Interessante Frage an jene Autoren, deren Mütter die Werke ihrer Sprößlinge auch lesen: Inwieweit laßt ihr euch, vor allem, wenn ihr lange erwachsen seid, von euren Müttern in eure Plots reinreden? Wenn sie sagt, daß ihr etwas gar nicht gefällt und sie so etwas nicht würde - schmeißt ihr dann euren Plot über den Haufen? Oder bringt ihr es fertig, ihr dann zu sagen "Tja, dann gefällt es dir halt mal nicht."?
Ich frage deswegen, weil sich bei mir - man kann es sich fast denken - gerade genau diese Situation ergeben hat: Ich erzählte meiner Mutter den Plot für mein Nano-Buch, einschließlich ziemlich böser und finsterer Magie, die dort vorkommen wird. Konkret geht es um ein Land, das in völliger Dunkelheit liegt, dessen Bevölkerung aber ohne Licht nicht überleben kann: Mittels Schwarzer Magie werden dort Menschen (bevorzugt: solchen, die man im hellen Nachbarland gefangen hat) die Seelen entzogen und in Kugeln gesperrt, die dann leuchten.
Nicht nett, ich weiß. Eigentlich ist es das Böseste, was ich jemals in eine Geschichte eingebaut habe - auch wenn es jetzt nach Fantasystandards sicher nicht das Allerschlimmstmögliche ist. Meine Mutter, die eigentlich alles von mir gelesen hat und mir immer sehr ernst gemeinte Kritik verpaßt, auf die ich große Stücke halte, verkündete nun, daß ihr das ganz und gar nicht gefiele und ich den Plot doch noch mal überdenken solle.
Aber ich muß jetzt sagen: Das will ich nicht. Ich mag meinen Plot, böse und finster wie er ist. Auch wenn meine Mutter sich nicht vorstellen kann, daß die halbe Welt in ständigem Licht und die andere Hälfte in ständiger Finsternis lebt, wie auf einem Schachbrett... Ich hätte gedacht, meine fantasyaufgeschlossene Mutter könne weiter abstrahieren: Es ist eben kein planetoides System. Es gibt keine Sonne, keinen Tag-Nacht-Rhythmus. Es ist eine eigene Welt. Und ich freue mich sehr darauf, dieses Buch zu schreiben. Ich bin stolz auf meine Ideen. Aber jetzt hat sie es glatt geschafft, mir das zu vermiesen.
Ich hätte den letzten Nanowrimo nicht ohne die ständige Hilfe meiner Mutter geschafft. Aber ich weiß auch, daß ich ihn ebensowenig schaffen werde, wenn ich etwas schreiben muß, daß mir nicht gefällt. Und der Kampf zwischen Licht und Dunkel ist nun einmal eine extreme Sache...
Kennt ihr diese Situation? Und wie verhaltet ihr euch dann?
Meine Eltern sind eigentlich keine Fantasy-Leser, und daher gebe ich ihnen meine Texte auch nicht zu lesen. Ich weiß nicht, ob sie meine veröffentlichten Bücher gelesen haben - aber da sie "so was" normalerweise nicht lesen, habe ich sie irgendwie auch nie als Zielgruppe angesehen. Wenn ich mal was schreibe, von dem ich davon ausgehe, dass sie es als Geschichte wahrnehmen und nicht nur als etwas, was ich geschrieben habe, dann wird sich das vielleicht ändern ... Aber ich will, dass meine Texte für sich selbst stehen und nicht für meine Person, und dass sie so auch wahrgenommen werden.
Vergleichbare Erfahrungen kann ich neuerdings trotzdem beisteuern, seitdem ich letztens zumindest meine Schwester als Testleserin für eine Thriller-Leseprobe gewonnen habe. Zunächst einmal hatte sie Bedenken, ob ich mich durch kritische Anmerkungen auf die Füße getreten fühlen könnte - und ich fand die Vorstellung irgendwie erheiternd, dass ich Kritik am Text persönlich nehmen könnte.
Und danach versuchte sie mich an einer Stelle zu einer Änderung zu bewegen, bei der ich skeptisch war; und als sie erfuhr, dass es noch zwei weitere Testleser gibt, wollte sie wissen, was für mich den Ausschlag für die Übernahme eines Änderungsvorschlags gibt - ob es "eine Mehrheitsentscheidung der Testleser ist", oder ob ich Wertigkeiten aufstelle, "welchen Testleser ich ernster nahme". Auch den Gedanken, dass ich über meine Geschichte abstimmen oder mich zu irgendwas überreden ließe, fand ich so abstrus, dass ich schon in Terry-Pratchett-Stimmung geriet.
Ich habe das als völlig abwegige Vorstellungen darüber empfunden, wie Autoren ihre Geschichten gestalten ... aber wenn ich darüber nachdenke, weiß ich natürlich, dass es bei manchem Autor oft genau so läuft.
Aber zumindest bin ich mir dabei bewusster geworden, wie ich selbst mit so was umgehe. Ich übernehme Anregungen, die mich selbst überzeugen; bei denen ich entweder das Gefühl habe: "Stimmt, das ist wirklich nicht so glücklich. Da habe ich was übersehen"; oder: "He, das ist ja wirklich viel besser."
Und ansonsten denke ich, wenn ich Testlesermeinungen höre, zu sehr an den Text, als dass ich mir noch viele Gedanken über den Testleser oder seine Beziehung zu mir machen könnte. Dass ich durch die Rückfragen m :-*einer Schwester an diese Metaebene erinnert wurde, habe ich regelrecht als unwirklich empfunden. Ich habe nach Testlesermeinungen schon viel an Texten geändert, weil ich die veränderte Variante als besseren Text empfunden habe. Aber ich glaube nicht, dass ich auf dieser persönlichen Ebene - "ich möchte das lieber anders haben" - wirklich zu erreichen bin.
So viel zu meinem Verhalten in solchen Situationen. Und ohne daraus eine allgemeine Regel formulieren zu wollen.
Ich glaube, mir geht es da eher wie dir, Maja. Meine Mutter hat oft meine Geschichten gelesen. Wir haben wohl zum Teil auch ähnliche, sagen wir mal, Moralvorstellungen, und ich habe von ihr meist brauchbare Kritik bekommen.
Aber inzwischen schreibe ich meist, ohne meine Mutter (oder jemand anders) zu fragen, was sie davon hält, und erzähle ihr auch den Plot nicht mehr genau. Denn mir ist eingeleuchtet, dass wir trotz allem ganz unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Vorlieben sind. Und meine Mutter ist auch nicht mehr gerade jung und verträgt Aufregung nicht so gut. Daher sind ihr Geschichten, in denen kräftig was passiert, sowieso nicht so angenehm, ich dagegen bin jung, und mir sind sie angenehm.
Wenn ich mir noch nicht sicher bin, behalte ich die Plots immer bei mir, denn wenn dann Verbesserungsvorschläge kommen bzw. Aussagen wie "Da muss die Hälfte ganz anders laufen", kann das der Tod der neugeborenen Geschichte sein. Und es ist ja auch so, dass sich Plots nicht beliebig ändern lassen. Daher verunsichert es mich, wenn meine Plots kritisiert werden, wenn ich weiß, dass ich sie nicht ändern kann. Zumindest, wenn die Geschichte noch ganz frisch ist. Ich mache in der Phase höchstens Andeutungen oder sage grob, worüber ich schreiben will. Und manchmal muss ich mich zwingen zu sagen: "Ich finde die Idee gut!"
Denn meine Geschichten laufen mir zu, sie sind, wie sie sind, und niemand darf ihnen die Existenzberechtigung absprechen, außer vielleicht mir selbst im schlimmsten Fall. Wenn sie geschrieben sind, höre ich mir alle Kritik an.
Aber den Plot ändern kann ich nur, wenn quasi der Film in meinem Kopf anspringt, wenn ich wirklich einsehe, dass diese Handlungsvariante sinnvoller ist und wenn mich die Idee sofort kreativ macht. Ansonsten ist es so, als müsse man versuchen, an der Realität zu drehen, und das ist ja fast unmöglich.
Es ist bei meiner Mutter übrigens so, dass sie meine neuen Geschichten immer zuerst schlecht findet, weil sie an die neuen Gedanken noch nicht gewöhnt ist, und hinterher gut - sogar solche, von denen sie mich früher mal abbringen wollte. Inzwischen hab ich ihr das abgewöhnt, das wird auch wirklich Zeit.
Ich möchte meiner Mutter nichts unterstellen, aber wer sonst eigentlich nur die typischen "Frauenbücher" (ihr wisst schon...) liest, kann sich über meine Texte kein Urteil erlauben. Meine Mutter und Fantasy, dass ist wie Feuer und Wasser und passt überhaupt nicht zusammen, deswegen liest auch niemand aus meiner Familie meine Texte, bzw. ich gebe sie niemandem. Erst veröffentlichte Sachen werden denen unter die Nase gehalten, und so lange, wie es noch nicht so weit ist, bleibt mein "Hobby" für sie eben etwas abstraktes.
Ich hab nur einmal den Fehler gemacht, meiner Mutter aus dem Rowohlt-Beitrag vorzulesen, an dem dann herum gekrittelt wurde. Das wäre viel zu brutal und gruselig, das soll doch für Jugendliche sein, bla bla bla... Schon war es um meine Motivation geschehen und das Werk ist nach wie vor unbeendet. Aus Fehlern wird man aber klug und Mama bekommt zumindest unvollständige Werke NIE WIEDER zu Gesicht.
Selber Schuld, Helli! :pfanne:
Meine Mama ist da eine ganz Feine! :)
Fantasy habe ich ihr mit den Herr der Ringen Filmen nahgebracht. Prompt hat sie dann auch die Bücher gelesen und war begeistert. Sie hat mir dann auch das erste Elfenbuch von Bernhard Hennen gekauft, was mittlerweile zu einem meiner Lieblingswerken gehört.
Von daher kann ich mit ihr auch über Fantasy sehr gut reden.
Das sie dabei gewisse andere Vorstellungen von Harmonie hat, ist gar nicht mal schlecht. Zum Beispiel kann sie sehr gut weiterhelfen, wenn es um soziale Gefüge, wie Familie geht.
Außerdem bringt sie einen ganz anderen Blickwinkel mit ins Spiel, der eben über das rein Objektive hinausgeht.
Allerdings pflege ich mit ihrer Meinung und Kritik genauso umzugehen, wie mit jeder anderen. Ich überdenke sie und nutze sie oder lasse sie eben fallen, wenn ich nach reiflicher Überlegung damit nichts anfangen kann.
Im großen und ganzen lasse ich bisher sowieso noch sehr sehr selten jemanden etwas lesen, aber wenn, dann ist meine Mama vorne mit dabei.
Meine Mutter liest viel von dem, was ich schreibe. Aber ich mache es mit ihr und allen anderen eigentlich gleich - die kriegen das, was geschrieben ist, wenn ich mich sicher genug fühle, es zu zeigen. Im Vornherein über den Plot sprechen tu ich ganz selten. Eigentlich spreche ich mit niemandem über Geschichten, deren Plot mir nicht ganz klar ist.
In jedem Fall würde ich mir in der Planungsphase aus Prinzip nicht reinreden lassen. Es kann ja sein, dass ich sowieso beim Schreiben noch was ändere. Wenn allerdings meine Mutter ernste Kritik an geschriebenen Sachen anmerken würde, dann würde ich drüber nachdenken. Allerdings kam das bisher nie vor, meine Mutter hat da eher die "mach mal"-Einstellung bzw. "was haben wir da eigentlich für eine merkwürdige Tochter" ;)
Meine Mutter will meine Bücher erst dann lesen, wenn sie in gedruckter Form vorliegen.
