Würde auch gerne mal meine Macken preisgeben.
Früher habe ich jedes Buch gehütet wie einen Schatz, egal ob ich es gelesen habe oder nicht. In den letzten zwei Jahren habe ich festgestellt, daß Bücher ihren Besitzer suchen und ich manchmal nur die Zwischenstation bin. Wenn mir ein Werk nicht gefällt - wobei ich jedem Buch 50 Seiten Chance gebe - dann wandert es weiter an Freunde, Kollegen oder Verwandtschaft.
Riechen: Ich rieche nicht an jedem Buch - im Grunde genommen an keinem einzigen. Aber mein Großvater hatte seine Bibliothek damals auf dem Dachboden untergebracht - trocken, keine Angst - und ich liebte und liebe immer noch den Geruch von alten Büchern, ich habe ihn immer noch in der Nase und schwelge in Erinnerungen.
Schutzumschlag: Bleibt dran!
Klappentext: Wird gelesen,
bevor ich mich mit dem Werk beschäftige.
Lesezeichen: Alles, was mir in die Finger kommt und sich eignet.
Eselsohren u.ä. : Sind mir ein Gräuel! Allerdings besitze ich noch ein Uralt-Exemplar von HDR (das im Grünen Schuber in der alten Übersetzung), das schon reichlich zerfleddert ist und einen Pfotenabdruck von meinem Hund beinhaltet, der einmal drübertaperte, nachdem er den Garten umgegraben hatte. Von diesem Exemplar würde ich mich niemals trennen, selbst wenn es sich irgendwann in eine Einzelblattsammlung auflösen wird.
Mein Großvater hatte die Angewohnheit, Kommentare und Gedanken an den Rand zu schreiben - mit Bleistift - und die entsprechenden Textstellen zu unterstreichen. Das ist nicht gerade angenehm zu lesen - mal nebenbei gesagt. Ich hasse es im Grunde genommen, Bücher auf diese Art zu malträtieren. Allerdings besitze auch ich Uni-Erfahrung und weiß, es ist einfacher, Textstellen zu markieren als sie mühsam herauszuschreiben - zumal man innerhalb des Buches einen Überblick über den Kontext hat, was bei kopierten Sätzen nicht zwangsläufig der Fall ist ...

Also bei Sachbüchern bin ich da schon kompromißbereit ...
Hardcover vs. Paperpack: Ich bevorzuge Hardcover.
Ordnung im Regal: Nach Themen geordnet, innerhalb der Themen alphabetisch nach Autoren.
Ich gehören ebenfalls zu der Sorte Leser, die mehrere Bücher parallel lesen. Habe auch einen Teil im Regal den angelesenen Werken reserviert. Ich lese auch auf dem Klo, und wenn ich eine Badewanne und nicht nur eine Dusche hätte, dann würde ich auch dort lesen.
Es gibt Bücher, die ich immer wieder aus dem Regal hole ... u.a. natürlich HDR, aber auch "The Nine Taylors" von Dorothy L. Sayers oder - nein, ich schäme mich nicht - die Werke von Georgette Heyer (eine Liebe, die ich von meinen Großeltern übernommen habe). Auch aus meiner Kinderzeit und Jugend besitze ich noch Bücher, die ich immer wieder gerne lese (Aiken, Susan Cooper - wobei ich den Wintersonnenwende-Zyklus immer noch nicht vollständig habe). Es gibt Werke, die einfach zu mir gehören, die mich beeindruckt oder beeinflußt haben und von denen ich mich, selbst wenn ich sie heute nicht mehr lesen würde, einfach nicht trennen mag.
Laut lesen: Mache ich gerne - aber nur, wenn ich alleine bin, ebenso wie die Textstellen kommentieren. Ich schaffe das auch beim Lesen eines "neuen Werkes", daß ich ein paar Seiten - je nachdem - zurückblättere und einen Abschnitt, der mir gefallen hat, laut lesend wiederhole.
Sicher habe ich noch mehr Macken - viele kleine, die mir so nicht bewußt sind. Und soll ich Euch was sagen?
Ich liebe meine Macken!!! 