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Autor Thema: Isunaro Ankorai, der Mondfalke  (Gelesen 1403 mal)

Offline Cairiel

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Isunaro Ankorai, der Mondfalke
« am: 26. Januar 2020, 08:38:57 »
Guten Tag allerseits!

Ich arbeite derzeit an der Vorgeschichte meines Projekts „Phönix“ aus dem NaNo18. In der Vorgeschichte geht es um die verstorbenen Eltern meines Protagonisten. Ihre Geschichte wird von ihrer Kindheit bis zu ihrem frühen Tod erzählt. Eigentlich wollte ich es 50/50 schreiben, doch während Karmelies Leben gespickt ist mit Konflikten, Problemen und Schwierigkeiten, sprich, jedes Schreiberherz höher schlagen lässt, läuft es für Isunaro zu gut. Aus seiner Sicht könnte ich bislang nur Alltag, Alltag, Alltag schreiben, ohne wirklich Spannung oder Drama einbringen zu können. Ich hoffe, dass ich ihm bei einem Interview ein paar interessante Details aus seinem Leben entlocken kann, die seinen Part aufpeppen.

Ein paar Worte zur Welt: Mittelalterlich mit ein paar Innovationen (vor allem militärisch) basierend auf der stromartigen, magischen Energiequelle Kelexia. Es gibt Magier („Xian“), die das militärische Herzstück eines jeden Stadtstaates bilden und in vier Kategorien eingeteilt werden. Isunaro ist ein Xian der Nacht, also ein heißbegehrter offensiver Kampfmagier. Die Stadtstaaten leben im Dauerkonflikt miteinander.

Jetzt aber Vorhang auf für Isunaro Ankorai, den Mondfalken:

Ein Mann etwa Anfang 30 betritt die Bühne. Sein schwarzes Haar ist notdürftig zu einem Knoten gebändigt, er trägt eine Art Yukata. Auf seiner hellen Haut sticht der Obsidian besonders ins Auge, den er an einer Kette um den Hals trägt. Er verharrt kurz, der Blick aus seinen blauen Augen scheint den Raum einmal zu scannen, ehe ein warmes Lächeln sein Gesicht zum Strahlen bringt und er sich verbeugt.
„Guten Tag, mein Name ist Isunaro Ankorai aus Shakya! Ich habe gehört, hier gibt es Fragen an mich?“

FeeamPC

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Re: Isunaro Ankorai, der Mondfalke
« Antwort #1 am: 26. Januar 2020, 14:47:13 »
Meinen Gruß, verehrter Herr Isunaro Ankorai! Vezeiht, wenn ich Euch mit meinen laienhaften Fragen behellige, aber Euer Autor möchte es gerne so.
Was hat Euch bewogen, die Laufbahn als Kapfmagier anzutreten? War es vorherbestimmt oder Eure freie Wahl?
Was war das Beste, was Ihr in Eurer Laufbahn tun konntet?
Was war das Schlimmste?
Gab es einen Fall, wo Ihr versagt habt - egal, ob das bekannt wurde oder nicht?
Hat das alles in Euer Privatleben hineingespielt?
Seid ihr wirklich zufrieden, oder habt Ihr eine unerfüllte Sehnsucht?

Offline Cairiel

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Re: Isunaro Ankorai, der Mondfalke
« Antwort #2 am: 26. Januar 2020, 16:17:58 »
Meinen Gruß, verehrter Herr Isunaro Ankorai! Vezeiht, wenn ich Euch mit meinen laienhaften Fragen behellige, aber Euer Autor möchte es gerne so.
"Ganz böser Autor!" Isunaro grinst verschmitzt. "Ich grüße Euch auch, verehrte Fee."

Was hat Euch bewogen, die Laufbahn als Kapfmagier anzutreten? War es vorherbestimmt oder Eure freie Wahl?
Nachdenklich streicht sich Isunaro übers Kinn. "Darüber habe ich mir nie Gedanken gemacht. Es ist ein großer Segen, mit den entsprechenden Fähigkeiten geboren zu werden. Sich an der Akademie um einen Lehrmeister zu bemühen, ist die einzige Konsequenz daraus. Ich kenne keinen, der magiefähig ist und freiwillig darauf verzichtet hätte, sich zu einem Xian ausbilden zu lassen. Ich weiß nicht, was passiert wäre, wenn ich mich dagegen gesträubt hätte. Meine Familie wäre wohl sehr enttäuscht von mir gewesen."

