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Autor Thema: Gesucht: Gründe, eine politische Ehe zu schließen  (Gelesen 382 mal)

Offline Mithras

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Gesucht: Gründe, eine politische Ehe zu schließen
« am: 11. Juli 2021, 18:02:24 »
Salvete!

Nach längerer Zeit der Stille wende ich mich mal wieder mit einer konkreten Frage an euch: Ich suche nach einem Grund dafür, eine politische Ehe zwischen den Eltern meiner Protagonistin zu erklären. Kurz zum Hintergrund: Beide Elternteile sind adelig, stammen aber aus Gegenden, die etwa soweit voneinander entfernt sind wie Sizilien und Island. Für die Heimat des Vaters ist das normannische Sizilien auch tatsächlich ein guter Vergleich, was die kulturelle und ökonomische Bedeutung, aber auch die Gesellschaft angeht. Der Heimatarchipel der Mutter ist da ein ganz anderes Kaliber und in Sachen Sprache, Kultur, Gesellschaft und Religion etwas völlig eigenes, wobei es zu weit führen würde, auf alle Details einzugehen. Nur ein paar Stichworte: Clan-Struktur ähnlich der mittelalterlich-schottischen, matriarchalisch angehauchte Gesellschaft, Naturreligion ähnlich dem japanischem Shintō. Aufgrund der Distanz und der kulturellen Unterschiede - insbesondere der Tatsache, dass die Mutter in der Heimat ihres Mannes als Heidin angesehen wird - ist eine Heirat zwischen den beiden, die ja schließlich auch ihr Haus bzw. ihren Clan repräsentieren und bei deren Vermählung vor allem der konkrete Nutzen für Haus bzw. Clan im Vordergrund stehen, äußerst unwahrscheinlich. Für die Geschichte muss sie aber unbedingt erfolgen und so frage ich mich seit einer Weile: Welche Vorteile hat eine solche Ehe für die jeweilige Seite.

Handelsbeziehungen sind definitiv ein Grund, aber das ist mir noch zu schwammig. Naheliegend sind kriegsrelevante Ressourcen, die vor allem für den Clan der Mutter wichtig sind, weil dessen Herrschaftsgebiet vor allem durch ein aufstrebendes Imperium im Süden bedroht wird. Ich denke da aber weniger an Waffen oder Rohstoffe dafür, sondern an Dinge, die ich vielleicht gar nicht auf dem Schirm habe. Direkter militärischer Beistand wird schwierig, da aufgrund der Distanzen eine Invasion durch das Reich im Süden wahrscheinlich schon beendet wäre, ehe die Flotte der Verbündeten überhaupt in See stechen kann.
Und dann stellt sich auch die Frage: Was nutzt es dem Haus des Vaters? Er steht in der Erbfolge zwar recht weit hinten und ist daher nicht so bedeutend wie seine älteren Geschwister, aber seine Familie wird einer Ehe wahrscheinlich nur dann zustimmen, wenn sie konkrete Vorteile bietet. An der Stelle sei erwähnt, dass der unwahrscheinliche Fall dann doch eintrifft und er sowie alle anderen Erben einer Seuche, meiner Version der Pest, zum Opfer fallen, was meine Protagonistin und ihren Bruder als die einzigen Erben übrig lässt.

Wie gesagt präferiere ich zumindest für den Clan der Mutter kriegsrelevante Ressourcen als Gewinn aus dieser politischen Ehe, bin aber für alles offen. Ich freue mich über alle Vorschläge! :)

Valete und vielen Dank im Voraus,
Mithras

Offline Dämmerungshexe

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Re: Gesucht: Gründe, eine politische Ehe zu schließen
« Antwort #1 am: 11. Juli 2021, 18:10:38 »
Wissen ist Macht, fällt mir spontan an. Geheiminformationen über gewisse Widersacher, oder ein Verfahren zur Herstellung eines speziellen Legierung oder besonders gute Schiffsbauer ...

