Da viele Interesse gezeigt haben und mir nahe gelegt wurde, doch mehr von meinen Neuseelanderfahrungen zu sprechen, mache ich das mal in diesem Thread. Damit ich nicht alle mit Romanen nerve, auch wenn ich die wirklich gerne schreibe, habe ich mir gedacht, das am besten als Q&A abzuhalten. Also löchert mich und ich antworte so gut ich kann :)
Kurz als Einleitung, damit ihr wisst, was ihr mich alles fragen könnt:
Ich habe von 2009 bis 2015 in Neuseeland gelebt, studiert und gearbeitet. Dabei haben wir die ganze Zeit über in Christchurch gewohnt, auch zu der Zeit als die schlimmen Erdbeben geschahen. Uns ist zum Glück nichts passiert. Über die Jahre haben wir fast alles gesehen und besucht, was man in Neuseeland tun kann (außer den großen Wanderungen) und ich habe einige der lustigen Aktivitäten gemacht: Rafting, Caving, Zorbing, Ziplining, Kayaking. Natürlich haben wir auch die ganzen Herr der Ringe Orte gesehen und auf dem Festplatz der Hobbits getanzt. Wir haben Wale, Delfine, Kiwis, Tuataras, Fantails, Pukekos, Kakapos und natürlich unzählige tote Opossums gesehen. Neuseeland ist ein Vogelland mit lediglich zwei einheimischen Säugetieren (kleine Fledermäuse). Der Rest macht das Ökosystem kaputt. Als Geologiestudent weiß ich von der geologischen Geschichte zu berichten und von den Naturgefahren, die in Neuseeland unumgänglich sind. Tatsächlich ist zwischen Vulkanen, Erdbeben, Überflutungen und Stürmen kein einziges Gebiet wirklich sicher. Ich weiß in Grundzügen auch über Geschichte, Politik und Wirtschaft Bescheid und über die merkwürdigsten Bräuche, wie dass Neuseeländer es lieben sich zu verkleiden und das zu jedem Anlass tun, sei das eine Geburtstagsparty, ein Pub-Quiz oder eine Abschlussfeier. Weihnachten im Sommer ist merkwürdig, Sylvester dafür toll. Sprachliche Eigenheiten wie "Ney yeah" oder "Dairy" sind mir auch bekannt, wie die ewige Rivalität mit Australien. Neuseeland ist natürlich in allen Dingen besser. ;) Ach ja und zu guter Letzt habe ich auch zwei Kinder dort zur Welt gebracht, was um Meilen besser war als meine hiesige Erfahrung mit Kind Nr. 3.
Also löchert mich :)
Alles klar? Sweet as
Danke für den Thread! :jau:
Ich weiß gar nicht, was ich alles wissen will. Von mir aus darfst Du auch Romane erzählen. :rofl: Was bedeuten denn Neh yeah und dairy? Letzteres kenne ich nur im Zusammenhang mit Milchprodukten ...
*schmacht* Als Geologin interessieren mich natürlich Deine persönlichen Erfahrungen, die Du dort so gesammelt hast. ;D
Oh, das ist ja super, danke dir! :knuddel: Ich schreibe gerade einen Roman, der zum Teil in Neuseeland spielt. Ich war zwar selbst schon dort, aber nur vier Wochen auf Hochzeitsreise, da bleiben doch noch einige Dinge offen. :) Wie hast du dich denn danach in D wieder eingelebt?
Wir haben übrigens auch ganz viele dieser Dinge gemacht, Delphinschwimmen, Caving, Kayaking, Herr der Ringe Orte besuchen, das Tongariro Crossing gehen, Gletscher besteigen ... hach, Neuseeland ist einfach so ein tolles Land, und die Menschen ... ich kann gar nicht aufhören zu schwärmen. :wolke:
@chaosqueen "Neh yeah" ist mehr oder weniger ein jein, also übersetzt nein, ja und bedeutet im besten Falle vielleicht ;)
Genau dairy, ist eigentlich die Milchproduktionsindustrie. In Neuseeland sind damit aber die kleinen Kioske gemeint, die an fast jeder Ecke stehen und eine Mischung aus Lotto-Toto und Tante Emma Laden mit der Option Prepaid-Strom zu kaufen!
@Sternsaphir wie persönlich denn? Soll ich dir von meinen Störungen erzählen? Das ist natürlich alles sehr gestört da unten ;) Oder wie sich so ein Erdbeben richtig anfühlt? Oder einfach generell etwas zur geologischen Geschichte von Neuseeland?
Überblicksmäßig ist der große Unterschied eben, dass ich vom inaktiven Deutschland ins sehr aktive Neuseeland gezogen bin. Das ist toll, wenn man nicht nur im Harz bewundern kann, dass sich da vor 300 Millionen Jahren mal was verschoben hat, sondern vor einer Störung zu stehen und nachzudenken, wann die wieder los geht und wie doll das Beben sein wird. Das gibt der Forschung irgendwie das dringende extra. Und ich habe schrecklich viel über Gefahrenmanagement dort gelernt.