Und so hart das jetzt vielleicht klingt: Es ist mir irgendwo egal, was sie von meinen Sachen hält, oder ob sie sie liest. Nachdem es sie nicht wirklich interessiert, wenn ich einen Verlagsvertrag angeboten bekomme, hab ich auch nicht mehr vor, nach ihrer Meinung zu meinen Bücher zu fragen, wenn sie dann endlich erschienen sind. :no:
Meine Ma liest eigentlich am liebsten historische Romane.
Sie hat aber unsere (Lavendels und meine) ersten drei Werke gelesen, als wir noch klein waren, und da hat sie nicht viel dazu gesagt, vielleicht um uns nicht auszubremsen ^^. Danach hat sie sich aber geweigert, die aktuelle Zusammenfassung aller drei Bände zu lesen und sich nicht überzeugen lassen, dass es jetzt quasi eine komplett neue Geschichte ist. Sie hat sich aber gedulidig alles angehört was ich ihr darüber erzählt habe. ;D
Grundsätzlich will sie jedenfalls nur Sachen lesen, die ich auch fertig habe, und da ich seit Rückkehr noch keinen Roman mehr abgeschlossen habe, hat sie seither auch noch nichts mehr von mir gelesen. Bis auf die Kurzgeschichten, die haben ihr gefallen :) Aber sie will und sie wird, und dann kann ich vielleicht mehr darüber sagen, wie meine Mutter ein Buch von mir kritisiert ...
Mir war und ist es irgendwie immer sehr wichtig, daß meine Eltern stolz auf mich sind. Mein Vater liest keine Fantasy (tatsächlich liest er nur noch in Ausnahmefällen überhaupt Romane) und dementsprechend auch nicht meine Bücher. Das ist seine Art, mich ernst zu nehmen - es bedeutet, er nimmt meine Romane für voll genug, um sagen zu können, daß sie ihn nicht interessieren - aber es schmerzt mich doch sehr. Heute nicht mehr so sehr wie früher.
Aber meine Mutter, die wirklich so ziemlich alles gelesen hat und mit der ich psychologisch über die Elomaran-Chroniken diskutieren kann (sie war früher Sonderschullehrerin, das hilft) - daß sie jetzt ausgerechnet von Lichtland nichts hält, das ist schlimm. Ich schreibe das Buch trotzdem, und ich schreibe es so, wie ich will. Vielleicht wird es auch mal Zeit zu sagen, meine Mutter muß auch nicht alles von mir gut finden, mein Vater tut es ja auch nicht... Aber trotzdem möchte ich, daß sie stolz auf mich sind.
Hi!
Ich möchte auch, dass meine Eltern stolz auf mich sind, aber auch sie sind überhaupt keine Fantasyleser - mein Vater schon, aber meine Mutter so gar nicht. Sie liest sowieso kaum Bücher, und wenn, dann am eherstn Anthologien. Meine Mutter ist eine sehr realistische Person - und dazu auch noch, auch wenn das kaum passen will, sehr religiös. Ich denke nicht, dass ihr meine Fantasygeschichten, und schon gar nicht die Homoerotik darin, gefallen würden. Was ich ihr zu lesen gebe, sind Märchen, Geschichten für Kinder und Kurzgeschichten, die nicht allzu phantastisch und realitätsfern sind. Und da ist sie dann auch eine sehr ehrliche Kritikerin.
Mein Vater hat schon einiges an Fantasy von mir gelesen und meine älteren Sachen auch durchaus hart kritisiert (Originalton: Versuche nicht, wie Tolkien zu schreiben, schreibe wie DU, finde DEINEN Stil).
Aber gerade mein NaNo-Buch werde ich meinen Eltern nicht zum Lesen geben, auch nicht dem fantasybegeisterten Herrn Papa. Das ist ganz allein meins, und es wird auch nur von meinen engsten Freunden gebetat werden, bevor ich es der schenke, für die ich es schreibe.
Ach, das ist bei mir auch so eine leidige Geschichte :-\
Ich hätte auch gerne, dass meine Eltern stolz auf mich sind, aber das werd ich zumindest mit der Schreiberei nicht erreichen. Ich glaube, das einzige, was da funktioniert hätte, wäre, wenn ich Pianistin geworden wäre.... Jedenfalls waren alle anderen Hobbys von mir meinen Eltern zutiefst suspekt, und das Schreiben ist zwar nicht so lebensgefährlich (sagen meine Eltern) wie der Reitsport, aber beeindrucken kann ich sie damit nicht. Und mit FAntasy schon gar nicht. HdR kennen die - glaub ich - nicht einmal, geschweige denn was anderes.
Das einzige Mal, wo ich meine Mutter soweit genötigt hatte, dass sie was von mir gelesen hat, war ihr einziger Kommentar: "Naja, da kommen aber schon viele komplizierte Namen vor...." :o Tja, was soll man da machen?
Naja, genug geraunzt. Um auf die eigentliche Frage zurückzukommen: ich würde mir von niemandem - ob jetzt Mutter, bester Freund, Ehegatte oder sonst wem (bei Literaturagenten und Lektoren würd ich evtl. ne Ausnahme machen ;)) etwas ausreden lassen. Zumindest keinen Plot - bei Sinnfehlern oder logischen Löchern schaut das ganze wieder anders aus. Aber das Werk muss in erster Linie dem Autor gefallen, sonst wird das nichts. Und auch wenn die Idee nichts für zartbeseitete GEmüter ist - irgendwo da draußen gibt es Leser, die nur so danach lechzen. Bestimmt!
Lg, A. (die mit ihren Eltern so einige Probleme hat - das hättet ihr jetzt wohl nicht gedacht, oder?)
Meine Mutter liest zwar viel und gerne (v.a. auch recht anspruchsvolle Literatur), aber überhaupt keine Fantasy. Trotzdem hat sie von mir zwei Kurzgeschichten gelesen (die mochte sie sogar) und wird vielleicht auch meine längeren Texte lesen, wenn ich sie denn mal fertigbekomme. Und sie ist stolz auf mich, auch wenn sie sich vermutlich wünscht, ich würde ein anderes Genre schreiben.
Da sie aber so gar keine Ahnung von Fantasy hat und auch nicht viel damit anfangen kann, rede ich mit ihr nie über meine Plots.
Allerdings kenne ich das ganze mit meiner besten Freundin. Ihre Meinung ist mir unglaublich wichtig, und sie hat mir auch oft schon über Plotlöcher drübergeholfen. Wenn ihr nun ein Konzept von mir nicht gefallen würde, dann wäre das ganz schön schlimm für mich. Ich denke, dass ich es trotzdem so schreiben würde, wie ich es will, aber es würde mir schon schwerfallen. Insofern kann ich dich verstehen, Maja.
Aber es ist nun mal wichtig, dass man das, was man schreibt, selbst mag. Ich persönlich finde deine grundlegende Idee sehr spannend (und ich denke, dass ich damit nicht die einzige hier bin ;) ) und würde es daher sehr schade finden, wenn du deinen Plot aufgrund einer einzigen Meinung (selbst wenn es eine für dich sehr wichtige Meinung ist) umändern würdest.
Mit Erstaunen hab ich dann festgestellt, dass Mama durchaus eine gute Leserin für meine etwas harmloseren Kurzgeschichten(und auch für ein, zwei weniger harmlose) ist, nachdem sie aufgehört hat, das Schreiben zu boykottieren.
Ab und an darf sie meine Kurzgeschichten für eine Wettbewerbseinsendung auswählen, sie hat eine Fantasyerzählung von mir gelesen - und lustigerweise war sie es, die mich darauf gebracht hat, den Plot der Erzählung zu einem Roman auszubauen. (was so alles bei rauskommt, wenn man versucht, sich besser mit den Eltern zu verstehen...)
Allerdings werde ich ihr wohl nie einen meiner Romane zu lesen geben, auch nicht den, an dem sie mitschuld ist.
1:
Gib ihr was Längeres als 100 Seiten und du kannst 5 Jahre warten, bis sie fertig ist.
2:
Sie mag keine Fantasy(und hält alle, die Fantasy schreiben, für mehr oder minder... naja, gestört)
3:
Slash... homosexuelle Charas... ääääh... also, ich bin mir nicht sicher, wie viel Mamas Toleranzgrenzen aushalten.
4:
Ich habs geschafft, ihr deutlich zu machen, dass ich keinen Schaden hab, nur weil ich über Elfen schreibe. (wenn ich einen Schaden hab, dann liegt der woanders begründet, weitab von der Fantasy). Ich bin nicht so dumm, diesen Eindruck zu zerstören, indem ich ihr vorführe, wie grausam ich ab und an mit meinen Charas umspringe.
Hm... man kann sagen, Mama und ich nähern uns da eher langsam an... allerdings ist sie eine gute anlaufstelle, wenn man Beschreibungen(von Orten) hat, sie hat ein gutes Vorstellungsvermögen - wenn sie sich das Beschriebene nicht vorstellen kann, sollte man dringend noch mal ran. :)
Meine Mutter liest zwar alles, was ich ihr unter die Nase halte (genau wie mein Vater), aber sie kritisiert es nicht. Das ist sowohl gut, als auch schlecht. Manchmal würde ich mir schon wünschen, daß sie etwas mehr als nur "Ja, gefällt mir" sagen würde. Aber das ist nicht ihre Art und ich muß für mehr Reaktion schon explizit nachhaken.
Die ganze Schreiberei sehen meine Eltern eher gelassen. Ich muß es nicht verteidigen und kann mit ihnen drüber reden, aber sie erwarten jetzt nicht irgendwelche Bestseller von mir. Vielleicht weil sie es einfach als mein Hobby erkennen und wissen, daß der Buchhandel mein Beruf ist, von dem ich mich nicht zugunsten des Schreibens trennen würde.
Ich kann also glücklicherweise in diesem Thread nicht über meine Eltern klagen. :vibes:
Ach, Eltern sind eben Eltern und nicht umsonst aus der vorhergehenden Generation, deren Verständnis von "lohnenswerter" Unterhaltung eben ein ganz anderes ist. Deswegen muss man ja aber nicht enttäuscht oder böse mit Mama und Papa sein. Es gibt eben so Sachen, die mache ich auch gerne nur für mich, da fehlt mir die Bestätigung von außen, die nicht kommt, überhaupt nicht. Sollte sich doch jemand dazu entschließen, mich zu loben oder mein Werk auch nur anzuerkennen, dann ist das ein positiver Nebeneffekt.
Außerdem, wozu gibt es den Tintenzirkel, die ideale Ersatzfamilie für unverstandene Kinder von nicht-Fantasy-lesenden Eltern? Ja, wir sind eine unverstandene Randgruppe, aber eine ziemlich coole, oder?
Und, Mama, du kannst nichts für deinen schlechten Geschmack in Bezug auf Bücher! ;D
Meine Eltern haben mein Schreiben immer akzeptiert, auch wenn sie sich gerne ein "aktivieres" Hobby für mich gewünscht hätten. Eines, das gut ist für die Gesundheit und einen oft an die frische Luft bringt. ;) Wirklich nachvollziehen konnten sie es nicht, was mich so daran fesselt, aber sie haben mich immer gelassen und sich auch nie lustig darüber gemacht.