Ein Vorteil für den Clan des Vaters ... Vielleicht ein gewisses Verständnis für Erbgut-Hygiene - frisches Blut soll alte Krankheiten beseitigen oder Anfälligkeiten ausbessern (was auch in Bezug auf die Seuche relevant sein könnte).
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Offline Mithras

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Re: Gesucht: Gründe, eine politische Ehe zu schließen
« Antwort #2 am: 11. Juli 2021, 18:20:50 »
Danke für die schnelle Antwort!

Wissen ist Macht, fällt mir spontan an. Geheiminformationen über gewisse Widersacher, oder ein Verfahren zur Herstellung eines speziellen Legierung oder besonders gute Schiffsbauer ...
Alles gute Gründe, das Problem ist nur: Sowohl in Sachen Schmiedekunst als auch im Schiffsbau und in der Spionage ist die Heimat der Frau führend (auch, weil dort tatsächlich Magie genutzt wird, die der Spionage dient, während in der Heimat des Vaters Magie, wenn überhaupt, nur im Verborgenen praktiziert wird, da sie als dämonisch gilt). Da kann der ihr Ehemann also wenig beisteuern - außer vielleicht die neueste Kanonen- und Schießpulvertechnik, die gerade in meiner Welt aufkommt, aber da hadere ich noch mit mir, wie weit verbreitet sie schon ist.

Ein Vorteil für den Clan des Vaters ... Vielleicht ein gewisses Verständnis für Erbgut-Hygiene - frisches Blut soll alte Krankheiten beseitigen oder Anfälligkeiten ausbessern (was auch in Bezug auf die Seuche relevant sein könnte).
Da hast du sehr gut getippt - meine Protagonistin und ihr Bruder überleben tatsächlich, weil sie von der Mutter eine natürliche Immunität gegen die Krankheit geerbt haben. Allerdings erweist sich das im Nachhinein als glückliche Fügung und nicht als konkreter Grund und führt dazu, dass die "heidnische" Mutter, die auch überlebt hat, als Sündenbock herhalten muss...

Offline Mari

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Re: Gesucht: Gründe, eine politische Ehe zu schließen
« Antwort #3 am: 14. Juli 2021, 16:33:31 »
Könnte der Grund vielleicht sein, etwas zu verhindern statt etwas zu gewinnen? Vielleicht fürchtet das Land des Vaters die Magie einsetzenden Gefolgsleute der Mutter und hoffen, sie so besser unter Kontrolle zu halten? Frei nach dem Motto, keep your friends close, your enemies closer...

Offline Manouche

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Re: Gesucht: Gründe, eine politische Ehe zu schließen
« Antwort #4 am: 14. Juli 2021, 21:59:53 »
Hmm, schwierig. :hmmm:
Ich brainstorme mal
Ich denke einerseits auch in die Richtung wie @Mari.

Oder vielleicht ist das Haus der Vaters nur Vordergründig gegen die Magie und verteufelt sie, will aber dann trotzdem von dem Wissen des Clans der Mutter profitieren. Vielleicht von gewissen Heilmethoden, das könnte dann wiederum zum Verhängnis werden, wenn alle krank sind und sie nicht zu helfen vermag...

Rohstoffe könnten aber schon auch ein Grund sein, vielleicht eine spezielle Metalllegierung. Ein wertvolles Gestein, dass es nur in dieser Gegend gibt...

Vielleicht auch gewisse Kenntnisse von Baukunst oder anderen Handwerken. Zum Beispiel so etwas wie die japanischen Messer...

Mehr fällt mir im Moment leider nicht ein.

Offline Mithras

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Re: Gesucht: Gründe, eine politische Ehe zu schließen
« Antwort #5 am: 17. Juli 2021, 11:54:06 »
Danke für eure Vorschläge!