@Alana Oh, das ist ja interessiert. Worum geht es denn da? Ja, ein wunderschönes Land ist es in der Tat. Eingelebt habe ich mich erstaunlich schnell wieder in Deutschland. Da haben Kindheitserinnerungen ganz stark geholfen. Man hat Sachen neuentdeckt, von denen man gar nicht wusste, dass sie einem fehlen - wie den Geruch von Sommer: Kiefern, Harz, trockene Hitze. Vieles ist hier auch einfacher zu erreichen und nach sechs Jahren ganz auf mich alleine gestellt, genieße ich endlich wieder ein Sozialsystem, bei dem ich nicht raus falle. Das macht gewisse Sachen einfacher. Ans Siezen musste ich mich ganz schön gewöhnen und mit Frau ... fühle ich mich immer noch nicht angesprochen, wenn selbst die Banken in Neuseeland mit "Liebe Jana" ihre Schreiben beginnen ;) Ich vermisse meine Arbeitskollegen schrecklich und unseren einen Nachbarn sowie die Tatsache, dass dort fast alle im Erdgeschoss gewohnt haben und einen kleinen Garten hatten. Der fehlt mir mit den Kindern sehr. Dafür gibt es aber Doppelverglasung und isolierte Häuser... yeah, man muss sich im Winter keine Jacke anziehen um in die Küche zu gehen oder wöchentlich mit dem Schimmelentferner in Aktion treten. ;)
Ich bin noch nie in Neuseeland gewesen, aber habe schon einige Mal berichtet bekommen, dass Nichtkaukasier dort kein so leichtes Leben haben. Wie sind deine Erfahrungen dazu, gilt das nur für bestimmte Bereiche der Gesellschaft oder ist es eher eine grundsätzliche Einstellung?
@Angela Oh, brisantes Thema. Also dadurch, dass im Gegensatz zu anderen Ureinwohnern die Maori seit dem Waitangi Vertrag als gleichberechtigt gelten, ist die Gesellschaft offiziell recht offen. Es gibt aber doch einen starken Rassismus, der sich in Vorurteilen widerspiegelt. Maori und europäische Neuseeländer sind sich nicht so ganz grün, wobei man Maori wirklich nicht mit den Aboriginees vergleichen kann. Die haben sich teilweise auch selbst in ihre Ecke geschaufelt. In Bezug auf die Wiedergutmachung von damals eroberten Maoriland gibt es relativ viel gezüchtetes Gegeneinander. Die Maoris wollen ihr Land komplett zurück oder ausgezahlt werden seit der Landreform in den 60er und 70er Jahren und die Europäer haben nun langsam genug davon, dass die immer noch damit ankommen und noch mehr und mehr wollen und lauter Förderungen vom Staat erhalten um es mal ganz trivial auszudrücken.
In vielen Bereichen werden Maori gezielt gefördert: Eigene Stipendien und Studienberatungsbüros, extra Ausschreibungen. Da will man auch dem gegenwirken, dass das Parlament eben nicht nur aus weißen Männern besteht. Das kommt wiederum nicht gut bei vielen Europäern nicht gut an, weil es ständig Sondersachen für die Maori gemacht werden, die im Grunde ziemlich reich sind, also nicht individuell sondern die Iwis. Und dann ist natürlich der Waitangi-Vertrag selbst ein Problem. Dessen Maoriversion sagt nämlich was anderes als die Englische. Im zweiten Akt steht nämlich in der Maoriversion: Sie dürfen die Oberherrschaft über die Gebiete behalten und in der englischen: Sie dürfen da weiter verwalten, aber müssen die Oberherrschaft an die englische Krone abtreten. Daher wird da seit Jahrzehnten im Waitangigericht gestritten, wie man den Beschiss nun löst.
Die nächste große Gruppe sind die Inselvölker: Also Fiji, Tonga, Tuvalu etc... die haben meistens doppelte Staatsbürgerschaft und werden entwicklungstechnisch unterstützt, z.b. auf Stipendium in Neuseeland an die Uni geschickt. Wieder das Problem der Bevorzugung von Minderheiten, die da negativ angenommen wird.
Dann gibt es eine große chinesische Gemeinschaft und eine indische und die werden einfach mal ganz klar ausgebeutet: Die haben nämlich keine Probleme ins Land zu kommen. Ja, sie studieren sogar auf dem Doktorlevel und können kaum einen englischen Satz bilden, obwohl man doch einen IELTS Test Wert von min. 7.5 von 9 braucht. In China kann man sich die Testergebnisse kaufen. Neuseeland weiß das, drückt aber beide Augen zu und nimmt ihr Geld. Denn das haben die Chinesen, die zum studieren kommen in rauen Mengen. Und meistens gehen sie danach wieder zurück - prima für Neuseeland. Deshalb kann sich Neuseeland es auch leisten von ausländischen Studenten 6x so viele Gebühren einzunehmen (5000 vs 30000 NZD pro Jahr ist doch heftig, zumal man kein Bafög aufnehmen kann.)
Generell, muss ich aber sagen, dass ich in meinem Umfeld recht wenig von echtem Rassismus mitbekommen habe. Zumindest nicht mehr oder weniger als in Deutschland. Gerade momentan kommt es mir sogar weniger vor. Ich hatte im Studienberatungsbüro gearbeitet und da recht viel von dem Umgang von den Beratern mit all diesen Studenten mitbekommen und da gab es nur Begeisterung. Also wenn sie wirklich kein leichtes Leben haben sollten, dann nicht in der universitären Umgebung. Wie es auf dem industriellen Arbeitsmarkt aussieht, weiß ich nicht und in der Öffentlichkeit habe ich auch keinen offenen Rassismus mitbekommen. Aber das kann wieder mit den Gegenden zusammen hängen. Ich glaube aber, das gerade die junge Generation zwischen Maori und Europäer das ganze deutlich entspannter sieht und da auch viele Gruppen gut gemischt sind.
