirklich dorthin jagen, oder nicht doch lieber was anderes machen? :gähn: Ich bin sehr gespannt, ob die fertige Geschichte auch so ein Kuddelmuddel wird. An sich bin ich mit dem Plot jetzt meistens recht zufrieden, aber in manchen Momenten frage ich mich unwillkürlich, was zum Henker ich mir denn bei der Wendung der Dinge gedacht habe.
Allerdings bezweifle ich, dass ich diese Geschichte ohne Plot vollenden könnte. Vielleicht halte ich mich nicht daran und schreibe etwas völlig anderes, als ich geplant habe, aber einen Plan zu haben, vermittelt plötzlich so viel Sicherheit - daran muss ich mich erst gewöhnen. Und außerdem ist mir dadurch auch endlich aufgefallen, dass mir händeringend einige "Nebenquesten" gefehlt haben. ;D Vielleicht werden wir doch noch Freunde, das Plotten und ich.
Ich bin wohl eine der wenigen, die nur ein bisschen Plotten. Also so völlig ohne Ausarbeitung könnte ich wohl auch nicht mehr schreiben, aber ich mag es nicht, die Geschichte schon im Vorfeld en detail zu kennen. Denn dann ist es ja nur noch die Niederschrift eines bekannten Handlungsverlaufes und das ist für mich nur noch reine, langweilige Arbeit.
Was ich grundsätzlich mache sind zwei Dinge: Zu erst halte ich den Ausgangspunkt in Form eines kleinen Klappentextes fest. Dann überlege ich mir die Schlussszene und notiere hier ebenfalls Stichpunkte. Für mich ist es nämlich wichtig zu wissen, wohin die Geschichte führen soll, sonst verläuft sich alles im Sand.
Als zweiten Schritt arbeite ich die Figuren aus. Ich fertige zunächst ein Liste aller wichtigen Handlungsträger an und notiere mir Äußerlichkeiten, sowie wichtige Eigenschaften, Fähigkeiten und Macken. Und natürlich die Funktion in der Handlung. Darüber hinaus lerne ich meinen Protagonisten gerne im Vorfeld kennen, nämlich indem ich einfach eine Alltagsszene mit ihm beschreibe. Ich lasse ihn aufwachen und beobachte dann, was er den Tag über so tut. Und sobald ich mich auf diese Weise meinem Protagonisten angenähert habe, fühle ich mich auch bereit, die eigentliche Geschichte zu schreiben. Ohne ganz genau zu wissen, was wann passieren wird.
Natürlich passiert es bei dieser Methode auch mal, dass ich eine Geschichte an die Wand fahre. Aber in dem Falle ist es mir das wert, denn für mich zählt beim Schreiben "no risk, no fun". ;)
Zitat von: dat xrüsli am 28. Mai 2013, 21:51:42
Ich bin wohl eine der wenigen, die nur ein bisschen Plotten. Also so völlig ohne Ausarbeitung könnte ich wohl auch nicht mehr schreiben, aber ich mag es nicht, die Geschichte schon im Vorfeld en detail zu kennen. Denn dann ist es ja nur noch die Niederschrift eines bekannten Handlungsverlaufes und das ist für mich nur noch reine, langweilige Arbeit.
Geht mir ähnlich. Ich habe einmal eine Handlung von vorne bis hinten fast bis ins letzte Detail durchgeplant. Aber das Schreiben selbst hat dann einfach nicht mehr so viel Spaß gemacht und nach der Hälfte habe ich abgebrochen.
Anfangs habe ich nur Anfang und Ende meiner Geschichten geplant; das mache ich inzwischen auch nicht mehr, da ich gemerkt habe, dass sich dann einige sehr beliebig wirkende Kapitel ins Manuskript reinschleichen. Inzwischen wähle ich also so ein Mittelding, bei dem ich einige Fixpunkte habe, mich zwischen denen aber frei bewegen kann. Mir kommen einfach viele Ideen vor allem zu Zusammenhängen erst während des Schreibprozesses selbst. Wenn ich da schon zu viel vorgegeben habe und die Handlung keine Flexibilität zulässt, verliere ich das Interesse.