Meine Ambitionen, Schriftstellerin zu werden, haben sie jedoch nie ernst genommen. Das fanden sie genauso abwegig wie das Genre Fantasy an sich. Sie akzeptieren es, aber können selber nichts damit anfangen.
Das hat sich gewandelt, als ich mein erstes Buch bei einem Verlag untergebracht habe. Jetzt erkundigen sie sich regelmäßig, was meine neuesten Werke machen.
Den Plot würde ich aber auch niemals mit meinen Eltern durchdiskutieren. Ich schreibe Fantasy und homoerotische Geschichten oder beides zusammen, das ist nicht der Fall meiner Eltern. Meine Ma liest meine Bücher, weil sie neugierig darauf ist, was ihre Tochter so schreibt. Ich glaube nicht, dass es ihr wirklich gefällt - wie gesagt, es sind nicht ihre Themen. Mein Vater liest überhaupt keine Romane, ich glaube, er hat es nicht über die ersten zwei Seiten meines ersten Buches geschafft. ;) Aber das ist vollkommen in Ordnung. Ich musste mich erst mal mit dem Gedanken anfreunden, dass meine Ma die Bücher lesen WILL.
Und den Plot mit der lichten und der dunklen Seite der Welt - lass ihn dir nicht madig machen, Maja! Ich finde so etwas auch faszinierend, deswegen spielt einer meiner Plots in genau dem Graugürtel zwischen den beiden Extremen.
Bei meinen Eltern ist (leider) das Gegenteil der Fall:
Sie sind so stolz darauf, dass ich schreibe, dass sie das jedem erzählen und dann muss ich meistens noch irgendwelche Geschichten vorlesen ::) Ich möchte gar nicht, dass jeder weiß, dass ich schreibe, aber meine Eltern scheinen das nicht zu registrieren.
"Das könnte ich nicht jetzt einmal jetzt in meinem Alter so schreiben", pflegt mein Vater zu sagen oder meine Mutter, als gelernte Buchhändlerin:
"Das kann schon mit einigen Romanen vom Stil her mithalten."
Klar ::)
Fantasy hasst meine Mutter und mein Vater liest eigentlich überhaupt nicht. Aber meine "Geschichten" finden sie so toll, dass sie es gleich in der ganzen Welt herum posaunen müssen, dass ich schreibe.
:wums: ICH - WILL - NICHT - DASS - ANDERE - WISSEN - DASS - ICH - SCHREIBE
Also halte ich so viel wie möglich von meinen Schreibereien von ihnen fern. Außer eben diverse Kurzgeschichten. Deswegen werden meine Eltern auch nie, nie meinen Plot zu sehen bekommen.
(Verzeiht meine Wut, aber das Thema ist ziemlich aktuell).
Zitat von: Immortal am 07. Oktober 2007, 19:20:42:wums: ICH - WILL - NICHT - DASS - ANDERE - WISSEN - DASS - ICH - SCHREIBE
Nu kehr doch dein Talent nicht unter den Teppich!
Meine Eltern sind da geteilter Meinung. Während meine Mutter zwar Fantasy nicht gut findet, weil sie nichts damit anfangen kann (zu unrealistisch, so sie), gibt sie mir jedoch wirklich nützliches Feedback. Sie versteht einiges von Texten, wenn auch nicht unbedingt von Romantexten, aber ich kann das trotzdem nutzen. Es hat bei mir aber gedauert, bis ich meiner Mutter etwas von mir zu lesen gab.
Mein Vater schreit es auch in der Welt herum. Nur kennt er nichts von mir. Das macht ihm anscheinden nichts aus, er erzählt trotzdem jedem davon. Und dann fragen die Leute immer und mit wird das Wort weitergereicht. Ich muss erzählen und mal was schicken (mache ich nie).
Aber sonst gehe ich schon mal öfter zu meiner Mutter und frage sie, was sie von der Idee hält. Sie kann mir zwar nicht helfen, wie ich was besser machen kann, aber sie sagt immer ihre ehrliche Meinung und das hilft manchmal wirklich. Schon interessant, wie das ein Nicht-Fantasyleser so sieht ;)
Ich halte meine Familie aus meiner Schreiberei lieber komplett raus. Das ist mein privater Bereich, über den ich nur mit wenigen Leute rede. Mein Bruder ist der einzige Verwandte, der gegebenenfalls mal zum Brainstorming herangezogen wird :)
@Immortal: Jetzt weißt du, wie es mir mit 17 ging, als mein Onkel meinte, seine "Beziehungen" zur Lokalpresse spielen zu lassen... (zwei Monate nach Veröffentlichung meines grausamen Erstlings) :)
Mein Vater ist da intelligenterweise genauso ein bisschen zurückhaltend wie Mama. Er erzählt nix davon, es sei denn man fragt nach(und dann sagt er gleich, dass er von mir nix gelesen hat)
Der Schuss kann allerdings auch ganz nach hinten losgehen. Meine Mutter hatte ihre Arbeitskolleginnen mal sehr angefüttert(zu der Zeit hatte sie öfters mal ne Kurzgeschichte von mir gegengelesen, immer in der Mittagspause), dass die Damen eines Abends bei uns vor der Tür standen und von mir verlangten, ich solle was vorlesen...
...
ich bin dann lieber mal ganz dezent geflüchtet.
Autsch, böses Thema.
Meine Eltern haben fünfundzwanzig Jahre lang komplett ignoriert, dass ich schreibe (sie haben auch alles andere ignoriert, aber das gehört nicht hierher). Mein Lebenswerk Rabenzeit ging ihnen gepflegt am Hintern vorbei. Zwar hat meine Mutter mal vor -zig Jahren eine der Anfangsszenen gelesen, aber da meine Prinzessin (schwarz-rot) nicht mit ihrer Vorstellung (glitzer-gold-rosa) übereinstimmte, hat sie es schnell wieder gelassen.
Mittlerweile bin ich eine veröffentlichte Autorin. Und kann mich in meiner Heimatstadt nicht mehr blicken lassen, da meine Mutter ihrem gesamten Bekanntenkreis von meinen Büchern erzählt und sämtliche Freundinnen die Dinger für ihre Enkel/innen kaufen. Außerdem hängt meine Mutter ständig in der Buchhandlung und nervt die Buchhändlerinnen, ob sie meine Bücher haben und ob man die nicht ins Schaufenster legen könnte.
Besonders übel wird es, wenn sie damit anfängt, dass ich die ganze Phantasie ja von ihr geerbt hätte, und wenn sie versucht, mir "Ideen" für die nächsten Geschichten zu verpassen. Da versteigt sie sich dann in dermaßen hirnrissigen Mist, dass es schon nicht mal mehr peinlich ist, sondern nur noch entsetzlich. :gähn: Außerdem wartet sie jetzt auf meinen Megabestseller, damit sie mit mir in ein selbstgekauftes Haus ("Häuschen") ziehen und mich bekochen kann, während ich schreibe. :gähn:
Mein Vater ist ja letztes Jahr gestorben, aber nach den ersten Büchern hat er es in ähnlicher Manier geschafft, mir eine Glückwunschkarte "von den Talentvererbern" zu basteln.
Ich hätte ihnen das alles nie erzählen dürfen.
Und: nein, ich werde meiner Mutter NIE WIEDER auch nur eine Seite Rabenzeit zu lesen geben. Dieses Buch wird nämlich nicht von Mamas Tochter geschrieben, sondern von einer Frau, die ihren Eltern fünfunddreißig Jahre lang einen Scheißdreck wert war. Und das kommt durch.
Irgendwie fang ich grad an, meine Mutter als sehr vernünftige Frau zu sehen... übel.
Aber der Vorteil bei meiner Familie ist, dass ich weiß, woher mein Talent kommt - und der rest weiß es auch, das verhindert derartige Anwandlungen.
Maja, ich finde auch, dass du deinen Plot durchziehen solltest. Ganz wichtig sogar! Es ist allein deine Sache und sollte auch so bleiben.
Erfahren habe ich ähnliches durch meine Schwester. Sie ist die einzige in der Familie, die meinen Kram liest. Sie hat mir auch geholfen, Stil reinzubringen und mir wichtige "Regeln" erklärt. Wir haben 2 Jahre an meinem ersten Roman gearbeitet, mit dem Erfolg, dass er eher vermurkst ist. Vieles sieht sie anders als ich, ich habe ihren Rat trotzdem befolgt. Als ich mit ihr über einen Plot gesprochen habe, meinte sie nur, ich sollte die Finger davon lassen. Jetzt habe ich das Buch fast fertig und es ist doch was geworden!
Damit will ich nicht sagen, dass sie es böse gemeint hat. Nur wir denken anders, ich höre mir ihre Meinung an, denke mehr als einmal darüber nach - und dann entscheide ich. So, dass ich damit zufrieden bin.
Ach, da fällt mir noch was ein: Wenn unsere Welt sich nicht mehr drehen würde, wäres es bald auf der Schattenseite -200 Grad!
Meine Mutter fungiert gerade als Testleserin für meinen Krimi. Anfangs ging das ganz gut, am Exposé und der Leseprobe war sie maßgeblich beteiligt. Aber anscheinend wird es jetzt zuviel Stoff. Meistens kommen jetzt nur noch Kommentare Marke: "Ja, ich hab's gelesen, gefällt mir." und ein paar Anmerkungen zu sprachlichen Fehlern. Nix mehr mit Logiklöcher finden und so.
Ansonsten ist sie ziemlich begeistert von allem, was ich schreibe. Das finde ich zwar sehr aufbauend, mitunter aber auch etwas peinlich.
Meine Mutter hat mich letztes Jahr durch den Nanowrimo gebracht. Ich hatte sie um Hilfe gebeten, war ja mein erstes Kinderbuch und sie ist Mutter und Pädagogin und Kritikerin, was sollte also schief gehen? Und die Idee der Geschichte gefiel ihr, sie mochte die Charaktere... Und nach ungefähr der Hälfte merkte ich, daß sie zu weit ging. Sie verstand nicht, daß ich sie als Ideenkatalysator brauchte, nicht als Ideenlieferanten. Dauernd mußte ich sagen "Bis hierher und nicht weiter", oder, mit freundlicheren Worten: "Ich werde mal drüber nachdenken". Sie hatte sich soweit in die Geschichte reingesteigert, daß sie sie selbst weiterschreiben wollte, oder zumindest weiter ausdenken.
So kann ich nicht arbeiten. Ich nehme Rat an. Ich bitte um Hilfe, wenn ich nicht weiterkomme. Aber ab dem Moment, wo ich sage "Danke, du hast mir sehr geholfen" - ab da muß Schluß sein. Jeden Vorschlag, der danach noch kommt, werte ich als Einmischung. Nur ist meine Mutter die einzige, die das nicht begreift - meine anderen Helfer, Freunde, Musen und Betaleser merken, wenn ich diese Grenze ziehe. Meine Mutter nicht. Es ist wie wenn man einem Kind das Fahrradfahren beibringt: Wenn das Kind es nach dem Anschieben und mitlaufen allein versuchen will, erträgt es auch nicht, wenn die Mutter nicht losläßt. Wenn ich meine Idee habe und anfange, sie im Kopf auszuarbeiten, kann ich es nicht haben, wenn man mir mit irgendwelchem Killefitt reinredet.