Ein wichtiger Punkt, den ich früher hätte ansprechen sollen: Magie existiert in meiner Welt nur sehr, sehr unterschwellig, etwa wie in A Song of Ice and Fire. Natürlich gibt es Menschen, die an Magie glauben, aber das ist in den allermeisten Fällen reiner Aberglaube und hat mit echter Magie nichts zu tun, die in den meisten Teilen meiner Welt in Vergessenheit geraten ist, selbst in der Heimat der Mutter, wo nur Eingeweihte vonden Praktiken wissen, die u. a. der Spionage dienen. Dass sie diese Gehehimnisse mit Fremden teilen, selbst wenn diese angeheiratet sind, ist praktisch undenkbar - viel eher werden sie vorgeben, dass Magie überhaupt nicht existiert. Das ist das zentrale Thema meines Plots: Meine Protagonistin - die Tochter aus dieser Ehe - erfährt, dass Magie existiert und wird von einer Verwandten mit dem Verprechen, Magie zu erlernen, geködert. Dabei geht es dieser Verwandten, die ihrerseits der Kopf des Spionagenetzwerkes ist, nur darum, die magischen Fähigkeiten meiner Protagonistin sowie deren politische Bedeutung als Nummer 3 in der Thronfolge für sich zu nutzen.

Wie dem auch sei: Motive, in denen es in der einen oder anderen Form um Magie geht, greifen bei diesem Setting leider nicht, denn Magie ist zunächst überhaupt kein Thema.

@Mari: Da der Clan der Mutter momentan vor allem damit beschäftigt ist, eine Invasion seines südlichen Nachbarn zu verhindern, denke ich nicht, dass sich die Familie des Vaters vor dem Clan der Mutter fürchten muss - noch dazu weil viel zu viele Seemeilen zwischen den Herrschaftsgebieten liegen, die einen direkten Konflikt unwahrscheinlich machen.

@Manouche: Handwerksmethoden spielen tatsächlich eine Rolle, wenn auch eine untergeordenete. Der Srchipel, von dem die Mutter stammt, ist ja tatsächlich ein wenig an Japan angelehnt, allerdings das der Ureinwohner, der Emishi/Ezo und der Ainu, und berühmt für seine exzellenten Schwerter, die auch Teil der Mitgift waren. Das allein ist mir aber nicht genug, um eine so unwahrscheinliche Ehe zu rechtfertigen, da sich diese Schwerter ja auch kaufen lassen.

Momentan favorisiere ich zwei Alternativen:
1. Kriegsrelevante Rohstoffe oder Technologien, die die Familie des Vaters bereitstellen kann - aber welche?
2. Konkrete finanzielle Vereinbarungen. In meiner Welt entwickelt sich gerade ein Bankenwesen wie in Italien des späten Mittelalters und der Renaissance, steckt aber noch in den Kinderschuhen. Ich überlege, ob sich der Vorläufer dieses Bankenwesens vielleicht inder Heimat der Mutter entwickelt hat und überhaupt erst durch diese Verbindung Einzug in die Heimat des Vaters gehalten hat.

Offline Marlemee

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Re: Gesucht: Gründe, eine politische Ehe zu schließen
« Antwort #6 am: 17. Juli 2021, 12:45:21 »
Hallo  :)
Mir kommt noch der Gedanke, dass es auch um den Austausch (politischer) Gefangener gehen könnte. Vielleicht ist der Familie der Mutter mal eine wichtige Persönlichkeit aus dem Clan des Vaters in die Hände gefallen. Oder eine aus anderen Gründen wichtige Person. Da sie aber nicht nur Rohstoffe gegen Gefangene austauschen wollen, sondern eine langfristige Handelsbeziehung anstreben, arrangieren sie die Ehe.


1. Kriegsrelevante Rohstoffe oder Technologien, die die Familie des Vaters bereitstellen kann - aber welche?


Da denke ich an spezielle Erze für Waffen, die man vielleicht nur an geheimen Orten abbauen kann oder mit familiär gehüteter Technik.
Oder ein Material, aus dem sich eine Art Kompass herstellen lässt, mit dem man fremde Kriegsschiffe in der Nähe orten kann. Das könnte dem Clan der Mutter bei einem Kampf um die Archipele einen großen Vorteil bringen.

