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Autor Thema: Dark Fantasy  (Gelesen 10711 mal)

Schreiberling

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Re: Dark Fantasy
« Antwort #15 am: 10. Mai 2009, 13:58:07 »
@Kati: Ich habe den zweiten zuerst gelesen und fand ihn besser als den ersten. Beim ersten wusste ich auch nicht recht, was ich davon halten soll. Aber zusammen machen die beiden Bücher mehr Sinn. (In meiner Reihenfolge zumindest. ;D )

Offline Mogylein

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Re: Dark Fantasy
« Antwort #16 am: 22. August 2012, 14:11:05 »
*Thread hochhol*

Ich hatte das Gefühl, dass sich hier im TZ einige Spezialisten für die Dark Fantasy tummeln. Und deren Rat würde ich jetzt gerne anzapfen, wenn ich darf  :engel: Ich plane nämlich, den NaNo mit einer Dark-Fantasy-Geschichte zu meistern, dieses Jahr. Doch da ich dieses Genre noch nie (bewusst) geschrieben und auch eher selten gelesen habe, bräuchte ich einige Tipps.

Was sind Elemente, die auf keinen Fall fehlen dürfen? Müssen es Vampire oder Zombies sein, kann ich nicht einfach meine eigene, gruselige Rasse entwerfen?
Wie viel Grusel? Wie viel Erotik? Wann wird es zu viel?
Gibt es eine bestimmte Struktur für den Spannungsbogen, die sich von anderen Fantasybüchern unterscheidet?
Muss ich etwas anderes bem Plotten etwas anderes beachten?
Wie stark verschwimmt Böse und Gut? Gibt es gut?
Worauf muss ich noch achten?
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Offline Robin

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Re: Dark Fantasy
« Antwort #17 am: 22. August 2012, 14:27:27 »
Also, wirklich als Expertin würde ich mich nicht bezeichnen, aber ich habe doch einiges an Dark Fantasy gelesen, und bin ja auch am Schreiben.

Erfahrungsgemäß sieht das dann in etwa folgendermaßen aus:

Vampire und Zombies müssen nicht unbedingt rein. Solche Geschichten gibt es mehr als genug. Und eine eigene, dunkle Kreation ist noch immer das Beste! So denke ich zumindest. Auch kann ein neuer Aspekt einer bestehenden Rasse kann sehr anziehend sein.
Die Grundstimmung sollte auf jeden Fall düster sein, aber es darf nicht ins Melodramatische abschweifen. Es sollten schon einige größere Gefahren auftreten, aber nicht zu viele. Sonst wirkt es, zumindest meiner Meinung nach, ziemlich aufgesetzt.
Ich würde nicht sagen, dass sich die Struktur des Spannungsbogens unterscheidet.  :hmmm:
Und auch beim Plotten dürfte es nicht allzu anders sein.
Gut und Böse verschwimmt auf jeden Fall sehr stark. Ich finde, dass Dark Fantasy sich vor allem durch die vielen Grautöne auszeichnet, und die wenigen komplett schwarzen Schattierungen. :hmmm:

Sonst fällt mir nur ein, dass ich bei Dark Fantasy vor allem mag, wenn man es von Seiten der 'Bösen' beschreibt. Aber, wie gesagt, ich finde schon, dass es äußerst stark verschwimmt.
Derzeitige Romanprojekte: Nephilimreihe "Banished Sons", Sniper 2, Diverse Andere
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Offline Kati

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Re: Dark Fantasy
« Antwort #18 am: 22. August 2012, 15:30:51 »
Es ist schon drei Jahre her, seit ich hier das letzte Mal was geschrieben habe? Verrückt. In der Zeit habe ich aber einiges dazugelernt und kann mich jetzt glaube ich auch etwas kompetenter zu Dark Fantasy äußern, als damals. Ich schreibe selbst übrigens immer noch Dark Fantasy.  :) Was wichtig ist, ist glaube ich, zu wissen, dass nicht jede Geschichte, in der Vampire, Dämonen und Zombies vorkommen, gleich Dark Fantasy ist. Vieles, was auf dem Markt ist, ist eher Urban Fantasy und Sachen wie Twilight sind dazu noch Romantasy. Also ein Vampir oder Zombie ist kein Merkmal von Dark Fantasy, obwohl sie dort natürlich auch vorkommen können.