Kurz gesagt: Es gibt zwar Spannungen und gegenseitiges Gemecker, aber Maori und Europäer sind beides Neuseeländer und sich ebenbürtig. Sie brauchen von der Gesellschaft nichts zu fürchten und werden sogar teilweise bevorzugt behandelt. Chinesen und Inder haben meistens das Problem, dass sie sich abkapseln, unter sich bleiben und kein englisch lernen, was sie nicht so beliebt macht. Aber auch da gibt es keine dramatischen Einschränkungen der Lebensqualität
Oh toller Thread! ich träume schon lange von Neuseeland und will auf jeden Fall auch einmal dorthin reisen! Die Landschaft ist einfach so schön! :vibes:
Du hast dort ja ganz schön viel erlebt. Was würdest du sagen ist dein Lieblingsort, bzw. was war dein tollstes Erlebnis?
Mich würde es auch interessieren, wie du in Neuseeland gelandet bist und wie es dazu kam, dass du so lange geblieben bist? :D
Hallo Möwe,
Also ich bin damals nach Neuseeland gegangen, weil mich im Studium die Strukturgeologie und Plattentektonik, also der Hintergrund zu Gebirgsaufschiebungen, Erdbeben und Vulkanen interessiert hat. In Deutschland lassen sich fast nur alte Strukturen beobachten und das haben die Geologen auch schon wunderbar alles analysiert. Da blieb für mich nichts übrig. Neuseeland hingegen liegt an einem aktiven Plattenrand (Nord und Südinsel befinden sich auf zwei unterschiedlichen Platten). Daher kommt es dort öfter zu Erdbeben und Vulkanausbrüchen und für Geologen gibt es noch genügend Störungen, deren Geschichte und damit Zukunft untersucht werden müssen. So war mein Projekt zum Beispiel später eine Störung zu untersuchen um heraus zu finden ob sie aktiv ist oder nicht und welche Gefahr sie für Christchurch darstellte. Während ich das tat, wurde eine ganz ähnliche Störung 50km weiter aktiv und hat die grässlichen Christchurcherdbeben verursacht. Das hat meiner Forschung gleich den Extrakick gegeben und das Gefühl, dass es wichtig ist, was ich da tue.
Nach drei Jahren war mein Studium beendet und zu dem Zeitpunkt gefiel es uns so gut, dass wir gerne dort geblieben sind. Mein Mann begann sein Doktorstudium (wieder drei Jahre). Während dieser drei Jahre bewarben wir uns auf ein Langzeitvisum, wurden aber wegen einer lappalie abgelehnt, die sich zwei Monate später erledigt hatte. Allerdings ging für absolut nichts ne Menge Geld drauf und die generelle Einstellung gegenüber nichtreichen Einwanderern und Sätze wie "Die nehmen uns die Arbeit weg. Die nehmen unsere Hebammen weg" haben dazu geführt, dass ich gar nicht mehr Bittsteller sein wollte. Dazu kam, dass wir inzwischen zwei Kinder hatten und mit denen fehlten die Großeltern plötzlich. Wir hatten keinen großen Freundeskreis. Tatsächlich traf ich meine Seelenverwandte ein Jahr vor Abreise, als schon alles beschlossen war. Und so ganz auf sich gestellt ist das einerseits schwer und andererseits einsam. Da helfen auch keine monatelangen Besuche alle zwei Jahre.
Mein Lieblingsort, ui - da habe ich viele, aber wenn ich mich unbedingt entscheiden muss dann Milford Sound und das wir die Bucht mit dem Kayak an einem sonnigen Tag (selten dort) erkundet haben. Die ganzen Adventure-ausflüge waren klasse und am schönsten ist natürlich die West Coast, welche dichten Regenwald hat. Rotorua und Gegend mit seinen Vulkanlandschaften hat aber auch was tolles.
Danke für deine Erfahrungen, das ist echt spannen und dein Berufsfeld passt sehr gut zu meinem Roman. ;D Aktuell habe ich keine Fragen, aber ich würde mich dann mal vertrauensvoll an dich wenden, wenn mir etwas einfällt. Der Roman ist ein Jugend-Fantasyroman und ich habe Neuseeland aus dem gleichen Grund wie du als Schauplatz ausgesucht, wegen der Plattentektonik, da ich Vulkanausbrüche und Erdbeben brauche. ;D (Das ist natürlich nur eine Ausrede, denn ich liebe Neuseeland abgöttisch, seit ich dort war und wollte schon lange mal ein Buch schreiben, das dort spielt.)
Ich muss gestehen, dass der Milford Sound mich gar nicht so begeistert hat, was vielleicht daran liegt, dass wir im Sommer dort waren (Dezember) und alles ausgetrocknet war. Dabei sollen ja die Wasserfälle an den Seiten so toll sein, aber die gab es bei uns halt nicht. Mich haben besonders Orte begeistert, die viele gar nicht so auf dem Schirm haben, glaube ich. Der Keppler Treck zum Beispiel, wo man lange durch Wald und Sumpf wandert und dann tritt man zwischen Bäumen hervor und steht plötzlich einfach so am Ufer eines riesigen Sees, mit hohen Bergen dahinter. Oder die Wanderung auf einen Berg (Name habe ich leider vergessen) von dessen Gipfel man ein geheimes, nur über einen versteckten Pfad erreichbares Tal mit einem See auf einem anderen Berg sehen konnte. Der Abel Tasman National Park ist zum Heulen schön und der Hooker Valley Track einzigartig. Eigentlich ist alles so toll, man kann sich gar nicht richtig festlegen. Und wir haben in den vier Wochen auch so unheimlich viel angeschaut.
Danke für Deine Einschätzungen und Berichte. Nach außen klingt das gesellschaftliche Miteinander der Kiwis und auch ihr Umgang mit Einwanderern ja sehr nach fair, sportlich, gemeinschaflich, freundlich, offen ... Vieles, was besser ist als bei uns. Aber ...
