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Autor Thema: Wie wird man eigentlich Lektor?  (Gelesen 15066 mal)

gbwolf

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Wie wird man eigentlich Lektor?
« am: 27. März 2008, 13:08:12 »
Beim Stuttgart-Minitreffen kam die Frage auf, wie man eigentlich Verlagslektor wird.

Den Studiengang zum Lektor soll es eines Tages wirklich geben, er wurde 2007 auf der Lektorenkonferenz beschlossen (Meldung im Börsenblatt). Auf den Seiten der Uni-Hildesheim ist noch nichts zu finden, im April sollen die Informationen zu den neuen Bachelor-Studiengängen online sein. Vielleicht gibt es dort dann mehr zu erfahren.
Klassisch ist der Weg über die Germansistik, die man heute an einigen Hochschulen bereits mit der Schwerpunkt Literaturvermittlung studieren kann (Bsp. in Bamberg - PDF-Datei). Man erlangt hier weitere Qualifikationen, die einem z.B. den Einstieg in eine Literaturagentur erleichtern können. Grundsätzlich aber ist der Beruf nicht an ein bestimmtes Studium gebunden, gerade bei den Fachbüchern kann man als Mediziner, Ingenieur, Naturwissenschaftler, etc. punkten. In jedem Fall empfiehlt es sich, Praktika auch in kleinen (renommierten) Regionalverlagen zu absolvieren und sich um ein Volontariat zu bemühen.

Der Lektor selbst entspricht heute nur noch wenig dem Wortsinn, der ja schlicht Leser bedeutet. Vielmehr handelt es sich um ein Universalgenie, das Verhandlungsgeschick, Kostenbewusstsein, Buchmarktüberblick, Ortografie und noch vieles mehr beherrscht. Der Begriff Programmmanager oder Redakteur hat die klassische Berufsbezeichnung oft bereits abgelöst, große Verlage übertragen das Korrektorat an Freie Lektoren, erfahrene Sekretärinnen lichten den Manuskriptstapel, bevor der Lektor ihn zu sehen bekommt und externe Gutachter bewerten veröffentlichungsreifes Material.

Eine wirklich sehr gute Übersicht mit weiteren Links findet sich auf den Seiten der Studien- und Berufswahl. Hier wird so ziemlich jeder Aspekt des Berufsbildes angesprochen. Auch für Autoren sehr interessant, mit wem er es auf der anderen Seite zu tun hat.

Da sich mittlerweile einige unter uns befinden, die selbst Freie Lektoren sind, bzw. als Autoren mit Lektoren zu tun haben. wäre es natürlich spannend zu erfahren, in wieweit sich Praxis und Theorie decken und welche Erfahrungen mit Lektoren gemacht wurden.

Grüße

Wölfin

Silabaron

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Re: Wie wird man eigentlich Lektor?
« Antwort #1 am: 27. März 2008, 13:16:52 »
Hallo Wölfin,

vielen Dank für die Informationen und den sehr interessanten Link.  :jau:

Liebe Grüße,

Dieter.

gbwolf

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Re: Wie wird man eigentlich Lektor?
« Antwort #2 am: 27. März 2008, 14:12:12 »
Passend dazu liefert das Börsenblatt gerade einen Bericht, dass nicht nur die Autoren vor der legendären Vertreterkonferenz zittern, sondern auch die Lektoren: http://www.boersenblatt.net/184601/

Wie sagt die Suhrkamp-Lektorin dort so schön gegen Schluss:
Zitat
Machen wir einander keine unnötige Arbeit. Bücher, deren Essenz wir nicht einmal unseren Freunden kurz und knapp erklären können, nehmen wir besser nicht ins Programm.
Nicht nur die Autoren haben es schwer, ihr Manuskript auf ein Exposé oder am Telefon auf wenige Zeilen einzudampfen.


Offline Linda

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Re: Wie wird man eigentlich Lektor?
« Antwort #3 am: 27. März 2008, 14:16:52 »
Hallo,

ich hab da grad ein Deja vu. Ich bin sicher, dass zumindest Lomax hier im Zirkel schon das eine oder andere zu seinem Beruf geschrieben hat. Das wäre sicherlich einen Link wert.