Das wichtigste ist glaube ich tatsächlich, das Verschwimmen von Gut und Böse. Während man in der Urban Fantasy ja oft die gute, reine Heldin hat, die mit ihrem Vampirliebhaber gegen eine böse Macht ankämpft, hat man in der Dark Fantasy eher eine "kaputte" Heldin. Sie kümmert sich nicht unbedingt darum, die Welt oder die anderen zu retten und denkt eher an sich, zum Beispiel. Es gibt Gut und es gibt Böse, aber in der Dark Fantasy ist es wohl sehr schwer, genau zu sagen, wer wer ist, weil es da stark darauf ankommt, aus welcher Perspektive erzählt wird und wie etwas dargestellt wird. Wie Robin schon sagte, alles ist eher Grau als Schwarz und Weiß und Bösewichte müssen nicht immer grundböse sein, haben vielleicht ein nachvollziehbares Motiv, während die "Helden" keine heldenhaften Lichtgestalten sind, sondern einfach Leute, meist mit großen Problemen, die in die Sache reingezogen werden und selbst nichts verlieren wollen. Sie sind oft eher unmoralisch und eben echte Anti-Helden, also keine Vorbilder.

An sich hat man in der Dark Fantasy aber eher einen düsteren Unterton mitschwingen und ein eher hoffnungsloses Bild, wobei man wirklich aufpassen muss, dass man sich nicht einfach einen melancholischen Helden schreibt, der alles viel schlimmer wahrnimmt, als es ist. Horrorelemente sind auch vorhanden, wobei die Abgrenzung zum Horror wohl darin besteht, dass man einen Plot hat, der eher in die Fantasy gehört: Also übernatürliche Wesen, etwas muss gerettet werden (muss ja nicht gleich die Welt sein), der Held muss über sich hinauswachsen (dabei aber nicht unbedingt einsehen, dass er ein unmoralischer Miesepeter ist  ;)) und das Problem lösen (oder auch nicht, wenn man keine Happy Ends mag). Im Horror geht es ja oft eher um das Morden und die Opfer, es geht sehr blutig zu und sehr, sehr gruselig. Dark Fantasy muss nicht unbedingt blutig und gruselig sein, kann aber natürlich auch. Die Grenzen verschwimmen da stark, genauso wie die Grenzen zur subtil unheimlichen Gothic Fiction.

Dark Fantasy kann zudem in unserer Welt spielen oder aber auch in einer High-Fantasy-Welt. Der Unterschied zur normalen High-Fantasy ist glaube ich durch die Heldenfrage bereits geklärt.

Das Wichtigste ist glaube ich, dass der Leser immer ein wenig dieses beklemmende Gefühl hat und genau ahnt, dass da etwas nicht ganz mit rechten Dingen zu geht, dass etwas falsch läuft. In der Urban und High Fantasy hat man als Leser meist den guten, moralischen, richtig handelnden Helden als Ankerpunkt, auf den man sich verlassen kann und der ein Lichtblick ist, wenn etwas Schlimmes passiert, und der genau weiß, dass er alle retten will und, wenn er dabei sein Leben aufs Spiel setzen muss. Bei Urban und High Fantasy fühlt sich der Leser oft "sicher", weil er ja diesem Helden folgen kann. Bei der Dark Fantasy ist das oft nicht gegeben. Das heißt nicht, dass der Held nicht trotz seiner Macken sympathisch sein kann, aber ist eben niemand auf den man vertrauen möchte und dem man zutraut, dass er die Welt rettet. Durch die düstere Grundstimmung und eben diesen Anti-Helden wirkt Dark Fantasy oft unheimlich und beklemmend, auch, wenn es am Ende gut ausgeht.

So, das wären dann meine 2 Pence. Ich hoffe, ich habe da nicht totalen Unsinn erzählt und es hilft weiter.  :)
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Offline Ryadne

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Re: Dark Fantasy
« Antwort #19 am: 22. August 2012, 16:12:16 »
Habe da Kati und Robin White gar nicht viel hinzuzufügen, aber zur Erotik: Ich finde nicht, dass die eine Rolle spielen muss, sie darf es aber durchaus, das ist reine Geschmackssache, auch wenn sie zu manchen Völkern wie Vampiren halt ganz gut passt. Persönlich lasse ich sie lieber raus.

Was ich in der Dark Fantasy schätze, ist, wenn Ästhetik eine Rolle spielt. Ich kann schwer beschreiben, wie ich das meine, es geht so in die Richtung der melancholisch-düsteren Atmosphäre. Also Umgebungsbeschreibungen können da zum Beispiel reinspielen. Nicht in dem Sinne, dass jede Häuserfassade beschrieben wird, aber eben der Gesamteindruck muss eine Stimmung erzeugen.
Als Beispiel nenne ich mal die Vampir-Chroniken von Anne Rice, so stark und überzeugend wie z.B. in "Armand der Vampir" ist mir das selten untergekommen.