Ich werde immer zkeptisch, wenn die Spaßseite zu stark betont wird. Gibt es in NZ irgendwelchen lokalen Gruppen, die "bestimmen" ob man mtmachen darf oder nicht. Ich habe in Deutschlafn erlebt, dass es Orte gibt, in denen Du im Schützenverein sein musst, oder zu den Geschäftsleuten, der Kirche, dem Heimatverein um ein Bein auf die Erde zu bekommen.
Was würdest Du als die Schattenseite des Lebens dort betrachten, was vermisst man am schmerzlichsten, wo tut der Unterschied besonders weh?
Ich danke Dir für Deine Hilfsbereitschaft.
@Alana Es war einfach eine wunderschöne Tour und ein Traumtag, wo wirklich mal alles, wie auf dem Foto aussah. Ich habe ein Jahr später auch die Schiffsreise gemacht und die war eher langweilig. Aber im Kayak dadurch paddeln, auf einer Sandbank halten am unbewachsenen Ufer und kurz schwimmen gehen, das war toll. Aber du hast Recht, es gibt so vieles. Northland war toll mit seinen Kaurubäumen, Coromandel ist eine Schönheit für sich, die Glühwürmchenhöhlen, Hobbingen, Kaikoura hat für mich ganz spezielle Erinnerungen und dann eben Fjordland. Oh und ich liebe den Anblick der Marlborough Sounds, diese dunkelgrünen hohen Inseln in der Bucht sind einfach malerisch.
Auf die Tracks (Big 8) bin ich nun wieder neidisch. Da bin ich nie zu gekommen und als ich Zeit hatte, hatte ich immer irgendwie ein Baby auf dem Arm. Das und Bungeejumping fehlt mir gänzlich in den typischen Neuseelanderfahrungen
@Ginger Ja, generell ist der Umgang schon recht offen. Es wird sich eben beschwert, meistens über die Chinesen, weil sie nur klüngeln und nicht mal englisch können oder über die Maori, weil sie zu viel "geschenkt" bekommen.
Aber solche Orte wie du meinst, habe ich nicht mitbekommen. Das mag aber auch in anderen Städten wieder anders sein. Christchurch ist schon relativ klein, obwohl es die drittgrößte Stadt ist. Und nach den Erdbeben herrschte da eine unglaubliche hohe Menge an Solidarität. Das hat man halt zusammen überlebt.
Es gibt soweit ich weiß gewisse Jobs oder Sachen, in die man nicht reinkommt, wenn man keine Verbindungen zu den Maori hat. Da sind die Iwis (einzelnen Stämme) so ein bisschen abgekapselt und verteilen das untereinander. Ich hatte damit aber sehr wenig Berührungsängste.
Schattenseiten: Nun, Diebstahl ist relativ verbreitet. Es wird häufig eingebrochen. Mir wurden in der Zeit zwei Fahrräder vom Grundstück und angeschlossen gestohlen. Die Polizei nimmt meistens alles auf und dann kriegt man drei Wochen später den Bescheid, dass sie zu viel zu tun haben und es archiviert wird. Die stecken ihre Gelder lieber in Schnellfahrer abkassieren, das bringt nämlich Geld. Angeblich gibt es auch Banden und gewisse Straßen, wo man nicht hin sollte, aber auch die sind mir nicht bekannt gewesen. Ich habe angeblich in einem na ja, unteren aber nicht ganz unten, Viertel gelebt und das war voll okay.
Die andere Schattenseite ist, die absolut fehlende Isolation in den Gebäuden. Wenn das keine absolute Neubaut ist, dann hast du ein ganzjähriges Schimmelproblem und ein kostenintensives Heizproblem. Man geht durchaus im Winter in Jacke in die Küche um schnell was aufzuwärmen. Von Zentralheizung keine Spur.
Was tut besonders weh? Der Gemüsepreis! Überhaupt Preise - Neuseeland ist sehr auf lokale Produktion bedacht, weshalb sie Großhersteller wie Ikea nicht reinlassen. Dadurch fehlt aber komplett der Wettbewerb und die Preise sind schon heftig. Selbst wenn man das simpelste Bett kaufen will, kommt man unter 700€ nicht raus. Um zurück auf das Gemüse zu kommen: In Neuseeland sind Fleisch (Viehzucht) und Snacks relativ billig, aber gesunde Sachen ziemlich teuer und damit meine ich, dass eine einzelne Paprika 2€ kostet, wenn sie im Angebot sind! Dementsprechend gibt es dort auch ein Übergewichtsproblem.
Zu guter Letzt, ist die Politik in Neuseeland nicht die beste. Zur Zeit wird zum Beispiel über eine neue Flagge abgestimmt, bevor abgestimmt wird, ob überhaupt eine neue gewollt wird und das obwohl zumindest ein lautstarker Teil der Bevölkerung vehement dagegen ist und versucht irgendwie den Prozess wenigstens sinnvoller zu gestalten, aber nicht drauf eingegangen wird. Verschwörungstheoretiker behaupten die Flaggendebatte ist 1. ein Eitelkeitsprojekt des Premiers, damit er sagen kann, die wurde in seiner Zeit geändert und 2. Ablenkung von TTIP, die gänzlich totgeschwiegen sind. Da gab es zum Beispiel letzte Woche den größten Protest, den Neuseeland je gesehen hat und der Premier behauptete, es wäre ja lediglich eine gemietete Menge gewesen. Also irgendwie hat man das Gefühl, dass Politik und Bevölkerung sich nicht decken. Zudem werden eben Konzerne unterstützt, während Kinderarmut ein Problem ist und die tertiäre Bildung langsam den Bach runter geht. Die meisten Studenten gehen nach ihrem Abschluss nach Australien, weil man da einfach hinkommt und viel besser verdient.