Sie hätte selbst Bücher schreiben sollen. Oder von mir aus jetzt noch damit anfangen. Meine halbe Familie schreibt, da kommt es auf einen mehr oder weniger auch nicht an. Aber sie muß akzeptieren, daß meine Geschichten mein eigen sind. Ebensowenig wie ich will, daß sie in meine Wohnung geht, wenn ich nicht da bin, will ich sie in meinen Geschichten haben, wenn ich sie nicht ausdrücklich hereinbete. Diesen Nanowrimo werde ich ohne sie schreiben müssen. Geht nicht anders. Sie gibt mir sonst nie eine Chance, mit Nekromantie und Blutopfern zu arbeiten. Ich will endlich einmal so böse sein, wie ich mich fühle. Ich will endlich einmal nicht mehr nett sein müssen. Nicht mal zu meiner Mutter.
Ich will endlich einmal für mich selbst schreiben.
Zitat von: Maja am 08. Oktober 2007, 23:58:19
So kann ich nicht arbeiten. Ich nehme Rat an. Ich bitte um Hilfe, wenn ich nicht weiterkomme. Aber ab dem Moment, wo ich sage "Danke, du hast mir sehr geholfen" - ab da muß Schluß sein. Jeden Vorschlag, der danach noch kommt, werte ich als Einmischung.
Das Gefühl kenne ich sehr gut ... ich werde wütend, also wirklich wütend, wenn man mir ungebeten Vorschläge macht, wie ich meine Geschichten schreiben soll. En Freund von mir hat mich letztlich unabsichtlich auf eine großartige Idee für meine Vampirgeschichte gebracht, einen zündenden Gedanken sozusagen, und ich war ihm so dankbar dafür - bis ich ihm erzählt habe, dass ich darüber jetzt schreiben will. Da wurde er enthusiastisch und hat mich mit immer mehr Ideen zugeschmissen - obwohl ich selbst längst eine recht klare Vorstellung hatte, wie ich die Geschichte aufbauen will. Ich war sehr sehr kurz davor, zu sagen: "Nein. Danke. Ich will deine Idee nicht mehr. Schreib selbst darüber, wenn du musst. Aber ich will, dass es *m e i n e* Story ist, und nicht deine, die ich nur nacherzähle!"
Da hat er sich ganz schnell gebremst, und ich muss jetzt sagen - es wäre schade gewesen, wenn ich die Geschichte nicht geschrieben hätte. Und das wäre mit deiner Idee sicher genauso - eine Leserin hast du schonmal sicher, wenn sie fertig ist und du bereit bist, sie unters Volk zu bringen. ;)
Mütter sind ein Problem, wenn man keine perfekte hat.
Meine interessiert sich auch nicht, für das was ich mache. Dafür sehe ich sie nur alle 3 Monate und das ist ok. Sie hat eine ganz falsche Vorstellung von dem, was ich bin, denke ich.
Sollte ich eines Tages was veröffentlichen, dann wird es mir bestimmt so gehen wie Astrid, wenn ich ihr das verrate...
Maja, ich kann aber trotzdem verstehen, dass du sauer bist. Glücklicherweise ist mir sowas noch nie passiert. Aber ich kann's mir lebhaft vorstellen. Ich glaube, ich würde versuchen, das Thema erstmal zu umgehen. Und wenn das nicht klappt - naja, ich würde ausrasten und rumbrüllen, nehm ich an. Aber da bin ich kein gutes Vorbild ::).
Also meine Altvorderen bekommen nur das fertige Endprodukt zu lesen.
;D
Das erspart mir jede Menge seltsamer Kommentare. Allerdings schwöre ich auf meine bessere Hälfte als Korrekturleserin und Meinungsbarometer. Insbesondere sie auch keine Fantasyleserin ist. Außer natürlich meiner Sachen...
Zitat von: Maja am 08. Oktober 2007, 23:58:19
So kann ich nicht arbeiten. Ich nehme Rat an. Ich bitte um Hilfe, wenn ich nicht weiterkomme. Aber ab dem Moment, wo ich sage "Danke, du hast mir sehr geholfen" - ab da muß Schluß sein. Jeden Vorschlag, der danach noch kommt, werte ich als Einmischung. Nur ist meine Mutter die einzige, die das nicht begreift - meine anderen Helfer, Freunde, Musen und Betaleser merken, wenn ich diese Grenze ziehe. Meine Mutter nicht. Es ist wie wenn man einem Kind das Fahrradfahren beibringt: Wenn das Kind es nach dem Anschieben und mitlaufen allein versuchen will, erträgt es auch nicht, wenn die Mutter nicht losläßt. Wenn ich meine Idee habe und anfange, sie im Kopf auszuarbeiten, kann ich es nicht haben, wenn man mir mit irgendwelchem Killefitt reinredet.
Darum halte ich meine Schreiberei inzwischen von Menschen fern, die genau das tun. Ich habe solche Sachen sogar schon beim Rollenspiel erlebt, wo mir Mitspieler auf einmal sagen wollten, wie ich meine Figuren zu spielen habe. Und beim Schreiben ist es doch nichts anderes, nur dass der Auto da eben Spielleiter, Spieler und NSCs gleichermaßen führt. Und jeder Autor spielt und schiebt seine Figuren so, wie er will.
ZitatDiesen Nanowrimo werde ich ohne sie schreiben müssen. Geht nicht anders. Sie gibt mir sonst nie eine Chance, mit Nekromantie und Blutopfern zu arbeiten. Ich will endlich einmal so böse sein, wie ich mich fühle. Ich will endlich einmal nicht mehr nett sein müssen. Nicht mal zu meiner Mutter.
Maja, Du hast auch noch uns! :) ich bin im NaNo auch ganz allein - okay, ich denkem, es wird einen oder zwei unter meinen Betas geben, denen ich auch meinen feuersänger andrehen kann, ohne dass sie mich für komplett irre halten, aber weder meine Eltern noch mein Mann würden verstehen, warum man sich sowas wie den NaNo überhaupt antun kann.
ZitatIch will endlich einmal für mich selbst schreiben.
Dann tu das. Tu, was Du willst, um mal eines meiner Lieblingsbücher zu zitieren. :)
Ich mach's auch. Und ich würde sehr gern lesen, was dabei rauskommt!
Zitat von: Aryana am 09. Oktober 2007, 09:45:51
Darum halte ich meine Schreiberei inzwischen von Menschen fern, die genau das tun. Ich habe solche Sachen sogar schon beim Rollenspiel erlebt, wo mir Mitspieler auf einmal sagen wollten, wie ich meine Figuren zu spielen habe. Und beim Schreiben ist es doch nichts anderes, nur dass der Auto da eben Spielleiter, Spieler und NSCs gleichermaßen führt. Und jeder Autor spielt und schiebt seine Figuren so, wie er will.
Beim
Rollenspiel? Wie krank ist das denn? Ich würde mir nie anmaßen, jemandem zu sagen, wie der Chara zu spielen ist - das einzige, wo ich schon mal was gesagt habe, war, wenn die Timeline durcheinander gebracht worden ist, aber das ist was anderes und hat einfach damit zu tun, dass das Spiel unlogisch wurde. Aber der einzelne Chara? Nee. Der gehört dem Spieler, und keinem sonst!
Zitatokay, ich denkem, es wird einen oder zwei unter meinen Betas geben, denen ich auch meinen feuersänger andrehen kann, ohne dass sie mich für komplett irre halten, aber weder meine Eltern noch mein Mann würden verstehen, warum man sich sowas wie den NaNo überhaupt antun kann.
*puppy*
Ich würde auch nie auf die Idee kommen, meiner Mutter mein Geschreibsel zu zeigen - aus dem einfachen Grund, weil sie sich auch nicht für Fantasy interessiert.
Ansonsten würde ich es tun und wahrscheinlich auch ehrliche Kritik bekommen.
Mein Mann hat meine allererste HP-Fanfic zum Teil gelesen und sogar mit Vorschlägen bedacht, aber grundsätzlich ist auch er nicht der richtige für meine Sachen - auch kein Fantasy-Fan...
Ich muss sagen, das meine Mutter und auch mein Papa das akzeptieren was ich mache.
Zu meiner eigenen Geschichte hat mein Papa auch einen Chara gebastelt, der wirklich super da rein passt.
Mein Mutter ist eigentlich gar nicht für Fantasy, aber sie schenkt mir mit freuden Fantasy Bücher.
Mein Papa liest selber auch keine Fantasy sachen, aber ich muss sagen das sein Ideenreichtum wirklich klasse ist.
Als ich kleiner war hat er mir immer selbst ausgedachte Geschichten erzählt die ich heute durchaus als Fantasy Geschichten einstufen würde.
Zitat von: Lavendel am 09. Oktober 2007, 08:26:46
Mütter sind ein Problem, wenn man keine perfekte hat.
Ich habe auch keine perfekte Mutter, aber wenn es ums Schreiben geht, mischt sie sich nicht ein. Und das ist dann fast wieder perfekt.
Es ist vielleicht bei den Eltern das Problem, daß sie entweder mit Schreiben gar nichts anfangen können und in ihren Köpfen noch merkwürdige Vorurteile von brotloser Kunst rumspuken oder daß sie ihre Kinder als nächste Literaturnobelpreisträger sehen. Der Mittelweg ist, gerade wenn man noch in der Schule oder dem Studium steckt, für Eltern vermutlich nicht akzeptabel. Eltern wollen meistens, daß man mehr im Leben erreicht, als sie geschafft haben und wenn man es nur zum Glossenschreiber des örtlichen Käseblättchens bringt, ist das nun mal nicht mit dieser Vorstellung der Eltern kompatibel.
Da gibt es dann für den Fantasyautoren nur die Möglichkeit gar nichts über das Schreiben zu äußern, oder von Anfang an Tacheles zu reden. Und wenn die Eltern es nicht akzeptieren können, Pech. Im schlimmsten Fall verkauft man es ihnen als neues Hobby. Dann wird es vielleicht immer noch schräg beäugt, aber nicht mehr so belächelt.
Ist eben jedermanns eigene Sache, ob die Eltern es wissen sollen oder nicht.
Aber vielleicht kann ich das auch nicht objektiv beurteilen, da meine Eltern ja irgendwie eine Ausnahme zu sein scheinen...
Also, mein Vater ist super. Ich bin in vieler Hinsicht genau wie er, deshalb verstehen wir uns so gut. Ich seh auch ihn sehr selten, aber immer wenn ich ihn mal anrufe sagt er: "Na endlich. Ich hab schon die ganze Woche gedacht, ich könnte mich doch mal melden." ^^'
Mit 16 hat er zu mir gesagt: "Ist ja schon ganz gut. Klingt aber ein bisschen holzig." (Und ich, die natürlich Lob wollte und stolz war auf mein geschribsel, war todbeleidigt). Als wir dann beim WoHo mitgemacht haben, hat er von sich aus nach dem MS gefragt - es aber bisher nicht geschafft, es zu lesen, weil ihn das am Computer zu sehr anstrengt ( :d'oh:) und er zu geizig ist, es auszudrucken (man könnte das als Unwillen werten, aber ich finde das eigentlich eher witzig).
Ich glaube, er sieht das alles recht realistisch. Wenn er mich fragt, was ich jetzt eigentlich schon wieder alles an meinen Zukunftsplänen geändert habe, und ich antworte: Nichts, ich werde nach wie vor reich und berühmt, dann lacht er und sagt, ich soll das ruhig machen, das fände er gut (und ich glaube, das fände er tatsächlich^^'). Aber er hat da keine Erwartungen an mich. Für ihn wäre es auch ok, wenn ich mein Leben lang bei Edeka hinter der Kasse sitzen würde, solange es mir damit gut geht.