Das waren mal meine ersten Ideen, vielleicht ist was dabei  ;)

Offline Mefisto

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Re: Gesucht: Gründe, eine politische Ehe zu schließen
« Antwort #7 am: 21. Juli 2021, 10:22:02 »
So ich bin spät dran und streife schon oft um diesen Beitrag herum. Würde mich ja gerne mehr einbringen aber die Mangelware Zeit ist oft zu knapp … *seufz* - dennoch – ich habe ein paar Minuten und die bringe ich jetzt gerne ein
Gründe für eine Hochzeit aus meiner Sicht

Verbündete – das kann für …
  • den Handel sein, Expansion in neue Märkte, Zugriff auf Rohstoff oder um Konzessionen zu erhalten , die sonst teuer wären zu sparen (Schutzzölle gegen Leute von außen) – Rohstoffe könnten sein Holz (im Mittelalter sehr wichtig für Bau/Schiffe) und Erze. Wenn man in einer Fantasywelt lebt kann es ja vielleicht in einem Land Erze geben die im anderen extrem rar sind.
  • für das Militär hier kann es eine Unterstützung einer mächtigen Schutzmacht gehen oder Waffen, bzw. eine Ergänzung von dem was man nicht hat – Flotte, Reiterheer, etc.
  • Zur Expansion um Informationen von anderen Ländern zu erhalten, den Fuß in fremde Kulturen zu bekommen, ggf. auch Einfluss über die neue Familie. Hier ist der entsendete Familienteil eher ein Botschafter – es kann dann auch interessant sein dass man unheimliche Vorteile des anderen Landes erst entdeckt, vielleicht auch das eine für primitiv gehaltene Kultur sehr viel Tiefgang hat …
  • Zum Schutz – man steht im eigenen Land unter Druck (Blutfehde, Ungunst des Königs/Kaisers, etc.) und will zumindest einen nachkommen aus der Schusslinie haben
  • Den Glauben … - hier gab es im realen Mittelalter auch mehr als genug Gruppierungen die sich gegen eine andere (Glaubensrichtung) Zusammengeschlossen haben …

Hoffe das hilft,

Gruß,

Mefisto

Offline Wallrabe

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Re: Gesucht: Gründe, eine politische Ehe zu schließen
« Antwort #8 am: 21. Juli 2021, 12:34:52 »
Hm, sehr klassisch wäre ja das Verheiratet werden durch wiederum die Eltern aus politischen Gründen. Also um zB.:
 
- ...politischen Einfluss zu gewinnen, um Einfluss im "Ziel-Land" nehmen zu können => um wiederum meist ja vor allem ökonomisch zu profitieren. (Wobei das wieder in Richtung der etwas generischen Handelsbeziehungen gehen würde, vermutlich)
Aber ökonomischer Einfluss kann ja sehr viel sein, je nachdem, was sich vielleicht auch bei den Hintergründen der Geschichte anbieten könnte.
- ...vielleicht eine Fehde beizulegen. "Verheirate deine Tochter mit meinem Sohn, sonst sind werden wir diese alte Rechnung unserer Häuser niemals als beglichen ansehen, die unsere Vorfahren vor vielen Epochen nicht beglichen haben.."
- ...mindestens eine Familie will das Kind loswerden und verheiratet mindestens einen ungeliebten/störenden Elternteil der Protagonistin nach "draußen", wo er/sie nicht mehr im Weg ist.

Vielleicht Heirat aus gesellschaftlichen Gründen, aus "Mode": Für den Mann/die Frau war es seiner Zeit in Mode, jemanden von weit her zu heiraten, weil es exotisch war, ein Zeichen für die weitreichenden Kontakte der Familie, wer was auf sich hält, heiratet nicht lokal, sondern international :D
"Once you get into cosmological shit like this, you got to throw away the instruction manual." Stephen King, It

Offline Mithras

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Re: Gesucht: Gründe, eine politische Ehe zu schließen
« Antwort #9 am: 25. Juli 2021, 19:11:22 »
Danke für die weiteren Vorschläge, ich bin diese Woche nur noch nicht zum Antworten gekommen, da ich ziemlich viel um die Ohren hatte...