Was war das Beste, was Ihr in Eurer Laufbahn tun konntet?
"Das Beste ... Gemeinsam mit Karmelie habe ich für Frieden gesorgt. Es war ein langer und steiniger Weg und ich weiß nicht, ob es lange halten wird, aber es war ein ganz besonderes Gefühl, als uns langsam klar wurde, dass die kämpferischen Auseinandersetzungen tatsächlich ein Ende haben. Es hat lange gedauert, bis wir es ganz glauben konnten."

Was war das Schlimmste?
"Ich habe sehr viele Menschen getötet."

Gab es einen Fall, wo Ihr versagt habt - egal, ob das bekannt wurde oder nicht?
Ein schmerzlicher Ausdruck tritt auf sein Gesicht. "Ich habe einen meiner Schüler verloren. Das war ein schlimmer Tag und ich habe mir sehr, sehr lange Vorwürfe deswegen gemacht. Immer wieder habe ich die Situation im Kopf durchgespielt und mich gefragt, ob es anders gekommen wäre, wenn ... Aber solche Gedanken sind natürlich müßig. Man kann es nicht rückgängig machen."

Hat das alles in Euer Privatleben hineingespielt?
"Sehr. Meine Schüler waren für mich wie meine Kinder. Ich habe lange gebraucht, mich von dem Verlust zu erholen. Karmelie und ich haben auch oft gestritten, weil wir beide nicht wollten, dass der jeweils andere im Grenzland sein Leben aufs Spiel setzt ... Ich habe auf sie gehört und mich mehr dem Unterrichten zugewandt, sie auf mich nicht. Ich habe es oft hinuntergeschluckt, aber es hat mich belastet."

Seid ihr wirklich zufrieden, oder habt Ihr eine unerfüllte Sehnsucht?
Isunaro überlegt kurz. "Ein lange gehegter Traum von mir war es, Kinder mit Karmelie zu haben, was lange nicht möglich schien. Als es dann tatsächlich soweit war, wollte ich die Welt verbessern, damit sie nicht in den gleichen Kriegswirren leben müssen wie wir. Und als das dann soweit war - zumindest, was die Menschen betrifft -, sind Karmelie und ich gestorben. Mein Tod erfüllte mich mit großer Sehnsucht. Ich habe keine Sekunde gezögert, zu sterben, denn nur so hatten meine Kinder den Hauch einer Chance, zu überleben. Aber wenn man dann realisiert, dass das Leben aus einem herausfließt ... schmerzt der Gedanke an die Zukunft, die man verloren hat. Ich habe mir diese Zukunft sehr glücklich vorgestellt."

FeeamPC

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Re: Isunaro Ankorai, der Mondfalke
« Antwort #3 am: 28. Januar 2020, 14:43:18 »
Eure Antworten sind sehr überlegt. Gibt es nichts in Eurem Leben, das spontan aus Euch herauswill? Nichts, was Euch zu unüberlegtem Handeln veranlasst hat? Nichts, was Ihr eventuell verdrängt haben könntet?

Offline Rakso

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Re: Isunaro Ankorai, der Mondfalke
« Antwort #4 am: 23. Februar 2020, 21:34:45 »
Welches Ereignis aus Deiner Ausbildungszeit war für Dich am Prägendsten?

In welchen Themenbereichen hast Du Deine Schüler ausgebildet? In allem was sie als Xian der Nacht wissen müssen, oder eher was Spezialisierteres?

Gibt es einen Ort den Du magst, an dem Du Dich gerne aufhältst? Wenn ja, warum?

Schon mal darüber nachgedacht, was Du machen würdest, wenn Du nicht magiefähig wärst? Wäre Dein Leben einfacher oder schwerer?

Ist Dir jemals in den Sinn gekommen, die Stadtstaaten hinter Dir zu lassen und wo anders hinzugehen… also vor Deinem Tod?