Damit fühle ich mich schon wohl, weil ich eben keine Erwartungen erfüllen muss. Bei meiner Mutter ist das total anders. Und ich weiß genau, warum die beiden geschieden sind.
Meine Mutter hat beim Lesen immer mit dem Kopf geschüttelt. Später habe ich rausgefunden, dass sie nur den Zeilen gefolgt ist... Ihre Kritik war -wie heute die von meiner Frau- immer konstruktiv.
Meine Mutter hat sich nie übermäßig viel für meine Schreiberei interessiert; andererseits hat sie aber auch niemals versucht, mir das Schreiben auszureden. Ich denke, grundsätzlich steht sie der ganzen Sache durchaus positiv gegenüber, auch wenn sie nicht ständig um mich herumspringt und mich fragt, ob sie etwas von mir lesen darf. Ich war sowieso niemals jemand, der ständig allen möglichen Leuten sein Geschriebenes zeigt und habe lange Jahre ein Geheimnis aus der ganzen Sache gemacht, von daher ist das für mich in Ordnung.
Wenn ich sie nun aber gebeten habe, eine meiner Geschichten probezulesen, etwa weil ich sie zu einer Ausschreibung einschicken wollte, hat sie das immer getan. Meist kamen von ihr Hinweise zur Rechtschreibung, zu misslungenen Formulierungen oder Ungereimtheiten. Über Charaktere, Plot usw. redet sie hingegen kaum. Ich denke, mit meinen bisherigen Geschichten konnte ich sie inhaltlich nicht vom Hocker reißen und sie ist daher zurückhaltend mit Äußerungen, weil sie mich nicht entmutigen will. Aber Verwandte bzw. Partner als Kritiker der eigenen Geschichten sind ja sowieso meist eine heikle Angelegenheit. Ich gebe meine Sachen im Zweifelsfall lieber Freunden oder noch lieber Leuten, die mir nicht besonders nahe stehen, weil solche nicht ständig herauszufinden versuchen, wo ich mich selbst oder am Ende sogar sie in die Geschichte eingebracht haben könnte.
Vor ein paar Monaten allerdings hat meine Mutter mich nach dem Lesen einer veröffentlichten Kurzgeschichte von mir sehr für meine Schreiberei gelobt und meinte, ich hätte einen wirklich guten Schreibstil und sie könnte sich vorstellen, dass daraus mal etwas wird. Also scheint sie durchaus an mich zu glauben. Momentan liegt das Schreiben bei mir sowieso auf Eis, da ich durch mein Studium und diverse andere Dinge zu sehr abgelenkt bin, aber es ist ein gutes Gefühl, zu wissen, dass sie der Sache nicht ablehnend gegenübersteht.
Mist, jetzt hab ich auch "Mütterfrust". Meine Mutter findet den Anfang meines neuen Romans nicht gut, das ist natürlich extrem demotivierend. Und offenbar kommt bei ihr nichts von der Handlung und von den Personen so an, wie es von mir geplant war.
Wenn nicht ein anderer Testleser nicht schon von sich aus gesagt hätte, dass es so und so bei ihm ankommt (nämlich, wie ich es meinte), wäre ich wohl ziemlich verzweifelt.
Sie hat nicht mal Verbesserungsvorschläge, es gefällt ihr nur einfach nicht. Liegt wohl auch daran, dass gleich am Anfang jemand spucken muss, sowas hasst sie einfach zu lesen ...
Trotzdem. Seufz. Jetzt muss ich mich erstmal wieder selbst motivieren. Irgendwie ist das Urteil nahestehender Personen schon wichtig.
Das "normale" Verhältnis zwischen Autor und Leser ist, dass der Leser den Autoren nicht kennt. Das Bild, welches in seinem Kopf entsteht, ist das, was er aus der Geschichte liest.
Testleser aus der Familie kennen in der Regel den Autoren. Deshalb können sie nicht richtig objektiv sein, da sie den Autoren immer mit hinein interpretieren.
Mütter scheinen dann bei "bösen Sachen" über dies auch noch erziehen zu wollen..
"Muss das mit dem Spucken sein?" Ja... ja... Mütter eben!
Meiner ist letztens meine Kladde in die Hand gefallen, sie las(gottseidank keine slashige Stelle) - es war gerade die Stelle mit der Leiche und dem zertrümmerten Schädel. "Muss das denn sein? Müssen die eine Leiche finden?"
Ich hab ihr den Plot erklärt, und warum die Leiche notwendig ist und warum es notwendig ist, dass die Leiche so ist, wie sie ist, was sich daraus schlussfolgern lässt und wohin das führt.
Mama: "Gut und schön... aber muss die Leiche wirklich sein?"
Meine Mutter - meine Lektorin
Also meine Mom ist meine engste Verbündete. Sie liest genauso viel, genauso gerne und meistens noch das gleiche wie ich. Wir haben den gleichen Geschmack (abgesehen von Walter Moers).
Sie hat mich schon früh dazu animiert zu schreiben und war auch bei meinem ersten Werk meine erste Anlaufstelle wenn ich eine Meinung wissen wollte. Verbesserungsvorschläge nehme ich gerne an, wenn ich auch der Meinung bin das etwas besser sein könnte. Aber wenn ich von was überzeugt bin, bleib ich dabei, ob sie es gut oder schlecht findet ist mir dann schnuppe.
Doch meistens sind ihre Ideen und Ratschläge eine große Hilfe. Sie ist mein größter Fan und die beste Verbündete die ich haben kann.
Eins unterscheidet und doch: Sie liebt Happyends, ich nicht :)
Ach ja und heute gehe ich auch mit ihr auf die Buchmesse.
Viel mehr Hobbys können wir dafür aber nicht teilen. Sie hasst meine Musik und mag keine Horrorfilme *gg*
Drachenfeder**
Wenn ich das hier lese, dann werde ich schon auch ein bisschen neidisch. Ich hätt auch gern Eltern die sich dafür interessiern, was ich so mache. Meine wissen, dass ich schreibe, haben aber nie danach gefragt.
Aber ich muss sagen, ich kann mir nicht vorstellen, dass ich von ihnen hilfreiche Kommentare bekommen habe. Für Fantasy können sie sich nicht begeistern, ich könnt höchstens meiner Mutter einmal was als Märchen aufschwatzen, und sie würd vielleicht sogar sagen: Schön hast du das gemacht. Aber im Prinzip haben Oldies und ich zunehmend unterschiedlichen Lesegeschmack - bei Krimis treffen wir uns zwar genremäßig, wenn ich ihnen aber was weiterempfehle, das ich wunderbar genial, köstlich usw gefunden habe, und ich frage dann wie es ihnen gefallen habe, dann fanden sie es langweilig. Und umgekehrt auch, bei Commissario Brunetti könnte ich in Winterschlaf verfallen, da haben sie wieder alle Teile verschlungen ...
Das andere ist: meine Eltern sind auch sehr katholisch (aber mehr scheinheilig als gelebte Nächstenliebe und so) und da ist es besser sie lesen nicht was ich schreibe. Bei manchen Dingen zumindest. Denn im Moment brüte ich wieder an Ideen ... also ich glaub da bin ich enterbt, wenn sie das je lesen sollten :P
Ok, man merkt wahrscheinlich, dass ich heute – endlich – mal wieder etwas Zeit und Muße habe, etwas zu stöbern :) Sprich: Hierzu muss ich auch noch was loswerden.
Einmal davon abgesehen, dass ich gerade wieder festgestellt habe, wie gut ich es eigentlich habe...
Also, ich muss gestehen, ich habe manchmal den Eindruck, dass sich meine Mutter kein besseres Hobby für mich hätte vorstellen können, als Fantasy zu schreiben <schief grins> An die frische Luft bringen mich meine Hunde ja zu genüge.
Bei meiner Mutter und mir ist es schlicht und einfach der Punkt, dass wir uns recht ähnlich sind, die gleichen Vorlieben haben und ähnliche Sachen nicht sehen oder lesen können/ wollen.
Sie hat mir und meinen Brüdern die Fantasy nahe gebracht und liest es dementsprechend auch gerne. Früher habe ich ihr alles gegeben, damit sie es liest und hab ihr auch ausführlich von meinen Rollenspielerlebnissen erzählt. Gut, irgendwann habe ich eingesehen, dass sie es sich zwar anhört, aber nicht so das Interesse daran hat und dem nicht die gleiche Euphorie entgegenbrachte, wie ich.
Aber wenn man erwachsener wird, wird man auch einsichtiger :) Mit meiner Mutter kann ich mich über Ideen nach wie vor gut unterhalten, aber sie Maßt sich nicht an mit vorzuschreiben, was ich schreiben soll, wenn es mir nicht gefällt. Und sie freut sich, wenn ich ihr etwas Fertiges zu lesen gebe, denn zum Testlesen hat sie leider keine Zeit. Aber sie erzählt mir hinterher durchaus, was sie nicht so gut fand.
Genauso ist es mit meinen Brüdern. Ideen Austauschen und diskutieren, was man so im Sinn hat, ist kein Problem. Auch fertige Texte zu geben nicht – auch wenn meine Brüder mit mir nicht immer einer Meinung sind, was die Plots angeht.
Mein Vater interessiert sich nicht für Fantasy... oder für Bücher generell. Der liest in zwei Jahren vielleicht mal einen Krimi durch, aber mehr nicht.
Meine restliche Verwandtschaft ist da schon schwieriger. Mein Opa und mein Onkel schreiben ebenfalls. Mein Opa versucht sich an Science Fiction, aber er ist eigentlich zu, ich würde fast sagen, ,,klinisch", um etwas zu schreiben, das man wirklich sehr gerne liest. Für die reine Überarbeitung, Logikfehler, Rechtschreibung und so weiter ist er als ehemaliger Lehrer sehr gut geeignet. Zudem Zweck bekommt er meine Texte immer vorneweg. Aber wenn er Vorschläge hat, wie der Plot besser laufen könnte, ignoriere ich das für gewöhnlich dezent. Der Einzige, der mir da reinreden darf, ist mein Mann.
Mein Onkel hingegen tut mir fast leid, weil er sich einfach nicht traut seine Texte jemand anderem als meinem Opa zu geben. Nun hat mein Opa aber keine wirkliche Beziehung zu Fantasy und das ist auch das Genre, das mein Onkel pflegt. Meine Mutter und ich haben ihm schon oft gebeten uns mal etwas zu geben, weil wir wohl eher seine Zielgruppe bilden, als mein Opa. Aber er macht es leider nicht.
Dennoch: So gut, wie ich's mit meiner Familie getroffen habe, tun mir hier einige Kandidaten wirklich leid :(
Ich bin auch ziemlich froh, dass ich wie ich schon erzählt habe, ein extrem gutes Verhältnis mit meiner Mum habe. Mein Vater liest gar nicht und kann mit Fantasy auch nicht allzu viel anfangen. Aber Märchen mag er sehr gern und die zählt für mich schon zum Teil zu Fantasy (d.h. ich schreibe auch Märchen) :). Aber er freut sich immer wieder wenn ich ihm mal etwas von meinen Schreibereien vorlese.