So ich hoffe, das war negativ genug ;)
Wie ist das denn generell mit Kriminalität so? Also Touristen gegenüber? Da steht zb. im Reiseführer, dass Neuseeland auch keine Insel der Seeligen ist und man zb. nicht sein Zeugs im Auto lassen soll. Aber gar nicht so einfach, wenn man als Tourist von A nach C will und dann bei B was anschauen möchte. Ich kann ja meinen KOffer schwer zum Sightseeing mitnehmen, oder?
Und wie ist das mit streunenden Tieren? Respektive Hunden? Ich habe gelesen, dass es da durchaus ein Problem mit verwilderten Tieren gibt. Und ich habe eine ziemliche Hunde-Phobie.
lg, A.
@Antigone Kriminalität Touristen gegenüber würde ich das genauso nehmen, wie es im Reiseführer steht: Es ist keine Insel der Seeligen, aber es ist auch nicht schlimmer als man es hier gewohnt ist. Ja, Touristen sind überall ein einfaches Ziel und es gibt Leute, die nach denen Ausschau halten. Das mit dem Auto habe ich gehört, da wird empfohlen, Autos auf einem öffentlichen Parkplatz abzustellen, der gut besucht ist und nicht irgendwo an der Straße. mir wurde noch nichts aus dem Auto geklaut und ich habe einmal eine getroffen, der das geschehen ist und die hatte etwas abseits geparkt. Was aber ein bisschen unwohl ist, ist die Tatsache, dass Türen nicht ins Schloss fallen. Man muss sie schon von innen verriegeln, wenn sie zu sein sollen. In Hotels is das natürlich nicht der Fall. In Motels aber durchaus. Ich habe mich teilweise zu Hause unwohl gefühlt, wenn man nachts was gehört hatte, aber ich bin da eh so ein bisschen paranoid.
Im Studentenviertel gab es regelmäßig Berichte über Einbrüche. Gerade Laptops vom Fenster weg, sind sehr beliebt.
Ein Problem mit wilden Hunden gibt es nicht. Es gibt sicher den ein oder anderen Streuner, aber keine gefährlichen wilden Hunde. Problematischer sind die Katzen, Mader, und andere kleinen Räuber, die die Vogelpopulation ausrotten. Aber für den Menschen ist das gefährlichste Tier in Neuseeland der Kea, weil er mit Vorliebe am Gummi deines Autos (Reifen, Abdichtungen) herum knabbert, während du im Arthur's Pass Mittag isst ;)
@Maubel Danke, es darf ruhig negativ sein. Es liegen konkrete Auswanderungspläne vor, und ich ich bilde mir gerne eine eigene Meinung aus dem goldenen Schnitt zwischen Hochglanzprospekten auf der einen Seite und sogenannten Verschwörungstheorien auf der anderen Seite.
Es klingt mir alles so toll, und ich werde unwillkührlich an das Lied der Auswanderer aus "Feivel-der Mauswanderer" erinnert: "Es gibt keine Katzen in Amerika ..."
Mein Partner hat zwar einen der in NZ gesuchten Jobs im medizinischen Bereich und mit dem Englisch klappt es auch, nur so ganz jung sind wir auch nicht mehr und ich frage mich manchmal, ob es Geld- und Kraftaufwand am Ende wert sind und ich dort glücklich werde.
Die Sache mit dem Heizen und dem Schimmel kapiere ich total nicht. also ich habe davon öfter schon gehört, kann es aber in meinen Kopf nicht reinbekommen, das Menschen so leben. Ich friere sehr schnell. Betrifft das alle Regionen? Ich stelle mir naiv vor, man kauft sich einen Kaminofen, heizt nett mit Holz in den kritischen Wochen und hat es muckelig warm. Also feuchte Kälte könnte ich garnicht ab und auch mein Liebster würde da Probleme mit den gelenken bekommen.
@Ginger Ich hatte deinem Partner ja glaube ich schon mal ganz detailliert über den Einwanderungsprozess geschrieben per PN. Generell muss ich sagen, ja es ist teuer, es ist frustrierend und es ist Kräfte zehrend. Mein Tip ist immer schon bereits einen Job in Neuseeland zu haben, also fleißig bewerben. Dann geht alles viel einfacher und sie legen dir nicht hunderte Steine in den Weg um dich doch noch weg zu bekommen. Unter anderem muss jede Beziehung im Familienantrag ganz detailliert als stabil nachgewiesen werden. Da müssen Freunde, die natürlich am besten Anwälte oder Ärzte, also was richtig offizielles, sind, Briefe schreiben. Fotos müssen eingereicht werden, jeder Schnipsel, der zeigt, dass ihr langfristig zusammen bleibt.
Die Sache mit der Isolation ist einfach der Baustil. Mittlerweile werden die Häuser auch mit Isolation und Doppelverglasung gebaut, aber die meisten wohnen nicht in diesen Häusern. Also am besten sucht ihr nach einem Neubau, baut selber oder ein Apartment in der Innenstadt. Mieten ist generell verpönt. Das heißt, solange man das macht, lebt man noch auf Gunst anderer. Und da kommt dann auch die Vermieterin dreimal jährlich vorbei und guckt ob der Rasen geschnitten wurde, aufgeräumt ist etc. Ich fand das nervig. Der normale Neuseeländer kauft sich ein Haus, sobald er den ersten festen Job hat, auf Kredit natürlich ::)
Ein Kaminofen heizt schön, aber häufig nur einen Raum. Außerdem sind Brennöfen mittlerweile in Christchurch z.B. verboten - da sich der Smog im Winter negativ auf die Gesundheit und Asthmaentwicklung ausgeprägt hat. Das liegt aber auch an Christchurchs Lage, dass das nicht abgezogen ist. Wir hatten nach dem ersten Umzug endlich eine Luftpumpe, die bläst dann warme aber leider auch trockene Luft ins Haus. In kleinen Zimmern musste dann aber doch was anderes her und man lebt tatsächlich damit, dass es im Bett eben kalt ist - und man vor dem schlafen gehen, die elektrische Decke anmacht. Mit dem Schimmel kommt es sicher auch auf den Ort an. Christchurch hatte einen sehr hohen Grundwasserstand, weshalb es zum Beispiel keine Keller gibt. Man muss aber tatsächlich stundenlang lüften um die Feuchtigkeit raus zu kriegen.