Ich verbinde mit Dark Fantasy zudem eher eine personale Erzählweise oder sogar die Ich-Form, aber das mag Geschmackssache sein.

Offline Mogylein

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Re: Dark Fantasy
« Antwort #20 am: 22. August 2012, 18:45:38 »
Ich danke euch dreien schon Mal. Ihr habt mir ein bisschen Klarheit verschafft.

So wie ihr das Verschwimmen von Gut und Böse betont, weiß ich jetzt, dass ich darauf besonders viel Wert legen. Mir ist ehrlich gesagt auch bereits ein schöner Twist eingefallen, der ein Gut-Böse-Schema, das sich über die Geschichte aufbauen soll, wieder aufbricht. :D

Mir ist es ehrlich gesagt sehr, sehr wichtig, dass die Geschichte nicht zu melodramatisch, sondern lieber actionreich wird. Ich möchte keinen Held haben, der sich die ganze Zeit nur beschwert, wie furchtbar alles ist, sondern einen, der etwas dagegen unternehmen will.

Ryadne spricht auch einen wichtigen Punkt an, die Ästhetik. Daran hatte ich bisher gar nicht gedacht, aber ich werde es mir merken. Natürlich wirkt Finsternis umso anziehender sie ist, je schöner/ästhetischer sie ist. Ich habe allgemein eher ein Problem, zu wenig (zB) Orte zu beschreiben. Darauf werde ich jetzt achten.

Den Ich-Erzähler hätte ich nie in einem Dark-Fantasy-Roman verwendet! Irgendwie finde ich es schwer, Horrorelemente aus der Ich-Perspektive zu erklären.
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Re: Dark Fantasy
« Antwort #21 am: 23. August 2012, 01:58:14 »
Wo Ihr die Ästhetik ansprecht, fällt mir ein Buch ein, dass ich für meine Diplomarbeit (die sich um Vampirliteratur drehte) verwendet habe. Ich habe zwar nur das Vampir-Kapitel gelesen (weil ich für den Rest leider keine Zeit mehr hatte) und habe auch nicht mit allem übereingestimmt, aber trotzdem einiges mitgenommen und mir ganz neue Gedanken gemacht. In dem Buch werden einige klassische Werke exemplarisch analysiert, im Vampir-Kapitel z.B. Dracula und Interview mit einem Vampir und ich meine Carmilla ebenfalls.  :hmmm: Das Thema Erotik wird da jedenfalls auch sehr ausführlich behandelt.
Es ist nur noch gebraucht und extrem teuer über Amazon zu haben, aber über die Bibliotheks-Fernleihe kriegt man es definitiv, so bin ich damals auch dran gekommen.

Brittnacher, Hans R.: Ästhetik des Horrors. Gespenster, Vampire, Monster, Teufel und künstliche Menschen in der phantastischen Literatur

Trotz des Horrors im Titel, halte ich es durchaus auch für eine Dark Fantasy-Recherche für sinnvoll. Die Grenzen sind da ja eh fließend.
Jetzt bekomme ich Lust, mir das Buch just-for-fun noch mal zu bestellen, um in Ruhe den Rest zu lesen. ;D

Gerade beim Stöbern auf Amazon habe ich noch ein anderes Buch zum selben Thema vorgeschlagen bekommen, da kann ich aber aus eigener Erfahrung nichts zu sagen.
Biedermann, Claudio; Stiegler, Christian: Horror und Ästhetik. Eine interdisziplinäre Spurensuche
Das ist zwar sehr viel neuer, aber auch ziemlich teuer, deshalb würde ich auch da erst Mal zu einer Fernleihe raten, bevor man sich das bestellt. - Hah, aber ich sehe gerade im Inhaltsverzeichnis, dass ein Kapitel von Brittnacher beigesteuert wurde. Das würde ich jetzt auch gerne lesen. *neugier*
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Offline Kati

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Re: Dark Fantasy
« Antwort #22 am: 23. August 2012, 11:48:51 »
Unsere Bibliothek hat gleich drei Ausgaben davon, aber leider nur im Präsenzbestand.  :( Das hätte ich mir ja zu gern mal angesehen, aber ich lese so ungern direkt in der Bibliothek.

Was die Ästhetik angeht, kann man sich vielleicht tatsächlich stark an die Gothic Fiction anlehnen, die das Unheimliche ja ein bisschen romantisiert hat. Ich denke da gerade an knarrende Äste vorm Fenster und Wind, der um die Hausgiebel fegt... irgendwie fällt mir dazu das Ambiente von Sleepy Hollow mit Johnny Depp ein, obwohl das eher ein Horrorfilm ist. Ich musste öfters weggucken (ja, ich bin ein Angsthase), aber die Landschaften und Bilder waren wunderschön in Szene gesetzt. Ich denke, das ist so die Stimmung, die ich auch in Dark Fantasy gern mal lesen würde.  :)
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HauntingWitch

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Re: Dark Fantasy
« Antwort #23 am: 23. August 2012, 16:59:09 »
Das Meiste haben meine Vorrednerinnen schon sehr treffend gesagt.