Meine Schwester findet mein Hobby großartig und interessant, kann jedoch mit Vampiren, Dämonen und Drachen nicht viel anfangen. Meine Vampirgeschichten gebe ich ihr somit nicht zum lesen. Eher die Storys von kleinen Kobolden und Feen ;)
Ansonsten... glaube ich noch nicht mal das es groß jemand weiß, zumindest nicht das mein Hobby mittlerweile so intensiv geworden ist.
So, und auch ich habe noch eine Ergänzung zu dem Thema, die sich auf meinen ersten Post bezieht und den Grund, warum ich diesen Thread überhaupt eröffnet hatte:
Mittlerweile ist "Lichtland" auf gut 120 Seiten angewachsen, Nanowrimo macht's möglich. Die ersten 100 davon hat meine Mutter jetzt gelesen - inklusive einer ziemlich fiesen Folterszene, die mir selbst unter die Haut geht. Und meiner Mutter - hat es gefallen. Sie findet das Buch spannend und möchte gern mehr davon lesen.
Mütter!
Tja, wankelmütig wie ein Strohhalm im Wind ...
Aber ich muss zugeben, am Anfang hörte sich die Idee eher so-la-la an, aber was du daraus gemacht hast / noch machst hört sich echt gut an.
Ich sag nur "Salz". :darth:
Maja, gratuliere! :)
Ich freu mich für Dich.
Meiner MUTTER würde ich "Feuersänger" nicht in die Hand geben.
Ich drücke meiner Mutter nur die Dinge in die Hand, die veröffentlicht worden sind.
Letztens meinte sie: (Zitat) Kind, ich glaube, du solltest mal zum Psychiater gehen. Kleine grüne Männlein, die aus der Waschmaschine gekrochen kommen und Socken fressen ... Nein, du spinnst.
Ich erzähle ihr immer mal wieder von meinen Projekten, mehr als ein Nicken bekomme ich meist nicht. Allerdings sagt sie auch ehrlich, wenn was überhaupt nicht geht. Aber das ist sehr, sehr selten.
Mit mir will immer keiner übers Schreiben reden :schuldig:
In diesem Punkt gehöre ich wohl zu den Leuten mit den Glückstreffern. Ich höre immer wieder davon, dass nahestehende Verwandte keine objektive Kritik geben könnten bzw. auch nicht dazu bereit wären, was ich nun gar nicht unterschreiben kann. Meine Mutter ist in der Regel die Erste, die meine Texte zu lesen bekommt und auch ausführlich kommentiert und kritisiert. Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Kritikpunkte, auf die ich sonst oft gar nicht gekommen wäre, in der Regel sehr gerechtfertigt sind. Aber, worüber ich auch froh bin, sie sieht davon ab, die Geschichte auch gleichzeitig selbst verbessern zu wollen. Solche Leute kenne ich allerdings auch, und wenn ich etwas gar nicht mag, dann sind das Leute, die meinen, einem ihre Ideen aufdrängen zu müssen. Und deshalb hab ich auch keine Probleme damit, mit ihr über Plotschwierigkeiten zu diskutieren. Klar ist man manchmal unterschiedlicher Meinung, aber es überrascht mich doch, auf was für gute Ideen Mütter manchmal kommen können.
@Maja: Für mich hat sich deine Idee ja von Anfang an wirklich vielversprechend angehört. Freut mich für dich, dass deine Mutter das jetzt auch so sieht! Manchmal reicht der erste Endruck halt doch nicht. ;)
Liebe Grüße,
Füchslein
Keiner aus meiner Verwandschaft bekommt meine Texte zu sehen, bevor sie endgültig fertig sind. Meiner Mutter hat Fantasy immer so fern gelegen wie der Mond. Auf meine veröffentlichten Sachbücher war sie aber sehr stolz.
Einen einzigen Buchanfang in Sachen Fantasy habe ich mal in der Verwandschaft vorgelesen, bei einer angeheirateten Cousine. Ein hübsch actionreicher Anfang, bei dem ein Reiter sein Pferd fast zuschanden reitet, um eine geheimnisvolle Stadt auf einer Insel im Meer über eine magische Brücke mitten in der Nacht zu erreichen.
Sie verglich die Stelle in ihrem Kommentar mit einem Herz-Schmerz-Schriftsteller, den ich hier lieber nicht nennen möchte, - und der mit Fantasy nicht das Geringste zu tun hat. Daraufhin war ich erst mal frustriert und blockiert und konnte die Geschichte bis heute nicht weiterschreiben.
Also meine Mutter ist meistens die erste, die meine Texte liest (außer es wird zu intim ...). Sie fragt auch ständig nach, ob sie was zu lesen bekommt und korrigiert für mich. Mit Fantasy kann sie nicht so viel anfangen, aber sie ermutigt mich immer meinen Roman fertig zu schreiben und ihn an Verlage zu schicken.
Sie hofft wohl, dass ich mal berüht werde uns sie dann nach meinen Büchern gefragt wird ( sie ist Bibliothekarin). Selbst schreiben tut sie aber nicht, sie meint, ihr fällt kein Thema ein. ::)
Meine Liebe zu Fantasy und SF habe ich dagegen von meinem Vater, wir haben einen sehr ähnlichen Geschmack, er hat allerdings noch nie was von mir gelesen.
Meiner Mutter gegenüber hatte ich, als ich letzten Monat dort war, zufällig erwähnt, dass ich noch eine Bewerbung für einen Thriller am Laufen habe. Überraschenderweise hatte sie nachgehakt, worum es da geht.
Ich hasse es, über noch nicht fertige Romane zu reden, und Fragen danach erwischen mich eigentlich immer auf dem falschen Fuß. Was ich dazu im Kopf habe, sind die "Werbetexte", mit denen ich sie Verlagen vorstelle; aber einfach nur so ganz allgemein, ohne konkreten Zweck oder Bezug auf eine Textvorlage darüber erzählen ... oh Mann, wenn ich das Gefühl hätte, mal eben so alles Wichtige sagen zu können, müsste ich keinen Roman darüber schreiben.
Ich denke, das war wieder ein peinliches Drumherumgerede mit vielen Ähs.
Ich stelle fest: Ich schreibe Bücher, und ich will, dass sie gelesen werden. Aber im Großen und Ganzen rede ich nicht gern darüber. Schon gar nicht über solche, an denen ich noch arbeite, und schon gar nicht zweckfrei. Auch nicht mit meiner Mutter.
So, heute lasse ich diesen Thread mal aufleben!
Ich wäre am liebsten gerade meiner Mutter ... naja. Irgendwie so.
Ich habe ihr am Telefon erzählt, dass es da einen Heyne-Wettbewerb gibt, der mich locken würde - auch wenn ich mir selber nicht zutraue, bis dahin mit meinem Projekt soweit zu sein, dass ich es einschicken könnte. Ihre Reaktion:
"Na ja, du hast ja wohl etwas anderes zu tun!"
Schweigen meinerseits, wohl wissend was sie meint.
"Du musst dich doch um deine Familie kümmern."
Soviel zu dem Thema: "Toll, dass du schreiben willst, das ist genau das Richtige für dich..." von vor rund zwei Jahren. (Wobei sie ja als ich Kind war schon Probleme damit hatte, dass ich mir Geschichten ausdachte und auch mehr geschrieben haben muss, als mir selber bewusst ist. Wenn man einer Bemerkung von ihr glauben darf.)
Ich hasse dieses klassische Rollenklischee von nur Hausfrau und Mutter. Ja, ich kümmere mich um meine Familie, aber ich bin nicht nur der Dienstbote, der die Wäsche macht, kocht, aufräumt, putzt, Taxi Mama spielt ...! Und man kann sehr wohl schreiben und Familie unter einen Hut bringen! Wenn auch meist das Schreiben zu kurz kommt.
Aber neulich hat sie sich ja auch schon ähnliches geleistet, als es um die Frage ging, was bräuchten wir, wenn wir mal ein größeres Haus beziehen wollten... "Du brauchst doch kein richtiges Arbeitszimmer, sieh lieber zu, dass du einen richtigen Hauswirtschaftsraum bekommst...!" Davon habe ich schon immer geträumt... Klar!
:seufz: Ich würde ihr so gerne meine Meinung dazu sagen, aber ich weiß, dass sie einfach im Moment kurz vorm Umfallen ist, durch die Begleitung ihrer Schwester in deren Leiden.
Ich glaube, sollte ich jemals in die Verlegenheit kommen, zu veröffentlichen, wird es unter Pseudonym sein - und nur sehr ausgewählte Leute, außer anderen Autoren, werden erfahren, dass ich das bin! Ich habe keine Lust mehr auf Diskussionen dieser Art!
@Winterkind
Da kann ich dich gut verstehen. Das ist höchst ärgerlich und leider geht es auch nicht spurlos an einem vorbei.
Mir geht es vor allem mit dem Verständnis für das Schreiben kaum anders, obwohl sich die ersten Erfolge durchaus eingestellt haben. Aber das wird von den Eltern überhaupt nicht wahrgenommen oder einfach ignoriert. Erzähle ich, dass ich sogar für einen Preis nominiert wurde, wird entweder abgelenkt, bewusst überhört oder ich bekomme die Frage gestellt und wie läuft es in deiner Firma. Oder eben... du musst aber schon darauf achten, dass du dich mehr um deine Familie kümmerst und du musst auch mal schlafen. Das Schreiben bringt dir doch nichts. Ist ja ein nettes, aber im Grunde kindisches Hobby. Schreib nicht so viel. Auf die Palme bringt mich aber ganz besonders, wenn es dann heißt, ich weiß überhaupt nicht wo du diese Gedanken her hast. Wir haben dich doch so gut und christlich erzogen. Diese Phantasien sind düster und gefährlich... so im Sinne von, was habe ich denn da herangezogen.
Nun ja... da muss man einfach durch und seinen eigenen Weg gehen. Du kannst es sowieso nicht allen recht machen.
Oh je, Winterkind, lass Dich knuddeln :-\
Meine Mutter ist da etwas zurückhaltender...interessiert an allem, was ich schreibe, aber ich glaube, solange ich keinen Bestseller millionenfach verkaufen kann, ist das ganze nicht mehr als ein unverständliches Hobby...Und die Worte "Kümmer Dich um Deinen Beruf, vernachlässige das nicht" höre ich auch sehr oft...
Ohren zu und durch - geh Deinen Weg, behalte das Ziel im Auge und lass Dich ja nicht von betonierten Meinungen beirren.
@Solatar
Düster und gefährlich hält meine Mutter nur Rollenspiele, weil sie nur die üblichen Klischees kennt (Satanisten, Katzen opfern und kleine Kinder essen, Gewalt, Blut, Massaker...). Dagegen versuche ich auch anzugehen, aber ich glaube, nach 15 Jahren hat sie es wenigstens akzeptiert, dass Rollenspiele mich nicht zu einem soziopathischen Amokläufer machen...
Ach Winterkind... *knuddel*
Ich bin grad sehr froh, ein DDR-Kind zu sein. Ohne in Klischees verfallen zu wollen, aber im Osten ist dieses Frau = Daheim und dort bleibt sie nun einmal extrem schwach ausgeprägt ist(oder besser gesagt - war. Es ist auf dem Vormarsch.). Entsprechend bleibt mir wenigstens der Kommentar inzwischen erspart(nachdem wir mit den Kölner Verwandten nix mehr zu tun haben).
Was ich zu hören bekomme, ist allerdings ebenfalls das: "Woher hast du nur diese Gedanken..." Nur, dass ich nicht christlich erzogen wurde, sondern weitgehend kulturfrei - die bibliophile Ader is wohl ne Mutation.