@Maubel *seufz*
Ja, Du hattest an
@Herr Hazel schon geschrieben. Das mit dem den Nachweisen über die Partnerchaft ging mir da schon beim ersten Lesen mächtig auf den Keks. Nicht, das sich nicht alles irgendwie nachweisen lässt, solange es Papier gibt, aber ich habe schon genug mit Ämtern erlebt und ich hasse es, wenn es zu sehr ins Private geht.
Nach der ersten Auswanderungs-Euphorie kommt jetzt der Frust - also bei mir jedenfalls. Warten wir also ab, was in Phase 3 dann passiert, wenn sich der Konsenz bildet. Leider nicht so cool, das wir nicht die Mittel haben, mal eben selbst zu gucken für eine Zeit.
Gut, für den Moment lasse ich Dich mit Fragen in Ruhe Du hast mir jedenfalls sehr geholfen :)
@Ginger Es ist ein schönes Land und ihr werdet euch da sicher wohl fühlen, aber der Einwanderungsprozess ist wirklich ätzend. Uns hat er dazu getrieben nach der ersten Absage zu sagen: Na dann eben nicht. Wir haben's nicht nötig. Schließlich ist Deutschland kein Dritte-Welt Land.
Generell ist Auswandern aber immer etwas anderes als Leben und obwohl Neuseeland wunderschön ist und ganz toll ist, ist das Leben auch da nicht gänzlich unproblematisch. Manches ist in Deutschland besser, manches in Neuseeland und manches ganz woanders ^^
Darf ich fragen, wo es euch denn ungefähr hinzieht?
@Maubel ZitatDarf ich fragen, wo es euch denn ungefähr hinzieht?
Klar ... Ich gebe mal ein paar Idealfaktoren an, mir ist bewußt, dass der entsprechende Planet noch nicht entdeckt wurde 8)
# Relativ unabhängiges Land. Politisch außerhalb der Achse USA - Europa. Da, wo die Verschwörer noch nicht ganz so ihr Interesse hingelenkt haben, lol.
# Weniger starres, bürgerliches Denken als hier - Lifestyle cooler, kein bürgerlicher Dünkel.
# Unkompliziertes Leben möglich, nicht alles geregelt, ausgeschildert, eingezäunt. Freiraum für Lebensgestaltung
# Mobiles Wohnen optional möglich
# Am Wasser leben, am liebsten in einer Blockhütte mit Kamin, in einem Fjord, nahe einer Kleinstadt aber Alleinlage - mit viel Sonnentagen. Norwegen im Süden oder so ...
# Mehr Zukunftschancen für die Kinder
# Tja, das Wetter - stabilere, wärmere Klimalage, nicht über Monate feuchtkalt und dauernd nur Wind.
Ostsee, Schleswig-Holstein hat jetzt über mehrere Jahre gefühlt mit zu viel Regen und Wind und Kälte aufgewartet. Vor allem ständige Wechsel zwischen Hoch- und Tiefdruck machen mich verrückt, die nehme ich leider "ganzheitlich" mit.
# Englisch als Hauptsprache.
Na, ich denke, Herr Hazel hat sicher noch zusätzliche Ambitionen - das waren meine Kernpunkte.
Hallo, an alle Interessierten.
Meine Tochter ist z.Zt in Neuseeland und schreibt liebevoll an einem Blog darüber. Wer Interesse hat, mal darin herumzulesen (und ihr die Freude eines Kommentars zu machen ;)), kann sie auf Facebook unter dem Namen Katharina Korfhage nach dem Link, bzw. der Zulassungs PIN fragen. Manche werden sie vielleicht schon kennen, denn ich habe sie zweimal schon zum BuConmitgebracht.
@ Ginger
In NZ regnet es im Durchschnitt ebensoviel, wie in Großbritannien!
Super Thread, danke Maubel!
Nach meinem Abschluss habe ich vor, nach Neuseeland (und/oder Australien) zu reisen. Entweder mit Work&Travel oder per Wwoofing. Daher habe ich mit der Zeit bestimmt noch die ein oder andere Frage, aber ich fange einfach mal an. ;D
Zum einen habe ich mal irgendwo gehört, dass es an vielen Universitäten Kurse für Te Reo Māori angeboten werden - kostenlos, um die Sprache zu erhalten. Weißt du etwas darüber? (Mit der Sprache, ihrem Aufbau und der Aussprache habe ich mich schon mal im Groben beschäftigt und würde sie wahnsinnig gerne lernen, weil sie wirklich schön ist).
Wie hast du die Neuseeländer erlebt? Von Gastfreundschaft und Freundlichkeit hört man ja oft. Aber wie sieht es sonst mit der Mentalität aus? Von Australiern habe ich gehört, dass sie oft recht oberflächlich sind und man sich wirklich sehr nahe stehen muss, um über ernstere Themen zu sprechen. Fürs Philosophieren haben sie - laut einiger Berichte - nicht viel übrig. Also sind zwar viele nette Bekanntschaften möglich, aber wenig Tiefgehendes. Wie sehen deine Erfahrungen dazu aus? (Ausnahmen gibt es natürlich immer, jeder Mensch ist anders).