Ansonsten kann ich aus meiner beruflichen Perspektive nur sagen: es gibt solche und solche (Autoren und Lektoren), mit denen ich zusammengearbeitet habe.
Und wie schon im verlinkten Artikel erwähnt, richten sich die Anforderungen sehr stark nach dem Einsatzgebiet, ob man angestellt oder freischaffend ist usw.

Gruß,

Linda
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― Ursula K. Le Guin

gbwolf

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Re: Wie wird man eigentlich Lektor?
« Antwort #4 am: 27. März 2008, 14:24:35 »
Hallo Linda,

wenn du diesen Thread finden kannst, dann poste bitte den Link, ich habe mich vorhin dusselig gesucht danach. Vielleicht erinnern wir uns auch beide an den Thread Verlagsbewerbung als Übersetzer? Den finde ich nach wie vor sehr spannend.

Grüße

Wölfin

Offline Linda

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Re: Wie wird man eigentlich Lektor?
« Antwort #5 am: 27. März 2008, 15:45:40 »
@Wölfin

vielleicht ist er das wirklich. Vielleicht aber hat Lomax an anderere Stelle noch aus dem Nähkästchen geplaudert. Ich denke, er wird genauer Bescheid wissen, wenn er sich das nächste Mal hier blicken lässt.

Gruß,

Linda
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― Ursula K. Le Guin

Lomax

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Re: Wie wird man eigentlich Lektor?
« Antwort #6 am: 27. März 2008, 17:35:08 »
Hm, hm - ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mal was dazu geschrieben habe. In meinem privaten Posting-Archiv ist nämlich ein Beitrag gespeichert, der sich nur als Antwort auf eine Nachfrage zum Thema "Qualifikation von Lektoren" verstehen lässt ... Aber leider ist der Beitrag selbst dort nicht gelandet :-\

Ansonsten habe ich Wölfins allgemeinen Erläuterungen auch wenig Allgemeines hinzuzufügen - üblicherweise bewirbt man sich nach dem Studium für einen "Einstiegsjob", der je nach Verlag unterschiedlich benannt sein kann: manchmal Volontariat, manchmal Lektoratsassistenz, manchmal aber auch direkt als "Lektor". Von Vorteil ist dabei, wenn man vorher schon Kontakte knüpfen und Erfahrungen sammeln konnte, beispielsweise durch Praktika oder freie Mitarbeiten während des Studiums.
  Und neben dem "Königsweg" gibt es natürlich immer auch Seiteneinstiegsmöglichkeiten.

gbwolf

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Re: Wie wird man eigentlich Lektor?
« Antwort #7 am: 21. Februar 2009, 12:12:56 »
Beim Aufräumen sind mir gerade Unterlagen zur Vorbereitung meiner Diplomarbeit in die Hände gefallen, unter anderem Kopien aus den Büchern "Wirtschaftsunternehmen Verlag" und "Bücher machen. Ein Handbuch für Lektoren und Redakteure".
Wer sich für die Laufbahn als Lektor interessiert, für den ist ein Blick in diese Werke sicher ganz interessant (sollte es in Großstadtbibliotheken geben oder per Fernleihe bestellbar).

Unter anderem geht es hier um Programmanalyse, Abteilungen eines Verlags, Arbeitsweise der Marketingabteilung, bewretung von Manuskripten, Projektaquise (aktiv, passiv), Zielgruppenanalyse, Lizenzen, Verhandlungen, Verträge, ...

