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Unterwegs auf Vehikel, das halbe Schallgeschwindigkeit macht - Öh?

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KaPunkt:
Moin!
Um eine ganze Menge Physik mogele ich mich ja gerade herum, weil ich Space FANTASY schreibe, aber manches muss halt einfach passen.
Also, Schauplatz ist ein planetarer Aufzug. Ich war so frei, zu behaupten, dass dieser Aufzug ziemlich schnell unterwegs ist, um die Reisezeit zwischen Station und Planetenoberfläche auf 2-3 Tage zu begrenzen. Dafür muss das Ding etwa mit halber Schallgeschwindigkeit unterwegs sein. (ca. 600km/h)
Jetzt haben meine Helden den grandiosen Plan gefasst, diesen Aufzug während seiner Fahrt zu überfallen.
Die Idee ist, mit ihrem Raumschiff (auch fähig zu Atmosphärenflug) auf der Aufzugkapsel zu landen, die Hülle der Kapsel aufzuschweißen und rein zu hopsen.
Yay! Bad Ass!
Öhhh.
Geht das?

Grundsätzlich landen sie auf einer fallenden Masse. Auf was muss ich achten?

Die Kapsel sollte den größten Teil des Fahrtwinds abhalten, oder? Oder gibt das Verwirbelungen?
Die Kapsel hat ungefähr die Größe eines kleinen Containerschiffes. Das landende Raumschiff ist eher im Bereich 30m Länge unterwegs, also deutlich kleiner. Könnte das Raumschiff einen ruhigen Fleck finden?
Schwerkraft sollte kein Problem sein? Sie können den Überfall so timen, dass die Kapsel bereits sicher in der Gravitation des Planeten hängt?
Ich denke, das Gewicht des Schiffs sollte auf das Gleichgewicht der Kapsel keinen Einfluß haben? Sie könnte im Zweifel nah am Mittelpunkt landen?
Oder im schlimmsten Fall leicht gegensteuern? (Ich schätze, Klauen um sich an der Kapsel fest zu verankern, kann ich dem Schiff noch spendieren?)

Liebe Grüße,
KaPunkt

Mondfräulein:
Ich habe eigentlich echt keinen Plan, aber mir kam diese Erklärung in den Sinn, die ich dir als physikalisch völlig ungebildeter Mensch abkaufen würde: Wichtig ist, mit welcher Geschwindigkeit sie von welcher Richtung an die Kapsel andocken. Die Geschwindigkeit beider Fahrzeuge sollte ziemlich ähnlich sein. Trotzdem kann es sein, dass sie, wenn sie zum Beispiel im rechten Winkel (Fahrstuhl vertikal, Raumschiff kommt von horizontal dazu) den Fahrstuhl zum Schwanken bringen. Deshalb kommen sie mit ihrem Raumschiff ebenfalls von oben und passen auf, dass sie beim Aufprall wenn dann nur geringfügig schneller sind. Einen möglichen Ruck gibt es dann nur nach unten, die Richtung, in die sich das Gefährt sowieso schon bewegt. Dadurch, dass beide Fahrzeuge eine ähnliche Geschwindigkeit haben, wird nicht zum Beispiel eines auf einmal stark abgebremst.

Ich habe keine Ahnung, ob das so Sinn macht, aber wenn ich das lesen würde, würde ich dir das abkaufen und denken ja, das macht total Sinn, das ist echt durchdacht. Das mit dem Luftwiderstand ist auch so eine Sache, aber da könntest du entweder sagen, dass sie weit genug oben sind, dass das keine Rolle spielt, oder dass sie oben auf der Kapsel landen. Da ist die Frage, ob sie sich vielleicht am Raumschiff festsaugen, denn bei so hohen Geschwindigkeiten sollte der Luftwiderstand selbst bei niedrigem Luftdruck nicht ohne sein. Raumschiffe können darauf ausgelegt sein, Menschen haben bestimmt Schwierigkeiten.

Wildfee:
Eigentlich habe ich keine Ahnung, aber ich werfe einfach mal das hier in den Raum:
https://rechneronline.de/g-beschleunigung/

Ich bin mir nicht sicher, ob das mit den Beschleunigungskräften so hinhaut. Ich nehme an, dass du beim Andocken darauf achtest, dass da eine Luftschleuse integriert ist bzw. dein Raumschiff sich an die Kapsel ansaugt?

Barra:
Hi.

Hab neulich mit dem Mini-Ork die Sendung mit der Maus geschaut. Wusstet ihr, dass die ISS-Station "nur" 400 Kilometer von der Erde entfernt ist?
Will damit sagen: Ich glaube nicht, dass du 3 Tage mit dem Aufzug bräuchtest.