Ich habe nur noch ein paar Kleinigkeiten, erstmal zur Ästhetik bzw. Bebilderung: Wichtig ist, dass die Bilder stark sind, Stimmung erzeugen und unmittelbar ankommen. Dinge, die man sich richtig vorstellen kann, die man zwar nicht unbedingt real anfassen will, aber doch so eine gewisse Faszination ausüben. Ich denke da zum Beispiel an ein rostiges Gartentor, vernarbte Haut, verfallende Häuser, welke Blumen. (Wie Kati auch schon gesagt hat) Sleepy Hollow und überhaupt die neueren Tim Burtons sind Filme, die das sehr gut zeigen.

Was ich dir als kurzweiliges Buch empfehlen kann ist Ink Exchange (dt. Gegen die Finsternis) aus der Wicked Lovely (dt. Gegen das Sommerlicht)-Reihe von Melissa Marr - da geht es zwar um Feen, deren Welt aber alles andere als fröhlich ist.

Auch solltest du darauf achten, dass du nicht zu sehr in den Horror abdriftest, d.h. brutale/blutige Szenen bedacht setzen und - gerade wenn du mehr auf Action aus bist - die subtilen und psychologischen Aspekte im Mass halten. Einer der Hauptunterschiede zum Horror ist ja gerade, dass Dark Fantasy in der Regel weniger Suspense und/oder Brutalität (je nachdem, ob man auf Psycho-Horror oder Splatter aus ist) besitzt. Ein bisschen braucht es allerdings auch davon, damit das bezeichnende "Dark" nicht ganz aus der Handlung verschwindet, denn gute Bilder allein machen noch kein gutes Buch.  ;)

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Re: Dark Fantasy
« Antwort #24 am: 24. August 2012, 01:16:38 »
Unsere Bibliothek hat gleich drei Ausgaben davon, aber leider nur im Präsenzbestand.  :( Das hätte ich mir ja zu gern mal angesehen, aber ich lese so ungern direkt in der Bibliothek.
Viele Bibliotheken leihen Präsenzbücher über Nacht, oder über das Wochenende aus. Frag doch mal, ob das bei Deiner Bib auch geht. :psssst:
Aber bei einem Buch, das im Buchhandel anscheinend vergriffen ist, darf man auch guten Gewissens für den privaten Zweck ein paar Kopien machen.

Sleepy Hollow hätte ich eher zur Dark Fantasy, als zum Horror gesteckt. Aber vielleicht habe ich den Film auch einfach schon zu oft gesehen, um Angst zu bekommen. ;D
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Offline Fianna

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Re: Dark Fantasy
« Antwort #25 am: 06. November 2013, 20:57:58 »
Es ist zwar schon eine Weile her, aber ich muss einen ganz wichtigen fehler von der ersten Seite richtig stellen:
Ich denke, die Ravenloft-Romane und die Elric-Bücher von Moorcock sind ganz gute Beispiele für das Genre.
Elric von Melnibone ist ein ganz klassisches Buch des Sword and Sorcery, eines meiner Lieblings-Genre, das leider in deutschland kaum jemand (zumindest unter diesem Begriff) kennt.
Obwohl mit Game of Thrones eigentlich S&S gerade so modern geworden ist...

S&S ist ebenfalls am Rand der Dark Fantasy eingeordnet und hat starke Verwandschaft dazu.
Kennzeichen sind graustufige Charaktere, die man weder als Gut noch Böse klassifizieren kann, dazu meist noch ein relativ realistischer Touch, d.h. es wirkt mehr auf die Funktionalität und Logik einer Welt eingegangen (es erscheint nicht einfach so ein Heer, man muss es aufstellen, anwerben, oder eidgebundene Gefolgsleute überzeugen - letztgenanntes Beispiel aus GoT).
Außerdem hat häufig zwischen den Zeilen (oder auch mal deutlicher) ethische oder philosophische Fragestellungen, mit denen der Held, Antiheld oder andere Personen sich herumschlagen. (Zu Beginn des Genres war es eher Zivilisationskritik).
So abstrakt klingt es sicher a) unklar und b) plakativ.
Leider kann ich es nicht besser formulieren.
„Und seit wann… kannst Du Schmerzen riechen?“ fragte Sechet und schob sich vorsichtig rückwärts. (Bastets Kinder)

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