Der Kauf lohnt sich für die meisten wahrscheinlich nicht, aber ein wenig blättern und die "Gegenseite" erkunden, finde ich persönlich als Autor immer spannend.

gbwolf

  • Gast
Re: Wie wird man eigentlich Lektor?
« Antwort #8 am: 20. März 2009, 11:02:35 »
Im Börsenblatt gibt es gerade eine Artikelserie zum Einstieg in Berufe rund um den Buchmarkt. Dieser hier z.B.: http://www.boersenblatt.net/313086/

gbwolf

  • Gast
Re: Wie wird man eigentlich Lektor?
« Antwort #9 am: 21. Juli 2010, 20:43:49 »
Die jungen Verlagsmenschen sind momentan ja ganz schön umtriebig (Unter anderem mit der Aktion "You want to read Frankfurt?". Von ihnen stammt ein interessanter Beitrag im Börsenblatt zum Einstieg für freie Lektoren: http://www.boersenblatt.net/390311/

gbwolf

  • Gast
Re: Wie wird man eigentlich Lektor?
« Antwort #10 am: 29. Juli 2010, 14:10:01 »
Beruf Lektor: Träume sind Schäume, heißt es heute im Börsenblatt. Schade, dass die dazugehörende Studie nur im Magazin selbst abgedruckt ist. Da muss ich warten, bis das Ding über meinen Schreibtisch wandert. Klingt sehr erschreckend, wenn wirklich jeder zweite Germanist davon träumt, Lektor zu werden!

Online Grey

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Re: Wie wird man eigentlich Lektor?
« Antwort #11 am: 29. Juli 2010, 15:05:01 »
Hmja, meine Agentin hat mich auch schon sehr erfolgreich überzeugt, nicht Lektorin werden zu wollen ... :seufz: Gut dass ichs weiß, ehe ich es versucht habe.
  Rien ne va plus.

Lomax

  • Gast
Re: Wie wird man eigentlich Lektor?
« Antwort #12 am: 30. Juli 2010, 11:06:57 »
Klingt sehr erschreckend, wenn wirklich jeder zweite Germanist davon träumt, Lektor zu werden!
Nun ja, was denn sonst? ;) Abgesehen von Uni oder Deutschlehrer ist Lektor nun mal der einzige "anständige" Beruf, der sich folgerichtig aus einem Germanistikstudium ergibt und zu dem man das Studium als reguläre "Ausbildung" betrachten kann.
  Aber ich denke, die Konkurrenzsituation ist durchaus unterschiedlich. Bei den meisten meiner Mitstudenten hatte ich das Gefühl, dass sie doch deutlich mehr im Bereich der "richtigen" Literatur beheimatet waren und sich eher widerstrebend auf eine Tätigkeit in der U-Lit oder gar in der Phantastik eingelassen hätten. Und nachdem ich während einer Uni-Infoveranstaltung Kontakt mit Lübbe aufgenommen und erfahren hatte, dass man schon studienbegleitend über Praktika oder Gutachten in das Berufsfeld einsteigen konnte, hatte ich auch nicht das Gefühl, dass das Angebot überrannt wurde. Ich schätze die "Konkurrenz" mal auf 3, 4 Leute  ;D. Ich habe den Einstieg also als sehr formlos und problemlos empfunden, und wenn man erst mal den Kontakt hat, hat man nach dem Studium die größte Hürde schon mal hinter sich. So vehement und nachdrücklich kann der Berufswunsch Lektor (vor allem bei einem Publikumsverlag) unter den Germanistikstudenten auch nicht verhaftet sein, wenn sich offenbar nur die wenigsten vor Studienabschluss schon mal konkret in diese Richtung umsehen. Ich habe also das Gefühl, wenn "jeder 2. Germanist" von diesem Berufswunsch träumt, dann ist das ungefähr genauso ernst zu nehmen wie all die "Autoren", die "immer schon ein Buch schreiben wollten, wenn sie nur Zeit hätten".
  Germanisten, die nicht nur träumen, sondern es wirklich ernsthaft verfolgen, gibt's wahrscheinlich viel weniger.