--- Zitat ---Im vergangenen Jahr hat dabei der Climber vom Team der TU eine Beschleunigung von unglaublichen 0,7 sec (von 0 auf 100 km/h) erreicht. Ein solcher Weltraumaufzug wäre bei einer Geschwindigkeit von 200 km/h in zwei Wochen im Orbit, in 80.000 km Entfernung angekommen. Zum Vergleich – die ISS schwebt in einer Höhe von 400km um die Erde und dieser Climber hätte sie bereits nach 2h passiert… !
--- Ende Zitat ---
Vestner Nur mal als Vergleich, ob 200km/h in die Höhe an einem Seil erstrebenswert sind, ist eine andere Frage. Und wenn du sogar auf 600km/h gehen willst, lohnt sich der Überfall gar nicht. Bis die angedockt haben und sich ein Loch in den "Container" geschweißt haben, sind sie schon gefangen genommen.

Zurück zur Sendung mit der Maus. Da ging es darum, dass die Astronauten ja in der Schwerelosigkeit sind. Oder doch nicht? Richtig, wenn man es genau nimmt: Fallen sie die ganze Zeit, aufgrund der Nähe zur Erde. Wie du ja auch schon geschrieben hast, wird das durchaus für Probleme sorgen. Da das angedockt Schiff nicht ohne Klammern (mMn) auskommen wird.

An der Stelle würde ich mich als Leserin auch fragen: Welche Sicherheitsvorkehrungen und Abwehrmechanismen hat denn der Betreiber des Aufzugs für seine wertvolle Fracht und seine Gäste? Die Klammern könnten ja auch das Schiff nach dem Überfall festhalten. Ein magnetisches Störfeld, das überfallende Schiff "klebt" fest wie ein am Fliegenfänger. Der Aufzug wird gestoppt/ zurückgeholt - plötzlich in die andere Richtung zwingt die Räuber vielleicht zu einer neuen Handlung, weil sie unter einem bestimmten Wert nicht mehr "in die Luft" kommen mit ihrem Schiff.

Ich würde keine horizontale Annäherung versuchen bei den Geschwindigkeiten. Und auch nicht von vorn, wir wissen ja: Ein Reh was auf ein Auto mit 100km/h schmettert, verfielfacht sein Körpergewicht beim Aufprall. Auch wenn das annähernde Raumschiff kleiner ist: Rumms.
(Warte, fährt der Aufzug grad runter oder rauf?)
Ich würde es tatsächlich von hinten versuchen. Also hinterherfliegen, aufholen und hoffen, dass meine Enterhaken/Klammern mich dann mitziehen. Trotzdem ist da noch immer das Problem der Geschwindigkeit und des "Fallens". Jedes Stück Fracht und jeder Mensch müsste angeschnallt sein, bei solchen Manövern und könnte nicht 'Freestyle' rumschweißen und mal eben rein-raus klettern. Da würde ich dann entweder auf vollautomatische Vorrichtungen setzen oder auf Exoskelette.

Bestünde die Möglichkeit den Coup umzudrehen? Also eine Person IM Aufzug zu positionieren, die auf Höhe X der Aufzugfahrt loslegt? Schnappt was benötigt wird, die "Rettungskapsel" nimmt und sich abstösst vom Aufzug - statt sich umständlich ranzufliegen und aufzuschweißen? Ist aber auch nur ein Vorschlag, weil natürlich son Überfall viel cooler und actionreicher ist. Ansonsten vielleicht gleich mal die Student*innen einer TU anhauen - vielleicht hat ja eine*r Lust sich mit so einem Gedankenspiel zu beschäftigen. So von wegen Anflugs-Vektor und "Krallen".

Egal wie. Ich wünsch dir gutes Gelingen, ich find die Ideen um Orbitaufzüge allein schon toll, aber "Zug-Überfall" dazu ist voll Spacewestern meets Speed.  :rofl:
Hau rein, hab Spaß. Viel Erfolg.

Barra

Solmorn:
Juhu!
Da kann ich ja wieder mal den Physiknerd rausholen. ;D

Mir fällt gerade vor allem das Problem mit der Massenträgheit ein. Bei einer Geschwindigkeit von 600 km/h müssten sowohl die Insassen des Fahrstuhls als auch des verfolgenden Raumschiffs schreiend an der Decke kleben. Für den Fahrstuhl lässt es sich mit allmählicher Beschleunigung lösen, das verfolgende Raumschiff müsste seine Beschleunigung dafür sehr gut timen, sonst erleiden die Helden ernsthafte Verletzungen. Weil auch ein Sicherheitsgurt ist unschön, wenn er sich mit 600 Klamotten in deinen Körper einarbeitet.
Daraus ergibt sich auch das von Barra angesprochene Problem, vom Raumschiff in den Fahrstuhl zu wechseln. Wenn die Helden auf der Oberseite andocken (was die ungefährlichste Variante wäre), müssen sie ja vom Dach zum Boden springen, also nach unten, während besagter Boden sich mit 600 Klamotten nach unten wegbewegt... sie bräuchten also entweder eine Art Hebebühne am Raumschiff, oder müssten sich per Magnetanzug o.ä. am Fahrstuhl festsaugen und reinkriechen.

Wenn du magst, kann ich das ganze Szenario mal mit zu meiner Familie nehmen, die sind alle Fachleute in Physik und außerdem schlimme Nerds, da kommt sicher einiges an Input zusammen. :)

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