Ich fände es gut, wenn die Sciptschmiede nicht nur auf dem Rücken der armen Wölfin ausgetragen würde, sondern wenn sich ein Team von engagierten - und erfahrenen! - Freiwilligen finden könnte, die Beratung für Aussendewillige anbietet.
Erfahren deswegen, weil Exposees eine andere Sache sind als das freundliche Betalesen von Romanen - es geht nicht um den persönlichen Geschmack und um das Heraussuchen von Rechtschreibfehlern, sondern um knallhartes Marketing. Ein Exposee ist nicht zum Vergnügen da, sondern zum Verkaufen. Es ist das Aushängeschild eines Romans, und nicht jeder gute Autor kann auch gute Exposees fabrizieren - ich zum Beispiel tu mich immer extrem schwer damit.
Es macht also keinen Sinn, die Scriptschmiede pauschal für alle Tintenzirkler zu öffnen und zu sagen "So, und jetzt seid ihr alle Juroren, wenn es um Exposees geht" - das führt nur dazu, daß viele Köche den Brei verderben und die hilfesuchenden Autoren bestenfalls verwirrt, schlimmstenfalls fehlinformiert werden. Ich erinnere da an eine gewisse Jungautorin, die vor einigen Jahren noch dazu aufgerufen hat, in Exposees keinesfalls den Schluß zu verraten, um den Lektoren noch die Spannung zu erhalten…
Es sollten also Leute sein, die sich damit auskennen - ich denke, wir haben davon inzwischen bestimmt schon eine Handvoll zusammen, die Frage ist nur, ob die auch wollen und zeithaben. Aber jedes Engagement, das ein Mitglied, sogar ein Moderator wie die Wölfin, die auch nicht dafür bezahl wird, hier erbringt, ist ein freiwilliger Service und sollte nicht einfach für selbstverständlich genommen werden. Je mehr in der Plotschmiede gemosert und gemeckert wird, je lauter die Leute rufen "Warum komm ich noch nicht dran, ich will das doch übermorgen einreichen!", desto mehr wird vergessen, daß hier jemand freiwillig seine Freizeit opfert und das nicht tun müßte, sondern es nur tut, weil er/sie nett ist.
Wenn daher die Wölfin den Zeitaufwand reduzieren will und die Plotschmiede auf ein, zwei, drei Workshops pro Jahr beschränken will, so ist das ihr gutes Recht. Es ist ihr Leben und ihre Zeit, vor allem, solange das außer ihr niemand macht. Auch wenn es bedeutet, daß dann Leute ihr Exposee doch allein schreiben müssen, oder eben ein paar Monate auf die persönliche Betreuung warten.