Ich fürchte, wenn Eltern und Kinder nicht gerade ähnliche Weltsichten und Hobbies haben, muss man mit diesen Konflikten rechnen. Das einzige, was man machen kann, ist sagen: "Mein Leben. Mein Schreiben. Meine Sache. NICHT eure. Lebt damit oder lasst es."
Ich würd mich auch freuen, wenn meine Eltern sich mit mir über einen Erfolg freuen, auch wenn er finanziell nix bringt(das ist der einzige Grund, wo sie sich in Pucto Schreiben freuen - wenn es mir Geld einbringt). Da sie das aber nicht tun, hab ich entschieden, mir die Freude nicht durch sie verderben zu lassen. Von Wettbewerben und Bewerbungen erfahren sie maximal im Nachhinein. Nach 21 Jahren hab ich mich damit endlich und endgültig abgefunden und arrangiert. Ob es bei den Eltern genauso aussieht, weiß ich nicht.
Lass dich nicht unterkriegen. Du kümmerst dich um deine Familie, du weißt das, deine Familie weiß das und ich bezweifle, dass sie dir das recht auf deine eigene Zeit und das Schreiben absprechen. Ich meine, beschweren sie sich, dass du keine Zeit hast, die Kinder nicht zur Schule bringst, das Haus nicht sauber ist, etc? Nein? Siehst du. Alles in Butter.
Ich finde da nicht wirklich schlimm, ist einfach eine Generationsfrage. Für ältere Semester ist das eben nicht mehr als ein Hobby, mit dem man nichts werden kann, das Zeit frisst ohne Ende und kein Geld einbringt. Also warum dann soviel darin investieren?
Außerdem meinen ja auch viele Leute, JEDER könnte schreiben, warum man ausgerechnet sich selbst so darauf konzentriert verstehen sie nicht.
Das wird uns selbst wahrscheinlich auch mal so gehen. Schließlich finde ich selbst als "Gamer" es etwas befremdlich, wenn Menschen professionell Computerspiele spielen, damit ihren Lebensunterhalt bestreiten und 8 Stunden am Tag dafür trainieren.
Was gestern noch Hobby war, kann morgen schon Arbeit sein.
Oh, das ist so schade, dass ihr diese Erfahrungen machen müsst ... :( Ich bin in der Hinsicht wohl von meinen Eltern her halbwegs mit Glück gesegnet. Besonders schade ist, dass offenbar eine "christliche Erziehung" mit einer Fantasiebremse gleichgesetzt wird. Das muss doch nicht sein! Das Gegenteil ist der Fall. Gerade mein Vater, der Pastor war, hat mir den Hobbit und den Herrn der Ringe vorgelesen, als ich klein war und mir all die schönen Bücher über antike Mythologie geschenkt, die ich heute noch so gut wie auswendig kann. Sehr, sehr schade, wie das offenbar auch laufen kann. :(
Ich wurde eher von Gleichaltrigen in der Schule wegen des Schreibens gemobbt, aber inzwischen macht das niemand mehr, es ist ihnen einfach egal.
Nur meine Mutter ist manchmal unzufrieden mit mir, weil ich ihrer Meinung nach zu viel Zeit in meine Hobbies stecke und mehr für die Uni tun sollte. Aber was würde sie mir erst erzählen, wenn ich Hausfrau wäre? :gähn: Es ist schon blöd, wie unterschiedlich die Erwartungen sind.
Aber dafür haben es meine Eltern immer gehasst, wenn ich Computerspiele gespielt habe. Ich hab es aber einfach verschwiegen und trotzdem getan, und nach bald 15 Jahren haben sie sich gaaaanz allmählich dran gewöhnt, auch wenn sie immer noch extrem technophob sind.
Ich glaube, wenn man etwas tun will, sollte man es auch tun, egal, was andere dazu sagen.
(Wo ich "diese Gedanken her habe", frage ich mich aber manchmal selbst.)
Hey Winterkind!
Was ich bei deinen Worten durchhöre ist, dass deine Mutter gerade jemanden sucht, an dem sie sich reiben kann, um ihren eigenen Druck abzubauen, also unterbewusst oder bewusst all das weitergibt, was gerade bei ihr düster aussieht. Mütter neigen da wohl etwas dazu, zu versuchen, die Kontrolle über ihre Töchter wieder zu bekommen.
Vielleicht hilft dir dieser Gedanke ja?
Mir geht es mit einer Kollegin ähnlich, die noch sehr jung ist und der ständig ihre Familie auf den Zeiger geht. Auslassen tut sie das an den Kollegen, mit denen sie per du ist, pampt rum und ist aggressiv. Das nervt mich tierisch, aber ich weiß ja, welchen Druck sie zu Hause hat und sie kann das einfach nicht anders verarbeiten. Sie muss ein bisschen andere mit in die Schuld reinziehen, um nicht alles bei sich zu sehen.
Also: Heynewettbewerb nicht mehr erzählen und davon reden, dass ins Arbeitszimmer auch ein Schreibtisch passt, an dem die Kinder Hausaufgaben machen können ;)
Grüße, Wölfin
Das tut mir ebenfalls sehr leid, Winterkind! *knuddel*
Die Unterstützung der Eltern und vor allem der Mutter wäre sehr sehr wichtig! Schade, dass Deine Mutter Dich nicht besser spürt. Wieviele Talente haben den Durchbruch nicht gewagt, weil sie sich von den Eltern und ihren "gutgemeinten" Tipps haben beeinflussen lassen?
Auch ich kenne das nur zu gut. Zwar in anderem Zusammenhang, aber auch ich weiss wie es ist, wenn man nicht die Unterstützung erfährt, die man eigentlich erwartet.
Lass Dich trotzdem nicht unterkriegen und glaube weiterhin an Dich! Was ich bislang von Dir gelesen habe, zeugt davon, dass Du das Zeugs dazu hast. Schreibe Deine Träume nieder und beuge dich nicht dem Alltag. Deine Kreativität ist eine besondere Gabe. Hu-Ji wird Dir dankbar sein! ;)
Liebe Grüsse
Falckensteyn
Zitat von: Winterkind am 22. Oktober 2008, 23:21:08
Ihre Reaktion:
"Na ja, du hast ja wohl etwas anderes zu tun!"
Schweigen meinerseits, wohl wissend was sie meint.
"Du musst dich doch um deine Familie kümmern."
Hallo Winterkind!
Ich kann dein Problem sogar noch toppen! Meine Mutter (bwz. beide Eltern, aber mit meiner Mutter red ich noch eher) versteht nicht nur nicht, warum ich schreibe, sondern noch nicht einmal, wozu ich überhaupt einen Beruf habe. Ich hab doch Familie, was tu ich mir da noch den Stress an mit dem Arbeiten-gehen.....
Meine Lösung zu dem Problem: ich erzähl meinen Eltern einfach nichts mehr vom Schreiben. Sollte ich jemals reich und berühmt damit geworden sein (hä,hä....), werden sie höchstens sagen: na gut, du hast ja immer schon nett geschrieben. Aber warum hat das dann so lange gedauert??? (oder ähnliches.... :wums:)
Und ich erzähl meinen Eltern auch nichts von meinem Job. Ich rede mit meinen Eltern hauptsächlich übers Wetter. Aber nicht über Dinge, die mir wirklcih am Herz liegen.
lg, A.
PS: das einzige, was meine Eltern am Schreiben gut finden, ist, dass man sich dabei nicht weh-tut. Als Kind wollte ich nämlich unbedingt reiten, und das war ihnen noch viel weniger geheuer....
Puh, da bin ich ja froh, dass meine Mutter das mit dem Arbeiten ganz anders sieht. Denn obwohl sie nach dem Tod meines Vaters einfach arbeiten musste, obwohl sie lieber bei mir daheim gewesen wäre (ich war noch ein Kind und hatte dann nach der Schule immer meine Großeltern da), hat sie ihre Arbeit trotzdem immer geliebt. Und sie ist ganz und gar nicht gern in Pension gegangen. Daher muss ich mir da in der Hinsicht gar nichts anhören.
Und das Schreiben... tja, sie hat manchmal ein bisschen Angst, dass ich dann zu wenig an meiner Dissertation arbeite, aber meine Mutter hat letztendlich noch nie wirklich etwas gegen ein Hobby von mir gesagt und zeigt da eigentlich immer reges Interesse daran. Sogar an etwas so "Sinnlosem" wie dem Weltenbasteln. ;)
Also fühlt euch von mir alle mal geknuddelt , die ihr in dieser Hinsicht Probleme mit euren Müttern habt. Und lasst euch bloß nicht dadurch die Lust am Schreiben vermiesen!
Danke, ihr Lieben, für euren Beistand! *zurückknuddeln*
Meine Mutter würde auch nicht verstehen, wenn ich wieder richtig arbeiten gehen würde - die zweimal zwei Stunden abends und die Fortbildung unterstützt sie, aber ohne Not bleibt eine Frau zu Hause. Sie fand es allerdings wichtig, dass ich einen Beruf habe, vor allem einen, indem man sehr flexibel arbeiten kann und somit auch als Mutter unterkommen kann. Denn Sicherheit geht vor allem anderen, und das bedeutet vor allem, dass man die Chance hat zu arbeiten. (Nicht das man es tut.)
Ich denke, sie ist einfach so überladen zur Zeit, dass für sie jedes kleine Extra einen Berg darstellt, den zu erklimmen sie einfach nicht schaffen kann - also erst recht nicht ihre Töchter.
Zum Glück spielt bei meinen Eltern die christliche Erziehung nicht störend hinein. Meine Mutter hat allerdings nie verstanden, wie ein Kind so viel träumen kann und dann auch noch Fantasygeschichten ausdenkt. Aber immerhin liebt sie die (griechischen) Sagen und Märchen, also ganz ohne Fantasie ist sie auch nicht - nur ist es verschüttet.
Ich weiß nicht, wie mein Vater darüber denkt. Er ist in der Hinsicht still, vermutlich weil er einfach nicht zu Wort kommt. :) Aber insgesamt habe ich bei ihm eher das Gefühl, dass er mit meinen Schreiballüren leben kann. Wir wollen vielleicht mal ein Bildersachbuch über Insekten zusammen machen. Aber ob das was wird?
Aber die Lust am Schreiben werde ich mir nicht nehmen lassen. Ich werde nur mal wieder darüber schweigen, wie über so vieles. Aber es hat mich gestern echt aufgeregt. Es geht ja nicht mal darum, dass sie mir ein Talent abschreibt, dass tut sie nicht, aber ich bin halt Frau und Frau hat ein bestimmtes Leben zu führen. Wäre ich Mann, wäre es alles kein Problem.