@Marlemee: Über Erze und den Kompass habe ich schon nachgedacht und kann mir das prinzipiell vorstellen, aber zu einem klaren Schluss bin ich noch nicht gekommen.

@Mefisto: Holz als Rohstoff kommt in Frage, aber eher als etwas, von dem die Heimat des Vaters profitiert. Dort sind die Wälder nämlich schon größtenteils seit Jahrhunderten abgeholzt. Eventuell ist die Ausrüstung eines Reiterheeres auch eine Überlegung wert - vielleicht dahingehend, dass hier die Familie des Vaters die Familie des Mutters mit einer besonders kriegstauglichen Zucht von Pferden unterstützt. Ich mache mir da mal Gedanken. Die restlichen Vorschläge passen nicht wirklich zu meinem Szenario...

@Wallrabe: Politischen Einfluss im Sinne von "einen Fuß in die Tür bekommen" passt definitiv, und der Reiz des Exotischen auch. Tatsächlich habe ich in einer früheren Fassung der Geschichte sogar eine Liebesheirat in Erwägung gezogen, aber damals war der Heimatarchipel der Mutter politisch und kulturell noch nicht so gut ausgearbeitet wie er es mittlerweile ist und die Ausganglage war eine andere.


Wozu ich mich zusätzlich noch entschieden habe: Der Nutzen der Ehe für die Seite des Vaters darf nicht zu groß sein bzw. der Schaden bei der Auflösung muss sich in Grenzen halten. Er hat zu Beginn der Geschichte nämlich schon zum zweiten Mal geheiratet, ich war mir bislang nur nicht sicher, ob die Mutter vorher gestorben ist oder ob er sich scheiden lässt, doch mittlerweile habe ich mich für die zweite Alternative entschieden. Der Hintergrund: Nachdem die älteren Brüder gestorben sind, rückt er in der Thronfolge nach und ist gezwungen, standesgemäßer zu heiraten - in diesem Fall die Witwe seines ältesten Bruders, die kinderlos geblieben ist. Scheidung ist bei mir etwas entspannter als im europäischen Mittelalter, trotzdem ist es ein Affront für die Famile der Mutter und setzt voraus, dass sich der konkrete Nutzen der Ehe zumindest größtenteils erübrigt hat. Vermutlich gehen sie sogar im Guten auseinander, weil für die Mutter, die ja aus einer vergleichsweise egalitären bis matriarchalisch geprägten Kultur stammt, das patriarchalische System der Heimat ihres Mannes genau genommen eine Zumutung ist und sie ihren Töchtern ersparen will, ihrerseits für eine politische Ehe verschachert zu werden. Von daher nimmt sie es wohl ziemlich gelassen, wenn sich ihr Mann aus Gründen der Staatsräson gezwungen sieht, die Ehe zu lösen, um eine "bessere" Partie zu heiraten.

Offline Frostschimmer

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Re: Gesucht: Gründe, eine politische Ehe zu schließen
« Antwort #10 am: 26. Juli 2021, 21:15:01 »
Was mir da spontan einfällt, wäre ein eventueller taktischer Vorteil für beide bei kriegerischen Auseinandersetzungen mit anderen Ländern. Beide sind weit voneinander entfernt, eventuelle Feinde hätten das jeweils andere Land also wahrscheinlich nicht akut auf dem Schirm, wenn es um mögliche Verbündete geht. Damit hat man die Möglichkeit eines Überraschungsschlages gewissermaßen von hinten in die gegnerischen Linien. Wenn da ein Meer zwischen den Ländern ist, verstärkt sich das sogar noch, wenn eines der Länder eine militärisch taugliche Flotte besitzt. Eine plötzlich auftauchende Kriegsflotte kann das Gleichgewicht in einem Krieg erheblich verschieben.
Ist wie gesagt nur eine Idee, aber vielleicht kannst du damit ja was anfangen?
LG
Frostschimmer

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