Was die andere Seite betrifft, die nicht ganz so erträumte Arbeit, das kann ich allerdings bestätigen. Ich für meinen Teil "träume" ja nun schon seit 10 Jahren davon, mich mal für eine Festanstellung in einem Verlag zu bewerben. Denn so schlecht und überstundenreich es festangestellten Verlagslektoren auch gehen mag, insgesamt steht man wohl doch etwas besser da denn als freier Mitarbeiter. Zumindest materiell.
  De Facto finde ich allerdings immer Ausreden, von einer Bewerbung abzusehen, wenn ich mal wieder auf interne oder externe Ausschreibungen stoße, die zu meinem Qualifikationsprofil passen. Gründe, warum es "gerade jetzt nicht passt", gibt es immer - aber die Wahrheit ist, ich fühle mich eigentlich ganz wohl, da wo ich bin. Materiell könnte es zwar besser sein, aber dafür tue ich genau das, was ich tun wollte und was man sich bei einem Lektor vorstellt - ich arbeite mit Texten.  Ausschließlich. Ich habe Einsendungen gelesen für Gutachten, ich lektoriere Romane und Übersetzungen (und wenn ich jetzt auch selbst übersetze oder Romane schreibe, bin ich ja auch direkt im Text). Und wann immer ich mal im Verlag bin, sehe ich, dass diese "paradiesischen Zustände" sich abrupt ändern würden, wenn ich fest in einem Verlag arbeiten würde, weil die festangestellten Lektoren sich nun mal doch hauptsächlich mit organisatorischen Dingen beschäftigen. Und zwar zunehmend, aber auch schon von Anfang an.
  Von einem früheren "Chef" im Verlag (dem Lektor, mit dem ich damals direkt zusammengearbeitet habe), habe ich noch das Zitat im Kopf, dass er stolz darauf ist, noch jedes Buch auch zu lesen, das mit seinem Namen als Lektor erscheint, was schon nicht mehr selbstverständlich ist - dass er aber oft erst dazu kommt, wenn das Buch schon gedruckt ist und er es in den Urlaub mitnehmen kann. Einen großen Teil der konkreten Arbeit im Text reicht der Verlagslektor einfach nur an die freien Mitarbeiter weiter, und das zu koordinieren und gleichzeitig auch das ganze Drumherum um die Programmzusammenstellung und die Produktion, das frisst einen großen Teil der Arbeitszeit. Da ist es dann eher ein Glücksfall, wenn man wirklich mal ein Buch lesen oder gar selbst lektorieren kann. Und das gilt schon für die Lektoren, die sich wirklich noch verantwortlich um die einzelnen Bücher kümmern.
  Wenn man dann befördert wird und mehr Verantwortung übernimmt, hat man für die Textarbeit immer weniger Zeit, und das empfinde ich als etwas unglückliche Perspektive. Ein wenig entschädigt wird man dann natürlich dadurch, dass man Einfluss gewinnt und über die "Art" von Literatur mitbestimmen kann, die am Markt erscheint. Aber dass man, je höher man aufsteigt, umso mehr mit BWL, Organisation etc. zu tun hat und umso weniger mit Texten, das empfinde ich gerade als Germanist auch als sehr unglückliche Perspektive. Es dämpft Karrierepläne im Verlagswesen doch ganz erheblich, wenn ich daran denke, dass ich, je weiter ich komme, umso mehr genau die Dinge tun müsste, die mich absolut nicht interessieren. :-\

Aber andererseits, das kann einem auch ohne "Aufstieg" passieren. Wenn ich oben erwähnt habe, dass vermutlich nicht so viele Germanisten U-Lit oder Phantastik machen wollen, so muss ich auch sagen, dass viele Lektoren sich das am Ende wohl nicht aussuchen können und dementsprechend dann wohl doch zur Konkurrenz werden. Da habe ich nun auch schon (fest angestellte) Kollegen kennengelernt, die Fantasy lieben und da auch hin wollten, aber bei Liebesromanen gelandet sind, Krimifreunde bei historischen Romanen etc. 
  Ich geb's zu, es gibt vermutlich ein paar Genres, wenn ich da landen würde, würde ich die Arbeit am Text wohl auch nicht mehr genießen :-X