Auf jeden Fall bin ich mal wieder sehr froh, hier gelandet zu sein. So wird man wenigstens nicht ganz kirre an den angeblich seltsamen Interessen, die man hat, weil es auch andere gibt, denen es genauso geht!
oh man, ihr habt wirklich wenig verständnisvolle Eltern. Das tut mir echt leid. Ich weiß nicht, was ich gemacht hätte, wenn meien Mutter mir nicht als Kind die Freiheit gelassen hätte, meine Krativität auszuleben. Ich glaube, sie wartet darauf, dass ich endlich einen Roman veröffentliche. Letztens meinte sie, sie würde selbst gerne mal etwas schreiben, aber sie hat keine Idee. ::)
Oh je oh je, mein Beileid euch beiden, dass eure Eltern/Mütter das Schreiben nicht unterstützen oder zumindest anerkennen. Als ob alles andere tatsächlich drunter leiden würde und die Kinder hungrig die Küche durchsuchen, während Mama am Schreibtisch noch schnell ein Kapitel zu Ende schreiben muss. :no:
Meine Mutter unterstützt mich zwar was das Schreiben angeht, aber muss es denn ausgerechnet Fantasy sein? Musste mir schon einige Predigten anhören von wegen Eskapismus und Gewaltverherrlichung. Geschichten in/über eine Welt, die nicht wirklich existiert, wie sinnlos. Ihr wärs lieber wenn ich Krimis und Thriller schreibe. Da habe ich sie auch gefragt, was eigentlich der Unterschied ist, weil auch ein Krimi und ein Thriller im meisten Falle Fiktion ist. Man kann ja auch Krimis und Thriller im Fantasysetting schreiben. Ich habe als Autor mehr Freiheiten, weil ich mich nicht streng an wahre Begebenheiten, Geschichte, aktuellen Wissensstand, Naturgesetze etc. halten muss und das Setting nach meinen Bedürfnissen aufbauen kann, dass der Aufbau der Welt selbst schon Gesellschaftskritik in sich tragen kann. Aber nein, "Das liegt ja auf der Hand", Fantasy ist sinnlose Zeitverschwendung, Tagträumerei. Ich habe mich doch eh um mein Studium zu kümmern und sollte an meine Doktorarbeit denken, als ob ich das nicht tun würde.
Naja, es hat keinen Sinn mit meiner Mutter weiterzudiskutieren. Ich erzähle ihr einfach nichts mehr vom Schreiben und ich werde ihr bei dem Stand wo wir jetzt sind nichts von meinen Werken zeigen wollen. Sie hat ja schon meinen Musikgeschmack (Metal) kritisiert, das sei ja "Dämonenmusik". Oh je, und sie hat ein Bild von mir gesehen, da war Gevatter Tod drauf, also ein im Umhang gekleidetes Skelett mit Sense und Sanduhr in den Händen. Da hieß es schon "Du magst es wohl düster?" *besorgter Blick* :darth: Lächerlich, weil das das einzige düstere Bild von mir ist und es so von der Schule angefordert wurde (Male die Endzeit). Meine Bilder sind sonst immer sehr farbenfroh. Also wenn solche Sachen ihr schon heftig vorkommen, dann würd sie mich in die Psychiatrie einweisen, wenn sie meine Werke zu lesen bekommt. Da kommen schließlich Blut, Kampf, Krieg, Verbannung und Verfolgung, Folter, Tod, "Monster", Wahnvorstellungen und noch mehr schlimme Dinge, die es auch in der Realität gibt vor. Ok, Monster vielleicht nicht. Auch wenn diese Dinge nicht massenhaft in meinen Texten auftauchen, wärs sicher schon zu viel für sie. Ich fürchte dann ein "ernsthaftes Gespräch" mit ihr und dadrauf habe ich keine Lust.
:hmmm: Auch ich überlege mir nur unter Pseudonym zu veröffentlichen, wenn ich dazu kommen sollte. Ich kenne noch mehr Leute, die mir so ein Innenleben nicht zutrauen. Für manche wars schon ein Schock zu erfahren, dass sooooo ein nettes, liebes Mädel Rock und Metal hört. Ohgott, dieses nette, liebe Mädel war sogar drei Jahre lang Mitglied einer Prog Metal Band und war im Vorprogramm von Running Wild, die sind ja so bööööse :o
Aber vielleicht sollte ich gerade deswegen mit meinem vollen Namen dahinter stehen. Ich bin einfach nicht der Typ Mensch, der Liebesgedichte oder Wattebausch High Fantasy schreibt.
Oh jee.
Meine Mutter und FAntasy, na besser nicht.
Ich werde oft genug als gestört bezeichnet, weil ich ein Fantasy-Freak bin, deshalb zeige ich meiner Mutter meine Werke auch nicht.
Dafür dass ich schreibe hat sie ohnehin kein VErständnis.
Mein VAter dafür unterstützt mich, auch wenn ich nicht weiß, was er sagt, wenn ich meine zwei momentan in Planung stehenden Romane fertig gestellt habe. Da wird nämlich ziemlich viel GEwalt und Sex auftauchen.
Also mit meiner Mutter bzw. Eltern hatte ich da nie Probleme. Allerdings gibt es auch noch Musiker, inklusive mir, in meiner Familie, weshalb das Gebilde von Kunst recht locker angesehen wird. Da macht die Schreiberei auch nichts mehr.
Es war sogar so, dass meine Mutter teilweise Fantasy gelesen hat, bevor ich es getan habe. Allerdings nicht aus dem Grund der Fantasy, sondern wegen der Story. Sie hat einfach gemerkt, dass eben die Story wichtig ist (bzw. schon primär sei) und nicht zwangsläufig das Setting.
Was ich hier aber über manche Mütter lese ... Vielleicht sollte man manchen Müttern (Eltern) beibringen, dass der Wunsch, das Kind soll aufhören mit schreiben von Fantasy, ein Produkt der Fantasy ist. :)
Den letzten Satz hab ich jetzt irgendwie nicht gerafft - meinst du, dass wir gewissermaßen aus Trotz an der Fantasy festhalten, weil unsere Mütter darüber schimpfen?
;)
Ich habs so verstanden, dass der Glaube daran, man könnte Söhne und Töcheter vom Fantasyschreiben abhalten selbst ein Produkt der Fantasie ist ;) Quasi der Fantasyroman zum Fantasyroman ;)
Meine Mutter ist allgemein dagegen, dass ich schreibe.
Warum?
...Weil sie denkt, es sei reine Zeitverschwendung?
Na ja, das sehe ich anders. Ich bin der Meinung, dass Fantasy doch überall zu finden ist - Was wäre ein Leben ohne Fantasie?
Jedenfalls nehme ich, wenn es um Probleme in meinen Storys geht, lieber Abstand von meiner Mutter...
Tarah
Ah. Und schon versteh ichs...
Dann haben meine Eltern aber eine WIRKLICH blühende Fantasie.
Schreiben - gut und schön, muss man wohl mit leben, Wahnsinnige gibts in jeder Familie, bei uns ist es halt die Kleine. (O-Ton meine Schwester)
Muss es Fantasy sein? Kannst du nicht was Vernünftiges schreiben?(O-Ton ganze Familie)
Und jetzt...
:rofl:
Das Kind schreibt über Schwule Elfen?(das der Begriff absolut inkorrekt ist, wird immer überhört)
Au weia...
Aber Homoerotik verkauft sich gut, meine Mutter hat sich informiert(ich hab angst vor ihr.) Und sie hat nach WEihnachtsgeschenken für die Familie geguckt, amazon ist da ja inzwischen erste Anlaufstelle.
Heute kam also eine Mail:
"Also wenn du schon so was schreibst, dann doch gleich so: KLICK MICH (http://www.amazon.de/Discreet-Young-Gentleman/dp/0971708959/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books-intl-de&qid=1224840888&sr=1-1) das würd ich sogar vielleicht mal lesen."
Wahnsinn... mit allem, was meine Schreiberei mit sich bringt, hat sie sich arrangiert. Nur nicht, dass ich ausgerechnet FANTASY schreibe... :rofl:
(Mein Vater meint übrigens, ich wäre so gemein und böse und fies, ich sollte Krimis schreiben. Er hat wohlbemerkt nie was von mir gelesen - ihm reicht es, zuzuhören, wenn ich mich mit Freunden am Telefon drüber unterhalte.)
Allerdings - Leute, die keinen Zugriff auf meine Geschichten haben(sprich, alles was nicht unter die Kategorie Betas, Helfer bei Plotlöchern, Co-Autoren etc. fällt) und sich auch nicht unbedingt brennend dafür interessieren, werden ganz allgemein nicht auf dem Laufenden gehalten, was die Schreiberei betrifft. Das betrifft fast alle Bekannten, einen gutteil meines Freundeskreises und meine komplette Familie. Es ist dann auch eine Frage der Höflichkeit, niemandem etwas aufzuzwingen, was ihn absolut nicht interessiert.
(entsprechend bekommen meine Eltern von mir maximal Kurzgeschichten zu sehen - da kommen keine "schwulen Elfen" drin vor)
Zitat von: Manja am 24. Oktober 2008, 11:25:58
Den letzten Satz hab ich jetzt irgendwie nicht gerafft - meinst du, dass wir gewissermaßen aus Trotz an der Fantasy festhalten, weil unsere Mütter darüber schimpfen?
;)
Genau wie Steffie geschrieben hat. :)
Eltern sollten erwachen aus ihren Tagträumen und sich mehr der Realität stellen. ;D
Zitat von: Manja am 24. Oktober 2008, 11:43:03
"Also wenn du schon so was schreibst, dann doch gleich so: KLICK MICH (http://www.amazon.de/Discreet-Young-Gentleman/dp/0971708959/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books-intl-de&qid=1224840888&sr=1-1) das würd ich sogar vielleicht mal lesen."
Discreet Young Gentleman... ;D :rofl:
Und das Cover erstmal... aber gute Kritiken hat es ja immerhin bekommen :gähn:
Ja. Rat mal, wie ich gelacht habe...
(in solchen Momenten merke ich, dass ich wohl doch nicht adoptiert sein kann, wie ich es lange Zeit gedacht hab)
Wobei ich mich wundere, woher dieser Sinneswandel kommt... aber gut. Mir solls recht sein. ;D
Zitat von: Antigone am 23. Oktober 2008, 09:01:31
Ich rede mit meinen Eltern hauptsächlich übers Wetter. Aber nicht über Dinge, die mir wirklcih am Herz liegen.
Und nun, ein kleines Beispiel, was passiert, wenn Antigone mit ihrer Mutter nicht nur übers Wetter redet: Antigone erzählt ihrer Mutter am Telefon über die Schulnoten des Sohnes, der vor allem in Deutsch nicht so gut ist.
Mutter: (als Erklärung, warum Antigone immer so gut in Deutsch war) Du hast halt immer schon viel gelesen
Antigone: (verteidigt ihren Sohn) Der liest jetzt auch viel. (naja, relativ, aber das werd ich doch meiner Mutter nicht verraten...). Die Lehrerin verlangt, dass alle Bücher lesen und dann darüber Referate halten
Mutter: Naja, liest er da nur Fantasy und dieses Zeugs, oder doch was Gescheites?
Antigone: (atmet tief durch) Ähm, Mama, du weißt aber schon, dass ich Fantasy schreibe, oder?
Mutter: (ignoriert den Einwand) Naja, er soll durchs Lesen doch eine schöne Sprache lernen
Antigone: was für ein Glück, dass grad in der Fantasy Wert auf eine schöne Sprache gelegt wird. Übrigens, wie ist denn das WEtter so bei euch?
lg, A.
Meine Mutter ist da cool. Sie bestärkt mich im Schreiben, egal um was es geht. Sie fand meine Sachen schon immer gut (na ja, wie die meisten Mütter so dies und jenes von ihren Kindern selbst Fabrizierte gut finden) und meint, ich solle da was draus machen. ::) Tja, wenn das so einfach ginge... :seufz:
@Antigone
Ein wirkliches Musterbeispiel für die Thematik in diesem Thread. ::)