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Autor Thema: Wann ist ein Roman zu düster?  (Gelesen 7834 mal)

Offline Robin

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Re: Wann ist ein Roman zu düster?
« Antwort #30 am: 30. Oktober 2013, 14:21:06 »
Ich muss Kati in dem Punkt zustimmen, in dem sie der Aussage, tiefgründige Figuren MÜSSTEN einen düsteren Hintergrund voller Schicksalsschläge und Leid haben. Ich habe schon gute Bücher gelesen, in dem der Prota gelegentlich nur mit einer eigenen kleinen Schwäche kämpfen musste. Kürzlich erst, im Zuge des Übersetzens, war die einzige kleine Stolperfalle für den Charakter sein Stottern. Im Verlauf der Geschichte hat er sich durch harte Arbeit Respekt und eine neue Lebensperspektive erarbeitet. Und er war auf keinen Fall ein Pappaufsteller von Charakter.

Zu düster wird mir ein Roman, wenn jede Figur irgendein tragisches Ereignis hat, was sie alle angeblich zusammenbindet. In dem Fall ist es für mich eher fast schon ein Missbrauch eines Aspekts, der zwar düster gestalten kann, aber in diesem Fall durch seine Häufigkeit alles verwässert und/oder zu düster und hoffnungslos gestaltet.

Und Protagonisten mit dunkler Vergangenheit sind nicht automatisch tiefgründiger und erwachsener. Sie können genauso verhunzt werden und schlussendlich seicht und charakterlos ausfallen. Schlussendlich kommt es darauf an, wie man alles zusammenfließen und ineinandergreifen lässt. Wenn das nicht funktioniert, dann stimmt das ganze Gebilde nicht, und die Protagonisten werden von einem zu schwachen oder zu überladenem Gerüst in der Geschichte zerquetscht zu Abziehbildern.
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Nächste Veröffentlichung: Sniper 2 (Datum TBA)

Offline Liliane

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Re: Wann ist ein Roman zu düster?
« Antwort #31 am: 30. Oktober 2013, 14:55:20 »
Stimmt, Kati hat eigentlich Recht. Na ja, Schicksalsschläge lässt Personen sich weiterentwickeln, aber es ist auch wahr, dass schöne Ereignisse einen sich weiterentwickeln lassen können und man nicht naiv, unwissend und unerfahren irgendwo hängenbleibt, nur weil nie jemand gestorben ist, der einem nahe stand; man sich nie einen Finger abgetrennt hat oder selbst einen Mord begangen hat.
Das ist wahr.

Aber ich persönlich schreibe gerne solche düsteren Szenen, in denen sich jemand mit ganz krassen Schlägen auseinandersetzt und ich lese sie auch gerne. Vielleicht ist es einfach so, dass viele Autoren es eben "falsch" sehen, wie mans nimmt, und die Figuren sich eben bloß stark entwickeln lassen, wenn etwas schlimmes geschieht.
Vielleicht ist das wirklich ein Fehler. Und Robin hat auch recht, es geht auch ohne.
Und manchmal ist es wie gesagt auch sehr übetrieben udn nicht mehr realistisch. So viele Leute laufen nun auch nicht auf der Straße herum, die schon mal im Blut ihrer Freunde lagen, oder was auch immer es manchmal in Büchern gibt.

Also nach nochmaliger Überdenkung würde ich zu dem Schluss kommen, dass Bücher so udn so gut (oder auch schlecht oder flach) sein können und man darauf achten muss, dass es nachvollziehbar udn realistisch bleibt.

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