Und als das dann soweit war - zumindest, was die Menschen betrifft -, sind Karmelie und ich gestorben.
Wie pathetisch. War das die einzige Möglichkeit oder einfach ein leicht zu großes Ego?
| Achtung, Aspie! |

Offline Cairiel

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Re: Isunaro Ankorai, der Mondfalke
« Antwort #5 am: 08. März 2020, 11:03:24 »
Eure Antworten sind sehr überlegt. Gibt es nichts in Eurem Leben, das spontan aus Euch herauswill? Nichts, was Euch zu unüberlegtem Handeln veranlasst hat? Nichts, was Ihr eventuell verdrängt haben könntet?
"Spontan?" Isunaro grinst. "Ich denke lieber nach, bevor ich spreche oder handle." Seine Gesichtszüge werden mit einem Mal finster. "Es gibt tatsächlich etwas, das ich lieber für mich behalte und auch nicht gerne darüber nachdenke. Bei einer Prüfung an der Akademie habe ich versehentlich einen Widersacher getötet, wie ich damals noch ein Kind ... Das könnte wohl ein Grund dafür sein, warum ich immer versuche, die Beherrschung zu wahren. Noch einmal möchte ich nicht derart die Kontrolle über mich oder meine Kräfte verlieren."

Welches Ereignis aus Deiner Ausbildungszeit war für Dich am Prägendsten?
"Jene Prüfung, die ich eben erwähnte." Geistesabwesend zieht Isunaro die Schultern hoch und verschränkt die Arme, dann entspannt er sich wieder und zwingt sich zu einem Lächeln. "Ich rede nicht gerne darüber."

In welchen Themenbereichen hast Du Deine Schüler ausgebildet? In allem was sie als Xian der Nacht wissen müssen, oder eher was Spezialisierteres?
"Ich versuchte ihnen alles beizubringen, was sie als Xian der Nacht können müssen, insbesondere in Hinblick auf die Grenzgänge."

Gibt es einen Ort den Du magst, an dem Du Dich gerne aufhältst? Wenn ja, warum?
"In den Bergen im Grenzland führen viele tausend Stufen zu einer alten Festungsruine. Ich weiß nicht, wer sie erbaut hat oder welchem Zweck sie einmal diente, aber es ist ein ganz besonderer Ort mit einer besonderen Atmosphäre."

Schon mal darüber nachgedacht, was Du machen würdest, wenn Du nicht magiefähig wärst? Wäre Dein Leben einfacher oder schwerer?
Nachdenklich streicht sich Isunaro übers Kinn. "Da ich aus einer angesehenen Familie stamme, müsste ich wohl nicht allzu hart arbeiten, wie die Bauern auf den Feldern oder Handwerker. Ungefährlicher wäre es auch. Aber meine Familie wäre nicht sehr glücklich darüber gewesen. Ich hätte wohl ein Randdasein geführt und mir einen Sinn im Leben suchen müssen."

Ist Dir jemals in den Sinn gekommen, die Stadtstaaten hinter Dir zu lassen und wo anders hinzugehen… also vor Deinem Tod?
"Ich weiß nicht, ob es etwas anderes gibt. Jenseits der Stadtstaaten gibt es, soweit wir die Gegend erforscht haben, nur Thairir, also Monster. Die Vorstellung, nach etwas anderem zu suchen, wäre reizvoll, aber ich hatte hier zu viele Verpflichtungen."

Wie pathetisch. War das die einzige Möglichkeit oder einfach ein leicht zu großes Ego?
Isunaro lächelt kläglich. "Wohl ein wenig von beidem. Ich wollte, dass Karmelie mit den Kindern flieht. Mir war bewusst, dass ich sterben würde, wenn ich bleibe, ide Gegner waren zu überzählig. Aber anders hätten sie nicht genügend Zeit gehabt. Allerdings ging der Plan nicht auf, alle Fluchtwege waren abgeschnitten. Wir hatten keine anderen Wahl, als zu kämpfen. Wir rissen viele Gegner mit in den Tod, am Ende waren es jedoch zu viele."

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