Gibt es Fettnäpfchen, in die man als Deutscher leicht tappen kann? Ob nun durch andere Verhaltensnormen oder sonstige Stolpersteine?
Und noch eine persönliche Frage: Hast du ein eigenes Highlight? Etwas, das man auf jeden Fall gesehen oder gemacht haben muss? Ein Ort, der dich besonders berührt oder beeindruckt hat?
Super vielen Dank für den Thread und deine Mühe! :)
@Siara Oh das wird sicher eine tolle Erfahrung für dich. Und ein Jahr ist gerade mal ausreichend ;)
Zu deinen Fragen:
Te Reo - ich muss ehrlich sagen, dass ich daran recht wenig Interesse hatte. Es gibt einige Wörter, die im normalen Sprachgebrauch Verwendung finden und in Kindergärten und Schulen achten sie sehr darauf, dass das auch unterrichtet wird, aber die meisten Europäischen Neuseeländer können es nicht wirklich gut. Von einem kostenlosen Kurs habe ich ehrlich gesagt noch nicht gehört. Wäre auch überraschend, da Unis verdammt teuer sind, gerade für Ausländer, aber das heißt gar nichts. Das kann gut sein, aber ich weiß leider nix drüber, vielleicht mal googlen.
Die Neuseeländer: Sind auf alle Fälle ganz anders als die Australier. Wenn du es dir mit einem Kiwi verscherzen willst, verwechseln ihn mit einem Australier. Beide Nationen pflegen eine ausgeprägte Rivalität miteinander, wobei Neuseeländer natürlich besser sind ;) Wenn es gegen den Rest der Welt gehen, sind sie aber die besten Freunde - also nur die beiden dürfen sich gegenseitig kritisieren ;D
Aber ja, Neuseeländer sind sehr freundlich und ich habe sie als sehr interessiert wahr genommen. Die wollen ganz genau wissen, wo du herkommst und wie das so in Europa ist. Viele von ihnen machen irgendwann in ihren 20ern eine OE (Overseas Experience), was häufig das einzige Mal in ihren Leben ist, dass sie außer nach Australien (und auch das sind 3 Flugstunden) in andere Länder kommen. Sie sind halt doch sehr isoliert.
Die jungen Leute feiern viel und trinken sehr viel und da ist man auch immer eingeladen. Man kann auch schnell über ernste Themen reden, da sind sie eher wie die Briten oder besser noch Kanadier - während die Australier mehr den US-Amerikanern ähneln. Also ich würde die fünf so anordnen in Bezug auf Oberflächlichkeit und übermäßiger Freundlichkeit US - Aus - NZ - Can - UK ;) Aber ja, ich habe sehr gute Freunde dort gefunden, wenn auch zu spät :-\ und unserer älterer Nachbar war im Grunde ein Opaersatz für die Jungs.
Stolpersteine oh - sprachlich gibt es auf jeden Fall einige. Dairy ist ein Esskiosk und nicht nur Milchprodukt, Ney yeah bedeutet eher nein und sweet as hat nix mit einem süßen Hintern zu tun, sondern ist das neuseeländische Okay, alles klar, mache ich, finde ich toll, ist genial... Das geht aber echt so ein bisschen hyperbolisch wie "Wir haben heute Eier gekauft." *begeistert* "Sweet as", ja total toll. Ansonsten kann man selbst kleinste Beträge mit Karte zahlen und ich glaube richtige Stolpersteine außer den Vergleich mit den Australiern gibt es bei den Maori. Ich kenne mich wiederum nicht super damit aus, aber da darf man wohl nicht ohne Einladung vorbei kommen und gewisse Sachen nicht machen. Vor allem darfst du ihr geschütztes Land nicht betreten ohne Erlaubnis. Da müsstest du dich vor einem Ausflug ins Maoridorf aber noch mal schlau machen.
Argh, ich habe so viele, aber definitiv all die Abenteuersachen. Ich habe kurz vor Abreise noch alles nachgeholt, was mir gefehlt hat mit einem Ausflug auf der Nordinsel und Höhlen erforschen, Am Seil durch den Wald fliegen, durch Stromschnellen raften, in Plastikbällen Hügel runter rollen oder auf dem Meer im Kayak sitzen waren definitiv meine Highlights. Ansonsten ist die Flora und Fauna einfach was ganz anderes durch die Isolation. Definitiv muss man einmal in die Westküste. So wie dort, sah es früher überall aus in Neuseeland, bevor die Maori mit dem Abbrennen und Ausrotten anfingen und die Europäer das Werk vollendet haben ::)
:wache!: Ich hab das Thema mal verschoben, weil ich finde, im Off Topic geht es irgendwann einfach unter.
Danke dir :)
Zitat von: canis lupus niger am 09. Februar 2016, 14:08:46
Meine Tochter ist z.Zt in Neuseeland und schreibt liebevoll an einem Blog darüber.
Da schleiche ich jetzt seit Tagen drumherum ... danke für das tolle Angebot!
Und auch dir, Maubel, danke! Vor allem, dass du auch so offen über die "Schattenseiten", bzw. über die Normalitäten des Alltags sprichst. Mit der Jacke im Haus rumlaufen, das geht ja noch, aber Schimmel? Wäh! Eine Freundin war für ein Jahr in Nicaragua und ich fand ihre Schilderungen über verschimmelnde Rucksäcke im Schrank grauselig.
