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Autor Thema: Mehr als nur ein Buch  (Gelesen 113 mal)

Offline Nikki

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Mehr als nur ein Buch
« am: 17. Oktober 2020, 21:09:59 »
Kennt ihr dieses Phänomen, oder besser gesagt, diese Bücher, die sich nicht wie ein einziges Buch lesen?

Es gibt Bücher, die sind so vielschichtig, man könnte sie im Abstand von mehreren Jahren lesen und meinen, es handle sich um verschiedene Bücher. Sie wachsen sozusagen mit der Lebenserfahrung, der Bildung, dem Vokabular, der Person selbst. Sie sind so vielschichtig, dass es mehrere Anläufe bzw. Lesedurchgänge braucht, um bis zum innersten Kern durchzudringen. Oder auch nicht. Man liest zwar ein und dasselbe Buch mehrmals, doch jedes Mal ist es ein anderer Aspekt, der das Leseerlebnis bestimmt.

Als Beispiele fallen mir ad hoc Umberto Ecos Foucaultsches Pendel und Robert Musils Mann ohne Eigenschaften ein. Ersteres soll über so ein umfangreiches bzw. anspruchsvolles Vokabular bzw. elaborierte Theorien verfügen, dass ein bestimmter Grad an Allgemeinbildung bzw. ein Grundverständnis für die Materie wohl wünschenswert wäre, um das Buch in seiner Komplexität umfassend begreifen zu können. Gleichzeitig soll es aber auch lesbar, sprich, unterhaltend sein, ohne den "theoretischen Ballast" verstehen zu müssen.

Der Mann ohne Eigenschaften ist vielmehr eine Essaysammlung innerhalb einer Rahmenhandlung als ein Roman im herkömmlichen Sinn, dadurch gibt es nicht den einen roten Faden von A bis Z, sondern mehrere dünne rote Fäden, die sich immer wieder kreuzen, ineinander verflechten und voneinander loslösen. So kann es dann passieren, dass man eine andere Person trifft, die das Buch auch gelesen hat, aber von einem ganz anderen Buch spricht, das man selbst gelesen hat.

Kennt ihr solche Bücher? Welche wären das?

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