Ich weiß also nicht, inwiefern man sich von solchen "Studien" leiten lassen sollte. Der Alltag und die praktischen Erfahrungen sind halt doch differenzierter - vermutlich wie bei jedem anderen Beruf auch. Wenn ich alle Einzelfälle im Lektorat erwäge, die ich kennengelernt habe, dann würde ich sagen, "es kann so oder so kommen"; und insgesamt hat der Berufsweg einige strukturelle Pferdefüße, wo Traum und Wirklichkeit" etwas schwer aneinanderzupuzzlen sind. Aber verglich mit anderen Jobs muss man auch sagen, dass ich die Arbeit immer als befriedigender empfunden habe als das meiste andere, was ich mir vorstellen kann, und dass es vermutlich auch seinen Grund hat, dass die Branche vor allem von engagierten Enthusiasten bevölkert wird. Die meisten, die da arbeiten - selbst wenn sie klagen oder mit einzelnen Umständen nicht zufrieden habe - sind doch mit Leib und Seele und Leidenschaft bei der Sache, habe ich das Gefühl. Und am Ende sieht man, was man getan hat, und hält fertige Produkte in der Hand, die man vom Anfang bis zum Ende betreut hat.
  Und in welchem Beruf sonst kann man das heute noch sagen? ;)

(Ach ja, P.S. - was Stress und Überlastung betrifft, es ist alles relativ. Ich hatte ja, bevor ich ganz von der Belletristik leben konnte, erst noch einen Job als Redakteur von Zeitschriften. Da war ich immer in Hektik, und danach fand ich den Rhythmus in den Belletristik-Verlagen immer eher entspannt, mit recht großzügigen Puffern. Als ich bei den Zeitschriften kurz vorm umkippen stand, habe ich immer die Grafiker bewundert - die kamen jeden Tag als erste und blieben als längste, und ich habe mich gefragt, wie die das aushalten. Sie wirkten auch immer sehr gestresst, bis auf eine Grafikerin, die stets entspannt lächelnd vor dem Monitor saß.
  Als ich die irgendwann mal darauf ansprach, meint sie nur: "Ach, ich finde das eigentlich ganz entspannt hier - ich hab vorher bei einer Werbeagentur gearbeitet, das war Stress!" ;D Ich weiß also nicht, ob die Aussicht auf Stress, Überstunden, Termindruck wirklich jemandem von einem Job abhalten sollten. Man sollte vielleicht nicht erwarten, dass man als Lektor den ganzen Tag lesen kann oder entspannt mit Kollegen beim Tee sitzt und über Bücher plaudert (außer vielleicht bei Klett-Cotta, wie das Interview bei den "Schreiblinks" zeigt ;)). Aber: There's always a bigger fish ...)

Offline Kerimaya

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Re: Wie wird man eigentlich Lektor?
« Antwort #13 am: 30. Juli 2010, 16:38:04 »
Passend zum Thema (und auch anderes rund um den Verlag) gibt es in der neuen Campus ZEIT einen Artikel rund um kreative Berufe im Verlagswesen. Ich hab ihn noch nicht gelesen, bin aber gespannt, ob der evtl. was Neues erzählen kann (Autoren werden da übrigens auch als Berufsbild behandelt).
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- Terry Pratchett
  

Offline Kamen

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Re: Wie wird man eigentlich Lektor?
« Antwort #14 am: 17. November 2010, 21:56:55 »
*mal ausgrab*

Also wir von der Buchwissenschaft (wo viele auch Germanistik studieren) werden immer gefragt, was man mit so einem Studium denn machen könnte. etwa 89% antworten mit: Lektor in einem Verlag.
Also haben wir Studierenden uns geeinigt, dass wir in der Buchwissenschaft Erlangen als Lektoren "herangezüchtet" werden. Und es ist zum Teil wirklich so, dass viele von uns liebend gern Praktika in Verlagen machen (der Tessloff-Verlag - ihr wisst schon, die die "Was-ist-was"-Bücher rausgeben - hat eine Art "Abonnement" auf BuWis aus Erlangen). Fast alle wollen LektorIn werden.
Wenige sind im Fantasy-Bereich tätig, aber gerade die sind flexibler, was ihre Wünsche angeht. Schon erstaunlich.

Also, man kann auch Lektor werden, indem man in Erlangen Buchwissenschaft studiert.
(In München, Leipzig, Münster und Mainz ist das auch möglich, aber da liegen die Schwerpunkte anders.)
Das Eiserne Buch erinnert an damals, als die Welt brannte, selbst hier tief im Meer...

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