Irgendwann steht die große Neuseelandreise natürlich auch bei mir auf dem Programm. Manchmal bereue ich es total, dass ich mich bei Geologie wieder exmatrikuliert habe. Mein Traum war da ja immer Island, weil ich mich mit Vulkanologie und Glaziologie beschäftigen wollte. Neuseeland ist in der Hinsicht natürlich mit im Rennen. ;) Ein bisschen weckt deine Erzählung da die alte Liebe in mir. Ich glaube, ich muss mal ein paar Sachbücher abstauben und endlich ganz lesen.
Aber ich schweife ab. Eigentlich wollte ich fragen, ob du ein oder zwei Bücher über Neuseeland empfehlen kannst (auch englischsprachige), die sich mit Land und Leuten beschäftigen. Gerne auch Reiseführer - die meisten glänzen ja leider damit, zur Hälfte aus Ess- und Shoppingtipps zu bestehen, das interessiert mich weniger als das Alltagsleben in verschiedenen Regionen.
Und natürlich die große Preisfrage: Gibt es dort anständige Schokolade (dunkel) und anständiges Brot? Zumindest von der Schokolade dürfte man wohl ein bisschen was verpackt einführen, aber Brot ...
Ja, Sachen sind auch einige verschimmelt leider. War unschön.
Oh, Island ist auch noch ein Traum. Ich hätte damals im Bachelor fast ein 8-Wochen Praktikum da bekommen, aber dann hat der nicht mehr zurück geschrieben und ich musste stattdessen in die Schweiz gehen. Vulkanologie habe ich dann in Neuseeland endlich nachholen können. Aus Glaziologie haben sie mich rausgenommen, weil das fünf Kurse in einem Halbjahr gewesen wären und sie lieber nur vier vergeben wollen. Rückblickend hätte ich lieber 5 - 3 gemacht. Habe mir dafür die Glaziologieausgabe vom GNS besorgt.
Leider leider habe ich selber nie ein Buch über Neuseeland gelesen, außer selber einen Reiseführer. Der Herr der Ringe Guide für Neuseeland ist natürlich ein etwas anderer Reiseführer, hat aber auch eher weniger über Land und Leute. Ich würde da mal auf Amazon schauen. Es gibt bestimmt auch Reiseberichte, statt Reiseführer.
Preisfrage: Ui, ui, also anständiges Brot? Nein, wir haben angefangen uns unseren Sauerteig anzusetzen. Eine Sorte hatten wir zum Schluss gefunden, die hatte wenigstens Roggenmehl. Schokolade, hmm, ich habe mir immer ein Care-Paket schicken lassen, weil ich Kinderschoki mag, aber ja, sie haben Cadbury's und Whittakers (und Willi Wonkas) und die ist eigentlich schon lecker. Hin und wieder bringen sie auch echt lustige Sorten raus - gut das eine Mal schmeckte sie wie Waschmittel ;) Was sie überhaupt nicht haben sind gute Gummibärchen und ein Bonbonsortiment. Ich hatte ernsthaft überlegt diese Marktlücke auszunutzen :dollars:, genauso wie preiswerte Blumensträuße.
Zitat von: Ginger am 09. Februar 2016, 13:51:19Norwegen im Süden oder so ...
Mir fallen spontan Mauritius und Namibia ein. Klar, die namibische Küste ist nicht soooo zerklüftet, aber wunderschön - nur nicht zu weit in den Norden gehen, die Skelettküste liegt unter einem ständigen grauen Vorhang - aber da ist auch nix und niemand weit und breit, außer einem gigantischen, miefenden Haufen Robben. Wenn das Meer nicht so sehr euer Wunsch wäre, eine Farm in Namibia könnte etwas für euch sein. Ich hatte ja das Vergnügen, mir da eine Farm anzusehen, die quasi aus zwei Farmen besteht: Einer in der Ebene: Savanne, Sträucher, Wildtiere, trockene Hitze, Omajovapilze (schleck!). Und ein paar Minuten den Hang hoch, lag das zweite Haus: Mehr Regen, Kaffeeplantagenfeeling, Papayas aus dem Garten. Man kommt gut in die nächste Kleinstadt, Namibia entwickelt sich und ist politisch ziemlich stabil und auf seinem Land kann man so ziemlich machen, was man möchte - allerdings sollte man gerne Fleisch essen oder begeisterter Gärtner sein. Ich habe 5 oder 6 Kilo abgenommen, weil es ständig riesige Schnitzel und einen Salatfetzen dazu gab. Und da ich kein schwer schaffender Farmarbeiter bin, konnte ich es irgendwann nicht mehr sehen. Aber gut schmeckt's. Viel besser, als irgendein Mastviech jemals schmecken kann.
Aber ich schweige ab (... "schweife" ab. Schweigen wäre ja mal schön, nicht?), wir sollten mal einen allgemeinen Auswander- und Sehnsuchtstherad im OT-Bereich starten.
Danke für die Infos, Maubel! Nach Reiseführern hatte ich schon geschaut und auf Amazon und in der Bib wahnsinnig viel gefunden und oft halt nur die üblichen Sachen, mit Restaurantempfehlungen, den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Co. Da muss ich mich mal in Ruhe mit befassen.
In Sachen Süßigkeiten klingt das für mich, als könnte ich da zwei Monate zum Abspecken hinfahren - der Dosengeschmack von Hersheys oder wie die heißen, liegt mir noch schwer auf der Zunge.
Oh warte ab, bis du die vielen Fudgesorten kostest oder zum Mittag eben schnell einen Pie to go mitnimmst. Also wir haben genug Süßes drüben gegessen, nur keine Gummitiere, die schmecken irgendwie "chemisch" und sehr süß.